Ein Playboy an der Angel und Kandare

GeschichteRomanze, Angst / P16 Slash
"Howlin' Mad" Murdock Bosco "B.A." Baracus Colonel Decker John "Hannibal" Smith Templeton "Face" Peck
22.03.2019
12.11.2019
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22.03.2019 3.299
 
Schönen Tag!

Ganz schön wenig los hier, Zeit das zu ändern.
Nein ich habe mich nicht verlaufen, ich wollte schon hier her, auch wenn es, wie gesagt, noch sehr leer bei den Jungs ist. Dann werde ich sie mal mit meiner Gegenwart belästigen.

Kurze Erklärung als Jugendliche habe ich das A-Team geliebt. Ich wollte immer Mitglied dieses wilden Haufens sein. Aber nicht so lahm wie die Damen, die sonst zum Team gehörten, die fand ich immer überflüssig, vermutlich war ich eifersüchtig. War ja noch ein Teenager. Naja, dennoch werden die zwei Journalistinnen bei mir nicht vorkommen.
Vor allem Murdock hat es mir mit seiner liebenswerten Verrücktheit angetan. Ich liebe ihn auch heute noch heiß und innig, was vielleicht mitunter daran lag und liegt das ich ebenfalls mehr als nur ein imaginäres Tier hatte. Wir tickten einfach gleich.
Und da ich alle paar Jahre einen A-Team-Rappel habe dachte ich, was solls, verlaufe ich mich einfach mal auf diese Seite. Auch wenn es nichts wirklich Großes ist. Es ist eben Shiorinekoi-Schrägnis. Für die HP-Fans gibt es indes Entwarnung, meine anderen Sachen gehen dennoch weiter. Aber das hier brauchte ich einfach auch mal.

Noch das Übliche, ich verdiente kein Geld damit, will ich auch gar nicht. Die Rechte liegen ganz sicher nicht bei mir (sonst hätte es diesen fürchterlichen Film vor einigen Jahren nicht gegeben). Ich leihe nur fleißig vor mich hin und hoffe das sich George Peppert nicht im Grabe umdreht. Danke für deinen tollen Hannibal.

Viel Spaß!


Der Schock sitzt tief


Immer wieder ließ Face seinen Blick zu Murdock schweifen, welcher gerade damit beschäftig war seinen unsichtbaren Hund Billy zu streicheln und ihm zu versichern das B. A. ihn ganz bestimmt nicht aus dem fahrenden Van werfen würde, auch wenn er es immer wieder gerne androhte.
Die Tatsache das der Schwarzhäutige nicht mal Anstalten machte sein Lieblingsopfer anzuschreien zeigte den anderen Mitgliedern indes eindrucksvoll wie sehr auch ihm der Schreck noch immer in den Knochen saß. Die Angst den verrückten Piloten um ein Haar verloren zu haben. Und das durch eine verdammte Kugel in die Schulter.
Auch wenn sie solche Szenarien vom Krieg gewohnt hätten sein müssen, und sie bei jedem Auftrag mit dem Tod rechneten, war es dieses Mal anders gewesen. Vielleicht lag es daran das es ausgerechnet Murdock getroffen hatte, den einzigen von ihnen der nicht auf der Flucht war. Wenn man seine kleinen Ausflüge aus dem Krankenhaus mal bei Seite ließ. Oder es lag an der Art und Weise wie sich der junge Mann die Kugel eingefangen hatte.

Pecks Blick wanderte von Murdock nach vorne zu Hannibal. Der Colonel hatte sich umgedreht um seinen Captain ebenfalls im Auge zu behalten. Und selbst B. As. Augen wanderten immer wieder zum Rückspiegel. Für sie alle war es entschieden zu knapp gewesen. Wobei bei Hannibal auch noch die Schuldgefühle hinzukamen. War die Kugel doch eigentlich für ihn bestimmt gewesen. Sie hätte ihn mit Sicherheit getötet, wenn H. M. nicht gewesen wäre. Für den Colonel ein fast unerträglicher Zustand. Es war ihm immer wichtig gewesen auf seine Jungs aufzupassen und sie aus jeder Gefahr rauszuholen. Das es dieses Mal genau anders herum gelaufen war setzte dem Teamleiter ganz gewaltig zu.
Was Alles aber noch schlimmer machte war die Tatsache das es für den Piloten absolut selbstverständlich zu sein schien sein Leben für das seines Clans, wie er das Team oft nannte, zu riskieren. Gut, jeder von ihnen würde nicht anders handeln. Aber bei aller Opferbereitschaft schätzten die drei Männer dennoch ihr Leben, bei Murdock hingegen wusste man nie so genau. Er war manchmal wie ein Kind, ein Kind, das sich für unbesiegbar hielt, dann aber wieder von Angst geschüttelt wurde oder schlicht und ergreifen mit der ganzen Situation überfordert war. So konnte es passieren das er in einer gefährlichen Situation ganz unschuldig frage ob sie nun bitte nach Hause gehen könnten nur um es wenig später bereits wieder mit Verbrechern aller Art aufzunehmen als wäre er der gesündeste Mensch überhaupt.
Und dennoch schleppen sie ihn immer wieder mit zu Aufträgen, weil sie ihn dabeihaben wollten, ihn brauchten und wussten das auch der Pilot ohne ihre Abenteuer eingehen würde wie eine Pflanze ohne Licht und Wasser. Dabei ging es ihm nicht so sehr um die Gefahr oder den Nervenkitzel, er wollte einfach bei seinen Freunden sein.
Kurz nickten sich die drei Männer zu um sich wieder mal im Stillen darüber zu einigen das es ihre Aufgabe war auf den jüngsten ihrer Truppe aufzupassen.

„Hey Großer, können wir mal halten?“
„Klappe, Murdock, wir fahren erst seit zwanzig Minuten“, maulte B. A. in seiner grummligsten Tonart.
„Aber Billy muss raus!“, jammerte Murdock und streichelte weiter Luft, „außerdem hat er Hunger, und ich auch.“
Als der Pilot Face einen bettelnden Blick zuwarf griff der seufzend in seine Jackentasche und förderte einen Hundekeks zu Tage.
„Nicht schnappen“, mahnte er seinen Freund, der bereits einen langen Hals bekam und auf seinem Sitz wie wild auf und ab hüpfte.
Artig öffnete Murdock den Mund und wartete bis der Blonde den kleinen Leckerbissen hineinlegte.
„Face, wehe er pinkelt mir in den Wagen dann machst du das sauber, nachdem ich dir auf die Schnauze gehauen habe“, fauchte es vom Fahrersitz.
„Billy ist stubenrein!“
„Ich rede nicht von deinem eingebildeten Köter, sondern von dir, du Spinner. Ich will auch keinen Sabber auf meinen Sitzen, ist das klar?“
„B. A., Murdock ist ebenfalls stubenrein“, versicherte Face dem Schwarzhäutigen während er dem Piloten über die allgegenwertige Mütze streichelte und ihm noch einen Keks gab.
Zufrieden kaute Murdock darauf herum und legte seinen Kopf als Dank auf den Schoß des Playboys.
Mit einer Mischung aus Resignation und Amüsiertheit blickte Face nach vorne.
„Kein Sabbern“, mahnte ihn B. A. noch mal, „zumindest nicht auf meine Sitze, was er mit deinen Hosen macht ist mir egal.“
Sofort schoss Tempeltons blickte nach unten. Große braune Augen sahen ihn unschuldig an.
„Also den Hundeblick hat er auf jeden Fall drauf“, lachte Hannibal und drehte sich wieder um.
„Jaja, lach du nur, ist ja nicht deine Hose.“
„Facey, ich mach dich schon nicht schmutzig, bin brav und Billy auch“, versprach Murdock, wieder mit diesem Blick, den man eigentlich nicht beherrschen sollte wenn man ein erwachsener Kriegsveteran war.
„Das hoffe ich für dich, sonst kommst du an die Leine“, warnte der Blonde ehe er sich wieder auf die Fahrt konzentrierte, allerdings wanderte seine Hand dabei immer wieder selbstvergessen über den Rücken des Braunäugigen.

Da der Pilot im Augenblick absolut zufrieden schien bedeutete Hannibal seinem Sergeant weiter zu fahren. Sie hatten einen neuen Auftrag angenommen und mussten noch einiges vorbereiten.
Es ging wieder mal um Personenschutz. Allerdings hatte der Colonel aus dem Desaster, zumindest nannte er es so, mit der Sängerin gelernt. Auf keinen Fall wollte er noch mal gegen zwei Parteien gleichzeitig kämpfen müssen. Darum hatte er beschlossen mit den Jungs bereits einige Tage vor ihrem Kunden in das Haus zu ziehen. So konnten sie sicher sein, dass es dort keine Gefahren gab auf die sich achten mussten. Außerdem war es immer gut den Ort zu kennen an dem man sich aufhielt. Ihren Klienten hatten sie in der Zwischenzeit in einem anderen Versteck untergebracht. Dies hatte auch den Vorteil den Mann noch weiter prüfen zu können. Fehlte gerade noch das der Kerl von Decker kam.
Natürlich hatte Hannibal Face den Auftrag gegeben ihnen eine ruhige Gegend zu suchen in der sie dennoch nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen würden und in der niemand ihrem Kunden einen zweiten Blick schenken würde. Gar nicht so leicht, wenn man einen Fernsehliebling beaufsichtigen sollte. Aber für Face natürlich dennoch machbar.
Und so bogen sie wenig später in ihren neuen Stützpunkt ein.

„Sieht aus als wären wir in Amerikas schlimmsten Spießerviertel gelandet.“
„B. A. hat recht, Face, bist du sicher das uns hier niemand gefährlich werden kann?“
„Absolut, vertraut mir.“
„Ich vertraue dir, Facey“, versicherte ihm Murdock und hibbelte bereits wieder auf seinem Sitz herum. Ganz wie ein aufgeregtes Kind, das es nicht erwarten konnte nach langer Fahrt endlich aus dem Auto zu kommen.
„Na dann wollen wir mal“, beschloss Hannibal und stieg aus dem Wagen.
Dies nahm der Pilot als Startzeichen um dem Colonel zu folgen. Das er dabei halb über Tempelton klettern musste schien ihn nicht im Geringsten zu stören. Wenn er es überhaupt mitbekam.
Face hingegen bemerkte es umso mehr und er fing auch an zu fluchen als die Chucks des Piloten seine teuren Hosen nun doch schmutzig machten.
„Du bekommst eine Leine, Murdock“, rief er ihm nach.

Die Aufgaben waren schnell verteilt, ebenso die Zimmer, und so dauerte es keine zwei Stunden bis das Haus nicht nur wohnlich, sondern auch sicher war. Dabei zeigte sich das Face wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet hatte. Niemand schenkte ihnen einen zweiten Blick, dennoch schien keiner der Anwohner ein Outlaw zu sein, und die einzigen zwielichtigen Personen waren wohl nur sie selbst.
„Sind wir hier in einem Paralleluniversum oder wurden wir plötzlich unsichtbar?“, kam es skeptisch von B. A. der es gar nicht gewohnt war wenn niemand auf seine ganzen Ketten starrte.
„Nein, wir wurden nicht unsichtbar, aber ich könnte es euch beibringen, wenn ihr wollt.“
„Schnauze du Spinner“, fauchte der Schwarze auch schon wieder los.
Der Pilot verzog sich beleidigt in sein Zimmer, das er sich mit Face teilte und fing drinnen zu bellen an.
„B. A. hör auf Murdock anzuschreien, es war immerhin deine eigene Bemerkung. Allerdings wüsste ich ebenfalls gerne warum wir hier so gar nicht anzuecken scheinen.“
„Weil die Leute denken wir würden für eine Dokumentation recherchieren.“
„Was für eine Doku?“, wollte der Colonel argwöhnisch wissen.
„Nachbarschaftsstreit. Es kann sein das ich durchsickern habe lassen das man uns den Tipp gab in dieser Gegend würden die Menschen nur darauf warten dem jeweils anderem das Leben schwer zu machen. Jeder hätte eine Waffe die er nur zu gern an seinen Nachbarn ausprobieren würde. Man hätte keine Ruhe und Privatsphäre wäre ein Fremdwort, das sich nicht mal in einem Lexikon finden ließe. Du hast keine Ahnung wie zurückhaltend Menschen werden können. Alles nur um ja keine negativen Schlagzeilen oder Fernsehminuten zu bekommen“, grinste Face.
Hannibal lachte um seine Zigarre herum. Eines musste man diesem Hochstapler lassen, er wusste ganz genau wie er Menschen dazu brachte genau das zu tun was er wollte.
„Nicht schlecht, Lieutenant“, lobte ihn der Ältere.
Face grinste selbstgefällig, er wusste ganz genau wie gut er war und so eine kleine Betrügerei war genau das was er brauchte um fit zu bleiben.
„Kann endlich jemand diesen Verrückten abstellen? Wenn der so weitermacht haben wir die Nachbarnschon sehr bald doch wieder an den Haken. Außerdem will ich das Spiel sehen und da kann ich dieses Gebelle nicht brauchen“, maulte der Mechaniker.
„B. A. wir sind hier um zu arbeiten, das ist kein Urlaub“, mahnte Hannibal seinen Sergeant.
Der grummelte nur weiter vor sich hin weshalb es Face für besser hielt ihren Piloten doch zum Schweigen zu bringen. Nicht das der Schwarze ihn am Ende noch mit seinen eigenen Socken fütterte, wie er es schon öfter angedroht hatte.

„Murdock, aus, während der Arbeit wird nicht gebellt.“
Sofort war der andere Mann still, hörte aber nicht damit auf wie ein hyperaktives Eichhörnchen durch das Zimmer zu springen und überall herumzuschnüffeln. Und das nicht im übertragenen Sinne.
Eine Weile beobachtete Face das Treiben seines Freundes ehe er sich schmunzelnd daran machte seine Sachen in den Kleiderschrank einzuräumen. Es schien so als wäre der Pilot wieder ganz der Alte.
„Was genau machst du da eigentlich?“, wollte der Blonde dann dennoch wissen als sein Zimmerkollege mit einem Mal in den Kleiderschrank kletterte.
„Ich suche nach versteckten Fallen und Rauschgift“, erklärte Murdock ehe er seine Nase wieder über das Holz gleiten ließ.
„Morlock, ich habe das ganze Haus im Vorhinein auf den Kopf gestellt, es ist sauber. Ich dachte du vertraust mir?“
Geschickt drehte sich der Angesprochene um und faltete seine langen Beine unter sich. Wie ein unschuldiges Kind blickte er mit großen Kinderaugen aus dem Möbelstück.
„Ich vertraue dir, Facey, aber was ist, wenn jemand in deiner Abwesenheit im Haus war? Ich will nur sicher gehen.“
„Sag mal, hast du dir wieder Rin Tin Tin angesehen? Hältst du dich jetzt für einen Drogenhund?“
Grinsend hüpfte der Pilot in dem engen Schrank auf und ab das Face sich ernsthaft Sorgen um dessen Kopf machte, noch mehr als sonst schon.
„Er hat Billy und mir viel beigebracht“, vertraute Murdock dem Blonden an.
„Warum überlässt du das Suchen dann nicht Billy? Er hat die bessere Nase.“
„Facey, du bist ein Genie“, strahlte Murdock, klettere aus seinem Schrank und umarmte den Blonden ungestüm. „Los komm, Billy, such.“
„Halt, bevor du durch das ganze Haus rennst räum erstmal deine Sachen weg. Dieses Zimmer hast du immerhin schon überprüft und ich will nicht ständig über dein Zeug stolpern.“
Brav nickte der Pilot und begann damit sich ebenfalls einzurichten. Nicht ohne pausenlos über Rin Tin Tin und seine Heldentaten zu plappern was Face nicht weiter störte. Er fand es eher beruhigend, unheimlich war ihm Murdock eigentlich nur wenn dieser still wurde, dann musste man sich wirklich Sorgen um den Mann machen.

Nachdem sie sich eingerichtet hatten war Murdock zuerst durch das ganze Haus gestromert um Billy zu zeigen wo er überall nach Drogen suchen sollte, danach hatte der immer hungrige Pilot die Küche gestürmt und sich wie die Raupe Nimmersatt durch das halbe Nahrungsangebot gefuttert. Erst dann konnte Hannibal eine kurze Lagebesprechung abhalten und sie anschließend früh ins Bett schicken.

„Manchmal glaube ich Hannibal hält uns für kleine Kinder. Es ist noch nicht mal zehn und er schickt uns auf unsere Zimmer. Fehlt nur noch das er kontrolliert ob wir uns auch artig die Zähne geputzt haben“, schimpfte Face.
„Bei mir wird er nichts zu beanstanden haben“, verkündete Murdock stolz und öffnete zur Veranschaulichung den Mund.
„Aber nur weil du Schiss davor hast wieder zum Zahnarzt zu müssen“, schmunzelte der Blonde.
„Das sind keine Ärzte, sondern Horrorgestalten. Ich bin mir sicher unter der menschlichen Haut eines jeden Zahnarztes steckt ein Alien der es nur darauf abgesehen hat die Menschheit zu vernichten.“
Wieder lachte Face als sich Murdock am ganzen Körper schüttelte. Als er sich allerdings umdrehte blieb dem Blonden beinahe die Luft weg und er konnte seinen Blick nicht mehr von der nackten Brust des Piloten abwenden. Wann hatte der denn sein T-Shirt ausgezogen? Langsam schritt er auf den Anderen zu.
„Face, was ist? Du machst mir Angst.“
Murdock war einen Schritt zurückgewichen und stand nun an der Wand, mit den Händen krallte er sich daran fest und sah aus wie ein verschrecktes Reh im Scheinwerferlicht. Sein Freund war dicht vor ihm stehen geblieben.

„Du hast mir auch Angst gemacht, uns allen“, mit den Worten hob er die Hand und fuhr sanft über die Narbe auf der Schulter.
Der Pilot blickte nun ebenfalls zu der Stelle, die ihn vor wenigen Wochen beinahe das Leben gekostet hätte.
„Ich konnte nicht anders, Hannibal wäre gestorben, wenn ich mich nicht dazwischengeworfen hätte. Es war Instinkt. Außerdem hat es doch jeden von uns schon mal erwischt. Na gut, jeden außer dem Colonel, aber der spielt ohnehin in einer anderen Liga.“
„Ich weiß.“
Weiter strich Face über die immer noch empfindliche Haut seines Gegenübers.
„Warum benimmst du dich dann so eigenartig? Dafür bin doch ich da.“
„Seit dem Schuss kann ich an fast nichts anderes mehr denken. Es war verdammt knapp, zu knapp für meinen Geschmack und ich rede jetzt ganz sicher nicht von Decker und unserer beinahe Verhaftung.“
„Mir geht es gut, ich bin wieder vollkommen hergestellt“, meinte Murdock betont munter, er hüpfte sogar ein wenig auf und ab.
Endlich hob Face den Kopf und ein Ruck ging durch den Blonden. Kurz zuckte er selbst zurück, schien sogar mit sich zu ringen. Er legte die Arme auf Murdocks Schulter und drängte ihn noch weiter gegen die Wand.
„Viel zu knapp“, wiederholte er.
Noch ehe Murdock etwas darauf sagen konnte streckte sich Face ein wenig, beugte sich vor und legte seine Lippen auf die seines völlig überraschten Freundes.

Im ersten Moment wollte Murdock sich wehren, die ganze Situation überforderte ihn maßlos und machte ihm auch ein wenig Angst. Normalerweise war doch er derjenige der Körperkontakt zu seinen Teamkollegen suchte, wobei er sich eigentlich immer auf Umarmungen beschrankte, nur selten kam es vor das er einem der Jungs aus lauter Übermut einen Kuss auf die Wange drückte. Was eigentlich immer sofortige Gegenwehr zur Folge hatte.
Warum küsste ausgerechnet Face ihn jetzt? Tempelton war nicht umsonst der Faceman, der Mann, dem die Damen hinterherrannten, der jede bekommen konnte die er wollte. Der Playboy schlechthin dem keine Frau etwas entgegenzusetzen hatte. Alle lagen sie ihm zu Füßen, selbst die Nonne liebte ihn immer noch. Und nun krallte dieser Mann sich an seine Schultern und presste ihre Lippen aufeinander. Er schien auch nicht vorzuhaben so schnell damit aufzuhören. Ganz im Gegenteil seine Bemühungen wurden immer fordernder ehe er sich langsam wieder zurückzog.
„Es tut mir leid ich wollte dich nicht erschrecken. Ich verstehe mich ja selbst nicht, dabei habe ich alles versucht. Aber verdammt, ich kann einfach nicht so weitermachen, seit Wochen gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. Egal was ich mache, immer bist da du“, verzweifelt lehnte Face seinen Kopf gegen die Brust des Größeren, die Hände hatte er weiterhin in dessen Schultern verkrallt.
Murdock stand immer noch völlig regungslos da, sein Blick war nach unten auf seinen besten Freund gerichtet. Kurz zuckte er zusammen als er die Lippen des Womanizers auf seiner Narbe spürte.
Er musste nachdenken, schnell und ohne, dass er sich in eine seiner Phantasien flüchtete. Das war er dem Anderen schuldig. Was sollte er machen? Was konnte er machen? Er war unsicher, hatte Angst und fürchtete sich auch ein wenig. Aber ein Gefühl stach heraus und behauptete sich langsam gegen alle negativen Gedanken. Sein unerschütterliches Vertrauen in seine Freunde, seine Familie. Er wusste, niemand von den Jungs würde ihm je weh tun oder von sich stoßen. Nicht so wie seine eigene, leibliche Familie es getan hatte nachdem er seinen Verstand in Vietnam zurückgelassen hatte. Diese Gewissheit erleichterte den Piloten mehr als es das Cockpits eines Flugzeugs je getan hätte.

Langsam hob nun auch Murdock die Arme und legte seine Hände zaghaft auf die Brust des Blonden. Sofort hob Face den Kopf und ihre Blicke begegneten sich.
„Ich wollte dir keine Sorgen machen, ich verspreche ich werde vorsichtiger sein. Weißt du, Billy lässt sich nur von dir streicheln. Er mag dich.“
„Du?“
Anstatt etwas zu sagen schloss der Pilot vertrauensvoll die Augen, seine Hände ließ er genau da wo sie waren. Nur seinen Kopf neigte er ein wenig nach unten. Mehr brauchte der Lieutenant nicht, diese Geste war ihm Erlaubnis genug. Sofort legte er seine Lippen erneut auf die seines besten Freundes, oder war er nun sein ehemaliger bester Freund? Er wusste es nicht und es war ihm auch egal darüber konnte er später noch nachdenken. Jetzt in diesem Augenblick wollte er nur eines, sich und Murdock die Angst und Unsicherheit nehmen. Für beide war es eine ungewohnte Situation aber der Blonde wusste ganz genau das die Verantwortung einzig bei ihm lag.

Was keinem der beiden auffiel waren die Augen die sie vom Garten aus beobachteten.
Hannibal war nach dem Essen rausgegangen um in der kühlen Abendluft noch eine Zigarre zu rauchen. Was er nun zu sehen bekam gefiel ihm ganz und gar nicht. Wütend verzog er die Augen zu Schlitzen.
„So einfach nicht“, knurrte er und ging wieder auf das Haus zu.


Es hätte ein OS werden sollen, aber verdammt und verflucht, ihr kennt mich ja. Es wird noch einen Teil geben. Was bei diesem Ende eigentlich klar ist.

Was haltet ihr von meinem Rappel? Wie gesagt, den habe ich alle paar Jahre. Also müsst ihr damit leben.
Für Leute, die das A-Team nicht kennen, schämt euch. Nein, Scherz, hier ein kleiner Einblick.

B.A. im Flugzeug

LG
Eure Shiorinekoi
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