Before I die alone...

von theSinner
GeschichteKrimi / P16
Kensi Blye
21.03.2019
23.04.2020
13
20.269
3
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Dieses Kapitel
1 Review
 
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03.04.2019 1.689
 
Hellooooo :)
Da bin ich mal wieder :)
Vielen, vielen Dank für die liebe Rückmeldung zum Einstieg der Geschichte ♥ ♥
Hier hab ich jetzt das erste Kapitel für euch :) Ich hoffe es gefällt euch genauso wie der Einstieg.
Viel Spaß beim Lesen!
Alright, man liest sich ;)
Haut rein ;)
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1. "Achte auf deine Nerven, Kensi Blye!"

Konzertiert blickte Kensi auf ihren Bildschirm. Zwischen ihren Augenbrauen hatte sich eine steile Denkfalte gebildet. Deeks beobachtete sie von seinem Sitzplatz schräg gegenüber. Sie schien alles um sich herum auszublenden und sich lediglich auf das Geschehen auf dem Monitor ihres Laptops zu konzentrieren.  Gelangweilt trommelte der blonde Detective mit den Fingern auf seinem Schreibtisch herum. Callen und Sam, waren bei Hetty für abschließende Besprechungen des letzten Einsatzes. Deeks hatte seinen Bericht bereits fertig und langweilte sich nun zu Tode. Gedankenverloren fing er an kleine Papierfetzten aus einem Notizblock zu reißen und kleine Kügelchen zu formen. Der blonde Detective dachte, es wäre eine gute Idee die so entstandenen Papierkugeln nach seiner Partnerin zu werfen, die konzentriert vor ihrem Laptop saß. Einige Kügelchen hatten sich bereits in ihren glänzenden, braunen Locken verfangen, als eines sie genau an der Stirn traf und sie die kindische Aktion ihres Partners bemerkte. Entgeistert fuhr sie hoch: „Sag mal spinnst du? Musst du dich wirklich immer benehmen wie ein zwölfjähriger?“

Erschrocken sah Deeks sie an. Er hatte zwar mit einer nicht gerade begeisterten Reaktion gerechnet, aber das Kensi wegen seiner kindischen Aktion direkt so explodierte, hatte er nicht kommen sehen.
„Tut…tut mir leid, ich dachte…“
„Ach du dachtest… Dann solltest du das vielleicht bleiben lassen, wenn dabei nur solche Kinderkacke rauskommt.“
Kurzentschlossen klappte sie ihren Laptop zu, steckte ihn energisch in ihre Tasche und verließ mit lauten Schritten das Büro. Deeks sah ihr nur verwirrt und immer noch etwas erschrocken hinterher. Er war es nicht gewohnt, dass Kensi so ausrastete. Er war es gewohnt, dass sie dem ganzen eher mit Humor begegnete. Aber wenn er so genau darüber nachdachte, konnte er schon verstehen, dass Kensi nicht wirklich begeistert gewesen war. Andererseits war er im Inneren manchmal immer noch ein dummer Schuljunge, dem es Spaß machte andere zur Weißglut zu treiben und das wussten sie alle, dessen war auch Deeks sich bewusst. Es war doch nur eine dämliche Papierkugel gewesen. Trotzdem konnte er es irgendwie verstehen und prompt fing das schlechte Gewissen an ihn zu plagen. Und ein bisschen Angst hatte er auch. Angst, dass seine Partnerin morgen immer noch sauer auf ihn sein würde. Seufzend lehnte er sich zurück. Er hatte es mal wieder verbockt. Sam und Callen näherten sich den Schreibtischen und setzten sich schließlich.
„Wo ist Kensi?“, fragte Sam verwundert. Deeks biss sich auf die Lippe.
„Früher gegangen“, antwortete er zerknirscht. Verwundert zog Sam die Brauen zusammen: „Dabei wollten wir doch alle zusammen noch auf den erfolgreich abgeschlossenen Fall anstoßen.“
Deeks nickte bedröppelt und zog die Schultern hoch.
„Naja wenn Kensi früher geht ist sie selbst schuld. Sam hat vorhin gesagt, dass er bezahlt.“
Callens Partner auf der anderen Seite des Büros machte ein überraschtes Gesicht: „Ach, hab ich das?“
„Ja, hast du. Ich hab es klar und deutlich gehört. G, hast du gesagt, heute gehen die Drinks auf mich.“
Sam grinste: „Ich habe wirklich keine Ahnung was du da für dummes Zeug redest.“
„Ach wirklich… Naja du wirst nicht drum herumkommen, ich hab kein Geld dabei. Deeks?“
Deeks blieb still. Er bekam von Sam und Callens Kabbelei nichts mit. G deutete Deeks‘ Schweigen zu Sams Ungunsten: „Siehst du, Deeks auch nicht. Dir wird nichts Anderes übrigbleiben als zu bezahlen.“
Sam schnaubte nur belustigt und schüttelte den Kopf. Kurzentschlossen stand Deeks auf und schnappte sich seine Jacke: „Tut mir leid Jungs, ich klinke mich auch aus für heute Abend. Bis morgen.“
G breitetet entrüstete dir Arme aus: „Was?“
„Ja tut mir leid. Wir sehen uns morgen.“
Gleichgültig zog G die Schultern hoch: „Na wenn du meinst. Besser für dich Sam, das bedeutet du musst weniger bezahlen.“
Wieder war nur ein belustigtes Schnauben aus Sams Ecke zu hören. Im Vorbeigehen wünschte Deeks seinen Kollegen viel Spaß und verließ dann die Zentrale. Sam und G sahen sich noch einen Moment verwirrt an, zogen etwas ratlos die Schultern hoch und verließen kurz danach ebenfalls die Zentrale, um sich auf den Weg in eine nahgelegene Bar zu machen.

Kensi schmetterte ihre Tasche auf die Couch, sobald sie zur Tür reinkam. Frustriert setzte sie sich an den runden Esstisch im Wohnzimmer und stütze ihren Kopf in die Hände. Ihre Stirn schmerzte vom langen grimmig schauen. Sie warf aus den Augenwinkeln einen flüchtigen Blick auf die Tasche, die auf dem Sofa lag, verwarf die Idee an ihrem Bericht weiterzuschreiben jedoch ganz schnell wieder. Nach Deeks Papierkugelattacke hatte sie nicht mehr die Nerven, sich auf den Bericht zu konzentrieren. Sie wusste, dass das nur eine unüberlegte „Deeksaktion“ gewesen war. Kensi lehnte sich auf dem ungepolsterten Stuhl zurück und seufzte. Sie hätte nicht so explodieren dürfen, das wusste sie. Aber manchmal war ihr Partner einfach wie ein kleiner quengelnder Junge, der ständig nach Aufmerksamkeit trachtete. Und manchmal hielten Kensis Nerven das einfach nicht mehr aus. Aber heute hatte sie übertrieben reagiert. Trotzdem war sie froh, dass sie gegangen war. Auch wenn ihr Abgang sicher Aufsehen erregt hatte. Aufmerksamkeit, die sie im Moment nicht gebrauchen konnte. Sie seufzte wieder, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Sie könnte mal wieder etwas Urlaub gebrauchen. In letzter Zeit war ihr Leben ein einziges Chaos. Ein nervenzerrender Fall nach dem anderen. Im letzten Monat war sie Teil von drei riesigen Operationen gewesen. Zwei davon undercover Einsätz. Zum Glück waren alle drei Einsätze nicht von allzu langer Dauer gewesen. Trotzdem hatten sie an Kensis Nerven gezerrt. Sie richtete sich wieder auf und massierte sich die schmerzenden Schläfen. Sie wusste nicht weshalb ihr Job sie im Moment so fertigmachte. Vorher war ihr Beruf doch auch nicht so ein großes Problem für sie gewesen. Vorher… Kensi verdrängte diesen Gedanken sofort. Sie hielt die Augen fest geschlossen. Unbewusst ballte sie ihre Hände zu Fäusten und biss sich fest auf die Lippe bis sie blutete. Ruckartig stand sie auf und sah sich in ihrem Wohnzimmer um. Sie versuchte etwas zu finden, womit sie sich beschäftigen konnte. Irgendetwas das sie ablenken konnte. Ihr Blick fiel auf dreckiges Geschirr vom Vorabend. Fast schon panisch schnappte sie sich den Teller und das Besteck und brachte es in die Küche, wo sie sofort begann es zu spülen. Übergründliche kreisförmige Bewegungen in Zeitlupen Geschwindigkeit. Es war, als wäre sie in einer Schleife gefangen. Sie starrte geradeaus an die geflieste Wand und alles woran sie denken konnte waren die Kreisbewegungen, die sie mit der Spülbürste auf dem mittlerweile blitzsauberen Teller ausführte. Sie durfte die Schleife nicht durchbrechen. Sie hatte zu viel Angst, dass die Erinnerung zurückkam. Als ihr beschleunigter Atem sich etwas beruhigt hatte, ließ sie den Teller und die Spülbürste ins Spülbecken sinken. Sie atmete tief durch, legte den Teller zum Abtropfen auf die Spüle und machte sich daran das Besteck zu säubern. Nachdem sie das Geschirr peinlichst genau gesäubert hatte, stellte sie die beiden leeren Bierflaschen zurück in den Kasten und setzte sich auf die Couch. Sie wusste nicht was sie noch tun konnte, also schaltete sie kurzerhand den Fernseher ein und zappte eine Weile durch die Kanäle, bis sie bei einem Eishockeyspiel stoppte und die Fernbedienung zur Seite legte. Die Boston Bruins gegen LA Kings . Kensi lehnte sich zurück und versuchte sich auf das Spiel zu konzentrieren, das noch nicht mal zehn Minuten lief. Sie hatte erst drei Minuten des Spiels gesehen, als es plötzlich an ihrer Tür klingelte. Kensi blickte aus dem Fenster. Draußen war es bereits dunkel. Sie runzelte die Stirn und stand auf. Etwas nervös spähte sie durch den Türspion und seufzte erleichtert als sie erkannte wer dort draußen vor ihrer Tür stand. Mit grimmiger Miene öffnete sie die Tür, lehnte sich gegen den Türrahmen und blickte ihren Partner fragend an. Deeks stand mit einer braunen Papiertüte in der einen und mit einem Sixpack Bier in der anderen Hand vor ihr.
„Was willst du?“
Deeks seufzte: „Tut mir leid wegen vorhin. Das war dämlich.“
Kensi verzog den rechten Mundwinkel und nickte langsam.
„Ich hab…Burger und Bier mitgebracht.“
Kensi blickte auf die braune Papiertüte in Deeks‘ linker Hand und seufzte. Sie spürte wie ihr Magen anfing zu rumoren. Dann sah sie ihren Partner direkt an und lächelte leicht verschmitzt: „Du kommst genau zur rechten Zeit.“
Deeks lächelte und Kensi machte einen Schritt nach hinten um Deeks hereinzulassen: „Komm rein.“
Deeks lächelte breiter und streifte sich die Schuhe an der Fußmatte ab. Dabei viel sein Blick auf ein kleines braunes Bündel, das auf der Fußmatte lag. Er stellte das Sixpack ab und bückte sich.
„Hast du seit neustem eine Katze?“, fragte er und hob die tote Maus, die auf der Fußmatte lag in die Höhe. Kensi seufzte: „Seit neustem treibt sich hier wohl eine herum und lässt die toten Mäuse immer vor meiner Tür liegen.“
„Hm“, machte Deeks: „Sieht aber so aus als hätte sie keine äußeren Verletzungen.“
Kensi zog die Schultern hoch, nahm Deeks die tote Maus ab und warf sie draußen in die Mülltonne. Bei der Tonne hielt sie kurz inne und atmete tief durch. Als sie zurück ins Haus kam, kam Deeks gerade aus dem Badezimmer. Kensi lächelte aufgesetzt und schloss die Tür hinter sich.

Durch die Fenster des Wohnzimmers drang noch bis etwa zwei Uhr nachts das flackernde Licht des Fernsehers. Irgendwann kurz vor zwei schaltete wohl jemand den Fernseher aus. Von da an blieb es dunkel im ganzen Haus. Nirgends ging mehr Licht an. Die ganze Nacht nicht. Von der anderen Straßenseite aus, konnte man die Fenster der vorderen Haushälfte gut überblicken und hatte teilweise sogar Einsicht ins Wohnzimmer. Nichts regte sich mehr und bis morgen früh würde sich auch nichts mehr regen, also beschloss der stumme Beobachter den Rückweg anzutreten.

Ich lächelte zufrieden in mich hinein. Der Plan nahm immer mehr Form an. Er hatte bereits angefangen. Aber noch war er nicht perfekt. Aber das würde er ganz bald werden. Und ich wusste bereits, dass Detective Martin Deeks mir dabei sehr hilfreich sein würde.
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