Herzfeuer

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
OC (Own Character) Till Lindemann
20.03.2019
23.08.2019
21
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5
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Seid ihr alle noch da? :D Bald habt ihr's geschafft. Ein paar wenige Kapitel noch :)
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„Ich traue eurem Grinsen nicht“, gab Olli mit zweifelnder Stimme zum Besten. Sein Misstrauen schien verständlich, wenn man die Umstände bedachte, in denen sie hier im Proberaum alle beisammen standen. Till und Schneider hatten ein wissendes Grinsen aufgesetzt und waren an diesem Freitagabend nun kurz davor, das Geheimnis um ihren ominösen Betriebsausflug zu lüften. Richard und Paul schauten entspannter drein als Olli und Flake, die fürchteten, dass sie sich irgendwo zum Affen machen mussten. Till bemerkte das und schüttelte innerlich den Kopf. Dass sie Schneider und ihm so etwas zutrauten…
„Also“, begann der Schlagzeuger, „wie ihr ja wisst, wollten wir euch heute Abend sehen, um eine gemeinsame Unternehmung mit euch zu starten. Das ist eigentlich eher ein persönliches Interesse, wir haben es aber dennoch als Betriebsausflug deklariert, weil wir es dort, wo wir hingehen, nicht zu hundert Prozent schaffen werden, bloß ,privat‘ dort zu sein.“
„Jetzt wird es interessant. Ich höre…?“, grinste Richard und verschränkte die Arme.
Till teilte Briefumschläge aus, anstatt große Reden zu schwingen. Die Kollegen öffneten sie und fanden je eine Eintrittskarte zur heutigen ,Metallnacht'.
„Jetzt weeß ick, wat ihr meintet. Dit wir das nich schaffen, da unerkannt unserer Wege zu jehen.“, meinte Paul, als er las, worum es ging. „Aber ick muss schon sagen, auf’s Huxleys hätt‘ ick ma wieder Bock. Vor allem, wenn wa dit Herzfeuerchen mal zu hören kriejen.“
„Hmm, daher weht also der Wind. Ich verstehe“, murmelte Olli und las sich die Liste der Bands durch, die heute Abend auftreten würden. „Könnte spannend werden, mal wieder völlig unbedarft auf ein fremdes Konzert zu gehen. Hoffen wir mal, dass wir nicht sofort erkannt und total überrannt werden.“
„Ach, das stecken wir locker weg. Ist ja schließlich ein Betriebsausflug, wie Till klugerweise entschieden hat“, entgegnete Richard und zwinkerte dem großen Mann zu.
„Der Plan ist außerdem, erst kurz zu Beginn reinzugehen. Da sind die meisten beschäftigt und es ist dunkel. Wir können das Konzert also in Ruhe genießen, glaubt mir. Ich mache das häufiger“, versicherte Schneider und kramte in einem kleinen Karton, den er in der rechten Hand hielt. „Damit wir uns etwas anpassen, haben Till und ich noch eine Kleinigkeit besorgt. Für jeden die richtige Größe.“
Till beobachtete mit Vergnügen, wie sein Kollege für jeden der Rammsteine ein schwarzes Herzfeuer-Shirt austeilte, auf dem das große Logo der Band zu sehen war. Zufrieden nahm er sein eigenes entgegen und stellte fest, dass sich niemand dagegen sträubte, die passende Garderobe anzulegen.
„Aber wehe, jemand fragt nach nem Foto“, brummte Flake, der gerade seinen Kopf durch den  Kragen steckte. „Dann ruf ick janz laut Till herbei und biete an, das Bild zu schießen.“
Sie lachten, denn sie wussten alle, dass der Keyboarder das wirklich tun würde, so sehr wie er es verabscheute, für Fotos posieren zu müssen.

Als die sechs Rammsteine in ihren Herzfeuer-Shirts und der ansonsten auf einem Metal-Konzert meist vertretenen Klamottenfarbe möglichst unauffällig durch den Einlass huschten, hörten sie von weit entfernt bereits die erste Band ein paar Töne anschlagen. Schneiders Plan funktionierte ausgezeichnet. Die größte Masse befand sich bereits im großen Innenraum des Huxleys und schaute konzentriert zur Bühne. Sie sparten sich die Garderobe und tasteten sich vorsichtig durch das Dunkel und durch den Wald an Schultern.
„Okey“, raunte Till über den Beginn des ersten Stücks der vierköpfigen Viking-Metal-Truppe auf der Bühne hinweg, als sie sich in einem Pulk zusammengefunden und die Köpfe in ihre Mitte gesteckt hatten. „Wer von uns zieht am wenigstens Aufmerksamkeit auf sich?“
„Icke“, meldete Paul sich. „Ick bin kleen. Jut, ick weeß och bescheid, ick muss Bier holen. Komm mit Flake, jemand muss mir helfen.“
Die beiden trollten sich und kamen nur wenige Minuten später mit sechs vollen Bierbechern wieder, mit denen sie gemeinsam anstießen, bevor sie sich nun wirklich auf die erste Band konzentrieren konnten, die gar nicht mal schlecht klang, doch in ihren Liedern noch etwas mehr Einfallsreichtum gebraucht hätte, damit nicht jedes Stück zu ähnlich schien.
In der ersten Pause starrte Richard auf das Behältnis, in dem sein Bier bis vor kurzem noch drin gewesen war. „Heutzutage gibt es ja keine Flaschen mehr, die man schlechten Bands und großmäuligen Besuchern an den Kopf werfen kann, wenn man selbst genug im Tee hat. Ist ja langweilig geworden.“
„Du! Du bist langweilig geworden!“, rief Till lachend und schaffte es mit seiner Lautstärke, einige Blicke auf sich zu ziehen. Bevor die ersten sie erkannten und ansprachen, um nach einem Foto zu fragen, schaffte er es noch, sich bei seinem schwarzhaarigen Bandkollegen zu erkundigen, ob es für ihn bei diesem einen Bier bleiben würde.
Dieser überlegte kurz. „Später vielleicht noch eins, aber fürs Erste bleibe ich langweilig, wie du gesagt hast.“
Dann mussten sie auch schon einige spontane Autogramme verteilen und ein paar Bilder von sich machen lassen. Das betraf Till und Richard am meisten, Schneider und Paul fielen auch ein paar Leuten auf, die sie dann mit dazu baten, während Olli es gekonnt schaffte, unsichtbar zu werden und Flake ohnehin schon seit einiger Zeit verschwunden war und erst in der Mitte des Sets der zweiten Band wieder auftauchte. Er sei pinkeln gewesen, gab er Auskunft, konnte jedoch nicht sagen, warum das so lange gedauert hatte.
Till sah über die vielen Köpfe hinweg zur Bühne. Hier standen sie gut. Recht weit hinten, nahe der Bar und schön weit am Rand. Sie alle hatten, bis auf Paul, einen guten Blick und standen dennoch weit genug im Schatten, um nicht weiter aufzufallen. Auch der Moment in der Pause, als sie vereinzelt erkannt worden waren, war recht schnell wieder vorbei gewesen und diejenigen, die nach Fotos gefragt hatten, waren danach zügig und diskret weitergezogen, ohne kreischenderweise einen großen Menschenauflauf heraufzubeschwören. Eins musste man den meisten Vertretern der hiesigen Szene echt lassen: Sie waren größtenteils angenehm unaufgeregt und entspannt.
„Herrlich, mal wieder im Publikum zu stehen und sich einfach nur berieseln zu lassen, oder?“, fragte Schneider in der zweiten Pause mit glühenden Ohren und einem breiten Grinsen. Er erntete zustimmendes Nicken.
„Vor allem die letzte Gruppe hat mir wirklich gut gefallen. Die hatten einen sehr interessanten Bassisten“, bemerkte Olli und nickte anerkennend. Bereits eine kleine Abweichung vom üblichen Muster konnte für viele Bassisten schon ,interessant‘ sein, doch sie verkniffen sich eine normalerweise übliche sarkastische Antwort darauf. Nicht heute. Es war zu nostaligisch und schön hier.
„Is ewich her, dit wa hier jespielt ham, wa?“, gab Paul verträumt von sich, ließ seinen Blick über die Decke der großen Halle schweifen und grinste anschließend Till an. „Und denn siehste Jahre später deine Anjebetete hier. Is dit eigentlich komisch für dich?“
Till überging die kleine Stichelei und sah auf die Uhr. „Sie hätten eigentlich vor zehn Minuten anfangen müssen. Komisch. Das ist echt eine pünktliche Truppe.“
„Wird schon nix schlimmes sein“, versuchte Flake ihn zu beschwichtigen. „Du kennst dit ja. Liegt oft nich an der Band sondern daran, dass die Orga Mist baut.“
„Ihr könnt ja mal ganz laut ,Helga‘ brüllen, um die Wartestimmung hier etwas aufzulockern“, schlug Richard grinsend vor.
„Was?“, fragten Till, Olli und Flake gleichzeitig.
„Helgaaaa!“, trötete Paul und fing sich einen bösen Blick von allen drei Ratlosen ein, die nicht verstanden, wozu die Aktion gut sein sollte.
„Spinnst du?“, zwischte Olli und schlug dem kleinen Mann auf die Schulter. „Sei still!“
Doch niemand drehte sich zu ihnen um. Stattdessen fielen einige Antworten als Echo auf die zurück. Aus dem ganzen Saal erklang es nun einzeln: „Helgaaa!“, „Helga?“, „Heeeeeelga“…  Schließlich ertönte ein genervtes „Helga ist tot!“ und alle anderen kicherten oder verstummten völlig.
„Verrückt“, brummte Till. „Scholle, woher wusstest du…?“
„Ihr solltet öfter unter die Leute gehen. Echt mal“, unterbrach Schneider ihn, der diesen seltsamen Brauch offenbar ebenfalls kannte.

Bevor irgendjemand eine bissige Bemerkung machen konnte, gingen schlagartig alle Lichter aus, bis auf den einen Scheinwerfer, der die Bühne anstrahlte. Till blickte wie die anderen gebannt nach vorn und sah, wie die Musiker, mit denen er in letzter zeit so intensiv zusammengearbeitet hatte, nach und nach unter tosendem Beifall auf die Bühne kamen und sich am ersten Punkt auf der Setlist, einem Instrumentalstück, beteiligten. Als der letzte Ton erklungen war, ging auch der letzte Scheinwerfer aus und unter erneutem Applaus standen sie nun alle im Dunkeln, bis ein dunkles Gitarrenriff startete und endlich Inkes Stimme zu hören war, die sich unheilvoll grollend darüber legte. Till, der mittlerweile wusste, wo ihre gesangliche Stärke lag, bemerkte, wie ihre Töne zitterten. Vor Aufregung vermutlich. Dabei wäre er am liebsten auf die Bühne geklettert und hätte ihr ins Ohr geflüstert, dass diese Aufregung unnötig war, denn sie hatte eine tolle Stimme. Nahezu jeder hier im Raum würde das anerkennen. Aber er wusste aus eigener Erfahrung nur allzu genau, dass solche Bekundungen nicht gegen echtes Lampenfieber halfen.
Das Schlagzeug setze ein und brachte sowohl das Licht zurück als auch etwas Tempo in das Stück und sofort war zu erkennen, wie Inkes Stimme mit jeder Sekunde fester wurde. Die Band gab ihr Rückhalt. Jetzt im Licht konnte Till sich die sechs Musiker genauer ansehen. Sie waren alle ausschließlich in schwarz gekleidet, trugen enge schwarze Jeanshosen und schwarze Oberteile, die einen optischen Hauch von Steampunk an sich trugen, in ihrer Asymmetrie, den vielen Ledergurten samt Schnallen und den Mustern. Auch Inkes Corsage zeigte diese Optik. Sie schmiegte sich hauteng an den trainierten Körper der Sängerin, ließ ihr eine Schulter frei und zauberte ein atemberaubendes, aber bombenfest sitzendes Dekolleté, was für den Rest der Show auch sehr nötig sein würde. Zusammen mit den frisch gefärbten violetten Haaren, die auf ihre rechte Schulter lockig herunterhingen und an der linken Kopfseite mit mehreren Strähnen fest geflochten waren, zeigte Inke sich auf der Bühne selbst ohne Gesang als beeindruckende Erscheinung. Im Laufe des Auftritts wurde immer klarer, weshalb man ,Inke Herzfeuer‘ gerne auch als ,Rammstein, bloß ohne Pyro‘ bezeichnete.
Die gitarrenlastige, schwere Musik hatte etwas düster-melancholisch und aggressives zugleich. Die darauf liegenden Texte entsprachen der durch die Instrumente erzeugten Stimmung und handelten meist von morbiden und grenzwertigen Themen. Dabei hatte Inke stets darauf geachtet, diese in ausschmückende Worte zu verpacken und das ganze sprachlich hübsch zu gestalten. Allein diese Art Musik zu machen, hatten sie sich beim Rammstein abgeschaut. Das Auftreten war ebenfalls nicht unähnlich. Inke bewegte sich entweder gar nicht, oder sie lieferte einige richtige Hingucker ab. Wenn sie bloß in der Mitte vor dem Mikro stand, die Arme hinter dem Rücken verschränkt hielt und mit undurchdringlicher Miene über die Masse blickte, erweckte sie schon ziemlich stark den Eindruck eines weiblichen Mini-Tills und er musste zugeben, dass er ziemlich beeindruckend fand, wie sie mit ihrer geringen Körpergröße dennoch solch eine Präsenz zeigte. Im aktiven Teil ihrer Bühnenshow verzichtete das Herzfeuer trotz seines verräterischen Namens auf jegliche Pyro, sondern setzte unter anderem auf kurze Filmsequenzen auf einer Leinwand hinter ihnen oder einen sehr beeindruckenden Stunt, als sie aus sechs Mitgliedern plötzlich drei machten. In einer vom Band gespielten Zwischensequenz verschwanden sie alle hinter dem Vorhang, nur um für das nächste Stück aufeinandergestapelt und jeweils in einen langen schwarzen Mantel gehüllt wieder zum Vorschein zu kommen. Die plötzlich Vierarmige Kreatur am Schlagzeug, sang auf noch, da sich Inke auf Amons Schultern befand. Am Keyboard stand eine, die oben herum Bass spielte und Carla saß auf Alex‘ Schultern, sodass das dritte große Wesen Lead- und Rhythmusgitarre gleichzeitig spielte. Zwischen den Stücken richtete Inke nur wenige Worte an das Publikum, doch der reduzierte Text und ihre Art der Vermittlung sorgten dafür, dass bei scheinbar allen Menschen in dieser Halle die Botschaft ankam: Für die Dauer unserer Setlist gehört ihr mir!
Ganz die Domina eben. Und wie sich das für eine solche Frau gehörte, scheuchte sie in einer Phase des Auftritts ihre Band mit einer Reitgerte bewaffnet über die Bühne und schaffte es sogar ohne Worte, lediglich durch das dirigieren mit eben dieser Gerte, das Publikum vor der Bühne zu teilen, auf Kommando bei einer besonders wilden Stelle des aktuellen Liedes zu einer sogenannten Wall-of-death gegeneinander zu rennen und sich wild durch die Gegend zu schubsen.
Ein weiteres Highlight war natürlich das angekündigte Cover von ,Sehnsucht'. Als Till und seine Kollegen den Beginn des Stücks vernahmen, standen sie auf einmal andächtig in einer Reihe und sahen der jungen Band zu, wie sie eine ihrer bekannteren Nummern interpretierten und dabei dennoch authentisch blieben. Letzteres geschah vor allem durch Inkes Performance, die Tills berühmten Kniehammer mit einer derartigen Eleganz nachahmte, dass er sich selbst eingestehen musste, dass das bei ihm schon etwas länger nicht mehr so geschmeidig aussah. Währenddessen fing er immer wieder die Blicke der anderen auf, die die Augenbrauen in die Höhe gezogen hatten und meistens anerkennend mit dem Kopf nickten. Lediglich Richard schaute ab und an etwas skeptisch, doch er schien nur an kleinen Details etwas auszusetzen zu haben und nicht am Gesamteindruck.
Das letzte Stück, dass sie sich als Zugabe rausgesucht hatten, schien vielen im Publikum bereits so bekannt zu sein, dass sie lauthals mitgröhlten und damit ihrer Lautstärke beim vorherigen Rammstein-Lied keinen Abbruch taten. Als die sechs Musiker auf der Bühne am Ende strahlend ihre Köpfe zu einer Verbeugung neigten, hob Till beide Hände in die Höhe und klatschte, so laut er konnte. Olli und Schneider taten es ihnen gleich, Richard lächelte so als wüsste er etwas mehr als alle anderen, Flake rückte sich seine Brille zurecht, bevor auch er ins Klatschen mit einstimmte und Paul pfiff unentwegt auf zwei Fingern und ließ sich von einigen anderen zu lautstarken „Zugabe!“-Rufen hinreißen, die jedoch leider nicht erhört werden konnten. Bein solchen Veranstaltungen war er Zeitplan zu streng getaktet und für jede Band war genau die gleiche Zeitspanne vorgesehen.

„Die waren wirklich gut!“ rief Olli über die Menge hinweg, die sich lautstark an die Ränder in Richtung Bar begab, um sich für den folgenden Headliner dieses Abends mit Getränken einzudecken.
Richard nickte. „Ja, stimmt. Auch wenn die Gitarristin Mühe hatte, sich zu konzentrieren. Sie konnte ihren Blick einfach nicht von Till lösen, nachdem sie ihn entdeckt hat. Ein Gesicht hat die gemacht! ,Kann mich mal wer kneifen? Was macht der denn bitte hier?‘, das wird sie sich gedacht haben.“
„Ist mir gar nicht aufgefallen.“ Till runzelte die Stirn und versuchte sich zu erinnern.
„Na, weil du die janze Zeit uff deinen Buntschopf gekiekt hast, darum“, gab Paul zurück und bestätigte Richards Eindruck, dass Carla den Frontmann gesehen haben musste.
„Da hat er Recht“, mischte sich auch Schneider ein. „War eh schon schwer, das heiße Fräullein da oben mal nicht anzusehen, aber du hast sie quasi festgenagelt mit deinen Augen. Und hast ausgesehen, als würdest du jedem eine verpassen, der die gleichen unanständigen Gedanken dabei hat wie du.“
Till brachte ihn mit einem Blick zum Schweigen, doch er musste zugeben, dass die Aussage nicht aus dem Nichts gegriffen war. Seine Hosentasche vibrierte und als er Amons Namen auf dem Display sah, wusste er sofort, dass die Beobachtung seiner Kollegen richtig gewesen war: Carla hatte sie gewissermaßen auffliegen lassen.
„Hi, Großer!“, begrüßte er den Schlagzeuger, zu dem er über Inke in letzter Zeit eine Beziehung aufgebaut hatte, die einer Freundschaft schon recht nahekam.
„Hallo, edler Gast! Was verschafft uns denn die Ehre, dass du und deine Kollegen uns besuchen kommt?“, rief der jüngere der beiden durch die Leitung.
„Betriebsausflug.“ Der ältere grinste beim Sprechen und konnte hören, wie sein Gesprächspartner geräuschlos lachte.
„Ihr seid herzlich Willkommen, bei uns hinter der Bühne. Ist ein bisschen eng, aber wir rutschen schon zusammen. Einfach am dicken Security-Typen mit der Glatze vorbeimarschieren, der weiß Bescheid. Keine Wiederrede. Bis gleich.“
Amon hatte aufgelegt, noch bevor Till etwas hatte erwidern können. Mit amüsiert verzogenen Mundwinkeln drehte er sich zu den anderen um. „Tolle Neuigkeiten! Wir haben so eben ein Meet and Greet mit den Stars gewonnen.“
„Der Hammer! Los, hin da!“, rief Richard gut gelaunt und stiefelte schnurstracks in Richtung des dicken Mannes von der Sicherheit, der die Tür zum Backstagebereich bewachte.