Rote Augen

von chunni
GeschichteRomanze, Angst / P18 Slash
Amerika Deutschland England Japan Preussen Russland
18.03.2019
03.12.2019
13
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EDIT: Ich habe auch ein Titelbild für diese Geschichte gezeichnet, falls es jemanden interessiert:
Rote Augen.


Ganze Kurzbeschreibung:

Ein Virus verwandelt die Menschen in Untote, schwer verwundbare, rotäugige Monster, die nicht getötet werden können und die Welt in einen Schauplatz des Schreckens verwandeln.
Arthur Kirkland versucht in dieser Welt verzweifelt seinen festen Freund Alfred zu finden, der in Deutschland verschwunden ist und tut sich mit Ludwig, Gilbert und Kiku zusammen, um mit ihnen gemeinsam nach München zu reisen.
Gilbert Beilschmidt will einfach nur mit seinem Bruder und ihren Freunden vor dem Virus fliehen, bis alles falsch läuft und er gezwungen ist sich mit einem Russen zusammenzutun, der ihm mehr Fragen liefert als Antworten und zudem ein merkwürdiges Interesse an ihm hat.
Sie werden erkennen müssen, dass manche Wege versperrt sind, aber das heißt nicht, dass sich kein neuer Pfad auftun kann.

~*~

Hallo an jeden, der das hier liest! (Ist hier überhaupt noch jemand unterwegs?)




Diese Geschichte habe ich bereits 2016 angefangen, weswegen die ersten dreieinhalb Kapitel etwas anders wirken könnten als der Rest (obwohl ich sie so gut, wie es ging, überarbeitet habe). Sie hat als Teil eines Projekts begonnen, indem man fiktive Charaktere aufschrieb und Zahlen zuordnete und dadurch zufällige Pairings zu beliebten AUs entstanden. Das hier begann unter den Stichworten Deutschland/England und Zombie-Apokalypse AU, weswegen dieses Pairing auch Endgame sein wird, obwohl ich tatsächlich USUK lieber mag ;) Ich nehme es als Herausforderung.




Ich bin immer noch am Schreiben, habe aber inzwischen 25+ Kapitel bei fast 115.000 Wörtern, was wohl ungefähr 3/4 sind, und wollte die nicht länger auf der Festplatte herumliegen lassen.




Wer nicht gespoilert werden möchte, sollte die Warnungen überspringen! Doch es ist ratsam, dies nicht zu tun, da viele ernste Themen behandelt werden, die nicht unbedingt für jeden etwas sind. Es wird stellenweise sehr düster. Lesen auf eigene Gefahr.




Warnungen:


Blut, Gewalt, Gore, Waffen, Flüche, past Suizidversuch/Suizidgedanken, Non-con, Dub-con, Character Deaths (nicht die POV Charaktere), Trauer, düstere Gedanken, Selbsthass, leichte Selbstverletzung, Erpressung, Drohungen, Sexual Content (Pairings: GerUK, RusPru, side USUK, side AusHun, side Spamano, past FrGer)




(Wer Genaueres wissen will, kann mich anschreiben)




Ansonsten viel Spaß mit dem ersten Kapitel!




Kapitel 1




~*~

Mysteriöser Todesfall in Moskau

Am 26. 6. wurde die Leiche des vermissten Dimitri Tschatow in seinem Haus entdeckt. Der Zustand des Körpers deutete darauf hin, dass der Todeszeitpunkt auf mehrere Tage zuvor datiert werden kann. Die Nachbarn gaben an, merkwürdige Geräusche aus dem Haus vernommen, aber erst nachgesehen zu haben, als sich die Post im Briefkasten stapelte. Zu ihrem Schrecken fanden sie die Wohnung vollkommen verwüstet vor, rohes Fleisch gammelte offen in der Küche (…). Unklar ist, wie der Mann, der noch eineinhalb Wochen zuvor bei der Arbeit gewesen war, in solche Zustände geriet. (…)

~*~

Russland ruft Notstand für Moskau aus

Am 19. 8. wurde offiziell bestätigt, (…). Die Gründe wurden nicht bekannt gegeben. Auf Fragen nach der Dauer dieses Zustandes wurde klargestellt, dass er nur kurzweilig sei und man die Situation unter Kontrolle habe. Dennoch haben Länder wie Deutschland, Frankreich (…) ihre Unterstützung bereitgestellt, sollte sie von Nöten sein. (…)

~*~

„Was können Sie uns über diesen Virus erzählen, Professor, der nun schon nicht mehr allein in Russland, sondern auch in Teilen Europas, der USA und Chinas gesichtet wurde?“

„Zunächst möchte ich hervorheben, dass der Moskau-Virus nur dann übertragbar ist, wenn er über den Speichel in den Körper gelangt. Man sollte keine Angst haben, sich durch den bloßen Aufenthalt in einem der Länder anzustecken. Was die Versorgung der Patienten angeht (…). Es gibt bisher keine Überlebenden.“

„Was ist mit denjenigen, die sich verändert haben? Die Untoten-“

„Darüber darf und möchte ich nicht sprechen.“

~*~

DAS ENDE DER WELT IST NAH! HÜTET EUCH, UNGLÄUBIGE!

In Form unglückseliger Nichtmenschen wurde das Übel über die Sündigen gebracht, die ihrer letzten Chance nicht gewahr waren (…). Das ist erst der Anfang, denn Gott hat seinen verräterischen Kindern den Rücken zugekehrt!

~*~

18. 10. 2016, 16.11 Uhr

„Was soll das heißen, alle Flüge nach München wurden gestrichen?!,“ hallte Arthurs zitternde Stimme durch den Flughafen. Er hatte es verdammt nochmal geahnt. In den letzten Tagen waren immer mehr Flughäfen gesperrt worden, doch er war verzweifelt genug gewesen, es zu versuchen. Er hatte diesen Last-Minute-Flug buchen müssen, sonst wäre er verrückt geworden.

Ein übles Gefühl hatte sich in seinem Magen breit gemacht, als der Pilot angekündigt hatte, zu landen, nach viel zu kurzen eineinhalb Stunden und in Dortmund. Ihm war klar gewesen, was passiert sein musste. Das Virus hatte München im Griff, Untote rannten die Stadt nieder. Er konnte nicht mit Gewissheit sagen, welche Szenen sich dort abspielten. Tatsache war, dass es nicht mehr sicher war.

Er weigerte sich jedoch, an diese Logik zu glauben. So stand er nun hier mit dem am Morgen in London zusammengeworfenen Koffer, einer offenen Jacke und einem am Boden schleifenden, karierten Schal, der halb um seinen Hals gewickelt war, und starrte wie gelähmt zu der Empfangsdame.

Ein mitleidiges Lächeln zuckte um die Mundwinkel der blondgelockten Frau mit der randlosen Brille, als sie ihm in perfektem Englisch antwortete, A. Rotter, wie ein kleines Namensschild sie auswies. „Es tut mir leid, aber Sie werden wohl in nächster Zeit nicht nach München einreisen können. Es gab in den letzten Stunden einen massiven Anstieg an Infizierten. Es wurde eine Einreisesperre verhängt, zu Ihrer eigenen Sicherheit. Bitte, beruhigen Sie sich. Allen Passagieren wurde ein Zimmer im nächstliegenden Vier-Sterne-Hotel Arcadia freigestellt, Frühstück inklusive, und…“

„Wurde schon der Quarantänezustand ausgerufen?“, unterbrach Arthur sie, am ganzen Leib zitternd. Sein Herz war während der Rede nur noch schwerer geworden war. Ihn interessierten keine kostenlosen Hotelzimmer mit freiem Büffet. Sie könnten ihm Geldscheine in Bündeln hinterherwerfen und er würde verzichten und mit Freude auf einer verrosteten Parkbank übernachten, wenn er nur wüsste, dass es ihm gut ging. Wieso hatte er auch nur diesen Job in München angenommen? Nur vier Monate, Arthur, und wir könnten uns endlich diese neue Wohnung kaufen, von der du so geschwärmt hast. Du wirst sehen, ich bin schneller wieder bei dir als du Fish ’n Chips sagen kannst!

Verdammt, damals schien alles noch so einfach. Kein Virus, keine unzerstörbaren Untote, keine unter Quarantäne gestellten Städte.

Es hatte so harmlos begonnen, ein paar Kranke hier, ein paar Tote da. Die Menschen, die nicht in unmittelbarer Umgebung eines Krankheitsgebiets wohnten, vertrauten darauf, dass bald ein Heilmittel gefunden würde, vertrauten auf die ewigen Versprechungen eines baldigen Eindämpfens, die in den Medien gemacht wurden. Ihnen hätte klar sein sollen, dass man Panik verhindern wollte, indem man die Wahrheit verschwieg.

So wurden die Untoten bis vor zwei Monaten in Funk und Fernsehen verleugnet, selbst wenn jeder durch den Bekannten eines Bekannten oder dubiosen Internetseiten von ihnen wusste. Dieses schlimmere Schicksal, das dich erwartete, wenn du nicht das Glück hattest, am Virus zu sterben. Von einem scheinbar unstillbaren Hunger getrieben fielen sie Menschen an und aßen sie bei lebendigem Leibe, während ihre Haut so verdichtet war, dass keine Waffe sie durchstechen konnte. Das wusste inzwischen jeder, wenn auch nur vom Hörensagen.

Und den Politikern und Wissenschaftlern sah man die Nervosität und Ratlosigkeit bei jedem der gestellten Interviews an, immer noch beteuernd, dass man nur wenige Schritte vom Durchbruch entfernt war. Reihenweise gehetzt wirkende Bleichgesichter, die die schweißbenetzten Hände in den Stofffalten ihrer Kleidung vergruben.

Arthur verfluchte sich, dass er solange auf diese Scharade hereingefallen war, dass er nicht einen früheren Flug gewählt hatte, dass er nun hier in Dortmund feststeckte, viel zu weit von ihm entfernt.

Aber auch ihn, der Arthur in den letzten Wochen immer beruhigt hatte, versichert hatte, dass es nur noch eine kurze Zeit sei, bis der Job erledigt war und sie sich zusammen auf einer einsamen Insel verstecken konnten. Der Witze darüber gemacht hatte, dass die Untoten nur kommen sollten und er ihnen die Fresse polieren würde. Als Arthur in den Nachrichten von der rasanten Ausbreitung des Virus‘ in Süddeutschland gehört hatte, hatte ein winziger Teil von ihm geahnt, dass es zu spät sein könnte.

„Nein, nicht offiziell,“ erwiderte die Frau Rotter und riss Arthur aus seinen Gedanken. Er konnte sie kaum verstehen, so laut rauschte das Blut in seinen Ohren. „Dennoch kann man wohl annehmen, dass es bald soweit sein wird. Kann ich noch irgendetwas für Sie tun?“

Unschlüssig schüttelte der Engländer den Kopf und ging auf eine naheliegende, leere Bankreihe zu. Seine Beine wollten sein Gewicht nicht mehr halten, als er sich auf einen Platz fallen ließ. Aufkommende Tränen ließen seine Sicht verschwimmen, als er mit fahrigen Bewegungen sein Handy aus der Jackentasche hervorkramte. Er blinzelte heftig, um das Display zu erkennen, doch jede Hoffnung wurde im Keim erstickt, als er sah, dass es keine neuen Nachrichten und keine verpassten Anrufe gegeben hatte, während er im Flugzeug gesessen hatte.

Das Handy rutschte ihm beinahe aus den klammen Händen, als er die fest eingeprägte Nummer eintippte und sich das Gerät ans Ohr hielt, mit der anderen Hand den Schal knetend. Bitte, melde dich, wiederholte er wie ein Mantra in seinem Kopf, bevor er aufschluchzte, als er eine Stimme hörte.  „Hier spricht der Held, Alfred Jones! Bin anscheinend grad die Welt retten, also ruf später nochmal an.“

Verdammt! Arthur kämpfte gegen den Impuls an, das Handy weit von sich zu schmeißen oder darauf herumzutreten. Der völligen Verzweiflung nahe schickte er noch eine Nachricht an die Nummer, mit dem gleichen Inhalt, den auch die unzähligen davor hatten. Bitte, melde dich, du Idiot. Wo bist du? Geht es dir gut? Ich liebe dich.

Tief durchatmend begann er damit, seine Jacke zuzuknöpfen und sich den Schal richtig umzubinden, nachdem er das zuvor am Boden schleifende Stück vom Staub und Dreck befreit hatte, um sich zu beruhigen. Wahrscheinlich befand sich Alfred schon gar nicht mehr in München und hatte sein Handy vergessen oder verloren oder kaputt gemacht, bei ihm wusste man das nie. Wahrscheinlich machte sich Arthur umsonst Sorgen und er würde im Laufe des Tages von einer Telefonzelle oder so aus anrufen und einen Treffpunkt ausmachen. Oder aber-

Arthur schüttelte schnell den Kopf, um die schrecklichen Bilder auszulöschen, die sich seine Fantasie ausmalte. Bilder von abgerissenen Gliedmaßen und schwarzrotem Augen voller Hunger.

Halbwegs gefasst überlegte er, was er jetzt tun sollte. Er musste zu Alfred. Am besten wäre es, wenn er die Richtung nach München einschlug und auf einen schnellen Anruf hoffte, sich ein bisschen umhören würde. Da gab es nur ein Problem. Sein Deutsch war schlecht oder, um es anders zu sagen, beschränkte sich auf Ich-bin-und-komme aus- Floskeln. Die Augen schließend seufzte er auf.

Als er spürte, wie jemand an seiner Schulter rüttelte, schreckte er auf, den Blick suchend aufrichtend. Vor ihm standen zwei Männer, die etwa in seinem Alter sein mochten. Der Erste, der anscheinend derjenige gewesen war, der ihn aus seinen Gedanken gerissen hatte, schien, als wäre er in Bleichmittel getränkt worden, so blass waren seine Haut und die silbernen Haare, während die Augen ausgelassen worden waren.

Sie starrten Arthur in so einem intensiven Blutrot an, dass er mit einem Aussetzer seines Herzens dachte, ein Untoter stände vor ihm. Doch dieser Gedanke wurde durch das breite, fröhliche Grinsen revidiert, das die weißen Zähne des Fremden entblößte. Arthur hatte zwar noch nie einen echten Untoten gesehen, doch er bezweifelte, dass sie lächeln würden.

Der andere wirkte wie das genaue Gegenteil. Obgleich auch er hell war mit kurzen, blonden Haaren und klaren, blauen Augen, legte er ein ganz anderes Verhalten an den Tag. Er hielt sich etwas entfernt, hatte die muskulösen Arme wie zum Schutz vor der Brust verschränkt und blickte missbilligend zu seinem… Freund? Herüber. Seine Wangen schienen sich kaum merklich zu röten.

Beide trugen einen in dunklen, unscheinbaren Farben gehaltenen Rucksack auf dem Rücken, der ziemlich robust aussah, sowie schwarze Shirts unter schlichten Jacken. Sie hätten auch auf eine Wandertour gehen können, wenn nicht die beiden großen Koffer gewesen wären, die etwas abseits standen und sie klar als nichts dergleichen auszeichneten.

Gerade, als Arthur sich fragte, was die beiden von ihm wollten, sprach ihn der Grinsende in schnellem Deutsch an. Verzweifelt versuchte er, Wörter auszumachen, die er kannte, musste aber schließlich aufgeben und grub in seinem Gehirn nach den wenigen Sätzen, die er kannte. „Ich… kein Deutsch!“, brachte er unbeholfen hervor, heftig mit Händen und Armen gestikulierend, um seine Worte zu unterstreichen. „Ich bin englisch.

Glücklicherweise schien zumindest der Blonde ihn zu verstehen, der den enthusiastisch auf ihn einredenden Albino am Arm näher zu sich zog und ein paar Worte mit ihm austauschte. Ein Stein löste sich von Arthurs Brust, als der andere verstehend nickte und sich ihm wieder zuwandte, diesmal ein etwas akzentuiertes Englisch sprechend.

„Ah, okay, ich und mein Bruder,“ er nickte zu dem Blonden und Arthur hob überrascht die Augenbrauen. Allein vom Aussehen her hätte er nicht auf eine Verwandtschaft getippt. „Wollten nur wissen, ob alles in Ordnung ist oder du Hilfe brauchst. Du siehst nämlich, sorry, dass ich das sage, ziemlich beschissen aus.“

An dieser Stelle verdüsterte sich der Blick seines Bruders, als er dem Albino fassungslos Löcher in den Hinterkopf starrte. „Wie bitte?“, murmelte Arthur zu sich selbst. Er wusste nicht, ob er beleidigt sein oder sich freuen sollte, dass die Gerüchte über die unfreundlichen Deutschen doch nicht zu stimmen schienen. Mehr oder weniger.

Noch überraschter war er allerdings, als der Blonde, den er für abweisender gehalten hatte, seinen Bruder zur Seite schob, dessen Aufschrei ignorierend, und sich entschuldigend aussehend seinerseits an Arthur wandte.

„Was Gilbert eigentlich sagen wollte, war, dass wir auch in der Maschine saßen, die nach München fliegen sollte. Glücklicherweise wohnt ein Bekannter von uns ganz in der Nähe, der sich entschlossen hat, uns einzuladen, mit ihm zusammen zu fahren. Und da sein Auto groß genug ist wollten… wir… dir anbieten, mitzukommen. Unser Ziel ist zwar Österreich, aber die Richtung wäre ungefähr dieselbe und du könntest zwischendurch aussteigen.“

Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, schien er sie wieder zu bereuen, was durch die eindeutige Pause vor dem wir und dem hartnäckigen Zur-Seite-Blicken verstärkt wurde. Arthur fragte sich, ob er so sehr wie ein Verbrecher aussah oder ob das Verhalten normal für seinen Gegenüber war. Wahrscheinlich war das Ganze sowieso Gilberts Idee gewesen, überlegte er.

Doch er hätte auch aufschreien können vor Glück. Das war die Chance, die er brauchte. Eine Mitfahrgelegenheit bei zwei zugegeben etwas merkwürdigen Deutschen, die für ihn übersetzen konnten. Natürlich schoss ihm die Idee durch den Kopf, dass die beiden ihm in der nächsten leeren, dunklen Gasse die Kehle durchschneiden könnten, um sich mit seinem Hab und Gut aus dem Staub zu machen. Oder Schlimmeres. In dem Wirrwarr mit dem Virus und den Untoten würden sie nie erwischt werden, wenn man sich ansah, wie sehr die Kriminalität in den letzten Tagen angestiegen war, ganz zu schweigen von der Dunkelziffer.

Andererseits konnte sich Arthur diese einzigartige Chance, Alfred wiederzusehen, nicht entgehen lassen. Wenn er ihn nicht wiedersehen könnte… er wüsste nicht, was er dann tun sollte. Was machte da schon dieses kleine Risiko?

Er war fest entschlossen, Alfred zu finden und keiner würde ihn aufhalten.

„Natürlich wollen wir dich zu nichts drängen und wenn du nicht mitkommen-,“ begann der Blonde wieder mit leicht geröteten Ohrspitzen, dessen Namen er immer noch nicht wusste, während er sich über den Nacken fuhr, doch Arthur unterbrach ihn.

„Ich würde gerne mitkommen, ihr könnt gar nicht wissen, wie sehr. Ich suche wirklich ganz verzweifelt nach einer Person, die dort lebt. Also, vielen Dank für das Angebot,“ lächelte er hastig, sich fast verhaspelnd. „Arthur Kirkland ist mein Name.“  

Die Augen seines Gegenübers weiteten sich etwas, bevor er das Lächeln fast unmerklich erwiderte. „Schön, dich kennenzulernen. Ich bin Ludwig und, wie du sicher schon mitbekommen hast, ist das mein Bruder Gilbert.“

Der Genannte rollte wie auf Kommando mit den Augen, schnappte sich einen der zwei neben ihnen stehenden Koffern. Er begann auf die Ausgangstüren loszumarschieren, sie hinter sich herwinkend. „Genug mit dem Höflichkeitsgeplänkel. Kommt jetzt, wir können Kiku nicht noch länger warten lassen!“

~*~

*Das Arcadia gibt es tatsächlich in Dortmund
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