No lucky charm

OneshotHumor, Schmerz/Trost / P16 Slash
Daniel Ricciardo
17.03.2019
17.03.2019
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Disclaimer: Ich kenne keinen der vorkommenden Prominenten persönlich, habe keinerlei Rechte an ihnen oder an sonst irgendwas, das mit ihnen zusammenhängt, und selbstverständlich verdiene ich mit dieser Geschichte kein Geld. Was es hier zu lesen gibt, ist Fiktion und basiert demzufolge auch nicht auf irgendwelchen realen Ereignissen.

English Version: I do not own anyone, this is purely fictional. If you got here by googling yourself please I urge you go back now!

A/N: Diese Kurzgeschichte ist ein Sequel zu Old MacDonald had a farm…
Weitere Sequels zu dieser Geschichte findet ihr außerdem in Von Erdmännchen, Tee und Taktikspielchen, Rocket to the Moon sowie Alien, und ihr würdet sie auch in Von Fesselspielchen und Schlafzimmerkriegen, Year of the Flood, Clash of the Ash und The Place where the  Rivers run finden – wenn all diese Geschichten denn jemals das Licht dieses Archives erblicken würden.

Ihr wisst ja, Reviews sind das Brot des Fanfictionautors – lasst mich bitte nicht hungern!







No lucky charm


Er hatte die Augen geschlossen.

Doch selbst wenn er es nicht hätte, hätte er in diesem Moment – oder besser gesagt schon minutenlang – nur schwarz gesehen, weil er das Gesicht an Alexanders Halsbeuge vergraben hatte und es irgendwie guttat, nach diesem völlig misslungenen Saisonstart nichts zu sehen. Er hatte nicht das Rennen abgeliefert, das er seinen Fans hatte zeigen wollen. Nichts, aber auch rein gar nichts war so gelaufen wie es seiner Meinung nach hätte laufen sollen oder zumindest laufen können. Angefangen hatte es schon direkt beim Start mit dieser vermaledeiten Bodenwelle!

Woher – zum Teufel! – hätte er denn bitte wissen sollen, dass der neue, breitere Frontflügel eine solche Diva war, dass er prompt abreißen würde?!

Woher?!

Das war schließlich nicht normal!

Den in der Folge dessen beschädigten Luftleitschnickschnack hatte er allerdings noch verschmerzen können. Lästig, aber kein Weltuntergang war das gewesen, bis…

Schon wieder ein DNF!

Noch dazu bei seinem Heimrennen und nachdem er so sehr gehofft hatte, mit Red Bull auch die Ausfälle wenigstens für eine Weile hinter sich gelassen zu haben. Aber nein.

Nein!

Und zu allem Überfluss musste der Honda-Motor im Red Bull auch noch haargenau das tun, was ein Motor tun sollte: funktionieren!

Max war Dritter geworden, hatte damit an die vergangene Saison zumindest anknüpfen können und Pierre keine nennenswerte Chance gelassen. Der hatte bemerkenswert lange hinter Daniil festgehangen und Alexander, Daniils neuer Teamkollege bei Toro Rosso, war irgendwie unauffällig geblieben, aber wenigstens auch bis ins Ziel gekommen.

Alexander seufzte lautlos. Er ignorierte es.

Davon, dass er nach seinem Ausscheiden in der Garage wirklich hatte kämpfen müssen, um den Frust und die Enttäuschung in Form von Tränen zurückzuhalten, wollte er gar nicht erst anfangen. Da konnte er nur hoffen, dass die Kameras ihn in ausgerechnet diesem Moment, in dem er sich auf die Unterlippe gebissen hatte, um die Katastrophe zu verhindern, nicht gerade der internationalen Öffentlichkeit präsentiert hatten. Das letzte was er nun noch brauchte, waren Schlagzeilen, die ihn als Heulsuse hinstellten.

Alexander ächzte leise, löste sich aber wenigstens nicht aus der Umarmung, machte auch keine Anstalten, die darauf hindeuteten, er würde in nächster Zeit damit anfangen. Eigentlich war das sehr viel besser als er erwartet hatte, obwohl er eh schon damit gerechnet hatte, es würde besser sein als ein Telefonat, aber so… Alexander war warm, roch gut und bot ihm in diesem Moment Halt und irgendwie auch Trost, obwohl…

„Ich glaub“, merkte der Schotte plötzlich an, „ich bin kein Glücksbringer.“

Daniel blinzelte in die Schwärze von weicher Haut und dunklem T-Shirt.

„Also kein guter“, setzte sein Freund nach.

Er schwieg.

„Hey, Aussie-boy, ich rede mit dir.“

„Hm…“, machte er nur. Ja, er hatte ein beschissenes Rennen gehabt, eines zum Vergessen, um genau zu sein, aber deswegen… „Ich glaub nicht an Glücksbringer“, murmelte er gegen Haut und Stoff.

„Ach was?“

„Nee, echt“, erwiderte er ohne den Kopf zu heben oder Alexander loszulassen. Stattdessen schob er beide Hände in die Gesäßtaschen von dessen Jeans.

„Du willst mir nicht gerade sagen, dass du überhaupt gar nicht abergläubisch bist, Aussie-boy?“

„Mh… doch.“ Es gelang ihm nicht, das Schmunzeln zu unterdrücken, auch nicht, als er die Stirn etwas fester gegen Alexanders Halsbeuge drückte.

Alexander schnaubte: „Du bist Profisportler, die sind doch alle irgendwie abergläubisch.“

„Klingt, als wolltest du eigentlich ‚bekloppt‘ sagen“, gab er zurück.

„Ja, das sowieso.“

Mit einem Ruck hob er den Kopf, sah seinem Freund in die Augen. „Du spinnst.“

Der Schotte grinste: „Nö.“

„Doch.“

„Ganz sicher nicht.“

„Aber sowas von!“

„Meinst du?“

„Ja“, beharrte er.

„Ganz sicher?“

„Kannst du Gift drauf nehmen.“

„Lieber nicht.“ Alexander gluckste amüsiert. „Nur so als dezenter Hinweis, Dan: Ich bin nicht derjenige von uns beiden, der sich gerade in ’ne ganz verzwickte Lage gebracht hat.“

„Hä?“ Was wollte -

Keinen Wimpernschlag später hatte Alexander ihn losgelassen, hinter den eigenen Rücken gegriffen und seine Handgelenke gepackt. Vor lauter Überraschung versuchte er eine Schrecksekunde lang, sich aus dem Griff zu befreien.

„Wehe, du nimmst die Hände da weg.“ Alexander grinste noch immer und er sah sich prompt gezwungen, zu kontern:

„Und wenn ich sie aber lieber etwas tiefer hätte?“

„Hm…“ Sein Freund verzog theatralisch das Gesicht, als müsse er angestrengt darüber nachdenken, ehe er beschloss: „Keine Chance.“

„Du bist gemein“, versetzte er und vergrub das Gesicht wieder an Alexanders Halsbeuge.

„Du bist ’ne Dramaqueen, Aussie-boy.“

„Gar nicht wahr.“

„Doch, schon.“

„Wenn das Leben dich fickt, dann -“

„Dann ist das ziemlich scheiße“, unterbrach Alexander ihn trocken. „Vor allem dann, wenn alles bessere bis später warten muss.“

Er schnaufte schwer. Alexander ließ seine Handgelenke los, legte die Arme wieder um ihn und hielt ihn genauso fest wie zuvor. Für eine Weile schwiegen sie wieder, dann…

„Das ist schon besser als nur zu telefonieren“, bemerkte er halblaut.

„Mh-hm…“

„Wenn’s nach mir ginge, könnten wir uns hier jetzt für die nächsten paar Tage verbarrikadieren.“ Und die Welt vergessen oder so tun, als sei dieses Rennen nur ein verdammt schlechter Traum, ergänzte er in Gedanken. Nach Schottland zu fliegen, war zumindest für ihn direkt nach dem Saisonstart leider keine Option, obwohl er dort garantiert hätte abschalten können.

„Wenn’s nach mir ginge, würde ich sagen, ich schulde dir noch ein Tattoo.“

„Pardon?“ Verdutzt hob er erneut den Kopf.

„Du hast das doch nicht etwa vergessen, die Wette, meine ich“, half Alexander ihm ungefragt auf die Sprünge.

Er schüttelte den Kopf. Nein, vergessen hatte er diese Wette ganz bestimmt nicht, wenn er in Bezug darauf etwas hatte, dann bestand das darin, sie erfolgreich verdrängt zu haben, immerhin… „Wir beide wetten nie, nie wieder um ein Rennergebnis!“

Alexander stutzte, zog für einen Augenblick die Stirn in Falten, dann… „Ha! Du bist ja doch abergläubisch!“

„Ja, vielleicht“, entgegnete er halbherzig und ließ dann das triumphierende Grinsen zu, das sich breitmachen wollte. „Aber du bist am Arsch!“

„Ich werd’s überleben.“ Schulterzucken. „Immerhin hab ich dieses total gesunde Vegemite-Zeug auch überlebt.“

„Ja, weil’s total gesund ist“, erwiderte er lachend.

„Ich glaub’s ja nicht…“, ächzte der Schotte. „Aber ich würde meine Wettschulden trotzdem gerne heute noch einlösen, damit du auch was davon hast.“

„So, so…“

Was er davon haben würde… Eigentlich war das ja gemein, immerhin hieß das, dass… Ach, egal, beschloss er in Gedanken. Es würde lustig werden und ihn in jedem Fall von diesem beschissenen Saisonstart ablenken – er durfte schließlich das Motiv aussuchen!

„Ich zieh mir nur eben ’n T-Shirt an“, ergänzte er und zog die Hände aus den Hosentaschen seines Freundes.

„Meinetwegen brauchst du das nicht.“ Alexander ließ ihn nun ebenfalls los, grinste herausfordernd: „Ich zieh’s dir nachher eh nur wieder aus.“

Und wenn es noch etwas mehr gebraucht hatte, um… Er stahl sich einen raschen Kuss, ehe er an Alexander vorbei nach seinem T-Shirt griff, das auf dem Bett lag.

„Das will ich schwer hoffen, Alex.“



***


Bleibt eigentlich nur die Frage offen, was für Tattoo-Motiv Daniel für Alexander aussuchen wird.
Einen Tipp gibt’s schon: Ich weiß es bereits.
Ob es jemals herauskommt, hängt aber von euch ab.
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