Find yourself in London

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Byun Baekhyun Park Chanyeol
17.03.2019
07.11.2019
8
37237
12
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Gleich im Voraus, falls es noch nicht jeder bemerkt hat, ich bin ehemals Domlicious und habe nur mein Namen geändert.
Ich bin zurück mit einer neuen Geschichte. Ich habe meinen Hiatus etwas länger genommen, da mir einfach nicht nach Schreiben war, nachdem ich für das Ende meiner letzten Fic so wenig Rückmeldung bekommen hatte. Ich war enttäuscht und demotiviert und hatte mich gefragt, ob es überhaupt Sinn macht etwas Neues hochzuladen. Doch ich bin ein Stehaufmännchen.

Was meine neue Idee betrifft, da möchte ich etwas Neues ausprobieren. Ich werde in zwei Sprachen schreiben, da einige Unterhaltungen in Englisch stattfinden. Ich werde versuchen das Englisch nicht zu kompliziert zu machen, so dass man es mit den gängigen Schulenglisch verstehen kann. Aber keine Sorge, es wird nicht die Überhand gewinnen.

Die Fic wird nicht mehr als 5 Kapitel bekommen. Jedes Kapitel wird ein Monat umfassen und deswegen werden die Kapitel auch recht lang werden. Das bedeutet auch, dass die Wartezeit länger als sonst sein wird. Also wundert euch nicht, wenn ihr zwei bis drei Wochen gar nichts von mir lest.
Natürlich ist das wieder Chanbaek, weil ich liebe sie.  Und nein, es wird keine andere Ships geben, weil es nicht zum Storyverlauf passt.

Aber jetzt lass ich euch erst mal den Prolog hier, der natürlich um einiges kürzer ist, als die kommenden Kapitel. Ich hoffe ihr gebt dieser Geschichte auch eine Chance.





Prolog: More than meets the eye




Baekhyuns POV



Ein Schauer lief über meinen Rücken, als mein Finger die kalte Fensterscheibe berührte. Langsam folgte ich mit dem Finger den Regentropfen, wie er an der Scheibe hinunterlief. Seufzend schloss ich die Augen. An dieses Wetter sollte ich mich für die nächsten Monate gewöhnen. London war so anders als Bucheon und Seoul. Für mich war es kein Problem in einer Großstadt zu leben. Ich war es gewohnt, dass es laut, voll und chaotisch war. Es lag mehr an der Sprache, die hier gesprochen wurde. London war eine Weltstadt, dass hatte ich soweit begriffen und ich hörte zig unterschiedliche Sprachen, wenn ich die Straßen entlanglief. Kein Wunder, diese Stadt war multikulturell. Ihre Einwohner und die Millionen Touristen. London ließ mich manchmal winzig fühlen. Höflich waren die Menschen auch nicht besonders. Die westliche Kultur war eben anders. Es wurde geschubst, gedrängelt und beschimpft, wenn man im Weg stand. Anfangs war es wie ein Schlag ins Gesicht für mein 21-Jähriges Ich gewesen, aber nach fast einen Monat Aufenthalt in diesem fremden Land, hatte ich mich so ziemlich an fast alles gewöhnt. Auch dass hier fast alles grau war. Trotzdem fand ich auch hier den Charme in diesem Stadtbild. Zwischen all den neuen Gebäuden standen stolz sehr alte, Geschichtsträchtige Gebäuden. Der Mix war faszinierend. Und wenn ich etwas Buntes haben wollte, fuhr ich einfach nach Nothing Hill und schaute mir dort die Häuser an. Oder nach Camden, mit seinen vielen Straßenkunst.

Englisch war nie meine stärkste Fremdsprache gewesen. In Korea musste man sie auch nicht zwangsläufig in der Schule lernen. Aber für mein Studium hatte ich es gemusst. Für das Studium, dass ich von meinen Eltern aufgedrückt bekommen hatte. Für meine Eltern war es von vornerein klar, dass ihr jüngster Sohn ebenfalls Mediziner werden würde, ob ich es nun wollte oder nicht. Ärzte waren in jedem Land hochangesehene Menschen und das wollten die beiden auch für ihre Söhne. Immerhin hatten sie mir die Wahl gelassen in welche Richtung ich gehen wollte. Natürlich hätten sie es lieber gesehen, wenn ich wie mein Vater Kardiologe oder wie meine Mutter Neurologe geworden wäre. Mein älterer Bruder hatte sich für die Fachrichtung Gynäkologie entschieden, aber ich war nicht so scharf drauf zwischen die Beine einer Frau zu schauen. Nach langem hin und her hatte ich mich schließlich für Pädiatrie entschieden. Ich mochte Kinder und konnte auch gut mit ihnen umgehen und wenn ich ihnen dabei irgendwie noch helfen oder sie retten konnte, würde ich den Wunsch meiner Eltern eben erfüllen und Medizin studieren.

Doch glücklich war ich darüber trotzdem nicht. Das Studium machte mich nicht glücklich. Es stresste mich mehr als alles andere und als mir die Aussicht geboten wurde für ein halbes Jahr im Ausland zu studieren, war ich mehr als froh mich den Argusaugen meiner Eltern entziehen zu können.

So war ich in London gelandet. Das King’s College war imposant und eine der schönsten Universitäten, die ich jemals gesehen hatte. Mit mir kam ein anderer koreanischer Student nach London. Wir teilten uns eine winzige Wohnung in der Nähe von der Temple Station. Viel Gemeinsamkeiten hatten wir nicht, außer dass wir eben beide koreanisch waren und wahrscheinlich deswegen zusammengesteckt wurden.

Kyungsoo und ich waren unterschiedlich, aber wir kamen trotzdem miteinander aus. Zumindest war dank Kyungsoo die Wohnung stets ordentlich und was zum Essen kam auch auf den Tisch, denn der kleine Owl-Boy, wie ich ihn getauft hatte, war ein verdammt guter Hobbykoch. Und wenn ich etwas gerne tat, dann war es essen. Auch wenn ich immer behauptete, ich würde alles gerne essen und würde kein Essen diskriminieren, fand ich für das britische Essen keine Vorliebe. Zum Glück gab es China Town und viele kleine asiatische Läden in der Stadt und eben Kyungsoo, der mit Vorliebe koreanisch kochte. So musste ich niemals auf Kimchi verzichten.

Offiziell würde mein Auslandssemester am Montag anfangen. Ein Monat hatten Kyungsoo und ich Zeit gehabt uns einzuleben, was wir auch mehr oder weniger getan hatten. Doch während mein Mitbewohner sich ordentlich auf das Studium vorbereitetet, hatte ich meine Zeit anders genutzt gehabt. Jede freie Minute war ich unterwegs gewesen. Mit meiner Kamera bewaffnet wollte ich jeden abgelegenen Winkel der Stadt erkunden, ich wollte die schönsten Bilder meines Lebens machen, damit ich etwas hatte, dass ich mit zurück nach Seoul nehmen konnte, wenn das Semester vorbei war.

Die Fotografie war meine Leidenschaft und obwohl ich nie Kurse darin belegt hatte, war ich sehr talentiert darin. Die Art und Weise wie ich meine Motive ablichtete, wie ich mit Licht und Schatten spielte und wie ich mit geschultem Auge immer wusste, was für ein Filter am besten passte, machte ich meine Bilder zu kleinen Kunstwerken. Und seit ich hier war, hatte ich eine Vorliebe für Schwarz-Weiß-Regen-Bilder entdeckt. Die Spieglungen und Reflexe, die der Regen auf die nassen Straßen verursachte, waren in meine Augen schon eine natürliche Art von Kunst.

In den letzten Tagen war das Wetter allerdings recht gut gewesen. Wenn man grau und trocken als gut bezeichnen konnte. Für Londoner Verhältnisse war es zumindest gut. Der Spätsommer neigte sich dem Ende zu und der Herbst versprach bestimmt mehr Regenwetter. Ich wusste nicht mal selbst, warum ich Regen auf einmal so aufregend fand, denn eigentlich gehörte ich zu der Sorte Mensch, die schnell fror und sich am liebsten warm in Decken einmummelte. Allerdings hatte ich schon ein paar neue Dinge an mir entdeckt, die mir bisher unbekannt waren. Anscheinend brachten Auslandsaufenthalten generell neue Seiten zum Vorschein.

Oder ich fand Regen einfach so toll, weil die Straßen und Plätze nicht so überlaufen waren und ich so die besten Bilder machen konnte.

So wie heute. Es war Samstag und die Straßen füllten sich mit jungen Leuten, die auf den Weg waren, das letzte Wochenende vor Semesterbeginn mit feiern zu verbringen. Hier und da knipste ich heimlich Bilder von Passanten, um sie an meine Freunde Zuhause schicken zu können, denn sie wollten meine Worte nicht glauben, als ich meinte, dass viele Frauen ziemlich nuttig mit ihren Outfits rüberkamen und sich so sexualisierten. Ich empfand rein gar nichts, für all die leicht bekleideten Frauen. Auch nichts für die ordentlich, anständig angezogene Frauen. Das war etwas, dass ich seit meiner Jugend für mich behalten hatte. Ich stand nicht auf Frauen. Noch nie hatte ich eine Freundin gehabt und ich wollte auch keine. Ein Umstand, den meine Freunde schon immer etwas merkwürdig gefunden hatten, denn Byun Baekhyun war alles andere als uninteressant für das weibliche Geschlecht. Ich war nicht mal uninteressant für Männer. Und das wusste ich zu gut. Trotzdem ließ ich mich nicht mal auf eine Beziehung mit einem anderen Manne ein. In Korea würde ich damit schon meine medizinische Karriere beenden, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Welche Familie würde ihr Kind schon von einem schwulen Arzt untersuchen lassen. In den Augen der Bevölkerung war schwul sein doch fast genauso schlimm wie Kindesmisshandlung. Eine offene LGTB Bewegungen war in Korea immer noch nicht angekommen.

Der einzige der von meinem „Zustand“ wusste, war mein älterer Bruder und selbst er hatte Monate gebraucht es zu akzeptieren, dass sein kleiner Bruder keine Muschis sehen wollte, geschweige etwas hineinzustecken.

Kurz vor meiner Abreise, hatten wir unser erstes ernstes Gespräch über meine Homosexualität gehabt. Baekbeom hatte sich Sorgen gemacht, dass sein kleiner Bruder in London ausgenutzt werden könnte. Dass ich als Toy-Boy enden könnte, immerhin war ich doch so unerfahren und wusste doch selbst nicht mal, auf was ich stand. Ob ich derjenige war, der sein Hintern hinhalten würde oder ob ich derjenige war, der den anderen dominierte. Ja, ich wusste es selbst noch nicht mal, was ich bevorzugte, da meine bisherigen Erfahrungen nie über das Küssen und einen Blowjob hinausgegangen waren. Die Angst entdeckt zu werden und aufzufliegen war mir stets zu groß gewesen.

Aber jetzt war ich Meilenweit von zuhause entfernt. Es war sicher nicht verkehrt in London noch ein paar andere Dinge über mich herauszufinden.

Als ich am späten Abend die Wohnung verlassen hatte, war ich mir noch sicher, dass ich das richtige tat. In engen, schwarzen Jeans, weißem T-Shirt mit tiefem V-Ausschnitt, Chucks, Lederjacke und mit verruchtem Eyeliner wollte ich endlich das Nachtleben erkunden. Kyungsoo wollte mich nicht begleiten und so hatte ich mich allein auf den Weg nach Camden gemacht. Ein bestimmtes Ziel hatte ich nicht gehabt, immerhin waren in diesem Viertel genügend Clubs und in einen würde ich bestimmt reinkommen.

Kurz vor elf blieb ich vor einem Gebäude stehen, dass von außen wie ein Theater aussah. Doch die laute Musik, die in die kühle regnerische Nacht heraushallte, deutete eindeutig auf einen Club hin. Kurz beäugte ich die Menschen, die in einer Schlange vor dem Eingang standen und warteten, dass sie hineingelassen wurden. Mein Blick wanderte zu dem leuchtenden Schild am Gebäude. KOKO. Klang für meinen Geschmack ganz okay. Es war ein Versuch wert und die Musik klang ganz gut. So stellte ich mich einfach an. Ein bisschen kam ich mir blöd dabei vor, wie ich da so allein herumstand, während alle anderen sich mit ihren Freunden unterhielten. Doch ich wollte heute eh nur tanzen und trinken und dafür brauchte ich keine Gesellschaft. Wenn die Uni losging, würde ich sicher noch neue Freunde finden. Da war ich optimistisch.

Endlich beim Türsteher angekommen, wurde ich neugierig gemustert. Wahrscheinlich bekamen sie hier nicht häufig Männer mit Eyeliner zu sehen.

„Are you a friend of Chanyeol?”, fragte der Türsteher und ich blinzelte ihn verwundert an.

„Who?“

„Ah, forget it. I always think every Asian man is a friend of Chanyeol. ID!”

Verwirrt zeigte ich ihm mein Pass. Wer war Chanyeol?

„21? Damn, you look like 15.“

„I hear that a lot, but I’m 21. I swear.”

“You can go in.”

Erleichtert trat ich ein und tauchte so zum ersten Mal in das Londoner Nachtleben ein.  



***




Chanyeols POV



Mit den Kopfhörern auf den Kopf nickte ich zum Beat und meine Finger flogen flink über die Regler. Die Tanzfläche war brechend voll und wie immer fühlte ich eine Art von Stolz, weil ich derjenige war, der die Menschen zum Tanzen brachte. Ich sorgte dafür, dass sie ihren Alltag und ihre Sorgen für eine kurze Zeit hinter sich lassen konnten und einfach mal losließen. Sich gehen ließen.

Mein Blick wanderte durch die tanzende Menge. Ich entdeckte bekannte Gesichter und noch viel mehr fremde. Der Club war auch bei Touristen beliebt, also kein Wunder, dass mir die Mehrheit nicht bekannt war.

Ich legte einen Song von meiner Lieblingsband Foals auf. Ein Song der ruhig begann und sich mehr und mehr steigerte. Es war Indie-Abend, da musste ich nicht House auflegen. Und da ich schon immer Fan von einer guten Mischung aus Gitarre und Synthies war, war Foals einfach perfekt. Besonders Spanish Sahara. (zum reinhören, wenn man möchte:  https://www.youtube.com/watch?v=prGptG5Ex1g )

Während sich der Song immer mehr steigerte und zum Gitarren-Solo hinzusteuerte, fiel mein Blick auf einen mir fremden Mann und ich konnte ihn einfach nicht mehr abwenden. Er war sicher nicht der erste Asiat, den ich jemals in einen Club gesehen hatte, aber irgendetwas an ihm zog mich in seinen Bann.

Er tanzte allein in der Menge und schien sich nicht im Geringsten daran zu stören. Ein sanftes Lächeln lag auf seinen Lippen, während er mit geschlossenen Augen tanzte. Seine Bewegungen waren geschmeidig und als er mit den Händen seine Haare aus seiner Stirn strich, war ich mir sicher, dass ich noch nie zuvor einen so schönen Mann gesehen hatte.

Ich konnte nur erkennen, dass er ein weißes T-Shirt trug und dessen V-Ausschnitt präsentierte mir ein ziemlich sexy Hals und Schlüsselbein. Mir lief das Wasser im Mund zusammen, so als wäre dieser Kerl ein All you can eat Buffet. Schnell schluckte ich den Speichel hinunter und schüttelte über mich selbst den Kopf. I am a fury in your bed. Dass diese Zeile gesungen wurde, machte es nicht besser. Genauso wie I'm the ghost in the back of your head. Zumindest würde sicher er der Geist in meinen Gedanken werden. Es war schon ziemlich lange her, dass ich mit jemanden im Bett gelandet war. Und ich musste zugeben, ich als Asiat, hatte noch nie etwas mit einem gehabt. Ich hatte zwar einen asiatischen Freundeskreis, aber sie waren nicht mehr als eben nur Freunde für mich.

Als ich meinen Blick wieder auf den fremden Schönling legte, öffnete er in diesem Moment seine Augen und unsere Blicke kreuzten sich. Seine Augen waren dunkel, was auch sonst, schließlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass er blaue Augen haben könnte, und sie waren mit Eyeliner umrandet. Sein Mund verzog sich zu einem schiefen, verschmitzten Grinsen, als er meinen Blick auf sich spürte und ich vergaß wie man atmete. Wahrscheinlich fiel mir auf noch der Mund auf. Ertappt schaute ich schnell weg, da ich eh ein neuer Song aussuchen musste, immerhin waren meine Übergänge immer nahtlos. Nahtlose Übergänge machten einen guten DJ aus und ich war gut. Das durfte ich mir nicht von einem fremden, schönen Manne versauen lassen.

Als ich wieder aufschaute, war er verschwunden und ich wusste nicht ob ich enttäuscht oder erleichtert sein sollte. Für die nächsten Minuten konzentrierte ich mich wieder auf meine Arbeit, bis ich auf die Schulter getippt wurde. Verwundert drehte ich mich zur Seite und schaute auf Dylan hinab, der ebenfalls DJ war.

„Hey Chan, have a break. I take over for a while”, lächelte er mich an.

Hastig schüttelte ich den Kopf. „No, no, it’s okay. I don’t need a break.”

Mit hochgezogenen Augenbrauen hielt er mir meine leere Wasserflasche entgegen. „You need something to drink. Now go!“ Er scheuchte mich von meinem Pult runter und übernahm die Turntables. Seufzend nahm ich meine leere Flasche und drängte mich durch die tanzende Masse zur Bar. Vier Meter von der Bar entfernt blieb ich plötzlich stehen, als ich an den Tresen das Gesicht wiederentdeckte, dass mir das atmen schwer gemacht hatte. Er unterhielt sich mit zwei Männern und ich ließ es mir nicht nehmen ihn genauer abzuchecken. Das weiße T-Shirt war locker in engen, schwarzen Jeans gesteckt, die seine Oberschenkel und Hintern betonten. Er trug Chucks und war definitiv kleiner als ich. Bestimmt fast einen Kopf. Über die Musik hinweg konnte ich sein Lachen hören und es war so engelsgleich wie sein Gesicht.

Einer der Typen bestellte für ihn ein Getränk, was nicht verwerflich gewesen wäre, wenn dieser Mistkerl nicht irgendetwas hineingeschmissen hätte. Mein Schönling war zu sehr von dem anderen Typ abgelenkt worden, so dass er etwas bemerkt hätte. Als ihm das Glas in die Hand gedrückt wurde, beschleunigte ich meine Schritte, drängte mich zwischen ihm und den zwei Typen und riss ihm das Glas aus der Hand.

„YOU CAN’T DRINK THIS! NEVER ACCEPT DRINKS FROM STRANGERS! THAT’S RECKLESS!”, brüllte ich ihn über die laute Musik an, wandte mich um und schüttete den Inhalt in das Gesicht von demjenigen, der das weiße Pulver ins Getränk geschüttet hatte. „PISS OFF OR I BEAT YOUR UGLY ASS!“

„Yo bro, what’s your problem?”

“You and your drugs are my problems. Leave him alone or I call the police”, drohte ich ihnen und die Erwähnung von Polizei wirkte.

„Bye Cutie“, verabschiedeten sie sich von ihm und als der eine ihn noch am Arm anfassen wollte, schubste ich ihn weg.

„Back off!“, knurrte ich.

„Was zur Hölle“, murmelte es hinter mir und ich realisierte, dass er meine Muttersprache sprach. Mein schöner Fremder war Koreaner. Schnell wandte ich mich zu ihm um und lächelte ihn entschuldigend an.

„Es tut mir leid, dass ich so ausgerastet bin, aber du scheinst hier neu zu sein und dir ist nicht bewusst, dass man hier in der Clubszene niemand vertrauen kann. Der eine Typ hat dir etwas ins Glas gemischt. Keine Ahnung ob sie dich „nur“ ausrauben wollten, weil hier jeder glaubt Asiaten hätten viel Geld bei sich, oder ob sie noch viel schlimmere Dinge mit dir machen wollten. Also traue niemanden und lasse dein Getränk niemals aus den Augen. Es ist einfach zu gefährlich. Hast du verstanden?“

„Du sprichst meine Sprache“, staunte er. „Bist du Koreaner?“

Ich nickte. „Bin in Seoul geboren. Lebe aber seit acht Jahren hier. Und du?“

„Austauschstudent“, antwortete er mir und ab den Moment wusste ich, dass ich mich gar nicht weiter bemühen brauchte. Sein Aufenthalt war von kurzer Dauer und es war sinnlos mich mit ihn verbunden zu fühlen. Ich beugte mich über den Tresen, bestellte mir eine neue Wasserflasche und lächelte ihn an.

„Dann gutes gelingen und sei vorsichtig. Ich muss zurück zur Arbeit.“ Mit dem Kopf nickte ich zum DJ Pult hoch. „Viel Spaß noch.“

Die schönsten dunkelbraunen Augen starrten mich ungläubig an, so als würden sie mich anschreien, warum ich schon ginge. Doch es war tatsächlich die sanfte Stimme von ihm, die mich für einen kurzen Moment innehalten ließ.

„Wer bist du?“

„Chanyeol, der DJ“, zwinkerte ich ihm zu und wandte mich von ihm ab.

Wenn ich ihn jemals wiedersehen sollte, würde ich es als Zeichen nehmen und versuchen ihn wirklich näher kennen zu lernen.