Der Hausmeister

von JaliceTo
OneshotAngst, Freundschaft / P16
Blue Charlie Claire Dearing Delta Echo Owen Grady
17.03.2019
17.03.2019
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Hallo ihr Lieben. Dieses mal keine Story um unser Raptorenmädchen, dafür eine AU Idee die mir heute spontan gekommen ist und mich einfach nicht mehr loslassen möchte ^^
Ich besitze keinen der Charaktere, verdiene kein Geld mit dem Schreiben und schreibe nur zum Spaß.
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und würde mich über Reviews sehr freuen.
Lg eure JaliceTo


Der Hausmeister


"Es ist dein zweiter Aufenthalt in unserer psychiatrischen Einrichtung. Eine Schwester wird dich auf dein Zimmer bringen. Ich bräuchte noch deine Unterschrift auf folgenden Formularen"

Claire Dearing war stellvertretende Leiterin des ´Masrani Psychological Hospitals´ und reichte der Patientin ein Klemmbrett mit einigen Dokumenten die ihre Unterschrift benötigen. Es wunderte Claire nicht die junge Frau schon zum zweiten mal als Patientin in der Einrichtung begrüßen zu können. Sie hatte sich den Entlassungsbericht des Psychologen durchgelesen und die junge Frau hatte eine Menge Probleme mit sich selbst und der Welt. Aber es viel zu Claire´s Erleichtern nicht in ihr Spezialgebiet sich näher mit den Patienten auseinander zu setzten, nein sie würde später nur einen neuen Eintrag in der bereits angelegten Akte abspeichern und ihren weiteren Verpflichtungen nachgehen. Alles was sie als stellvertretende Leiterin eines Krankenhauses nun mal tun musste.

Nachdem im Raum nur das Schreiben des Stiftes auf den Papierblättern zu hören war, widmete die rothaarige Frau ihre Aufmerksamkeit für einen Moment ihrem Computer. Ihr Vorgesetzter und Gründer dieser Einrichtung, Mr.Simon Masrani wollte ihr eine E-Mail schicken in der die neusten Entwicklungen und Zukunftsaussichten für das Krankenhaus drin stehen sollten. Claire mochte es mehr mit ihrem Boss per E-Mail zu kommunizieren, als ihm persönlich gegenüber zu stehen. Er sorgt sich jedes mal so sehr um die Patienten, möchte wissen wie es ihnen geht. Was sollte er erwarten? Dass die Menschen die her kommen glücklich sind? Manchmal war ihr Boss sehr - anstrengend.
"Danke. Du müsstest deine persönlichen Gegenstände abgeben, alles was als Waffe gegen die Mitarbeiter eingesetzt werden kann, Smartphones, Nagelpfeilen....", Claire zählte noch weitere Gegenstände auf welche die Patientin nicht mit in ihre Zimmer nehmen durften und der Teenager reichte ihr Wortlos einen kleinen Rucksack in dem alle ihre persönlichen Gegenständen verstaut waren. Die rothaarige warf einen schnellen Blick hinein und lies anschließend eine Schwester rufen, welche die Patientin anschließend auf ihr Zimmer bringen würde.


Die kahlen grauen Wände ihres Zimmers verbesserten Blue´s Laune nicht sonderlich. Sie hatte sich nicht gewünscht erneut herkommen zu müssen. Der erste Aufenthalt war ihr schon zuwider gewesen, sie hatte Medikamente schlucken müssen, bei den lächerlichen Gruppensitzungen mitmachen müssen und beim Abschlussgespräch so tun müssen, als würde es ihr nun ja so viel besser gehen. Warum war sie hier nun erneut gelandet? Ach ja diese eine Schlägerei mit dem Typen der sich unbedingt an Echo ranmachen wollte.



Es war Pause und die Schüler der High School strömten aus dem Gebäude um mit ihren Freunden Zeit zu verbringen, ihr Mittagessen zu essen und von dem anstrengenden Unterricht abschalten zu können.

So machten auch die vier Schwestern Blair, Caroline, Deanna und Estelle auf den Weg ihre Pause zu genießen. Sie wollten  die Zeit nutzen um ein wenig über den Hof zu laufen und Pläne für den kommenden Abend zu machen. Die Auswahl war entweder ins Kino gehen oder auf eine Party.

Sonderlich weit kamen die vier Schwestern allerdings nicht, den kaum dass sie die Eingangstreppe hinter sich gelassen hatten, ertönte ein Schriller Pfiff und Blair konnte hören wie jemand den Namen von einer ihrer Schwestern rief.
"Einfach weiter gehen Mädels - diese Idioten sollen wem anders die Zeit stehlen", meldete Caroline sich zu Wort und wollte voran gehen, aber einige Jungs kamen schon auf sie zu und Blair verschränkte die Arme vor der Brust. Diese Idioten waren in ihrem Biologie Kurs und hatten von nichts eine Ahnung, machten nur Ärger und verhielten sich wie Paarungsbereite Tiere.
"Ihr habt Charlie gehört - lasst und weiter gehen bevor die noch anfangen zu sabbern", sagte Blaire und nannte Caroline bei dem Namen, den sie viel lieber hatte als ihren eigenen. Den anderen Schwestern erging es auch so, sie hatten sich selbst andere Namen gegeben und waren eine Einheit - ein Team.

"Wohin so schnell Lady´s? Ihr geht doch nicht weil wir kommen oder? Das wäre sehr bedauerlich. Hallo Estelle"

Blair konnte fast schon spüren wie die zurückhaltende Estelle nichts mit der Situation zu tun haben wollte. Sie war immer die ruhigere von den vieren gewesen - die die genau wusste was man wann zu sagen hatten. Estelle hatte Blair schon so oft aus schwierigen Situation raus geholfen und diese Idioten sollten ihrer Schwester bloß nicht zu nahe kommen.

Doch dann ging alles ganz schnell, einer der Jungs wollte Estelle unter ihren Rock fassen, mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht wollte er sie belästigen und während seine Kumpels Caroline und Deanna festhielten, zögerte Blair nicht lange. Sie verpasste diesem Trottel einen Schlag ins Gesicht. Er entfernte sich von Estelle und musterte nun Blair abwertend.
"Ich kämpfe nicht gegen ein Mädchen", kam es von dem Typen.
"Was für ein Pech für dich!"
Ohne auf eine Reaktion zu warten fing die wütende Blair eine Schlägerei mit dem Jungen an, die für beide Seiten ein übles Ende nehmen würde - mit vielen Verletzungen sowie einem Schulverweis.


Mit verschränkten Armen vor der Brust saß Blue bei ihrem behandelnden Psychologen und weigerte sich über ihre Probleme zu reden. Sie wusste ganz genau dass sie an ihrem Temperament arbeiten mussten und dass sie ihre Medikamente nehmen sollte, um die Stimme in ihrem Kopf zum schweigen zu bringen. Aber hier ging es nicht um ihre Krankheit die ihr eine Freifahrt in das Krankenhaus verschafft hatte, nein es ging darum das ein Trottel ihre Schwester unter die Wäsche wollte - und Blue hatte nur versucht sie zu verteidigen, sie zu beschützen. Das war nun einmal ihre Aufgabe. Sie war die älteste der Vierlinge und würde alles für ihre Schwestern tun. Aber nun mit einem Psychologen über ihre Probleme reden? Nein dazu hatte sie keine Lust und sie wollte es auch nicht. Niemand würde es verstehen....niemand in diesem Laden verstand sie.
"Gut Blair, ich sehe du möchtest nicht kooperieren. Wir versuchen es nächste Woche erneut", der Psychologe notierte sich etwas und Blue wurde wieder auf ihr Zimmer gebracht.


Eines Abends wurde es ihr zuviel. Sie musste mit ihren Schwestern sprechen, Blue wusste das Charlie, Echo und Delta bedingungslos hinter ihr standen und sie unterstützen. Doch die Mädchen durften sich nicht sehen - vorerst. Es war die Anordnung der Stationsleiterin gewesen und so wie Blue Miss Dearing kannte, würde sie sich nicht über die Meinung einer hochrangigen Angestellten hinweg setzten. Von ihr hatte Blue keinerlei Hilfe zu erwarten.
"Komm schon geh auf", murmelte der Teenager mit der blauen Haarsträhne in den dunklen Haaren genervt, als sie den Schlüssel den sie geklaut hatte in das Loch in der Zimmertür steckte. Es würde eine Weile dauern bis die Krankenschwester es bemerken würde - diese Zeit wollte die 15 Jährige nutzen. Nach einigen weiteren Sekunden machte es ´Klick´ sie grinste zufrieden, schnappte sich den Schlüssel und lief aus ihrem Zimmer, unbemerkt aus der Station und hinunter in die Eingangshalle. Dort unten gab es noch ein altes Telefon in das man Münzen einwerfen muss um zu telefonieren. Dass musste herhalten wenn sie ihr Smartphone schon nicht nutzen kann.


Owen Grady stellte den Besen gerade zurück in die kleine Kammer und konnte der Stille die hier unten herrschte noch immer nicht ganz trauen. Seit kurzem hatte er den Job als Hausmeister in diesem Krankenhaus angenommen. Es war nicht seine erste Wahl - er wollte zurück zur Navy, aber nach einem Vorfall wo er unbedingt den verletzten Spürhund retten wollte und dafür sein Leben riskiert hatte - mussten seine Vorgesetzten eine Entscheidung treffen. Sein guter Freund Barry hatte ihn auf die Anzeige in der Zeitung aufmerksam gemacht und nach einem sehr - speziellen Gespräch mit Miss Dearing, die auf sein Angebot dass er sie doch bitte nicht Mr.Grady sondern einfach Owen nennen sollte nicht eingegangen war, hatte er den Job bekommen.

Es wären nur noch Zwanzig Minuten bis er nach Hause gehen konnte und so schloss er den kleinen Schrank ab, in welchem er den Besen verstaut hatte und wollte zurück zu seinem Büro. Dafür musste er die Eingangshalle durchqueren.
Jedoch bemerkte er wie jemand an dem alten Telefon in der Eingangshalle stand und hektisch nach etwas zu suchen schien. Owen räusperte sich vorsichtig und blickte Sekunden später in panische braune Augen.
"Ich habe mit den Patienten wenig zu tun - aber solltest du nicht auf deiner Station sein?", erkundete Owen sich amüsiert und steckte die Hände in Hosentasche und wollte keinen bedrohlichen Eindruck erwecken.

Blue nahm ihre Hand vorsichtig vom Telefon. Sie hatte vergessen dass sie kein Kleingeld hatte und panisch in den leeren Taschen ihres Outfits zu suchen war auch nicht hilfreich gewesen. Nun war sie auch noch erwischt worden. Aber wer war dieser Mann der so lässig dort wenige Meter von ihr entfern stand? Er sah nicht so aus als würde er hier arbeiten - und die Art und Weise wie er sprach...passten auch nicht zu den anderen Mitarbeitern des Krankenhauses.
"Ich....habe sie nicht gesehen und sie mich nicht okay?", brachte Blue hervor und sie wusste das dieser Deal nichts bringen würde. Der Mann hatte ja nichts verbrochen.
"Kein Problem. Aber was hattest du vor? Das alte Ding ist nur Dekoration glaube ich", erwiderte Owen und näherte sich dem Teenager vorsichtig, als er sich sicher sein konnte dass sie ihn weder angreifen noch die Flucht ergreifen würde.

"Ist das Schokolade?"
Blue nickte nachdenklich zu dem Rest einer Verpackung eines Schokoladenriegels die aus der Hemd Tasche des Mannes hervor schaute.
"Miss Dearing wird mich umbringen wenn sie das rau findet. Keine Süßigkeiten während der Arbeitszeit", sagte Owen schmunzelnd und fischte nun aus seiner Hosentasche zwei weitere eingepackte Schokoladenriegel hervor.
"Ich kann schweigen - sie sehen nicht aus wie jemand der hier arbeitet", erwiderte Blue misstrauisch nachdem sie einen der Schokoladenriegel entgegnen genommen hatte und sich auf die nächste Treppenstufe setzte.
"Ja ich bin nicht so ein Fan von weißen Klamotten. Und vor dir steht der neue Hausmeister", sagte Owen auf die Frage des Teenagers hin. Blue schweigte, aß ihre Süßigkeit auf und reichte dem älteren schweigend das leere Papier.

"Was hattest du vor gehabt?"
Blue hatte diese Frage schon so oft in den letzten Tagen gehört. Von verschiedenen Person die einzig und alleine einen Fortschritt sehen wollten. Die nicht wirklich den Grund wissen wollten warum es ihr schlecht ging - warum sollte sie sich also dem neuen Hausmeister anvertrauen? Als Blue in die grün-grauen Augen des Erwachsenen blickte konnte sie erkennen, dass sie ihm vertrauen konnte.
"Es fing mit einer Schlägerei in meiner High School an. Ein Junge wollte meiner Schwester zu nahe kommen", sagte Blue und fing an die gesamte Geschichte zu erzählen und zum ersten mal seit langem hatte die junge Frau das Gefühl, dass ihr jemand ernsthaft zuhören würde.

"Du wolltest deine Schwester nur beschützen - hier nimm mein Handy, du solltest dich beeilen, der Schichtwechsel ist bald"
Blue konnte ihr Glück kaum fassen, der neue Hausmeister hatte ihr nicht nur zugehört, nein er hatte ihr auch sein Handy gegeben, damit sie mit ihren Schwestern sprechen konnte.
"D...danke", brachte sie hervor, wählte schnell die Nummer von Echo und Owen lies ihr ein wenig Abstand, er beschloss die leeren Verpackungen entsorgen zu gehen, während das Mädchen telefonieren würde.

Einige Minuten später reichte Blue ihm das Handy und bedankte sich erneut.
"Sie wissen das es mir gut geht - danke für´s zuhören", sagte die dunkelhaarige mit der blauen Haarsträhne nachdem sie ihm das Handy zurück gegeben hatte.
"Keine Ursache", erwiderte Owen und lächelte leicht.
"Wie heißen Sie?", wollte Blue nun interessiert wissen.
"Owen Grady - aber du kannst mich Owen nennen", antwortete er und blickte schnell auf die Uhr. Wenn sie pünktlich und ohne gesehen zu werden wieder auf der Station sein wollte, musste sie sich beeilen.
"Ich bin Blair - aber mag den Namen Blue mehr", sagte Blue und schenkte dem Fremden ein vorsichtiges Lächeln. Owen schien wirklich in Ordnung zu sein.
"Du solltest zurück gehen. Gib mir den Schlüssel den du geklaut hast. Ich werde sagen dass ich ihn beim sauber machen gefunden habe Blue", sagte Owen und er bekam ein dankbares Lächeln von dem Teenager und wenige Momente später den besagten Schlüssel in die Hand gedrückt.

Vielleicht würde diese neue Bekanntschaft beiden gut tun und sie könnten lernen anderen Menschen endlich wieder zu vertrauen.

ENDE
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