Doppeldate

von mandiese
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Fernando Alonso Mark Webber OC (Own Character)
17.03.2019
09.12.2019
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Mark und ich sitzen gemeinsam mit Minna und Nando in einem etwas besseren Sushi-Lokal. Endlich haben wir es mal wieder geschafft, gemeinsam essen zu gehen. Unser letztes gemeinsames Abendessen war in Melbourne gewesen. Daran erinnert sich wohl auch Mark, der Minna auf ihr Outfit anspricht.

„Hey Minna, schön dich zu sehen und das im passenden Outfit", scherzt er, als er sie zur Begrüßung umarmt.

„Sehr witzig, Mister Webber!", gibt sie genervt, aber mit einem Lächeln im Gesicht, zurück. Heute hat sie zwar wieder eine Jeans an, aber dieses Mal eine schwarze mit passenden schwarzen Pumps dazu. Obenrum hat sie eine weiße, ärmellose Bluse an, die vorne schräg zusammengenäht ist, sodass ein spitz zulaufender Ausschnitt zu sehen ist. Sie sieht darin sehr hübsch aus, aber ihr Gesichtsausdruck nach Marks Ansage ist weniger hübsch.

Um die Situation etwas aufzulockern, muss ich wohl mal eine Geschichte erzählen, die ich noch niemandem anvertraut habe.

„Ach Minna, es gibt Schlimmeres. Ich war mal für ein Vorstellungsgespräch total overdressed, im wahrsten Sinne des Wortes.”

Minna sieht mich schief an. „Ja, aber das ist ja wohl ganz was anderes. Außerdem ist das für dich ja eher normal overdressed zu sein.”

„Lass mich doch ausreden”, lächle ich sie an. „Es war während meiner Ausbildung zum Tischler. Hab nebenbei immer wieder gejobbt. Meist wurde ich zu den Terminen von einer Agentur hingeschickt, die sich eher auf die Vermittlung von solchen Nebenjobs spezialisiert hatte und nicht gerade mit Seriosität glänzte. Eines Tages wurde ich für einen Sekretärinnenjob vermittelt. Lange Rede, kurzer Sinn, ich bin da an einem späten Nachmittag hineingestolpert. Im adretten Business-Kostümchen, die Haare zu einem eher strengen Zopf geflochten, auf meiner Nase wie meistens meine Brille.”

Bei der Erwähnung meiner Brille muss Mark kurz auflachen.

„Irgendwie habe ich mich schon gewundert, dass ich durch einen Hintereingang musste und dann bin ich auch wirklich über die etwas unebene Stiege hinauf gestolpert. Das Gespräch war dann bei einem Typen, zwar auch im Anzug, aber der sah billig und schmierig aus. Bevor wir noch groß ins Gespräch gekommen sind, checkt er mich von oben bis unten ab und lächelt anerkennend. Kam mir schon etwas komisch vor, doch was er dann gesagt hat, war echt der Hammer.

Die Idee mit den strengen Sekretärinnen-Look finde ich richtig gut, mal eine andere Idee. Ist da irgendwo Klettverschluss dran und ist das Zeug aus Jersey?

Im ersten Moment hatte ich keinen blassen Schimmer, wovon der Kerl spricht. Doch dann hat er die Bombe platzen lassen.

Und wie willst du mit dem Zeug an der Stange tanzen?

Dabei hat er gleich angefangen an meinem Rock herum zu zupfen. Ich war in einem Nachtclub gelandet und der Kerl dachte doch glatt ich stelle mich als Tänzerin vor … Also ich weiß jetzt nicht, was peinlicher ist.”

Die anderen drei fangen schallend zu lachen an und mitten drin fragt mich Fernando: „Und hast du dann auch vorgetanzt?”

„Nein, ich habe dann doch recht schnell die Flucht ergriffen. Wer weiß, auf welche Ideen der noch gekommen wäre.”

Mark grinst mich verschmitzt an. „Oh ja, vielleicht hätte er noch gerne andere deiner Qualitäten getestet.”

So schnell kann er gar nicht reagieren und ich boxe ihm in den Oberarm. „Autsch, bist du wahnsinnig, muss mit dem Arm lenken. Will doch am Sonntag keinen Unfall bauen.” Dabei fängt Mark zu grinsen an. „Apropos Unfall und Klamotten ablegen. Es war nach meinen Unfällen mit dem Mercedes in Le Mans.”

„Der, wo du zweimal abgehoben bist?”, fragt Nando kurz.

Mark nickt nur und fängt dann zu erzählen an. „Nach dem zweiten Überschlag haben sie mich zuerst ins Medical Center gebracht, dort kurz durchgecheckt und dann wurde ich mit der Rettung ins nächste Krankenhaus gefahren. Die hatten sich dort zwar auf mehrere Unfälle während der Tage rund um das Rennen eingestellt, aber es war eher ein einfaches Krankenhaus und die Diskretion hielt sich auch in Grenzen. Die einzelnen Patienten im Untersuchungsraum waren nur durch Vorhänge voneinander getrennt. Und damals war ich ja nur irgendein Fahrer, nicht so wie heute, wo man fast von jedem erkannt wird und nur eigens geschultes Personal an einen rangelassen wird.”

Beim letzten Satz zwinkert er in Minnas Richtung.

„Zumindest kam plötzlich eine Krankenschwester mit einer riesigen Schere auf mich zu und fing ohne einen Kommentar an, das linke Hosenbein meines Rennoveralls aufzuschneiden. Plötzlich wurde mir heiß und kalt und ich versuchte sie zu stoppen, aber aufgrund der Sprachbarriere verstand sie nicht wirklich und schnitt unbeirrt weiter.”

Wir alle sehen Mark fragend an, weil wir nicht ganz verstehen. Vor allem weil Mark kurz schweigt, so als ob er überlegen würde, ob er weitererzählen soll oder nicht. Natürlich sind wir neugierig.

„OK Mark. Wieso ist dir heiß und kalt geworden?”, frage ich ihn dann.

Mark sieht mich verlegen an. „Ich hatte außer einem Unterhemd nichts anderes drunter an.”

Minna lacht laut auf. „Das habe ich mir schon gedacht.”

Wir brechen alle in schallendes Gelächter aus und ich frage nach: „Und hast du sie davon abhalten können?”

„Ja, im Endeffekt schon!”

„Du hattest nicht mal eine Unterhose an?", fragt Fernando ungläubig nach.

Mark nickt. „Richtig, es war ein verdammt heißer Tag und du weißt genau, wie kochend heiß es in so einem Cockpit werden kann. Und da uns ja nur die feuerfeste lange Unterwäsche erlaubt ist, habe ich sie gleich ganz weggelassen.”

Nando guckt an sich herunter. „Also das wäre mir zu viel Reibung."

„War es auch. Vor allem, weil nur in dem Anzug, also ohne fixierende Unterwäsche, nicht alles so liegen bleibt wie es soll. Und dann noch die engen Gurte, die doch recht knapp an unserer Männlichkeit vorbeigehen”, gibt Mark sehr ernst zu verstehen. So als würde er irgendein technisches Detail bei einem seiner Porsche erklären.

Was uns andere nur noch mehr zum Lachen bringt. Nur Nando sieht etwas verzwickt drein. Er kann das sicher gut nachfühlen.

„Wenn wir schonmal bei peinlichen Situationen sind, dann kann ich auch was erzählen", fängt Minna dann an. „Mich hat mal ein richtig heißer Kerl abgeschleppt. Wir waren auf einer privaten Feier und dementsprechend ziemlich voll. Irgendwann haben wir angefangen rumzuknutschen und sind in das Zimmer unserer gemeinsamen Freundin verschwunden. Wir waren gerade voll bei der Sache, als er plötzlich zu würgen anfing. Ich war zwar total betrunken, aber was das bedeutet, habe ich zum Glück noch realisiert. Der Kerl war auch noch so klar im Kopf, dass er wenigsten seinen Kopf zur Seite gedreht hat, bevor er losgekotzt hat. Leider habe ich dennoch ein paar Spritzer abbekommen."

Alle verziehen völlig angeekelt das Gesicht. Gelacht haben wir bisher nicht, aber dafür sorgt Nando mit seinem Einwurf: „Das war ich aber nicht!"

Da muss selbst Minna lachen.

Ich kann nicht anders, als völlig entsetzt nachzufragen, natürlich mit einem Zwinkern: „Was ihr hattet betrunken Sex miteinander?”

Nandos Antwort kommt prompt: "Man trinkt sich seine Partner ja bekanntlich schön."

Empört blickt Minna zu ihrem Freund und gibt ihm einen leichten Schlag an den Hinterkopf. „Ich kann dir sagen, warum wir betrunken miteinander geschlafen haben. Aus Mitleid."

„Mitleid?", fragt Nando überrascht.

Minna nickt fleißig. „Ja, richtig. Ich hatte Mitleid mit dir. Damit du als berühmter Rennfahrer endlich mal Sex mit Niveau hast."

„Du meinst eher, damit du Sex mit Niveau hast? Schließlich lässt du dich beim Sex fast vollkotzen!", ist er um eine Antwort nicht verlegen.

Das wird mir gerade etwas zu eklig, deswegen unterbinde ich diese Zankerei zwischen den beiden. „Ich würde sagen, wir wechseln mal das Thema."

„Gute Idee", stimmt Minna mir gleich zu. „Nando muss noch einen peinlichen Schwank aus seiner Jugend erzählen."

Alle Blicke richten sich auf Nando, der gar nicht so recht weiß, was er sagen soll. Weil unsere Blicke aber nicht unterbrochen werden, sieht er sich bald dazu genötigt, ebenfalls etwas zu erzählen.

„Na gut, ich werde ja eh nicht drum herumkommen", seufzt er, „ich war mit meiner Mutter in Oviedo einkaufen. Ist erst drei oder vier Jahre her. Nachdem wir unsere Einkäufe im Kofferraum verstaut haben, bringe ich den Einkaufswagen weg, während meine Mutter schon mal auf der Fahrerseite Platz nimmt. Als ich wiederkomme, steige ich also in den Wagen ein und frage unterdessen: 'Hat Lorena eigentlich immer noch diese hässliche Frisur mit dem Undercut?'

Weil Mama mir keine Antwort gibt, gucke ich zur Fahrerseite und erstarre. Da sitzt nicht meine Mutter, sondern eine junge Frau, die natürlich einen Undercut hat. Ich dachte natürlich, das ist ein blöder Scherz und fauche sie an: 'Was zum Teufel tun Sie in meinem Auto und wo ist meine Mutter?'

Im ersten Moment war die Frau wohl geschockt, denn sie hat mich nur angestarrt. Erst als ich sie angemotzt habe, ist sie aus ihrer Schockstarre erwacht und meinte: 'Kein Wunder, dass Sie nur zwei Mal Weltmeister geworden sind. Wahrscheinlich steigen Sie auch in der Box ins falsche Auto!'"

Wieder lachen wir alle lauthals.
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