Doppeldate

von mandiese
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Fernando Alonso Mark Webber OC (Own Character)
17.03.2019
21.10.2020
192
583.607
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17.03.2019 2.736
 
Minna

Ich fasse es nicht. Da steht dieser wunderschöne Pavillon, romantisch beleuchtet mit Kerzen, Fackeln und dezenten Lichterketten und dann kommt dieser bescheuerte Angestellte, Rajid, und ist ernsthaft der Meinung, das Dinner würde getrennt voneinander stattfinden.

„Was soll das heißen, getrennt voneinander?", fragt Liese bissig.

Auch sie scheint nicht sehr begeistert zu sein.

„Die beiden Herren wollen aus persönlichen Beweggründen diesen Abend nicht miteinander verbringen. Deswegen würde ich Sie, Frau Ewens, bitten mich zu begleiten. Ich werde Sie zu Herrn Alonso bringen", fordert er mich tatsächlich auf.

Naja, mir ist es im Endeffekt egal. Hauptsache ich kriege meinen Abend mit Fernando.

Also ziehe ich mit Rajid von Dannen und durchquere einmal das komplette Hotel. Als wir dann im Foyer ankommen und uns Richtung Ausgang bewegen, will ich wissen, wo es hingeht. Ich bin davon ausgegangen, dass das Dinner in einem anderen Restaurant dieses Hotels stattfindet.

„Nein, es findet in einem Restaurant außerhalb unserer Mauern statt", klärt er mich auf und sein indischer, schrecklicher Akzent treibt mich fast in den Wahnsinn. Er ist ein Doppelgänger von Raj aus The Big Bang Theory. Wäre nicht die Hoteluniform, würde er sicherlich auch die gleichen grausamen Klamotten wie Raj tragen.

„Also das ist ja wohl nicht Ihr Ernst, oder?", frage ich Rajid, als er mit mir vor einer Rikscha stehen bleibt.

„Doch, doch. Ist die schnellste Möglichkeit zum Restaurant zu kommen", versichert er mir und ich schaue zu dem Fahrer der Rikscha. Er lächelt mich mit seinem zahnlosen Mund an und hebt gut gelaunt seine Augenbrauen. Dabei sehe ich, dass eines seiner Augen einen grauen Schleier hat.

„Der kann doch gar nichts mehr sehen", behaupte ich empört. Außerdem macht mir sein Alter zu schaffen. Der Mann ist sicherlich schon mindestens siebzig.

„Doch, doch", wiederholt er wieder und am liebsten würde ich dafür sorgen, dass er sich zu dem zahnlosen Fahrer gesellen kann.

„Bitte, steigen Sie ein. Sie wollen doch sicherlich nicht Herrn Alonso warten lassen."

Mit einem missmutigen Grummeln bleibt mir nichts anderes übrig als seiner Aufforderung nachzukommen. Was ich nicht alles mitmache, um einmal in meinem Leben Fernando Alonso zu treffen. Mittlerweile glaube ich, dass der Preis dafür viel zu hoch ist. Aber jetzt bin ich hier. Also sehe ich noch Rajid hinterher, wie er mich fröhlich winkend meinem Schicksal entgegentreten lässt.

Wären nicht die ganzen Abgase, wäre die Rikscha-Fahrt gar nicht mal so schlecht. Naja, abgesehen davon, dass der Fahrer kein Wort von meinen Fragen versteht.

„Wie weit ist es denn?"

„Yes, Yes…", antwortet er und zeigt nach links, wo irgendein Tempel ist.

Ein paar Minuten später.

„Wo ist denn das Restaurant?"

„Yes, Yes…", antwortet er und zeigt nach links, wo schon wieder irgendein Tempel ist.

„Sie sind ein Schwachkopf, kann das sein?"

„Yes, Yes…", antwortet er und zeigt nach rechts. Was sehe ich da? Genau, einen Tempel.  

Wie viele Tempel haben die denn bitte hier?

Für meine letzte Frage schäme ich mich. Das war wirklich nicht nett. Und wie soll es in Indien anders sein? Das Karma schlägt sofort zurück. Als hätte jemand den Wasserhahn voll aufgedreht, fängt es wie aus Kübeln zu gießen an. Das kleine Dach über mir würde mir vielleicht helfen, wäre das nicht übersäht von kleinen Löchern, sodass ich viele kleine Wasserstrahlen abbekomme. Erst versuche ich noch mit meinen Händen irgendwas zu retten, aber schnell gebe ich auf. Es hat einfach keinen Sinn. Also hocke ich zusammengekauert in diesem kleinen Sitz der Rikscha und warte einfach ab, bis alles vorbei ist. Kurz überlege ich, ob ich nicht auf den Rücken der Kuh, die neben mir läuft, springen soll und einen auf Don Quichote mache. Nur das ist keine Windmühlen jage, sondern Regentropfen.

Meine Güte, Minna, du bist ja schon völlig Banane im Kopf. Zum Glück kommen wir endlich bei dem Restaurant an. Hilft mir zwar auch nicht mehr viel, weil ich bis auf meinen Unnerbüx nass bin, aber wenigstens sehe ich gleich Fernando. Oder vielleicht auch nicht. Als ich in eines der großen Fenster des Restaurants blicke, in denen ich mich spiegele, gehe ich mal ganz stark davon aus, dass Fernando schreiend wegrennen wird.

„Guten Abend", werde ich skeptisch begrüßt. Ich merke sofort, dass mich die Dame nicht in diesen Nobelschuppen lassen will.

„Ich habe ein Meet’n’Greet", antworte ich so herablassend wie möglich. Vielleicht komme ich damit ja etwas weiter.

Die Frau lächelt sehr gequält und führt mich ohne ein weiteres Wort zu sagen an einen Tisch, an dem … Mark Webber sitzt.

Das … ist … doch … wohl … nicht … deren … Ernst.

Ich sehe Rajid. Wo kommt der denn bitte her und warum ist der trocken und ich bin nass?

„Rajid, ich bin mit Fernando Alonso verabredet und nicht mit Mark Webber!", zische ich ihn an.

Er schaut auf seinen kleinen Zettel und dann zu Mark. Seine Augen werden ganz schön groß. „Ooooh, oh, es tut mir leid. Da ist ein Fehler unterlaufen. Eigentlich hätte Frau Webber hier sein müssen."

„Weber."

„Was?"

„Die Frau heißt Weber."

„Ja genau. Frau Webber."

Ich fasse es nicht. Dieser Kerl ist noch dümmer als ein verbranntes Toastbrot.

„Ah, Herr Webber. Es tut mir leid, dass Sie warten mussten", stürmt Rajid plötzlich von mir weg und auf Mark zu, der ihn verwundert anschaut.

Er quält dann aber ein Lächeln auf seine Lippen, als Rajid weiterspricht: „Hier ist Minna Ewens. Ihre Begleitung für heute Abend."

Ich bin mittlerweile auch an dem Tisch und muss mir einen abwertenden Blick inklusive hochgezogenen Augenbrauen von Herrn Webber gefallen lassen.

„Hallo, freut mich Sie kennenzulernen", versuche ich meinen Ärger nicht an ihm auszulassen.

Er ergreift meine Hand und fragt abwertend: „Hatten Sie keinen Schirm?"

„Doch."

„Sie hätten den wohl besser mal benutzen sollen."

Alter… dem geh ich gleich an die Gurgel.

„Sie hätten den wohl besser mal benutzen sollen", äffe ich schnippisch seinen Kommentar nach.

„Wie bitte?", fragt er mich erzürnt.

„Was ist? Ich bin nur in dieser Situation, weil du und Fernando euch wie kleine Kinder im Sandkasten benehmen müsst, wo der eine dem anderen die Schippe wegnimmt!", fauche ich ihn an.

So ein blöder Arsch. Kein Wunder, dass Liese den toll findet. Der ist ja genauso bekloppt wie sie.

Sein Gesichtsausdruck wirkt wütend. Doch zu einer Antwort kommt er nicht. Der Restaurantchef kommt an unseren Tisch.

„Verzeihen Sie, werte Dame, aber ich muss Sie bitten, das Restaurant zu verlassen", fordert er mich freundlich mit einem überspitzten Lächeln auf. Mark sehe ich triumphierend grinsen. Gleich schlage ich um mich.

„Wie bitte?", bin ich jetzt diejenige, die erzürnt nachfragt.

„Sie sind hier in einem hochpreisigen Restaurant, wo eine gewisse Kleiderordnung von unserer Klientel selbstverständlich erwartet wird. Ihr Outfit passt nicht in dieses Restaurant, welches mit zwei Michelin Sternen ausgezeichnet wurde."

Angriff ist die beste Verteidigung. „Das ist der neue Wet Look! Haben Sie etwa noch nie die Fashion Week verfolgt?", frage ich ihn überheblich und zugleich wütend, was ich nicht einmal richtig spielen muss, „das sollte in Ihrer Position Pflicht sein. Dann würden Sie sich nicht anmaßen, meinen Stil zu kritisieren und Sie würden mich kennen. Ich bin dort für Lagerfeld und Chanel gelaufen. In genau DIESEM Kleid und mir dieser Frisur. Alexa, die Stylistin, hat mich extra nach Indien begleitet, damit ich diesen wundervollen Look von Chanel tragen kann. Es ist für einen Mann in Ihrer Position schon sehr peinlich, nicht zu wissen wer ich bin, aber dass Sie nicht wissen wer ER ist“, dabei zeige ich auf einen völlig fassungslos aussehenden Mark Webber, „das ist ja wohl die Höhe!"

„Es … es tut mir wirklich leid, Frau …", versucht er meinen Namen herauszufinden.

„Mein Name ist Frau ‚Verschwinden-Sie-endlich und lassen Sie mich endlich in Ruhe mit meinem langjährigen Freund essen‘!", gebe ich wütend zur Antwort.

OK, vielleicht habe ich etwas übertrieben mit dem langjährigen Freund. Hoffentlich dreht Mark mir da jetzt keinen Strick daraus.

„Natürlich. Es tut mir wirklich leid. Einen angenehmen Abend, Frau ... Ja, und Ihnen natürlich auch, Herr Webber!" Er verbeugt sich ein wenig und verlässt dann den Tisch.

Dann fällt auch schon meine Anspannung ab. So eine Szene habe ich auch noch nie gebracht und stolz muss ich feststellen, dass die echt gut war.

„Langjähriger Freund, also?", höre ich Mark sagen. Er klingt sauer.

„Ja. Glückwunsch. Dein Gehör funktioniert noch einwandfrei", pampe ich ihn an.

Der braucht mir jetzt nicht auch noch dumm zu kommen. Das ist sowieso alles seine Schuld. An diesem Wochenende reiht sich eine Katastrophe an die andere. Da kommt es jetzt auf diese eine mehr auch nicht mehr an.

„Bist du wirklich Model?", fragt er skeptisch.

„Auch wenn ich so aussehe, nein. Aber wenn ich hier schon mit dem falschen Kerl sitze, will ich wenigstens das gute Essen genießen!"

So! Hoffentlich rafft er endlich, dass ich genauso wenig Lust auf dieses Essen habe, wie er es augenscheinlich hat.

„Na wenn das so ist, können wir das Ganze ja auch beenden!"

„Meinetwegen!"

Mark erhebt sich und sogleich kommt Rajid und noch irgendein Vogel angerannt. Die haben in sicherer Entfernung alles beobachtet. Der andere Vogel, ich nenne ihn mal Birdie, ist scheinbar von RTL, denn er ist groß und sieht europäisch aus. Kein Asiate. Auch seine Art ist gleich ganz anders.

„Es tut mir leid, Herr Webber, aber Sie können nicht gehen. Sie sind der FIA verpflichtet an diesem Meet ‚n’ Greet teilzunehmen", klärt er ihn gleich hart und unerbittlich über seine Stellung auf.

„Da wusste ich aber noch nicht, dass mir hier eine so unfreundliche Person gegenübersitzen würde!"

„Wie bitte? Das soll ja wohl ein Witz sein. Du hast doch deine Nase so weit oben, dass du schon abhebst! Ich musste mit einer durchlöcherten Rikscha im Monsunregen hierherfahren, nur weil ihr beiden Streithähne euch benehmt wie Zwölfjährige!", werde ich immer lauter. Also so ein unfreundlicher Penner!

„Ich fasse es einfach nicht!", wettere ich immer weiter und komme so richtig in Fahrt, „da kickt ihr euch gegenseitig aus dem Rennen oder von den guten Plätzen und jetzt muss ich unter deiner schlechten Laune leiden. Kann ja sein, dass du mit sowas immer durchkommst, aber ICH mache sowas sicherlich nicht mit. Und jetzt hör auf, dich wie eine Mimose zu verhalten und lass uns endlich essen. Ich habe Hunger!"

Oh, das tat vielleicht gut. All den Frust einmal rauslassen. Völlig enttäuscht, lasse ich mich in den Stuhl sinken und greife mir etwas von dem indischen Brot, was ich jetzt auseinanderzupfe und esse.

„Jetzt komm mal wieder runter und versuch wenigstens dich wie eine zivilisierte Person zu benehmen", gibt er immer noch nicht klein bei, „wir müssen hier ja schließlich nicht ewig sitzen."

Ich blicke auf und schaue ihm direkt in die Augen, als ich antworte: „Sehe ich etwa so aus, als hätte ich da Bock drauf? Ich will das genauso schnell hinter mich bringen wie du!"

Damit ist zwischen uns alles gesagt und wir lassen das Essen einfach über uns ergehen. Dabei könnte es wirklich einer Komödie gleichen. Zwischendurch muss Birdie Fotos machen, um unser 'tolles' Meet ‚n‘ Greet zu dokumentieren. Dabei stelle ich fest, dass wir beide auch hätten Schauspieler werden können. Kaum ist die Kamera auf uns gerichtet, lächeln wir beide hinein. Kaum ist sie weg, gucken wir wieder ernst auf unser Essen. Mark und ich finden unsere Handys interessanter als alles andere und verabschieden uns schnell mit einer gestellten Umarmung, als wir endlich diesen Abend hinter uns gebracht haben.


Liese

Endlich ist meine allerliebste Reisegenossin weg. Jetzt kann der schöne Teil der Reise beginnen. Auch wenn jetzt schon eine Stunde mit Warterei verloren gegangen ist, freue ich mich unheimlich auf das, was jetzt kommen wird. In ein paar Minuten werde ich wahrhaftig dem leibhaftigen Mark Webber gegenüberstehen. Sogleich wird mir unheimlich flau im Magen, schon fast übel. Das ständige Auf und Ab der letzten Tage hat mich diese Aufregung fast ganz vergessen lassen. Eine Aufregung, die sich jetzt von meinen Zehen aufwärts ihren Weg bahnt. Gleich trifft sie auf mein Herz und lässt es deutlich höherschlagen.

Die Flauheit wird noch stärker, vor allem als ich in die Richtung blicke, aus der Mark kommen sollte, und da jemand ganz anderer auf mich zukommt. Jetzt ist mir übel, so richtig. Nicht Mark steht vor mir, sondern Fernando. Der hat natürlich keinen blassen Schimmer wieso ich ihn so verschreckt anschaue. Besser gesagt, auf ihn herabblicke. Ich schaue Hilfe suchend zu Alex, unserem ständigen Begleiter der letzten vier Tage. Der versteht auch nicht ganz. Ich gehe auf ihn zu und ziehe ihn etwas beiseite.

„Alex, da stimmt was nicht", zische ich ihn an, „ihr habt unsere Gewinne, äh Männer, ach egal, vertauscht. Ich hätte mich hier mit Mark treffen sollen."

Alex, der schüttere Blondie, versteht noch immer nicht ganz. Seine Information ist die, dass Minna zu Mark gehört und ich zu Fernando. Am liebsten würde ich ihm die Gurgel zudrücken und gleichzeitig die Augen auskratzen. Seine plumpe Antwort auf das Ganze lässt mich fast explodieren.

„Sorry, aber da kann ich jetzt nichts dran ändern. Minna ist schon auf dem Weg zu Mark. Die kommen sich ja verarscht vor, wenn ich euch zwei jetzt wieder austausche. Also genieße den Abend mit Fernando. Sind doch beide erfolgreiche Formel 1 Fahrer, macht doch keinen Unterschied."

Nicht nur Gurgel zudrücken und Augen auskratzen. Jetzt kommt noch Kastrieren dazu. Obwohl das bei ihm wahrscheinlich schon passiert ist, der hat ganz sicher keine Eier in der Hose. In Gedanken massakriere ich gerade einen anderen seiner Körperteile, als er nur kurz mit den Schultern zuckt und einfach weggeht. Ich atme kurz durch und drehe mich zu Señor Alonso um, der mich mit großen Augen ansieht und fragt, ob wir uns nicht setzen wollen. Da ich gut erzogen bin, folge ich seinem Vorschlag. Der Kellner nimmt unsere Getränkebestellungen auf. Meine Wahl fällt auf einen starken Rotwein, irgendwie muss ich diesen öden Geschmack runterspülen. Als der Kellner mir die Flasche zeigt und ich ohne wirklich hinzusehen zustimmend nicke, höre ich von der gegenüberliegenden Tischseite ein ‚No, den dürfen Sie gleich wieder mitnehmen’. Verdutzt und etwas verärgert sehe ich den kleinen Spanier an.

„Ich kenne die spanischen Weine, der ist nicht gut."

In meiner Enttäuschung und im Wunsch diese etwas zu ertränken, habe ich gar nicht darauf geachtet, was für einen Wein ich bestellt habe. Fernando bestellt einen anderen Wein und ich ergebe mich in mein Schicksal. Der Abend ist sowieso gelaufen. Mühsam versucht er ein Gespräch in Gang zu bringen, meine Antworten sind aber nur sehr einsilbig. Auch als ich ihm erkläre, dass ich statt ihm jemand anderen erwartet habe, kommt das in knappen Sätzen. Er versucht weiterhin das Gespräch am Laufen zu halten. Nicht, dass ich ihn nicht mag. Er ist ja ein recht ansehnlicher Kerl, ein wenig klein halt. Mein Papa ist sogar ein Riesenfan von ihm.

Aber er kann mir Mark nie im Leben ersetzen. Irgendwann verfallen wir in komplettes Schweigen, unsere Blicke meist auf die langweilig weiße Tischdecke gerichtet. In Gedanken versunken, wie es jetzt wohl wäre, hier mit Mark zu sitzen, vernehme ich leises Gemurmel.

„¿Qué estoy haciendo aquí? Solo debo ir. No puedo hacer eso.”

Keinen Moment lasse ich mir anmerken, dass ich ihn verstehe. Zur Schulzeit hatte ich ein paar Jahre Spanischunterricht, aber das werde ich ihm jetzt sicherlich nicht auf die Nase binden. Nur kurz sehe ich in seine Richtung und lasse dann meinen Blick über das Hotelgelände schweifen. Meine Gedanken schweifen ab, zu Mark. Und ich werde sauer, sauer auf Minna, weil die jetzt bei ihm sein kann. Plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen, weil ich ein etwas lauteres ‚Puta arrogante‘ vernehme. Mein Blick richtet sich wie ein Blitz auf el pequeño arrogante Hispano.

Zischend fahre ich ihn an: „Wenn du mir etwas zu sagen hast, dann mach das auf Augenhöhe. Soll ich den Kellner vielleicht um einen Kinderhochstuhl bitten?"

Ohne wirklich darüber nachzudenken, wie bösartig ich gerade werde, lasse ich ihn spüren, was ich von seiner Körpergröße halte. Fernando verzieht jedoch keine Mine. Er steht einfach auf und verlässt mit den Worten ‚Das muss ich mir nicht gefallen lassen‘ die Szene. Gerade als der Kellner mit dem Essen kommt, kehre auch ich dem schönen Pavillon den Rücken und verschwinde in die andere Richtung. Ohne Ziel und ohne zu wissen, was ich jetzt tun soll.
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