Der Zusammenstoß

GeschichteDrama, Romanze / P18
15.03.2019
16.03.2019
2
1906
 
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Disclaimer: Alle Rechte liegen bei J.K.Rowling.  Ich verdiene kein Geld mit der Geschichte.

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Hermine Granger war mehr als zufrieden mit ihrem Leben. Der Krieg war seit fünf Jahren vorbei und seither hätte es nicht besser für sie laufen können - direkt nach ihrem Abschluss hatte sie eine Ausbildung in der Abteilung für Magische Strafverfolgung gemacht und innerhalb von vier Jahren zur Abteilungsleiterin geworden. Damit war sie Harrys und Rons Chefin und bekam ihre beiden Freunde täglich zu Gesicht, was sie freute, denn ihre anderen Freunde, Ginny, Neville und Luna zum Beispiel, waren in ganz Großbritannien verstreut und deshalb sah sie diese nicht mehr so oft wie noch in Hogwarts.

Ja, die ehemalige Gryffindor führte ein erfülltes Leben. Ihre Arbeit machte Spaß, sie hatte tolle Kollegen, erfreute sich bester Gesundheit und genoss ihr Leben in vollen Zügen. So richtig glücklich war Hermine allerdings erst, seit sie sich entschlossen hatte, die Beziehung mit Ron zu beenden. Schon länger hatte sie gespürt, dass es nicht so war, wie sie sich erhofft hatte. Zu lange hatte sie sich vorgespielt, dass diese Beziehung perfekt war, dass Ron und sie perfekt zueinander passten. Dem war nicht so. Das hätte sie eigentlich von Anfang an wissen müssen, aber während des Krieges und in dem ersten Jahr danach, hatte sie einfach noch gewusst, was sie wirklich wollte.

Mittlerweile war sie jedoch zu einer sehr selbstbewussten Frau herangewachsen, die mit 24 Jahren schon mit beiden Beinen fest im Leben stand. Sie wollte noch nicht heiraten und auch noch keine Kinder, Ron hätte am liebsten beides direkt nach dem Krieg abgehakt. Für ihn war sie immer nur die hübsche Frau an seiner Seite gewesen, ein Schmuckstück, das am besten daheim blieb, kochte, putzte und sich um ihren Liebsten kümmerte.

So ein Hausmütterchen war die Brünette nie gewesen und würde es auch sein. Wer auch immer später einmal um ihre Hand anhalten würde, musste akzeptieren, dass sie nicht ihr Leben lang daheim bleiben und Putzfrau, Kinderpflegerin und Bespaßerin ihres Ehemannes spielen würde. Was natürlich nicht hieß, dass sie sich nicht um ihre Kindern würde, natürlich würde sie mindestens ein Jahr in Elternzeit gehen, aber eben nicht für immer.

Heute war der 29. September 2003, ihr erster Arbeitstag nach ihrem vierwöchigen Urlaub. Zwei Wochen davon hatte sie mit Ginny in Italien am Strand verbracht, die anderen zwei hatte sie nur für sich genommen und getan, was ihr gut tat - Ausschlafen, Lesen, mit ihrem Auto durch England fahren, ihre Eltern besuchen und noch so einiges mehr. Der Urlaub hatte ihr wirklich gut getan und so kehrte sie erholt um 9 Uhr an ihren Arbeitsplatz zurück. Dort wartete bereits ein riesiger Pergamentstapel auf sie.

Ihre Sekretärin Sally, mit der sie auch gut befreundet war, kam sogleich mit einem Tablett in das Büro. Auf dem Tablett befand sich eine Kanne mit Hermines Lieblingstee, ein Kännchen Milch, ein Zuckerdöschen und ein Teller mit Obst und Keksen.

"Hermine, schön, dass du wieder da bist! Mensch, bist du braun geworden, da werde ich direkt neidisch! Wie war der Urlaub  mit Ginny?", begrüßte Sally sie fröhlich und stellte das Tablett auf dem riesigen Schreibtisch ab.

"Danke, Sally", erwiderte die junge Frau lächelnd. "Der Urlaub war echt toll. Ich fühle mich so erholt wie lange nicht mehr. Mal schauen, wie lange das anhält, dieser Papierkram macht mich jetzt schon wahnsinnig."

"Ja, es hat sich bereits einiges angesammelt, auch wenn ich schon einiges erledigt habe. Das hier ist sind die wichtigen Dokumente und Briefe, zu denen ich keinen Zugang habe. Gehen wir nachher gemeinsam in die Mittagspause? Du musst mir alles der letzten vier Wochen erzählen!"

"Klar, gerne. Aber fürs erste müssen wir die Termine für die Woche besprechen", meinte Hermine, schenkte sich Tee ein und setzte sich dann aufrecht hin. Jetzt war sie wirklich wieder in der Realität angekommen. "Also, was steht bis Freitag an?"

***

Um 18:00 Uhr verließ Hermine völlig erschöpft ihr Büro. Mann, der erste Tag zurück aus dem Urlaub war immer vollgestopft - tausend Leute aus der Abteilung wollten etwas von ihr, Papierkram musste erledigt werden und sie musste bei Meetings erscheinen, um sich auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Ihre Arbeit machte ihr wirklich Spaß, aber dieser eine Tag nach dem Urlaub war unglaublich nervig.

Wenigstens hatte sie es für heute geschafft. Sie konnte es kaum erwarten, nach Hause zu kommen und sich etwas leckeres zu kochen. In Gedanken war sie längst beim Essen, sie plante die Mahlzeit in ihrem Kopf und passte kaum noch auf, wo sie hinlief.

PENG. Die junge Frau war mit einem großgewachsenen Zauberer zusammengestoßen, war genau gegen sein Kinn gelaufen und fiel nun rückwärts auf den Boden. Sternchen tauchen vor ihren Augen auf, tanzten immer schneller bis alles schwarz wurde.

***

Stöhnend tauchte die junge Hexe wieder aus der Dunkelheit auf. Sie hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, eines war jedoch merkwürdig - keiner der Menschen, die um sie und den Anderen herumwuselten, versuchte ihr zu helfen. Es war beinahe so... nein, nicht nur beinahe, sie gingen einfach durch sie hindurch! War sie denn völlig verrückt geworden? Ihr Bewusstsein konnte noch nicht ganz zurückgekehrt sein, vielleicht hatte sie eine heftige Kopfverletzung, die ihr Halluzinationen bescherte. Nein, am Kopf war nichts, stellte Hermine fest, als sie diesen vorsichtig betastete. Gut, er tat leicht weh, aber sie blutete nicht.

Langsam setzte sie sich auf und erkannte nun ihren Gegenüber, der immer noch ohnmächtig zu sein schien - es war Lucius Malfoy.  Der Blonde war nicht so glimpflich davon gekommen, er hatte eine Platzwunde am Kinn.

"Hilfe, wir brauchen Hilfe!", rief Hermine, aber die Hexen und Zauberer gingen einfach weiter durch sie und Malfoy hindurch und schienen sie nicht zu hören!

Was in aller Welt ging da vor sich?!
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