Kidnapped

GeschichteAllgemein / P18
15.03.2019
15.03.2019
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Kidnapped

(Original von Sacara Link zur Original Fanfiktion )
Ungefähr ein Jahr nach „Schweigen der Lämmer“

Clarice ging wenig auf ihre Umgebung achtend zu Ihrem Fluggate. Der Weg dorthin schien nicht enden zu wollen. Ihr Flug ging in zehn Minuten und sie war froh endlich wieder nach Hause zu kommen, nach diesem langwierigen Einsatz. Crawford schien sie beschäftigt halten zu wollen, so als wüsste er, dass sie nach den Vorfällen mit Jame Gumb immer noch nicht sie selbst war. Sie gab zwar vor stark zu sein, aber sie konnte den Aufruhr der Gefühle, der sie seither verwirrte, einfach nicht verbergen. Das Problem war, dass Gumb nicht die Ursache für diesen Aufruhr war, wie Crawford glaubte. Es war etwas anderes. Es war diese Stimme die sie verfolgte, diese hypnotischen Augen die sie mit jedem Blick zu durchdringen schienen. Es war er. Doktor Hannibal Lecter – er war der Grund für diesen Aufruhr.

An ihrem Gate ankommend checkte sie ein. Immer noch tief in ihren Gedanken versunken, betrat Agent Starling das Flugzeug und der Flugbegleiter führte sie zu Ihrem Platz. Als sie saß gingen ihre Gedanken zurück zu diesem einen Mann.
Was genau verwirrt mich, fragte sie sich? Sicher, da war die Tatsache, dass er ein sehr gefährlicher Flüchtiger war, der irgendwo da draußen war und vielleicht nach ihr suchte ... nein, er hatte gesagt, er würde sie nicht verfolgen ... aber konnte sie ihm glauben?
Wollte sie, dass er sie sucht...wollte sie ihn tatsächlich wiedersehen?
In einem Moment des Schocks wurde ihr klar, dass sie wirklich wieder in diese Augen sehen wollte.
Was war nur falsch mit ihr: Er war ein Monster, er aß Menschliches Fleisch...und doch war er der faszinierendste Mann den sie jemals getroffen hatte.
Clarice schüttelte den Kopf als würde sie diese Gedanken los werden wollen. Sie seufzte tief und bemerkte, dass das Flugzeug bereits in der Luft war. Sie schmunzelte leicht genervt und dachte sie müsse das unter Kontrolle bekommen...!

Nun da sie hellwach und sich ihrer Umgebung bewusst war, bemerkte sie, dass nicht viele Menschen an Bord waren. In ihrer eigenen Reihe befanden sich nur zwei Passagiere, inklusive ihr. Es war eine alte Frau am Fensterplatz. Sie lächelte und Clarice lächelte zurück.
Die Anschnallzeichen gingen mit einem Klingeln aus, Clarice öffnete den Gurt und dachte, dass sie sich gar nicht daran erinnern konnte sich angeschnallt zu haben.

Die Flugbegleiter begannen Getränke zu servieren. Sie hörte eine zu einem Passagier sprechen. Clarice bewegte sich ein wenig in ihrem Sitz und sah die Stewardess. Sie war eine hübsche, junge, blonde Frau. Als der Passagier etwas sagte setzte ihr Herz einen Schlag aus, ihre blauen Augen weiteten sich und sie hielt ihren Atem an um zu verstehen war er sagte. Seine Stimme...
Es konnte nicht sein...oder? Es klang fast so als wäre es... Sie hörte das vertraute Timbre, diese einzigartige Stimme. JA, er war es. Hannibal Lecter. Er war tatsächlich auf diesem Flug, in eben diesem Flugzeug.

Agent Starling erhob sich ein wenig um einen besseren Blick auf ihn zu bekommen, aber die anderen Sitze waren im Weg. Sie bewegte sich in eine bessere Position. Es verschlug ihr den Atem, dort war er. Sie konnte ihn nicht richtig sehen, nur sein Profil und einen Arm gekleidet in blaue Seide. Sein Haar wirkte dunkler und länger. Sie konnte nicht sehen ob er sein Gesicht verändert hatte.

Doktor Lecter saß vier Reihen vor ihr und schien allein in seiner Reihe zu sein. Sie konnte niemanden anderes sehen. Ihr Herz schlug schnell und sie fühlte sich als wäre sie gerade zehn Meilen gerannt. Die alte Frau bemerkte Clarice´s bleiches Gesicht und ihren geschockten Gesichtsausdruck und fragte ob alles in Ordnung sei. Clarice lächelte und nickte, aus Angst er würde ihren Akzent und ihre Stimme sofort erkennen. Denk Mädchen, denk sagte sie zu sich selbst.
Ok, wir sind in einem Flugzeug in einer Höhe von etwa 10.000 Meter und ich bin hier mit einem der zehn meistgesuchten Kriminellen... Was soll ich tun?
Oh Gott dachte sie, blickte dann auf ihre Uhr und stellte fest, dass sie in weniger als 40 Minuten landen würden. Was konnte sie nur tun? Sie konnte nicht zum Piloten weil Lecter vor ihr saß, sie konnte es auch nicht den Flugbegleitern sagen weil die vielleicht Panik bekommen würden und dann würde das ganze in einer Katastrophe enden.

Wie würde Lecter reagieren wenn er sie bemerken würde? Sie konnte fast hören wie er „Guten Abend Clarice“ sagte ,wie er es getan hatte, wann immer sie sich getroffen hatten. Clarice war erschüttert. Angst und Aufregung vermischten sich und ließen ihr Blut gefrieren. Sie saß dort, unfähig zu einer Lösung zu gelangen. Oh, wie sehr sie sich wünschte, dass jemand mit ihr hier wäre, um für sie zu entscheiden.
Um Himmels willen, sie war eine ausgebildete FBI-Agentin. Sie sollte jede Situation regeln können. Nein, das war definitiv anders. Das war Hannibal Lecter.
Sie war sich nicht einmal sicher, was sie tun würde, wenn sie die Gelegenheit hätte, ihn zu fangen ... sie sprach gern mit ihm. Niemand zuvor hatte sie so gut verstanden. Er kannte sogar ihren Geruch. Sie lächelte zu sich selbst und bemerkte dann, was sie gerade gedacht hatte ... hat er sie gerochen? Konnte er sie vielleicht von allen anderen Leuten innerhalb des Flugzeugs unterscheiden? Nein, sie beruhigte sich, er hätte etwas getan ... er hätte sich zumindest umgedreht und nach ihr gesucht.

Clarice sank tiefer in ihren Sitz als sie es schon war. Mach nur keine Geräusche. Gerade als sie das zu sich selbst sagte, erschien die Stewardess in ihrer Reihe und der, der alten Frau.
„Was möchten Sie zu trinken?“, fragte sie, erst zu der alten Frau blickend und dann zu Clarice.
„Ich hätte bitte gerne einen Kaffee!“, sagte die alte Dame. Die Blonde gab ihr den Kaffee und drehte sich dann zu Clarice.
Agent Starling schluckte und ihr Herz klopfte wild. Sie flüsterte fast. „Wasser bitte!“
„Gerne. Sonst noch etwas?“
Clarice schüttelte ihren Kopf. Sie bewegte sich, um durch die Sitzreihen in Lecters Richtung zu blicken, nur um sich zu vergewissern, dass er sie nicht gehört hatte. Aber als ihr suchender Blick seinen Platz erreichte, war niemand dort. Sie bekam fast einen Herzinfarkt. Mit einer plötzlichen Bewegung rückte Clarice in ihren Sitz zurück und verschüttete aus Versehen das Glas Wasser, dass die Flugbegleiterin noch in den Händen hielt. Das Wasser spritze über die leeren Sitze, aber auch über ihre Hose und die der Stewardess.
„Oh mein Gott! Es tut mir so leid!“, entschuldigte sie die Blonde. Sie nahm eine Serviette und versuchte die Sitze zu trocknen. Sie gab auch Clarice eine, die nervös in Richtung Lecters Sitz blickte. Die Flugbegleiterin bat sie aufzustehen damit sie ihren Sitz trockenen konnte, mehrmals, aber Clarice reagierte nicht. Sie war damit beschäftigt den Doktor zu suchen, als eine Stimme hinter ihr sprach: „Guten Abend Clarice. Was für eine angenehme Überraschung Sie hier zu treffen!“
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