Nimbatus – Buch des Nebels

von Ririchiyo
KurzgeschichteMystery, Freundschaft / P12
Dalian Hugh Anthony "Huey" Disward
15.03.2019
15.03.2019
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AN: Es handelt sich hierbei um einen Beitrag zu der Challenge: „1 Beginn, 1 Ende, 1 Wort“ bei der ein vorgegebenes Wort im ersten und letzten Satz eines mindestens 200 Worte langen Textes vorkommen muss, ohne dass die Sätze identisch sind. Diesmal mit Wort 118 „Nebel“.
(Titel inspiriert von den anderen Magischen Büchern im Original.)



Nimbatus – Buch des Nebels


Die Gestalten erheben sich aus dem Nebel, als wären sie ein Teil davon. Als würde der Nebel sich zu ihnen verdichten und ihnen erst ihr Leben einhauchen. Hätte Huey nicht jeden Tag mit solchen Dingen zu tun, dann wäre es vermutlich eine der grusligeren Situationen in seinem Leben, aber so beobachtet er einfach nur schweigend, wie ein weiteres magisches Buch seine Macht entfaltet.
„Willst du hier den ganzen Tag lang nur rumstehen und starren?!“, hört er in dem Moment hinter sich die aufgebrachte Stimme seiner kleinen Begleiterin, und im nächsten Moment trifft einer ihrer Stiefel ihn in der Kniekehle und er geht zu Boden.
Verdammt! Das hatte er schon beinahe vergessen.
„Los!“, zetert Dalian weiter, und als er sich umdreht, wedelt sie mit den Armen wild umher und deutet zwischen ihm und den Nebelgestalten hin und her. Wüsste er nicht, wozu sie fähig ist, er würde vermutlich über den Anblick lachen. „Mach doch was!“
Stöhnend richtet er sich wieder auf. Er verzichtet darauf, Dalian einen finsteren Blick zuzuwerfen, weil es ja vermutlich ohnehin nichts bringen würde, und greift stattdessen nach dem Schlüssel, um seiner kleinen Begleiterin ihren Wunsch zu erfüllen. Vielleicht steigert das ihre Laune ja ein wenig …

Doch selbst, als sich all die Nebelmenschen in Luft auflösen und das Buch ein für alle Mal weggeschlossen ist, ändert das nicht wirklich viel an Dalians Gemütszustand. Sie verschränkt nur die Arme vor der Brust, dreht auf dem Absatz um, und stolziert dann mit hoch erhobenem Kopf davon, ohne ihn – oder irgendetwas anderes hier – auch nur eines Blickes zu würdigen. Manchmal ist sie wirklich wie eine kleine Königin.
„Ich will Zuckerbrot!“, verkündet sie, und nach kurzem Zögern rückt Huey seinen Hut zurecht, und folgt ihr mit einem leisen Seufzer.
Keine fünf Minuten später fahren sie beide mit ihrem Auto davon, und hinter sich zurück lassen sie nur das freie Feld, die alte Ruine, und den nun menschenleeren Nebel, der sich über all das erstreckt.
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