Das Herz in der Dunkelheit

von reinimax
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
14.03.2019
14.03.2019
29
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Darians Herz raste und seine Schenkel brannten, doch er konnte jetzt nicht aufgeben. Der Mann den er verfolgte war sein letzter Anhaltspunkt. Er durfte ihn nicht verlieren. Sie rasten durch enge und dunkle Gassen wie zwei Gespenster. Um sie war Stille und über ihnen die Sterne, die einzige Beleuchtung in diesem Teil Gareths. Der Mantel des Inquisitors und seine schulterlangen, glatten Haare wehten im Wind und er atmete gierig die kühle Nachtluft ein. Er konzentrierte sich darauf, den Abstand zu seinem Ziel zu halten. Irgendwann würde der andere langsamer werden.
Sie bogen um eine Ecke – eine Sackgasse! Der andere drehte sich um, Stahl blitzte in seiner Hand auf. Er stand geduckt da, wie ein verwundeter Wolf, der bereit war jederzeit nach vorne zu springen und seine Zähne im Fleisch des Verfolgers zu begraben. Ein Lächeln huschte über Darians Gesicht. Er zog betont langsam sein Schwert und machte einige lässige Schritte auf seinen Gegner zu, blieb jedoch außerhalb seiner Reichweite.
„Wo ist sie?“ Seine Stimme klang klar und kalt wie Stahl.
„Und was wenn ich es dir sage? Drehst du dich dann einfach um und gehst deiner Wege?“ sprach der andere mit tiefer, rauer Stimme. Darian konnte die Anspannung im muskulösen Körper des Schlägers erahnen. Kleine Augen funkelten ihn böse an.
„Warum nicht? Du bist mir egal – mich interessiert nur, was du weißt.“
„Dann komm näher und ich sage es dir...“ Darian machte einen Schritt nach vor. „… in der Hölle!“
Stahl klirrte auf Stahl als der Inquisitor sich zur Seite drehte und den Streich des anderen parierte. Darian duckte sich unter einem Hieb und schlitzte dem anderen den Bauch auf. Der Schläger schrie auf, ließ die Waffe fallen und presste die Hände gegen die Wunde. Dann sank er auf die Knie.
Der Inquisitor seufzte: „Du hast wirklich ein Talent dafür, es dir unnötig schwer zu machen.“
„Die Dämonen der Niederhöllen sollen dich holen, du Schwein.“
„Mach es dir nicht noch schwerer. Das ist eine üble Wunde. Du kannst dich entscheiden: ein langsamer und qualvoller Tod oder ein schnelles, schmerzloses Ende. Ich will einen Namen und einen Ort.“
„Ich habe Zeit,“ fügte Darian hinzu als der andere nicht antwortete. Er ging neben ihm in die Hocke und studierte das zur Grimasse verzerrte Gesicht. „Deine Schmerzen werden nur schlimmer werden.“
„Vinsalt...“ keuchte der andere. „Das Haus… der Grisetti.“
„Gut. Vielen Dank für deine Kooperation.“ Der Inquisitor richtete sich auf und trat einen Schritt zurück.
„Es gibt da nur ein Problem. Woher weiß ich, dass du die Wahrheit sagst?“ Damit drehte er sich um und ging in die Richtung, aus der er gekommen war, hinter ihm die Schreie des Sterbenden.
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