Kämpfe-für das, an was du glaubst

von BatWolf
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Elrond Erestor Glorfindel
13.03.2019
11.10.2019
11
25782
7
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Hallo erst einmal an alle die meine Geschichte lesen,

dies ist die erste FF, die ich irgendwo hoch lade, daher würde ich mich über Verbesserungsvorschläge und Rückmeldung freuen.

Ansonsten habe ich mir die Charaktere und Plätze nur geliehen, denn leider gehört nichts davon mir, sondern unsern allerseits geschätzten J.R.R. Tolkien und seinen Erben.

Zeitlich ist meine Geschichte vor Herr der Ringe und Hobbit angesetzt, wobei der Prolog sehr viel früher spielt...

Das Pairing ist Glorestor (davon gibt es meiner Meinung nach zu wenige).

Ach ja, wer lieber auf Wattpad liest findet meine Geschichte unter dem Benutzername Uwen201.

So genug palavert jetzt wünsche ich euch erst mal viel Spaß mit dem Prolog.

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Prolog:

Sein Atem ging keuchend, die Hitze seines Gegners kroch ihm unter die Rüstung. Noch könnte er umkehren, es sich anders überlegen. Seinen Teil hatte er bereits getan und er war müde von vorherigen Kämpfen. Er könnte zu den anderen gehen, mit ihnen nach einem besseren Fluchtweg suchen. Doch das lies sein Stolz nicht zu. Er würde kämpfen. Für seine Leute, für seine verlorene Stadt. Und für seinen besten Freund. Er war gestorben, einfach so. Wenigstens rächen wollte er ihn. Und was machte es schon, sollte es sein letzter Kampf sein. Sein Zuhause war verbrannt. Sollte er sterben würde er Ecthelion wiedersehen. Entschlossen ging der Krieger ein paar Schritte auf den Dämon zu, packte das Schwert fester. Drohend ragte dieser über ihm auf, ein feuriger Berg an Schatten, ungefähr doppelt so groß wie er.

Mit einem Kampfschrei griff Glorfindel den Balrog an. Der heiße Atem schien ihn zu versenken, doch er stürzte sich trotzdem noch ein paar Schritte näher. Im Hintergrund waren die vielfältigen Geräusche von verängstigten Elblingen zu hören. Die Flammenpeitsche des Balrogs knallte laut, Flammen stoben um ihn einher, versengten das goldene Haar des verzweifelten Kämpfers. Immer wieder musste er zurückweichen, immer wieder kam er vor. Ein ständiges hin und her in dem der Balrog der Überlegene schien, nicht nur in der Größe, auch an Ausdauer und Kraft. Glorfindel hatte bereits harte Kämpfe hinter sich, der Balrog hingegen hatte noch nicht in den Kampf eingegriffen. Die goldene Rüstung schien auch langsam an ihre Grenzen zu kommen, für eine Feuerschlacht war sie nicht ausgelegt. Doch der Elb kämpfte einfach weiter, immer verzweifelter wurden seine Ausfälle. Immer erschöpfter wurde er. Mit der Müdigkeit kam auch der Feind eines jeden Kriegers, die Unachtsamkeit. Die Flammenpeitsche schnalzte laut zischend durch die heiße Luft, im letzten Moment konnte er sich ducken, aber die Eisenbesetzte Pranke seines Gegners fuhr herab und streift seine Seite. Die Rüstung, nicht mehr das was sie mal war, schälte sich wie Butter von seinem Körper und der tödliche Dorn schnitt schmerzhaft in das Fleisch des Elben. Für einen Moment sank er in die Knie schnappte nach Luft. Triumphierend brüllte der Balrog und hob den Arm mit seiner Peitsche zum endgültigen Schlag. Glorfindel starrte bewegungslos auf seinen Tod. So sollte es also enden, erschlagen von der Feuerpeitsche eines Balrogs.

Aber im letzten Moment schaltete sich sein Überlebensinstinkt wieder ein, er kam auf die Beine und hob sein Schwert, bereit sich zu verteidigen. Der Arm seines Gegners sauste unaufhaltsam auf ihn nieder. Mit schweren Gliedern hob er sein Schwert noch ein Stückchen in die Höhe, mit dem Schrei eines verzweifelten Kriegers führte er seine Waffe von unten auf den Arm des Flammenwesens zu. Die Peitsche knallte, Funken stoben, dann brüllte der Balrog seinerseits los. Doch das Brüllen war kein Schrei aus Triumpf. Dieses Geräusch lies nur die unbändige Wut des verwundeten Dämons hören. Glorfindels Schwert war in seiner Verzweiflung mit einer solchen Wucht gegen die Peitschenschwingende Hand des tödlichen Gegners geführt, dass es den Arm mitsamt der Peitsche sauber abgetrennt hatte. Ein letztes Mal wirbelten die Flammenschnüre durch die Luft, streiften die Wange des Kämpfers und hinterließen verbrannte Haut. Glorfindel, am Ende seiner Kräfte, verpasste den Moment seinen Gegner einen tödlichen Hieb zu versetzen. Der Balrog brüllte ein weiteres Mal aus Schmerz und Wut. Die sonst so goldblonden Haare des müden Kämpfers, wehten in der heißen Luft des Atems zurück, es stank nach verbranntem Haar. Mit zusammen gekniffenen Augen schirmte der Elb sein Gesicht mit seinem linken Arm ab.

Die Gunst der Stunde nutzend sprang der Balrog vor und packte den verletzten Vanya an den goldblonden Locken. Glorfindel, in der Sicht behindert, sah er den verbliebenen Arm nicht kommen und wurde vom unangenehmen Zug in seinen Haaren überrascht. Er versuchte sich zu befreien, wand und krümmte sich unter dem unbarmherzigen Griff seines Widersachers. In diesen ungleichen Ringen kamen beide dem tiefen Abgrund bedrohlich nahe. Doch er kam nicht frei. Es war aussichtslos. Zum ersten Mal seit Beginn des Kampfes nahm er die Umgebung wieder war, hörte verzweifelte Rufe der Flüchtlinge. Sah einzelne Gesichter. Es war als hätte jemand den Ton wieder eingeschaltet. Seine Füße spürten die Kante des Weges.

Es tut mir leid, hieß sein Gesichtsausdruck. Ich konnte dich nicht ausreichend rächen, Ecthelion. Keinen sicheren Fluchtweg schaffen. Ein letztes Mal wanderten seine Augen über den Zug der Flüchtlinge, die Krieger seines Hauses, die Frauen und Kinder, an allen glitt sein Blick vorbei, erkannte keine Gesichter. Bis er schließlich an einem hängenblieb, ein kleiner magerer Junge mit zerfetzten Kleidern, dreckigem schwarzen Haar und den dunkelsten Augen die er je gesehen hatte. Genau diese Augen hielten seinen Blick gefangen. Bewunderung, für seinen Mut, Verzweiflung, Hunger, Misstrauen und etwas wie Neid und Resignation lag in seinen Blick. Die Welt schien stillzustehen. Himmelblau bohrte sich in schwarz. Die Umgebung war vergessen. Irgendetwas in diesem Blick rührte Glorfindel bis ins Mark. Die Hoffnungslosigkeit? Verzweifelt waren sie doch alle.

Die Füße des Kriegers verloren endgültig den Halt, seine Unachtsamkeit wurde für ihn zum Verhängnis. Wenigstens stürzte der Balrog mit ihm in die schier endlose Tiefe. Er wusste dies war sein Ende, aus dieser Schlucht führte kein Weg hinaus, selbst wenn er den Sturz überleben würde. Doch die Bilder, von denen es hieß sie zogen im Angesicht des Todes an einem vorbei blieben aus. Das einzige was passierte war die plötzliche Klarheit seiner Gedanken. Wie zuvor schon Ecthelion sollte er durch die Hand eines Balrogs sterben und dieser gleichzeitig durch die seine. Er begrüßte diesen Umstand, wenigstens würde er kämpfend untergehen, seine Stadt war verloren, er hatte seinen Dienst getan, er wurde nicht mehr benötigt. Die Flüchtlinge waren erst mal sicher. Und er, ja er würde in Mandos Hallen seinen besten Freund wiedersehen. Ecthelion ich komme! Der Boden raste weiter mit unverminderter Geschwindigkeit auf ihn zu, ein Ende des Falls wurde absehbar. Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht, dich zu rächen. Aber ich bin gescheitert. Er schloss die Augen, den Aufprall abwartend. Ein Knall, der Balrog war am Boden zerschellt, ihm würde jeden Moment das gleiche passieren. Ein glühender Schmerz zog durch seinen kompletten Körper. Ecthelion ich komme. Dann wurde es dunkel um ihn.





Man hatte ihn nicht bemerkt, in all der Zeit hatte man ihn nicht einmal bemerkt. Niemand, der ihm half. Niemand war da. Nicht mehr. Er hatte es ja darauf angelegt, er wollte nicht bemerkt werden, es hätte doch sowieso nichts gebracht. Man hätte... ja was eigentlich? Was sollte man schon mit einem Elbling machen der allein in den Straßen herumlief? Er wusste es nicht, wollte es auch nicht herausfinden. Immer war es gutgegangen, er war immer davongekommen. Aber jetzt wo es ernst wurde reichten die Fähigkeiten eines alleingelassenen Kindes nicht mehr aus, um sich zu verbergen. Nicht vor Orks und Balrogs, vor denen konnte er sich nicht verstecken. Bitter hatte er es erfahren müssen, er hatte nur etwas zu Essen gesucht, da waren sie auf einmal überall, sie kamen von vorne und von den Seiten. Er war eingekesselt, denn der Blick nach hinten offenbarte ungefähr ein dutzend Soldarten, sie würden ihn sehen. Entweder diese stinkenden Kreaturen würden ihn ergreifen oder die Krieger würden ihn packen. Sie hatten allen Grund dazu, hatte er nicht schon öfters ihre Vorräte mitgehen lassen. Aber was blieb ihm anderes übrig? Er wollte doch nur überleben. War das zu viel verlangt? Und die feinen Herren schwammen geradezu im Essen, war es nicht rechtens das er sich wenigstens das nahm, was er zum Überleben brauchte.

Er musste sich entscheiden und zwar schnell. Als einer der Wiederlinge schnaubend auf ihn zukam, konnte er nur mit schreckensstarren Blick auf seinen herannahenden Feind blicken, die schwarzen Augen angstvoll aufgerissen, das war gefährlich. Sein Vater hatte ihm einmal von diesen Kreaturen erzählt, doch Erestor erinnerte sich nur noch vage. Der Ork machte einen weiteren Schritt auf ihn zu und endlich konnte er sich wieder bewegen. Mit einem Wirbeln seines zottigem, inzwischen beinahe knielangem Haar, drehte der kleine Elb sich um und rannte geradewegs auf die Gardisten zu, den Ersten konnte er noch ausweichen, er war geübt in so etwas. Aber es waren zu viele und er war zu müde, strauchelte.

Einer der Elben nutzte die Zeit um ihn zu packen und hochzuheben. Erestor schrie auf, jetzt war es vorbei, er wand und krümmte sich, doch die Hand des Mannes hielt ihn fest. Sie sprachen mit ihm, doch er verstand sie nicht, zu groß war seine Angst.

Erst als er wieder abgesetzt wurde, konnte er wieder klar denken. Er musste hier weg, so schnell wie möglich. Die bösen Männer sollten ihn nicht bekommen. Seine Beine bewegten sich von selbst, er rannte so schnell er konnte. Da war eine Nische, er kauerte sich zusammen, machte sich so klein wie möglich. Doch zu früh gefreut ein Mann kam ihm nach, entdeckte ihn, angstvoll schob sich Erestor tiefer in den Winkel, die Beine angezogen, den Kopf in den Händen versteckt. Vielleicht würde der Mann wieder gehen, wenn er ihn nicht sah, vielleicht würde der Krieger dann auch ihn übersehen. Er wartete, er wartete darauf, dass etwas geschah, er wieder wusste wie er sich verhalten musste. Doch es passierte nichts. Sollte er wieder alleine sein? Vorsichtig blinzelte der Elbling durch seine schwarze Zottelmähne. Der Krieger war immer noch da, er hatte sich auf den Boden gesetzt. Verstohlen musterte der kleine ihn. Der Elb vor ihm hatte braunschwarze Haare die er in den typischen Kriegerzöpfen bändigte, ein silbernes Kettenhemd, darüber eine leichte Rüstung aber er trug keinen Helm. Dieser baumelte an seinem Gürtel und er hatte, Erestors Augen weiteten sich, ein Schwert in der Hand. Warum? Hier war nur er. Der Mann sollte abhauen. In seiner kindlichen Naivität hoffte Erestor nach wie vor der Mann in dem blauen Umhang würde einfach wieder verschwinden, natürlich tat dieser dem kleinen Elb diesen Gefallen nicht, er kniete weiterhin vor der Nische in der Mauer und sprach mit sanfter Stimme etwas hilflos auf den verdreckten Jungen ein.

Dieser hatte endlich seinen Blick gehoben und starrte sein Schwert panisch an. Es machte ihm Angst. Der Krieger seufzte fast lautlos und steckte sein Schwert zurück in die, an seinen Gürtel baumelnde, Schwertscheide. „Ich werde dir nichts tun. Du brauchst keine Angst zu haben, ja. Ich will dir wirklich nur helfen." Endlich erreichten seine Worte das verängstigte Kind, stumm schüttelte Erestor den Kopf, bisher hatte ihm niemand helfen wollen, warum sollte sich das auf einmal ändern. Das konnte nicht sein. „Du kannst mir ruhig glauben, siehst du ich bin unbewaffnet." Wie zum Beweis streckte der Mann ihm seine bloßen Hände entgegen. Hielt der ihn für doof? Er hatte doch gesehen, dass er ein Schwert hatte. Erestor konnte sich nicht helfen, aber die Worte beruhigten ihn. Er richtete sich etwas auf und musterte den Elben vor ihm mit Misstrauen und Neugierde. Selbiger, froh diese Reaktion zu bekommen sprach weiter. „So ist gut. Na, was ist, willst du mir nicht deinen Namen verraten? Ich heiße Ecthelion." Sollte er, oder lieber nicht? Er hatte seinen Namen lange niemanden mehr anvertraut, das machte es ihnen nur leichter ihn zu finden, aber der Mann schien nett zu sein und er hatte ihm auch seinen eigenen Namen genannt. Ecthelion, irgendwo hatte er ihn schon einmal gehört, nur wo? Seine Stimme war heißer und rau, als er ein einzelnes Wort flüsterte „Erestor." Zu lange hatte er nicht mehr gesprochen, er hatte niemanden mit dem er hätte sprechen können. Nicht mehr.

„Erestor also." Murmelte der Mann, Ecthelion. „Willst du mit mir kommen? Zu den anderen, vielleicht finden wir auch deine Nana." Erestor schüttelte stumm den Kopf, er hatte keine Nana die man hätte finden können, sie war weg, wie sein Ada. Trotzdem wollte er mit dem Krieger mitgehen, er war anders als die Männer, die er in den Straßen getroffen hatte. Zur Bestätigung streckte er dem Kämpfer eine Hand entgegen. „Mitkommen. Bitte." Seine Stimme hatte etwas Flehendes, Verzweifeltes und er sehnte sich nach etwas Zuneigung, eine Sache die das Kind schon viel zu lange nicht mehr bekommen hatte. Immer schlug ihm Verachtung und Missbilligung entgegen, wenn er bemerkt wurde. Vorsichtig näherte Ecthelion sich dem Knaben, langsam streckte er seine Hände aus und berührte den Arm von Erestor. Zuerst zuckte der zurück, große ängstliche Augen blickten den Mann an. Aber er riss sich zusammen, hier war endlich mal einer, der ihn lieb behandelte. So zwang er sich nicht zurück zu zucken als die Hand erneut nach ihm griff.

Der Krieger nahm ihn auf den Arm und stand auf, um ihnen herum brannte die Stadt. Der beißende Qualm stach in der Lunge und viele Bewohner rannten hektisch herum, die Männer hielten Schwerter in den Händen und waren nach Möglichkeit durch Kettenpanzer geschützt, die Frauen hielten weinende Kinder in den Armen oder Gegenstände aus ihren Häusern, aber sie alle hatten eins gemeinsam, sie strebten in dieselbe Richtung, alle rannten sie nach oben, zum obersten der Plätze, auch sein Begleiter schlug diese Richtung ein und brüllte währenddessen Soldaten Befehle zu.

Ein wenig später wurde Erestor abgesetzt, nahe bei anderen Kindern und Frauen. Sein Begleiter kniete sich vor ihn hin. „Hör mir zu, Kleiner. Du bleibst bei den anderen, ja. Wenn das alles vorbei ist werden wir deine Nana schon finden. Ich muss jetzt aber erst mal woanders helfen." Er würde seine Nana zwar gewiss nicht finden, trotzdem nickte er. Ecthelion strich ihm durch das verfilzte Haar, bevor er sich umdrehte und im Getümmel verschwand. Erestor aber blieb an der Stelle stehen an die er abgesetzt wurde und blickte den Krieger hinterher. Er hatte ihm gesagt, dass er wieder komme, er würde sich um ihn kümmern. Ein leichtes Lächeln, das erste seit langem, schlich sich auf das verdreckte Kindergesicht. Er hatte jemanden gefunden der ihn mochte.


Doch er sollte ihn nicht wiedersehen. Ecthelion würde nicht zurückkommen. Er würde im Kampf für seine Stadt fallen, gegen den Fürst der Balrogs, Gothmog, kämpfen und mit ihm ertrinken. Dieses Erlebnis sollte das Vertrauen des Elblings für lange Zeit erschüttern.
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