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Hinter den Masken

von Meyrin
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
13.03.2019
14.03.2019
4
3.495
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13.03.2019 1.194
 
Der Raum ist gefüllt mit den Gesprächen der Menschen, den Klängen der Instrumente, welche Walzer spielen und dem rascheln der Kleider. Es herrscht gute Stimmung. Meine neue Komposition ist ein voller Erfolg und der Fürst wird oft gelobt für die Stücke, welche sein Komponist komponiert.
Der Fürst.
Er steht mir gegenüber auf der anderen Seite des Saals und unterhält sich mit verschiedenen Adeligen, welche ihn für die gelungene Vorstellung gratulieren.

Er trägt, wie immer wenn er in der Öffentlichkeit ist, seinen roten Mantel, rote Weste, weißes Hemd, enge rote Hose und die roten Stiefel, welche ihn bis zu den Knien reichen.

Er lacht über etwas, was einer von ihnen sagt. Es ist ein künstliches Lachen. Er scheint auch nur von ihnen weg zu wollen, da es jene Adeligen sind die ihn ständig mit ihren Töchtern zusammenbringen wollen, findet aber keinen Weg sich höflich von ihnen zu verabschieden.

Ich schaue auf eine der Uhren, welche überall kunstvoll im Saal verteilt stehen.  Zehn Minuten sind nun schon auf diese Weise vergangen und so amüsant ich die Szenerie auch finde so will auch ich ihn mindestens für ein paar Minuten für mich haben.
Ich verabschiede mich höflich von meinem Vater und seinen Freunden, mit der Entschuldigung, ich müsste mit dem Fürsten über die Aufführung des heutigen Abends und die welche in den nächsten Wochen stattfinden würde, reden müsse. Mein Vater scheint glücklich, dass ich meine Pflichten nun ernster nehme. Nachdem sie sich von mir verabschiedet haben gehe ich um die Tanzfläche und auf die kleine Gruppe zu.

“Guten Abend Fürst Colloredo. Störe ich ich Sie gerade bei Ihren Gespräch mit diesen herrschaften und soll zu einem späteren Zeitpunkt das Gespräch mit Ihnen suchen ?” frage ich ihn, bevor einer der Adeligen versuchen würde ihn erneut in ein Gespräch zu verwickeln. Ich Ernte mir zwar einige giftige und abschätzige Blicke, doch ignoriere sie, da ich mir eh nicht viel aus dem Benehmen Adeligen gegenüber mache. Mein Fokus liegt allein auf ihn und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, als er zwar noch immer seine Kälte Maske trägt, sich jedoch sichtlich entspannt.

Er sieht mich (versteckt) überrascht und interessiert an, als er mich fragt: “Natürlich. Dürfte ich jedoch fragen um was es sich bei diesem Gespräch handelt, Herr Mozart ?”
“Ich wollte mit Ihnen das Konzert heute Abend und dem in eigen Wochen bereden.” sage ich ohne meinen üblichen Sarkasmus, sondern so wie es sich gehört, was ihn zu amüsieren scheint. Die anderen scheinen hingegen jedoch angepisst.
Er wendet sich seinen Gesprächspartnern zu, entschuldigt sich und deutet mir ihm zu folgen.Wir verlassen den Ballsaal und gehen durch mehrere Gänge in sein Büro.

Als er die Tür schließt, verschwinden auch die letzten Geräusche, welche man noch wenige Sekunden zuvor hören konnte.
Er setzt sich auf seinen Bürostuhl und blickt mich neugierig an. Eine stille Aufforderung für mich zu sprechen.
“Ich nehme an es interessierte Euch ungemein wie hübsch und flexible die Töchter der Adeligen doch sind und es waren daher sehr interessante und aufschlussreiche Gespräche ?” sage ich und schaue ihn mit unverstecktem Amüsement und großen Grinsen an.

Er lacht kurz auf und lehnt sich in seinem Stuhl zurück, die Hände in seinem Schoß gefaltet. Wie er es schafft in so einer Sitzhaltung immer noch ergaben zu wirken würde ich wohl nie verstehen. Ich selbst stehe ja in meinen üblichen weißen Sachen und die Arme überkreuzt vor seinem Schreibtisch.

“Ja, allerdings muss ich gestehen, dass keiner dieser Frauen oder auch andere mich sonderlich reizen.” Er sieht mir direkt in die Augen, wodurch die Dankbarkeit in seinem Blick gut erkennbar ist. Er musste mir nicht wörtlich danken, das war zwischen uns beiden noch nie nötig gewesen. Da ist allerdings auch etwas in seinem Blick, was mir einen Schauer über den Rücken jagt.

“Du wirkst angespannt. Soll ich dir helfen ?” frage ich ihn. Er nickt und schiebt seinen Stuhl etwas von seinem Schreibtisch weg. Ich trete hinter ihn und beginne seine Schultern und Nacken zu massieren. Er seufzt wohlig auf und lehnt sich in meine Berührung. Nach einer Zeit frage ich ihn sanft: „Und? Besser?“ Er schaut mich über die Schulter hinweg an. „Ja. Jedoch weiß ich noch etwas besseres.“ sagt er. Er zieht mich an meinen Händen, den Blickkontakt nicht lösend, auf seinen Schoß, sodass meine Beine links und rechts der seine sind. Er schaut mir tief in die Augen und ich kann seinen warmen Atem auf meinen Lippen spüren. Seine Arme Schlingen sich um meinen Rücken, sodass er mich noch näher an sich ziehen kann. Meine Hände habe ich auf seinen Schultern abgelegt.

Eine Zeit lang sitzen wir einfach nur da. Schauen uns gegenseitig in die Augen. Er lehnt sich nach vorne und legt seine weichen Lippen auf meine. Ich seufze wohlig auf und schließe genießend die Augen. Meine Arme finden ihren Weg in seinen Nacken und ich drück mich noch etwas näher an ihn. Er stöhnt. Verlangend fährt seine Zunge über meine Lippen, bevor er meine Unterlippe in den Mund nimmt und daran saugt. Ich stöhne auf und öffne bereitwillig meinen Mund, heiße seine Zunge in meinem Mund willkommen. Der Kuss wird immer intensiver. Drängender. Fordernder.
Nach eine Zeit löst er den Kuss auf und küsst stattdessen meinen Hals.
„Wir sollten aufhören, bevor jemand kommt um dich für das Essen zu holen und uns erwischt.“ sagte ich mit von Lust verhangener Stimme und schreie lustvoll auf, als er mir in die Verbindung zwischen Hals und Schlüsselbein beißt. Dann drängt ersuche näher an mich, was mich ein weiteres Mal leise aufstöhnen lässt und flüstert mir verführerisch ins Ohr:
„Ich will dich aber jetzt.“
Er küsst mich dann ein weiteres, jedoch merke ich diesmal wie sehr er mich will. Einmal anhand des Kusses und einmal an den Beweis, welchen ich deutlich spüren kann.
Meine Hände haben sich in seinen Haaren vergraben, die seinen wandern unter mein T-Shirt und immer weiter hoch, als es an der Tür klopft.

Colloredo knurrt und ruft mit genervter: „Wer ist es ?“ als ich schon von seinem Schoß kletter und versuche meine Kleidung einigermaßen glatt zu streichen.
„Graf Arco, Durchlaucht. Ich wollte Sie daran erinnern, dass in wenigen Minuten das Abendmahl stattfinden wird.“ erklingt die Stimme des Grafen von hinter der Tür.
„Ich werde gleich dort sein. Sorgen Sie dafür, dass alles bereit ist.“ antwortet Colloredo, nun auch wieder presentable hergerichtet. Er tritt hinter mich, als ich meine Jackr zurecht ziehe, damit sie den eindeutigen Knutschfleck verdeckt. Ich merke dies jedoch erst, als seine Arme sich um mich schließen und er mir einen Kuss in den Nacken gibt. „Warum verdeckst du es? Ist es dir etwas peinlich?“ fragt er mit einem neckischen Ton.
„Nein. Ich möchte allerdings auch nicht, dass Gerüchte im Umlauf sind, welche auch dich betreffen könnten.“ erkläre ich ihm. Sanft, aber bestimmt, löse ich mich aus seiner Umarmung. Ich drehe mich um, gebe ihm einen kurzen Kuss und verabschiede mich mit einem „Bis gleich“ von ihm.
„Glaub ja nicht, dass du mir so leicht davonkommst.“ ruft er mir noch hinterher und ich kann förmlich das Grinsen in seinen Worten hören. Auf dem Weg zum Ballsaal versuche ich meinen Kopf zu klären und nicht daran zu denken, was er später alles mit mir anstellen würde.
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