Geschrieben vom Leben

von aVeel
GeschichteDrama, Romanze / P16
13.03.2019
13.03.2019
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“Ananas!”, tadelte ich meine Katze liebevoll, während ich meinen Schnürsenkel aus ihren Fängen befreite und meine Schuhe zuband. Ein Blick aus dem Fenster verriet mir, dass ich einen Regenschirm mitnehmen sollte. Dieser stand, wie üblich, an der Eingangstür. Die Erfahrung lehrte mich, dass es, wenn ich einen Schirm dabei hätte, sowieso nicht regnen würde, obwohl die Wolken draußen etwas anderes sagten. Lieber nahm ich den Schirm umsonst mit, als später durch einen Schauer überrascht zu werden, weil ich mich auf trockenes Wetter verlassen hatte. Wann sich der Frühling wohl endlich durchsetzen würde?
Schnell packte ich die Bewerbung von der Kommode achtlos in meine Tasche. “Die wollen wir nicht vergessen einzuwerfen.” Ananas saß auf dem Boden und schaute mich aus ihren großen Augen an. “Bis später, Ananas!”, verabschiedete ich mich von meiner Katze und winkte ihr noch zu.

Unterwegs machte ich noch an meinem Briefkasten halt. Wie immer war ich zu faul, um den Briefkasten mit dem Schlüssel zu öffnen und zog die Post mit den Fingern aus dem Schlitz. Es waren zwei weiße Umschläge. Der eine war wahrscheinlich eine Antwort auf eine meiner zahlreichen Bewerbungen, vermutlich eine Absage. Der andere Brief war von meiner Arbeit - einfach am Firmenstempel auf dem Brief zu erkennen. Sofort öffnete ich ihn und überflog den Inhalt. Es war meine Lohnabrechnung und mal wieder war sie fehlerhaft. Mittlerweile grauste es mich. Nicht nur vor meiner Arbeit, sondern auch vor jedem Brief, der von meinem Arbeitgeber bei mir einging. Ich werde das wohl gleich ansprechen müssen. Seufzend packte ich beide Briefe in meine Tasche, wobei Stopfen meinem Umgang mit den Umschlägen eher entsprach.
 
 
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