Shall we dance?

von CarterLee
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Chuya Nakahara Dazai Osamu
12.03.2019
12.03.2019
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„Na los, mach schon.“ ich blickte in die Augen des braunhaarigen. “Du traust dich ja sowieso nicht. Drück ab. Los, drück ab, Chuuya.“ Ich spürte das kalte Metall an meiner Stirn und lächelte einfach. Immerhin wusste ich ganz genau, dass er es sich nicht trauen würde. Große Töne konnte er spucken, aber Taten sprechen lassen? Nein, das konnte er nicht. Wirklich nicht. Ich blickte ihm tief in die grauen Augen, aber ich konnte nicht darin lesen. Das war auch schon früher so. Ich habe allerdings nie verstanden, wieso. Egal, um wen es sich handelte.... Ranpo, Kenji, Kunikida ist am einfachsten. Auch Atsushi konnte ich mehr als einfach lesen. “Jetzt...“ „Halt die Klappe, Dazai!“ Er drückte die Waffe härter an meine Stirn. “Jetzt bekommst du endlich das, was du dir schon immer gewünscht hast. Den Tot.“

„Nö.“ meinte ich als Antwort auf seine Aussage nur. “Ich will nicht sterben, Chuuya. Ich will Selbstmord begehen. Mit einer wunderschönen Frau an meiner Seite.“ „HALT DIE KLAPPE!“ Ich wusste, wie ich ihn auf die Palme bringen kann, und genau das nutze ich nun aus. “Dein ewiges Gelaber von wegen Selbstmord, Selbstmord, Selbstmord.... Kannst du auch mal bitte an was anderes denken? Obwohl, nein. Das brauchst du ja jetzt nicht mehr.“ Die Waffe klickte. “Leb wohl, Osamu.“

Ich bereitete mich darauf vor, die Augen für immer zu schließen, aber ohne Angst. Ich lächelte. Warum auch immer, mich durchströmte Glück. Doch im nächsten Moment froren mir meine Venen, meine Adern, einfach alles ein. Chuuya hatte seine Augen geschlossen, beugte sich vor und ehe ich mich versah, hatte er seine Lippen auf meine gelegt.
Es war nur flüchtig. Dauerte nicht lang, aber mein Herz blieb stehen. Für mehrere Sekunden. Mein Hirn wurde blank. Wieso tat er das? Warum küsste er mich? Wollte er so abschied von mir nehmen? Mich noch ein letztes mal quälen, ehe er dann schlussendlich abdrückte? Mir blieb nichts anderes übrig, als zu warten, also tat ich dies auch.

Als ich wieder zu Verstand kam, war ich alleine. Ich brauchte noch einen Moment, ehe ich mich wieder bewegen konnte. Es war seine Chance gewesen. Er hätte wirklich den Moment nutzen sollen, er hätte abdrücken sollen. „Chuuya....“ leise murmelte ich seinen Namen und schaute in die Richtung, in die er verschwunden zu sein schien. Ich strich mir durch die Haare und nach ein paar Augenblicken machte ich mich doch wieder auf den Weg, zurück zum Büro der Detektive.

~Chuuya's Sicht~

Oh mein Gott! Was zur Hölle hatte ich da denn bitte nur getan? Ich wollte ihn umbringen. Ich hatte endlich DIE Gelegenheit, mich Dazai Osamu's zu entledigen. Wieso zur Hölle, habe ich ihn dann geküsst? Er hat sich gut angefühlt. Seine Lippen waren so warm, und so verdammt weich. Es hat sich gut angefühlt. Mein Herz hatte drei Schläge zugelegt. „Dazai....“ Ich lehnte mich an eine Wand und schloss meine Augen. Mein Körper verzehrte sich schon so lange nach ihm. Wollte ihn. Ich wollte ihm gehören, aber er hatte nur zwei Gedanken, in seinem Leben. Seinen Selbstmord, damit käme ich klar, denn ich würde ihn jedes mal davon abhalten, aber wenn er mit seinen Frauen ankommt, dann möchte ich ihn am liebsten würgen, ihm links und recht eine klatschen...

Wieso muss das ganze so verdammt schwierig sein? Warum musste ich mein Herz gerade an ihn verlieren? Und wieso musste ich mich überhaupt in irgendjemanden verlieben? Ich wollte Solo sein. Ich wollte der Mafia dienen. Sie eines Tages an mich reißen. Aber das ganze war vergessen, sobald ich an Dazai dachte. In diesen Momenten wollte ich nur eines, ihn besitzen.

Wie automatisch biss ich mir leicht auf die Unterlippe, krallte meine Hände in die Hose, in meinem Unterleib begann es zu kribbeln. Ich konnte nur noch an den Kuss denken, mein Körper wurde immer kribbeliger und mein Geist irgendwie immer nervöser.

~Dazai's Sicht~

Es war nun 2 Wochen her, seit Chuuya mich geküsst hatte. In jedem Moment, in dem ich alleine war, oder auch nur nachdenken konnte, musste ich an diesen Kuss denken. Was mich so verwirrte war, dass es mir irgendwie gefallen hatte. Normalerweise hätte ich jeden anderen Kerl von mir gestoßen, ihn früher womöglich auch umgebracht, zumindest zu meiner Zeit bei der Mafia. Wieso nur konnte Chuuya kein Mädchen, keine junge und bildschöne Frau sein?

Stattdessen war er ein junger und wunderschöner Mann, mit so tollen und schönen Haaren, seine Augen waren so tief und sinnlich, man versank regelrecht darin. „Dazai? Hey, Dazai!“ Ich blinzelte ein paar mal, ehe ich auf den Jungen vor mir reagieren konnte. „Was ist denn, Atsushi?“ „Hier.“ Er lud mir einen Haufen Papiere auf den Schreibtisch und grinste schelmisch. „Kunikida will, dass du sie durcharbeitest. Noch heute!“ „Ach nööööö~!“ meinte ich nur und ächzte. “Ich will jetzt nicht arbeiten... Können wir nicht irgendwo hin gehen, wo ich mich mit einer wunderschönen Frau in den Tot stürzen kann?“ „Daza----i......“ Atsushi seufzte, ich allerdings grinste. Aber das Grinsen verging mir. „Schon gut, ich mache ja.“ Er ging, ich legte den Kopf auf den Schreibtisch und hing wieder meinen Gedanken nach. Wenn ich in etwas gut war, dann war es das Vermeiden von Arbeit. Ich hasste sie nicht völlig. Nur dann, wenn ich keine Lust darauf hatte. Und das war gerade der Fall. Ich wollte meinen Gedanken nachhängen. Ich wollte bei Chuuya sein. Ich verspürte den Drang, ihn zu sehen, ihn zu küssen.

Am Wochenende hatten wir Detektive uns verabredet. Tanizaki, Kunikida, Ranpo, Kenji, Atsushi mit Izumi aber auch Akiko war mit von der Partie. Fukuzawa zahlte, auch wenn er nicht dabei war. Wir würden die Rechnung einfach auf seinen Namen an die Detektei schicken. Soviel stand fest.
Wir wollten alle einfach mal wieder die Sau rauslassen. Die Mafia war ruhig geworden und die Gilde hatte sich vor Jahren schon aus Japan verzogen. Yokohama war ruhig und still, wie eh und je und wir genossen es. Doch, so empfand ich es, war es manchmal viel zu langweilig.

„Hey, Dazai-san!“ Ich schaute zu Ranpo, trank den Sake, den Atsushi mir eingegossen hatte. “Wer ist denn dieses mal die Glückliche, die dein Herz für immer gewonnen hat?“ So schnell, wie der Sake in meinem Mund war, so schnell hatte er ihn auch wieder verlassen und Kenji vollkommen besudelt. „Was!??“ Ich starrte Ranpo an. Als ich seinen Blick erwiderte, wusste ich, dass er mich bereits gelesen hatte, und wusste, dass mein Herz nicht an eine Frau, sondern an einen Mann verschenkt wurde.

~Chuuya's Sicht~

Die Tage sind vergangen. Ich habe mir erst mal Urlaub genommen, denn ich hatte auf nichts wirklich mehr Lust. Nicht mal mehr Mordanschläge hatten mein Interesse wecken können, ich hing gedanklich nur noch bei Osamu, und das wurmte mich. Und wie es mich wurmte, verdammt! Wieso konnte dieser Selbstmordfanatiker nicht dorthin zurück gehen, wo er herkam?
Ich schlenderte durch die Straßen und genoss die Stille der Nacht. Sie war zu meinem Verbündeten geworden, mehr denn je.

Ich ging in eine Kneipe. Ich wollte mir einen Drink genehmigen und hoffte darauf, dass der Alkohol mein Hirn voll vernebelt. Aber als ich eine ganz besondere Stimme hörte, blieb mein Herz stehen, ich drehte mich augenblicklich um und blickte in seine tiefen, braunen Augen. Ich merkte, dass auch in ihm etwas vorging, denn auch er konnte seine Augen nicht von mir wenden.
Ich drehte mich weg, konzentrierte mich auf meinen Whiskey, mein Körper verspannte sich, als ich merkte und hörte, wie sich jemand neben mich setzte und das gleiche bestellte, wie ich.

„Ich hab dich lange nicht mehr gesehen. Wie geht es dir?“ Ich konnte erst gar nicht antworten, denn das Dazai das Wort erhob und mich direkt ansprach, damit hatte ich nicht gerechnet. „Ich hatte viel zu tun.“ meinte ich nur. “Auch wenn es im allgemeinen ruhig geworden ist, der Papierkram türmt sich halt auf.“ fügte ich meinen Worten hinzu, und bekam dafür ein Lächeln von ihm geschenkt. Oh mein Gott, wie süß! Dieses Lächeln hab ich schon so lange nicht mehr genießen dürfen.

~ Dazai's Sicht ~

Ich konnte nicht anders, ich musste mich zu ihm setzen. Da ich genau wusste, was er trank, bestellte ich mir das gleiche. Da hatten wir den selben Geschmack. „Chuuya, wir müssen mal reden. Dringend. So kann es nicht weiter gehen.“ Sein Blick, unbezahlbar. Ich grinste. “Ich dachte, ich versuche mal, dich zu einem Doppel-Suizid zu überreden.“ Jetzt musste ich lachen, denn der Blick wurde tatsächlich noch besser. „Niemals im Leben! Ich werde niemals mit dir Sterben!“ „Das sagst du jetzt. Aber kannst du dir dem so sicher sein?“ „Ja, das kann ich mir.“ „Nein, kannst du nicht. Du liebst mich Chuuya. Und ich konnte dich ebenfalls nicht vergessen. All die Zeit nicht. Und unseren Kuss auch nicht.“
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