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iFindTheSamOfMyDreams

von Anonym7
OneshotAllgemein / P12 / Gen
Carly Shay Freddie Benson Melanie Puckett Sam Puckett
10.03.2019
10.03.2019
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4.474
 
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Freddie's POV

"Ich hasse Mr. Howard! Dieser blöde Mistkerl wollte mir einfach keine 1 geben. Er wollte nur nicht, dass ich ein perfektes Zeugnis habe!", jammerte mir das brünette Mädchen neben mir zu. Seit wir beide uns vor ihrem Geschichtsraum begegnet sind, jammert sie jetzt schon.

Seit der Geschichte mit Mr. Devlin damals, hat sie das Gefühl, dass die Schule das aus irgend einem Grund verhindern will. Sie ist da langsam wirklich paranoid.

"Tja Carls, selber Schuld! Jedes Jahr rate ich dir, nicht in den Geschichtskurs des strengsten Lehrers zu gehen! Wenn du mir dafür jedes Mal 5 Mäuse geben müsstest, hättest du bei mir bald mehr Schulden als Sam!", gab ich nur genervt zurück.

Nicht falsch verstehen, ich mochte Carly wirklich, aber in letzter Zeit ist mir doch immer mehr aufgefallen, wie nervig sie sein kann. Ich glaube mir manchmal selbst nicht, wenn ich daran denke, dass ich mal in sie verliebt gewesen sein soll.
Obwohl ich mir da in letzter Zeit immer unsicherer werde. Irgendwie beschleicht mich in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, dass ich eigentlich noch nie in SIE verliebt war.

"Apropos Sam, wo ist die eigentlich?", holte mich Carly zurück aus meinen Gedanken. Schnell versuchte ich weniger verwirrt auszusehen.

"Die hatte grade ihren Sport-Leistungskurs, sie meinte vorher, sie trifft uns am Schließfach. Dann ist sie Wendy mit Golfbällen und einem Schläger hinterher.", antwortete ich schnell.

"Weißt du, was ich gehört habe?", fragte sie mich mit aufgerissenen Augen. Dieses ständige Tratschen war einer der nervigen Punkte, da war Sam viel angenehmer. Sie interessierte einfach garnichts.

"Jonah ist auch in dem Kurs!", beendete sie den Satz mit einem angewiederten Gesichtsausdruck.

"Jonah!", grummelte ich und meine Miene verfinsterte sich sofort. Ich hasste diesen Kerl, seit er damals angefangen hatte sich mit Sam zu treffen, nur damals wusste ich noch nicht, warum.

Wie er damals mit Sam umgegangen war, war einfach unterste Schublade. Aber er hatte damals seine Rechte Strafe bekommen und seitdem hatte Sam nicht mehr von ihm gesprochen und damit war die Sache auch gut.

Langsam setzten wir uns wieder in Bewegung Richtung Schließfächer und Carly hatte wieder begonnen, über ihre unfaire Behandlung zu jammern.
Wie eine Ewigkeit kam mir der Gang zu unseren Schließfächern vor und ich sendete ein Stoßgebet zum allmächtigen Technikgott, dass wir endlich dort ankamen.

"Wo ist Sam?", fragte ich schließlich, es war ja nicht ihre Art, länger im Raum zu bleiben, als dass Klingeln sie zwang.

Doch beim Schließfach stand sie nicht. Erst als wir uns im Raum umsahen, entdeckten wir sie.

Aber was ich dort sah, setzte mir einen Stich ins Herz. Ich drehte mich nach links und erblickte die beiden.

Sie lehnte tatsächlich an sein Schließfach, oder besser gesagt er drückte sie an sein Schließfach uns sie ließ es geschehen.

Er drückte seinen Mund auf ihren und sie ließ es geschehen. Ihr gefiel es offensichtlich sogar, denn sie ließ es nicht nur geschehen, sie beteiligte sich sogar sehr aktiv. Sie hatte sogar ihre Arme um seinen Nacken gelegt und zog ihn enger an sich.

Wie schon gesagt, es fühlte sich an, als wenn jemand mir ein Messer in den Brustkorb gerammt hätte.

Ich bekam keine Luft mehr und mir wurde richtig schlecht, was war nur los mit mir?

Gott sei dank bemerkte Carly nicht, wie es mir ging, denn ihr war ebenfalls die Kinnlade bis zur maximalen Dehnung heruntergeklappt.

"Oh ... Mein ... Gott!", sagte sie nur leise.

"J-a.", bekam ich nur stotternd heraus. Blöd für mich, denn meine Sprachlosigkeit brachte Carly dazu, mich anzusehen.
Völlig verwirrt sah sie mich an.

"Ic-ich ... äh ... muss mal aufs Klo.", sagte ich schnell und wandte mich von ihr ab. Ich hielt den Anblick einfach nicht mehr aus. Wie die beiden rhythmisch ihre Lippen bewegten und wie sie sich aneinander pressten.

Ich wollte mir auch garnicht vorstellen, wie sie nachher freudestrahlend zu uns kommen und uns von ihm vorschwärmen würde. Und das schlimmste, wenn sie uns erzählen würde, sie hätten sich wieder gefunden und wie verliebt sie in ihn sei.

War es möglich das Messer in meiner Brust noch tiefer reinzupressen?
Auf jeden Fall fuchtelte sie damit gerade wie wild in mir herum.

Endlich erreichte ich die Toilette, denn die hatte ich tatsächlich angesteuert. Schnell sah ich im Spiegel nach, ob an meinem Oberkörper nicht vielleicht wirklich eine Wunde war.

'Man Freddie, beherrsch dich!', ich schlug mir selbst ins Gesicht und sah mir tief in die Augen.

Ich konnte die Verzweiflung in mir sehen und wandte sofort den Blick von mir ab.

Ich machte den Wasserhahn an und spritzte mir eine große Ladung Wasser ins Gesicht.

'Find dich damit ab, dass Sam Puckett dich niemals lieben wird!'

Man bei Carly damals tat das weniger weh!



Carly's POV

"Ic-ich ... äh ... muss mal aufs Klo!", und wusch, weg war er! Einfach davon gerannt, dabei war gerade etwas so unglaubliches passiert.

Klar, natürlich unglaublich schrecklich, aber unglaublich! Ich wollte unbedingt darüber reden und dann rennt er einfach weg!

Doch was war das in seinen Augen, was ich da kurz sehen konnte? War das etwa...? Nein das konnte nicht sein! Aber egal, erstmal hab ich etwas anderes zu erledigen.

Ich merkte jetzt erst, dass ich immernoch wie ein Spanner mit aufgerissenem Mund vor den beiden stand und außerdem sabberte ich.

"Ähähäm!", räusperte ich mich so laut es ging, doch es nützte nichts.

Ich ging also zu den beiden hin und schüttelte kräftig an Sams Schulter, so heftig, dass man klar ihre Zähne zusammenschlagen hören konnte.

Sam schien jetzt erst zu realisieren, was sie da eigentlich tat.
Sofort riss sie die Augen auf und stieß Jonah von sich.

"Hey Baby, was machst du denn?", fragte er sie so machohaft, dass es mich förmlich anekelte und machte wieder einen Schritt auf sie zu.

"Bleib ja von mir weg! Ich hab dir gesagt du sollst mich in Ruhe lassen!", schrie sie ihn an.

"Das wirkte aber grade anders.", entgegnete er noch ekliger und nun grinste er sie auch noch so dreckig an, ich kämpfte innerlich schon mit meinem Würgreiz an.

"Ich sag's nicht noch einmal, oder du schmeckst die Buttersocke!", sagte sie mit ihrer bedrohlichen Stimme und griff in ihre Hosentasche. Wenn sie mit der Stimme sprach, war mit ihr nicht zu spaßen. Doch das wusste Jonah noch von früher, er hob nur die Arme mit einem ängstlichen Blick und schlich langsam fort.

"Das wirkte aber wirklich anders!", sagte ich ihr, als Jonah nicht mehr zu sehen war. Aber zu meiner Verwunderung blickte sie nicht sauer, als sie sich zu mir umdrehte. Sondern traurig.

"Ich weiß, er kam und hat mir von hinten die Augen zugehalten. Dann hat er mir ins Ohr geflüstert:
"Das wollte ich schon so lange machen!", und mich am Hals geküsst.

Ich hab die Stimme nicht erkannt und ihn für jemand anderen gehalten.", entgegnete sie leise und sah dabei geradewegs auf den Boden.

"Wen hast du denn erwartet? Du hast doch keinen Freund? Oder bist du etwa in jemanden VERLIEBT?", fragte ich sie, diesmal versuchte ich garnicht erst, meine Neugier zu verstecken, obwohl die beiden mir schon oft genug gesagt hatten, ich solle meine Nase nicht immer überall reinstecken.

"Ic-ich ... ähm ... muss mal aufs Klo!", sagte sie nur während sie mit ihrem Fuß auf dem Boden herum malte und plötzlich lief auch sie vor mir weg.

"Was zur Hölle ist denn mit Sam und Freddie los? FREDDIE! Wo bleibt der eigentlich so lange?", redete ich so vor mich hin, wenn schon sonst keiner mit mir sprach.

Schnell machte ich mich auch auf den Weg zum Klo, leider war das genau auf der anderen Seite der Schule.

Ich lief die Treppe hinauf und ging den letzten Gang, Am Ende konnte ich schon das Jungsklo sehen, ob Freddie wirklich dort war?

Davor blieb ich kurz stehen und atmete tief durch, schließlich betrat ich zum ersten Mal eine Männertoilette. Komischerweise war niemand da, nur Freddie saß an die Heizung gelehnt auf dem Boden und starrte auf das Waschbecken. Meine Ankunft hatte er noch nicht mal bemerkt.

Langsam ging ich in seine Richtung uns ließ mich neben ihm auf den Boden fallen, so eklig der Gedanke auch war.

Lange saßen wir nur so da, dass es zur nächsten Stunde geläutet hatte, war uns beiden in dem Moment egal.

Irgendwann hielt ich die Stille aber nicht mehr aus.

"Freddie, was ist los? Warum bist du vorher einfach weggerannt?", fragte ich ihn, obwohl ich mir die Antwort schon dachte.

Doch er antwortete mir nicht, er rührte sich nicht mal, er saß einfach nur da und starrte das Waschbecken an.

Doch diesmal sagte ich nichts, ich wartete einfach darauf bis er bereit war. Und tatsächlich, kurz bevor ich schon versucht war, einfach zu gehen, öffnete er seinen Mund.

"Naja, weil ... wei-weil ..."

"Weil du in Sam verliebt bist.", beendete ich den Satz.

Er bejahte das nicht und verneinte es auch nicht, er sagte garnichts er legte einfach nur seinen Kopf auf meine Schulter. Ich akzeptierte sogar den Körperkontakt zwischen uns.

"Ich verkrafte das nicht, weil ich genau weiß, dass es ihr nie so gehen wird.", sagte er nur leise.

"Woher willst du das wissen, bevor du mit ihr geredet hast?", entgegnete ich ihm ruhig.

"Das vorher war mir Beweis genug."

"Aber sie hat mir gesagt, dass...", doch ich konnte den Satz nicht zu Ende sprechen, denn er stand plötzlich auf uns unterbrach mich.

"Nein Carly, egal was du jetzt sagst, macht es nicht besser, Sam Puckett wird mich niemals lieben, ich danke dir für deinen Beistand, aber ich möchte jetzt alleine sein, okay?", sagte er nur mit einer traurigen Stimme.

Doch diesmal war ich die, die nichts sagte. Ich nickte ihm einfach nur zu und ließ ihn gehen.



Freddie's POV

Lange lief ich durch die Straßen von Seattle und sah mir alles an. Die Reklamelichter der Geschäfte, die noch lange heute Nacht geöffnet haben werden, die Menschen, die gemeinsam durch die große Einkaufsstraße schlenderten und Spaß hatten und ich sah all die Paare, die Hand in Hand durch die Gassen liefen oder zusammen in einem Café saßen und alles machte mich traurig. Immer wieder drängte sich mir das Bild von Sam und Jonah in den Kopf.

Immer wieder dieses schmerzhafte Bild und jedes mal wieder der Messerstich. Langsam fühlte ich mich wie Caesar und Sam war mein Brutus.

Wie konnte das passieren? Wie konnte es passieren, dass es mir wegen ihr so schlecht ging?

Inzwischen hatte ich den großen Park erreicht und steuerte schnurstracks auf den See zu. Ich blickte nach oben und sah in den Sternenhimmel.

Was für eine wundervolle Nacht es doch eigentlich war, der Vollmond spiegelte sich auf den leisen Wellen und eine leise Brise wehte durch die Äste. Nur meine Laune passte nicht ins Bild.

Und die wurde schlagartig noch schlechter, als ausgerechnet diese Stimme hinter mir anfing zu sprechen.

"Freddie?"

"Was willst du Puckett?", fragte ich wütend  und wischte mir eine kleine  Träne aus dem Augenwinkel.

Und da stand sie, wunderschön gelocktes blondes Haar und ihr wunderhübsches Gesicht. Und doch blickte ich dem Menschen in die Augen, den ich am meisten hasste und leider auch am meisten liebte.

Doch zu meiner Überraschung rannte sie auf mich zu und umarmte mich stürmisch.

"Ist das schön dich zu sehen!", sagte sie und drückte sich eng an mich.

"Sam was soll der Scheiß?", fragte ich immer noch genervt.

"Ich bin nicht Sam, sondern Melanie!", antwortete sie in meine Schulter.

"Auf das Spiel hab ich jetzt echt keine Lust, Puckett!", muckte ich sie an und stieß sie von mir. Ich wollte grade gehen, als sie mich am Ärmel festhielt.

"Warte, ich beweise es dir!", sagte sich und kam wieder auf mich zu.

Schnell schlang sie ihre Arme um meinen Hals, stellte sich auf die Zehenspitzen und drückte mir ihre Lippen auf meine.

Zuerst war ich etwas verwirrt, aber dann erwiderte ich den Kuss, schließlich war es ja eigentlich das, was ich mir am sehnlichsten wünschte. Das änderte trotzdem nichts an der Situation.

Deshalb brach ich den Kuss genauso abrupt ab, wie er begonnen hatte.

In der Zwischenzeit war über uns eine Strasemlaterne angegangen, weshalb wir uns quasi in unserer eigenen kleinen Welt befanden.

"Na, würde Sam so etwas tun?", fragte sie während sie mich anlächelte, man wie ich dieses Lächeln liebte. Aber halt, ja eigentlich bei Sam.

"Also gibt es dich wirklich?", fragte ich unsicher.

"Ja klar!", sagte sie lachend.

"Okay trotzdem, die Situation ist grade sehr unpassend.", entgegnete ich ihr.

"Warum?"

"Das möchte ich lieber nicht erzählen.", gab ich kleinlaut zurück. Sie war wirklich nicht der richtige Mensch, um darüber zu sprechen.

"Ach komm Freddie, du kannst mir alles erzählen!", antwortete sie mir während sie mich an der Hand nahm und langsam zur nächsten Parkbank zog. Ich hatte wohl keine Wahl mehr.

Und kaum nachdem wir uns gesetzt hatten, konnte ich es auch nicht mehr zurückhalten. Ich fing an zu weinen. Vor einem fast wildfremden Mädchen.

Doch sie lachte mich nicht aus und machte auch keine Witze über mich.
Sie saß einfach nur da, legte ihren Arm um meine Schulter und wartete, bis ich mich beruhigt hatte.

Als ich nach einer Ewigkeit endlich aufgehört hatte zu weinen, nahm ich meinen Kopf von ihrer Brust, aber ich vermied es ihr in die Augen zu sehen.

Doch sie nahm meinen Kopf in ihre Hände und drehte in sacht in ihre Richtung, bis ich ihr in die Augen sehen konnte, diese wunderschönen blauen Augen, sie waren fast noch schöner als die von Sam.

"Jetzt erzähl doch endlich was los ist?", flüsterte sie leise in meine Richtung.

Und dann nahm ich all meinen Mut zusammen und erzählte ihr von allem was mich beschäftigte. Von komischen Gefühlen für Sam, die ich nicht einordnen konnte, von dem Anblick mit Jonah und von dem unglaublichen Schmerz, den dieser verursachte. Und von Liebe, die nie erwiedert werden würde und die ganze Zeit saß sie nur da, sah mich an und verzog keine Miene. Sie hörte mir nur zu.

"Komm mit, wir bringen dich jetzt auf andere Gedanken.", sagte sie am Ende meiner Erzählung und ich war ihr dankbar dafür. Denn ich wollte nicht schon wieder mit Worten aufgeheitert werden.

Sie stand einfach auf und reichte mir ihre Hand. Ich nahm sie und stand auf.

Durch das Ziehen ihrerseits kam ich direkt in ihren Armen zum stehen und auch ich legte meine Arme um sie.

Ich blickte nach unten und sah ihr direkt in die Augen.

"Danke Melanie, wirklich."

"Keine Ursache.", flüsterte sie zurück in mein Ohr.

Und dann legte ich meinen Kopf leicht schräg und küsste sie. Langsam und zärtlich bewegten sich meine Lippen auf ihren, aber trotzdem war es wie eine Gefühlsexplosion. Als würde das Loch, das Sam vorher in mir maltrettiert hatte, nun mit purem Glück geschlossen werden.

Langsam löste ich mich wieder von ihr und grinste sie an.

"Ich muss mich glaube ich auch dafür entschuldigen, dass ich damals nicht geglaubt habe, dass du existierst. Wollen wir unser Date von damals vielleicht mal nachholen?", fragte ich sie hoffnungsvoll.

"Wie wär's mit jetzt?", entgegnete sie nur frech und lief los. Dabei deutete sie mir mit der Hand an, dass ich ihr folgen sollte.

"Worauf wartest du?"

Vielleicht würde ich ja doch noch die Sam meiner Träume bekommen, wenn auch anders als gedacht...



Sam's POV

Nervös betrat ich den großen Park direkt beim Bushwell Plaza. Was für ein Glück, dass er so direkt in meiner Nähe war.

Ich stand vorm großen Eingangstor und betrachtete den dunklen Park, wenn ich nicht Sam Puckett wäre, könnte ich fast Angst bekommen.

Carly hätte auf jeden Fall Angst bekommen, aber das war jetzt nicht Thema.

Langsam ging ich auf dem spärlich beleuchteten Weg, schon wenige Meter entfernt konnte man nichts mehr sehen.

Meine Schritte wurden immer schneller, ob wegen der Umgebung oder weil es mich zu ihm zog, keine Ahnung.

Endlich ließ ich den kleinen Abschnitt der Bäume am Anfang hinter mir und konnte den Sternenhimmel wieder sehen. Was für eine wunderschöne Nacht es doch war, als hätte sie sich meiner Gemütslage angepasst.

Doch auch das war jetzt nicht Thema.
Schnell zog ich den GPS Tracker aus der Tasche und starrte auf das rote Licht. Nur noch 200 Meter zum See hin, dann wäre ich bei ihm.

Vorsichtig packte ich das rot blinkende Gerät wieder ein, als könnte er es spüren, wenn ich es unsanft behandeln würde.

Vorsichtig schritt ich weiter in Richtung See und endlich sah ich ihn, er stand genau unter einer Straßenlaterne, doch eine andere Person schritt schon auf ihn zu.

Eine Person die verdächtig nach mir aussah.

Auf Zehenspitzen, wie ein Ninja, schritt ich weiter auf die beiden zu und blieb etwa 50 Meter entfernt stehen, sie konnten mich wegen dem Licht der Laterne ja nicht sehen.

Doch was ich dann sah, war als würde mir jemand ein Messer in den Bauch stechen.

Sie umarmte ihn plötzlich und die beiden küssten sich. Außgerechnet mit ihr, mit meiner Schwester! In mich war er also verliebt ja! Das ich nicht lache. Ich hoffe dieser Mistkerl wird glücklich mit ihr!

Ich musste weg, ich bekam keine Luft mehr. Ich rannte einfach los. Rannte was mich meine Füße tragen konnten, ganz egal wo hin.

Wie konnte es so weit kommen? Wie konnte es sein, dass ich, Sam Puckett, wegen ihm, Fredward Benson, weinen musste? Dass er mir solche Schmerzen zufügte?
Jetzt hatte er ja die Sam seiner Träume, wenn auch ganz anders, als ich es gehofft hatte.

*Rückblick*

"Wir sehen uns dann später hier wieder!", schrie ich Freddie noch mit dem Rücken zugewandt nach, denn ich hatte Wendy und ihre Teamkolleginen durch den Sportlerausgang gehen sehen.

Schnell hatte ich meinen Golfschläger geschnappt und war ihr nachgerannt.

Frednerd hatte mir irgendwas nachgerufen, aber ich hatte nicht genau zugehört, nur irgendwas mit keine Zielscheiben.

Egal, nur deshalb hatte ich Sport gewählt, denn der Kurs fand auf dem Feld direkt neben dem Fußballplatz statt.

Ich beeilte mich und zog mich vermutlich in Rekordgeschwindigkeit um, denn ich wollte unbedingt noch ein paar Bälle schlagen, bevor mir Mrs. Guntrall noch meinen Schläger wegnehmen würde.

Doch bevor ich den ersten schlag machen konnte, hielt jemand meinen Schläger fest, kurz bevor er den Ball traf.

Derjenige konnte sich auf einen doppelten Fausttanz gefasst machen, doch als ich mich umdrehte, um dieser Person eine zu verpassen, hielt diese diesmal wieder meine Hand fest und als ich meine Drehung komplettiert hatte, blickte ich Jonah ins Gesicht.

Ja genau, der Jonah, der der mich mit Carly betrügen wollte.

Sofort wurde ich noch ein Stück wütender, sein Glück dass ich keine Taschen hatte, um meine Buttersocke zu transportieren.

"Hey Sam, schön dich zu sehen!", grinste er mich nett an.

"Verzieh dich!", muckte ich zurück und daraufhin war er ruhig, doch die ganze Stunde durch merkte ich, wie er mich immer wieder von der Seite ansah. Jedes Mal belegte ich ihn mit meinem Todesblick, doch immer wieder starrte er mich an.

Doch ich wollte garnicht wissen wieso, nachdem die Stunde endlich rum war, mir war garnicht so ganz aufgefallen, was wir eigentlich gemacht hatten, ging ich so schnell wie möglich Richtung Kabine.

Auf keinen Fall wollte ich dieser Hobelschlunze nochmal begegnen, schlimm genug, dass er in meinem Kurs war.

Ich ließ mir extra viel Zeit, alle anderen Mädchen waren schon längst verschwunden, bis ich die Kabine wieder verließ. Und ich schien Glück zu haben, als ich aus der Tür rauslinste, war von ihm keine Spur.

Fröhlich machte ich mich auf den Weg mich mit Carly und Freddward zu treffen, keine Ahnung warum ich so froh war, aber ich fühlte mich, als würde ich gleich durch die Gänge hüpfen oder so.

Doch als ich bei unseren Spinden ankam, war von den beiden noch keine Spur, ein Blick auf die Uhr verriet mir auch warum.

Die beiden hatten ja noch Unterricht.

Ich drehte mich also zu meinem Schrank um mir etwas von meinem Butterkuchenvorrat zu gönnen, als mir von hinten plötzlich jemand die Augen zu hielt.

Derjenige hatte sich grade sein eigenes Grab geschaufelt.

Doch als ich mich umdrehen wollte, drückte die Person mich mit dem Körper gegen den Spind, offensichtlich war ich schwächer.

"Das wollte ich schon immer mal machen!", flüsterte mir die Person von der Seite ins Ohr und küsste mir zärtlich den Hals.

Die Stimme hatte ich sofort erkannt, das war Freddie! Urplötzlich war ich nicht mehr sauer. Ich fing an zu grinsen und die Stelle, die er eben noch geküsst hatte, fühlte sich an wie elektrisiert.

Langsam drehte er mich also um und hielt mir weiter die Augen zu.

Plötzlich spürte ich, wie er seine Lippen auf meine drückte und, obwohl es mich überraschte, fühlte es sich einfach so unglaublich gut an.

Also machte ich weiter, ja richtig, ich machte hier offen mit Freddie Benson rum, aber das war mir jetzt egal, es fühlte sich einfach so schön, so richtig an.

Ich merkte garnicht was um mich herum vorging, das nächste was ich bemerkte war, dass jemand heftig an meinem Arm wackelte.

Plötzlich machte ich die Augen auf und erkannte etwas schreckliches, ich küsste garnicht Freddie, ich küsste Jonah!

Sofort reagierte ich instinktiv und stieß ihn weg. Völlig geschockt stand ich da und sah ihn an. Am liebsten würde ich mir meinen Mund jetzt mit Weihwasser und Desinfektionsmittel abschrubben.

"Hey Baby, was machst du denn?", fragte er mich so widerlich machohaft, dass ich schon fast am abkotzen war.

"Bleib ja von mir weg, ich hab dir gesagt, du sollst mich in Ruhe lassen!", schrie ich ihn nur an und versuchte so böse wie möglich auszusehen.

"Das wirkte aber grade anders.", entgegnete er mir und da hatte er ja auch recht. Aber das war aus einem völlig anderen Grund!

Ich sag's nicht nochmal oder du schmeckst die Buttersocke!", reagierte ich nur schnell und griff mir in die Tasche.

Sofort verschwand sein dreckiges Grinsen und er verkrümelte sich,  nichts ist wirkungsvoller als die gute alte Buttersocke.

Doch Carly stand immernoch mit offenem Mund da und sah mich an.

Natürlich sprach sie mich darauf an, aber ich hatte jetzt einfach keine Lust es ihr zu erzählen und außerdem war ich mir selbst unsicher.

Ich stammelte irgendwas vor mich hin und rannte aufs Klo.

Ich hoffte nur, dass Freddie das nicht mitbekommen hatte! Freddie, immer ging es aktuell um Freddie. Warum spuckt er mir nur so im Kopf herum? Als ich endlich beim Klo angekommen war, machte ich sofort den Wasserhahn an und spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht.

Vielleicht musste ich mich mit dem unerträglichen abfinden, und zwar, dass ich in diesen Nerd verliebt war, aber auch nur vielleicht.

Nach einer gefühlten Ewigkeit verließ ich die Toilette wieder und betrat den Gang, bis ich plötzlich stehen blieb, kaum nachdem die Tür hinter mir zugegangen war.

War das da vorne grade Freddie gewesen? War er auch auf dem Klo? Und hatte er gehört was ich auf dem Klo geredet hatte?

Und warum zum Teufel scherte mich das so sehr?

Plötzlich erschreckte ich mich, denn hinter mir wurde die Tür zum Jungsklo geöffnet.

Zu meiner Verwunderung kam Carly zum Vorschein. Verwirrt sah ich sie an.

"Warst du mit Freddie auf dem Klo?", fragte ich sie mit einem sichtlich verwirrten Gesichtsausdruck.

"Ja, ich musste ihn trösten, wegen dir!", gab sie nur forsch zurück.

"Warum wegen mir?"

"Wegen deiner cleveren Aktion vorher mit Jonah! Natürlich hat er dich gesehen und es hat ihn fertig gemacht!", sagte sie nur, ihr Gesicht sah inzwischen auch traurig aus.

"Warum kratzt ihn das denn?", fragte ich immer verwirrter, seit wann interessierte ihn, was ich tat.

"Ist dir das nicht klar Sam? Er ist verliebt, und zwar nicht in mich sondern ganz allein in dich! Und du hast ihm vorher das Herz gebrochen! Er denkt er wäredir völlig egal!"

Diese Antwort verwunderte mich wirklich, Freddie war verliebt! In MICH! Mein Herz begann auf einmal schneller zu schlagen und mir wurde ganz warm. Ich bekam kaum noch Luft.

Warum freute ich mich so darüber?

"E-er ist ver-verliebt... in MICH?", fragte ich sie, beim letzten Teil musste ich leicht grinsen.

Als Carly das sah, hellte such ihr Gesicht auch auf.

"Warte mal?? Geht es dir etwa auch so?", fragte sie und hatte ihr hoffnungsvolles Gesicht aufgesetzt.

Was sollte ich ihr nur antworten? Ich wär mir selbst nicht sicher, doch meine Reaktionen auf ihn ließen wohl keinen anderen Schluss mehr zu.

"Ja.", sagte ich nur kurz und sah dabei zu Boden, aber auf meinem Gesicht zeichnete sich ein Lächeln ab.

"Na dann los renn ihm nach!", schrie sie nun freudig und schob mich in Richtung Treppe, offenbar hatte ich gar keine andere Wahl.

Doch die Frage war wohin? Inzwischen rannte ich auch ohne Carlys Hilfe, sie war längst in der Schule zurückgeblieben und grinste mir nach.

Nur ich alleine rannte noch durch die Straßen von Seattle und wusste nicht wohin.

Langsam wurde es schon dunkel, bis mir ein rettender Einfall kam.

Ich wusste, dass Freddie's Mam nicht zuhause war und unter den Sofakissen noch einen GPS Tracker von Freddie's Chip versteckte.

Ich flog die Strecke zu seinem Appartment förmlich, ich hätte jedes Rennauto überholt.

Endlich vor seiner Tür angekommen, holte ich meinen Draht aus der Hosentasche und knackte das Türschloss. Sofort als die Tür offen war schmiss ich mich aufs Sofa und durchwühlte die Kissen, bis ich endlich den kleinen eckigen Kasten spürte, den ich unbedingt finden wollte.

Schnell drückte ich auf suchen und wartete. Quälend lange Sekunden starrte ich den kleinen Bildschirm an, bis er mir ein Ergebnis ausspuckte.

"Im Park direkt neben an? Perfekt!", schrie ich und sprang vom Sofa auf, die in Ordnung war mir jetzt egal.

Schnell schmiss ich die Tür zu und rannte die Treppen runter.

Mir war auf einmal alles egal, die Treppen, Lewberts Rumgejammere als ich durch die Lobby lief oder die Autos auf der Straße. Ich wollte zu ihm.

Endlich kam ich am Park an. Inzwischen war es dunkel.

Ich durchlief voller Vorfreude den Waldähnlichen Teil am Anfang und ging auf den See zu, immer dem Roten Punkt nach.

Endlich konnte ich ihn sehen...
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