Das größte Ei der Welt

von Tatu
GeschichteMystery / P12
Castiel Dean Winchester Rowena MacLeod Sam Winchester
10.03.2019
28.03.2019
7
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Liebe Leser,
willkommen bei meiner neuen Geschichte.
Zu dieser sei gesagt, dass sie schon fertiggestellt ist und aus 7 Kapiteln besteht.
Ich werde immer sonntags und donnerstags ein neues Kapitel hochladen.

Meine Beta-Leserin ist die einmalige https://www.fanfiktion.de/u/Maja32.
Vielen lieben Dank an Dich! Du bist wunderbar.

Über Reviews von Euch würde ich mich sehr freuen, lasst mich bitte wissen, wie Euch die Geschichte gefällt.
So, jetzt wünsche ich Euch aber viel Spaß beim Lesen.
Eure Tatu


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Kapitel 1


Langeweile

Sam und Dean Winchester saßen in der Bibliothek des Bunkers der Männer der Schriften. Der Ort, den sie ihr zu Hause nannten. Die alten Lampen auf den Tischen spendeten genug Licht, um den Raum gemütlich wirken zu lassen und den beiden das Lesen von Büchern zu ermöglichen.
Aber im Augenblick schien nur Sam an Büchern interessiert zu sein. Dean hatte sich nämlich den Laptop vorgeknöpft und suchte nach einem neuen Fall. Er war gelangweilt. Die letzte Jagd war nun schon zwei Wochen her. Vierzehn Tage! Eindeutig zu lang. Er hasste es, zum Nichtstun verdonnert zu sein.
Er wusste, dass er Sam mit seinem Unmut auf die Nerven ging, doch sein Bruder ließ sich nichts anmerken.
Dean drehte das Whiskey-Glas in seiner Hand und starrte in die bernsteinfarbene Flüssigkeit.
“Ich muss hier raus und was tun. Sonst werde ich noch wahnsinnig. Ich habe keine Ahnung, wie du das schaffst, so ruhig hier herumzusitzen.“
„Das nennt man lesen, Dean. Solltest du auch mal probieren.“
Sam blickte von seinem Buch auf, in das er bis zu diesem Augenblick vertieft gewesen war.
„Du tust ja gerade so, als ob ich nie ein Buch in die Hand nehmen würde.“, verteidigte sich Dean. „Wenn wir recherchieren, dann...“
„Dann nimmst du dir widerwillig auch mal eins vor. Ja, ich weiß“, unterbrach ihn Sam. „Aber ich meine nicht zur Recherche. Ich meine zur Entspannung. Lies doch mal einen guten Krimi oder einen Thriller.“
„Sam, ich hasse lesen! Also wie soll das entspannend sein?“
„Na, dann such dir eine andere Beschäftigung. Sieh fern, hör Musik oder guck dir meinetwegen einen deiner Zeichentrick-Pornos an. Nur beschäftige dich bitte mit etwas und lass mich mein Buch zu Ende lesen“, stieß Sam genervt hervor.
„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass das asiatische Anime-Pornos sind. Anime ist eine Kunstform.“
„Ja, klar! Das macht die Pornos dann also auch zu Kunst“, schnaubt Sam verächtlich.
„Ach, du hast ja keine Ahnung!“, schimpfte Dean verärgert und leerte sein Whiskey-Glas mit einem Zug. Er griff zur Flasche und füllte es erneut. Dann vertiefte er sich wieder in die Seiten des Internets.
Sam schüttelte den Kopf und widmete sich erneut seinem Buch.

Dean hatte es aufgegeben, nach einem neuen Fall zu suchen. Stattdessen las er die Lokalnews und einige Berichte aus dem näheren Umfeld. Wobei der Begriff ,näheres Umfeld‘ wohl für ihn eine andere Bedeutung hatte, als für den Rest der Menschheit. Denn die Seite, auf der er hängenblieb, berichtete über eine Ausstellung in Fayetteville, das 460 Meilen von Lebanon entfernt lag.

„Weißt du, was ich gerne machen möchte?“, durchbrach Dean die Stille, während er von seinem Laptop aufsah.
„Nein, aber ich bin mir sicher, dass du es mir gleich verraten wirst.“
„Es gibt da in Fayetteville, Arkansas, das größte Ei der Welt zu besichtigen.“
„So was interessiert Dich?“, nun legte Sam das Buch stirnrunzelnd auf dem Tisch vor ihm ab.
„Ja, warum nicht. Du sagst doch immer, ein bisschen Kultur würde mir nicht schaden.“
Dean zuckte mit den Schultern.
„Ja, das habe ich auch so gemeint, aber das ist absolut untypisch für dich. Steckt da eine Frau dahinter?“, fragte Sam argwöhnisch.
„Na toll, da interessiert mich mal was Kulturelles und schon unterstellst du mir, dass eine Braut damit zu tun hat“, Dean sah seinen Bruder ärgerlich an.
„Weil es so gar nicht zu dir passt.“
„Naja, es ist schon ganz schön langweilig zur Zeit. Das musst du zugeben. Ich habe jetzt stundenlang im Internet nach einem Fall gesucht, konnte aber nichts Auffälliges finden. Zum Fernsehen habe ich keine Lust und Musik gehört habe ich die letzten Tage zur Genüge. Und den ganzen Tag Pornos gucken wird auch irgendwann eintönig. Da habe ich gedacht, bevor ich die Wände hochgehe, könnten wir ja auch einen Ausflug machen. Die größte Garnrolle der Welt haben wir ja schließlich auch gesehen und das sogar zwei Mal. Also warum nicht ein Ei. Schließlich steht Ostern vor der Tür?“, erklärt Dean.
„Hey, mich brauchst du davon nicht zu überzeugen. Ich bin dabei.“ Sam hob abwehrend seine Hände. „Ich dachte, dass sie das größte Ei der Welt 2013 bei Christi‘s in London versteigert hatten. Vielleicht ist es ja das.“
„Woher weißt du denn sowas schon wieder?“
Ungläubig sah Dean Sam an.
„Das habe ich irgendwann mal gelesen.“
„Du immer mit deinem: Das habe ich irgendwo gelesen“, äffte Dean seinen Bruder nach. „Aber sowas Unwichtiges vergisst man doch wieder. Manchmal bist du ein richtiger Nerd, weißt du das?“, Dean verdrehte die Augen.
„Ich kann doch auch nichts dafür, dass ich mir solche Sachen immer merke. Außerdem war der Artikel interessant. Das Ei wurde nämlich vor mehreren hundert Jahren von einem wahren Giganten der Vogelwelt gelegt: Der Elefantenvogel von Madagaskar war mit einer Höhe von 8,9 bis 11,2 Fuß und einem geschätzten Gewicht von über 400 Kilogramm der grösste Vogel, der je von Menschen gesehen wurde. Allerdings wurde er auch von Menschen gejagt, und dies dürfte neben der Brandrodung der Hauptgrund sein, warum die Spezies spätestens im frühen 17. Jahrhundert ausstarb. Das Ei hat eine Größe von 12 mal 8 Inches, wenn ich mich richtig erinnere. Es hat ein Volumen von 8 bis 9 Litern, das sind sechs Straußeneier oder weit über hundert Hühnereier. Es ist größer als jedes gefundene Dinosaurierei.“
Sam war voll in seinem Element.
„Oh Mann, hör auf, mir schwirrt ja schon der Kopf“, stöhnte Dean. „Das kann es aber nicht sein, hier steht nämlich, dass es 23 mal 21 Inches groß ist, also mehr als doppelt so groß. Man hat keine Ahnung, was für ein Tier es gelegt hat oder wie alt es ist. Es wurde in den Wäldern in einer alten Höhle in dem Ozark National Forest gefunden. Die Schale ist so hart und dick, dass keinerlei Strahlung einen Einblick in das Innere dieses gigantische Dings ermöglichen kann. Außerdem ist es schwarz wie die Nacht. Man nimmt an, dass es versteinert ist.“
„Wie lange fährt man nach Fayetteville?“, wollte Sam wissen.
„Ungefähr sieben Stunden. Wäre also ein Wochenendtrip.“
„Na, wir sind für Weniger schon weiter gefahren. Wann wollen wir los?“
„Ich dachte an morgen, gleich nach dem Frühstück“, schlug Dean vor.
„Gut, dann sollten wir langsam mal packen“, Sam erhob sich und verließ die Bibliothek.
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