Kopf oder Herz?

von K-iki
GeschichteRomanze / P16
10.03.2019
23.05.2019
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Herzlich willkommen bei meiner neuen FF.
Dies wird (hoffentlich) ein kleines Projekt, das aus einer spontanen Idee entstanden ist.
Viel Spaß beim Lesen. :)
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Nach all der Zeit
2019


Ich sitze auf dem weichen Bett in dem dunklen Zimmer und lausche wie der Regen gegen die Fensterscheibe schlägt.
Es ist eine pechschwarze, mondlose Winternacht in Paris, eigentlich perfekt für die Jagd, aber mein Bauchgefühl sagt mit, dass es besser wäre hier zu bleiben. Ich hab das Gefühl als würde heute Nacht etwas passieren.
Das krazen in meiner Kehle ist fast unerträglich, ich habe fürchterlichen Durst.
Ich höre die Herzen der Menschen in den Nachbarwohnungen so laut schlagen als würden sie neben mir im Bett liegen. In diesem Moment verfluche ich mein, selbst für einen Vampir, gutes Gehör.
Aber ich kann nicht hier jagen, ich mag meine kleine Wohnung mit den großen Fenstern, es ist eine gute Gegend und die Menschen sind freundlich. Wenn ich hier in der Nähe jage wird das nur Ärger geben.
Es ist eine der ersten Lexionen die ich als Vampir gelernt habe: Jage nicht dort wo du lebst, das bringt nur unnötige Aufmerksamkeit.
Ich stehe schwungvoll vom Bett auf, das Paket unter meinen Füßen knarrt leicht als ich zum Fenster gehe.
Ich bin ein fast 500 Jahre alter Vampir was soll schon passieren?
Ich ziehe die schweren roten Vorhänge zurück und öffne das Fenster. Ein kurzer Blick auf die Straße verrät mir, dass diese Menschenleer ist. Ich springe ab und stehe nur eine Sekunde später im Regen.
Sofort bin ich vollkommen durchnässt aber das stört mich nicht, ich kann mich nur noch auf das Brennen in meiner Kehle konzentrieren, ich muss jagen.
Hier ist die Straße zwar wie ausgestorben aber selbst das schlechte Wetter hält nicht alle Menschen in ihren Häusern.
Ich laufe die Straßen entlang bis in ein anders Viertel der Stadt, bis ich weit genug von meiner Wohnung entfernt bin.
Hier ist es nicht mehr so ruhig, die Kneipen und Clubs in diesem Viertel ziehen selbst in so einer Nacht noch hunderte Menschen an, auf der Suche nach Ablenkung, um ihr langweiliges und bedeutungsloses Leben nicht ganz so langweilig und bedeutungslos erscheinen zu lassen.
Ich schließe die Augen und atme tief durch, ich hörre unzählige Stimmen, den Regen, Herzschläge, Gläser die auf Tischen oder Tresen abgestellt werden, Blut das durch Adern fließt, Feuerzeuge die klicken und Zigarren zu entzünden, Atemzüge.
Ich suche mir mein Opfer schon jetzt aus, entscheide auf Grund des Herzschlages, ich kann mein Opfer von hier aus riechen und das Brennen in meiner Kehle wird unerträglich.
Ich öffne meine, vermutlich mitlerweile schwarzen Augen, und laufe los. Ich kenne mein Ziel, sämtliche umgebungs Geräusche blende ich aus, jetzt ist nichts mehr wichtig, außer mein Opfer und das Blut das durch dessen Adern fließt.
Ich bin der perfekte Jäger und es wird Zeit zu jagen.
Mein Ziel ist eine kleine Seitengasse neben einem Lokal, das mit billigen oben - ohne Tänzerinnen seinen Kunden das Geld aus der Tasche zieht. Mein Opfer lehnt an der nassen Wand und raucht eine Zigarette, der widerliche Gestank des verbrennenden Tabaks kann den köstlichen Geruch seines Blutes nicht überdecken. Sein Herz schlägt kräftig in seiner Brust. Noch.
Ich komme näher, und auch wenn die Gasse nicht beleuchtet ist scheint ein schumriges Licht von den Laternen der Hauptstraße hinein.
Mein Opfer sieht auf, es hat mich bemerkt.
,,Bonjour" sagt, oder eher lallt er und verzieht seinen Mund zu einem Lächeln. Er spricht mit starkem englischem Akzent.
Mein Opfer ist gut gekleidet, in einem teuren Anzug und ordentlicher Frisur.
,,Das erste Mal in Paris?" frage ich nach. Ich komme noch ein wenig näher, lausche die Umgebung ab. Es ist niemand in der Nähe, die meisten Menschen sind in den Bars und Clubs, nur wenige auf der Hauptstraße. Es ist sicher zu jagen.
,,Ja. Ich hatte einen Geschäftsabschluss den ich grade feiere. Willst du mit Gesellschaft leisten süße?" kommt es schmirig von meinem Opfer.
,,Oh nein Danke, aber gratuliere zu deinem Geschäftsabschluss. Leider wird es dein letzter sein."
Noch bevor sein betrunkenes Gehirn wirklich verstanden hat was ich gesagt habe stürze ich mich auf ihn und schlage meine Zähne in seinen Hals.
Als der erste Tropfen Blut durch meine Kehle läuft schließe ich genussvoll die Augen.
Sein Blut ist köstlich, zwar durch den Alkohol ein wenig bitter aber dennoch köstlich.
Erst als sein Körper völlig blutleer ist lasse ich von ihm ab, den leblosen Körper lasse ich einfach auf die nasse Straße fallen.
Ich atme tief durch und genieße das Gefühl nach der Jagd, die wärme in meinem Körper, welche durch das warme Blut kommt und die Abwesenheit des Brennens in meiner Kehle.
Ich beginne wieder meine Umgebung war zu nehmen, die Menschen auf der Straße, die Musik in den Lokalen. Die Tänzerinnen in der Bar direkt neben mir. Ich kann all dies hören und trotzdem hat es keinen Reiz auf mich. Mein Bedürfniss nach Blut ist gestillt, es wird Zeit zurück in meine Wohnung zu gehen, die Vorhänge zu zu ziehen und so zu tun als wäre ich ein ganz normaler Mensch.
Mein nächster Atemzug lässt mich erstarren, er hat sich nicht bewegt, deswegen kann ich ihn nicht hören, aber ich kann ihn riechen.
Ein Geruch aus einem anderen Leben, wie ein altes Parfum das man schon fast vergessen hat und dann riechst du es zufällig auf der Straße und es fühlt sich so an als hättest du dieses Parfum nie vergessen.
Ich drehe mich langsam um, er steht im dunklen der Gasse aber ich sehe ihn so gut als würde er von einem Scheinwerfer beleuchtet werden. Die Kaputze schützt ihn schon lange nicht mehr vor dem Regen, sein Umhang ist völlig durchnässt und seine Haare kleben an seiner Stirn.
Ich frag nicht wie er mich gefunden hat.
Ich versuche nicht weg zu laufen, das hat keinen Sinn.
Was will er? Ich hatte fast 150 Jahre meine Ruhe, also warum jetzt?
,,Ich gehe nicht davon aus, dass du zufällig in der Gegend bist?"
,,Natürlich nicht. Ich war auf der Suche nach dir."
,,Was willst du von mir Demetri?"
,,Aro will, dass du zurück kommst. Er brauch dich. Es ist dringend, Aro ist verzweifelt."
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