Its death or victory

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Frank Iero Gerard Way Mikey Way Ray Toro
09.03.2019
14.08.2019
18
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Mikeys Sicht:

„Das ist echt uncool!“

Flucht Andy und läuft in der sterilen Zelle auf und ab. Ich beobachte ihn und hocke auf der reflektierenden Bank herum, während Pete die weiße Decke anstarrt und neben mir liegt, die Beine angewinkelt und die Augenbrauen zusammengezogen.

„Halt die Klappe und setz dich!“

Beginnt nun dieser auch herum zu nörgeln und ich frage mich womit ich es verdient habe mit meinem Freund und meinem Ex-Freund in einer Zelle fest zu sitzen. Hätten sie mich nicht zu Cherry-Cola bringen können? Das wäre für alle angenehmer gewesen. Außerdem kann man sich mit dem gut unterhalten.
Petes Verhalten wiederum geht Andy auf die Nerven und dieser meckert ihn, selbstverständlich, sofort wütend an.

„Halt du dich da raus! Du bist hier schließlich die miese Schlampe!“

„So würde ich das nicht behaupten. Jeder in diesem Raum hat schon mal mit Mikey geschlafen!“

Ich drehe mich zu ihm um und bevor er erneut seinen Mund öffnen kann landet meine Faust mitten in seinem hässlichen Gesicht. Andy lehnt sich grinsend gegen die Wand, pustet sich eine dunkle Strähne aus dem Gesicht. Damit hatte jetzt keiner gerechnet, ich wohl am wenigsten von uns allen.

„Andy hat gesagt du sollst die Fresse halten.“

Pete bleibt ruhig. Er hat zwar eigentlich nur die Wahrheit gesagt, aber ich hatte bisher nur drei Beziehungen. Er schläft jedes Wochenende mit jemandem Neuen, fast so wie Party-Poison früher und das war echt anstrengend. Keine Ahnung was alle so toll finden an meinem Bruder, aber irgendwas scheint er an sich zu haben. Irgendetwas das ich glücklicher Weiße nicht sehe und womit ich mich auch nicht mehr befassen muss, da Andy sich mit einem Nervenzusammenbruch neben mich sinken lässt. Tränen laufen über seine Wangen und ich muss daran denken was beim letzten mal geschah als wir hier herum saßen.

Die hatten ihn ziemlich fertig gemacht und ich will das auch nicht noch einmal erleben. Waterboarding und Elektroschocks sind eine echt üble Foltermethode, aber damals hatten wir wahnsinniges Glück. Jinxx, Jake, Lilly und Colby hatten versucht uns da raus zu boxen, aber wir kamen nur noch zu dritt heraus. Zwei Gefangener und ein toter. Nicht gerade prickelnd, aber Niemand hat irgendetwas von Jinxx und Jake gehört seit dem her.

Pete steht auf und hockt sich vor das Schloss, um zu arbeiten. Er saß hier mehr als ein Mal hier fest und kam bisher immer wieder raus, was mich irgendwie beruhigt und mir auf der anderen Seite Angst macht. Plötzlich knackt das Schloss laut und Pete sieht mich verdattert an.

„Das ist Neu.“

Erklärt er und dann knallt die Tür über ihn. Mit riesigen Augen starren wir Party-Poison an, der seine sonnengelbe Maske trägt, aber sie tragen auch mal alle Sonnenbrillen. Ich sehe meinen Bruder verdattert an, der leicht lächelt.

„Wir sollen zwei Väter und einen Idioten abholen?“

Wütend wirft Pete die Tür von sich hinunter und steht auf.

„Können wir jetzt gehen?“

„Klar.“

Sofort sind ich und Andy auch auf den Beinen, damit wir Frank, Ray und Gee folgen können. Im grauen Flur kommen uns schon die anderen entgegen und Ghoul nickt respektvoll zu mir, als er Petes blaues Auge bemerkt, das wohl eindeutig von mir kommen muss. Ich höre Schüsse von draußen und Ray erklärt das die Insects Better living draußen die Hölle heiß machen, damit Bl/ind uns nicht sofort beim weg rennen bemerkt. Poison schießt in sämtliche Kameralinsen auf unserem Weg. Das ist auch etwas auffällig, aber gut...

Wir gehen in die Aula, wo die Sekretärin erschossen hinter dem Kunststoffhaltigen Schalter liegt. Poison zieht eine der blechernen Schubladen auf und unsere Schusswaffen kommen zum Vorschein. Ich packe meine rote Ray-gun und bemerke sofort Gees scharfen Blick auf mir. Er hält die Klappe. Besser so.
Andy legt mir eine Hand auf die Schulter und sofort setzen wir uns in Bewegung. Bl/ind befindet sich direkt zwischen uns und den Insects, die mittlerweile auf die glorreiche Idee gekommen sind mit allem um sich zu ballern und zu werfen das sie haben. Poison kann ja noch halbwegs zielen, aber Insects? Das einzige was die können ist trinken. Ein Wunder das ich dort noch nicht zum Alkoholiker wurde.

Eine brennende Glasflasche bricht neben mir durch das splitternde Glas des Fronteingangs und ich eröffne ebenfalls das Feuer, während wir aus der Tür gehen in die heiße Nachmittagsluft. Die Insects sind bereits in eine wilde Schlacht gewickelt, in der alles mögliche fliegt. Unter anderem Handgranaten, denen wir nur knapp ausweichen können.

Sofort verliere ich meine Gruppe und versuche irgendwie die Autos aus zu machen, die ja irgendwo stehen müssen! Ich wende den Kopf hin und her und zu meiner Erleichterung sehe ich auf einmal das die Autos hinter Billie über den Dünen angerast kommen. Party scheint sie auch zu sehen, denn er brüllt das alle da weg gehen sollen. Ich stürme auf die Wägen zu und der Schwarzhaarige Besitzer des Schrottplatzes wirft einen knappen Blick über seine Schulter zu den weißen Lieferwägen die durch die Dünen bretern. Ich sehe sie auch, renne darauf zu aber stolpere jedoch. Mit einem dumpfen Aufprall lande ich im heißen Sand und als ich den Kopf hinauf reiße sehe ich wie Billie von einem Schuss, direkt in den Bauch, welcher ihn durch die Luft reißt.

Adrenalin rauscht durch meine Adern und wie in Zeitlupe starre ich zu dem Schützen der sich nun an mich wendet. Ein großer Mann, in weißer Kleidung, langem Gesicht und Glatze, der seine Aufmerksamkeit nun zu mir wendet. Er trägt einen grauen, langen Mantel und ungewöhnlich edle Kleidung. Er richtet seine weiße Waffe auf mich und ich kneife bereits die Augen zusammen, als ich sehe wie Andy über ihn her fällt. Oder eher gesagt auf ihn springt und seine Waffe durch die Luft schleudert. Lilly und ein Fremder haben sich Billie geschnappt und tragen ihn hektisch zu den Autos, wobei der Fremde Bl/ind Mitarbeiter weiter ballert und Lilly in die Schulter trifft.

Andy zieht mich auf die Beine und wir rennen ihnen hinterher. Wir springen auf die Ladefläche des Autos welches gerade startet und alles was wir hinterlassen, als wir los fahren, ist eine Staubwolke und jede Menge Chaos.
Nur langsam ebbt das Adrenalin ab und ich betrachte Ray der seine Jacke gegen den blutenden Bauch von Billie drückt. Dieser lehnt kreidebleich am Rand des Wagens. Lilly liegt in der Sonne und scheint Ohnmächtig geworden zu sein, während Poison ihren Puls checkt. Er nickt.

„Alles gut, die wacht wieder auf. Im Heliumkreig gabs schlimmere Verletzungen.“

„Und woher willst du das wissen?“

Fragt Pete angepisst. Ghoul betrachtet den Zwerg verständnislos und hockt sich neben Billie, um Ray den Job zu erleichtern. So langsam sollte Pete eigentlich wissen das er sich nicht mit Gerard anlegen sollte, schließlich war er mal aus dem zweiten Stock geflogen und mit einem Brecheisen verprügelt worden, aber das scheint ihm entfallen zu sein. Oder er ist einfach nur dumm. Oder Lebensmüde, Ghoul ist sich da nicht so ganz sicher.

„Pete, halt deine Fresse ansonsten werfe ich dich von der Ladefläche, dann darfst du laufen.“

„Ach, ist das deine neue Art um zu zeigen das du wütend bist?“

Will Ghoul wissen und ich ziehe fragend die Augenbrauen nach oben. Was ist denn mit den beiden los?

„Legs nicht drauf an! Ich bereue es gerade wirklich das ich dich damals nicht erschossen habe.“

Wow, Ärger im Paradies. Mein Bruder ist ehrlich immer auf jemanden sauer, oder? Aber schön, mein Problem ist das nicht. Andy setzt sich neben mich und ich lehne mich an seine Schulter, damit er einen Arm um uns legen kann und so verharren wir eine ganze Weile lang.
Immer wieder hustet Billie Blut und ich vergrabe mein Gesicht an Andys Schulter damit ich das nicht sehen muss. Ich glaube mir ist übel...

Die Fahrt kommt mir ewig vor, was mit ziemlicher Sicherheit nicht nur an dem Mann liegt der gerade unter der Hitze der Wüste an seinem eigenen Blut zu ersticken droht. Heute nennt man das wohl eine posttraumatische Belastungsstörung, aber in der Wüste hat dafür halt keiner Zeit. Genau so wenig wie mein Bruder für seine Depressionen Zeit hat, obwohl ich mir nicht mal sicher bin ob wir noch Brüder sind. Wenigstens hat man hier draußen genug Ablenkungen, wenn man wirklich danach sucht.

„Poison, fahr nach Hause.“

Murmelt Billie, dem mittlerweile Schweißtropfen auf der Stirn stehen und der sofort einen Hustenanfall bekommt. Ich drücke mein Gesicht noch enger an die Schulter von Andy, als könnte ich diesem Horror damit entkommen.

„Nein, D wird das regeln.“

Entgegnet Party grob, vermutlich um sich selbst irgendwie zu beruhigen. Ghoul murmelt etwas leise und dann wird Poison lauter.

„Nein! Er stirbt nicht.“

„Wir sollten trotzdem eighty anrufen. Schnellsten.“

Ich kann Gerumpel hören und denke mir das er mit unserem Fahrer redet, der vorne ein Funkgerät am Radio befestigt hat. Danach ist es lange Zeit still.

„Ist alles okay?“

Fragt Andy nach einiger Zeit in der er mir durch die Haare streicht.

„So weit es einem gut gehen kann, mit einem halbtoten im Auto und nach einer Massenschießerei.“

„Er ist nicht tot! Und er wird nicht sterben also reiß dich am Riemen!“

Flucht Gerard und ich blinzele kurz zu ihm, um zu erkennen wie er sich an Billie wendet.

„Du stirbst nicht! Kapiert? Nicht heute, nicht hier und vor allem nicht wenn ich schuld bin! Du stirbst gefälligst an einer Alkoholvergiftung auf dem Schrottplatz, kapiert?“

„Gut. Hast du Whiskey?“

Was meint er denn mit, wenn ich schuld bin? So weit ich weis war Gerard nicht für Billies Wohlergehen verantwortlich. Na ja, egal. Nicht einmal er kann das aufhalten was nicht verhindert werden will.

Mit jaulendem Motor halten wir vor dem Dinner und Show-Pony steht bereits auf der Terrasse, um auf uns zu warten. Poison springt hektisch von der Ladefläche und hebt Billie irgendwie hoch, Ray hilft ihm. Show-Pony fährt vor raus, Ray und Gerard folgen ihm ins Innere des Dinners und knallen die Tür hinter sich zu. Seufzend hocke ich mich auf die Treppen. Diese ganze Situation wird kein gutes Ende nehmen, da bin ich mir sicher.

Ich weis ab welchem Grad von Verletzung nichts mehr zu machen ist und Billie hat das schon überschritten. Es ist ein Wunder das er noch nicht verblutet ist, aber vielleicht versucht er auch nur meinem Bruder einen Gefallen zu tun. Oder er will Eighty noch mal sehen. Diese steigt gerade aus ihrem Wagen und bevor irgendjemand etwas sagen kann ist sie ebenfalls drinnen verschwunden.

Poison kommt wieder hinaus, vermutlich ist er Doktor D auf die Nerven gegangen und ohne ein Wort zu sagen hockt er sich abseits von uns, mit einer Flasche Wodka in der Hand. Nein, mein Bruder hat kein Alkohol-Problem, wie kommt ihr drauf? Ghoul hockt sich genervt neben mich und zündet sich eine Zigarette an. Was läuft denn bei den beiden auf einmal falsch?

„Was ist los?“

Fragt Andy, scheinbar um davon ab zu lenken das Billie gerade stirbt.

„Frag ihn doch selbst, ich habe keine Ahnung was er hat.“

Knurrt Ghoul nur schlecht gelaunt und Andy steht tatsächlich auf um zu Party zu gehen. Hoffentlich endet das nicht so wie damals mit Pete, aber ich wohne ja auch nicht mehr Daheim, nachdem Gerard mich ja rausgeschmissen hatte und meinte ich soll mich nie wieder bei ihm melden. Hat ja super geklappt... Weshalb hat er mich da nicht einfach verrotten lassen? Wegen Pete ganz bestimmt nicht und Cherry-Cola wäre da auch alleine wieder irgendwie heraus gekommen.

„Dieser Pisser.... zwei Tage... Wüste...  an Bett gefesselt.“

Ich sehe meinen Bruder verstört an, denn auch wenn ich nur Bruchteile verstehe, Subtext... Verdammter Subtext... Ich schaue Frank an, doch dieser beachtet mich überhaupt nicht.

„Du schläfst also mit meinem Bruder?“

Will ich wissen und er zieht fragend die Augenbrauen nach oben.

„Wir sind zusammen.“

„Ja klar und ich bin der Weihnachtsmann. Gee ist völlig Beziehungsunfähig.“

Ich höre Frank leise kichern.

„Wem sagst du das...“

Automatisch ziehe ich die Mundwinkel nach oben und dann redet er schon weiter.

„Er hat mich zwei Stunden durch die Wüste laufen lassen, mit den Händen an ein Auto gebunden. Beziehungsunfähig triffts ganz gut.“

„Ach siehs mal so, er hatte mal Pete aus dem zweiten stock geworfen mit der Aussage; wer vögeln kann, kann auch fliegen.“

Frank prustet laut los. Für Frank kommt das scheinbar nicht all zu unerwartet, immerhin hat Gerard seine Launen und ist ein teilweise sehr unverträglicher Mensch. Mal abgesehen davon das er früher vermutlich mit dem halben Schrottplatz geschlafen hatte... ach, wenn versuche ich zu verarschen, vermutlich tut er das noch immer. Ich kann mir nicht vorstellen das Party das nicht mehr macht. Niemand könnte das.

„Hoffentlich mag er Andy mehr.“

Ich werfe einen kurzen Blick zu Andy und meinem Bruder, die sich allerdings prächtig zu unterhalten scheinen. Pete hockt immer noch im Auto herum und schaut uns bloß böse an.

„Ich bin doch eh ausgezogen.“

„Du weist das Gee es nicht so meint. Wenn du wirklich zurück willst kann er schlecht was ausrichten, gegen einen Rollstuhlfahrer, ein kleines Mädchen, einen voll tätowierten Gitarristen und an Pony kommt eh keiner vorbei.“

Ich zwinge mich zu einem gequälten Lächeln und dann kehrt wieder eine lange Zeit Stille ein, bis irgendwann die Tür vom Dinner geöffnet wird. Gleichzeitig sehen wir zu Eighty, welcher die Schminke in schwarzen Schlieren über das Gesicht läuft. Hinter ihr steht Ray mit einer Box Taschentüchern und seine Hände sind rot vom Blut. Jetzt wissen wir es also.

Zu unseren Allen Überraschung steht Pete auf, geht auf Addie zu und zieht sie in seine Arme. Schluchzend vergräbt sie das Gesicht an seiner Schulter und auch ihm laufen stumm die Tränen über die Wangen.

„Wenn es dich beruhigt... der Schütze war echt gut.“

Murmele ich und denke an den Glatzkopf mit der merkwürdigen Kleidung. Der Doc kommt aus dem Dinner gerollt und sieht mich neugierig an. Poison murmelt das er ihr ein Glas Wasser holt und auch der Doktor verschwindet wieder nach drinnen, jedoch nicht bevor er mir einen intensiven Blick gegeben hat. Ich folge ihm und wir setzen uns in sein Zimmer.

„Was meintest du damit? Der Schütze war gut?“

„Na ja, er sah nicht aus wie die anderen Mitarbeiter. Hatte keine Haare mehr und hat geschossen...“

Ich pfeife anerkennend. Anders gesagt: er hat getroffen. Das habe ich noch nie erlebt bei Bl/ind, weil sie sonst so schießen als wären sie blind und hätten Parkinson. Dos Augen blitzen mich durch die Gläser der Sonnenbrille an.

„Ein Exterminator?“

„Ein Extermi-was?“

Er seufzt und schickt mich weg. Mal wieder komme ich mir vor wie ein kleines Kind. Draußen wartet bereits Andy.

„Wir sollen Pete und Eighty mitnehmen. Die können beide nicht mehr fahren, weil dein Bruder sie abgefüllt hat.“

Entschuldigend sehe ich meinen Freund an und wir gehen schweigend zum Auto. Vermutlich werden wir heute Abend noch die Leiche verbrennen, die Insects warten nicht lange darauf das Geier kommen oder das Fleisch zu stinken beginnt. Manchmal kann ich verstehen weshalb mein Bruder so eine große Abneigung gegen Insects pflegt, aber einige sind nun mal nett und außerdem, wenigstens werfen sie mich nicht raus.
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