Bürgerkrieg und Frieden

von LucyVT
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
09.03.2019
08.05.2019
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„Ich habe gehört, sie soll bereits über einhundert Männer in ihrem Bett gehabt haben!“, flüsterte die erste Bedienstete, während sie den Dreck auf dem Boden zusammenkehrte.
„Ach, das ist gar nichts! Ich habe Gerüchte gehört, nach denen es mindestens zweihundert gewesen sein sollen! Einige waren wohl auch… käufliche Männer…“, erwiderte die andere und wischte den Staub vom Schaukasten.
„Was?! Käufliche Männer?! Wahrscheinlich bezahlt sie die auch noch von unseren Steuern!“
„Das wäre ja wohl die Höhe! Uns für ihre Unzüchtigkeiten zahlen zu lassen!“
„Jemand sollte sich beim Jarl beschweren! Das kann doch so nicht weitergehen!“
„Mir wurde erzählt, man höre einige ihrer Spielchen bis in die frühen Morgenstunden und die Belegschaft, die in der Nähe ihrer Gemächer schläft, findet keine Ruhe!“
„Das habe ich auch gehört! Und dann ständig diese Soldaten, die…“
Die Frauen wurden plötzlich durch ein ungehaltenes Räuspern unterbrochen. Erschrocken fuhren beide herum und erkannten Hauptmann Aldis, der mit verschränkten Armen im Flur stand.
„Guten Morgen, Herr!“, stammelte eine der Dienerinnen unsicher, während der hochgewachsene Nord an ihnen vorbei lief.
„Vorsicht meine Damen, Ihr werdet nicht dafür bezahlt, Gerüchte in die Welt zu setzen und über Eure Herrin zu tratschen“, knurrte Aldis düster und spazierte den Gang hinunter. Er ging durch die angrenzende Tür nach draußen auf den Innenhof von Schloss Elend.
Die Sonne war gerade erst aufgegangen, doch in einer Stadt wie Einsamkeit wurde die noch kühle Morgenluft schon von allerlei Geräuschen erfüllt. Hier auf dem Hof hatten sich bereits einige Soldaten versammelt, um die morgendlichen Übungen zu absolvieren und von unten aus der Stadt wehte der Wind die ersten Rufe vom Marktplatz herauf.
Aldis wurde höflich von den meisten der Wachen begrüßt, aber an diesem Morgen war es nicht sein Ziel, sie beim Training zu überwachen. Sein Weg führte ihn weiter, über den Hof und hinein in die Wohngemächer des Schlosses, in denen seine übliche morgendliche Aufgabe auf ihn wartete.
Direkt neben der Tür erhob sich eine Treppe, die er bis ins zweite Stockwerk hinaufstieg. Dort wandte er sich nach links und folgte einem kleinen Flur, der sich letztlich nach rechts bog.
Hinter dieser Kurve sah er bereits eine massige Gestalt auf einem viel zu klein wirkendem Stuhl sitzend vor einer Tür warten.
Aldis näherte sich dem Mann, der kaum aufsah. Er hatte ein Buch auf seinem Schoß aufgeschlagen und blätterte gelegentlich unwillig darin herum.
„Morgen Kohn“, grüßte Aldis knapp.
Jetzt sah der Rothwardone endlich auf. Seine pechschwarzen Augen ließen den erfahrenen Hauptmann wie immer leicht erschaudern, doch er versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
Kohn wollte mit seiner massiven Gestalt, den verfilzten, schwarzen Zöpfen und der wilden Bemalung so überhaupt nicht in das Bild des militärisch organisierten, immer ordentlichen Schlosses passen. Er sah aus, als hätte man ihn direkt aus den Wüsten Hammerfalls gepflückt und zufällig irgendwo auf Tamriel wieder abgesetzt.
„Ist sie schon wach und allein?“, fragte Aldis. Mit einem guten Morgen von Kohn konnte er eh nicht rechnen. Aber auch diese Frage erübrigte sich eigentlich, wenn Kohn noch hier draußen saß, hatte seine Herrin noch Besuch.
„Wach sind sie glaub ich“, antwortete der Hüne mit tiefer, grollender Stimme.
Aldis nickte zum Dank, klopfte kurz an die Tür und trat, ohne auf eine Antwort zu warten, ein.

Der Anblick, der sich ihm hier bot, war alles andere als überraschend.
Ein junger, gutaussehender, nackter Mann sprang gerade panisch aus dem Bett hoch und versuchte, seine Männlichkeit mit einem Kissen zu verdecken. Aldis erkannte ihn ziemlich schnell, es war einer seiner Rekruten.
„Hauptmann! Ich… äh… ich kann das erklären!“, stammelte er viel zu schnell und griff nach seiner Hose, die ein Stückchen vor ihm auf dem Boden lag. Dabei rutschte ihm jedoch das Kissen aus der Hand und er wäre fast vorneübergekippt, konnte sich aber gerade noch so fangen.
Aldis verdrehte genervt die Augen. Jedes Mal dasselbe mit diesen Jungspunden.
„Wozu denn diese Aufregung am frühen Morgen?“, ertönte da eine weibliche Stimme aus dem großen, zerwühlten Bett.
Eine Frau richtete sich aus den Decken auf und obwohl Aldis diesen Anblick gewohnt war, konnte er den Blick nicht gleich wieder von ihr lösen.
Ihr hüftlanges, pechschwarzes Haar umrahmte wie ein samtener Vorhang ihren festen, wohlgeformten Körper. Die etwas dunklere, olivfarbene Haut war übersäht mit Indizien der vergangenen Nacht. Aldis‘ Blick wanderte höher, von ihren Beinen, ihrem Bauch über ihre Brüste und blieb an ihrem Gesicht hängen. Verschlafen, aber trotzdem so schön wie immer, sah sie ihn aus diesen eisblauen Augen an, die im aufregenden Kontrast zu ihrer sonstigen Erscheinung standen.
„Guten Morgen Aldis“, sagte sie ruhig und ein Lächeln breitete sich auf ihren schmalen Lippen aus.
„Hattet Ihr mir nicht versprochen, sie rauszuschmeißen, bevor ich eintreffe?“, fragte er streng, doch wirklich böse konnte er ihr nicht sein.
„Verzeiht, ich scheine verschlafen zu haben… Dann holen wir das doch direkt nach. Ähm… Wie war noch gleich Euer Name?“, fragte sie an den jungen Soldaten gerichtet. Ungläubig sah dieser sie an, anscheinend war er schon wieder einer von denen, die sich für was Besonderes hielten.
„Ähm, ich bin Martin… Ihr sagtet gestern Abend, ich würde Euch an den ehemaligen Kaiser erinnern!“, erwiderte der Junge leicht empört. Die Frau stöhnte.
„Uh, das muss dann eine Menge Brandy gewesen sein… Nun gut, Martin, folgendes Problem: Ich habe einen engen Zeitplan, bei dem ich durch Euch bereits hinterherhänge. Ich würde Euch deswegen bitten, jetzt augenblicklich meine Gemächer zu verlassen. Solltet Ihr Euch weigern, kann mein Leibwächter Kohn, den Ihr gestern bestimmt schon bemerkt habt, Euch auch gerne persönlich überzeugen“, erklärte sie dann routiniert. Martin sah aus, als wolle er etwas erwidern, aber bei der Erwähnung des Hünen, der vor der Tür saß, blieb er anscheinend lieber stumm.
Stattdessen nickte er ergeben, zog sich endlich seine Hose und die restliche Uniform, die im Zimmer verstreut lag, an und verließ das Zimmer, jedoch nicht ohne noch einen sehnsüchtigen Blick auf die Frau im Bett zu werfen.
Sobald die Tür hinter ihm zugefallen war, ließ sie sich zurück in die Decken fallen.
„Ihr wisst genau, dass ich es nicht schätze, wenn ich Euren Besuchern morgens begegnen muss. Ich muss gar nicht so genau wissen, wer es alles ist…“, knurrte Aldis ungehalten. Er stand immer noch neben dem Bett und betrachtete die Frau mit schiefgelegtem Kopf.
„Na sowas, Aldis! Ihr klingt ja fast so, als wärt Ihr eifersüchtig!“, neckte die junge Frau ihn mit charmantem Lachen.
„Ihr tut falsch daran, mich zu verspotten…“, murmelte der Nord leise. Sie kroch ein Stück näher an den Bettrand und sah ihn herausfordernd an.
„Bringt mich dazu, aufzuhören“, flüsterte sie grinsend.
Das ließ Aldis sich nicht zwei Mal sagen.
Er kroch zu ihr aufs Bett, packte sie an beiden Handgelenken und druckte sie rücklings aufs Laken. Ihre Gesichter waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt. Kurz hielt er inne, um sich in ihren Augen zu verlieren, doch schnell überkam ihn die Lust wieder und stürmisch begann er, sie zu küssen.
Ihr Lippen waren weich und warm und sie zögerte keinen Moment, den Kuss zu erwidern.
Ihre Hände vergruben sich in seinem Haar und zogen ihn so noch ein Stück näher an ihn heran. Er fuhr mit den Fingern sanft an ihrem Hals herunter, strich vorsichtig über ihre Brüste, was ihr ein verlangendes Stöhnen entlockte, und wanderte weiter über ihre Hüfte, ihren Hintern bis hin zu ihren Schenkeln. Er streichelte langsam über diese, ehe er zu griff, ihre Beine spreizte und sich zwischen diesen platzierte.
Er merkte, wie sie in den Kuss hineingrinste, ehe sie sich von seinen Lippen löste und mit ihrem Mund über seine Wange, hinunter zu seinem Hals fuhr. Sie verteilte sanfte Küsse auf seiner Haut und saugte sanft an der Stelle, unter der seine Pulsader saß. Mit jeder dieser Berührungen schien sie elektrische Impulse direkt in seine Lendengegend zu schicken und er spürte bereits, wie sich seine Hose unter seiner wachsenden Erregung spannte.
Sie bemerkte diesen Umstand mit einem schiefen Grinsen und quälend langsam wanderte ihre Hand in seinen Schritt.
„Bei den Göttern, Diana!“, keuchte Aldis, als ihre Hand in seine Hose wanderte und seine Männlichkeit umschloss.
Doch in dem Moment erklang ein Klopfen von der Tür und die beiden schreckten auf.
„Kohn…“, knurrte Diana enttäuscht, während sie sich eine schwarze Haarsträhne von der Stirn strich.
Aldis war bereits wieder aufgestanden und richtete gerade seine Kleidung, als Kohn eintrat.
Der Rothwardone warf einen schnellen Blick auf Diana und drehte sich augenblicklich um.
„Ihr seid noch nicht bekleidet“, stellte er mit leicht vorwurfsvollem Unterton fest.
„Ihr müsst nicht immer den Blick abwenden, Kohn. Ihr habt mich schon oft genug so gesehen“, meinte Diana und verdrehte die Augen. Trotzdem stand sie auf, hob einen leichten, roten Morgenmantel vom Boden auf und legte ihn sich um „Was muss ich tun, damit Ihr endlich anfangt, den Anblick zu akzeptieren? Vielleicht genießt Ihr ihn irgendwann ja sogar?“, kicherte sie dann, während sie ihrem Leibwächter beruhigend die Hand auf die Schulter legte.
„Euer Onkel bezahlt mich eigentlich dafür, dass ich verhindere, dass Ihr Euch auszieht… und dafür dass ich die Leute verprügle, die Euren Anblick zu sehr genießen“, sagte er, doch auf seinem Gesicht breitete sich ein leichtes Lächeln aus.
„Also Aldis“, nun wandte sie sich wieder an den Kapitän „Was steht denn heute für mich an?“
„Erst einmal erwartet Euer Onkel euch zum Frühstück. Wenn Ihr nicht zu spät kommen wollt, solltet Ihr Euch langsam auf den Weg machen.“
„Hach und ich hatte auf einen entspannten Start in den Tag gehofft… aber gut, dann will ich ihn nicht warten lassen“, erwiderte Diana lächelnd und begann, sich fertig zu machen.


„Diana. Das wurde ja auch Zeit“, begrüßte der Mann am Ende der Speisetafel sie streng, als die junge Frau, nun endlich angezogen, den Speisesaal betrat.
„Ich wünsche Euch auch einen guten Morgen, Onkel“, sagte Diana grinsend und nahm neben ihm Platz.
„General Tullius“, begrüßte auch Hauptmann Aldis seinen Arbeitgeber, blieb aber neben der Tür zum Speisesaal stehen.
„Was soll ich denn noch tun, um Euch aus dem Bett zu kriegen? Sowohl Kohn, als auch Hauptmann Aldis haben mittlerweile den Auftrag, Euch morgens zu wecken und doch bringt es nichts. Ich sollte meine Männer vielleicht klüger einsetzen und Euch einfach auf dem Innenhof schlafen lassen, die Rekruten werden Euch bei Sonnenaufgang schon wecken“, entschied Tullius genervt, doch nicht ohne ein leichtes Lächeln, während er seine Nichte dabei beobachtete, wie sie herzhaft in einen Apfel biss.
„Wenn Ihr Euch jeden Morgen mein Gejammer darüber anhören wollt, wie kalt und nass es doch ist und dass ich mir auf jeden Fall den Tod holen werde, nur zu. Ruiniert Euch selbst den Morgen“, grinste Diana ihren Onkel an.
„Irgendwann wird Euch dieses Mundwerk noch den hübschen Kopf kosten…“, meinte der General kopfschüttelnd und goss sich noch etwas Wasser in sein Glas „Wie dem auch sei, ich habe heute einige wichtige Militärversammlungen und ich möchte…“
„Dass ich dabei bin, um Euch mit meinem hervorragenden, fundierten Wissen über Taktik und Militär zu unterstützen?“, unterbrach Diana ihn galant lächelnd.
„Fast. Ihr sollt an meiner statt bei Jarl Elisifs Bankett heute Abend anwesend sein. Heute ist ihr Namenstag und es werden viele wichtige Persönlichkeiten kommen, sowohl aus dem Kaiserreich, als auch aus Himmelsrand. Ich möchte, dass Ihr Euch unter diese Leute mischt, Konversation betreibt und unsere Interessen vertretet. Zwar werden wir bereits intensiv vom Kaiser unterstützt, doch mangelt es uns nach wie vor an finanziellen Mitteln für die Ausbildung unserer Truppen. Außerdem sind viele der Jarls uns noch nicht so wohlgesonnen, wie sie es sollten, deswegen sollten wir versuchen, etwas Druck auf sie auszuüben, indem wir namenhafte Mitglieder der Gesellschaft von unserer Sache überzeugen und…“
„Ihr wollt, dass ich auf eine Festivität gehe und mich amüsiere? Aber selbstverständlich Onkel!“, wieder unterbrach sie ihn, doch dieses Mal verdrehte sie die Augen. Sie konnte sich kaum einen schlimmeren Abend vorstellen, als umgeben von schmierigen Adeligen an einem viel zu großen Tisch zu sitzen und sich die langweiligen Geschichten anzuhören. Kaiserliche Prominenz war ihr schon immer unsympathisch gewesen, doch früher als kleines Mädchen wurde sie meistens nur an deren ätzende Kinder abgeschoben. Damals dachte sie, die Eltern könnten kaum schlimmer sein, als ihre Blagen.
Böser Fehler.
Seit sie im Alter von 16 Jahren in die Gesellschaft eingeführt worden war, versuchte sie sich vor jeder Festlichkeit, die Adelige beinhaltete zu drücken. Doch ihr Onkel hatte leider immer wieder andere Pläne für sie.
„Ach und noch etwas. Ich möchte, dass Ihr dieses Mal nicht darauf besteht, dass Kohn neben Euch am Bankett sitzt. Er… beunruhigt die anderen Gäste“, warf Tullius noch vorsichtig ein. Diana sah ihn entsetzt an.
Kohn war der Einzige, der sie an solchen Abenden bei Laune halten konnte!
„Kohn ist mein Leibwächter. Ihr wollt mich doch nicht wirklich ungeschützt auf einer Versammlung von Leuten wissen, von denen die Hälfte Euch nach dem Leben trachtet“, erwiderte sie kühl und nahm einen weiteren Bissen von ihrem Apfel.
„Die Stadtwache wird ebenfalls dort anwesend sein“, knurrte Tullius, sie hatte einen wunden Punkt erwischt. Wenn es um die Sicherheit seiner Nichte ging, kannte er tatsächlich keine Ausnahmen.
„Dann hoffen wir mal, dass die Stadtwache nicht zu sehr damit beschäftigt sein wird, die betrunkenen Adeligen davon abzuhalten, aufeinander loszugehen“, sagte Diana bissig.
„Nun gut! Hauptmann Aldis soll Euch begleiten! Aber wehe Euch, wenn dieser Abend erfolglos bleibt!“, gab sich der General geschlagen. Der Hauptmann war ein angesehener Mann, wusste sich zu benehmen und konnte auf die junge Frau aufpassen. Das sollte sie ruhigstellen.
Während ihr Onkel das Gespräch als beendet abtat und sich wieder seinem Essen widmete, grinste Diana verstohlen in sich hinein. In Aldis‘ Begleitung würde der Abend zumindest für sie erfolgreich sein.

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Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich mich mal wieder dazu entschlossen, eine neue Geschichte hochzuladen!
Ich schreibe in letzter Zeit sehr viel daran und sollte ihr hier positive Resonanz darauf kriegen, kann ich direkt einige weitere Kapitel raushauen ^^
Also, ich hoffe, es heut euch soweit gefallen!
Vielleicht bis zum nächsten Kapitel
Lucy ^^
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