Der Feind in den eigenen Reihen

GeschichteDrama, Familie / P12
Andy Trudeau Leo Wyatt Paige Matthews Phoebe Halliwell Piper Halliwell
09.03.2019
09.03.2019
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09.03.2019 4.441
 
Hallo liebe Leser.^^
Diese Geschichte befindet sich schon seit Ewigkeiten auf meinem Computer und als ich neulich wieder darüber gestolpert bin, wollte ich sie unbedingt hier veröffentlichen. :)
Und nach einer ganzen Weile der Überarbeitung ist es schließlich soweit und nun darf ich euch mit Stolz meine erste Charmed Fanfiktion präsentieren.^-^
Ich hoffe sie gefällt euch! :-D
Hier ist noch das Opening für diese Geschichte: https://www.youtube.com/watch?v=SB48dzf7pNA
Ohne weitere Umschweife wünsche ich euch allen nun viel Spaß beim Lesen!^^
Lg eure Setosgirlfriend/ Freya
PS: Ich liebe einfach Dark!Leo ;-D
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" Piper, pass auf!", rief Leo und stieß seine Geliebte gerade noch rechtzeitig zur Seite, bevor sie ein Feuerball treffen konnte. Piper warf ihm einen dankbaren Blick zu, bevor sie die Arme hob und den Dämon erstarren ließ. Danach warf sie ein kleines Elixier auf ihn, woraufhin der Dämon schreiend zu Staub zerfiel.
Sie seufzte.
Und dabei hatte der Tag so gut angefangen.
Die mächtigen Drei hatten gerade gemütlich zusammen frühstücken und Piper und Leos Verlobung feiern wollen, da wurde ihnen von den Dämonen mal wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Zu ihrer aller Leidwesen waren es noch nicht einmal die üblichen, schwachen Dämonen wie sonst auch, und es waren auch nicht gerade wenige. Denn anstatt der üblichen zwei bis drei Dämonen waren es gleich sieben an der Zahl und sie schienen es wirklich darauf abgesehen zu haben die mächtigen Drei zu vernichten koste es, was es wolle.

"Phoebe, hinter dir!", rief Paige, während sie eine Lampe zu sich rief und sie einem angreifenden Dämon an den Kopf warf.
"Nimm das, Dämon!", rief Phoebe, als sie einem anderen Dämon gezielt in den Magen trat wodurch er mit einem lauten Krachen durch die Terassentür flog. Doch gerade, als ein weiterer Dämon mit einem Messer hinter ihr auftauchte, hörte sie Paige "Messer!", schreien und in weniger als einer Sekunde befand sich das Messer des Dämons auch schon in dessen Brust.
Mit einem schmerzvollen Aufschrei zerfiel er zu Asche.
Doch kaum war der eine verschwunden kehrten die fünf zurück, doch zum Glück hatte Paige noch ein Elixier vom Vortag übrig und warf es direkt auf den Dämon, der die Lampe abbekommen hatte.
Es traf ihn mitten ins Gesicht und er schrie auf, als er in Flammen aufging und schließlich verschwand.
Piper nutze währenddessen ihre Magie um erneut die Zeit anzuhalten und so alle vier übriggebliebenen Dämonen einzufrieren, doch sie musste sich beeilen, da die Erstarrung bei so hochrangigen Dämonen nicht lange anhielt.
Schnell hob sie ihre Hände und ließ zwei der Dämonen explodieren, doch gerade, als sie sich den anderen beiden zuwenden wollte, sah sie einen Feuerball direkt auf sich zukommen.
Sie versuchte noch auszuweichen, jedoch war sie eine Sekunde zu spät und der Feuerball traf sie mit solch einer Wucht, dass sie gegen das Treppengeländer und in das Regal dahinter fiel und es mit sich hinunterriss.

" Piper!", schrien Phoebe und Paige gleichzeitig, doch sie hatten keine Zeit um ihrer Schwester zur Hilfe zu eilen, denn schon begannen die letzten beiden Dämonen Feuerbälle auf sie zu werfen.
Den einen Feuerball konnte Paige abfangen und zu dem Dämon zurückschleudern, welcher sofort schreiend in Flammen aufging, doch der andere verfehlte sein Ziel.
Der Dämon war rechtzeitig ausgewichen und blickte nun in Leos Richtung.
Der Wächter des Lichts hielt sich im Hintergrund und war dabei zu Piper zu eilen, als er sich auf einmal umdrehte und ihm einen eiskalten, mörderischen Blick zuwarf. Der Dämon hatte so einen Blick noch nie bei einem Wächter des Lichts gesehen und ihm lief unwillkürlich ein Schauer über den Rücken.
Doch seine Aufmerksamkeit wurde wieder auf die Halliwell Schwestern gelenkt, als Paige das Messer von seinem ehemaligen Kameraden nach ihm warf, doch der Dämon war schneller und flüchtete sich in die Unterwelt zurück.
Einen Moment blieb alles ruhig und als sich die beiden Schwestern sicher waren, dass sie alle Dämonen vernichtet hatten, rannten sie zu Piper.
Diese hatte eine schwere Kopfwunde aus der Blut rann, genauso wie aus ihrer Nase. Leo war schon dabei sie zu heilen, trotzdem fürchteten die Beiden um das Leben ihrer älteren Schwester.
Doch Leos Magie wirkte und binnen weniger Minuten waren ihre Verletzungen verschwunden, so als hätte es sie nie gegeben.

Mit einem Keuchen wachte Piper auf und schnappte nach Luft.
" Was…ist passiert?", fragte die junge Hexe noch etwas benommen ihre zwei Schwestern und ihren Verlobten, doch Phoebe und Paige verwickelten sie erst einmal in eine lange Umarmung.
" Du wurdest von einem Feuerball getroffen und bist gegen das Treppengeländer gefallen. Dabei hast du das Regal am Eingang mitgerissen, doch wir konnten den Dämon vernichten, bevor er noch mehr Schaden anrichten konnte. Ich bin so froh, dass es dir gut geht!", erklärte Phoebe und Paige stimmte ihr nickend zu.
" Ja, du hast uns ganz schön erschreckt! Wäre Leo nicht da gewesen, wer weiß, was dann passiert wäre.", sagte Paige und blickte dankbar zu Leo, welcher ihren Blick mit einem Lächeln zurückgab.
" Ich tue nur meine Pflicht, als euer Wächter des Lichts und Beschützer.", erwiderte er und Piper zog ihn in eine Umarmung, als Phoebe und Paige ihr aufgeholfen hatten.
" Trotzdem danke, Leo. Was würden wir nur ohne dich machen?", seufzte Piper und strich ihrem Geliebten sanft durchs Haar.
Leo drückte ihr einen Kuss auf die Lippen und lächelte sie an, während er ihr sanft zuflüsterte:" Ich liebe dich."
" Ich liebe dich auch, Leo.", sagte Piper und schmiegte sich eng an ihn.
Phoebe und Paige beschlossen schon einmal mit dem Aufräumen anzufangen und den Beiden ein wenig Privatsphäre zu gönnen, als sie sich leise wieder in das Wohnzimmer begaben.

" Ist etwas, Piper?", fragte Leo besorgt, als er Pipers traurigen Gesichtsausdruck sah, doch diese blickte nur zu Boden, während eine einzelne Träne ihre Wange hinablief.
" Piper was ist los? Ist etwas passiert? Bist du verletzt?!", fragte der braunhaarige Mann nun ernsthaft besorgt, doch Piper schüttelte nur den Kopf, bevor sie in Leos grüne Augen blickte und ihm mit einer Hand zärtlich über die Wange strich.
Sie seufzte sanft, als sie in seinen grünen Augen versank. Nur Leo schaffte es sie so zu beruhigen. Leo mit seinen smaragdgrünen Augen und seinem charmanten Lächeln, das Pipers Herz jedes Mal etwas höher schlagen ließ, wenn sie es sah. Unwillkürlich musste sie lächeln, doch es verblasste so schnell wieder wie es gekommen war, als sie sich an die Situation vor ein paar Minuten zurückerinnerte. Innerlich fragte sie sich wie lange es noch so weitergehen sollte. Würden sie es jemals schaffen ein normales Leben zu führen? Eine Familie zu sein? Piper wünschte sich nichts mehr als mit Leo und ihren Schwestern zusammen zu sein, eine Familie zu sein, doch nach dem Dämonen Angriff von heute war sie sich nicht mehr sicher, ob dieser Wunsch überhaupt jemals in Erfüllung gehen würde.
Sie wusste, dass ihr Wunsch nicht falsch war und als sie so in die Augen ihres Verlobten blickte, wusste sie, dass sie Zuhause war. Da war so viel Liebe und Zärtlichkeit in Leos Blick, dass es Piper das Herz erwärmte. Er war der Richtige für sie, daran zweifelte sie nicht eine Sekunde lang.
Piper spürte am Rande ihres Bewusstseins wie Leo mit einem Finger ihre Träne fortwischte, doch er sagte nichts. Er ließ ihr Zeit und wartete geduldig auf eine Antwort und dafür war ihm Piper sehr dankbar.
Nachdem sie sich eine Weile lang schweigend angesehen hatten, beschloss Piper schließlich, es Leo zu sagen.

" Leo, ich…warum müssen immer dann, wenn wir mal einen ruhigen Moment für uns haben Dämonen hier aufkreuzen und uns das Leben schwer machen? Ich meine ist es denn zu viel verlangt einmal ein paar schöne Augenblicke zu zweit, oder mit meinen Schwestern, genießen zu können?", fragte die junge Frau schließlich und Leo strich ihr sanft durch das lange, braune Haar.
" Ihr seid nun einmal die mächtigen Drei. Ihr seid der Quelle des Bösen und somit auch den Dämonen ein Dorn im Auge, daran kann man leider nichts ändern. Es werden immer wieder Dämonen angreifen und versuchen euch zu töten, aber ich schwöre dir, dass ich nicht zulassen werde, das euch etwas passiert, oder dass eine von euch stirbt. Es ist nicht nur meine Pflicht das zu verhindern, nein, ihr seid auch meine Familie! Da ist es ja nur das Mindeste, dass ich alles tue was in meiner Macht steht, um euch zu beschützen!", erklärte Leo und drückte Piper sanft an sich.
" Ja ich weiß, aber manchmal wünschte ich wir könnten einfach ein ganz normales Leben führen, ohne die Dämonen, Hexer und das ganze Böse. Ich wünschte wir könnten einfach ein Leben führen in dem uns Dämonen nicht die ganze Zeit jagen und versuchen uns umzubringen. Ich meine heute wollten wir unsere Verlobung feiern und sie wurde uns von den Dämonen zunichte gemacht! Ich weiß so langsam nicht mehr was ich tun soll, Leo.", sagte Piper verzweifelt und drückte sich fest an ihn.

Leo legte seine Arme um sie und flüsterte mit sanfter Stimme in ihr Ohr:" Mach dir keine Sorgen deswegen, Piper. Es zu feiern ist nicht wichtig, allein das ich dich gefragt habe und du "Ja." gesagt hast, zählt. Das war der glücklichste Moment in meinem Leben und nichts, selbst die Dämonen oder die Ältesten, können mir diesen Moment kaputt machen. Ich brauche keine großartige Feier, solange ich dich habe. Du bedeutest mir alles, Piper! Also bitte, mach dir keine Sorgen. Wir werden auch das überstehen, so wie wir es immer tun, zusammen. Vertrau mir."
" Leo…", brachte die braunhaarige Halliwell Schwester nur heraus, während sie ihren Wächter des Lichts sanft zu sich hinunter zog und ihn küsste.
Sofort erwiderte er den Kuss und wischte ihr eine weitere Träne von der Wange.
Als sie sich wieder lösten blickte sie Leo tief in die Augen.
Er erwiderte ihren Blick und blickte sie mit grenzenloser Liebe an, während er ihr sanft durch die Haare fuhr, doch plötzlich seufzte er, als er hörte wie die Ältesten ihn riefen.
Auch Piper bemerkte es, sein Gesichtsausdruck verriet ihr alles, was sie wissen musste.
" Ich muss gehen, sie rufen mich.", seufzte er und strich sich durch sein kurzes blondes Haar.
" Ich weiß. Komm bald zurück! Wir warten auf dich. Das Frühstück mag vielleicht ausgefallen sein, aber das Mittagessen wird super, das verspreche ich dir!", versprach Piper und küsste Leo noch einmal auf die Lippen.
" Ich werde da sein.", versicherte er ihr und bevor seine Verlobte noch etwas sagen konnte beamte er sich auch schon weg.
Für ein paar Sekunden blieb sie noch an der Stelle stehen, an der Leo gerade noch gestanden hatte, bevor sie sich entschloss wieder in das Wohnzimmer zurück zu gehen und ihren Schwestern dabei zu helfen die Unordnung und das Chaos, das die Dämonen hinterlassen hatten, wieder zu beseitigen...


" Ihr habt mich gerufen?", fragte Leo, als er im Himmel ankam und den Ältesten gegenüber trat.
" Ja. Wir bitten dich besonders wachsam zu sein, Leo. Es scheint so, als wären die mächtigen Drei wieder zu einem beliebten Angriffsziel geworden und wir können es uns nicht leisten sie zu verlieren! Wir setzen unsere Hoffnungen in dich.", sagte ein Ältester zu dem Wächter des Lichts.
Leo nickte nur, während er mit ernster und ruhiger Stimme erwiderte:" Ich werde sie gut im Auge behalten. Sie werden nicht sterben, das verspreche ich!"
" Gut, dann kannst du nun gehen. Wir informieren dich, wenn wir wissen, was die Quelle als Nächstes plant.", sagte der Älteste und Leo neigte kurz den Kopf um seinen Respekt auszudrücken, bevor er sich aus dem Himmel beamte. Doch es war nicht die Erde, die sein Ziel war.
Stattdessen erschien er in der Unterwelt wieder und blickte sich sofort um.
Er war in seinen Gemächern erschienen und es sah alles noch genau so aus, wie er es hinterlassen hatte.
Er schnippte einmal mit den Fingern und seine Klamotten begannen sich zu verändern.
Anstatt einem karierten Hemd und einer blauen Jeans mit braunen Schuhen trug er nun eine schwarze Robe mit ebenfalls schwarzen, enganliegenden Stiefeln.

Leise lachte er in sich hinein.
Es war so einfach die Ältesten auszutricksen!
Anfangs hatte er gedacht es wäre schwierig ihnen etwas vorzumachen, nachdem er die neue Quelle geworden war, doch anscheinend hatten sie nichts davon gemerkt.
Zugegeben es war ja auch alles sehr schnell gegangen.
Es hatte ihn zwar viel Magie und Kraft gekostet, doch er hatte sich mit ein paar Dämonen, denen er vertrauen konnte, und einem alten Freund aus dem Himmel verbündet und die Quelle vernichtet.
Diese Dämonen und der ehemalige Wächter des Lichts standen ihm nun als Berater zur Seite.
Niemand hatte diesen Machtwechsel in der magischen Welt bemerkt, da Leo noch am selben Tag die Herrschaft der Unterwelt übernommen hatte und jedem Dämon, der es wagen würde sich gegen ihn zu stellen, mit der Todesstrafe begegnen würde, vor allem, wenn die Seite des Guten seinen Wechsel mitbekommen würde.
Niemand hatte etwas gesagt, denn seine Diener hatten ihre Ohren überall und jeder Dämon wusste, dass, wenn sie gegen ihn aufbegehrten, das ihr sicheres Todesurteil werden würde.
Das hatte Leo ihnen anhand sehr vieler Beispiele bewiesen.
Doch das Beste war, das nur seine Berater von seiner zweiten Identität wussten und er wusste, dass er ihnen in diesem Fall vertrauen konnte.
Sie würden ihn niemals verraten, das hatten sie ihm schon oft genug bewiesen.
Dennoch war er vorsichtig und hielt sein Gesicht verdeckt, so, wie es die alte Quelle getan hatte, denn ansonsten würden irgendwelche lebensmüden Dämonen noch auf die Idee kommen ihn anzugreifen, wenn er gerade bei den Halliwells war, oder womöglich sogar noch in seinem eigenen Reich und dann würde er nirgendwo mehr sicher sein, besonders, wenn die Ältesten davon erfahren würden.

Doch er plante seine Schachzüge so geschickt wie kaum einer der Dämonen oder Ältesten.
Dadurch, dass er zwischen beiden Seiten hin und her wechseln konnte und so gut wie niemand in der Unterwelt wusste, dass er der Wächter des Lichts der mächtigsten Hexen der Welt war, und ihm die Ältesten bedingungslos vertrauten, konnte er deren Pläne herausfinden und vereiteln.
Natürlich musste er öfters zulassen, dass er besiegt wurde, doch das war notwendig, ansonsten würden die Hexen, sowie die Ältesten misstrauisch werden und sich fragen, wo das Böse nur all das Wissen und die Informationen hernahm und früher oder später würden sie dann auf ihn aufmerksam werden.
Er konnte sich zwar vor ihnen verbergen, doch, wenn er alle gegen sich aufbringen würde, dann hätte er ein gewaltiges Problem!
Er hatte zwar viel Macht, doch gegen die Ältesten und die mächtigen Drei vereint kam noch nicht einmal er an.
Auch wenn Leo sich manchmal schlecht fühlte es vor Piper geheim zu halten, so wusste er, dass es für ihr eigenes Wohl besser so war.
Er liebte sie, trotz, dass er nun das Böse in Person war.
Denn auch ein Teufel kann lieben und genau das tat er.
Er war vielleicht böse, dennoch besaß er noch ein bisschen Gutes in sich und er liebte Piper aus ganzem Herzen. Er liebte sie aufrichtig und er mochte Phoebe und Paige als Freunde. Das war auch der Grund weswegen er nach einem Ausweg suchte, um die mächtigen Drei nicht zwangsläufig vernichten zu müssen.
Er wusste, dass es einen anderen Weg geben musste, denn er könnte es nie übers Herz bringen Piper zu töten, egal wie böse und grausam er auch war.
Sie bedeutete ihm alles und er würde alles in seiner Macht stehende tun, um sie zu beschützen, vor welchen Mächten auch immer!

Bei dem Gedanken daran, dass sie heute Morgen fast getötet worden wäre stieg in ihm heiße Wut auf.
Dieser inkompetente Dämon Jaris konnte aber auch nichts richtig machen!
Er sollte sie nur leicht verletzen und nicht gleich umbringen!
Doch trotz allem hatte er sein Ziel erreicht.
Er hatte mehr als deutlich gesehen und gehört, dass Piper die ganzen Kämpfe mit den Dämonen nicht mehr ertrug.
Er wusste, dass er nur noch ein paar Mal so handeln musste und dann würde sie sich wünschen keine der mächtigen Drei mehr zu sein.
Auch bei Phoebe und Paige erkannte er bereits die Erschöpfung, die die Kämpfe mit seinen Untertanen nach sich zogen.
Aber wer würde nicht erschöpft sein, wenn man jeden Tag aus heiterem Himmel von Dämonen angegriffen wird und dabei fast immer ums Leben kommt, oder beinahe jemanden verliert, der einem wichtig ist?
Leo wusste, dass es bei Phoebe und Paige nicht so einfach wie bei Piper sein würde, doch er war fest davon überzeugt, dass er die beiden Hexen auch noch umstimmen konnte, doch noch war die Zeit dafür nicht gekommen.
Aber jetzt musste er sich erst einmal auf etwas wichtigeres konzentrieren.
Er konnte nicht allzu lange hier bleiben, normalerweise war es den Ältesten egal, was Wächter des Lichts in ihrer Freizeit taten, wenn sie denn überhaupt einmal ein bisschen Freizeit besaßen, doch da Leo nun die Aufgabe hatte, die mächtigen Drei noch mehr als sonst zu bewachen, würde es auffallen, wenn er allzu lange von ihnen wegblieb.
Also zog er sich kurzerhand die Kapuze der Robe über den Kopf, sodass diese sein Gesicht verdeckte und beamte sich auch sogleich aus seiner Kammer in die Ratskammer in der er sich immer mit seinen Beratern besprach und hin und wieder Dämonen herbringen ließ, die entweder etwas falsch gemacht hatten, oder die er für einen Auftrag ausgewählt hatte.
Sein treuester Berater wartete bereits auf ihn und neigte den Kopf um ihm seinen Respekt zu zollen, als er sah wie Leo sich in der Kammer materialisierte.

" Jaris wartet draußen, Herr.", sagte er nur und Leo nickte ihm anerkennend zu, jedoch erhob er, kurz bevor sein Berater den Dämon hereinholen konnte, das Wort.
" Du weißt, dass du mich nicht so nennen sollst, Andy."
Der Angesprochene nickte, jedoch erwiderte er mit ruhiger Stimme:" Ich rede dich so an, weil die Regeln es so gebieten, Leo. Das solltest du doch wissen."
" Immer noch so regelverliebt wie eh und je.", schmunzelte Leo mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen, jedoch wurde er schnell wieder ernst und befahl Andy, dass er Jaris nun hereinlassen sollte.

Leo hatte Andy für seine Sache rekrutiert und ihn zuerst weitestgehend manipuliert, doch später schloss sich der ehemalige Wächter des Lichts ihm aus freiem Willen an und wurde zu einem Wächter der Finsternis und einem seiner engsten Verbündeten.
Natürlich konnten sich die Ältesten den dramatischen Wechsel nicht erklären, doch sie akzeptierten letztendlich Andys Entschluss, aber sie versuchten dennoch weitere Verrate zu vermeiden.
Andy war der einzige Wächter des Lichts, den Leo auf seine Seite hatte bringen wollen, schließlich war es immer gut einen Freund auf seiner Seite zu haben, dem man bedingungslos vertrauen konnte.

Die Tür öffnete sich und Jaris trat in die Kammer.
Er verbeugte sich ehrfürchtig vor Leo, doch bevor er etwas sagen konnte zischte Leo mit wütender Stimme:" Hatte ich dir nicht gesagt, dass du Piper Halliwell und ihre Schwestern nur leicht verletzen und nicht gleich töten solltest?!"
" E-Es tut mir leid, Herr! Ich verspreche euch, dass so etwas nie wieder vorkommen wird!", sagte Jaris unterwürfig und blickte zu Boden, als er Leo's Blick auf sich spürte und sich Angst in ihm breit machte.
Leo's Stimme war ungewöhnlich ruhig, als er sprach:" Ja, da hast du Recht. So etwas wird nie wieder vorkommen. Ich habe keinerlei Verwendung für inkompetente Diener, die ihre Missionen nicht genau so ausführen, wie sie sie aufgetragen bekommen!"
" Herr, ich…", begann Jaris, jedoch bekam er nicht einmal die Chance seinen Satz zu Ende zu sprechen, da hob Leo auch schon die Hand und binnen weniger Sekunden schoss ein Feuerball auf Jaris zu, der ihn bei Kontakt sofort zu Asche zerfallen ließ. Der gequälte Schrei des Dämons hallte noch einige Sekunden länger durch die Ratskammer, bevor es wieder ganz still wurde.

" Leo du solltest nicht immer gleich deine ganzen Diener mit dem Tod bestrafen. Du könntest sie auch einfach foltern. Das würde dich weniger Verluste kosten.", sagte Andy, als er auf das Häufchen Asche blickte, das vor wenigen Augenblicken noch Jaris gewesen war.
" Er hatte den Tod verdient, so wie alle, die ihre Missionen nicht anordnungsgemäß ausführen. Außerdem, was machen schon ein paar Dämonen? Sie sind ersetzbar, allesamt. Du weißt was passiert, wenn jemand Piper und den anderen zu viel Schaden zufügt, Andy!", erwiderte Leo mit einem Knurren und blickte seinen Berater und engsten Freund an.
Dieser seufzte und nickte langsam.
" Ja ich weiß, Leo und doch solltest du nicht immer gleich zu diesen Methoden greifen, deine Untertanen fürchten dich schon mehr als genug. Du solltest wirklich mit diesem sinnlosen Töten aufhören, ansonsten formen die Dämonen noch eine Allianz gegen dich um dich zu stürzen.", antwortete Andy mit ruhiger Stimme und Leo hielt inne.
Er dachte für einen Moment über Andy's Worte nach und wusste, dass er Recht hatte.  Also beschloss er, dass er von nun an dieses sinnlose Töten sein lassen würde und stattdessen zu Foltermethoden und Flüchen greifen würde, das waren schließlich auch gute Mittel um seinen Dienern Lektionen zu erteilen!

" Nun gut, du bist mein Berater Andy, also vertraue ich deinem Rat, mein Freund. Verwenden wir von nun an Foltermethoden und Flüche, außer, jemand verwundet die Schwestern und vor allem Piper zu schwer. Derjenige wird mit dem Tod bestraft, natürlich geheim. Erst foltern wir ihn und danach vernichten wir ihn...das darfst du dann erledigen. Dir vertraue ich am meisten, außerdem scheinst du Gefallen am Foltern gefunden zu haben.", verkündete Leo schließlich seine Entscheidung und Andy nickte, während er ihm ein dankbares Lächeln schenkte und den Kopf senkte.
" Wir ihr wünscht, mein Lord.", sagte er und Leo seufzte.
Er war es immer noch nicht gewohnt so angesprochen zu werden, doch die Regel verlangte es so.
In Gedanken machte sich der Wächter des Lichts bereits eine Notiz diese Regel bei Gelegenheit umzuändern, doch nun musste er erst einmal nach Hause zurückkehren.
Er wusste, dass schon bald wieder Dämonen angreifen und Piper, Phoebe und Paige sie vernichten würden, doch diejenigen, die entkamen hatten entweder ihre Lektion gelernt, oder Andy würde ihnen eine Lektion erteilen.
Ein leichtes, glückliches Lächeln erschien auf Leos Gesicht, bei dem Gedanken daran seine Geliebte wiederzusehen und ein paar ruhige Stunden mit ihr und ihren Schwestern zu verbringen und wer weiß, vielleicht hatten sie Glück und es würden, zumindest heute, keine weiteren Dämonen mehr angreifen.

Leo war sich zwar bewusst, dass er seinen Untertanen durchaus verbieten konnte die Halliwells anzugreifen, doch das würde nur Verwunderung und Misstrauen sähen und Leo versuchte seine Tarnung mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten. Er hoffte nur, dass es dafür noch nicht zu spät war, denn er hatte das Gefühl, dass die Dämonen inzwischen wussten, dass jemand die alte Quelle gestürzt hatte und selbst die Führung übernommen hatte. Er beschloss Andy und seine anderen Verbündeten damit zu beauftragen, herauszufinden, was für Gerüchte sich über die Quelle in Umlauf befanden und ob jemand ihn bereits verdächtigte oder Vermutungen anstellte.
Als er Andy seine Entscheidung mitteilte nickte dieser nur einmal kurz, bevor er sagte:" Ich werde mich sofort an die Arbeit machen."
Doch an der Art wie er plötzlich inne hielt wusste Leo, dass ihn etwas beschäftigte.

" Was ist los, Andy?", hakte er nach und sein Berater blickte ihn an, bevor er sich räusperte und hinzufügte:" Nichts, Herr. Ich dachte lediglich, dass Balthasar mir in diesem Fall behilflich sein könnte. Er kennt die Dämonen besser als jeder andere und wenn sich wirklich Gerüchte über euch in Umlauf befinden, dann findet er es als Erstes heraus."
Mit einem Blick zu Leo fügte er hinzu:" Natürlich nur, wenn Ihr es genehmigt, Herr."
Leo lies sich diese Worte einmal kurz durch den Kopf gehen und nickte dann zustimmend.
"Du hast Recht, Andy. Cole ist ein hervorragender Spion. Wenn es irgendwelche Gerüchte oder Spekulationen über mich gibt, dann findet er es heraus. Du hast hiermit meine Erlaubnis."
Andy neigte den Kopf und Leo schenkte ihm noch ein kleines Lächeln, bevor er sich aus der Kammer und wieder in seine Gemächer zurück beamte.

Als er wieder in seinen Gemächern angekommen war schnippte er einmal kurz mit dem Finger und schon trug er wieder seine normale Kleidung und auch seine Fähigkeiten als Wächter des Lichts konnte er jetzt wieder ohne Probleme einsetzen. Denn jedes Mal, wenn er sich in die Quelle verwandelte wurden seine guten Kräfte automatisch unterdrückt, doch sobald er wieder mit den Fingern schnippte, löste sich das Siegel, das seine Kräfte unterdrückte und er wurde wieder zu einem Wächter des Lichts. Es war ein ziemlich praktischer Weg um seine zwei Identitäten zu trennen und zu verheimlichen.
Leo seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch das Haar, als seine Gedanken wieder zu den mächtigen Drei abschweiften. Ihm musste bald eine Lösung einfallen. Schließlich konnte das nicht ewig so weitergehen! Und er wollte seine Freunde und Piper nicht immer der Gefahr aussetzen. Zwar konnte er als Wächter des Lichts ihre Wunden heilen, doch er fürchtete sich vor dem Tag, an dem er als Quelle in der Unterwelt sein würde und seine Dämonen Piper, Phoebe und Paige angreifen würden und, wenn sie sich wie Jaris nicht an den Plan halten sollten, die drei Hexen schwer verletzten. Er würde ihre Rufe in der Unterwelt nicht hören können und Leo wollte sich lieber nicht vorstellen, was passieren würde, wenn er zu spät kam und sie nicht retten konnte. Allein schon der Gedanke an Piper heute morgen, wie sie fast leblos vor ihm lag, löste in ihm einen Würgereiz aus. Nein, das durfte nicht noch einmal geschehen!
Mit klopfendem Herzen schloss der Wächter des Lichts die Augen und versuchte sich zu beruhigen. Seine Gedanken wanderten zu Piper, schöne, schöne Piper und er erinnerte sich an den Tag zurück, an dem er ihr einen Antrag gemacht hatte. Ihre Zusage war der glücklichste Moment in seinem Leben gewesen und unwillkürlich musste Leo lächeln, als er an ihre Hochzeit dachte. Es würde eine wunderschöne Feier werden und Piper würde glücklich sein, dafür würde er sorgen! Doch jetzt musste er sich erst einmal anderen Problemen zuwenden, wie das Aufräumen des Halliwell Hauses nach ihrer morgendlichen Schlacht.
Also warf Leo noch einen letzten Blick auf seine Gemächer, bevor er die Schultern straffte und sich gleich darauf auch schon wieder auf die Erde teleportierte, direkt in das Haus der Halliwells, um seinen Freunden und seiner Geliebten beim Aufräumen zu helfen. Schließlich gab es noch viel zu tun.
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