Avery Stein

von Adara
GeschichteAllgemein / P12
06.03.2019
15.05.2019
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Trotz meiner geschlossenen Augen brannte sich das extrem helle Licht des Blitzes in meine Auge, doch… Ich spürte nichts. War das der Tod? Nein… Ich stand noch immer auf dem Gras der Lichtung. Vorsichtig öffnete ich die Augen. Zuerst fiel mir nichts auf. Die Magier standen immer noch dort, wo sie standen, bevor ich die Augen geschlossen hatte. Die beiden Gefallen lagen an Ort und Stelle, aber… etwas abseits war ein blaues Portal erschienen, vor dem eine Frau mit blauem Kleid, leuchtenden blauen Augen und wehenden schwarzen Haaren stand. Samara! Neben ihr Seram, ihr Vater, Bragar und ein mir unbekannter recht schlanker Mann mit lockigen, blonden, kurzen Haaren und einem braunem Anzug.
»Nicht so schnell, Arab«, sprach die Frau anscheinend den Anführer der Magier an. Ihre Stimme war bedrohlich ruhig.
»Samara, wie schön, dass du da bist«, antwortete der Arab genannte, wobei seine Stimme längst nicht so fest klang, wie sie wohl sollte. Einige Momente herrschte wieder Stille. Ich nahm ein leises Summen wahr. Im nächsten Moment sirrten wieder alle möglichen Zauber durch die Luft. Ich feuerte auch wieder. Nur Betäubungszauber. Zwei Tote durch meine Hand reichten mir. Das Rauschen in meinen Ohren war verschwunden und ich spürte wieder meine Kraft durch meinen Körper strömen. Samara musste irgendwas getan haben. Aber das konnte ich sie auch später fragen. Ein Blitz schoss an mir vorbei, direkt auf Jason, Frau Meren und Mira zu. Jaime lenkte ihn ab. Das durch die Magie erzeugte Geräusch dröhnte wieder in meinem Kopf. Nach und nach fielen die Magier. Besiegt von Samara, aber auch von uns anderen. Nur der Unbekannte hatte sich zu Jason, Frau Meren und Mira gesellt. Als bereits die meisten Magier bewusstlos am Boden lagen, öffnete sich ein weiteres Portal. Allerdings war dieses tiefschwarz und es strömten dämonenartige Figuren aus diesem. Zwischen diesen kam plötzlich ein… ein Teufel aus dem Portal hervor. Er war nichts weiter als ein schwarzer Schatten mit rot glühenden Augen. Ich konnte diese Gestalt einfach nur anstarren. Die Magier ließen sich aber im Gegensatz zu uns nicht davon ablenken, was wieder dazu führte, dass ich beinahe getroffen wurde. Sofort richtete ich meine Aufmerksam wieder auf diese. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass sich Samara, ihr Vater, Bragar und der Unbekannte auf die Dämonen stürzten, doch mehr konnte ich nicht erkennen. Samt Anführer waren noch vier der Magier übrig. Ein Magier wurde durch Darian besiegt. Den zweiten traf ich selbst und der dritte wurde durch eine der Kreaturen getötet, was mich scharf die Luft einziehen ließ. Glücklicherweise hielt Samara diese von uns fern. Doch als nur noch ein Magier – Arab – übrig war, widmete uns Samara nochmal kurz ihre Aufmerksamkeit und erhob ihre Stimme.
»Sieh es ein. Du kannst nicht mehr siegen, ergib dich also!«
»Niemals!!«
Und dann ging alles plötzlich wieder ganz schnell. Samara sah mich an und ich erwiderte ihren Blick ruhig, wusste ich doch ganz genau, was sie von mir erwartete. Sie tötete keine Menschen. Und selbst wenn, könnte sie es gar nicht, da sie schon wieder mit den Dämonen beschäftigt war.
»Du musst das nicht tun«, rief sie, während sie einen Dämonen zu Boden schickte, der sich von hinten an Darian anschlich.
Ich holte tief Luft.
»Doch muss ich«, meine Stimme klang gefasster als ich eigentlich war. Jaime und Darian sahen mich zweifelnd an, wichen aber zurück, so dass ich an ihrer Spitze standen. Ich sammelte alle mir übriggeblieben Kraft. Ich wollte niemanden töten, aber Arab… Er hatte schon so vielen Leuten geschadet, hatte einige selbst ermordet oder ermorden lassen, hatte ein kleines Kind der Angst und dem Schrecken einer Gefangenschaft ausgesetzt. Niemand hatte den Tod verdient, aber würde er weiterleben, würde es immer so weiter gehen. Er war stark genug, um immer eine Möglichkeit zu finden, Samara zu entkommen und das durfte ich nicht zulassen. Als Samaras klares »Jetzt« ertönte, ließ ich meine Kraft auf Arab los. Sie traf mit einem lauten Knall auf dessen Schutzschild. Es entstand ein gleißend helles Licht. Ich wendete den Blick ab. Das Licht ließ nur langsam nach. Dahinter kam Arab zum Vorschein. Der Magier lag am Boden und rührte sich nicht. Ich atmete erleichtert auf. Es war still. Alle Kampfgeräusche waren verklungen. Als dies vollkommen zu mir durchdrang, sah ich mich überrascht um. Tatsächlich. Sowohl die Dämonen als auch der Schatten waren verschwunden. Samara lächelte leicht, der Unbekannte keuchte leise, sah aber erleichtert aus und auch die anderen blickten sich zufrieden um.

Jetzt war es endgültig vorbei. Ich hatte heute drei Menschen getötet. Trotzdem lächelte auch ich. Mal abgesehen von den Dämonen, gab es jetzt nur noch vereinzelte Magier auf der Erde. Diese würden wir bald aufspüren können und dann wie die, die nur bewusstlos waren, in Samaras Kerker sperren. Ich löste meinen Blick von dem Schlachtfeld und wandte mich den anderen zu. Jason übergab Mira an Frau Meren und kam dann auf mich zu. Er legte seine Arme um mich und sah mich mit seinen unendlich blauen Augen an. Dann senkte er seine Lippen auf meine und küsste mich. Ich blendete alles um uns herum aus, bis wir uns wieder lösten.
»Du bist unglaublich«, sagte er mit rauer Stimme.
»Ich weiß«, erwiderte ich frech, woraufhin alle befreit lachten, bis Samara das Wort ergriff.
»Bragar, Seram, Jaime wärt ihr so nett und räumt hier ein bisschen auf? Ich muss noch Lina kennenlernen und Thomas« - wohl der Unbekannte - » helfen. Außerdem sollte ich vielleicht etwas kochen. Ich glaube, wir könnten alle etwas vertragen. Ihr könnt dann gerne auch vorbeikommen«, bot sie an und die drei Angesprochenen nickten zustimmend.
»Na dann… Kommt«, wendete sie sich diesmal an uns – Darian, den Thomas genannten, Frau Meren, Mira, Jason und mich –  und wir folgten ihr durch das Portal, das sie schuf. In ihrer Wohnung saßen Lina und Jessica mit Philia, Flute und einem blonden Mädchen, das ein ein- bis zwei-jähriges Kind auf dem Schoß hatte, auf dem Sofa. Als sie uns erblickten sprangen die Zwillinge und Lina auf. Die Zwillinge flogen in die Arme ihrer Mutter, während Lina erst mich und dann Jason stürmisch umarmte. Das blonde Mädchen stand ebenfalls auf, das Kind auf ihrem Arm und musterte uns. Dann grinste sie und sah mich an.
»Schicke Klamotten«, sagte sie, »Ich bin Amelie.«
Ich lachte leicht. Auch Amelie wurde von Samara umarmt. Jessica beobachtete all dies stumm von dem Sofa aus. Darian schnappte sich Amelie, das Kind, die Zwillinge, Frau Meren und Mira und ging mit diesen in die Küche, während wir noch kurz im Wohnzimmer blieben. Samara wendete sich an Lina und Jason.
»Ich denke, Darian hat euch schon erklärt, dass wir euch adoptieren werden, oder?«
Die beiden nickten.
»Gut, ich werde mich erst morgen darum kümmern können, aber ihr werdet heute Nacht hierbleiben. Soweit ich weiß, ist das ja auch schon abgemacht«, sprach sie weiter und wieder nickten meine Freunde.
»Gut, wenn das geklärt wäre, könntet ihr schon mal rüber zu Darian gehen? Ich muss mit Avery, Jessica und Thomas noch etwas besprechen«, bat sie mit einem seltsamen Blick auf Thomas. Als auch ich ihn musterte viel mir auf, dass die Kette des Neuen rot leuchtete. Wieder nickten meine Freunde und verschwanden ohne eine Antwort in dem anderem Zimmer.
»Jessica, ich denke, Thomas und ich müssen dir einiges erklären«, fing sie an, »Wie du vielleicht mitbekommen hast, bin ich Samara. Das Wichtigste über mich und meine Welt hat Darian dir wahrscheinlich schon erzählt, oder?«
Meine ehemalige Mitschülerin nickte leicht und sah trotz des freundlichen Lächelns Samaras etwas eingeschüchtert aus.
»Gut. Nun… Das hier ist Thomas. Er kommt aus einer anderen Dimension und ist ein Sucher. Seine Aufgabe ist es Auserwählte zu finden, um gegen einen wirklich nicht sehr angenehmen Teufel zu kämpfen. Die Auserwählten findet er mit Hilfe seiner Kette und wie du siehst...«
Sie brauchte nicht weiterzusprechen. Jessicas immer größer werdenden Augen und ihr nun ungläubiger Blick, der auf eben jenem Schmuckstück lag, dessen Rubin inzwischen rot leuchtete, sagte genug aus. Sie hatte verstanden, was man ihr sagen wollte. Doch da sie es anscheinend noch nicht wirklich realisierte, wandte sich Samara zu mir.
»Ich wollte nur, dass du auch weißt, um wen es sich vorher gehandelt hat. Doom, der Teufel, ist Thomas hier her gefolgt, um ihn aufzuhalten, was wir jedoch erfolgreich verhindern konnten. Dass du Jessica mit her gebracht hast, war wohl kein Zufall, aber ich denke nicht, dass du in dieser Prophezeiung noch eine andere Rolle spielst. Deshalb würde ich Thomas und Jessica nun alleine lassen, so dass sie sich noch kurz unterhalten können, okay?«
Ich nickte und auch Thomas sah die Frau dankbar an. Wir schritten zu den anderen in die Küche, die sich alle miteinander unterhielten.
»Wollt ihr auch hier essen?«, fragte die schwarzhaarige, doch ich schüttelte den Kopf. Ich war mir sicher, dass meine Eltern sich freuen würden, Lina und Jason kennenzulernen und wir musste noch zu Tessa.
»Kannst du uns vielleicht ein Portal zu den Schulhütten machen?«, bat ich und lächelnd nickte Samara. Im nächsten Moment erschien ein blaues Oval an der Wand, durch das ich Jason und Lina zog. Wie erwartet, hatte Samara meinen Gedanken erraten und uns direkt vor Tessas Hütte gebracht.
»Es wird Zeit, dass ihr Tessa kennenlernt«, erklärte ich und schritt zur Tür. Gerade als ich meine Hand hob, um zu klopfen, wurde die Tür geöffnet. Tessa sah mich kurz überrascht an, ehe sie mir um den Hals fiel.
»Avery! Was machst du denn hier? Hast du die Magier besiegt?«, fragte sie, nachdem sie sich von mir gelöst hatte.
»Ja, ich habe sie besiegt, aber eigentlich bin ich da, um dir Lina und Jason vorzustellen«, antwortete ich und trat einen Schritt zur Seite, damit sie meine Freunde sehen konnte. Lina wurde von ihr sofort umarmt und herzlich willkommen geheißen, was diese strahlen ließ. Jason wurde erst einer genauen Musterung unterzogen.
»Du bist also dieser Schläger Jason?«, fragte Tessa und ich sah sie fassungslos an, doch Jason hob nur eine Augenbraue.
»Tessa, dieses Gerücht rührt nur daher, dass er eine Frau vor einer Vergewaltigung gerettet hat und dabei ganz vielleicht deinen Vater verprügelt hat«, weihte ich meine Freundin ein. Nun war es an Jason fassungslos zu schauen und an Tessa eine Augenbraue zu heben. Dann fing sie herzlich an zu lachen.
»Na dann… Ich glaube, ich mag dich, denn zufällig weiß ich, dass Avery dich wirklich zu mögen scheint und dass du meinen Vater verprügelt hast, gibt auch nur Pluspunkte!«, lachte Tessa weiter und ich stimmte mit ein. Jasons Verwirrung war ihm anzumerken, doch nach kurzer Zeit fingen auch Lina und er an mitzulachen. Jetzt war alles so wie ich es mir gewünscht hatte. Perfekt.

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Ich hasse es, ein gutes Ende zu schreiben, was maßgeblich daran liegt, dass ich es nicht kann ;)
Aber egal… das war‘s jetzt. Ich hoffe, ihr hattet Spaß mit meiner Geschichte und ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr mir in einem Review schreibt, wie sie euch gefallen hat. Auch konstruktive Kritik würde ich sehr begrüßen, so dass ich weiß, was ich in vielleicht folgenden Geschichten anders machen sollte. Thomas ist ein Charakter aus der Geschichte „Die etwas andere Legende“. Dort könnt ihr gerne auch mal vorbeischauen.
Liebe Grüße,
Adara
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