Untitled

von Eccho
KurzgeschichteAllgemein / P16 Slash
Izaya Orihara Shizuo Heiwajima
04.03.2019
13.08.2019
2
2.114
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04.03.2019 1.082
 
Eine regnerische Nacht

Das Prasseln des Regens erfüllte die Straßen in der lauen Herbstnacht. Für diese Jahreszeit war es erstaunlich warm und dennoch fröstelte Izaya. Die bunten Lichter verschwammen und vermischten sich immer wieder, während dunkle Flecken stetig mehr und mehr von der Sicht des Dunkelhaarigen einnahmen. Ein Lächeln huschte über seine Lippen und er schloss seine Augen. Der Lärm der Hauptstraße trat zunehmend in den Hintergrund und der Schmerz auf der linken Seite von Izayas Taille wurde langsam dumpf und weniger brennend.

Er hätte Namie angerufen, doch man hatte ihn seiner Handys beraubt. Dies war kein Attentat auf ihn gewesen, sondern ein simpler Straßenraub durch zwei Jugendliche, die nicht wussten, wen sie vor sich hatten. Niemand hatte sie gesehen oder gehört, sodass der Raub unentdeckt blieb und die Jungen mit ihrer Beute davonliefen. Vermutlich wäre der Dunkelhaarige agiler gewesen, wäre er nicht so sehr durch seine Erkältung angeschlagen gewesen.

Bei dem Regen würde bei ihm vermutlich noch ein Fieber ausbrechen, kam es ihm in den Sinn, ehe er wegen der Absurdität des Gedankens zu lachen begann, bis ihn ein harter Husten beutelte. Angesichts seiner Lage war es unwahrscheinlich, dass er krank werden würde. Es konnte nicht schlimmer für ihn werden. Dessen war er sich sicher.

„Habe ich dir nicht gesagt, dass du nie wieder einen Fuß in Ikebukuro setzen sollst?“

Izayas Lächeln verblich und er zwang erschöpft seine Augen auf. Farbschemen waren das Erste, das er sah, ehe seine Sicht sich klärte und er seinen alten Feind vor sich erblickte.

„Shizu-chan“, rief er und seine Lippen verbogen sich zu einem noch breiteren Lächeln.

„Du hier? Was verschafft mir die Ehre?“, neckte er und beobachtete, wie der Blonde vor ihm in die Hocke ging.

„Sieht so aus als hätte dich jemand erwischt“, kommentierte er und Izayas Sicht wurde erneut unscharf.

„Du bist so schlau wie eh und je“, höhnte er und spürte, dass es allmählich schwer wurde, das Lächeln aufrecht zu erhalten. Zwar hatte er gehofft, dass ihn jemand finden würde, doch er wollte nicht, dass ihn das Monster so sehen würde.

Kalt.

Ein eisiger Schauer durchfuhr den Dunkelhaarigen und raubte ihm sein Lächeln. Seine Lider fühlten sich unglaublich schwer an, als er zu Shizuo aufsah.

„Bist du gekommen, um mir den Rest zu geben?“, fragte Izaya mit ernster Miene. Er fühlte seine Taille gar nicht mehr, doch dafür war sein Blick von schwarzen Schlieren durchzogen. Er war so müde … so unendlich müde …

„Wie es aussieht, muss ich das nicht“, hörte er den Blonden in einem undeutbaren Ton sagen.

Abermals zwang Izaya seine Augen auf und realisierte da erst, dass sie bis eben geschlossen waren. Trotz seiner Bemühungen konnte er Shizuos Gesichtsausdruck nicht erkennen, weshalb er schließlich resignierte den Blick senkte. Er wollte abermals Lächeln, hatte jedoch nicht die Kraft dazu.

„Dann bist du also gekommen, um mir beim Sterben zuzusehen“, wisperte er tonlos und seine Sicht wurde schwarz. Noch war er bei Bewusstsein. Noch fühlte er.

Das Wasser, welches ihm in feinen Strömen über das Gesicht rann. Den kühlen Asphalt unter seinen Händen, die regungslos neben seinem Körper ruhten. Die grobkörnige Mauer, die sich durch seine Kleidung in seinen Rücken drückte. Seinen Kopf, der nach vorne gesackt war und immer mehr am Nacken zog. Die warme Hand, die über seine Wange glitt, ehe sie unter sein Kinn fuhr und dieses anhob. Seine Lider, die sich senkten.

Stille.

oOo

Mit voranschreitender Stunde sank die Temperatur und die Regentropfen fühlten sich kälter an. Der feucht glänzende Asphalt spiegelte die bunten Lichter der diversen Schilder und Werbeanzeigen wieder. Alle Menschen hatten ihre Regenschirme aufgespannt, um sich vor der kühlen Nässe zu schützen. Einige von ihnen waren stehen geblieben, um den blonden Mann, der eine Person auf seinen Armen trug, hinterher zu starren.

Beide waren klitschnass, schienen sich jedoch nicht daran zu stören. Zumindest der Größere von beiden tat es nicht, da das Gesicht des anderen unter dessen Kapuze verborgen war. Einer Kapuze, die mit Fell besetzt war und von dessen Rand hin und wieder einzelne Tropfen perlten. Man hätte meinen können, dass die Person in den Armen des Blonden nur schlief, doch der sich rot färbende Ärmel des Größeren ließ anderes vermuten.

Niemand sprach die beiden an oder bot Hilfe an. Das einzige, was sie taten, war stehenzubleiben und zu gaffen, während das seltsame Duo an ihnen vorüberzog, ehe sie sich wieder rasch ihrem eigenen Leben zuwandten. Sie wollten keinen Ärger haben und sich ebenfalls nicht in fremde Angelegenheiten einmischen. Selbst wenn das bedeutete, dass die Person in den Armen des Blonden sterben würde.

Der Regen wurde stärker und übertönte den Straßenlärm. Der rote Fleck breitete sich immer weiter auf dem einst weißen Ärmel aus und erreichte nun den Ellenbogen. Der Blonde senkte seinen Blick auf das Gesicht des Mannes in seinen Armen und blieb stehen. Er war der Einzige, der sehen konnte, wie bleich es mittlerweile geworden war, sodass die helle Haut einen starken Kontrast zu den schwarz glänzenden Haarsträhnen bildete.

Das Rauschen des Regens erfüllte die Straßen in dieser kühlen Herbstnacht, die niemals zu enden schien.

~*~

Hallo!

Ja, ich lebe noch und wie ihr seht, mache ich (unter anderem) so etwas hier, wenn ich  mit dem Schreiben bei "Chaos" und "Sieben Kolosse" nicht weiterkomme.
Ich habe vor, noch weitere Szenen zu schreiben, werde das aber nach Lust, Laune und Energie (an der es mir vor allem mangelt) tun und demnach in unregelmäßigen Abständen etwas hochladen. Keine Sorge, bei meinen anderen Projekten schließe ich die Geschichte zuerst ab und lade sie dann hoch. Aber wie gesagt, das ist ein offenes Projekt und solange ich "Untitled" nicht auf "fertiggestellt" setze, kommt da auf jeden Fall noch was.
Im übrigend ist diese depremierende Szene, die ich hiermit hochgeladen habe, offen. Sollte mir danach sein, kann  und werde ich sie fortsetzen. Es ist immerhin nicht klar, ob Izaya noch lebt bzw. sollte er es tun, ob er die Nacht überlebt.
Wie auch immer ... lange Rede, kurzer Sinn:
Es gibt mich noch und ich bin nach wie vor als Autorin aktiv.

Sollte euch danach sein, könnt ihr mir ein Review oder Mail hinterlassen.

Eure

Eccho

P.S.: Sollte ich Fehler übersehen haben ... sofern sie bei euch nicht Augenkrebs erzeugen, ignoriert sie bitte. Sollte es gar nicht gehen, dann sagt mir, welchen ich wo gemacht habe und ich bessere ihn später aus. Es ist spät und ich habe ein niedriges Energielevel. Also es kann sein, dass ich den einen oder anderen überlesen habe.
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