Ich hasse alles an dir

von SamySoli
GeschichteDrama, Romanze / P16
Mihawk "Falkenauge" Dulacre Nami OC (Own Character) Prinzessin Vivi / Miss Wednesday und Karuh Puma D. Ace / Gol D. Ace
04.03.2019
12.06.2019
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„Und du bist Dozent, an ihrer Uni?“
Dulacre zog seine Stirn in Falten und wir beide hoben fast synchron Glas und Flasche an und leerten jeweils den Rest des Inhalts. Der Frust lag förmlich in der Luft und da die Flasche Wein von Dulacre leer war, stellte Vivi uns beiden ein Bier hin. Ich vermutete schon, das der Schwarzhaarige das Gebräu verschmähte, doch ließ er sich nichts anmerken. Er war scheinbar gut erzogen worden und wusste was sich gehörte und was nicht. Wobei er vieles, was unhöflich war, trotzdem machte, zum Beispiel in meiner Unterwäsche wühlen.
Er öffnete seinen Mund und antwortete ausführlicher als erwartet: „ja und sie hat Lesungen bei mir.“ Seine unglückliche Miene müsste nun selbst für Ace offensichtlich sein, doch lag dieser mit dem Gesicht zuerst auf der Tischplatte und schnarchte. Wir hatten schon einige Flaschen Bier weg, wobei er deutlich vorgelegt hatte. Zu Zeiten wachte er mal auf, doch hauptsächlich schlummerte er vor sich hin, was ich schier traurig fand.
Vivi schüttelte fassungslos ihren Kopf und meinte: „die Leute hier waren bei eurer Partnerwahl wohl sehr masochistisch veranlagt gewesen. Wobei, bei Ace und mir haben sie auch voll ins Schwarze getroffen, er ist nämlich der beste Freund meines Bruders.“ Fast sofort verschluckte ich mich halb an meiner eigenen Spucke und japste: „nicht wirklich oder?“ Sie grinste schief und meinte: „die testen wohl aus, wie wir mit unhändelbaren Situationen umgehen. Ich habe Glück das ich mich schon immer recht gut mit Ace verstanden habe, aber mein Bruder findet das alles nicht ganz so witzig.“
„Kann ich mir vorstellen, wie lange kennt ihr euch schon.“ „eigentlich so lang ich denken kann, mein Bruder und ich sind Zwillinge und haben ihn im Kindergarten kennen gelernt. Während die beiden Matschburgen gebaut haben, habe ich aufgepasst, dass sie nicht von Würmern gefressen wurden.“ Ich erschreckte mich leicht, als der Schnarchende hoch fuhr und völlig normal in die Unterhaltung einstieg: „aufgepasst? Du hast zu uns gesagt, wenn wir weiter so im Dreck spielen, würden wir Krank werden und sterben.“ Nun schaute ich mit offenen Mund zu Vivi, auf deren Wangen sich ein leichter Rotschimmer bildete, bevor sie maulte: „als wäre ich so radikal gewesen.“ Er schnaubte: „warst du früher und bist du noch immer.“ Er blieb kurz ernst, bevor er in Gelächter ausbrach und sie leicht in die Seite pickste: „komm sei nicht so verbissen.“ Sie schnaubt und wischte seine Hand weg: „ich bin nicht verbissen, du bist einfach ein Vollidiot.“ Er ließ sich nicht beirren und feixte: „aber durchaus liebenswert, stimmt’s?“ ich hätte fast wie wild angefangen zu Nicken, doch wäre dies unangebracht. Stattdessen nahm ich einen großen Schluck von einem neuen Bier und genoss die schwammige Hitze in meinem inneren. Jetzt gerade fühlte ich mich halb wohl und halb hasste ich mich dafür, Vivi so zu beneiden. Die beiden kannten sich ihr Leben lang und wurden nun durch diese Studie zusammengeführt, wo war da Platz für mich? Nirgendwo und damit hatte ich zu leben, ob es mir passte oder nicht.
Mein Blick glitt zu meinem schwarzhaarigen Sitznachbarn, welcher das Szenario mit Argusaugen beobachtete und schließlich zu mir runter schaute. Wir beäugten uns leicht, schienen uns aber im stillen einig zu sein, dass die beiden zusammenpassten und wir... eben nicht. Es war klar in den Augen des jeweils anderen abzulesen, wobei mir die helle Bernsteinfarbe seiner Iris noch immer nicht gefiel. Ob er meine grau-grünen Augen genauso wenig mochte? Ich konnte es mir gut vorstellen, wobei ich seine Haare noch weniger ausstehen konnte. Ich hasste das Schwarz und doch musste ich daran denken, wie ich ihm das Blatt aus den Schopf geholt hatte. Wie er auf mich gehört hatte, als ich ihm gedeutet hatte, zu mir runter zu kommen. Vor den Augen aller, hatte ich ihn bemuttert, etwas was sich sonst niemand gewagt hätte und irgendwie machte es mich Stolz. Lag an dem momentanen Suff, doch damit konnte ich leben. Wenn ich schon nicht mit klaren Kopf etwas guten zwischen uns sehen konnte, dann wenigstens betrunken. Da war es mir zumindest nicht unangenehm, das ich mich vor ihm blamiert hatte.
Was mir jedoch selbst jetzt schier die Röte ins Gesicht trieb, war die Tatsachen, dass ich ihm jetzt gerade durchs Haar streichen wollte, um endlich die leidliche Frage zu beantworten. Meine Fingerkuppen hatten nur kurz seine Strähnen berührt und leider Gottes hatte ich keine Ahnung wie sie sich nun wirklich anfühlten. Waren sie weich, waren sie borstig, oder gar strohig. Sie sahen irgendwie nach allem aus, schwarze Haare waren schließlich furchtbar. Genau wie sein kantiger Bart, seine schmalen Lippen, die strengen Augen, die hohe Stirn und doch trieb mir der Alkohol den Wunsch auf, ihn zu betatschen.
Leidig knabberte ich an meiner Unterlippe, musterte ihn weiter ungeniert, während er es mir gleich tat. Das Schweigen eingetreten war, merkte ich kaum, den meine Gedanken machten genug Lärm. Sie wiederholten immer wieder die gleichen Wörter, meine Augen untersuchten ihn immer genauer, jeden Gesichtszug und ihn gut zu finden, wurde immer abwegiger. Er gefiel mir nicht und doch war der Wunsch so nervtötend ihn abermals zu berühren, dass ich mich vorbeugte meine Hand ausstreckte und ihm sanft über das Haupt strich.
Schweigend ließ er es über sich ergehen, schlug mich nicht weg und brachte auch nicht mehr Abstand zwischen uns. Der Glanz seiner Augen zeigte Unschlüssigkeit und ein kurzes Zucken seiner Hand, ließ mich vermuten, dass er ebenfalls mit dem Gedanken rang, mich wie auch immer anzufassen, oder doch weg zu stoßen. Eigenartig, da wir uns die letzten zwei Wochen so gut es ging, eben nicht berührt hatten. Wir waren immer so weit es ging auseinander, gingen uns aus dem Weg und schenkten uns wenig Aufmerksamkeit und nun erforschten wir das erste mal, seit wir zusammenwohnten, die Optik des anderen und schienen mehr von uns wissen zu wollen.
Seine Erscheinung war so abwegig, dass ich mit dem Gedanken spielte, ihn nochmal zu berühren doch ließ uns ein lang gezogenes: „ohhhh…“ aus dem seltsamen Moment herausfahren. Blitzschnell schaute ich zu Vivi, die uns strahlend anschaute, nahm einen weiteren Schluck meines Biers und fragte: „hmm?! Was ist denn?“
Sie grinste über beide Wangen und trällerte: „ich dachte bis eben, dass ihr nicht gut miteinander auskommt, aber ihr seit ja total niedlich zueinander.“ Ich zog eine Augenbraue hoch: „niedlich?“
Auch Ace nickte freudig und mir zog sich automatisch die Brust zusammen. Toll das er mich niedlich fand, doch das es in Verbindung mit Mihawk… Dulacre war, war nicht das was ich wollte. Ich erwartete schon fast, das auch der Schwarzhaarige eine finstere Aura entwickelte, doch war er komplett gleichgültig. Er nahm einen Schluck aus der Flasche, wobei mir auffiel, wie sehr es mich irritierte, wenn er Bier trank und starrte unbeteiligt durch die Gegend. Bei dem wusste man auch nie, wann ihm etwas gegen den Strich ging. Vielleicht wurde er ja gerne betatscht, schließlich hatte er mich jetzt schon zum zweiten Mal an sein Haar gelassen, doch würde ich es hier nicht noch einmal testen. Ich wollte vermeiden, das Ace dachte, ich würde irgendeine Bindung mit Dulacre haben, schließlich war dem nicht so. Ich wollte nur irgendwie nochmal sein Haar tätscheln, denn so wirklich hatte ich mir die Frage, ob sein Haar weich war, nicht beantwortet.
Der Braunhaarige grinste schief, seine dunklen Augen glänzten vom Alkohol und irgendwie hoffte ich, dass ihn sein Trunkenheitszustand, dass alles hier vergessen ließ. Murrig nahm ich noch einen weiteren kräftigen Schluck und wollte schon das Thema drehen, doch war Vivi noch nicht durch mit uns: „Ja niedlich. Ihr passt zusammen, auch wenn ihr Beruflich seltsam zueinander steht.“ Wenn sie wüsste wie wenig mir dieser Mann gefiel, würde sie den Mund nicht so aufreißen. Zudem passte es mir nicht, dass sie uns als Pärchen darstellte, besonders da Ace wieder wach war. Als ich ihm einen Blick zuwarf, klappte mir der Mund auf. Er war wieder eingeschlafen, sein Kopf lag ihm im Nacken, seine Augen waren zugeklappt und aus seinen Rachen kamen undefinierbare Laute. Dulacre und ich waren nicht niedlich, die Sommersprosse war es. Gierig nahm ich einen weiteren Schluck, leerte somit viel zu schnell meine Flasche und stand auf um mir die nächste zu holen.
Beim aufstehen, wollte ich Vivi etwas abwendendes entgegnen, wurde aber von einem fehlenden Gleichgewicht aufgehalten. Taumelnd hielt ich mich halb an meinen, halb an Mihawks Stuhl fest und blieb überrascht wie angewurzelt stehen. Der Schwarzhaarige brummte, da ich ungalant an seiner Sitzmöglichkeit herum ruckelte und erhob seine Stimme: „wir sollten wohl langsam gehen.“ „wir?“ ich sprach meinen Gedanken aus, da ich nicht verstand, dass er für uns beide Sprach. Seit wann bestimmte er, wann ich wohin ging? Das war etwas was ich immer selbst bestimmt hatte und nun trafen mich seine Bernsteinaugen und der direkte Befehl war klar zu verstehen. Nur zu dumm, dass ich gerade nicht sonderlich schlau handelte und auch nicht die Distanz spürte, die uns sonst trennte.
„du kannst ja schon mal rüber, ich trink noch ein wenig und quatsche mit Vivi.“ Es überraschte mich selber, wie klar und verständlich meine Stimme klang, doch reichte das Mihawk wohl nicht. Tief durchatmen stand er auf, wuchs in kurzer Zeit weit über mich heraus und brummte: „wir gehen jetzt!“ Ich schaute aus großen Augen zu ihm auf, doch noch immer war ich nicht bereit mich in Gang zu setzen, was er scheinbar bemerkte. Leichte Wut flackerte in seinen Augen auf, doch für vernünftigen Respekt fehlte mir zur Zeit eindeutig der Verstand. Halb Lächelnd halb schmollend, setzte ich mich in Gang, jedoch in Richtung des falschen Hauses. Wenn ich ein verdammtes Bier trinken wollte, dann trank ich das verdammte Bier auch. Ich war alt genug um nach meinen eigenen Kopf zu handeln und doch wurde ich nach nur zwei Schritten aufgehalten. Eine Hand hatte meine gepackt, sodass ich in der Vorwärtsbewegung aufgehalten wurde.
„Caro, wir gehen jetzt.“
Irritiert schaute ich auf meine Hand in seiner, wie sie komplett unter den breiten Fingern verschwand. Es war als hätte ich Puppenhände, so winzig, das man sie problemlos umfassen konnte. Gruselig wie zierlich und schwach ich wirken musste und doch wollte meine Abscheu nur verhalten aufkochen. Stattdessen überlegte ich, ob man mit so großen Händen überhaupt die Finger verschränken konnte. Möglicherweise war es unangenehm, oder gar unmöglich? Das waren dumme Gedankengänge und eigentlich fand ich mich selber gerade schlicht super albern. Ich wollte mich von dem Mann nicht wie ein Kind behandeln lassen, aber verglich gleichzeitig meine Hände mit dem eines Kleinkindes. Ein Widerspruch, doch gerade das war vergnüglich.
Grinsend schaute ich zu Mihawk auf, griff mit meinen Finger zwischen seine und stellte fest, dass man auch mit so großen Händen Händchen halten konnte. Der Schwarzhaarige dagegen war nicht wirklich begeistert. Seine Aura war finster, doch gegen meine Vermutung ließ er mein Experiment über sich ergehen. Er nickte nochmal Vivi zu: „vielen Dank für das Essen, das nächste mal laden wir euch ein.“ Das seine Worte mehr aus Höflichkeit, als aus guten Willen gesprochen waren, war mehr als offensichtlich, doch interessierte sich die Blauhaarige eher für den Umgang zwischen mir und meinem Pseudomann. Ace neben mir, wäre nun viel angenehmer, doch nahm ich die Situation einfach hin. Ich hing nun ein ganzes Jahr an diesem eigenartigen Menschen, irgendwie mussten wir ja anfangen miteinander auszukommen.
Wobei, war da Händchenhalten der richtige Weg? Nein, vermutlich nicht, doch er hatte angefangen. Gut, ich hatte ihm über den Kopf gestrichen, doch das war bei weiten nicht so viel, wie meine Hand zu packen.
Wie hatten sich jetzt nochmal seine Haare angefühlt? Die Sprünge meiner Gedanken hüpften so schnell, dass mein Verstand einen kurzen Aussetzer machte. Worauf ich hinaus wollte wusste ich nicht mehr, wollte mich aber auch nicht abmühen es heraus zu finden. Lediglich Vivis Worten folgte ich halbherzig: „gerne doch, das würde mich freuen. Und gute Nacht euch beiden.“ Ich lächelte schief, wackelt mit der Hand, welche Mihawks hielt, vor und zurück und lächelte: „gute Nacht, hat Spaß gemacht.“
Das hatte es wirklich, doch irgendwie war ich mir nicht schlüssig ob mir das Ende passte. Am liebsten hätte ich Ace nochmal wach gerüttelt, ihn in den Arm genommen und noch etwas mit ihm gequatscht, doch wusste ich, das sich das nicht gehörte. Zudem hielt ich gerade die Hand eines anderen Mannes, obwohl dies offensichtlich ausschließlich an meinem Trunkenheitsgrad lag. Er würde mich, wie ein kleines Kind zurück bringen, so wie es ein Vormund nun einmal tat. Diese verdammten Schwarzhaarigen, die mein Leben so massiv beeinflussten. Wie ich sie hasste, doch los lassen wollte ich die riesige Pranke auch nicht. Sie lag warm und stützend in meiner und ich wollte sie gerade um nichts messen. Ich spannte meinen Kiefer und hasste mich plötzlich selber. Ich war wirklich furchtbar darin alleine zu sein. Mein ganzes Leben klammerte ich an den Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung, klammerte an Mama und meiner kleinen Schwester. Ich hatte an meinen Exfreunden gehangen, hatte mir immer in kürze einen Neuen gesucht und mir heimlich mehr in dieses Projekt rein erhofft. Wohl möglich hatte ich einfach einen Mann an meiner Seite gewollt, um für das nächste Jahr, jemand gefesselt zu haben und trotzdem allen zu beweisen, dass ich alleine leben konnte. Das ich einen Mann wie ihn haben würde, war nicht in meinem Sinn gewesen und jetzt gerade spürte ich deutlich, dass ich an Einsamkeit litt.
Einsamkeit darüber, dass ich nicht bei meiner Familie war, nicht den Mann bekam den ich wollte, kaum Kontakt zu Freunden hatte und zuhause niemanden, mit dem ich mich austauschen konnte. Verbissen krallte ich mich an der Pranke fest, folgte ihm zurück zu unserem Haus, nicht bereit los zu lassen und verfluchte mich, dass ich nicht auf die letzten Biere verzichtet hatte. Gott, Alkohol machte ein so sensibel und das obwohl ich nicht mal volltrunken war. Es war lediglich zu viel für meine Psyche gewesen und Mihawk hatte recht damit, das es reichte.
Schweigend gingen wir zusammen durch den Flur, die Treppe hoch, wo er mich mit sanfter Gewalt in das Badezimmer schob: „na los, Putz die Zähne und zieh dich um.“ Fast schon traurig ließ ich seine Hand los und murrte: „mein Schlafzeug liegt drüben.“ Er nickte, verschwand kurz und drückte mir dann meine Klamotten in die Hand: „hier und pass auf, dass du dir nichts tust.“ Ich schnaubte aus: „so betrunken bin ich nun auch wieder nicht.“ Er schüttelte den Kopf, nahm die Zahnbürste vom Waschbecken und hielt sie mir hin. Nun konnte ich nicht anders als zu schmollen: „stinke ich so stark aus dem Mund?“ seine hellen Augen setzten zu einem leichten Rollen an, bevor er antwortete: „du riechst nach Knoblauch und Bier.“ „und du nach Aftershave und Wein…“ beschissener Konter, doch stimmte es. Wäre sein Aftershave nicht so markant, hatte ihn der süße Geruch nach Wein fast weiblich erscheinen lassen, doch so war es lediglich nichtssagend. Weder zu herb, noch zu aufdringlich, angenehm, aber auch nicht umhauend.
„Ich gehe nach dir ins Bad.“ Seine Augen wirkten dabei streng, doch konnte ich ihn, allein wegen der Tatsache das wir zusammen im Badezimmer standen und mir eine Zahnbürste aus dem Mund schaute, nicht für voll nehmen. Geschickt nahm ich mir die Zahnpasta, drückte etwas auf die Borsten und murrte: „stimmt nicht, wir sind zusammen hier.“ Er zog eine Augenbraue hoch, während ich schmunzelnd zu putzen begann. Mein Blick hatte was herausforderndes, wobei mein Ziel eher war, ihn länger bei mir zu halten. Seine Anwesenheit war das einzige was mir gerade das Gefühl geben konnte, nicht in ein Loch fallen zu müssen, auch wenn er der Letzte war, den ich für diesen Zweck gebrauchen wollte. Es war anstrengend zu ihm hoch zu schauen und leider erinnerte ich mich viel zu genau daran, wie er uns Unterrichtete, wobei in diesem Umfeld kaum ein Vergleich zu ziehen war. Wohl möglich, dass er privat ganz anders war,  zumal wir gerade unsere längste Unterhaltung hatten, die wir jeh geführt hatten.
„Wir sind schon länger zusammen hier.“ Er sprach mit einem Unterton, den ich bis jetzt noch nie von ihm gehört hatte. Er war nicht ein zu ordnen, wobei ich auch nicht wirklich begriff was er meinte. Mit geschlossenen Mund, um den Schaum nicht durch den Raum zu spucken nuschelte ich: „Hm?“ sein Mundwinkel zuckte leicht nach oben und da war der Moment an dem ich nichts mehr Begriff. Er konnte Lächeln, doch worüber? Ich verstand überhaupt nichts mehr und das musste auch aus meinem Blick sprechen, den sein Lächeln wurde noch einen Tuck breiter und ein amüsierter Laut glitt über seine Lippen.
Schnell spuckte ich aus und fragte peinlich berührt: „was?“ er schmunzelte noch immer, doch anstatt sich zu erklären, strich er mir mit einer Hand über den Kopf und drehte sich um: „na los, mach dich fertig.“
Er verschwand aus dem Bad und hinterließ in mir ein bitteres Gefühl. Was zum Teufel war das denn jetzt? Blitz schnell spülte ich meinen Mund, schlüpfte in meine Schlafklamotten und setzte ihm ins Schlafzimmer nach. Blieb jedoch noch im Türrahmen wie angewurzelt stehen. Er stand am Kleiderschrank, hatte bereits eine Schlafhose an, jedoch war er obenrum nackt. Im dämmrigen Licht der Nachttischlampe glänzte seine leicht gebräunte Haut, seine nackten Füße standen fest auf dem Boden und seine Augen waren auf mich gerichtet. Er schien nicht überrascht mich zu sehen, doch musste ich perplexer den je aussehen. Mein Mund stand einen Spalt offen, meine linke Hand war im Türrahmen gekrallt und mein Blick lag starr auf seinem Bauch.
Dieser Mann bestand aus Muskeln, aus nichts als Muskeln. Um seinen Bauchnabel wölbten sie Stränge, welche ich niemals bei ihm erwartet hätte, wobei doch, es war mehr als offensichtlich, bei der Menge an Sport, die er betrieb. Sein Brustkorb war noch breiter als es unter dem Hemd zu erahnen war, Haare wuchsen ihm keine auf der Brust, doch war stark anzunehmen, dass er sich einfach mehr als gründlich rasierte.
Ich fand ihn noch immer nicht ansprechend, doch hatte er unleugbar den Körper eines Adonis. Mit großen Augen schaute ich zu seinem Gesicht hoch und fand dort zum zweiten Mal heute, eine völlig neue Emotion. Arroganz, ja, ich war mir sicher, das obwohl sein Gesicht fast so wie immer aussah, in seinen Iriden extreme Überheblichkeit leuchtete. Blinzelnd versuchte ich mich zu fassen, doch war ich völlig aus dem Konzept gebracht. Seine Erscheinung hatte absolut nichts mehr mit dem Mann zu tun, den ich bis jetzt kennen gelernt hatte, er war wie ein Fremder. Trocken schluckte ich, dankte dem Himmel, dass er normal nicht so frei herum lief und murmelte: „bin fertig.“
Waren seine Augen schon immer so beißend grell, oder war das meiner Reaktion auf seinen Körper verschuldet? Als er sich ein Hemd nahm, es sich überstreifte und dabei die Knöpfe offen ließ, wusste ich genau, dass ich Schuld war.
Ich war Schuld an seinem überlaufende Ego, doch war es genau das, was mich meinen Körper wieder  bewegen ließ. Dieser Mann war verflucht Menschlich, ich musste nur ganz genau hin sehen und dann sah ich all seine Fehler und Makel. Vielleicht könnte ich doch lernen mit und nicht nur neben ihm zu leben.
Steif machte ich ihm Platz, schaffte es jedoch, nachdem er verschwunden war, verblüfft den Kopf zu schütteln.



Talkbox:

„Dulacre ist doch 35 oder?“
„Si, dear Lady.“
„Das mit den Sprachen üben wir nochmal… aber naja. Holla, ich kenne ihn schon einige Zeit und erst jetzt erfahre ich das er so einen Body hat?“
„Oh, das sind aber ganz neue Töne. Gefällt er ihnen vielleicht doch besser als gedacht?“
„Hm? Wie meinen Sie das? Was soll sein Körper daran ändern, dass ich mit seiner Art Probleme habe?“
„Ein knackiger Butt ist doch was feines, da kann man doch über einige Unzulänglichkeiten hinweg sehen.“
„Unzulänglichkeiten? Nett formuliert, wenn man es mit den Problemen gleichsetzt.“
„Welche Probleme? Ich finde euch zusammen sehr gut.“
„Er wird mir meine Noten in den Studium geben, klingelt es?“
„Aber denken sie doch an seinen Körper… und außerdem will ich immer noch wissen wie sich seine Haare anfühlen.“
„Schon mal in Erwägung gezogen das sie Schwul sind?“


Soooo... da bin ich wieder mit dem zweiten Abschnitt des Grillabends und weiß nicht ao genau ob ich zufrieden bin... aber naja, würde mich über Reviews und die ein oder andere Empfelung freuen :D
und dann bis nächste Woche
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