Ein Raven Cycle Märchen

KurzgeschichteDrama, Romanze / P12
Blue Sargent Richard Campbell Gansey III
03.03.2019
03.03.2019
1
1937
 
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Es war einmal in einem weit entfernten Reich da lebte ein königliches Paar. Sie besaßen eine wunderschöne Tochter namens Helen und wünschten sich zu ihrem vollkommenen Glück noch einen Sohn.
Kurze Zeit später wurde der Sohn geboren. Richard. Ein starker Junge, der seiner Familie in Wissen und Güte in nichts nachstand.


An seinem zehnten Geburtstag sollte ein großes Fest stattfinden bei welchem auch die Bewohner des Königreiches eingeladen wurden. Es wurde getrunken, gegessen, getanzt, gelacht und gefeiert. Es war ein berauschendes Fest.
Der junge Königssohn erkundete jedoch den Garten. Er hatte dank seiner strengen wenn auch lieben Eltern das Schloss noch nicht oft verlassen. Er erfreute sich an den Springbrunnen und Staturen. Ganz besonders hatten es ihm die Rosen angetan. Verzückt von deren Eleganz und Duft, brach er die Schönste ab die er finden konnte.
Dies jedoch sollte sich als ein fataler Fehler herausstellen, denn eine Hornisse hatte sich auf der Blume niedergelassen. Das Insekt fühlte sich in seiner Ruhe gestört und stach dem Prinzen in die Hand.
Vor Schreck ließ Richard Junge die Rose fallen.
Erst als die Hornisse von seiner Hand abließ und davon flog, realisierte er den Schmerz. Das Gift pochte von seiner Hand in seinem Arm und breitete sich von dort aus in seinem ganzen Körper aus. Alles wurde schwarz. Sein Atem setzte aus, dann sein Herz.
Der Prinz war sich sicher dass er nun sterben würde...

Er erwachte jedoch umringt von seiner Familie in seinem Bett. Außerhalb seiner Familie stand dort noch eine vermummte Frau. Die Frau sprach, dass er leben, jedoch seine große Liebe ihn töten würde.
Da seine Familie Angst um ihn hatte, durfte er das Schloss unter keinen Umständen mehr verlassen.


Richards einziger Trost war Ronan. Ronan war der Berater des Prinzen und somit auch sein einziger Freund und Zugang zur Außenwelt.
Einmal im Monat begab sich das Königspaar zusammen mit einem Teil Palastwachen auf dem Weg zum Markt. Von dort aus brachten sie Stoffe, Schmuck, Früchte und andere Kostbarkeiten aus fernen Ländern mit. Somit konnte auch der Prinz der Schönheit der Welt ein wenig nah sein.
All die Zeit dazwischen langweilte sich Richard. Er studierte. So kannte er sämtliche Märchen auswendig und auch die Welt war ihm nicht unbekannt, nur konnte er sie nicht mit eigenen Augen sehen. Er kannte sie nur aus der Sicht anderer durch die Seiten verstaubter Bücher. So wusste er das es Ebbe und Flut gab, wie es entstand und das Schlick zwischen den Füßen quietschte, doch er wusste nicht wie es sich anfühlte, wie Meeresluft roch oder wie Möwen klangen. Ihn machte diese trockene Theorie müde und krank. Er wollte raus aus diesem goldenen Käfig.
Somit faste er einen Plan.

Mitten in der Nacht stieg er aus seinem Bett. Er schlich an dem Zimmer seiner Eltern vorbei und kletterte durch ein offenes Fenster in den Garten.
Es war kühl und der Prinz hatte sich nur einen Mantel übergeworfen. Doch genoss er es hier draußen zu sein. Er setzte sich auf den Rand des Springbrunnens und steckte seine nackten Füße ins Wasser. Lächelnd schloss er die Augen. Der Wind wehte durch sein Haar. Er hörte ihn durch die Bäume und Gräser fegen. Das Rascheln der Blätter hörte sich in seinen Ohren viel schöner an als alle Instrumente die er oder seine Schwester spielen konnten.
Er wusste nicht wie lange er dasaß, irgendwann hörte er ein Geräusch neben sich. Etwas was er nur kannte zu hören wenn man sich verschluckt hatte. Demnach öffnete er seine Augen und war leicht erstaunt einen Jungen neben sich zu erblicken. Der Junge, ebenfalls erstaunt, stellte sich als Adam vor. Adam kümmerte sich um den Schlossgarten, wohnte jedoch im Dorf. Warum er nun im Garten war wollte er aber nicht sagen und er wollte gehen. Richard hielt ihn auf und versprach nichts zu verraten, solange Adam ebenfalls über seinen nächtlichen Ausflug stillschweigen hielt.
So wurde ein Versprechen besiegelt und nach einigen Nächten, in denen sie sich trafen, wurden sie Freunde.
Adam verriet dass er und sein Vater sich nicht gut vertrugen und er sich deshalb oft in den Garten flüchtete.
Richard wollte ihm helfen und bot ihm einen Schlafplatz im Schoss an. Diesen lehnte der Junge jedoch ab, da er schon sein Leben lang hart arbeiten musste und keine Almosen annahm; vor allem nicht von einem Prinzen. Sie stritten sich, doch der Königsohn schaffte es dass sein neuer Freund zumindest im Garten blieb.
Bei seinem anderen Freund Ronan blieben die nächtlichen Ausflüge nicht unbemerkt. Doch er sagte nichts. Da er meist Albträume hatte, blieb er lieber auf und wachte im Schatten über die beiden ungleichen Freunde.
Solange sich der Prinz nicht verliebte konnte er so viele Freundschaften knüpfen wie er wollte...

Und auch Richard blieb der Schatten nicht fremd.
Irgendwann bemerkte der Prinz doch dass sich Ronan seltsam benahm. Er wirkte abwesend und müde. Meist wenn der Prinz mit ihm sprach und keine Antwort bekam blickte sein Berater zum Fenster hinaus. Und dann stand dort immer Adam im Rosengarten. Seid kurzem durfte der junge Gärtner Blumen auf Geheiß der Königin mit ins Schloss bringen. Meist waren es Rosen und immer war es Ronan der die Sträuße entgegennahm. Richard spürte das sein Berater etwas für Adam empfand und, auch wenn er nicht wusste was Liebe war, er wollte das seine Freunde glücklich waren und das was er nun in den Augen Ronans sah zerriss ihn das Herz.
Er fasste einen Plan.

Er ließ den Geräteschuppen leeren. Fast niemand ahnte woher der Prinz von dem Schuppen wusste, doch gehorchten seine Wachen. Nachdem der Schuppen leer war, ließ er Ronan diesen auspolstern und mit Pflanzen verschönern. Auch Ronan gehorchte und erhielt den Schlüssel.

In der darauf folgenden Nacht in der sich Richard und Adam wie in den meisten Nächten zuvor trafen, rief der Prinz seinen Schatten aus dem Versteck. Der Königssohn deutete dezent auf den Schuppen und irgendwie schaffte es sein Berater Adam davon zu überzeugen in dem Schuppen einzuziehen.


Jahre vergingen, der Prinz war bereits sechzehn.
Die nächtlichen Treffen der drei wurden zur Routine. Die offensichtliche Verliebtheit zwischen Richards Freunden zu einer Tortur des Prinzen.
Seine Mutter kaufte ihm ein Kätzchen. Es war grau getigert, eine Farbe die es im Schatten unsichtbar machten. Er nannte es Noah, nach dem Helden der Sintflut.
Sein Vater brachte ihm einen zweiten Berater. Einen Bastler namens Henry. Henry kannte auch viele Sprachen und Richard war nie müde etwas zu lernen.
Es brachte Abwechslung.

Doch er sah seine Freunde tagsüber im Garten; wie sie tuschelten, wie sie Händchen hielten, wie sie sich anlächelten.
Es fraß ihn ein Loch in die Brust. Wut und Trauer vermengten sich in seinem Magen zu etwas für was er sich schämte; Eifersucht. Es war ein Gefühl das ihn nicht mehr schlafen ließ.
Er beschloss nur noch alleine seine Abendgänge zu haben. Immer darauf bedacht das ihm niemand folgte. Nicht einmal sein Schatten.

Helen bemerkte als Erste das ihr Bruder nicht mehr schlief. Sie ließ einige Heiler kommen, doch diese erfüllten ihren Nutzten nicht.
Das Königspaar griff zu anderen Mitteln. Sie riefen Seher herbei. Doch nur die Besten des Landes sollten sich um ihren Sohn scharren.
Es kamen vier Seher. Drei ältere Damen und eine junge.
Bestürzt durch die junge Frau riefen die Könige die Wachen. Zuvor waren noch nie fremde Frauen im Alter des Prinzen ins Schloss geladen worden und auch der Teil der männlichen Wachen in Richards Alter hielt sich in Grenzen. Aus Angst vor der Warnung der Zauberin.
Doch die mittlere Seherin sprach, dass ihre Tochter Blue die Visionen deutlicher machen würde.
Die Könige willigten ein, jedoch solle sich das Mädchen nur vermummt dem Prinzen zeigen.

Am späten Nachmittag setzte sich der Prinz vor den vier völlig verschleierten Damen. Genau in dem Moment in dem er sich setzte, verzog die Mittlere, Maura, das Gesicht und rieb sich den Hals. Richard rief sofort jemanden der der Dame ein Glas Wasser holte. Die vermummte und gleichzeitig kleinste Gestalt fragte, ob sie lieber gehen sollte. Doch es wurde verneint. Die Dame rechts, Persephone, mischte. Die Dame links, Calla, mischte. Maura mischte nicht. Die letzte Frau legte ihr die Hände auf den Rücken als sie den Stapel entgegennahm um den Prinzen mischen zu lassen und auch als Maura Richard die Karten ausgefächert hinhielt lagen die Hände der kleinsten Frau an der selben Stelle. Der Königssohn sah in die Runde, nickte jedem der Damen kurz zu und zog.
Bube der Kelche.
Maura nahm ihm die Karte aus der Hand, schüttelte den Kopf. Nun ließ sie die vierte Frau mischen.
Wieder hielt sie dem Prinzen die Karten vor, wieder lagen die Hände auf ihrem Rücken und wieder zog der Prinz Bube der Kelche.
Maura nahm die Karte aus dem Spiel, mischte nun selbst, verzichtete auf die Hände der kleinen Frau und der verwunderte Prinz zog erneut.
Der Tot.

Die Könige waren völlig außer sich und warfen die Seher in den Kerker. Nur das junge Mädchen konnten sie nicht einbuchten. Sie verschwand.

Richard verstand nicht warum sie gefangen wurden, er wusste das sein Schicksal besiegelt war. Er müsse so oder so  sterben. Ob vor Eintönigkeit oder durch eine Krankheit. Es war ihm einerlei.

Durch seine Schlaflosigkeit getrieben lief er oftmals durch das Schloss. Auf der Suche nach etwas Abwechslung. Diesem bestimmten Abend jedoch auf der Suche nach Noah. Der Kater sollte keine Mäuse oder Vögel fangen und nun war er aus dem Zimmer verschwunden, bevor Richard ihm sein Glöckchen umbinden konnte.
Mit einem Leuchter und der Glocke lief Richard nun durch die dunklen Gänge des Schlosses.
Ein Klappern ließ ihn innehalten und er eilte Stimmen entgegen die er schon Ewig kannte.
Auf dem Balkon entdeckte er seine Freunde die Jemanden festhielten. Es war Blue, die ihre Familie befreien wollte. Ronan und Adam sprachen von Einbrecher, doch Richard verliebte sich fast augenblicklich in das Mädchen.

Am nächsten Tag führte Ronan das Mädchen dem Königspaar vor und sie versprach für immer für die Königliche Familie zu tanzen, wenn ihre eigene dafür freikämme.
Zuerst waren die Könige gar nicht einverstanden, doch dann willigten sie ein solange sie und der Prinz einen Abstand von mindestens fünf Metern hielten und sie nur vermummt tanzen würde.

Trotz des Abstandes und der Vermummung verliebte sich der Königssohn immer mehr in die Tänzerin.
Eines Abends schaffte er es sogar sie aus ihren Gemächern zu holen. Zusammen mit Ronan und Adam tanzten sie im Wald unter dem Vollmond. Doch gerade als er sie küssen wollte, wie er es bei seinen besten Freunden gesehen hatte, rannte sie davon.

Das Königspaar bemerkte den Verlust der Tänzerin. Sie entsannen Wachen um die Seher zu finden.
Am Morgen des nächsten Tages wurden die drei Frauen gefasst.
Am Mittag wurde auf dem Marktplatz ein Scheiterhaufen errichtet.
Am Abend wurden sie auf den Scheiterhaufen gebunden.
Als Blue sie retten wollte, wurde auch sie festgenommen und angebunden.
Der Prinz musste dabei zusehen.

Am Abend, kurz bevor das Feuer entzündet wurde, trat der Königssohn vor seine Liebe.
Er fragte, warum sie keinen Kuss von ihm wollte.
Sie schüttelte den Kopf und sagte mit tränenerstickter Stimme, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten würde.
Als die Fackel den Scheiterhaufen entzündete, erkannte Richard sein Schicksal und stieg zum Entsetzen seiner Familie zu Blue hinauf.
Er erklärte, dass ihm weißgesagt wurde dass ihn seine wahre Liebe töten würde.
Somit küsste er sie;

Seine Blue,
Seine wahre Liebe.


Und das Feuer ihrer Liebe brannte ewig...




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Ja, sowas fällt einen immer mitten in der Nacht ein xD Ich hoffe das war jetzt nicht zu emotional. *Taschentücher auffüll*
LG Demon♥
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