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Sonne, Strand und andere Probleme

von Pingulina
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin RM Suga V
03.03.2019
23.03.2022
72
335.065
41
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
30.12.2021 3.762
 
Tatsachen im Morgenlicht

18. Donnerstag:


Ein lauter werdendes Grummeln entkam Yoongis Lippen, als das stetige Gerüttel an ihm einfach nicht nachlassen wollte. Unwirsch streckte er seinen Arm aus, versuchte, was auch immer das war, zu vertreiben. Kurz hörte es auf zu wackeln, doch kaum zog er den Arm wieder ein, ging es von vorne los und das schlimmer als zuvor. Erneut wollte er den Störenfried verscheuchen, holte mit dem Arm aus und wurde an diesem gepackt und auf den Rücken gedreht.

Warme Haut schob sich über seine Hüfte und der Druck eines anderen Körpers machte sich auf ihm breit, veranlasste ihn verschlafen zu blinzeln. Verwundert stellte er fest, wie dunkel es noch war. Graues Zwielicht umgab ihn, zeigte, dass die Sonne sich gerade einmal daran machte sich auf den Horizont zuzubewegen, diesen aber noch lange nicht erreicht hatte. Von Aufgehen ganz zu schweigen.

„Jiminshi, es ist mitten in der Nacht…“, grummelte er, ließ die Augen wieder zufallen. Hände legten sich an seine Wangen und er wusste, dass er keine Chance hatte, Jimin wollte Aufmerksamkeit und die würde er wohl auch bekommen.

„Ich brauch Bewegung“, raunte dieser ihm auch schon zu, die Stimme leise, fast etwas heiser. Für Yoongi aber dennoch zu störend, da sie ihn vom wieder Einschlafen abhielt.

„Frag Jungkook, ob der joggen gehen will.“ War doch auch sonst Jimins Lieblingsbeschäftigung zu unmenschlichen Zeiten. Warum also sollte Yoongi heute herhalten?

Ein Lachen wehte ihm ins Gesicht und Jimin beugte sich näher zu ihm, hauchte ihm einen Kuss aufs Ohr und erweckte damit ganz gezielt Yoongis Lebensgeister. „Auf einmal hast du nichts mehr dagegen? Sonst grummelst du immer, wenn ich weg will.“

Langsam sickerte zu Yoongi durch, was da so angenehm in Jimins Stimme mitschwang und sein Unterbewusstsein schon seit seinem ersten Wort auf Hochtouren arbeiten ließ. Nur der restliche Körper war noch im Gedanken an Schlaf gefangen und nicht so ganz aufnahmefähig. Aber immerhin einer hier der schnallte was los war und den Rest darüber informierte.

Deutlich interessiert und auch wacher hob Yoongi wieder ein Augenlid und schielte zu Jimin hoch. Der saß lieb lächelnd auf ihm, noch immer leicht zu ihm gebeugt, war aber wieder ein Stück abgerückt, um ihm besser ins Gesicht schauen zu können. Der Jüngere erwiderte seinen Blick mit einer unerwarteten Ruhe, beobachtete Yoongi geduldig dabei, wie er auch das andere Auge öffnete und sein Gesicht eingehend studierte. Die rechte Hand des Älteren war auch bereits wach und machte sich nützlich, legte sich auf Jimins Knie und fuhr von dort aus den Oberschenkel hinauf.

Ganz dezent, aber dennoch wahrnehmbar lag ein feiner Rotschimmer auf Jimins Wangen, die Augen wirkten etwas glasig und je höher Yoongis Finger kamen, umso stärker wurde das sanfte Zittern unter ihnen. Da war wohl jemand schon etwas länger wach.

„An welche Art von Bewegung hattest du gedacht?“, fragte Yoongi gelangweilt nach, versteckte sich hinter seiner Müdigkeit, die zwar gerade die Koffer packte, aber noch ganz gut als Schutzschild diente. Das hier wurde um einiges spannender, wenn er nicht direkt wirkte wie ein junger Welpe bei der Fütterung.

Jimin legte daraufhin den Kopf etwas schief und setzte sich gänzlich auf, rutschte dabei etwas nach hinten und strich über Yoongis Bauch. Ein wohliger Schauer durchlief diesen. Wie er es doch gerade genoss, das Bett zur textilfreien Zone ernannt zu haben, Bettbezüge und Laken ausgenommen. Jimins Finger stoppten nicht bei seiner Hüfte, glitten weiter, strichen sanft über seinen Intimbereich, ehe er sie knapp neben seinem eigenen Glied an sich selbst hinauf wandern ließ, um sie sich nachdenklich ans Kinn zu legen. Yoongi kribbelte es derweil in den Fingern, weiterzuwandern, von Jimins Oberschenkel zu dessen Schritt, um das bereits erregte Glied zu streicheln.

Gott, wie er es liebte, wenn Jimin ihn so anschaute. So unschuldig, unwissend und etwas verwirrt, obwohl seine gesamte Körpersprache laut dagegen schrie und vor Erotik nur so sprühte. Es jagte ein willkommenes Zittern durch Yoongi, den die Müdigkeit nun gänzlich verlassen hatte, jedoch nicht ohne ihm viel Spaß zu wünschen und sich für später wieder anzukündigen. Egal wie gut die Aussicht gerade war, noch waren es für ihn eindeutig zu wenig Stunden Schlaf, aber das kam später, dann, wenn auch Jimin wieder müde war.

„Ein wenig Beintraining wäre gut, die habe ich die letzten Tage über reichlich vernachlässigt“, grübelte Jimin derweil, wanderte mit dem Blick nachdenklich über Yoongi hinweg, bis er ihm wieder ins Gesicht schaute, eine Bestätigung haben wollte.

„Soll ich dir Hilfestellung geben?“, erwiderte Yoongi grinsend, war mit seinen Fingern nun wirklich weitergewandert. Allerdings nicht zu Jimins Mitte, sondern zu seiner eigenen. Sie wussten beiden was Jimin wollte und was nun auch Yoongi wollte. So legten sich dessen Finger um seinen Penis und begannen ihn zu streicheln, um ihn auf die angebotene 'Hilfestellung' vorzubereiten. Unterstützend waren auch wieder Jimins Hände da, wanderten über seine Brust, während dieser sich vorlehnte und ihn hungrig in die Augen schaute.

„Auf dich ist doch immer verlass“, säuselte dieser gar nicht mehr unschuldig. Deutlich trat die Lust in seiner sonst so lieblichen Stimme zutage, machte sie dunkel und rau, Yoongi damit gleich etwas härter.

Heiße Lippen legten sich auf die des Älteren, verschlangen seine und gaben sich kaum mit dem zufrieden, was sie bekamen. Yoongi merkte nun deutlich, dass Jimin schon etwas länger wach war, sich wohl mit dem Gedanken herumgeplagt hatte, ob er ihn wecken solle, ehe das Rütteln an seiner Schulter begann. Er genoss es in vollen Zügen, liebte er es doch, wenn Jimin seine wilde Seite zeigte, deutlich zum Ausdruck brachte, was er wollte und es kompromisslos einforderte.

Der Schritt des Jüngeren drückte sich mittlerweile gegen seinen Handrücken, ließ Yoongi seine Finger lösen, um Jimins Penis gegen seinen zu drücken und sie beide zu massieren. Ein ersticktes Keuchen entkam Jimins Kehle, ließ ihn den Kuss unterbrechen und geräuschvoll nach Luft schnapp.

„Verdammt… Yoongi, ich will dich…“, jammerte er erstickt, küsste ihn erneut und riss sich dann los. Leicht überrumpelt lag Yoongi da, wurde von Jimin in die Matratze gedrückt und so seiner Bewegungsfreiheit genug beraubt, um nicht an den Nachtisch heranzukommen. „Dann musst du etwas von mir runtergehen, sonst wird das schwierig.“

Jimin bewegte sich tatsächlich, doch nicht so wie Yoongi erwartet hatte. Er lehnte sich lediglich zur Seite und hatte die Tube Gleitgel in der Hand, als er sich wieder aufsetzte. Ein Funkel durchzog seine Augen und ließ Yoongi die Luft scharf einziehen. Den Blick des Älteren einfangend drückte sich Jimin einiges des Gels auf die Hand, wanderte mit ihr zu Yoongis Glied und befeuchtete es ausgiebig. Hauptsächlich überrascht stöhnte dieser auf, als die Kälte auf seine Erregung traf und vertrieb kurz den Gedanken, dass das die falsche Reihenfolge war. Doch Jimin wusste genau was er tat, zog die Finger schließlich zurück, stemmte sich auf die Knie und wanderte mit der glitschigen Hand hinter seinen Rücken. Fasziniert beobachtete Yoongi, wie Jimin die Beine etwas weiter auseinander gleiten ließ und mit einem genießenden Seufzen sein Kopf in den Nacken fiel. Rhythmisch bewegte sich sein Arm, bereiteten ihn seine Finger vor und auch wenn Yoongi dies nur erahnen konnte, reichte es, um ihn ungeduldig werden zu lassen. Seine Hände wanderten zu Jimins Schenkeln, die eine strich über die weiche Haut dort, die andere wanderte weiter. Verwöhnte etwas das zuckende Glied des Jüngeren, ehe sie weiter glitt, den Bauch hinauf bis zur Brust und wieder hinab.

Ungeduldig zog Jimin schließlich seine Finger wieder aus sich heraus. Er wartete schon viel zu lange, hatte er doch erst versucht sein kleines Problem, ohne Yoongi, im Bad zu beseitigen. Doch es hatte nicht klappen wollen und so musste der Schlaf seines Liebsten daran glauben und nun, da er ihn wach und zu allem bereit vor sich liegen hatte, wollte er sich nicht länger mit seinen eigenen Fingern zufriedengeben. Yoongi lag erwartungsvoll unter ihm, verschlang ihn fast mit Blicken, auch wenn er erstaunlich ruhig wirkte. Jimin kannte das schon, wusste um Yoongis Selbstbeherrschung und auch, wie er sie brechen konnte.

Ein koketter Blick, sich einmal über die Lippen lecken und die Hüfte noch etwas anheben, schon schluckte Yoongi schwer, öffnete die Lippen zu einem erstickten Keuchen, welches sich zu einem kehligen Stöhnen wandelte, als Jimin nach seinem Glied griff, es in Position brachte und sich nur Sekunden später darauf sinken ließ. Laut aufkeuchend ließ er sich gänzlich auf Yoongi nieder, genoss das Dehnen und das Gefühl ausgefüllt zu sein.

Austestend kreiste er ganz leicht mit der Hüfte, schwelgte in dem warmen Gefühl, welches ihn dies in den Bauch sendete. Yoongis Hände waren an seine Seiten gewandert, die Daumen strichen über seinen Hüftknochen, ließen ihn aber gewähren.

Fast schon neckend hob er sein Becken etwas an, gerade so weit, dass sich ihre Haut nicht mehr berührte und sank wieder herab, wiederholte es einige Male und lächelte Yoongi zufrieden zu. Dieser quittierte jede seiner Bewegungen mit einem feinen Seufzen und stachelte Jimin damit ungewollt an. Der liebte dieses Geräusch. Ein Ausdruck reiner Lust und Zufriedenheit, wie er ihn nur in solchen Momenten hörte und der ihn mit Stolz und Erregung gleichermaßen erfüllte. Doch so schön es war, forderte seine eigene Lust nach mehr, ließ seine zarten Bewegungen ausladender werden, bis er sich weiter hochstemmte, Yoongi dabei bis zur Spitze aus ihm heraus glitt, ehe er sich fallen ließ und seinen Freund wieder bis zur Gänze in sich spürte.

Hektischer Atem und das Klatschen von Haut auf Haut erfüllte den Raum. Jimins Schenkel spannten sich im Tempo seiner Bewegungen an. Yoongis Hände packten schließlich zu, unterstützten den Jüngern, der sich so sinnlich auf ihm bewegte und sich dabei zunehmend mehr vergaß, immer lauter und rauchiger seinen Namen keuchte. Irgendwann drückte Jimin den Rücken weiter durch, konnte sich so hinter sich auf Yoongis Beinen abstützen, fand etwas mehr Halt und Gleichgewicht, hinderte Yoongi so aber auch daran ihm entgegenzukommen. Das schien Jimin aber nicht weiter zu stören, noch schien er es zu bemerken. Der war ganz auf seine eigenen Bewegungen fokussiert.

Gut trainiert, wie er war, war Yoongis Hilfe zwar willkommen, aber nicht zwingend notwendig und so wurde er auch nicht langsamer, als sich eine von Yoongis Händen von seiner Haut löste und zu seiner Mitte glitt. Ein leiser Schrei entwich seinen geöffneten Lippen, als sich die geschickten Finger des Älteren um sein Glied legten und es zu streicheln begannen. Es machte Jimin schier verrückt, wenn Yoongi immer wieder unerwartet seinen Daumen über seine Spitze rieb oder zu seinen Hoden wanderte und diese liebkoste. Er ließ sich völlig fallen, gab sich ganz dem Begehren seines Körpers hin, wurde dabei noch etwas schneller.

Flach atmend lag Yoongi unter ihm, fasziniert von dem sich ihm bietenden Bild. In einer solchen Ekstase hatte er den Jüngeren noch nie gesehen, völlig losgelöst von jeder Angst, dass sie jemand stören könnte. Wie verlangend seine Stimme werden konnte, wie hemmungslos seine Bewegungen. Die Beherrschung des Älteren zerfloss wie Eis in der Mittagssonne und sein Orgasmus kündigte sich mit großen Schritten an, ließ ihn die Zähen zusammenpressen, in dem Wunsch, das alles noch etwas länger erleben zu dürfen. Das warme Gefühl in seinem Unterbauch staute sich zu einer ungekannten Hitze auf, einem Brand, der auch in Jimins Blick loderte, als dieser ihm wieder in die Augen schaute und mit einem lauten Schrei zum Höhepunkt kam. Sich hektisch auf Yoongi bewegend lebte er ihn aus, warf auch seinen Partner damit über die Klippe.

Schwer keuchend saß er schließlich da, eine Hand in Yoongis Bein gekrallt, die Haare hingen ihm zerzaust im Gesicht, Schweiß glitzerte auf seiner Haut, den Blick gesenkt, bebend vor Endorphinen und Anstrengung. Yoongi ging es nur wenig besser, auch sein Atem jagte, seine Finger zitterten, krallten sich in Jimins Seiten, um ihn zu stützen, währen ihm einzelne Schweißtropfen die Stirn hinabrannen.

Es dauerte einige Momente, ehe Jimin die Kraft fand sich erneut hochzustemmen, Yoongi aus sich gleiten ließ und sich auf den Rücken neben ihn ins Bett fallen ließ. Tief sog Yoongi noch einmal die Luft ein, rappelte sich dann hoch und angelte nach den Taschentüchern auf den Nachtisch. Der junge Mann neben ihm hatte sich eine Hand auf die sich schnell hebend und senkende Brust gelegt, beobachtete ihn träge aus halb geschlossenen Augen und brummte nur, als Yoongi ihn saubermachte.

„Rutsch mal ein bisschen, da drüben ist es so nass“, meinte Yoongi schließlich, schob Jimin dabei schon zur Seite und grub nach der Decke, die er andere mit seinem Körper begrub. Dieser grummelte erneut, versuchte zu helfen, jedoch fehlte ihm die rechte Koordination dafür.

Yoongi zog ihn schließlich an sich, kuschelte sich mit Jimin im Arm unter die Decke und strich ihm einige Haare aus der Stirn, ehe er sie sanft küsste. „Schlafen“, murmelte Jimin mit bereits geschlossenen Augen und entlockte Yoongi ein Lachen. „Wie du wünschst“, raunte er ihm ins Ohr, spürte das sanfte Zittern und freute sich zunehmend darüber, gegen Jungkook als Trainingspartner gewonnen zu haben.


********




Ein Kitzeln in der Nase weckte Jungkook. Dachte da gerade jemand an ihn oder war es doch eher Namjoons penetrantes Schnarchen an seinem Ohr? So oder so, er war wach und das Zwicken hinter der rechten Schläfe wollte ihn auch nicht wieder einschlafen lassen. Dazu kam noch seine Blase, die unangenehm drückte und ihm mit einem leisen Seufzen aus dem Bett trieb.

Was hatten den alle gegen ihn? Er wollte doch nur schlafen. Selbst seine Beine protestierten vor Müdigkeit. Doch seiner Blase war das herzlich egal, die gab erst Ruhe, nachdem sich ihr Besitzer erleichtert hatte. Grummelnd wusch sich Jungkook die Hände, warf einen flüchtigen Blick in den Spiegel, war eigentlich schon dabei sich abzuwenden und erstarrte mit einem Mal.

Das durfte doch nicht wahr sein!

Hellwach und wutschnaubend verließ Jungkook das Bad, ging geradewegs auf das Bett zu. Mit geballten Fäusten stand er da, wusste vor lauter Zorn nicht, was er tun sollte. Namjoon anschreien? Ihn aus dem Bett schmeißen? Ihm gehörig die Meinung geigen? Doch er stand nur da und starrte Namjoon finster an, während der, tief und fest schlafend, vor sich hin schnarchte und dabei ein klein wenig sabberte.

Unschlüssig und darüber frustriert, drehte Jungkook sich wieder um, sammelte seine verstreute Kleidung ein, zog sie über, knöpfte das Hemd nur notdürftig zu und verließ das Zimmer. Wie ein Idiot hier herumstehen fand er noch schlimmer, als nicht zu wissen, wo er mit all der Wut hin sollte. Also erstmal Abstand gewinnen und etwas Bewegung konnte sicher auch nicht schaden.

Keine zwei Schritte auf dem Flur hörte er auch schon Geräusche von der Treppe. Ein vergnügtes Pfeifen und Schritte, um genau zu sein. Verwirrt blieb Jungkook stehen, bei all der Aufregung hatte er übersehen, dass die Müdigkeit seinen Verstand doch noch so weit im Griff hatte, dass sie seine Denkgeschwindigkeit bestimmte und ihn gerade einfach nicht entscheiden ließ, wie er mit diesen neuen Informationen umgehen sollte.

„Kookie! Auch schon wach“, begrüßte ihn Taehyung da auch schon vergnügt. Dieser hatte das obere Ende der Treppe erreicht und kam mit einem sehr breiten Grinsen auf ihn zu. Na wenigstens einer, der einen guten Morgen und wahrscheinlich auch eine gute Nacht hatte. Der Glückliche, die war sicher spannender als Jungkooks…

„Huch, na da hat sich Namjoon aber ausgelebt“, fügte er im Näherkommen süffisant an und legte sich eine Hand an die Halsbeuge. Die gleiche Stelle, an der bei Jungkook ein großer formschöner Knutschfleck prangte, das raffte er sofort, auch wenn er ansonsten noch mit Taehyungs Auftauchen leicht überfordert war. Warum waren seine Gedanken eigentlich gerade im Schlafzimmer von Jin und versuchten Dinge zu erraten, die er eigentlich gar nicht wissen wollte? Kusch, raus da und kalt abduschen! Drängte sich da sein Masochismus wieder in den Vordergrund oder drehte er nun einfach völlig durch.

„Ja und das gegen meinen Willen“, grummelte Jungkook schließlich, als ihm aufging, dass Taehyung wohl eine Antwort erwartete. Dieser zog die Luft scharf ein und schnalzte mit der Zunge, keuchte im nächsten Moment erschrocken auf, als Jungkook ihn an sich zog und fest umarmte. Eigentlich hatte er wieder zu Jin unter die Bettdecke gewollt, nachdem er ihren Übernachtungsgast zur Tür gebracht hatte, aber hey, wenn Jungkook kuscheln wollte, sagte er nicht nein. Und so wanderten seine Fingerchen auf Jungkooks Rücken, strichen diesen aufmunternd rauf und runter und erfreuten sich über das edle Material, welches er Jungkook so erfolgreich aufgedrängt hatte. Er musste also wirklich einfach nur hartnäckig bleiben, wollte er Jungkooks Stil nachhaltig beeinflussen.

„Hilfst du mir, ihn zu bestrafen?“, murmelte es da auch schon gegen Taehyungs Schulter und machte diesen hellhörig. Huch, ärger im Paradies? Schnell zog er den Kopf zurück, um Jungkook anschauen zu können, welcher, überraschend putzig, die Unterlippe vorgeschoben hatte und schmollte.

Ja, er war zum Schmollen übergegangen, da er sich einfach nicht für Wut, Ärger oder Empörung entscheiden konnte. Immerhin hatte er nun Taehyung bei sich, im wahrsten Sinne des Wortes - der kam erst wieder frei, wenn er Unterstützung zusagte - da würde ihm schon etwas Gescheites einfallen, wie er sich bei Namjoon bedanken konnte.

„So schlimm?“, hakte der Ältere nach und sofort begann Jungkook zu nicken, schenkte ihm danach noch einen Blick aus großen, treuen Augen, der ihn fast schmelzen ließ. Gottchen, was genau war bitte vorgefallen, dass Jungkook so drauf war. Und wie konnte er das wiederholen? Ein Schmusejungkook hatte was.

„Ich habe gesagt er solls nicht machen und nun guck dir meinen Hals an“, maulte es weiter in seinen Armen und Taehyung musste ein verzücktes Quietschen unterdrücken. Für putzig befunden zu werden, würde Jungkook sicher gerade nicht freuen und so unterließ der Ältere es, auch wenn es ihm schwerfiel. Lieber nickte er verstehend und begann zu grübeln, immerhin hatte er Zeit, Jin schlief wie ein Stein, der würde ihn so schnell nicht vermissen.

Mit einem Mal blitzte eine Idee in seinen Augen auf und ein breites Grinsen legte sich auf seine Lippen, welches Jungkook direkt neugierig werden ließ. „Wie tief schläft Namjoon?“

„Öhm… sehr tief? Denke ich…“, antwortete Jungkook unschlüssig. Woher sollte er das bitte wissen? Er hatte keine Experimente veranstaltet. Aber so wie Taehyung gerade schaute, hätte er das besser mal gemacht. Mit knappen Sätzen erläuterte der ihm seine Idee und hatte Jungkook direkt an Bord.

Sie nickten sich noch einmal verschwörerisch zu und Jungkook entließ den Älteren aus seinen Armen, immerhin hatte der geliefert, oder war besser gesagt gerade dabei und das ging leider nur, wenn er ihn losließ, aber Taehyungs Augen sagten ihm, der würde ihm nicht davon laufen, ehe sie den Plan durchgezogen hatten.


********




Drückend warm lag irgendetwas Schweres auf Namjoons Taille, ließ ihn leise brummen und sich weiter zur Seite drehen, um der unangenehmen Wärme zu entkommen. Die Bewegung stellte sich jedoch als Fehler heraus, dir Wärme nahm nur zu und rüttelte ihn dabei auch noch durch. Was war das bitte? Wärme, die einen leicht schüttelte, wenn sie sich an einen schmiegte? Und was war das eigentlich für ein seltsamer Geruch in der Luft? Wer trug hier bitte so ein billiges Parfüm? Hatte er sich wieder irgendeinen dieser Möchtegerns abgeschleppt, die er nur betrunken ertragen konnte? Würde erklären, warum sein Kopf leicht dröhnte und sich sein Magen so flau anfühlte. Er sollte wirklich weniger trinken.

Ein tiefes Grummeln erklang hinter ihm, als er sich erneut versuchte der unerwünschten Nähe zu entziehen und ging ihm durch Mark und Bein. Warum zum Teufel klang das so nach Jin? Und warum fühlte er sich wie nach einem seiner One-Night-Stands, wenn er doch eigentlich dabei war mit Jungkook zusammenzukommen?

Schlagartig flogen seine Augen auf, blickten ins Zimmer, das friedlich im Licht der Vormittagssonne da lag. Die Anordnung der Möbel sagte ihm sofort, dass er im falschen Raum war. Das war nicht sein Zimmer. Übelkeit mischte sich mit dem Schreck. Das war Jins Zimmer.

Auf dem Boden konnte er seine eigene Hose liegen sehen, daneben Jins Hemd…

Leichter Schwindel erfasste ihn, als er versuchte seine schwummrigen Erinnerungen und das sich ihm bietende Bild überein zu bekommen. Er war doch mit Jungkook nachhause gegangen. Hatte noch mit ihm geredet, bevor Jungkook ihm eine atemberaubende Show bot. War danach mit dem Jüngeren im Arm eingeschlafen. In seinem eigenen Zimmer!

Hinter ihm regte es sich, die Person drehte sich um, ihm nun den Rücken zu, seufzte dabei im Schlaf und wieder ließ die Tonlage Namjoon erstarren. Bemüht ruhig tastete er an sich herab. Er war nackt, bis auf die Unterhose. Zum Glück! Zumindest die hatte er noch an, was darauf schließen ließ, dass es nicht zum Äußersten gekommen war. Aber es passte noch weniger zu seinen Erinnerungen. Da war die durchs Zimmer geflogen, mit freundlicher Unterstützung von Jungkook! Doch wenn das wirklich passiert war, was machte er dann hier? In Jins Zimmer. In Jins Bett. Wahrscheinlich auch noch neben einem schlafenden Jin.

Waren seine vermeintlichen Erinnerungen nur Einbildung und Alkoholtraum gewesen? War das möglich? Obwohl er der festen Überzeugung war, die sanften Berührungen und die heißen Lippen noch immer auf sich spüren zu können? Oder war das Körperliche kein Traum gewesen, nur hatte er, benebelt vom Alkohol, die Personen verwechselt. Gedacht es sei Jungkook, während er eigentlich mit…

Wie von der Tarantel gestochen setzte er sich auf, blickte neben sich und seine unheilvolle Befürchtung bestätigte sich. Neben ihm lag Jin, schlief seelenruhig. Die Decke war ihm bis auf die Hüfte hinab gerutscht und Namjoon wusste, dass der gute keine Unterwäsche mehr trug. Mit ruhigen Atemzügen gegen die aufkommende Übelkeit ankämpfend beugte er sich etwas über Jin. Wollte eigentlich nur sichergehen, dass der wirklich schlief und nicht breit grinsend darauf wartete ihn zu erschrecken und stellte zwei Dinge fest. Erstens, der schlief tatsächlich und Zweitens, an der Stelle, an der er dachte Jungkook einen nicht erlaubten Knutschfleck verpasst zu haben, prangte bei Jin ein entsprechender Liebesbiss.

Auf dem Flur stehend wusste Namjoon nicht mehr, wie er es hier her geschafft hatte. Hemd und Hose hatte er auf seiner überstürzten Flucht aus dem Zimmer noch gegriffen, ob er die Tür laut zugeschlagen hatte, konnte er nicht mehr sagen. Ihm rauschten auch so die Ohren. Taumelnd wankte er auf sein eigenes Zimmer zu. Vorsichtig, in der leisen Hoffnung Jungkook schlafend in seinem Bett vorzufinden, öffnete er die Tür und schluckte schwer gegen die wachsende Verzweiflung an. Sein Bett war leer und gemacht… Da hatte wohl keiner drin geschlafen. So eine Scheiße…








Hallöchen ihr Lieben,

ein Schreck am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen… der Spruch ging doch so, oder? Na auch egal. Jimin und Yoongi haben Sport gemacht, Taehyung durfte schmusen und Namjoon hat eine Denksportaufgabe frei Haus, auf nüchternen Magen und verkaterten Kopf bekommen. Kann sich also niemand beschweren zu wenig zu tun zu haben.

Mit dieser kleinen Gemeinheit verabschiede ich mich für dieses Jahr, hoffe ihr hattet schöne Weihnachten, leckeres Essen, erholsame Tage und rutscht gut ins neue Jahr hinein.

Passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal
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