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Sonne, Strand und andere Probleme

von Pingulina
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin RM Suga V
03.03.2019
23.03.2022
72
335.065
41
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
16.09.2021 7.102
 
Nervenprobe

16. Dienstag:


Schließlich hatte es die drei wieder ins Erdgeschoss gezogen. Jimin und Jungkook strebten gen Couch, um nach Hoseok zu sehen und mitzubekommen, worüber hier so herzhaft gelacht wurde, Taehyung ging schnurstracks zur Kaffeemaschine. Er fühlte sich noch immer müde und benommen, weder Kaffee noch frische Luft hatten etwas daran geändert und so schlussfolgerte er, dass er mehr Kaffee brauchte. Seine leere Tasse war unter die Maschine gewandert und das Programm ausgewählt, langsam begann sie zu brodeln als ein Finger an ihm vorbei glitt und mit einem Knopfdruck seine Wartezeit verlängerte.

„Lass das! Ich brauch noch mindestens drei“, fauchte er Jin an, wollte schon den Knopf erneut drücken, um die Maschine wieder anzuschalten, wurde aber nicht gelassen. Sein Handgelenk wurde gepackt, er herumgedreht und mit dem Rücken gegen die Arbeitsplatte gedrückt, was ihm ein genervtes Schnauben raubte.

„Jin bitte. Bei aller Liebe, darauf kann ich gerade wirklich nicht“, seufzte er, ehe der andere etwas sagen konnte und blickte ihm müde entgegen. Wiedererwarten sprach keine Schadenfreude oder Schalk aus den Augen des Älteren, sondern nur ein leiser Tadel.

„Du brauchst Schlaf. Zwei Nächte ohne kann der beste Kaffee nicht kompensieren“, erklärte Jin erstaunlich ruhig und brachte Taehyung damit völlig aus dem Konzept. Hatte der sich doch gerade schon die Standpauke zurechtgelegt, wie er Jin für dieses dreiste Verhalten maßregeln konnte.
Ohne eine Antwort abzuwarten, zog der Ältere ihn hinter sich her zur Treppe, ignorierte dabei die verwirrten Blicke Jungkooks und Yoongis und freute sich nur etwas, dass Taehyung sich nicht weiter wehrte. Konnte dieser auch nicht, der fragte sich noch, ob er nicht gerade sehr seltsam träumte. Seit wann war Jin so verdammt nett? Oder erwartete ihn dort oben eine böse Überraschung?

Wenn ja, hatte Jin die verdammt gut als sein zerwühltes Bett getarnt, welches auch noch genau so weich und kuschelig war wie heute Nacht, als er es unruhig und von Sorge getrieben verlassen hatte. Jin hatte ihn nur so weit darauf gedrückt, dass er saß und der Rest erledigte sich von allein. Sein Körper reagierte einfach, folgte Jins Worten aus der Küche, ohne dass dieser sie hätte wiederholen müssen und kuschelte sich in die Kissen.

„Warum kommst du kuscheln, wenn ich schlafen soll?“, murmelte er schon halb am Schlafen, als Jin sich zu ihm legte und ihn an seine Brust zog.

„Weil du mich die Nacht über wachgehalten hast“, erwiderte Jin noch immer ruhig.

„Sorry, wollt ich nicht…“, brummte Taehyung, griff dabei nach Jins Hand, die auf seinem Bauch lag, schob seine Finger zwischen die des Älteren und zog sie zu seiner Brust hoch. So eingekuschelt dauerte es nur noch wenige Atemzüge, bis er eingeschlafen war. Jin folgte ihm nur kurz später, hatte doch auch er einsehen müssen, dass er noch viel zu müde war, um aufzustehen und hatte eigentlich nur darauf gewartet, dass Taehyung wieder auftaucht, um ihn zu sich ins Bett zu holen. Natürlich nur, um den Kleineren unter Kontrolle zu behalten…


********



Als es neben Jin wieder zu zappeln begann, löste er das Problem schnell und effektiv und drehte sich einfach auf Taehyung drauf, drückte ihn mit seinem Gewicht in die Matratze und stellte ihn so für wenigstens einige Momente wieder ruhig. Wirklich erfolgreich war das nur leider nicht, der Jüngere war wach und da half auch alles niederdrücken nichts mehr.

„Du bist schwer, geh runter“, protestierte der Festgehaltene auch schon los, entlockte Jin ein genervtes Schnauben.

„Kannst du nicht einfach noch etwas schlafen? So spät kann es doch noch gar nicht sein“, maulte er zurück und sah absolut keinen Grund aufzustehen. Es war warm, weich und Taehyung roch auch noch verdammt gut. Alles in allem wollte er gerade genauso liegenbleiben. Doch Finger auf seinem Rücken machten ihn wachsam, auch wenn sie noch behutsam über sein Shirt glitten, bei dem Jüngeren wusste man nie.

„Ich bin aber wach. Also lass mich aufstehen, wenn du pennen willst.“ Das war ein durchaus sinnvoller Vorschlag. Nur gab es ein großes Problem. Wenn Taehyung wach war und Jin noch schlief, wusste dieser nicht, was der Jüngere gerade wieder anstellte und wenn er eines nicht gebrauchen konnte, dann, dass der seine Führung weiter ausbaute. Auch wenn er den gestrigen Tag über nichts dazu gesagt hatte, das mit den zwei Punkten hatte er zähneknirschend abgespeichert. Einen Umstand, den er schnellstmöglich revidieren musste oder eher aufholen, eine Zeitmaschine hatte er ja leider nicht.

„Stell dich nicht so an. Du hattest immerhin weniger Schlaf in der Nacht“, murmelte Jin an Taehyungs Hals, rutschte dabei etwas auf ihm herum, um bequemer zu liegen und das Geruckel und Gehampel unter sich effizienter zu ersticken. Es half wieder nur mäßig, Taehyung war mittlerweile richtig wach und leider zu gelenkig, als dass er ihn ohne große Anstrengung hätte bändigen können.

„Ich bin aber auch gefühlte Jahrzehnte jünger als du, da braucht man nicht so viel Schlaf.“ Fast, aber wirklich nur fast hätte Jin es einfach ignoriert, bis ihm der Subtext aufging und er sich erbost etwas hochstemmte, um dem dreisten Jüngeren in die Augen zu schauen.

„Hast du mich gerade alt genannt?“, fauchte er bedrohlich und Taehyungs Blick wurde eine Spur verschmitzter, als er die Tonlage hörte. Nur weil es ein ungeschriebenes Gesetz war, dass niemand Jin damit aufzuziehen hatte, der Älteste von ihnen zu sein, musste er sich ja noch lange nicht daran halten.

Er antwortete nicht sofort, streckte lieber die Finger nach dem Älteren aus, legte sie ihm an die Wange, glitt diese hinauf bis zu seinem Ohr und strich ihm die Haare dahinter. „Oh, du hast dein Hörgerät nicht drin…“, murmelte er konzentriert vor sich hin und Jin entfuhr ein Knurren. Doch er wollte sich darauf nicht einlassen und setzte sich auf.

„Fein, wenn du es so willst. Ich habe es nur gut mit dir gemeint.“ Und schon war er aus dem Bett aufgestanden und hatte sich zum Bad umgedreht. Sowas musste er sich nun wirklich nicht bieten lassen. Da machte er sich ehrliche Sorgen um den Zustand des Jüngeren und dass er sich bei dem ganzen Schlafmangel noch selbst schadete und das war der Dank. Alles hatte seine Grenzen und Jins war hier gerade erreicht und überschritten. Zwar eher die seines Egos, aber Grenze war Grenze, die waren bei Jin schon immer gleichberechtigt gewesen.

Schneller als er damit gerechnet hatte, war Taehyung aus dem Bett gesprungen und ihm auf den Fersen. Gut, der Jüngere war also doch schon richtig wach gewesen, als er Jin mit seinem Gezappel geweckt hatte. Schön, dass das nun geklärt war. Weiter kam Jin mit seinen Gedanken auch nicht, da legten sich schon Arme um ihn und hielten ihn auf.

„Lass das!“, fauchte der Umarmte und bekam einen Kuss in den Nacken gehaucht.

„Du benimmst dich wie die Prinzessin auf der Erbse“, raunte Taehyung ihm von hinten ins Ohr. Ein Schnauben entwich Jin, ehe er die Arme um sich so weit lockerte, um sich umdrehen zu können. Überheblich funkelte er den Jüngeren an, welcher ihn nun nur noch locker umarmte und auch so stehen blieb, als Jin sein Kinn zwischen zwei Finger nahm und sein Gesicht eingehend musterte.

„Ich bin eine Prinzessin und du eine ungezogene Erbse. Wie also sollte ich mich anders verhalten?“

Prustend lachte Taehyung los, ließ dabei die Arme sinken, gab Jin aus der Umarmung frei und trat einige Schritte zurück. Jin indes stemmte seine Hände in die Hüfte und blickte Taehyung streng an, wusste aber selbst, dass diesen dies wenig stören würde.

„Prinzessin Jin, erklärt deine Vorliebe für rosa… Das ich da noch nicht früher drauf gekommen bin“, gluckste Taehyung munter vor sich hin, drehte sich einmal im Kreis und blickte dem Älteren schließlich wieder ins Gesicht.

„Verzeiht, eure Königliche Hoheit. Wie konnte ich mich in eurer Gegenwart nur so frevelhaft benehmen? Wie kann ich es wieder gutmachten, meine Teuerste?“ Feixend stand er vor Jin, blickte ihn herausfordernd an und beobachtete, wie sich ein feines Lächeln auf dessen Lippen bildete. Ein Schauer rollte ihm den Rücken hinab, er mochte dieses Lächeln, das versprach Herausforderung und Spaß.

„Ach weißt du…“, begann Jin, trat näher an ihn heran und griff wieder nach seinem Kinn. „… deine ungestümen Lippen haben meinen Zorn erregt, sie können ihn auch wieder lindern.“ Führte er fort, fesselte Taehyungs Blick und genoss das feine Zittern, welches den Jüngeren ergriff. Dessen Augen weiteten sich für den Bruchteil einer Sekunde, bevor er sich zur Ruhe rief und möglichst unschuldig auszusehen versuchte. Was mit dem verwuschelten Haaren noch hätte klappen können, aber spätestens das verschmitzte Grinsen in den Mundwinkeln verriet ihn. Er gab sich Mühe, nur war das leider nicht genug. Bei weitem nicht.

„Ich verstehe leider nicht was du meinst“, log er dreist, schaffte es nicht seine Stimme unschuldig klingen zu lassen, wurde sie doch von einem unterdrückten Lachen geschüttelt und sprang zwischen den Tonlagen.

Wieder entfuhr Jin ein Schnauben und mit einem tadelnden Blick wanderte seine Hand an Taehyungs Hinterkopf, vergrub sich dort in den Haaren und zog ihn näher. Es war ein harter, fordernder Kuss, den er dem Jüngeren aufzwang. Dieser versteifte sich im ersten Moment, entspannte sich aber recht schnell und ließ Jin erstmal machen. Grummelte aber schließlich gefrustet, als der ihm keinen Einlass gewährte, da ihm alles zu lange dauerte. Er stand auf dieses dominante Gehabe des Älteren, aber er wollte auch mehr und es wurmte ihn, dass all seine Schmeicheleien, die sonst immer zogen, einfach zu verpuffen schienen. Kein sachtes Streichen über Arm und Bauch, kein überraschtes Seufzen und auch seine sonst so willkommene Zunge brachten ihn nicht weiter. Schließlich löste sich Jin wieder von ihm, ohne dass sich mehr als ihre Lippen berührt hatten und dieser war dieses Mal gut darin seine Zufriedenheit zu verbergen, sah Taehyung nur neutral an. Doch er hatte nicht mit dem Jüngeren gerechnet, hatte seinen Ehrgeiz unterschätzt und fand sich im nächsten Moment in einem weiteren Kuss wieder. Dieses Mal setzte der Jüngere nicht auf Subtilität, nun ging er richtig ran, schmiegte sich an den Älteren, bewegte sich sacht gegen ihn und nutzte dessen überraschten Laut, um seinen Mund zu plündern, ließ sich aber auch sofort zurückdrängen und quittierte dies alles mit einem zufriedenen Grinsen. Sie wussten beide, dass er gewonnen hatte, aber das störte Jin recht wenig, seine Gedanken waren bereits weiter und Taehyungs aktuelles Verhalten würde ihm dabei zum Vorteil gereichen.

Dummerweise hatte der aber schon wieder andere Pläne, löste den Kuss ohne Vorwarnung, drehte Jin herum und schubste ihn aufs Bett. Während der Ältere noch einen leisen Schrei von sich gab, als er sein Gleichgewicht verlor und auf die weichen Polster kippte, zog sich Taehyung sein T-Shirt aus und folgte dem Älteren mit schnellen Schritten. Jin lag bis zu den Kniekehlen auf dem Bett, die Füße berührten noch den Boden, doch Zeit, um sich wieder auszusetzen, hatte er nicht. Taehyung war bereits bei ihm, setzte sich auf seinen Schoß und schaute angriffslustig auf den Liegenden hinab.

„Ich kann es also mit meinen Lippen wieder gut machen. Verrätst du mir auch, wie genau ich das anstellen soll?“, fragte er verführerisch, bückte sich dabei zu Jin hinunter und bewegte seinen Hintern aufreizend gegen Jins Schritt. „Oder soll ich es selbst herausfinden?“

Interessiert hob Jin eine Augenbraue und legte seine Hände an Taehyungs Taille, strich über die warme Haut. „Oh, ich denke du weißt ganz genau was ich gerade von dir erwarte.“

„Nein, leider nicht. Aber ich finde es gerne für dich heraus“, erwiderte Taehyung gespielt unwissend und lehnte sich noch etwas weiter hinunter, stupste mit seiner Nase gegen Jins und entlockte diesem damit ein belustigtes Schnauben. Dann packten Jins Hände fester zu, Taehyung quietschte erschrocken, verlor sein Gleichgewicht und fand sich mit einem Mal unter Jin auf dem Rücken liegend wieder. „Ich verzichte, danke. Mir ist gerade mehr nach klaren Taten als halbgaren Versuchen.“

Es war Jins verheißungsvoller Blick, der Taehyung ruhig liegenbleiben ließ, als der Älter sich aufrichtete und wieder vom Bett rutschte. Erneut entfernte er sich einige Schritte, doch diesmal nicht in Richtung Bad, sondern zum Schrank. Kurz hantierte er in diesem herum, vom Bett aus konnte Taehyung leider nicht sehen was genau er dort machte, auch nicht, als er sich auf die Unterarme stützte und den Oberkörper anhob. Doch Jin ließ ihn nicht lange warten. Kaum hatte er gefunden was er gesucht hatte drehte er sich auch schon wieder zum Bett und kam auf Taehyung zu. Dessen Augen verengten sich schlagartig, als er sah, was in Jins Fingern baumelten.

„Die Ansage, bezüglich Schlägen, gilt immer noch! Egal wie beleidigt du dich auch fühlen magst“, machte er direkt klar, als Jin mit dem Gürtel wieder aufs Bett kletterte und diesen neben ihm ablegte.

„Keine Bange, ich höre zu und habe mir das gemerkt. Aber mit Gürteln kann man auch noch andere spaßige Dinge tun“, erklärte Jin belustigt und ließ einen anzüglichen Blick über den Jüngeren gleiten, welcher nun skeptisch eine Augenbraue nach oben zog und ihm nicht ganz zu glauben schien.

„Rutsch mal weiter nach hinten und nimm die Hände nach oben“, machte Jin auch schon weiter, als sich Taehyungs Lippen zum Widerspruch teilten. Noch ein skeptischer Blick und der Jüngere folgte, wenn auch langsam und verhalten. Lag schließlich mit dem Kopf auf dem Kissen und hielt Jin seine Hände hin. Dieser war zu ihm aufgerückt, hatte den Gürtel mitgenommen und drückte mit der freien Hand Taehyungs Hände zusammen und begann das glatte Leder darum zu wickeln. Zwar wusste Taehyung, worauf das hinauslaufen würde, doch er blieb skeptisch. Immerhin war es Jin und dem traute er nicht so ganz über den Weg.

Dennoch ließ er sich die Arme widerstandslos über den Kopf drücken, legte seine gefesselten Hände auf die oberste Strebe des Kopfteiles des Bettes und wartete geduldig, während Jin den Gürtel auch hier kunstvoll herumschlang und ihn befestigte. Als sich der Ältere, zufrieden grinsend, wieder aufrichtete, zog Taehyung austestend an seinen Händen, konnte sie aber nicht bewegen. Schnell stellte er fest, dass Jin das offensichtlich nicht zum ersten Mal gemacht hatte. Er war gut fixiert und seine Hände hatten keinerlei Bewegungsfreiheit. Ein Mix aus Angst und Erregung tanzte in seinem Bauch und ein heißer Schauer schoss in seinen Schritt, als er in die Augen des Älteren sah.

Dieser blickte lüstern auf ihn herab, beobachtete mit Genugtuung, wie Taehyung bemüht unauffällig schluckte. Gemütlich rutschte er ein Stück weiter hinab, packte den Jüngern an der Hüfte und zog ihn so weit nach unten, bis dessen Arme gestreckt waren. Ein überraschter Laut entwich Taehyung.

„Das ist doch schon viel besser und wie still du auf einmal bist. Man könnte meinen, ich hätte dir nicht nur die Hände gefesselt“, raunte Jin ihm entgegen, lehnte sich dabei zu ihm herunter und glitt mit seiner Zungenspitze hauchzart über seine Lippen. Eine seiner Hände wanderte zu Taehyungs Brust, suchte nach einer der Brustwarzen und begann sie wenig sanft zu kneten. Ein Zischen entwich dem Jüngeren und das Gefühlschaos in seinem Magen wurde stärker. Die Erregung wurde durch das beklemmende Gefühl ausgeliefert zu sein nur noch weiter angefacht und langsam hob sich der Soff seiner dünnen Shorts über seinem Schritt.

Jin indes genoss diesen Anblick. Ein machtloser, verstummter Taehyung, dessen Angst fast ein wenig Respekt hätte sein können. Die Glücksgefühle in ihm überschlugen sich, besonders, als er das unzufriedene Grummeln hörte, da er einen weiteren Kuss andeutete und ihn Taehyung im letzten Moment verwehrte. Dafür zwirbelte er dessen Brustwarze etwas härter und legte seine Lippen an Taehyungs Hals, welcher direkt den Kopf zur Seite kippen ließ, um ihm mehr Fläche zu bieten. Leises Seufzen ertönte und ein Blick nach unten zeigte dem Älteren, wie gut Taehyung das alles hier gefiel. Schmunzelnd wanderte seine Hand weiter, bearbeitete nun die andere Brustwarze und brachte Taehyung zum Wimmern, während Jins Lippen zu seinem Schlüsselbein wanderten.

Er genoss dabei jedes feine Seufzen, gequälte Wimmern und unwillige Keuchen, welches der Jüngere von sich gab. Spürte die wachsenden Unruhe unter sich. Wie Taehyung sich wand war einfach herrlich. Wurde noch vom Knacken des Leders untermalt, wenn der Jüngere an seinen Fesseln zog.

Sichtlich zufrieden setzte Jin sich wieder auf, sah dem Liegenden in die verhangenen Augen und streichelte ihm sanft übe die gerötete Wange, ehe er sie sacht tätschelte.

„Gut, ich gehe dann erstmal was essen. Sei so lange brav“, meinte er im Aufstehen. Zwinkerte Taehyung dabei zu, welcher nicht so recht verstand was los war. Sie waren doch gerade so schön dabei und Jin wollte gehen? Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, was das alles hier sollte und nur mit Mühe unterdrückte er einen Aufschrei. Diese Genugtuung hatte er Jin schon einmal gegeben, ein weiteres Mal würde er die nicht bekommen. Auch wenn der feixend vor dem Bett stand und nur darauf wartete Taehyungs empörte Rufe zu hören, bekam er nur einen finsteren Blick, der Vergeltung versprach.

Da er nicht bekam, was er haben wollte, drehte sich Jin mit einem Schulterzucken um, blieb an der Tür aber nochmal stehen. „Wir wollten übrigens grillen. Schade, dass du zu müde bist, um mitzuessen“, grinste er ihm noch süffisant zu, ehe er den Raum verließ und vergnügt pfeifend auf die Treppe zuhielt.

Unten waren die anderen schon fleißig am Werkeln. Auf der Veranda rauchte der Grill vor sich hin, da sich der Regen noch nicht gänzlich gelegt hatte. Der Tisch vor der großen Fensterfront war erst halb gedeckt und Jimin und Jungkook wuselten geschäftig herum, um ihn fertig zu bestücken.

„Wo ist Tae?“, wollte der Jüngste auch direkt wissen, als er Jin erblickte. Dieser hielt gerade auf den einzigen Sitzenden zu und kontrollierte, ob Hoseok auch die Anweisung vom Arzt einhielt und viel trank. Das Glas war halbvoll, die Karaffe vor ihm fast leer, entweder er gab sich Mühe beim Faken oder er hielt sich daran. Jin war jedenfalls zufrieden genug, um sich um Jungkooks auffordernde Blicke zu kümmern.

„Pennt noch, er wollte einfach nicht aus dem Bett“, erklärte er schulterzuckend und drehte schnell das Gesicht ab, als sich ein verräterisches Grinsen auf seine Lippen schlich. Was war eigentlich draußen los? Oh, Namjoon am Grill!

„Wollt ihr die Bude abfackeln oder warum darf der ans offene Feuer?“, fauchend hielt er schon auf die Tür zu als Yoongi neben den Größeren trat und ihn zwei Schritte vom Grill weg drängte. So gleichgültig sich Yoongi auch immer geben mochte, wenn Gefahr im Verzug war, war doch immer wieder Verlass auf ihn.

„Kookie!“, fauchte Jimin zu seinem Kumpel, der verwirrt schauend eine Schale Salat auf den Tisch stellte. „Was denn? Ich habe ihn nur gebeten Yoongi zu fragen, ob er noch was braucht“, verteidigte der sich auch sofort, behielt die Szenerie draußen aber sicherheitshalber im Blick. Aktuell hatte Yoongi alles im Griff, blieb nur zu hoffen, dass dem auch so blieb.

Jin war diese Hoffnung zu wenig. Das Strandhaus war schön, das wollte er behalten und es sollte ganz sicher nicht Namjoons Tollpatschigkeit zum Opfer fallen. So hielt er auf die Tür zu und scheuchte Namjoon mit dem kurzen Kommentar, dass Jungkook ihn brauchte, wieder rein und erkundigte sich selbst bei dem aktuellen Grillmeister, ob der mehr als seine Ruhe brauchte. Nach dem Nein verkrümelte er sich schnell wieder rein, draußen war es ihm zu nass. Gut, dass der Grill einen Deckel hatte, der ihn vor dem meisten Wasser schützte.

Jungkook hatte Namjoon zu Hoseok an den Tisch gesetzt und, damit der auch sitzen blieb, sich daneben. So übernahm Jin, gezwungenermaßen, dessen Aufgaben und half Jimin dabei den Tisch fertig zu decken und Yoongi mit frischem Grillgut zu versorgen. Zwar hatte er sich darauf gefreut sich bedienen zu lassen, aber nun wars ebnen so. Lieber deckte er den Tisch, als die Feuerwehr zu rufen.


********



Leise quietschte das Bettgestell bei jedem Ziehen seiner Hände, nur die Strebe wollte sich einfach nicht lösen. Genervt stöhnte Taehyung auf und grübelte schon über den nächsten Weg nach sich zu befreien. Er würde ganz sicher nicht mehr hier sein, wenn Jin wieder kam und wenn er mit dem blöden Bett aus diesem Raum verschwinden müsste. Er hatte seinen Stolz und der würde ihm schon helfen.

Eine leise Stimme in seinem Hinterkopf trällerte derweil in Dauerschleife, dass das doch klar gewesen war und er konnte dieser Stimme leider nur zustimmen. Er hatte tatsächlich zu einem Teil damit gerechnet, dass Jin ihn einfach liegen ließ und irgendwie fand er das sogar heiß, nur leider war der Punkt überschritten, an dem der Älter hätte zurückkehren müssen und damit schwand die Erotik dieser Situation mit jeder Sekunde.

Nach einigen tiefen Atemzügen änderte er die Taktik, stemmte sich mit den Füßen ins Lacken, um sich höher zu drücken und so den Winkel zu ändern. Erst tat sich wenig, doch je mehr er die Hände bewegte, umso ein besseres Gefühl bekam er dafür, wie sich das Leder verhielt. Dies war erstaunlich flexibel, scheuerte trotz seines Gezappels kaum und zeugte damit von seiner hohen Qualität. Was zwar alles ganz schön war, ihn aber nicht so richtig weiter brachte. Bis ihm eine Idee kam. Anstatt weiter an seinen Händen zu ziehen, schob er eine höher, nutzte sein Handgelenk als schmaleren Punkt und bekam mit verkrampften Fingern das Leder an seiner anderen Hand zu fassen.

Es war nicht ganz schmerzfrei, aber so konnte er die Schlaufe um seine Hand vergrößern und mit reichlich ruckeln und winden schließlich eine Hand befreien. Ein Triumphschrei entfuhr ihm und ließ ihn gleich wieder erstarren. Er brauchte gerade wirklich keinen Beobachter, besonders nicht Jin, den wollte er am allermeisten überraschen. Doch nichts tat sich, scheinbar hatte keiner der anderen ihn gehört und so machte er weiter, befreite auch seine zweite Hand und band den Gürtel vom Bett los.

Im Schneidersitz auf Jins Kopfkissen sitzend wickelte er den Gürtel behutsam auf und überlegte, wie er nun weiter vorgehen sollte. Eine dramatische Szene zu machen war ihm zu plump. Besonders vor ihren Freunden hätte das wenig Effekt, die würde das wohl gerade so interessieren und Jin kein bisschen in Verlegenheit bringen. Also musste etwas Besseres her.

Er rutschte zur Bettkante, legte den Gürtel auf dem Laken ab und streckte sich erstmal, nachdem er aufgestanden war. Seinen Blick durchs Zimmer schweifen lassend, blieb er an seinem T-Shirt hängen. Jin hatte doch was von Grillen gesagt. Warum also nicht erstmal zu den anderen gehen und schauen, was die Situation so hergab. Spontan war er immer noch am besten.

Wieder angezogen und auf dem Weg zur Tür schnappte er sich noch den Gürtel. Der hatte eine so schöne Farbe, eine hervorragende Qualität und nach allem, was sie gerade miteinander durchgemacht hatten, gehörte der jetzt wohl ihm. Immerhin hatte Taehyung nicht vor ihn zu behalten, sollte Jin ihn zurückfordern…

Seinen neuen besten Freund noch schnell im Schrank verstauend stand er schließlich in seinem Zimmer und verschwand noch schnell ins Bad. Vorm Spiegel stehend wollte er sich gerade die Haare richten, so verwuschelt wie er aussah wollte er eigentlich nicht zu den anderen. Doch er stockte, ließ die erhobenen Hände wieder sinken und sah sich selbst in die Augen. Warum so wach aussehen wie er war? Vorgeschobene Müdigkeit war doch ein Vorwand für allerlei nützlichen Unfug und immerhin hatte er noch immer keinen konkreten Plan, da half alles was ihm mehr Optionen verschaffte weiter. Also wuschelte er sich nochmal durch die Haare, nickte sich dann selbst zu und trabte aus dem Raum und zur Treppe, um diese mit leisen Schritten herabzuschreiten.

„Ich habe noch nie irgendwo Feuer gelegt!“, fauchte Namjoon gerade über den Esstisch und sammelte damit die volle Aufmerksamkeit aller auf sich. Er saß am Fenster, mit Blick in dem Raum fixierte aber gerade Yoongi, der ihm schräg gegenüber saß und leise lachte. Neben ihm saß Jungkook, strich ihm beruhigend über den Arm und versuchte ihn davon abzuhalten wild mit dem Besteck zu gestikulieren.

„Aber schonmal fast. Das reicht, um dich von allem Feuer fernhalten zu müssen“, setzte Jin offenbar nach, erntete ein empörtes Schnauben und zog Taehyung wie magisch an. Immerhin roch es hier herrlich, das mit dem Grillen war also wirklich keine Lüge gewesen und neben Jin war noch ein Stuhl frei. Wie praktisch!

Gemütlich tapsend hielt er also auf den Tisch zu und war zwischen feixenden Stimmen, beruhigenden Kommentaren und der Bitte doch mal den Ketchup rüberzureichen noch immer nicht bemerkt worden. Erst als er Jin erreichte, ihm die Arme um die Schultern legte und sich schwer auf ihn lehnte, ihm damit einen Schreckensschrei entlockte, bekam er etwas von der allgemeinen Aufmerksamkeit ab.

„Huch, Tae? Wir dachten du wolltest schlafen“, wunderte sich Jimin, lehnte sich dabei in seinem Stuhl zurück, um an Yoongi und Jin vorbei zu seinem Kumpel schauen zu können. Dieser spürte gerade mit Verzückung wie Jin sich unter seinem Griff anspannte, sonst aber nichts weiter sagte. An Jins Rücken gelehnt drehte er das Gesicht zu Jimin und blickte ihm müde entgegen, verdeckt von einigen Strähnen, die ihm in die Stirn gefallen waren.

„Es roch so lecker, da bin ich aufgewacht“, erklärte er, richtete sich auf und gähnte herzhaft, ehe er sich auf den Stuhl neben Jin fallen ließ. Sein Blick glitt über den Tisch und schon schob er seinen Stuhl so dicht er konnte an Jins, natürlich nur, um an den Teller mit Grillspießen zu kommen. Mit einer Hand angelte er danach, die andere stützte er auf der Tischkante vor Jin ab, rutschte versehentlich aus und landete in dessen Schritt. Da Jin leider gerade den Mund voll hatte konnte der nicht viel mehr tun, als die Augen aufzureißen und zu versuchen nicht zu ersticken. Tja, das war halt die Gefahr, wenn man den Mund so voll nahm.

Während Taehyungs Alibihand den begehrten Teller näher zu sich zog, begann die andere Jins Schritt zu massieren und ließ sich auch von dessen Schenkel zusammendrücken nicht aufhalten. Die Tischkante war freundlicherweise so niedrig, dass Jin die Beine nicht so leicht überschlagen konnte und so war er Taehyung ziemlich ausgeliefert.

Vom Hunger getrieben entließ er den armen Älteren aber, als der seinen Mund endlich leer hatte, warf ihm einen Blick zu, als wisse er nicht im Geringsten, was dessen Problem sei und nahm sich einige der Spieße. Dann wanderte sein Blick weiter, blieb an Jungkook hängen, der ihm mit fragendem Blick den Ketchup reichte und fröhlich nickend nahm er ihn entgegen. Kaum die Tube wieder abgestellt landete ein Glas Eistee neben seinem Teller und Jimins Hand wuschelte ihm durchs Haar, ehe sich der Kleinere wieder zurück zu seinem Platz begab, ein Danke folgte ihm und zufrieden schaute Taehyung vor sich. Sah doch schon mal vielversprechend aus und die Tatsache, dass Yoongi Jin ebenfalls auf die Pelle gerückt war, um den Teller wieder zurückzubekommen, nahm dem Älteren genug Bewegungsfreiheit, um Taehyung glücklich zu machen. Jin würden schon noch sehen, wer hier wen besser auf dem Trockenen sitzen lassen konnte!

Es machte Taehyung eindeutig viel zu viel Spaß so zu tun als wolle er gar nicht richtig wach werden, um eine gute Ausrede zu haben, sich immer wieder gegen Jin zu lehnen, sein Bein gegen das des Älteren zu drücken und seine Hand immer wieder in dessen Schritt wandern zu lassen, wenn der gerade dem Mund voll hatte und die Hände beschäftigt waren. Der gab es schnell auf Taehyung daran hindern zu wollen oder sich Hilfe von den anderen zu holen, sondern stellte sich wohl selbst die Aufgabe, diesen Annäherungen mit reiner Willensstärke zu begegnen.

Beide stellte schnell fest, dass er das nicht konnte. Jins Handlungen wurden immer fahriger, sein Blick etwas glasig und die Beule unter der Tischplatte immer härter. Feiner Schauer schüttelten ihn von Zeit zu Zeit, wenn Taehyungs Finger wieder über ihn strichen, wenn der mal wieder etwas von der Mitte des Tisches brauchte und einfach nicht fragte, ob es ihm jemand reichen konnte. Sich am Tischgespräch beteiligen konnte sich der Ältere schon länger nicht mehr, täuschte darüber hinweg, indem er bemüht langsam aß und immerzu kaute, verfing sich damit aber in einem Teufelskreis. Immerhin nutzte Taehyung besonders seine Essensphasen, um ihn zu triezen und so fiel es ihm immer schwerer über etwas anders nachzudenken, als wie gerne er vorhin einfach vor der Tür umgedreht wäre, um Taehyung zu nehmen. Doch sein blöder Stolz war ja stärker gewesen und nun saß er hier und frage sich, ob es seine Kumpels wirklich so sehr stören würde, wenn er den kleinen Teufel einfach hier und jetzt vögeln würde. Würde das eigentlich unter Nachtisch laufen oder eher als Verdauungsaktivität?

So oder so, das Abendessen neigte sich dem Ende und Jins Erregung stand schmerzhaft, drückte gegen den Stoff seiner Hose und machte jede Bewegung zur Herausforderung. Um ihn herum waren aller fertig mit essen, nur er kaute noch vor sich hin und verzweifelte bei dem Versuch einen Weg zu finden dieses Spiel zu gewinnen.

„Der, der zuletzt noch isst, macht den Abwasch.“ War es Yoongis liebliches Stimmchen, welches ihn erlöste und leider auch verdammte. Als er es schaffte den Blick von seinem Teller zu heben sah er, dass die Blicke aller anderen auf ihm lagen. In Ermangelung der Konzentration sich zu artikulieren, nickte er stumpf und schob sich ein weiteres Stück Steak in den Mund. Solange die Taehyung mitnahmen sollten sie gerne alle dahin verschwinden, wo auch immer sie wollten.

Als Retter in höchster Not erwies sich Jungkook, der Jins Nebenmann auffordernd anschaute. „Kommst du noch mit raus oder bist du auch so aus Zucker wie der Rest?“

„Das bisschen Regen hält mich nicht auf“, gab sich Taehyung aufmüpfig und erhob sich träge, streckte sich ausgiebig und rieb sich den gut gefüllten Bauch. Trotz all seiner Hingabe Jin zu quälen hatte er es geschafft sehr lecker zu essen, seine Bilanz für den Tag wurde immer besser. „Und einen kleinen Spaziergang kann ich wirklich gebrauchen, vielleicht werde ich dann endlich wieder wach.“

„Wenn dich der Regen nicht weckt, spring halt ins Meer“, empfahl ihm Yoongi, der sich gerade den bequemsten Platz auf der Couch aussuchte und Jimin neben sich auf die Polster zog, welcher sich direkt an ihn kuschelte.

„Geht’s Hobi? Oder willst du dich wieder hinlegen?“, fragte der, an ihr Sorgenkind gerichtet, welches sich sehr langsam neben Yoongi setzte und etwas verkrampft hocken blieb. „Es geht erstaunlich gut. Ich trau der Sache nur noch nicht“, erklärte der misstrauisch aber unerwartet locker. Sitzen schien ihm wirklich weniger Probleme zu bereiten als noch am Morgen.

Jin die Schulter tätschelnd machte Taehyung sich schließlich auf den Weg zu Jungkook, der schon an der Verandatür auf ihn wartete, Namjoon noch einen unzufriedenen Blick zuwarf und sich dann zu ihm auf die Veranda begab. Der Regen war zu einem feinen Nieseln geworden. Nicht wirklich angenehm, aber da es recht warm war, auch nicht weiter störend.

„Will ich wissen, was du da mit Jin veranstaltet hast?“, meinte Jungkook als sie am Pool vorbei waren und den Weg zum Strand hinab einschlugen.

Taehyung entfuhr ein Lachen und ein sehr zufriedenes Grinsen legte sich auf seine Lippen. Er fühlte sich herrlich und der Regen war eigentlich mal eine angenehme Abwechslung zu der stetigen Hitze und den lauen Winden, die es hier sonst gab. „Ich formuliere es mal so, Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Garniert mit einem Grinsen und wackelnden Augenbrauen entlockte er Jungkook nur ein Seufzen und ein Nicken. Schön, der Jüngere hatte verstanden und er hielt sich nicht die Ohren zu, das wurde doch langsam aber sicher immer besser.

Er beließ es dabei und sie unterhielten sich über Belanglosigkeiten, während sie den Sand erreichten und auf die unruhige Wasserkante zuhielten. Jungkook brachte ihn auf stand, was den Tag über so passiert war. Was kurz gesagt nichts war. Einige lahme TV-Shows und Jungkooks vernichtender Sieg über Namjoon im Mau-Mau waren die Highlights. Wenigstens konnte er bestätigen, dass es Hoseok immer besser ging und sein Verhalten am Esstisch nicht auf Schmerzmittel zurückzuführen war, was Taehyung wirklich beruhigte. Zwar weigerte sich Hoseok nun eine weitere Nachtwache bei sich zu beherbergen, aber so wie es schien sollte das auch kein großes Problem mehr sein. Übelkeit und Schwindel waren weg und die Schmerzen moderat. Zwar waren Jungkook und Taehyung sich einig, dass sie beruhigter schliefen, wenn jemand die Nacht über auf ihren Freund aufpassen würde, jedoch konnte sie Hoseok auch verstehen und das machte alles nicht gerade leichter.

Nass, aber ausgeglichen kehrten sie schließlich zum Haus zurück und sahen bereits von draußen, dass Jin gerade erst damit begonnen hatte den Tisch abzuräumen. Taehyung kicherte zufrieden vor sich hin und Jungkook versuchte sich mit mäßigem Erfolg einzureden, dass die Steaks einfach zu gut waren und Jin sie eben hatte genießen müssen.

„Na, wars schön draußen?“, feixte Namjoon vom Sofa, als er die beiden triefenden Gestalten eintreten sah. Ein frecher Blick von Jungkook traf ihn, während der sich durchs Haar fuhr und den Älteren schlucken ließ. Seit wann zum Henker kannte Jungkook seine sexy Seite so gut und spielte die so gnadenlos aus? Lag das an Taehyung? Und sollte er den dafür küssen oder erwürgen?

„Herrlich! Ich fühle mich wie frisch geboren“, antwortete Taehyung übertrieben gut gelaunt und hüpfte auf das Sofa zu, schüttelte über Yoongi gelehnt seine Haare aus und dieser zuckte zusammen, ehe er empört grummelte.

„Halt bitte deine Freunde im Zaum“, wies dieser pikiert den lachenden Jimin an, welcher daraufhin nur weiter lachte.

„Was wenn nicht? Bist du dann sauer auf mich?“, grinste er zurück und hielt Yoongis finsterem Blick stand, als der sich zu ihm drehte. Yoongis Arm lag locker um seine Schultern und die andere Hand wanderte nun an sein Kinn, sein Daumen glitt über Jimins Unterlippe, ehe er antwortete.

„Ja und dann musst du das wieder gut machen“, raunte er ihm dunkel zu. Sorgte für eine skeptisch hochgezogene Augenbraue bei Jimin, welcher das wohl anders sah und einem „Ohhh“ von Hoseok, der die beiden neben sich, mit einem Mal interessanter fand als das Drama im Fernsehen.

„Das geht heute nicht“, mischte sich da unerwartet Jungkook ein und ließ seinen Blick zwischen dem Pärchen wandern. „Oder gilt deine Dienstagsregel nur für Namjoon?“, setzte er hinterher, als auch Jimin ihn verwirrt anblickte. Es brauchte etwas, bis ihm sein Spruch vom Schulhof wieder einfiel und er nickte. Nun war es Yoongis Augenbraue, die misstrauisch nach oben wanderte. Was für Regeln, die Namjoon betrafen? Er war ja recht offen, aber er wollte bitte im Vorfeld informiert werden und nicht erst danach. Jin hinter ihnen stand mit der leeren Salatschüssel in den Händen da und beobachtete die Szenerie fasziniert. Bemühte sich möglichst leise zu Atem, um auch ja nicht zu verpassen. Jimin und Namjoon? Uh, das konnte gut werden!

„Nein, die gilt allgemein. Sorry Liebling, such dir bitte eine andere Form der Entschuldigung aus oder einen anderen Tag“, wand er sich erst zu Jungkook, dann zu Yoongi und ignorierte den leicht geschockten Namjoon dabei gekonnt. Dessen Blick war mittlerweile bei Taehyung angekommen, welcher der Einzige der drei Jüngeren war, der ihn mal eines Blickes würdigte. Eines mitleidigen, aber hey, Aufmerksamkeit! Auch, wenn ihn die nicht weiterbrachte. Was zum Kuckuck war hier los und was hatte er damit zu tun?

„Kann mich bitte mal einer Aufklären?“, meldete sich da Hoseok zu Wort, der das alles zwar ganz spannend fand, der Handlung aber nicht folgen konnte und da dies kein Drama war, konnte er nicht einfach zurückspulen, um die verpassten Szenen nachzuholen. Er musste folglich fragen.

„Jimin bläst dienstags nicht“, machte Taehyung es kurz und genoss den Anblick, den Namjoon gerade bot. Nein, der verstand kein bisschen was er mit dieser, durchaus betrüblichen, Neuigkeit zu tun hatte.

Hoseok auch nicht, daher blickte er erst Taehyung und dann Jimin fragend an, ehe er einsah, dass die gebeten werden wollten. „Und was hat unser Feuerteufel damit zu tun?“ „Ich bin kein Feuerteufel! Es gab einmal eine Stichflamme bei einem Gasgrill, niemand wurde verletzt und ich habe daraus gelernt!“, fauchte der Benannte dazwischen und fand sich prompt in der unangenehmen Lage wieder, dass es nun auch Yoongis Blick zu ihm geschafft hatte. Konnte der bitte wieder Jimin anschmachten? Namjoon zumindest fand den Augenkontakt mit seinem Kumpel gerade einfach nur beunruhigend. Besonders, wenn der so nichtssagend schaute, sollte man besser schnell laufen.

„Na was wohl Hobi. Die Regel gilt für alle, auch für Namjoon“, erklärte Jungkook entspannt, als wäre die letzte Minute nicht in schweigender Anspannung verstrichen. Damit war für ihn das Thema erledigt. Sein Schock von damals saß noch immer, auch wenn es ihn nicht mehr ganz so traf. Ohne die fragenden Blicke der Älteren zu beachten, die noch immer mehr Details wollten, lief er um das Sofa herum und warf sich, nass wie er war, auf Namjoon, sobald der in Reichweite war. Dieser quietschte in einer überraschend hohen Tonlage auf und zog damit Hoseoks und Taehyungs volle Aufmerksamkeit auf sich.

„Das erklärst du mir nachher bitte genauer“, raunte Yoongi Jimin noch zu, doch dieser hatte keine Lust zu warten und lehnte sich zu Yoongis Ohr vor, den Blick dabei auf den neugierigen Jin gerichtet, welcher das doch nun bitte auch wissen wollte. Drei Sätze und Yoongi seufzte verzweifelt auf und rieb sich den Nasenrücken. „Ihr habt doch alle drei 'nen Dachschaden.“

„Ja, haben wir und du liebst mich trotzdem“, flötete Jimin vergnügt und schmatzte Yoongi einen extra feuchten Kuss auf die Wange. Angewidert drückte er den Kleineren von sich und wischte sich über die Wange. Jin hinter ihnen kicherte leise vor sich hin. So wie Yoongi geschaut hatte, war es wirklich unspektakulär was es da an Details gab, also keine weitere Energie wert, da konnte er sich auch wieder dem Abwasch widmen.

Namjoon indes hatte es endlich geschafft das nasse Kuschelmonster von sich zu drücken und fragte sich gerade, wie lange sein Sieg anhalten würde, so verschmitzt wie Jungkook ihn gerade angrinste, aber da erbarmte sich Taehyung und befreite ihn von dem Jüngeren. Er zog ihn einfach auf die Füße und hinter sich her zur Treppe, antwortete auf Hoseoks Frage hin, dass sie sich trockene Klamotten holen wollten und schon waren die beiden verschwunden.

„Eure Freundschaft ist wirklich seltsam“, wand sich Namjoon schließlich an Jimin und merkte schon an dessen Blick, dass Jungkook es geschafft hatte seine sorgsam gerichtete Frisur zu zerstören. Also schnell die Finger in die Haare und dort aufräumen, während er Jimin noch tadelnde Blicke zuwarf. Der schaute ihn aber nur belustigt an und schnaubte auch noch. Also bitte, etwas mehr Respekt, Namjoon sprach immerhin nur das offensichtliche aus.

„Wir sind seltsam? Weil es merkwürdig ist, dass wir keine Sex-Wetten abschließen und Punktespiele spielen?“ Gut, das waren zwei berechtigte Punkte, dass musste Namjoon wirklich zugeben. Aber hey, Angriff war die beste Verteidigung!

„Immerhin schließen wir keine bestimmten Aktivitäten an bestimmten Wochentagen aus.“

„Stimmt. Da bist du ganz groß drin, mein Lieber“, stieg auch noch Yoongi darauf ein und erntete ein Kopfschütteln. Sein frecher Blick sagte Jimin alles und er hatte wirklich keine Lust wieder zu diskutieren, warum er Sex am Abend vorm Tanztraining nicht gebrauchen konnte.

„Da wird sich Namjoon auch dran gewöhnen dürfen, wenn das so weiter geht“, wand er daher ein und blickte lieber zu dem Unruhestifter als zu seinem Freund, der ihn so hübsch verschlagen angrinste.

„Warum?“, wollte Namjoon auch sogleich wissen und stieß nur auf ein verhaltenes Lächeln und einen fast mitleidigen Blick.

„Stell dich weiter gut an und finde es heraus“, erklärte Jimin dann schließlich doch und sah dabei aus dem Augenwinkel, das Hoseok kapiert hatte, worum es ging. Eine Tatsache, die auch Namjoon nicht entgangen war und so hört er auf Jimin löchern zu wollen, setzte lieber auf die Redseligkeit seines Kumpels.

„Uh, hier geht es um Geheimnisse, Kookie. Wir kommen also doch zum genau richtigen Zeitpunkt“, freute sich Taehyung von der Treppe aus, der nicht nur trockenen Kleidung trug, sondern auch wieder trockene Haare hatte. „Um wessen Privatleben geht es?“

„Jimins. Ihn und seine Wochentags bezogenen Regeln“, informierte sie Jin von der Spüle aus. Ja, er war auch noch da, hörte alles und er setzte auf Taehyung, da mehr rauszuholen. Dessen Äuglein glitzerten gerade schon wieder so hübsch frech und blickten dabei nicht ihn an, das konnte also was werden.

„Och ne, das artet nur wieder in einen stundenlangen Monolog aus“, ächzte Jungkook und warf einen Bettelblick in die Runde. Wenn es jetzt wirklich darum ging, drehte er wohl noch eine Runde im Regen.

„So schlimm? Das Jimin auf Regeln steht war ja klar, aber so exzessiv?“, wollte Taehyung erheitert wissen, während ihr Gesprächsgegenstand so tat als seien sie gar nicht da und lieber an Yoongis Ärmel herumzupfte, auch wenn der ihn gerade ausnahmsweise mal nicht betrachtete.

„Aber Hallo! Wenigstens ist er bei den Uhrzeiten lockerer geworden. Du hättest ihn mal vor drei Jahren erleben sollen. Durchgetaktet wie ein Uhrwerk! Das war schon gruselig“, ereiferte sich Jungkook immer mehr und blieb auf dem Weg zum Sofa mehrmals stehen, überbrückte die letzten Meter dann aber mit langen Schritten und ließ sich seufzend neben Namjoon in die Polster fallen.

„Der eine Monat hat dich wirklich traumatisiert“, schmunzelte Jimin, ohne jeden Funken Reue in der Stimme.

„Du hast mich ausgeschimpft, weil ich dich eine Minute zu spät angerufen hatte. Fünf Minuten hast du dich aufgeregt, dass ich dein ganzes Leben durcheinander bringe!“, fauchte Jungkook zurück, wedelte dabei wild mit den Händen umher, sodass Namjoon vorsorglich auf Abstand ging, um nicht getroffen zu werden.

„Ja“, bestätigte Jimin. „Und du hast seitdem nie mehr zu spät angerufen, sondern immer genau pünktlich.“ Das Lachen in Jimins Stimme spiegelte sich nicht auf seiner fast ernsten Miene wider und machte dadurch alles nur noch gruseliger. Selbst Jin beschloss, sich nicht mit Jimin anlegen zu wollen. Was Taehyung offensichtlich an bösen Fähigkeiten in sich trug, war bei Jimin unter einer viel zu friedlichen Fassade verborgen und langsam ahnte Jin schon, dass ihm der Jüngere gewaltige Albträume verpassen konnte, wenn er das wollte.

„Kookie psychisch fertig machen, um ihn zu erziehen… schreib das bitte nie in einen Elternratgeber“, fasste Taehyung beherzt zusammen und setzte sich mit Sicherheitsabstand auf den Teppich vor dem Couchtisch, sodass er die anderen gut im Blick behalten konnte.

„Ich würde sagen, nun ist bewiesen, dass Jimin und Yoongi das teuflische Paar des Jahres sind. Hat jemand etwas gegen diese Entscheidung einzuwenden?“, fragte Jin, welcher sich hinter das Sofa gestellt hatte und seine Hände links und rechts, wie ein Priester, neben die Benannten hielt. Alle nickten schweigend und ließen beunruhigte Blicke zwischen dem Pärchen und Jin wandern. Der lächelte zufrieden in die Runde, tätschelte Jimin und Yoongi noch die Köpfe und machte sich dann auf den Weg zu Taehyung, um sich, mit etwas Abstand zu ihm, ebenfalls auf dem Teppich niederzulassen. Auch wenn er oft an der Entscheidung gezweifelt hatte, die drei Jüngeren mit hier her zu nehmen, hatte es sich bisher als äußerst vorteilhaft erwiesen.







Hallöchen ihr Lieben,

heute gab es wieder ganz viel Jin und Taehyung. Ich schreibe die beiden einfach zu gerne, da kann man immer so hübsch viel Unfug unterbringen. Dazu etwas Chaos, Unterstellungen und privaten Einblicken seitens der anderen.
Ich hoffe es hat euch gefallen, vielen Dank fürs Lesen und die lieben Rückmeldungen.

Macht euch noch eine schöne Restwoche und bis zum nächsten Mal.
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