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Sonne, Strand und andere Probleme

von Pingulina
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin RM Suga V
03.03.2019
06.05.2021
44
198.123
27
Alle Kapitel
91 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
03.03.2019 4.600
 
Vorwort:

Halli Hallo,

so schnell sieht man sich wieder. Dies hier ist die Fortsetzung zu 'Nur eine Wette'.
Bitte nicht wundern, dass es jetzt doch so schnell ging, ich bin auch überrascht. Ein Dank an dieser Stelle an Jasbir, für den Kommentar, dass die Sieben doch zusammen in den Urlaub fahren könnten. Die Idee hat mich einfach nicht mehr losgelassen und eine übermotivierte Muse ist zusätzlich tagelang um mich rumgehopst und hat mich mit Blumen und dummen Ideen abgeworfen. Den Konsens aus alle dem könnt ihr in diesem und den kommenden Kapiteln lesen. Wie lang es diesmal wird, steht noch nicht ganz fest, die grobe Story habe ich, aber jeder der selbst schreibt, wird es kennen, dass sich hin und wieder die Geschichte verselbständigt.

Da das hier eine Fortsetzung ist, kann ich nur allen empfehlen sich vorher 'Nur eine Wette' durchzulesen, da dort die Hintergründe erklärt werden und wie die Personen zueinanderstehen. Wer das nicht möchte, kann hier natürlich auch gerne lesen, könnte aber hin und wieder etwas verwirrt werden. Also lesen auf eigene Gefahr.

So nun aber genug gelabert und los geht es, viel Spaß :)






Der lange Weg in den Urlaub

0. Sonntag:


Der Kies knirschte unter den Reifen und spritzte zu den Seiten, als der Wagen unerwartet heftig zum Stehen kam. Die beiden jungen Männer, die bis eben friedlich auf der Rückbank geschlafen hatten, wurden durch den plötzlichen Ruck unsanft aus dem Schlaf gerissen.

„Boa, Yoongi! Geht das auch vorsichtiger? Ich dachte, du kannst Auto fahren“, motzte Taehyung sofort los. Er wurde nicht gerne mit einer Nahtoderfahrung aus dem Schlaf gerissen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und dass sich Jungkook vor Schreck in seinen Oberschenkel gekrallt hatte, half auch nicht gerade ihn zu besänftigen.

Der Angesprochene sah Taehyung nur unterkühlt durch den Rückspiegel an, bevor er sich zu den beiden umdrehte.

„Wir sind da.“ War alles, was er sagte. Der Motor lief noch und er machte keine Anstalten den Wagen zu verlassen. Zudem standen sie vor einem kunstvoll geschwungenen und eindeutig verschlossenen Eisentor. Wie konnten sie bitte da sein? Hier war doch außer dem Tor weit und breit nichts.

Bevor Taehyung sich weiter beschweren konnte, streckte sich Jimin auf dem Beifahrersitz etwas. „Wir hätten Jin doch dazu überreden sollen uns den Schlüssel zu geben, nun müssen wir warten, bis er auch da ist“, meinte er mit müder, resignierter Stimme.

„Der hat 'nen BMW, wieso sind wir überhaupt vor ihm da?“, meldete sich Jungkook zu Wort, nachdem er endlich richtig wach geworden war und seine Hand aus Taehyungs Bein entfernt hatte. Was dieser mit einem erleichterten Seufzer quittierte, Jungkook hatte ganz schön Kraft in seinen Fingern.

„Weil der Herr mit seinem teuren Wagen keine Nebenstraßen fährt, da könnte er sich ja den Lack ruinieren. Der steht wahrscheinlich noch im Stau“, murrte Yoongi. Jimin hatte recht, er hätte darauf bestehen sollen den Schlüssel für das Haupttor zu bekommen. Alle anderen Schlüssel hatten sie, nur der fürs Tor war letztes Jahr verloren gegangen und so gab es nur noch einen und den hatte leider Jin. Jimin öffnete derweil die Tür und stieg aus, wenn sie schon warteten, konnte er sich auch etwas die Füße vertreten, sie hatten stundenlang im Auto gesessen. Die Luft schlug ihm warm und feucht entgegen und das, obwohl bereits tiefe Nacht war, aber sie war frisch und sauber, nicht so verbraucht wie im Auto. Er schlenderte gemütlich auf das Hindernis zu und betrachtete fasziniert die Schmiedekunst der gewundenen Ranken, die zusammen dieses beachtliche Tor ergaben.

Der Weg war weit gewesen und dazu noch voller Staus. Eigentlich wollten sie am späten Nachmittag hier ankommen, aber nun war es bereits mitten in der Nacht und von dem zweiten Teil ihrer munteren Reisegesellschaft fehlte jede Spur. Yoongi schien eingesehen zu haben, dass die anderen nicht so schnell auftauchen würden und wollte gerade den Motor ausschalten, als vom Tor schabende Geräusche erklangen und Jimin grinsend zurückkam.

„So, dass Problem hätten wir gelöst“, meinte er zufrieden, als er sich wieder auf seinen Platz fallen ließ. Das Tor öffnete sich vor ihnen. Eigentlich musste man den kleinen Seiteneingang aufschließen und diesen Mechanismus von der anderen Seite aktivieren. Yoongi warf seinem Freund einen fragenden Blick zu, fuhr aber schnell weiter, nicht dass sich das Tor wieder schloss.

„Ich wusste es schon immer, du kannst zaubern“, meinte Jungkook im Brustton der Überzeugung und brachte so alle zum Lachen, selbst Yoongi musste schmunzeln.

„Das wäre verdammt praktisch, aber nein kann ich nicht. Jins Eltern haben mir die Sicherheitscods gegeben und ich habe einfach ein paar bei der Anzeige am Tor ausprobiert. Der allgemeine Sicherheitscode passt, falls ihrs mal braucht“, erklärte Jimin noch leicht glucksend. Wenn er wirklich zaubern könnte, waren sie längst da. Keine Staus, keine Stunden auf der Straße, das wäre herrlich.

Yoongi fragte sich gerade, warum er in all den Jahren diese Cods nie zu Gesicht bekommen hatte, aber Jimin nur Minuten brauchte und alles erfuhr, was er wissen musste und vielleicht gar nicht wollte. Zwar wusste er, dass so ziemlich jeder Jimin binnen kurzer Zeit ins Herz schloss, aber er fühlte sich schon ein wenig übergangen. Nur gut, dass er wusste, dass Namjoon und Hoseok die Cods auch nicht kannten, da war er immerhin nicht der einzige ungeliebte Freund von Jin.

„Wie hast du die bekommen?“, wunderte sich auch Jungkook. Die Drei waren vor der Fahrt zusammen bei Jin gewesen, um sich seinen Eltern vorzustellen. Jins Eltern waren zwar sehr locker und gaben ihrem Sohn viele Freiheiten, aber ein paar Regeln gab es. Um seine Freiheiten nicht zu gefährden, hielt sich Jin strikt an diese und so hatte er die Drei zum Kaffee zu sich eingeladen. Seine Eltern wollte wissen, wer sich im Ferienhaus aufhielt, bei den Gästen von Partys sahen sie das nicht so eng, die waren nach einigen Stunden wieder weg, aber jeder der dort länger blieb, wurde sich angeschaut. Die skeptische Einstellung der beiden soll, laut Jin, sofort weg gewesen sein, sobald sie die Drei zu Gesicht bekamen. Wundern tat das keinen, waren die drei doch deutlich besserer Umgang als die üblichen Gesichter die Jin anzuschleppen pflegte. Auch die etwas misstrauische Frage, woher die Drei Jin kannten, war durch den gemeinsamen Freund Hoseok schnell und nachvollziehbar erledigt. Wie Jimin es in dieser kurzen Zeit, in der sie sich die ganze Zeit im gleichen Raum aufgehalten hatten, geschafft hatte diesen Grad des Vertrauens zu erreichen, blieb jedoch schleierhaft.

„Ich habe nur gefragt, was es zu beachten gibt und worauf wir aufpassen sollen. Drei Sätze später hat mir Frau Kim schon die Cods gegeben. Sie meinte, ich soll sicherstellen, dass nachts die Alarmanlage an ist, ihr Sohn würde das immer vergessen.“

„Okay, jetzt macht es Sinn. Du sollst den Babysitter für uns geben“, lachte Yoongi. Ja, das passte. Sie hatten sich mehr als einmal ausgesperrt oder anderweitig unter Beweis gestellt, dass sie eigentlich eine Aufsicht brauchten. Das sich Jins Mutter sofort begeistert zeigte, wenn jemand mit Verantwortungsgefühl auftauchte, war da verständlich. Bei Jimin hatte sie wesentlich bessere Chancen, dass ihre Vorgaben eingehalten wurden als bei Jin. Nicht weil Jin diese willentlich ignorierte, aber ein knackiger Hintern lenkte ihn leider viel zu schnell ab und hier am Meer gab es von denen einige.

Alle drei im Wagen mussten ihm lachend zustimmen. Jimin störte das nicht besonders, er war schon immer eine Glucke gewesen, die sich gerne um andere kümmerte. Meistens musste er aufpassen, dass das nicht ausgenutzt wurde, es war schön, dass ihm dies gerade eben zum Vorteil gereichte und sie nun endlich beim Ferienhaus ankamen.

Haus war allerdings maßlos untertrieben, Villa passte besser oder doch eher Schloss? Das Gebäude war größer, als das Haus in dem Jimin mit seinen Eltern lebte, schon die Auffahrt war riesig und bot ausreichend Platz für ihr Auto und einige weitere. Sie hatten gewusst, dass Jins Eltern reich waren, aber mit so einem Ferienhaus hatten sie nicht gerechnet, das übertraf alle Erwartungen.

Yoongi parkte das Auto und ignorierte die bewundernden Blicke, die die drei Jüngeren dem Gebäude zuwarfen, dabei sah man im Dunkeln nicht mal die ganzen Ausmaße. Kurz streckte er die steifen Glieder, dann machte er sich daran die Koffer auszuladen. Pfiff die drei Staunenden schließlich zu sich, um ihnen ihre Taschen in die Hände zu drücken. Nur Jimin bekam seinen Koffer nicht, sondern Yoongis Rucksack und die Schlüssel für die Eingangstür, die Koffer trug der Ältere.

Kaum hatten sie das Gebäude betreten blieben die drei Jüngeren wieder stehen und schauten sich staunend um. Yoongi ließ ihnen die Zeit, er konnte sich noch gut daran erinnern, wie er sich gefühlt hatte, als er das erste Mal hier war. Das Anwesen war wirklich beeindruckend, nicht nur seine Größe, sondern auch wie durchdacht alles gestaltet und angelegt war. Die Außenanlagen mit dem Privatstrand waren sehr weitläufig und die Innenräume der Villa spiegelten dieses Gefühl der Freiheit wider. Im Erdgeschoss, in dem sie gerade standen, gab es so gut wie keine Wände, nur einige filigrane Stützbalken, durch die die gesamte Fläche wie ein einziger riesiger Raum wirkte. Dazu war die Wand, ihnen gegenüber, komplett verglast und erweckte den Eindruck, der Pool draußen gehörte mit ins Haus.

Er stellte die Koffer in der Nähe der Tür ab und ging in den Küchenbereich zu seiner rechten, um sich etwas zu trinken zu holen. Gemütlich lehnte er sich gegen den Tresen, der die Küche optisch vom Rest des Raumes trennte und beobachtete wie Jimin und Taehyung auf Erkundungstour gingen, Jungkook stand vor dem Fenster und schien sich im Anblick der Außenanlage zu verlieren.

Taehyung hatte den großen Flachbildschirm an der Wand, am anderen Ende des Zimmers, entdeckt und betrachtete diesen fasziniert. Das Ding war aber auch monströs, wahrscheinlich wurde der speziell angefertigt, so große Exemplare waren im Laden nicht zu finden. Jimin begutachtete die Sitzgruppe, die neben der großen Sofalandschaft vor den Fernseher stand und kam dann auf Yoongi zu, als er diesen entdeckte. Kurz blieb er noch beim Esstisch stehen und bewunderte das alte Holz, welches, schwer und massiv, eine gemütliche Stimmung erzeugte.

„Du hättest ruhig etwas vorwarnen können. Ich dachte bisher, dass Jins Eltern nicht auf solchen Protz stehen“, beschwerte sich Jimin gespielt beleidigt und klaute Yoongi die Wasserflasche, um selbst ein paar Schlucke zu trinken. Yoongi legte seine Arme um den Jüngeren und vergrub erschöpft sein Gesicht in Jimins Halsbeuge, spürte kurze Zeit später schlanke Finger in seinem Nacken die ihn sachte kraulten.

„Wenn die beiden Geld ausgeben dann richtig, das hätte ich nicht in Worte fassen können“, murmelte er gegen Jimins weiche Haut und brachte diesen dadurch zum Kichern.

„Kommt schon ihr zwei! Ihr konntet stundenlang die Finger voneinander lassen, die paar Minuten werdet ihr es wohl auch noch aushalten“, meldete sich Taehyung ungefragt zu Wort. Erreichte damit aber nur, dass Yoongi Jimin näher an sich zog und demonstrativ seine Hände in die Gesäßtaschen von Jimins Hose schob. Der herausfordernde Blick, den Taehyung geschenkt bekam, rundete das Bild des bockigen Kindes ab.

„Toll Tae, dass hast du gut hinbekommen“, meinte Jungkook lachend und knuffte seinen schmollenden Kumpel gegen den Oberarm. Er war gerade heil froh, dass sie sich in letzter Minute doch noch für diese Platzaufteilung in den Autos entschieden hatten, da störten ihn die schmusenden zwei auch nicht weiter. Eigentlich wäre es vom Abholen her einfacher gewesen, wenn Jin Taehyung, Namjoon und ihn selbst einsammelte und Yoongi, Jimin und Hoseok mitnahm. Schnell war aber klar gewesen, dass es keine gute Idee war Taehyung und Jin über Stunden in einem Auto einzusperren. Die beiden hatten seit der Wette eine sehr eigene Dynamik entwickelt und stachelten sich permanent gegenseitig an, was ganz lustig war, wenn es nur einige Minuten so ging, aber über Stunden wurde es explosiv. Das hatten sie einmal erleben müssen und daher beschlossen, dass Taehyung definitiv bei Yoongi mitfuhr. Nur mit Jin und Namjoon allein im Auto hatte sich Jungkook dann nicht mehr wohlgefühlt und Hoseok gebeten mit ihm die Plätze zu tauschen. Wenn er jetzt daran dachte, noch immer mit den beiden im Auto sitzen zu müssen, lief es ihm eiskalt den Rücken runter.

Die Situation zwischen ihm und Namjoon hatte sich nicht groß gebessert. Auch wenn er den Älteren nun öfters sah und auch hin und wieder seine Freizeit mit ihm verbrachte, achtete er stets darauf nicht allein mit Namjoon zu sein. Der Ältere hatte öfters versucht mit ihm über ihren gemeinsamen Nachmittag zu sprechen, doch Jungkook hatte es immer verstanden sich schnell aus der Affäre zu ziehen und abzuhauen. Ganz verstehen konnte er sein Verhalten selbst nicht. Er wollte das klären, egal was dabei herauskam, es wäre besser als diese Ungewissheit. Dass zumindest sagte sein Kopf, nur seine Beine waren da anderer Meinung und trugen ihn nur zu gerne fort, wenn sein Kopf endlich das klärende Gespräch führen wollte.

Hoseok hatte keine Fragen gestellt und einfach nur genickt als Jungkook ihn um diesen kleinen Gefallen bat, ihm schien, dass Hoseok ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber hatte. Er schien zu spüren, dass das alles wegen der Wette passiert war und es Jungkook daher nicht gut ging. Genau wie alle anderen hätte auch Hoseok die Wette jeder Zeit beenden könne und hatte es nicht getan, bei Jin und Namjoon fand er den Denkzettel nicht weiter schlimm, nur das der Jüngste etwas unter die Räder gekommen war, belastete ihn wirklich.

„Wenn die anderen nicht bald kommen suchen wir uns einfach irgendwelche Zimmer aus und gehen schlafen. Ich bin müde!“, riss Taehyungs quengelnde Stimme die drei aus ihren Gedanken. Jin hatte darauf bestanden die Zimmerverteilung erst vor Ort vorzunehmen. Yoongi konnte sich schon denken was dieser damit bezweckte, aber es war wohl im allgemeinen Interesse, wenn Jin keinen Zimmergenossen mit braunen Haaren und großer Klappe bekam. Auch Jungkook sah nicht so aus, als würde er sich über Namjoon als Zimmerkameraden freuen. Nur Jimin, der hatte keine Wahl, der musste sich ein Bett mit Yoongi teilen, da führte kein Weg dran vorbei. Zum Glück schmiegte sich der Jüngere eh schon müde in seine Arme und machte keinerlei Anstalten ein eigenes Zimmer für sich zu beanspruchen.

Taehyung sah fragend in die Runde, alle nickten und er wollte schon zu ihren Koffern gehen, als Scheinwerfer kurz die Fenster erhellten.

„Die haben doch gewartet, bis wir keinen Bock mehr aufs Herumstehen haben“, grummelte Taehyung sofort weiter. So oder so nun waren sie gleich vollständig und konnten endlich ins Bett. Sie hatten drei Wochen Sonne, Sand und Meer vor sich, das die Anreise ein einziges Fiasko war, konnte man da ignorieren.

„Nicht einschlafen Süßer, die anderen sind gerade angekommen“, weckte Yoongi seinen Freund, strich ihm sacht eine verrutsche Strähne aus der Stirn. Dieser Kicherte leise, hatte nicht geschlafen, nur die Ruhe und Nähe von Yoongi genossen.

„Habe ich mitbekommen, Tae ist schwer zu ignorieren.“

„Das habe ich gehört“, ließ dieser auch sofort Jimin wissen. Bekam von diesem, als Entschuldigung, ein Lächeln und eine Kusshand zugeworfen. Taehyung schüttelte nur lachend den Kopf, hatte aber sofort bessere Laune.

Jungkook hatte sich zu dem schmusenden Pärchen gesellt, hielt aber ein wenig Abstand, er wollte ja nicht stören und lehnte sich ebenfalls gegen den Tresen, die Tür fest im Blick. Auf der einen Seite wünschte er sich, dass die anderen drei endlich hereinkommen würden und sie ins Bett kamen. Auf der anderen Seite hatte er ein mulmiges Gefühl im Magen, da damit diese drei Wochen endgültig beginnen würden. Drei Wochen mit Namjoon unter einem Dach, da sollte er es doch schaffen irgendwie alles zwischen ihnen zu klären, hoffte er.

Als die drei Vermissten endlich eintraten, ernteten sie ungewollt Lacher. Hoseok war der erste der die Villa betrat und tat dies mit einer formschönen Darbietung des sterbenden Schwans. Mit einer Pirouette, an deren Ende er sich rückwärts auf eines der kleinen Sofas, der Sitzgruppe, fallen ließ und nur noch ein leidendes Stöhnen von sich gab, zog er alle Aufmerksamkeit auf sich. Die anderen beiden Neuankömmlinge betrachteten das Schauspiel kopfschüttelnd, Hoseok musste aber auch immer übertreiben. Nur Jungkook schien den Älteren ernst zu nehmen und holte ihm eine Flasche Wasser mit der er sich zu ihm gesellte.

„Kookie du bist ein Engel“, freute sich der Bedachte sofort und viel dem Jüngeren, mit noch immer leidender Miene, um den Hals. Dieser ließ sich kurz drücken, machte sich dann aber schnell wieder los. Er wollte nicht in Hoseoks Theatralik-Darbietung hineingezogen werden, wenn der Ältere seine fünf Minuten hatte, hielt er sich lieber fern. Als er Jin und Namjoon flüchtig begrüßte, entging ihm der Blick zu Hoseok und der leichte Schatten, der dadurch über Namjoons Züge flog, nicht.

„Wie seid ihr reingekommen?“, fragte nun Jin, nachdem er sich einen ersten Überblick über die ganze Szene verschafft hatte.

„Jimin. Du solltest dir Gedanken über dein Erbe machen, deine Eltern scheinen sich umzuorientieren.“ War die freche Antwort von Yoongi, die Jin mehr verwirrte als aufklärte. Sein fragender Blick wanderte zu dem Benannten, welcher sich in Yoongis Umarmung umgedreht hatte und sich nun mit dem Rücken an seinen Freund lehnte.

„Deine Mutter hatte mir den Code gegeben“, erklärte nun Jimin, brachte etwas mehr Licht ins Dunkel und Namjoon zum Lachen.

„Tja Jin, scheinbar hat Yoongi recht. Du wirst abgesägt mein Freund“, lachte er seinen Kumpel auch sofort aus.

„Quatsch keine Scheiße. Mum freut sich nur, dass endlich jemand vertrauenswürdiges in meinem Freundeskreis aufgetaucht ist“, erwiderte er mit einem süffisanten Lächeln. Die Spitze saß, hatte es Namjoon doch schon immer getroffen, dass Jins Eltern ihn zwar mochten, ihn aber nicht für den besten Umgang hielten. Dabei hatte er mit Abstand die besten Manieren von ihnen, nur leider auch das gleiche Verständnis von Spaß wie Jin und genau da lag das Problem.

„Da wir das nun geklärt haben, können wir uns ja um die Zimmer kümmern. Ich will ins Bett“, zog Taehyung die Aufmerksamkeit wieder auf die wichtigen Dinge des Lebens. Wen interessierten schon Familienbande und Erbschaften? Schlaf, der war wichtig! Yoongi stimmte ihm brummend zu.

„Es gibt vier normale und einen Master Bedroom“, informierte Namjoon ihn über die Gegebenheiten. Taehyung nickte verstehend und brachte Jin mit einer herrischen Geste zum Schweigen. Heute wurde schon genug geredet, sie brauchten kein Gelaber, sondern Entscheidungen.

„Gut, dann ist das ja ganz einfach. Als deine Gäste hast du ja sicher nichts dagegen, wenn Jungkook und ich ins Hauptschlafzimmer ziehen und ihr anderen könnt euch die normalen Schlafzimmer untereinander aufteilen. Jimin, wenn es im Paradies kracht, kannst du gerne zu uns kommen“, bestimmte Taehyung, mit einer Stimme, die keinen Widerspruch zuließ. Alle nickten, waren zu müde zum Diskutieren. Jin hatte zwar beschlossen sich sein angestammtes Reich zurückzuerobern, aber das hatte Zeit bis morgen. Die Fahrt war lang, sie Sonne hatte unerbittlich auf sie herabgebrannt und der Schotter am Wegesrand hatte einen unschönen Kratzer im Lack seines Babys hinterlassen, das musste er erstmal verarbeiten.

Yoongi schnappte sich kurzentschlossen die Koffer, die er in der Nähe der Tür abgestellt hatte und bedeutete den drei Jüngeren ihm zu folgen. Alle vier verabschiedeten sich für die Nacht und ließen sich von Yoongi ihre Zimmer zeigen. Jimin ließ es sich nicht nehmen Taehyung und Jungkook noch einmal zu drücken und ihnen in Ruhe eine gute Nacht zu wünschen, dass Yoongi bereits ungeduldig auf ihn wartete erheiterte ihn nur zusätzlich.

„Jetzt zieh nicht so eine Schnute, auf die Minute kommt es nun auch nicht mehr an“, stichelte er auch noch weiter, als er Yoongis Schmollmund sah.

„Wenn diese Minute nicht gewesen wäre, um mich zu ärgern, würde ich auch nicht schmollen“, erwiderte er schulterzuckend, zog Jimin dann endlich an sich heran und küsste ihn hungrig und wild. Schon den ganzen Tag hatte er seinen heißen Freund neben sich und musste sich, aus Rücksicht Jungkook gegenüber, zurückhalten. Bei Taehyung wäre ihm das ziemlich egal gewesen, aber der Jüngste konnte es nicht gut ab, mit einem fummelnden Paar eingepfercht zu sein und das wiederum schlug sich auf Jimins Laune nieder. Ganz schön kompliziert so ein Urlaub mit Freunden, aber was tat man nicht alles für ein paar elternlose Wochen mit seinem Freund.

Jimin löste sich schließlich keuchend von ihm und schob ihn etwas von sich. Yoongis Hände waren auf Wanderschaft gegangen und dabei an sehr ungünstige Orte gelangt, zumindest wenn man eigentlich nur noch schlafen wollte.

„Wir sollten duschen und dann schlafen gehen“, versuchte Jimin Vernunft walten zu lassen. Musste aber einlenken als er die leise Enttäuschung in Yoongis Augen sah. „Für alles andere haben wir morgen noch genug Zeit“, meinte er mit leiser, verführerischer Stimme und einem stummen Versprechen, was Yoongi leicht Grinsen ließ.

Ohne ein weiteres Wort zog ihn der Ältere ins Bad und stellte schonmal die Dusche an, während Jimin sprachlos den Raum musterte. Jedes Schlafzimmer hatte sein eigenes Bad und die waren größer als Jimins Zimmer. Ausgestattet mit einer Regendusche, einer großen Badewanne und zwei Waschbecken, über denen eine wandbreite Spiegelfront hing, gab es hier wohl alles was das Herz begehrte. Dass sich auch noch die obligatorische Toilette mit im Raum befand, ging ziemlich unter.

Yoongi stupste ihn an und schien ihn mit einem Blick zu fragen, ob er beim Ausziehen Hilfe brauchte oder sein Staunen solange unterbrechen konnte.
Jimin nickte sprachlos und zog sich sein Shirt über den Kopf, widmete sich dann seiner Hose und kurze Zeit später lagen seine Sachen, ordentlich gefaltet, neben den Waschbecken und er ließ sich kühles Wasser auf den Körper prasseln. Sekunden später war Yoongi bei ihm, genoss die Erfrischung, nach dem Tag am Steuer bei dreißig Grad im Schatten, war das kühle Nass eine echte Wohltat. Eigentlich hatte er sich darauf gefreut nach der Fahrt ins Meer oder zumindest in den Pool zu springen, aber um ein Uhr nachts hatte er da auch keine rechte Lust mehr zu gehabt.

Dann konnte er es aber nicht mehr lassen, er stand hier mit seinem nackten, nassen Freund unter der Dusche. Wer bitte hätte sich da beherrschen können? Er drückte sich ein wenig Duschgel auf die Hand und begann, ganz unschuldig, sich und Jimin einzuseifen. Der Jüngere streckte sich ihm entgegen und ehe sie sich versahen standen sie eng umschlungen unter dem stetigen Wasserstrahl.

Yoongi sah seinem Freund tief in die müden Augen und ließ seine Hand sanft über dessen Wange streichen, glitt mit ihr bis in seinen Nacken und zog Jimin in einen liebevollen Kuss. Immer fordernder bewegten sich ihre Lippen gegeneinander. Yoongi nutzte Jimins Seufzen, um seine Zunge zwischen dessen weichen Lippen zu schieben und den Kuss zu vertiefen, während seine freie Hand auf Wanderschaft ging. Jimin schmiegte sich willig an ihn, hielt sich an seinem Freund fest, während dieser ihm das Atmen immer schwerer machte.

Keuchend lösten sie sich schließlich voneinander, schnappten nach Luft, was durch die prasselnde Dusche etwas erschwert wurde. Scharf zog Jimin die Luft ein, als Yoongi mit einem Finger in ihn eindrang, sanft an seinem Hals knabberte und es ihm unmöglich mache den Älteren von seinem Tun abzubringen. Die Lust die Yoongi schon den ganzen Tag unterdrückte übertrug sich nach und nach auf seinen zitternden Freund. Dieser ließ langsam eine Hand zwischen sie gleiten, umfasste Yoongis steifer werdende Erregung und begann sie sanft zu streicheln, während Yoongi einen zweiten Finger ihn in einführte.

„Verdammt Yoongi, ich will dich!“, stöhnte Jimin unerwartet auf, als Yoongi seine Finger im genau richtigen Winkel in ihn stieß. Er wusste, was der Jüngere nun von ihm wollte und war nur zu gerne bereit es ihm zu geben. Schnell zog er seine Finger zurück, drückte Jimin gegen die nächste Wand und hob ihn soweit an, bis er sich an dessen Eingang positionieren konnte.

Langsam und vorsichtig ließ er Jimin auf sich sinken, drang Stück für Stück in ihn ein und genoss jeden Zentimeter. Jimin hatte reflexartig die Beine um seinen Freund geschlungen und ließ den Kopf mit einem langgezogenen Stöhnen nach hinten an die Fließen fallen. Als der Jüngere ihn ganz aufgenommen hatte verharrten sie etwas in dieser Position, genossen die Nähe des jeweils anderen und die pulsierende Lust in ihren Körpern. Dann wurde Jimin jedoch unruhig, wollte endlich mehr und das gab ihm Yoongi auch.

Hart und fordernd war der Rhythmus, den der Ältere anschlug. Beschlagnahmte dabei immer wieder Jimins Lippen und raubte ihm den Atem, vernebelte sein Denken und machte ihn süchtig nach sich. Seine Stöße wurden immer schneller und Jimin umfasste seine Erektion und massierte sie im gleichen Rhythmus, Yoongi hatte ja leider keine Hand frei, war damit beschäftigt den Jüngeren zu halten, um sich wieder und wieder wild in ihm versenken zu können.

„Fuck, Jiminshi du fühlst dich so gut an…“, keuchte Yoongi nah an Jimins Ohr, jagte damit einen Schauer über den schönen Körper.

Ein leiser Schrei des Jüngeren gab Yoongi das Zeichen, dass er genau den richtigen Winkel getroffen hatte. Grinsend wiederholte er es und brachte Jimin damit zum Orgasmus, kam selbst Sekunden später, in dem vor Lust bebenden Körper.

Fest presste er Jimin gegen die Wand. Versuchte halt zu finden, um nicht mit den Jüngeren zusammen zu Boden zu gehen. Minuten vergingen, in denen sie nach Atem ringend unter dem prasselnden Wasser standen.

„Das hat verdammt gutgetan, Süßer“, raunte Yoongi dem Kleineren befriedigt ins Ohr. Registrierte zufrieden die sanfte röte, die sich auf Jimins Wangen legte, während dieser sich kurz an ihn drückte, bevor er ihn von sich schob.

„Ja, da hast du recht“, bestätigte er schließlich, immer noch etwas verlegen. Das hier war nicht geplant gewesen, er hatte wirklich nur duschen wollen, aber er konnte nicht leugnen, dass es ihm gefallen hatte. Schnell drehte er das Wasser aus und suchte sich eines der Handtücher. So schön es auch gewesen war, nun war er müder als zuvor und das Bett wartete. Yoongi tat es ihm gleich und begann sich das Wasser vom Körper zu reiben, kaum trocken, zog er Jimin ins Schlafzimmer zurück und kuschelte sich mit ihm in das große Himmelbett.

„Du hattest recht, dieser Urlaub kann echt ganz lustig werden“, säuselte er Jimin mit verruchtem Unterton ins Ohr. Wiederholte damit die Worte, mit denen Jimin ihn zum Mitkommen überredet hatte und gab ihnen eine ganz neue Bedeutung.








Herzlichen Glückwunsch sie haben das Ende dieses Kapitels erreicht.

Ich hoffe, die Anreise war angenehm und sie sind gut ins Bett gekommen. Würde mich ja schon interessieren, wer am liebsten mit in welches der fünf möglichen Betten wollte. Wo ich gelandet bin, konntet ihr ja lesen ;)

Da ich am Anfang noch nicht genug zu Wort gekommen bin, geht’s es hier nun munter weiter, mit einigen kleinen Randinfos.
Dies ist aktuell eine Neben-FF, soll heißen, ich werde hier nicht unbedingt regelmäßig Updaten.
Ich habe hin und her überlegt, ob ich diese Geschichte trotzdem schon veröffentliche, da ich es eigentlich nicht mag zwei Fanfiktions gleichzeitig zu schreiben. Aber ich schreibe das hier eh, da kann ich es auch raushauen. Für mich ist das hier ein Ausgleich für das eher ernste Setting meiner Haupt-FF. Ich bin so ein Mensch der meistens gute Laune hat und auch wenn alles richtig scheiße läuft der Meinung ist, dass nicht lachen auch nicht hilft. In dieser Geschichte kann ich den ganzen Krempel, der mir so durch den Kopf fliegt, so herrlich locker leicht, mit Augenzwinkern umsetzen und das macht mich irgendwie glücklich.

Die Planung ist auch schon 'etwas' ausgeartet. Ich hatte mich zwei Stunden hingesetzt, um die Ideen, die ich hatte, zusammenzuschreiben und zu sortieren und ich werde diese drei Wochen dringender brauchen als die Jungs, um alles unterzubekommen. Meine Herren, wenn meine Muse loslegt dann aber richtig.

Sollten von eurer Seite aber noch irgendwelche Wünsche bestehen, worauf ich eingehen soll, könnt ihr diese gerne äußern. Sofern es möglich ist, würde ich schauen, dass ich es eingebaut bekomme, muss nur in den angedachten Story Verlauf passen.

So nun aber genug des Zutextens. Ein extra großes Danke, an alle die sich bis hierher durchgearbeitet haben.

Macht euch noch ein schönes Wochenende und bis zum nächsten Mal.
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