Der Fall des Kaito KID

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18 Slash
02.03.2019
15.03.2019
4
7849
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Dieses Kapitel
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Huhu ihr Lieben!

Zwei Wochen sind rum und wir präsentieren euch das neue Kapitel.
Noch ist es eins von den kürzeren, aber längere folgen (und die werden wirklich immer länger *gruselt sich*)

Ein dickes Danke, an die Reviewschreiber, die Favos und die Empfehlungen!!

Eine kleine Neuheit gibt es heute noch *trommelwirbel*
Eine Quizfrage! Die die mich kennen, wissen was das bedeutet. Pro richtige Antwort gibt es das neue Kapitel einen Tag früher!
Wir bleiben ansonsten erst einmal im zwei Wochen Rhythmus.

Hier die Quizfrage:
In welchem Film rettet Kaito KID Conan das Leben? E L F O S M R L D C A M H R E I H V N M S F E I I E  (Es gibt mehrere Filme in denen das passiert, aber ich suche hier nur einen.)

Nun, viel Spaß beim lesen, wünschen euch
Snow & Atheia

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Kapitel 2: Der Anfang vom Ende
Das erste, was ihm auffiel, als er langsam wieder zu sich kam, war die unbequeme Armhaltung. Sie waren hinter seinem Rücken an den Händen zusammengeführt und als er kurz daran rüttelte, spürte er, dass er scheinbar auch an der Wand befestigt worden war. Zunehmend kroch die Panik in ihm hoch, als er verzweifelt versuchte, die Handschellen zu öffnen und es ihm nicht gelang.
Er versuchte sich zu beruhigen, in dem er mehrmals mit geschlossenen Augen tief durch atmete und im Geist seine Möglichkeiten durchging. Er öffnete die Augen wieder und blickte sich aufmerksam um. Mit Entsetzen stellte er fest, dass er in einer Zelle gelandet war.
Zu drei Seiten umgaben ihn kahle Wände aus massiven Stein, die vierte wurde durch ein schweres Eisengitter geschlossen. Die Tür war definitiv zu weit entfernt, um sie zu erreichen. Er befand sich auf einem Bett, dessen Matratze maximal einen Zentimeter dick zu sein schien, so hart wie sie sich anfühlte. Ebenfalls außerhalb seiner Reichweite befand sich noch ein kleiner Tisch in dem Raum, auf dem eine Flasche und ein Glas, gefüllt mit Wasser, stand.
Kaito(17) spürte, wie trocken sein Mund war und wünschte sich, wenigstens das Wasserglas erreichen zu können, doch dieser Wunsch sollte ihm fürs erste verwehrt bleiben.
Er selbst trug immer noch seine weiße Uniform. Das blaue Hemd, die weiße Jacke und die weiße Hose. Den Umhang hatten sie ihm augenscheinlich abgenommen. Klar, immerhin verbarg sich auch sein Gleiter darunter, vermutlich hatten sie ihn gründlich durchsucht und ihm alles abgenommen, was er bei sich hatte. Also quasi sein komplettes Equipment. Rauchbomben, Schlafgasbomben, seine Kartenpistole und so weiter. Ob sich einer der Polizisten verletzt hatte? Schließlich waren mehrere Sicherheitsdrähte in der Jacke angebracht gewesen um zu verhindern, dass er entkleidet werden konnte.
Alleine bei dem Gedanken, lief es Kaito eiskalt den Rücken herunter. Die Tatsache, dass er jetzt in einer Zelle saß, beruhigte ihn auch nicht gerade und es fiel ihm schwer, sein Pokerface aufrecht zu erhalten.
„Verdammt”, murmelte er, „Und nun?” Kaito sprach zwar mit sich selbst, aber irgendwie tat es ihm gut, seine eigene Stimme zu hören und damit die Stille die vorherrschte, zu brechen.
In Gedanken wanderte er zurück zu dem misslungen Coup. Wie lange er wohl geschlafen hatte und schalt sich innerlich selbst einen Idioten, wie er auf so einen billigen Trick nur hatte reinfallen können. Ob Jii es schon wusste? Und ob die drei Detektive sich gerade ins Fäustchen lachten?
Bei dem Gedanken an die drei seufzte er leise. Gerade von dem kleinen Edogawa hätte er es irgendwie nicht erwartet, dass ausgerechnet er ihn betäubte und dabei half ihn in Ketten legen zu lassen. Er hatte das Gefühl gehabt, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Ziele irgendwie Freunde geworden waren. Immerhin hatten sie sich auch schon oft gegenseitig geholfen und aus misslichen Situationen befreit.
Vielleicht war ihm einfach nichts anderes übrig geblieben, immerhin waren dieser Detektiv aus Osaka und auch sein, wohl nun ehemaliger, Klassenkamerad Hakuba mitbeteiligt und glücklich hatte dieser auch nicht ausgesehen, als er ihm seinen letzten Blick zugeworfen hatte. Dem Detektiv aus Osaka traute er es durchaus zu, ihn hinter Gittern sehen zu wollen, bei Hakuba dagegen war er sich nicht so sicher. Er hätte eher vermutet, dass er zuerst das Gespräch suchen würde, in der Absicht, Kid von den Diebstählen abzuhalten.
Aber brachte es etwas, sich jetzt darüber Gedanken zu machen? Er stand mit einem Bein im Knast und wenn er hier nicht zügig raus kam, dann wohl bald mit beiden. Das war nur diesen drei Schnüfflern zu verdanken.
Er rutschte auf dem Bett das kurze Stück zurück, rollte ein wenig mit den Schultern, um sie zu entlasten und schluckte trocken, als er sich an die Wand hinter ihm lehnte. Er schloss die Augen, versuchte seine Umgebung auszublenden, döste ein wenig vor sich hin.
Erst, als Schritte im Gang erklangen, öffnete er seine Augen wieder und sah gespannt von seinem Sitzplatz aus, durch die Gitter der Zelle.
Vor dieser erschien die Gestalt von Inspektor Nakamori. Kaito sah auf, in das Gesicht des Inspektors, welcher ihn eine gefühlte Ewigkeit gejagt hatte, doch alles was er dort lesen konnte, war Enttäuschung und einen Hauch von Verachtung.
„Kaito KID, oder sollte ich lieber sagen: Kaito Kuroba? Endlich sitzt du da, wo ich dich schon so verdammt lange sehen wollte”, begann Nakamori das Gespräch, klang aber nur halb so hämisch, wie er vermutlich wollte. Kaito lehnte den Kopf zurück an die Wand und zog beide Augenbrauen hoch, enthielt sich aber einer Antwort.
„Ich bin hier, um dich über deine Rechte aufzuklären. Du hast das Recht auf einen Anwalt, wenn du dir keinen leisten kannst, dann wird dir ein Pflichtanwalt gestellt. Du hast aktuell kein Recht auf Bewegungsfreiheit oder andere Annehmlichkeiten. Deine Anhörung wird in fünf Tagen stattfinden, bis dahin hast du Zeit, dir deiner Verbrechen klar zu werden und dir schon einmal die Worte deines Geständnisses zu überlegen.”
Als Nakamori endlich verstummte, atmete Kaito tief durch. „Ich werde wohl einen Pflichtanwalt benötigen.” War das Einzige, was er von sich gab und drehte dann den Kopf weg. Im Moment konnte er den Anblick seines Ziehvaters einfach nicht ertragen. Dieser Mann war immer für ihn da gewesen und automatisch wanderten seine Gedanken zu Aoko. Wo sie wohl gerade steckte und ob sie sauer auf ihn war? Schon jetzt zog sich sein Herz zusammen und der Gedanke hinterließ einen bitteren Nachgeschmack auf der Zunge.
„Nun gut”, murrte Nakamori und stemmte die Hände in die Hüften, „Und jetzt erklär mir bitte, wieso du so etwas idiotisches getan hast! Wenn du jetzt schon gestehst, könnte sich das mildernd auf dein Urteil auswirken.” Mit den letzten Worten versuchte er Kaito zu locken, dieser sah ihn allerdings immer noch nicht an und zuckte nur mit den Schultern.
Kaito atmete noch einmal tief durch und sagte dann: „Ich kann über meine Gründe nicht sprechen.” Dafür wandte er sich dann aber doch zu Nakamori und sah diesem direkt in die Augen. Dem Inspektor entglitten für den Bruchteil einer Sekunde alle Gesichtszüge.
„Verdammt, Kaito-kun! Gib mir irgendetwas! Irgendetwas was uns helfen kann, deine Strafe zu mildern! Ich kann es einfach nicht fassen, dass du es warst, der die ganze Zeit, als KID verkleidet, diese Raubzüge begangen hat. Und was ich am wenigstens verstehe: Wieso hast du die Juwelen immer zurückgehen lassen?”, brauste er auf, schlug frustriert gegen die Gitterstäbe und sah Kaito streng an. Kaito ließ allerdings nur den Kopf hängen.
„Nakamori-san, es tut mir Leid. Ich habe einen guten Grund, für all das, was ich getan habe. Ich habe niemals beabsichtigt Menschen in Gefahr zu bringen oder Dinge zu zerstören. Na gut, mit Ausnahme von ein paar Fensterscheiben. Ansonsten kann ich nichts weiter dazu sagen. Ich habe nur eine kleine Bitte, passen sie auf ihre Tochter auf. Sie war mir immer eine gute Freundin”, traurig senkte Kaito den Kopf und sah bei den letzten Worten auf seine Füße.
„Aoko hasst dich und will nichts weiter mit dir zu tun haben.” Mit diesen Worten drehte Nakamori sich um und verließ den Gang mit schnellen Schritten. Kaito schluckte trocken und biss sich auf die Unterlippe. Krampfhaft atmete er tief durch und ballte hinter seinem Rücken die Hände zu Fäusten. Die letzten Worte Nakamoris waren wie ein Schlag in die Magengrube. Sie pressten ihm die Luft zum atmen aus der Lunge und er hatte das Gefühl ihm würde, aufgrund von Sauerstoffmangel, schwindelig.
Als erneut Schritte erklangen, sammelte Kaito sich rasch wieder und sah auf, als jemand vor seiner Zelle anhielt. Er hörte Schlüssel klimpern und dann, wie eine Tür aufgeschlossen wurde. Seine Zellentür. Überrascht hob Kaito jetzt doch den Kopf und sah sich Heiji Hattori(17) gegenüber.
„Du!”, knurrte er gefährlich. Innerhalb Sekunden spürte er Zorn in sich aufsteigen, funkelte Heiji wütend an und richtete sich sogleich auf. Er merkte, wie es in ihm brodelte, die Wut in seinem Bauch sich ausbreitete und die eben noch gefühlte Ohnmacht verdrängte. Wie konnte es dieser Kerl nur wagen!
„Hey, ich hab die Erlaubnis deine Handschellen zu öffnen und sie vor deinem Körper wieder zu verschließen, damit du wenigstens zur Toilette und an das Wasser kommst”, erklärte ihm Hattori und hielt einen Schlüssel hoch. Perplex sah Kaito ihn an, das war eigentlich genau die Chance zur Flucht, die er sich erhofft hatte.
„Du willst mich wohl verarschen? Erst sorgt ihr dafür, dass ich hier drin lande und dann tust du plötzlich auf Samariter und willst mir helfen?”, fauchte Kaito schon fast, drehte den Kopf weg und knurrte leise. Heiji ließ sich jedoch nicht beirren, trat näher heran und legte ihm eine Hand auf die Schulter, welche Kaito unwirsch abschüttelte.
„Komm schon, ich meine es jetzt auch nur gut und ich sehe doch, dass du durstig bist”, versuchte Heiji ihn zu überzeugen, was Kaito dazu veranlasste, herablassend zu schnauben, ihm dann aber seine Hände etwas mehr entgegen streckte und sich dabei ein kleines Bisschen drehte.
„Okay, dann jetz’ keine Tricks, kla’?” Heiji deutete, seine Worte begleitend, vor die Zelle, wo zwei schwer bewaffnete Polizisten standen. Kaito registrierte sie mit hochgezogenen Augenbrauen, nickte aber lediglich. Heiji öffnete geschickt die Handschellen und führte Kaito’s Hände langsam vor seinen Körper. Ein Ruck ging durch den jungen Dieb hindurch und geschickt warf er Heiji zu Boden, griff die Gelegenheit beim Schopf und sprintete aus der Zelle. Weit kam er jedoch nicht, denn die zwei schwer bewaffneten Wachmänner vor der Tür schnitten ihm nicht nur den Weg ab, sondern taserten ihn auch noch. Zuckend brach Kaito zusammen, wurde zurück in die Zelle geschleift und knurrend befestigte Heiji, welcher sich wieder aufgerappelt hatte, die Handschellen vor dem Körper des noch zitternden Verbrecher. “Hab doch gesagt: Jetz’ keine Tricks.” Die Kette, die Kaito’s Handschellen mit der Wand verband, verlängerte er so, dass Kaito nun bequem die Toilette und den kleinen Tisch erreichen konnte. Benommen sah Kaito dem Detektiv nach und wusste noch nicht wieder wo oben und unten war. Fluchtversuch Nummer eins gescheitert. Scheiße, dachte er sich.
„Sag mal, warum hast du eigentlich alle diese Raubzüge begangen?”, fragte ihn nun Heiji, nachdem er wieder vor der Gittertür stand und diese abschloss.
„Schickt Nakamori-san dich, das herauszufinden?”, fragte Kaito giftig und griff nun nach dem Glas mit Wasser. Seine Hände zitterten stark und so schwappte ein wenig über den Rand. Er trank ein paar Schlucke und seufzte erleichtert, als das kühle Nass seinen trockenen Hals herunterlief. Er leckte sich über die Lippen und setzte sich, mit dem Glas Wasser zwischen den Händen, wieder auf das Bett.
„Nein, tatsächlich interessiert es mich auch, hat es die ganze Zeit”, antwortete Heiji etwas verblüfft über die Anschuldigung. „Na ja, im Endeffekt bist du ja doch selbst Schuld, dass es soweit gekommen ist und wenn du nicht kooperieren willst, dann musst du wohl oder übel mit den Konsequenzen leben. Wir sehen uns bei deiner Anhörung.” Mit diesen Worten verließ Heiji zusammen mit den Sicherheitsbeamten den Gang.
Kaito sah ihm schnaubend nach und rollte mit den Augen. Ob er sich den schuldigen Gesichtsausdruck des Detektivs, nur eingebildet hatte?

Kaum waren Heiji und Conan(12) vom Revier zurück in Heijis Wohnung, kapselte sich Conan, mit dem Handy in der Hand, ab. „Oi?”, fragte Heiji verwirrt, doch Conan schloss die Tür vom Schlafzimmer geräuschvoll, als Antwort. Er wählte eine seiner Kurzwahltasten und setzte sich auf das Bett.
Yukiko: „Shin-chan? Weißt du, wie spät es ist?”, fragte die Frau am Telefon verschlafen.
Conan: „Mom, ich brauch deine Hilfe. KID wurd’ festgenommen.”
Yukiko (mit einem Schlag wach): „Wie ist das passiert?”, fragt sie und Conan hört es entfernter: „Yu-chan, verdammt wach auf, sie haben Toichis Sohn.” Dann war die Stimme seiner Mutter wieder am Telefon. „Mach dir keine Sorgen, Shin-chan. Ich klär das. Ich mache ein paar Telefonate und melde mich morgen bei dir.”
Conan seufzte am Telefon erleichtert: „Danke Mom… Und wie das passiert ist? Heiji hat die Stolperfalle gespannt und Haku-baka hat mich genötigt, ihn zu betäuben, nach dem Heiji wegen meiner Uhr nicht den Mund halten konnte.”
Yukiko seufzte auf der anderen Seite des Hörers: „Ach Shin-chan… Wir kriegen ihn schon irgendwie raus. Dein Vater ist gerade aus dem Bett, ich buch die nächsten Flüge und dann sind wir in spätestens zwei Tagen da. Wo bist du gerade?”
Conan: „Bei Heiji. Da sie ihn in Osaka festgenommen haben, sitzt er auch hier ein und wird vermutlich auch hier dem Richter vorgeführt. Hör zu, wenn du es arrangieren kannst, dann lass ihn mich besuchen. Bitte Mom.”
Yukiko gefiel der flehende Ton ihres Sohnes gar nicht: „Ich werde sehen, was ich machen kann. Wir sehen uns in spätestens zwei Tagen. Ich lieb dich, mach dir nicht zu viele Vorwürfe.”
Conan ließ die Schultern hängen: „Ist gut Mom. Danke. Ich liebe dich auch. Bis dann.”
Mit etwas positiveren Blick auf die kommenden Tage, legte Conan anschließend auf und hielt das Handy fest in der Hand. Seine Gedanken fuhren Achterbahn, doch nach zehn Minuten klopfte es an der Tür und riss Conan aus seiner Lethargie. „Darf ich rein?”, fragte Heiji und Conan antwortete: „Ja.” Heiji öffnete die Tür und sah Conan an, dieser schüttelte jedoch den Kopf und hüpfte vom Bett. „Was gibts zu essen? Wo bestellen wir heute? Ich werd Ran eine Nachricht schicken, dass ich länger bleibe”, schauspielerte das Kind die heile Welt und ging an Heiji vorbei. Heiji ließ dieses Verhalten erst einmal unkommentiert, mit dem Wissen, dass sie später noch reden würden.
Sie bestellten beim Ramen-Shop drei Straßen weiter und fanden sich danach mit dem Essen auf dem Sofa wieder.
„Meinst du, dass war richtig?”, fragte Heiji, an dem das schlechte Gewissen deutlich nagte.
„Himmel Heiji”, fluchte Conan aufgebracht, “es gibt da kein Richtig und kein Falsch. Ja, Kid hat mehrere Diebstähle begangen und dabei genügend Zerstörung verursacht und den Staat mit Sicherheit auch einiges gekostet. Schon aus diesem Grund gehört er hinter Gitter, oder sollte zumindest eine Strafe erhalten, eine Geldstrafe zum Beispiel. Trotzdem hat er die Polizei indirekt auch unterstützt, ihnen die Verbrecher auf dem Silbertablett präsentiert und er schien ja auch die ganze Zeit auf der Suche nach etwas Bestimmten gewesen zu sein. Immer wieder dieser Satz ‘Wieder nicht der Richtige’, lässt das stark vermuten und trotzdem lässt er uns mit seinem Motiv im dunkeln tappen. Lieber führte er uns an der Nase herum, seitdem ich hinter ihm her bin. Mir wäre es lieber, eine vernünftige Erklärung zu erhalten, statt ihn jetzt hinter Gittern zu sehen. Sollte sich dann ergeben, dass es doch Habgier ist, gehört er natürlich in das Gefängnis.” Nach diesem Gefühlsausbruch  musste Conan erst einmal tief durchatmen. Die Tatsache, dass seine Mutter am Telefon von ‘Toichis Sohn’ gesprochen hatte, als er KID erwähnte, verschwieg er Heiji, denn in seinem Kopf hatten sich bereits weitere Puzzleteile zum Mysterium KID zusammengefügt. „Und trotzdem hat er uns immer auch irgendwie mit seiner Show unterhalten und es hat immer Spaß gemacht, seine Tricks zu durchschauen, sich mit ihm zu messen, ihn zu verfolgen.” Zum Ende seiner Rede wurde Conan leiser.
Heiji war für den Moment absolut sprachlos, lehnte sich dann nach hinten gegen die Rückenlehne des Sofas und seufzte. „Du hast recht, treffender hätte ich das auch nicht formulieren können”, sagte er dazu und schloss für einen Moment die Augen.
So verbrachten sie den Rest des Abends meistens schweigend, bevor sie sich schließlich für das Bett fertig machten und später aneinander gekuschelt einschliefen. Worte waren an diesem Abend nicht mehr viele nötig.

Am darauffolgenden Nachmittag trafen sich die drei Detektive auf neutralem Boden in einem Café in Osaka. Heiji wollte Hakuba(17) auf keinen Fall in der Wohnung haben. Er bestellte zwei Tassen Kaffee und eine Tasse Tee. „Wir sind also jetzt hier zusammengekommen, um den Sieg über Kid, mit Kaffee und Tee anzustoßen?”, fragte Hakuba verwirrt.
Die Getränke kamen und nachdem die Kellnerin verschwunden war, tauschte Conan ungeniert die Kaffeetasse vor Hakubas Nase mit der Teetasse, die dem Kind hingestellt wurde. Auf den fragenden Blick des älteren reagierte der Mittelschüler mit folgender Frage: „Was weißt du über KID? Und damit meine ich nicht, dass sein Name Kaito Kuroba ist. Das wissen wir mittlerweile selbst.” Heiji griff seine Tasse Kaffee und trank davon. Nach ihrem Gespräch gestern Abend hatte Heiji das Thema nicht mehr angeschnitten.
Hakuba räusperte sich, verwundert über den Ton ihm gegenüber, schließlich erwartete er auch einen gewissen Respekt vor seinem Alter, antwortete dann aber: „Kaito Kuroba, 17 Jahre alt, Blutgruppe B, 58kg schwer und 1,74cm groß. Wohnhaft in Edoka, Vater verstorben, Mutter auf Reisen. Klassenclown und größter Scherzkeks der Edoka Oberschule. Kaito KID agiert seit über 20 Jahren weltweit. Er verschwand vor zehn Jahren von der Bildfläche und kehrte vor zwei Jahren zurück.” „Aber das bedeutet, dass der KID von vor 20 Jahren, ein anderer sein muss, als der jetzt. Das heißt also, man kann auf Grund des Alters von Kaito bestätigen, dass er nur für die letzten zwei Jahre haftbar gemacht werden kann”, grätschte Heiji hitzköpfig zwischen die Erklärung von Hakuba und fing sich dafür einen bitterbösen Blick vom Briten ein. „Wenn das Gericht eine derartige Beweisführung zulässt, dann ist es durchaus möglich, dass es sich strafmildernd auswirkt”, sprach Conan, trank von seiner Kaffeetasse und sah Hakuba scharf an. „Weiter”, forderte der Mittelschüler den wesentlich älteren auf. Hakuba schnaubte empört, fuhr jedoch fort: „Wir wissen, dass der jetzige KID nicht Schlittschuhlaufen kann, aber sonst überragend gut in Gymnastik ist. Dass sowohl KID, als auch Kaito Kuroba Magier sind, hat mich schon sehr frühzeitig auf seine Fährte stoßen lassen, allerdings fehlten bisher immer die stichfesten Beweise. Da wir ihn gestern nicht nur demaskiert, sondern auch den gestohlenen Stein bei ihm gefunden haben, ist KID eindeutig überführt und wird mit Sicherheit für seine Diebstähle und Verhöhnung der Polizei, für eine lange Zeit in das Gefängnis wandern.” Die Überzeugung in Saguru Hakubas Stimme hätte Conan fast den Schluck Kaffee wieder ausspucken lassen. Das Kind hustete, weil es sich doch nur verschluckte und Heiji klopfte Conan auf den Rücken. Als dieser sich wieder beruhigt, noch einen Schluck vom schwarzen Gebräu genommen und Hakuba einige Augenblicke angesehen hatte, fragte er: „Wäre Holmes Stolz auf unsere Tat?”
Die Frage brachte nicht nur Saguru Hakuba zum nachdenken, auch Heiji verfiel in ein betretenes Schweigen. Der hitzköpfige Detektiv war zwar kein Holmes-Fan, wie die beiden anderen am Tisch, aber einige Bücher hatte er schon gelesen, seit er Conan kannte.
Alle drei schwiegen sich an und eine klare Antwort gab keiner ab.
Die Stimmung sackte rapide ab und Saguru seufzte als erstes. „Wir haben KID in einem mehr oder weniger fairen Kampf geschnappt. Genau das wollten wir doch alle, oder?”, fragte der blonde nun und Heiji wog den Kopf, er war bisher nur auf KID-Jagd gegangen, damit Conan sich nicht immer auf Ran verlassen musste. Sein Hauptaugenmerk lag eher bei den Homizid-Fällen, weniger bei Diebstählen. „Mehr oder weniger fair”, wiederholte Conan die Worte des älteren und sah in seine leere Tasse. Heiji tauschte die leere Tasse mit seiner noch halb vollen aus und schenkte Conan ein Lächeln. Conan erwiderte dies und trank von der Tasse. „KID ist kein schlechter Mensch, aber ohne sein genaues Motiv zu kennen, kann ich einfach nicht beurteilen, wie unsere Aktion zu werten ist. Ich habe nicht das Gefühl, dass KID aus reiner Habgier stiehlt”, antwortete Conan auf seine selbstgestellte Frage und sah dabei Hakuba an. Mit Heiji hatte er dieses Gespräch schließlich schon am Vorabend geführt und es waren nur noch vier Tage bis zur Anhörung. Seine Mutter hatte sich bisher auch noch nicht wieder gemeldet und er wandte den Blick vom Halb-Briten ab, um seine Uhr zu prüfen. Sie hatten fast Mitternacht in L.A und er hoffte einfach, dass sie sich heute noch melden würde. Hakubas Räuspern holte den Jungen aus seinen Gedanken und er sah wieder auf. „Habe ich deine Fragen alle zufriedenstellend beantwortet?”, fragte der Blonde und Conan nickte. „Danke, Hakuba-kun”, antwortete der Junge. Der junge Brite ließ den Blick vom Kind zu dessen Sitznachbarn wandern und versuchte Heiji Hattori zu analysieren. Sie hatten in der Vergangenheit schon öfter miteinander zu tun, aber bisher hatte sich keine Möglichkeit ergeben, sich friedlich an einen Tisch, bei einem warmen Getränk, zu unterhalten. Das eine ungewöhnliche Atmosphäre zwischen dem Oberschüler und dem Mittelschüler herrschte, war ihm gleich zu Beginn ihrer Zusammenarbeit, vor drei Tagen, aufgefallen und irgendwie störte es ihn. Er konnte nicht genau sagen warum, aber es störte ihn, wie vertraut Conan und Heiji miteinander umgingen. Über sich selbst verwirrt schüttelte er innerlich den Kopf und zuckte, nur nach außen sichtbar, mit den Schultern.


Später am Abend klingelte endlich Conans Handy. Den ganzen Tag hatte er schon fast sehnsüchtig immer wieder drauf geschaut und gehofft, dass sich seine Mutter endlich melden würde. Jetzt saß er jedoch, mit zitternden Händen, bei Heiji zuhause auf dem Sofa und musste erst einmal tief durchatmen, bevor er den Anruf annahm.
Conan: „Mom, hast du etwas erreichen können?”, fiel er sofort mit der Tür ins Haus.
Yukiko: „Immer langsam, mein Kleiner. Ich habe eine befreundete Anwältin erreicht. Sie wird den Fall ‘KID’ übernehmen und trifft morgen bei euch ein.”
Conan: „Das ist eine große Hilfe!”, sagte Conan erleichtert und lehnte sich auf dem Sofa zurück. Aus dem Augenwinkel sah er Heiji in der Tür stehen und zuhören.
Yukiko: „Sie wird schauen, dass sie ein Besuchsrecht für dich erwirken kann. Aber mach dir erst einmal nicht zu große Hoffnung”, mahnte sie ihn.
Conan nickte, doch als er merkte, dass Yukiko das gar nicht sehen kann, antwortete er ihr verbal.
Conan: „Ist okay, aber wer ist denn diese Anwältin?”
Yukiko: „Du kennst sie, ich spreche von Eri Kisaki.”
Überrascht blieb Conan für einen Moment die Sprache weg. Das er selbst nicht daran gedacht hatte!
Conan: „Auf die Idee hätte ich auch selbst kommen können, aber danke Mom, ohne dich wäre ich manchmal wirklich aufgeschmissen.” Er hört Yukiko am anderen Ende lachen.
Yukiko: „Wir kommen morgen ebenfalls in Osaka an und haben uns bei dir in der Nähe in ein Hotel eingemietet. Wäre also schön, wenn wir uns morgen treffen könnten und bring bitte Hattori-kun mit.”
Conan sprach noch einen Moment mit seiner Mutter und sie machten Uhrzeit und Ort ihres Treffpunktes aus, dann legte er schließlich auf und sah zu Heiji, welcher jetzt langsam auf ihn zu kam.
„Wir treffen uns morgen mit meinen Eltern, Heiji”, berichtete er und lehnte sich an ihn, da sich dieser zu ihm auf das Sofa gesetzt hatte.
„Ich hoffe, wir tun das Richtige”, murmelte Heiji, zog seinen Geliebten auf seinen Schoß und küsste ihn, um den kleineren und sich selbst abzulenken. Conan ließ sich auf die intensiven Küsse ein und drängte sich dem Größeren etwas entgegen.
„Heiji”, hauchte er, zwischen zwei Küssen und legte seine Hände auf die Hüften des anderen. Der Detektiv des Ostens brummte zustimmend und zog ihn dicht zu sich heran. Sie knutschten noch eine Weile herum, bis Heiji ihn schließlich mit geröteten Wangen etwas von sich weg schob.
„Wir sollten… “, stammelte er und schien nach den richtigen Worten zu suchen. „Conan, ich brauche einen Moment Pause, sonst würde ich mich doch sehr schuldig fühlen”, flüsterte er dann und hauchte ihm noch einen kurzen Kuss auf die Stirn. Conan schluckte, nickte jedoch stumm und lehnte sich einfach nur mit dem Kopf an die Brust seines Freundes, der die Arme um ihn legte. Das kleine Herz in seiner Brust schmerzte, wieder einmal war er von Heiji zurückgewiesen worden. Erneut verfluchte er in seinen Gedanken seinen kindlichen Körper.

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Hier die Quizfrage:
In welchem Film rettet Kaito KID Conan das Leben? E L F O S M R L D C A M H R E I H V N M S F E I I E  (Es gibt mehrere Filme in denen das passiert, aber ich suche hier nur einen.)
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