Gegen jede Vernunft

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
02.03.2019
24.04.2019
30
57166
28
Alle Kapitel
109 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Nach der Anmoderation kommen erstmal harmlose Aufgaben, wie den Namen des anderen zu schreiben, Joko mit links - ich mit rechts -, gemeinsam ein Vorhängeschloss zu öffnen und ich muss Joko eine Flasche Cola an die Lippen halten, die er austrinkt und dann laut rülpst, was uns alle zum lachen bringt. Doch dann geht es los, als wir wieder zu dem Tisch stolpern, wo die Aufgaben stehen.
-Füttere den anderen mit einer Peperoni-
„Ach Leute, wir können beide kein Scharf ab.“, motzt Joko sofort los.
„Neben dem Tisch steht ein Eimer.“
Ich verdrehe die Augen, aber immerhin ist dadurch eine Erektion vollkommen ausgeschlossen.
„Ich mach das.“, bietet Joko an, obwohl wir beide wissen, dass er dann ein paar Tage nicht vom Klo kommt, aber ich nicke, denn beim letzten Spiel mit den scharfen Freunden, habe ich mich übergeben und nicht er. Dafür würde ich ihn dann mit Sprüchen verschonen, wenn er zum Klo läuft .. meistens jedenfalls.
Also halte ich ihm eine Peperoni an die Lippen, auf die mein Blick fällt, als er den Mund öffnet. Seine Zunge legt sich um die rote Haut der Peperoni, bevor er sie fast bis zum Stiel in den Mund nimmt und abbeißt. Ich sehe fasziniert zu, spüre wie sich bei mir was regt, meine Hand die an seine geklebt ist schwitzig wird und bin nahe dran die Contenance zu verlieren, als er beginnt mit seiner freien Hand vor seinem Mund rum zu wedeln und wimmernde Geräusche von sich zu geben. In seine Augen treten Tränen, was meine aufkommende Erregung sofort im Keim erstickt und ich Mitleid für Joko empfinde.

„Auhgghh.“, macht er und ich lache nun doch etwas, weil er so niedlich aussieht.
„Darf er was trinken?“, frage ich, als ihm die Tränen über die Wangen laufen.
„Nein.“
„Wie nett.“, murmle ich, ziehe Joko die Brille von der Nase, setze sie mir auf und wische dann mit der freien Hand über seine Wangen. Irgendwann beruhigt er sich, schnieft nur noch ab und zu, also setze ich ihm seine Brille wieder auf, bevor ich ihn anlächle, was er erwidert und dann zur Kamera sieht und den Daumen hochhält.
„Geschafft.“

„Haare richten.“, lese ich vor, während man Joko eine Flasche Pupsspray in die Hand drückt.
„Och Leute. Das ist echt ekelhaft.“, beschwert sich der Größere direkt und ich verziehe das Gesicht, denn das werde ich übernehmen müssen, da Joko mir die Peperoni abgenommen hat. Also nicke ich ihm zu, halte ihm die Nase zu und selber die Luft an, während er zu sprühen beginnt und dann ein bisschen durch meine Haare fährt, bevor wir hustend und meckernd, ein paar Schritte wegtippeln, als würden wir vor dem Gestank weglaufen können. Dummerweise stolpere ich über Joko’s Fuß, wir kommen ins straucheln und rudern mit den freien Armen, bevor wir auf die Matratze fallen und ich netterweise auf Joko. Immerhin weich, denke ich, bevor wir zu lachen beginnen und ich ihm instinktiv über die Wange streichle, was mich aber dazu bringt zu erstarren, denn immerhin sind wir nicht alleine.
„Könnt ihr uns mal hoch helfen?“, rufe ich gespielt genervt.
„Nö.“, hören wir von Jakob und die anderen lachen. Blöde Saubande.
„Bleib ich halt liegen.“
Ich schmiege mein Gesicht an Joko’s Halsbeuge, spüre seine Hand in meinem Nacken und finde dieses Aushalten gar nicht mehr so scheiße. So halte ich es tagelang oder wochenlang aus.
„Okay, bevor das zum Softporno wird, helfen wir euch doch.“

Die Form der Hilfe sieht dann so aus, dass uns eine Aufgabe gegeben wird, die wir im liegen machen müssen.
„Esst zu zweit ein übergroßes Gummibärchen. Liegt dabei auf der Matratze und benutzt nicht eure Hände.“, liest Joko vor.
„Na immerhin muss ich dabei nicht auf dir liegen, sondern kann auch neben dir liegen.“
Also rollen wir uns umständlich, bis wir auf der Seite liegen und dann hält man uns das riesige blaue Gummibärchen hin. Ich nehme ein Ende und Joko das andere und sobald Jakob zurücktritt, sehen wir uns in die Augen. Es beginnt zu Knistern, Wärme breitet sich in mir aus und ich sehe das ganze böse Enden, sobald da kaum noch Platz zwischen unseren Mündern ist.

Das müssen wir unbedingt verhindern, sonst müssen wir uns vor unserem Team erklären und wie soll das aussehen?
Hey wir haben beschlossen, uns zu küssen bis HalliGalli vorbei ist, obwohl Joko’s Freundin schwanger zu hause sitzt?
Es ist so schon grenzüberschreitend, dass wir nicht voneinander lassen können, das dann auch noch anderen zu erklären ist schier unmöglich.

Joko stupst mich an, reißt mich so aus dem kurzen Gedanken und gibt mir mit seinem Blick zu verstehen anzufangen. Langsam folge ich der stummen Aufforderung, spüre aber gleichzeitig, wie meine Hand in seiner wieder schwitzig wird, woraufhin er sie drückt und kräftig an dem Gummibärchen zieht, der daraufhin reißt. Ich behalte ihn zwischen den Lippen, während er kaut und versucht den Gummiklumpen runterzuschlucken. Dabei zappelt er so rum, drückt seinen Unterkörper so fest an meinen, dass mir wärme in den Unterleib schießt. Verdammt!

Panik steigt in mir auf, weshalb ich kurz davor bin abzubrechen, doch dann sind Joko’s Lippen mir nahe, weil er versucht, sich das andere Ende des Gummibärchens wieder zu schnappen, was mich erstarren lässt. Aus großen Augen sehe ich ihn an, unfähig mich zu rühren, spüre wie sein Körper sich an meinem reibt und dann versage ich. Ich gebe auf, schließe meine Augen, beiße vor Scham fest in das Gummibärchen und fühle meine Erregung wachsen. Oh Gott, wie peinlich ist das bitte? Ich spüre ebenfalls Hitze in meine Wangen steigen und möchte bitte einfach in der Matratze verschwinden, oder besser noch direkt im Boden.

Als es an meinem Mund zieht, öffne ich die Augen und sehe direkt in braune Augen. Er hat sich das Gummibärchen geschnappt und gibt mir zu verstehen zu ziehen, was ich tue, schnell kaue und schlucke.
„Ich gebe auf.“
„Klaas.“, raunt Joko, nachdem er das Gummibärchen ausgespuckt hat, ich beginne jedoch an dem Klebeband zu fummeln, da man sich selber befreien muss und so hab ich auch noch genug zeit, die Hitze in meinem Unterleib unter Kontrolle zu kriegen.
„Hey.“
Finger heben meinen Kopf am Kinn nach oben und ich sehe beschämt in seine Augen.
„Könnt ihr uns kurz alleine lassen?“, fragt Joko, ohne den Blickkontakt zu lösen.
„Nein!“, rufe ich sofort aus. Auf keinen Fall sollte ich jetzt mit Joko alleine sein. „Ich habe gesagt ich gebe auf, dabei bleibt es.“
Joko beißt sich auf die Lippe, scheint aber zu merken, dass ich nicht diskutieren werde, also nickt er und lässt mich alleine an dem Klebeband rumfummeln.

Sobald ich frei bin löse ich meine schwitzige Hand aus seiner, springe auf und flüchte nach draußen. Ich brauche dringend eine Zigarette, oder am besten direkt zehn und die Zeit sollte ich auch haben, während Joko vor der Kamera seinen Sieg feiert. Ich drücke die Hand, mit der er meine gehalten hat an meine Brust und atme tief durch, bevor ich nach den Zigaretten greife, eine anzünde und tief einatme. Doch es hilft nichts. Ich bin überdreht, angespannt und hilflos in einem. Ich weiß nicht was ich tun soll, wie ich es richtig machen soll und habe das Gefühl, je mehr ich es einfach laufenlasse - seine Nähe zulasse - desto schlimmer mache ich das ganze.

„Hase?“
„Joko, nicht jetzt bitte.“
„Das ist nicht schlimm.“
„Ach nein? Was daran war nicht schlimm? Das ich gerade eine Latte bekommen habe? Die schwitzige Hand? Das ich mich nicht beherrschen kann, wenn du so nahe vor mir bist und ich dich verdammt noch mal küssen will?! Wie sollen wir das jemals jemandem erklären? Was soll unser Team denken? Deine Freundin? Meine? Unsere Kinder? Gott Joko, wir haben eine Verantwortung für all das. Für unsere Firma und unsere Familien und benehmen uns wie verknallte Teenager.“
In Rage geredet werfe ich die Zigarette auf den Boden und beginne hin und her zu laufen.
„Was schlägst du vor?“, fragt Joko leise, nachdem er mich eine Weile hat laufen lassen.
„Ich weiß es nicht. Am liebsten würde ich alles hinwerfen und mit dir abhauen.“
Nun werden seine Augen groß.
„Himmel Joko ich ..“, kopfschüttelnd wende ich mich ab. Es verändert nichts, wenn ich ihm sage, was ich für ihn empfinde. Wie verliebt ich in ihn bin, wie sehr ich ihn brauche und will. Kein Wort wird etwas daran ändern, dass wir nie zusammen sein werden.
„Lass uns wegfahren. Nur wir beide. Wir weihen unsere Freundinnen ein, sind gnadenlos ehrlich und sagen ihnen, was zwischen uns passiert. Wir sagen ihnen, dass wir nach HalliGalli eine Woche zusammen wegfahren und danach den Kontakt weitestgehend reduzieren und nur noch zusammen arbeiten werden. Lass uns eine Woche lang so tun, als hätten wir unser happy end bekommen.“
Abwartend sieht er mich an und wartet auf eine Antwort.
Review schreiben