Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Amalias Welt- Der Überraschungsgast. Teil 5

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P6 / Gen
02.03.2019
02.03.2019
1
2.322
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
02.03.2019 2.322
 
Hallo liebe Leser,  herzlich willkommen zum 5. Teil meiner Amalia Reihe! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.  Ich würde mich sehr über Reviews freuen, keine Angst, ich beiße nicht ;)


Im hell schimmernden Mondlicht schlich eine ruhelose Gestalt durch die Ebene der Sonora-Wüste. Die Wüste schien zu schlafen, nur eine kühle Brise umfing die junge Wölfin Luna.
Seit Tagen befand sie sich schon auf Wanderschaft, unermüdlich und getrieben von großem Ehrgeiz.
Aber warum?
Luna suchte nach ihrem Vater.
Natürlich wusste sie nicht, ob er noch lebte, dennoch verspürte sie eine innere Kraft und Neugier.
Überstürzt verließ sie ihr Rudel und zog alleine los, doch niemals hätte sie damit gerechnet, das dieses Vorhaben so abenteuerlich sein würde.



Luna wuchs behütet, in einem großen Rudel im nahegelegenen Nationalpark auf. Ohne ihre anderen Gefährten wäre sie allein und schutzlos.
Luna dachte aber nicht daran, deshalb aufzugeben.
Sie war mutig und völlig überzeugt davon, richtig zu handeln.
Ihr Vater fehlte ihr sehr, schon vor langer Zeit verließ er das Rudel.
Luna konnte dies nicht verstehen und wollte nun von ihm wissen, warum er seine Familie einfach verlassen hatte.
Eines Morgens war er einfach verschwunden und kam nicht wieder. Luna und ihre Mutter waren darüber sehr unglücklich. Sie fragte ihre Mutter, wann ihr Vater wieder käme, doch auch sie wusste es nicht.
Sie wartete jeden Tag voller Hoffnung auf seine Rückkehr, doch leider vergebens.
So vergingen ein paar Monate und Luna wuchs zu einer jungen, hübschen Wölfin heran.
Nun war es endlich soweit, sie würde ihn suchen und das Geheimnis lüften, warum er damals so überstürzt und ohne Verabschiedung verschwand.



Müde und in  Gedanken versunken trottete sie weiter durch die kalte, schwarze Nacht. Im nächsten Augenblick hörte sie etwas hinter sich, sie blickte sich erschrocken um, doch nichts war zu sehen. Sie lief weiter und beschleunigte ihre Schritte, dabei schaute sie sich immer wieder um.
Nicht weit entfernt konnte sie die dunklen Umrisse eines riesigen Felsens sehen. Jetzt legte sie einen kurzen Sprint ein und fegte mit einem Satz hinter den kantigen Felsvorsprung. Sie kauerte sich zwischen zwei kleinere Spalten und wartete aufgeregt ab.
Ihr Herz pochte wild und sie wünschte sich den Schutz der anderen Wölfe.
Luna horchte kurz auf und vernahm ein leises Kratzen, dabei schloss sie fest ihre Augen. Ein kurzer Blick würde genügen, dachte sie, um heraus zu finden, wer ihr da folgte. Doch sollte sie es riskieren, ihr Versteck zu verlassen?
Sie war eigentlich immer mutig gewesen, doch jetzt hatte sie ein mulmiges Gefühl. Das regelmäßige Kratzen kam langsam näher, dies verunsicherte sie noch mehr.
Luna überlegte fieberhaft.
Spontan entschloss sie sich anzugreifen, der Überraschungseffekt würde ihr bestimmt dabei helfen. Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen, verdrängte ihre Angst und sprang mit einem Satz hervor.
Mit funkelnden Augen und weit aufgerissenem Maul stand sie jetzt auf dem Weg und schrie „Warum verfolgst du mich?“
„Ohlala junge Dame! Du hast mir aber einen ordentlichen Schrecken eingejagt! Bist du immer so voreilig, oder hattest du Angst?“
„Pah Angst, das glaubst du doch wohl selber nicht! Vor einer kleinen Schildkröte?
Ich bin die mutigste Wölfin der Wüste!“ prahlte Luna.
Dabei sah sie Amalia fest in die Augen.
„Außerdem, was machst du denn mitten in der Nacht hier ?“ fragte sie keck.
„Na neugierig bist du überhaupt nicht ? Dasselbe könnte ich dich auch fragen, aber ich muss jetzt weiter“ antwortete Amalia ungeduldig.
„Na gut, darf ich dich ein Stück begleiten?“ fragte Luna vorsichtig.
Jetzt schaute Amalia Luna verdutzt an.
„Warum willst du mich denn begleiten, wo ist dein Rudel?“ erkundigte sich Amalia neugierig.
„Kann ich jetzt mitgehen, oder nicht?“ drängte Luna fordernd.
„Okay, aber nur wenn du mir deinen Namen verrätst Kleine.“ erwiderte Amalia.
„Mein Name ist Luna, Luna die mutige Wölfin!“ verkündete diese selbstbewusst.
„Das ist aber ein schöner Name, Luna“ sagte Amalia schmunzelnd.
„Wenn wir jetzt ein Stück zusammen gehen, wäre es vielleicht auch hilfreich, deinen Namen zu wissen?“ fragte Luna forschend.
Amalia schaute sie an, grinste und hatte das Gefühl, das diese Begegnung noch sehr spannend werden könnte.
„Ich bin Amalia und das ich eine Schildkröte bin, hast du ja sofort bemerkt“.
„Aber warum bist du in der Nacht alleine unterwegs?“ fragte Luna.
„Ach weißt du, ich langweile mich oft nachts. Dann wandere ich manchmal umher um mich abzulenken und werde so schneller müde“ gab Amalia zurück.
„Hast du denn kein Rudel? Oder eine Familie, die bei dir ist?“ fragte Luna  wissbegierig.
„Schildkröten leben nicht im Rudel und haben daher auch keine Familie. Sie sind auf sich allein gestellt, das war schon immer so. Eine richtige Familie zu haben, das wäre wunderbar“ schwärmte sie.
„Bist du denn nicht traurig, so allein auf dich gestellt?“ forschte Luna nach.
„Ich habe etwas viel Besseres“ lachte Amalia fröhlich.
„Was denn?“
„Ich habe Freunde, Freunde auf die ich mich verlassen kann!“ entgegnete Amalia stolz.
„Gute Freunde zu haben, das macht das Leben besonders, weißt du Luna?“ sagte Amalia und strahlte über ihr kleines, faltiges Gesicht.
„Seit ich sie gefunden habe, bin ich viel glücklicher und habe sehr viel mehr Mut bekommen. Früher war ich ein richtiger Angsthase, aber mit ihnen zusammen fühle ich mich frei und beschützt. Dabei geht es nicht darum wer der Stärkste oder Klügste ist, sondern darum Spaß zu haben, sich gegenseitig zu helfen und zu beschützen, weißt du“.
„ Oh, das hört sich super an“, erwiderte Luna etwas bedrückt.
Amalia hörte die Traurigkeit in ihrer Stimme und blickte in ihre tränengefüllten Augen.
„Kleine, was hast du denn auf einmal?“ fragte Amalia und streichelte Lunas Pfote.
„Ich habe mein Rudel verlassen und suche nach meinen Papa!“ brach es nun aus ihr heraus, dabei fing sie laut an zu weinen.
„Bleibst du bei mir Amalia, wie eine richtige Freundin?
Ich habe doch sonst niemanden hier!“ schluchzte sie verzweifelt.
„Aber aber, nicht weinen, wir werden ihn schon finden, deinen Papa“ erwiderte Amalia behutsam.
Luna beruhigte sich ein wenig und legte ihren pelzigen Kopf auf Amalias Panzer.
Nach einer Weile flüsterte Amalia „ Fühlst du dich jetzt besser Luna?“ „Ja, es geht schon wieder, ich bin so froh dich getroffen zu haben“ antwortete sie erleichtert.


Luna rappelte sich auf und schüttelte ihr zotteliges Fell, das ordentlich staubte. Amalia fing fürchterlich an zu Husten und schnappte nach Luft. Plötzlich lachte Luna lauthals auf und rief „ Oh, das wollte ich nicht Amalia, das du wegen mir einen Hustenanfall bekommst, tut mir leid“ entschuldigte sie sich.
„Ist nicht so wild, meine Liebe, ist bestimmt gleich vorbei, aber wenigstens bist du wieder fröhlich“ hustete sie.
Unbekümmert und in bester Laune wanderten die beiden durch die dunkle Nacht. Dabei bemerkten sie nicht, das sie schon eine gewisse Zeit genau beobachtet wurden.
Plötzlich tauchten drei dunkle Gestalten direkt vor ihnen auf und versperrten ihnen den Weg, Luna entdeckte sie zuerst und blieb wie angewurzelt stehen.
Amalia tippelte noch zwei Fußlängen weiter, als auch sie erschrocken zum Stehen kam. Sie drehte sich zu Luna, um nach ihr zu sehen und blickte geradewegs in ihre starre Miene. Sie hatte den Kopf etwas angehoben und ihre gelben, weit aufgerissenen Augen schienen nichts Gutes zu verheißen. Sie hielt das Maul fest verschlossen, nur ihre Augen fixierten die drei sehr genau.
Die drei Kojoten lauerten und dabei huschte gelegentlich ein freches Grinsen über ihre Gesichter, doch im Moment wagte noch keiner von ihnen einen Angriff.
Amalias Blicke wanderten zwischen den Kojoten hin und her, dabei befürchtete sie das Schlimmste. Würden sie uns jetzt angreifen wären wir verloren, dachte sie.



Amalia hätte sich in ihrem Panzer verstecken können, aber das wäre eindeutig ein falsches Zeichen an Luna gewesen, denn sie wusste, dass Luna auf sie zählen würde und das konnte sie auch. Um nichts in der Welt würde sie jetzt die Kleine im Stich lassen, sie überlegte fieberhaft was sie tun könnte, aber ihr wollte einfach nichts einfallen.
Die Kojoten hatten einen kleineren und schmächtigeren Körperbau als Luna, aber dafür waren sie in der Überzahl. Sie hatten also schlechte Chancen aus dieser Geschichte heil heraus zu kommen. Amalia dachte an ihre Freunde und hoffte auf ein Wunder.
Luna war eine schlanke, athletische Wölfin und ihr buschiges Fell glänzte schwarz-silbrig im Mondschein. Sie hatte ihre spitzen Ohren kerzengerade aufgestellt und schien zu überlegen, dabei schaute sie unentwegt in die Richtung der Angreifer.
Im nächsten Augenblick ging alles blitzschnell.



Luna stapfte mehrmals mit den Pfoten hart auf den staubigen Erdboden, streckte dann den Kopf in die Höhe, und heulte laut in den schwarzen Himmel. Dieses Ritual wiederholte sie noch mehrere Male, die Kojoten schienen völlig verwirrt. Sie liefen  wild durcheinander, dabei jaulten sie sich gegenseitig an.
Luna hatte Erfolg, sie wollte offenbar Chaos unter ihnen verbreiten, Verwirrung stiften, und einen Hilferuf durch die Nacht schicken. Dies war ihr Ziel, aber hatte sie das auch erreicht?
Überrascht von Lunas Reaktion wurden sie immer nervöser und fletschten plötzlich die Zähne.
Jetzt erhob einer von ihnen seine fiese Stimme „ Das nützt euch nichts, ihr seid ganz allein!“
Dieser Kojote hatte einen großen Knick im Ohr und Amalia erkannte ihn sofort.
„Wenn das nicht unser Freund Pepe ist? Mein lieber Geselle, du wolltest uns doch bestimmt nur einen Schrecken einjagen, oder?“ fragte Amalia freundlich.
Plötzlich schaute einer der anderen Kojoten zu Pepe hinüber und fragte überrascht
„ Kennst du die etwa?“
„ Ja die alte, faltige Kröte schon, aber den jungen Leckerbissen nicht!“ antwortete er unverschämt.
„ Also verzieh dich in deinen Panzer, und überlasse uns die süße Zuckerschnute!“
setzte er noch nach und grinste überlegen.
Jetzt meldete sich Luna und sagte „ Warum bist du so respektlos zu ihr, du willst sie doch gar nicht, sondern mich!“
„Ah, die kleine Schönheit kann auch sprechen und mit welch einer liebreizenden Stimme“ spottete der dritte im Bunde.
„Lasst Amalia in Ruhe, sie ist meine Freundin und ich beschütze sie“ raunte Luna gereizt zurück.
„Ganz schön vorlaut unsere junge Dame hier, du wirst schon sehen, was du davon hast“ drohte einer von ihnen gemein.
Amalia versuchte ihre Angst nicht zu zeigen, doch in diesem Moment fiel es ihr sehr schwer sie zu unterdrücken. Sie schnappte nach Luft und biss sich vor lauter Aufregung auf die Zunge.
Dann überwand sie sich und sprach „ Lasst uns doch alle friedlich sein, und jeder geht seiner Wege“ versuchte sie zu schlichten.
Im selben Moment konnte man lautes Gelächter hören, die drei prusteten vor Lachen und leckten sich dabei genüsslich über die tropfenden Mäuler.
Der eine rief angriffslustig „ Wenn ihr glaubt, wir würden euch wieder ziehen lassen, dann seid ihr verrückter, als ich dachte!“
Luna stellte sich jetzt in Kampfposition.
„ Und wenn ihr denkt, wir geben uns so schnell geschlagen, dann habt ihr euch getäuscht, ich werde kämpfen, aufgeben gilt nicht“ entgegnete sie mit eisernem Willen.
Amalia traute ihren Ohren nicht. Wie konnte jemand der noch so jung war, solch einen Mut besitzen?
Sie schaute in Lunas Gesicht und sah den fest entschlossenen, wilden Blick.
Ihre Augen funkelten hell und bedrohlich, dabei zeigte sie zum ersten Mal ihre spitzen Eckzähne.
Pepe hörte als erster auf zu kichern und stellte sich direkt vor Luna, er knurrte sie leise an und seine gelben Augen funkelten böse.
Amalia kroch die Angst in alle Glieder und sie wusste, jetzt war es soweit.
Die anderen beiden Kojoten liefen umher, dabei versuchten sie Luna zu umzingeln, doch Luna konnte sich mit geschickten Schritten immer wieder befreien. Damit hatten sie nicht gerechnet und fingen an sie zu schubsen. Luna stieß mit aller Wucht zurück und traf einen der Angreifer direkt in den Magen, der heulte laut auf und rannte schnell davon. Im nächsten Moment aber, hatte Pepe Luna an ihrer Hinterflanke erwischt und auch sie heulte laut auf.


Das Gerangel nahm eine unvorhergesehene Wende, als ein großes graubraunes Tier dazwischen sprang. Niemand hatte es vorher gehört, oder gesehen, alle waren mit dem Kampf beschäftigt.
Die haarige Gestalt, die sich offensichtlich zu Lunas Gunsten einbrachte, war sehr stark und wendig. Denn nach einigen Minuten gab sich einer der zwei Kojoten geschlagen und floh ebenfalls, nur Pepe kämpfte verbissen weiter. Pepe flog durch einen Stoß ins Abseits und merkte schnell, dass es keinen Sinn mehr hatte. Er wetterte zornig auf das große Tier ein und schrie vor Wut „ Warum mischst du dich immer ein, du Angeber?“
Luna hielt nun inne und stutze, kannte dieser freche Kojote dieses riesige Tier? Dabei ragten ihre Nackenhaare vor Aufregung zum Himmel.
„ Weil sie meine Tochter ist, du gemeiner Fiesling und jetzt verschwinde, sonst ziehe ich dir dein Fell über die Ohren!“
Alle schauten nun auf den großen, pelzigen Wolf. Amalia und Luna waren sprachlos und Pepe rief „ Dann werdet doch alle gemeinsam glücklich, ich krieg euch schon noch!“ drohte er und verschwand so schnell er konnte.
Mit zittrigen Beinen stand sie da und konnte es kaum glauben, ihr mutiger Vater stand vor ihr.
Amalia staunte nicht schlecht, als sie ihren treuen Freund Hugo erkannte.
Doch die Erleichterung und die Freude, die die beiden Wölfe zeigten war unaussprechlich. Nie hatte sie Hugo so glücklich gesehen, wie in diesem Moment. Luna starrte mit riesigen Augen ihren Vater an und flüsterte „ Papa du hast uns das Leben gerettet, wie hast du uns gefunden?“
„Ich habe mal wieder nach Amalia gesucht, und deinen wundervollen Ruf gehört, meine kleine Luna.“
„Darf ich das überhaupt noch zu dir sagen, aus dir ist eine hübsche, junge Wölfin geworden, die überaus klug und mutig ist“ schwärmte er.
„ Ja darfst du Papa, ich habe dich so sehr vermisst, das ich dich unbedingt suchen musste“ antwortete sie eifrig.
Hugo freute sich, dennoch fragte er jetzt streng „ Du hast dich aber sehr in Gefahr gebracht ohne dein Rudel loszuziehen, weiß deine Mutter davon?“
„Nein“ antwortete sie und senkte verlegen den Kopf. „Aber es sollte doch eine Überraschung werden!“ murmelte sie verlegen.
Hugo und Amalia schauten einander an und fingen an zu lächeln, dabei rief Hugo fröhlich „Na die ist dir gelungen!“
Luna stürmte auf ihren Vater zu und rieb ihren wuscheligen Kopf an seinem und sagte liebevoll „Ich bin so froh dich wieder zu haben, um nichts in der Welt werde ich dich wieder verlassen!“
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast