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You are the tunnel, you are the light

GeschichteDrama, Sci-Fi / P12 / Gen
01.03.2019
01.03.2019
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01.03.2019 511
 
Die Nacht war wolkenverhangen, nur gelegentlich durchbrach schwaches diffuses Mondlicht die Dunkelheit. Leichter Nebel zog auf. Leises Rascheln kam aus den Büschen am Waldrand nahe des Sicherheitszaunes. Geflüster war zu vernehmen.
„Hier ist es, der Zaun ist nicht gesichert.“ Tasfarels Stimme klang ruhig und sorglos.
„Wo ist der Haken?“ Fragte Cerb erwartungsgemäß.
„Wieso sollte es einen Haken geben?“ Ungewissheit schwamm in der dritten Stimme mit. Sie stammte von einem Decker, der neben Tas und Cerb im Gebüsch hockte.
Cerb drehte sich langsam zu ihm um, musterte ihn und legte seinen Kopf schräg.
„Hast du schon mal gehört, dass ein Konzern sein Gelände nur durch einen einfachen Zaun gesichert hätte? Wie viele Aufträge hast du schon ausgeführt, Razor?“
Der mit Razor angesprochene wirkte verlegen und senkte seinen Blick.
„Auf Zweien. Ich helfe normalerweise nicht vor Ort aus, sondern schalte alles von einem Terminal außerhalb aus.“
„Und darin ist er wirklich gut, wenn nicht sogar der Beste.“ Tasfarels Versuch, die Situation zu retten wirkte etwas hilflos, jedenfalls warf er Cerb einen „Wir-brauchen-ihn-nun-mal“-Blick zu. „Jedenfalls, der Haken sind die Sensoren dahinter. Im Boden sind Lichtschranken eingelassen. Und genau deswegen ist diese Nacht ideal, um einzusteigen, der Wetterbericht hat Bodennebel angesagt. Und ausnahmsweise scheint er Recht zu haben.“
„Ah, dann sind die Strahlen sichtbar!“ Razor war offensichtlich stolz, dies ganz alleine erkannt zu haben.
Cerb sah ihn immer noch an, lehnte sich jetzt weiter zu ihm rüber, stütze sich katzenartig mit einer Hand am Boden ab, sein Gesicht immer näher an das von Razor bringend. Dieser blickte auf einmal nervös, Tas beobachtete die Situation leicht amüsiert. Blitzschnell schnellte auf einmal die freie Hand von Cerb vor, Razor schrak zurück, kippte hinten über, landete auf seinem Hosenboden, die Augen weit aufgerissen. Cerb legte nun langsam seine Hand auf den Kopf von Razor, dem die  Schweißperlen die Stirn runterperlten, legte ein verschmitztes Lächeln auf und wuschelte durch Razors Haar.
„Richtig erkannt, aus dir machen wir noch ein kleines Frontschwein.“
Razor wirkte verwirrt und Tas lächelte in sich hinein.

Als Cerb wieder zu Bewusstsein kam, dröhnte sein Kopf, als wenn gerade eine Elefantenherde darin toben würde. Er versuchte sich zu bewegen, musste aber schnell die Sinnlosigkeit seines Handelns feststellen: er war gefesselt und wie er das beurteilen konnte sogar recht professionell. Sein Blick schweifte umher und fiel schnell auf Tas, welcher neben ihm lag.
„Tas. Wach auf.“
Tasfarel bewegte sich und öffnete langsam seine Augen.
„Was ist passiert?“
Cerb versuchte sich zu erinnern. Aber das Denken fiel ihm schwer. Doch langsam lichtete sich der Nebel um seine Erinnerungen.
„Ich glaube, der Decker hat uns verarscht.“
Tas blickte ihn verwirrt an.
„Wie kommst du darauf?“
„Weil er nicht hier ist.“
Tas drehte sich im Liegen um.
„Verdammt, wenn ich diese kleine Ratte in die Finger bekomme.“
„Da überwinden wir all die Sicherheitsvorkehrungen, passen auf, dass uns keine Sicherheitskamera erblickt und dann? Lotst uns Razor in das nächste Wachlokal.“
„Ja, stimmt. Sehr merkwürdig auch, dass die alle nur Betäubungswaffen hatten. Die haben auf uns gewartet.“
„Ich befürchte, das nimmt diesmal kein gutes Ende.“
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