Not everything is simple

GeschichteMystery, Übernatürlich / P16
01.03.2019
22.03.2019
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Prolog:
Am Anfang war alles Simpel


Shirota Mahiru war schon immer so. Schon seit ich ihn kannte, mochte er immer alles simpel und möglichst einfach. Er hasste es, wenn Dinge kompliziert waren oder wurden. Das war wohl auch einer der Gründe, warum so viele ihn mochten. Er nahm sich immer all den Dingen an, die anderen Menschen zu lästig waren. Egal ob es um Schulfest-Organisationen ging oder Besorgungen für seine Freunde. Er übernahm immer alles, weil es ihm einfach zu anstrengend war, wenn andere sich nicht einig werden konnten.
Auch ich mochte ihn gerne, wegen seiner freundlichen und unkomplizierten Art. Auch wenn ich nicht sicher war, was er von mir dachte. Bisher war ich immer nur eine, seiner Mitschülerinnen gewesen und seine Nachbarin. Eben eine von so vielen. Ich beobachtete ihn oft, wie er mit seinen Freunden, Watanuki Sakuya,  Koyuki und Ryusei Zeit verbrachte. Es war alltäglich für mich, einfach nur ihn still zu beobachten. Ich legte es auch nicht drauf an, das er mich bemerkte.
Aber als ich ihn an jenem Tag beobachtete...
An jenem Tag, als er die kleine, schwarze Katze von der Straße auflas, weil es sonst wohl keiner getan hätte.
Von da an hatte ich schon so ein Gefühl, das von nun an die Dinge nicht mehr so simpel werden würden.
Und ich sollte recht behalten.


Kapitel 1:
Von Vampiren und verrückten Straßenmagiern


Das  Schulfest stand kurz bevor und alle Schüler der Klasse waren sehr aufgeregt.
Hisuigawa Miho hatte wie immer das  Treiben beobachtet. Beobachtet, wie ihr  Klassenkamerad Shirota Mahiru mal wieder  sämtliche  Arbeit auf sich nahm, die keiner sonst  so recht hatte übernehmen wollen. Ob es das  Backen von Plätzchen war oder das Schneidern der Kostüme für das  Kaffeehaus. Mahiru  halste  sich einiges auf.
Auf der einen Seite fand Miho es bewundernswert, dass  Mahiru so viel auf sich nahm, auf der anderen Seite wusste sie nicht recht, ob er sich nicht manchmal etwas zu viel  zumutete.  Aber  so war er eben.
Miho streckte  sich kurz, als sie mit  einigen  Freundinnen  nach Schulschluss  das  Gebäude verließ.
„Miho, ich hab gleich Handballtraining. Kommst du mit  und siehst  zu?“, fragte  eine  Freundin sie  und Miho  sah zu ihr. „Uhm. Heute nicht, Emi-chan. Ich muss noch später zum Bahnhof und einkaufen.“
„Ach, schade.“
„Tut  mir Leid. Ein andermal, ja?“
Miho  winkte  ihrer  Freundin und lief weiter.
Vor ihr  liefen Mahiru und seine Freunde.  
Miho lief etwas näher, um ein wenig lauschen zu können, worüber die  Jungs sich unterhielten.
„Mahiru?  Ist  das  echt okay, dass  du so viel übernimmst? Du hast schon beim Sportfest letzten Monat...“, fing der  großgewachsene  Koyuki an.
„Ach, ich find's  einfach furchtbar anstrengend, wenn keiner sich einigen kann, wer was übernimmt.“, hörte sie Mahiru antworten.
„Das  ist so typisch unser Mahiru!“, grinste  der grünhaarige  Sakuya und legte einen Arm kumpelhaft um Mahirus Schulter. „Aber sag mal, ist es nicht furchtbar, alles allein zu machen? Soll ich, als dein Freund seit Kindesbeinen dir nicht zur Seite stehen?  Ich schaffs zwar nicht mal, einen Faden durch ein Nadelöhr zu fädeln, aber..“
„Das würde ja alles nur noch komplizierter machen! Ich mach das allein.“, war Mahirus prompte  Antwort.  
„Mahiru, sollen wir dann nicht Faden und Stoff für die  Kostüme am Bahnhof kaufen?“, fragte  Koyuki.
„Klar, so können wir das machen.“
Sakuya war plötzlich stehen geblieben und bedachte  seine Freunde mit einem  vielsagenden Blick.
„Aber ihr solltet vorsichtig sein... Es geht das Gerücht um, dass in letzter Zeit in dieser Gegend Vampire ihr Unwesen treiben!“
Miho rollte ihre Augen. Typisch war das.  Sakuya war nicht umsonst als Lügenbaron verschrien. Er erzählte immer solche  abstrusen Märchen.
„Was zur Hölle redest  du da?“, kam es von Mahiru, der Sakuya mit einem  zweifelnden Blick ansah, während  Ryusei eher  genervt wirkte,  aber  Koyuki dem ganzen eher schon zu glauben schien.  
„Das  stimmt aber!  Es sieht zwar aus, als würde jemand nur willkürlich die  Passanten überfallen, aber  die Opfer  weisen alle Bissspuren am Hals  und an den Armen auf, so heißt es. Und ihnen soll  das gesamte Blut aus den Körpern entzogen worden sein. Es soll schon dutzende Opfer geben.“, führte Sakuya seine Erzählung melodramatisch fort.
„Wie furchtbar!“,  warf Koyuki  ein. Es war  wirklich immer der Erste, der auf Sakuyas Geschichten reinfiel.
„Also...  in wie weit war meine Geschichte gelogen?“, fragte Sakuya schließlich typisch und bekam von Mahiru einen Nackenklatscher verpasst.  
„Dachte ich es mir doch! Es war mal wieder völliger Blödsinn! Bei Sakuyas  Geschichten handelt es sich doch fast immer  um Schwindel.“
„Wollen  wir nicht  zum Karaoke am Bahnhof gehen?  Ich hab Rabatt-Coupons.“, warf Koyuki ein.
Miho konnte  Sakuya eine Schnute ziehen sehen.  „Ihr ignoriert mich totaaal.“
„Ich muss kurz noch Heim, um die Wäsche  abzuhängen. Geht ihr ruhig schon vor. Ich komme dann nach.“, sagte  Mahiru und verabschiedete  sich von seinen Freunden.
„Ihr solltet mir lieber zuhören!  Wenn wir angegriffen werden, ist das nicht meine Schuld!“,  rief Sakuya noch nach.
Miho  nahm den selben Weg wie Mahiru.  Immerhin waren sie schon ewig Nachbarn und wohnten im selben Hochhaus.
Allerdings blieb  sie  während des ganzen Weges  hinter  ihm.    
Von dem  Vampir-Gerücht hatte Miho auch schon gehört. Aber sie tat es Schwachsinn ab. So etwas wie Vampire gab es immerhin nicht.
Oder etwa doch?
Zuhause  angekommen schloss  Miho  die  Wohnungstür  auf,  zog sich  ihre  Straßenschuhe  aus und  schloss die  Wohnungstüre hinter  sich. Sie legte  ihre  Schultasche  ab und ging in die kleine Küche, um sich ein paar Instantnudeln  warm zu machen, als sie plötzlich innehielt.  
Sie konnte  Mahirus laute  Stimme hören.
Da die Küche  direkt dort lag, wo in Mahirus  Wohnung nebenan sich das  Wohnzimmer befand, konnte sie sogar Mahirus Poltern verstehen.  
„WER ZUM TEUFEL BIST DU?! WAS MACHST DU IN ANDERER LEUTES HAUS?“
Miho zuckte  zusammen. War etwa ein Einbrecher in Mahirus Wohnung?
Sein Onkel Shirota Tooru konnte es,  Mahirus Reaktion nach, zumindest nicht sein.
Sie ließ sofort den Nudelbecher  stehen  und  schlich  zur Wohnungstür und öffnete diese.
Sie  lauschte und konnte  weiteres Poltern vernehmen.  
Vorsichtig  schlich sie  raus auf den Flur  und  zu der  Wohnungstür ihres Nachbarn und presste ein Ohr gegen diese.
Sie konnte  einige  Wortfetzen auffangen wie: „Ich werf dich aus dem Fenster!“ und „Ich sterbe, Ich sterbe, obwohl ich  unsterblich bin, aber ich sterbe!“
Mihos Augen wurden zu Punkten.  Was in aller Welt war da bei Mahiru los?
Sonst war ihr Nachbar immer sehr ruhig. Ihn so aufgebracht zu erleben, beunruhigte sie.
Und vor allem: Wer  war da bei Mahiru in der Wohnung?
„KLAPPE DU MONSTER!“ und „GREIF GEFÄLLIGST AN, WENN DU  EIN VAMPIR BIST!“,  hörte sie  Mahiru erneut brüllen.
Die andere Stimme klang tiefer, dumpfer und redete  so langsam und leise, das Miho kaum etwas verstand.  
Plötzlich  hörte  sie ein weiteres Geräusch, was sie kaum zuordnen konnte.  
Das  war direkt, nachdem sie  gehört hatte, wie Mahiru den Namen seiner Katze gesagt hatte.
Er  hatte  morgens in der  Schule von „Kuro“  erzählt.  Einem schwarzen Katerchen, dass er Abends zuvor auf der Straße  aufgelesen hatte.  Miho hatte dies beobachtet.  
Sie  versuchte, weiter zu lauschen.  Bekam einige  Wortfetzen mit. Etwas von einem provisorischen Vertrag und das Wort „Servamp“. Einen Reim konnte sie sich darauf nicht machen.
Ob sie die Polizei rufen sollte? Vielleicht war da ja ein Irrer  in Mahirus Wohnung?
Aber Mahiru schien wieder ruhiger geworden zu sein. Miho  atmete ein. Ob sich die Situation geklärt hatte?
Sie schüttelte ihren Kopf, wobei einige violette Haarsträhnen ihrer etwas über Schulterlangen Haare ihr ins Gesicht flogen, und begab sich auf den Rückweg in ihre Wohnung.  
In ihrer Wohnung angekommen, ging sie zurück in die Küche, um ihre Nudeln weiter zu verzehren. Doch nach diesem ominösen Vorfall war ihr Magen seltsam angespannt.
Vielleicht war das ja nur ein verwirrter Obdachloser gewesen, der sich in Mahirus Wohnung geschlichen hatte? Aber Mahirus Reaktion war so seltsam gewesen. Und er würde einen Obdachlosen ja auch nicht als „Monster“ bezeichnen. Selbst, wenn dieser davon überzeugt  wäre, ein Vampir zu sein.
Sie musste leicht schmunzeln. An dem Quatsch, den Sakuya erzählte, konnte doch nicht ernsthaft etwas dran sein...
Es  war  schon später am Abend, als Miho aus dem Kombini trat.
Nach der Aufregung am Nachmittag und einem Anruf ihrer Eltern, die in Amerika lebten und arbeiteten, war Miho erst sehr spät losgekommen. Aber sie hatte ein komisches Gefühl.
Sie hatte ein lautes Klirren aus Mahirus Wohnung gehört gehabt, obwohl sie mitbekommen hatte, wie Mahiru einige Minuten vor ihr seine Wohnung verlassen hatte.
Sie schüttelte den Kopf. Vielleicht war einfach ein Vogel gegen ein Fenster geflogen.  
Mit den Einkaufstüten in der Hand wollte sie sich nach Hause begeben, als sie auf der Straße Mahiru und seine Freunde bemerkte. Seltsamerweise fehlte von Sakuya jede Spur.
Vorsichtig trat Miho näher, um lauschen zu können, worum es ging.

Mahiru hatte ernsthaft das Katerchen dabei und hielt es Koyuki und Ryusei vor die Nase.
„Wenn ich es euch doch sage! Das ist ein Vampir!“
Mahirus Freunde sahen ihn an, als hätte er den Verstand verloren und auch Miho hob eine Augenbraue.
Der sonst so bodenständige Mahiru wollte seinen Freunden weis machen, dass sein Kater ein Vampir war?
„Erinnert ihr euch nicht? Sakuya hatte doch auf dem Heimweg von Vampiren erzählt! Und der hier ist ein solches Monster! Ach Mann! Warum ist Sakuya nicht mitgekommen? Der würde mir glauben.“, beschwerte sich Mahiru und wedelte mit dem Kater hin und her.
Miho hatte schon das Bedürfnis ihn darauf hinzuweisen, das arme Tierchen nicht so zu schütteln.
„Ähm Mahiru...  Du weißt schon, dass das eine Katze ist... oder?“, begann Koyuki zägerlich.
„Nein, er kann auch zu einem Menschen werden!  Kuro, verwandele dich in einen Menschen! Los! Hör auf, mich zu ignorieren!“, befahl Mahiru völlig überzeugend dem Katerchen.
Miho machte sich langsam ernsthaft Sorgen um den Geisteszustand ihres Mitschülers.
„Mahiru?  Bist du okay?  Wenn dich etwas belastet, dann kannst du mit uns reden.“, sagte Ryusei langsam.
„Oh, guck mal, da ist Hisuigawa-san!“, hörte Miho Koyuki zu Mahiru sagen und schreckte deswegen zusammen. „Ihr seid doch Nachbarn, nicht wahr?“
Doch Mahiru schien Koyuki nicht gehört zu haben. Er hatte sich zu einem der Ladenfenster gewandt und war für einige Sekunden wie erstarrt.
Mit einem Mal drehte er sich um und auch Miho fuhr mit ihm herum. Ein lautes, schrilles Lachen erfüllte die belebte Einkaufsstraße.
Ein groß gewachsener Mann mit einer schwarz-pinken Brille und langen pinken Haaren, die zu einem Pferdeschwanz gebunden waren, in einem weißen Outfit mit farblich passendem Zylinder, dem eines Magiers gleich, war von einer, der Straßenlaternen leichtfüßig in die Menge gesprungen. „Applaus!  Applaus!  Gebt miiiir Applaus!“ , rief er lautstark mit seiner ohrenbetäubend schrillen Stimme. Miho hatte das Gefühl, einen Hörsturz erlitten zu haben.
Der Kerl vor ihr war wirklich groß und wirkte durch den Zylinder noch größer. Auch schien es sich nicht um einen Japaner zu handeln.  
„Willkommen, willkommen, liebe Schülerinnen und Schüler!“, rief der Mann, zog seinen Zylinder ab und zog ein Paar Schwerter daraus hervor. „Ihr, die ihr euch auf dem törichten Pfad eures Lebensfühlings befindet, wollt ihr euch nicht meine Vorstellung ansehen?“
Koyuki schien direkt begeistert. „Oh wow, ein Straßenmagier!“
Nur Ryusei schien weniger erfreut. „Zaubertricks sind doch langweilig. Lasst uns gehen.“, sagte er gelangweilt und wollte weiter gehen.
Doch der unbekannte Straßenmagier hielt ihn an der Schulter fest. „Hey, you...“, sagte dieser langsam.
Ryusei schien sich nur widerwillig umzudrehen. „Was?“
Der Straßenmagier grinste. „Ein kleiiiiiiines Rääätsel!“ Er sah in die Menschenmenge. „Also warum habe ich diesen Kerl hier  wooooohl  aufgehalten?“  
Er hielt seine  freie Hand in die Menge und zählte mit den Fingern die Antwortmöglichkeiten.
„Erstens! Weil er mich nicht beachtet hat? Zweitens! Weil er an mir vorbeigegangen ist? Drittens! Weil ich Hunger habe? Viertens! Weil er mich nicht beachtet hat?“
Miho stand wie angewurzelt da. Sie konnte nicht wirklich sagen was, aber ein seltsames Unwohlsein hatte sie plötzlich gepackt.
Mit diesem Kerl war doch etwas nicht ganz koscher! Und das nicht nur wegen dessen überdrehter Art.
Mit einem Mal hatte sich auch der Blick des Magiers von einem fröhlichen Lachen zu einem diabolischen, irren Grinsen verwandelt.
„Richtig siiiiiiiiiiind....“, er machte eine dramatische Pause, ehe er losbrüllte: „ALLE VIER ANTWORTEN! UND JETZT STIRB! WER MICH IGNORIERT, DEN TÖTE ICH!“
Es ging alles so schnell. Miho konnte einen Schrei kaum unterdrücken, als der vermeintliche Magier ihren Mitschüler schon brutal in den Hals gebissen hatte und Blut umher spritzte.
„W-WAS!?“, entfuhr es  ihr. Das konnte nicht wahr sein. Das durfte nicht wahr sein. Das war einfach ein Irrer oder!? Aber sie hatte sie gesehen. Die langen, scharfen Reißzähne. Das war....
Ein Vampir!?

„HAHAHAHAAA! Danke, dankeee, für euren Applaus!“, rief der Zauberkünstler und lachte wieder irre, als  er den leblosen Körper von Mahirus Freund fallen lies.  „Das ist doch viiiiiiel aufregender als Zaubertricks!  Und Vampire sind auch viiiiiiiiel cooler als Zauberer odeeeeer!?“
Ein Vampir....  Dieser irre Kerl war wirklich...
Miho lief nun richtig zu Mahiru und Koyuki, die sich zu Ryusei gekniet hatten.
„Shirota-kun! Was geht hier vor!?“
Mittlerweile hatten sämtliche Passanten panisch und hysterisch die Flucht ergriffen.
Ein Vampirangriff mitten auf einer belebten Straße. Das musste in schlechter Scherz sein!
Träumte Miho nur?  War sie nach dem Gespräch mit ihren Eltern  eingeschlafen?
„Hisuigawa-san!“ Mahiru sah zu ihr. Noch immer stand der Schreck ihm ins Gesicht geschrieben. „Was machst du hier?  Du solltest lieber dich in Sicherheit bringen!“
Doch Miho schüttelte den Kopf. „Was ist mit Ryusei-san?“
„E-Er lebt noch. I-Ich konnte seinen P-Puls gerade fühlen.“, gab Koyuki zurück, der zitternd den Kopf seines Freundes stützte.  
Mahiru  sah wieder zu dem Mann. „Ein Vampir...!?“ Er blickte wieder zu Miho und Koyuki. „Bringt euch in Sicherheit und nehmt Ryusei bitte mit! Bitte!“
Miho aber schüttelte erneut stur ihren Kopf. „Was hast du vor, Shirota-kun?“
Der Vampir hing wieder Kopfüber von der Straßenlaterne. Sein Blick hatte sich auf Mahiru fixiert.  
„Hast du nicht gestern auch einen aufgelesen, Junge? Aber welchen von ihnen hast du wooohl aufgelesem?  Wollust? Völlerei? Habgier? Zorn? Neid?  Hochmut?“, zählte er auf.
Miho starrte zu ihm hoch. Die sieben Todsünden? Was hatte das  zu bedeuten?
Auch Mahiru schien verwundert. „Wovon redest du!?“
„Die ursprünglichen Vampire sind sieben Geschwister. Aber keiiiiiiner von denen, die ich eben aufgezählt habe, ist deiner, nicht waaaahr? Du  hast den ältesten  Bruuuuder aufgelesen!  Den Vampir der Trägheit... Sleepy Ash!“
„Ich verstehe kein Wort...  Was willst du?“, hörte Miho Mahiru sagen. Sie selbst verstand ja auch nur Bahnhof.
Die sieben Todsünden. Usprüngliche Vampire? Was ging hier nur vor sich? In was war sie da hineingeraten?
Alles, was sie wusste, war, dass Mahiru in Schwierigkeiten steckte und das sie ihm helfen wollte.
Der Vampir sprang erneut von der Laterne runter.
„Bist du etwa ein Freund von Kuro?!“, fragte Mahiru verwirrt.
Der Vampir gestikulierte wild kopfschüttelnd. „Niiiie im Leben! Das Gegenteil! Wiiir hassen diesen schwarzen Kater! Und wenn du ihm  hiiiiilfst, spieß ich dich auf!“
Er sah sich um. Erst jetzt bemerkte Miho, dass Mahirus schwarze Katze verschwunden war.
„Alsoooo, komm raus, Sleepy Ash! Komm raus mit einem Knall!  Wie ein echter Vampir!  Lass uns sehen, wer am meisten Bluuut vergiest!“, rief der durchgeknallte Vampir.
„Du wirst meine Kameraden gefälligst in Frieden lassen! Ich warne dich!“, entfuhr es Miho plötzlich.
Sie zuckte  zusammen und hielt sich eine Hand vor den Mund. Was hatte sie da gesagt? Der Kerl würde sie....
Der Vampir  richtete seine blutroten, katzenhaften Augen auf Miho.
„Gaaanz schön  mutig, für ein kleines Määädchen~“  Er trat einige Schritte auf Miho, Mahiru und Koyuki zu. Doch in dem Moment kam etwas hellblaues hinter dem Vampir empor geschnellt und schleuderte diesen mit einem Kräftigen Tritt  in die Vitrine eines Ladens.
Mihos Augen wurden groß, als sie realisierte, dass dieses Etwas ein junger Mann mit hellblauen Haaren in einem hellblauen, zerschlissenen Parker mit einer Kapuze war, deren schwarzer Fellkragen an Katzenohren erinnerte. Um den Hals trug der junge Mann eine Kette mit Katzenglocke. Miho erinnerte sich, dass auch Mahirus Kater ein Halsband mit Katzenglocke vorhin anhatte.
Der junge Mann hatte bemerkenswert ausgeprägte Augenringe und einen extrem müden, gelangweilten Blick.
„Kuro!“
Das war doch der Name von Mahirus Kater?
„Wir sollten... abhauen!“,  hörte Miho den jungen Mann sagen und noch während er das sagte, verwandelte er sich in den kleinen, schwarzen Kater und rannte in die nächste Seitengasse.
„WARTE!“, rief Mahiru und konnte sich gerade noch so am Schweif des Katers festhalten und wurde so von diesem mitgezogen.

Miho, die mittlerweile auch auf der Straße saß, zitterte. Noch immer war sie starr vor Schreck. Was hatte sie da gerade gesehen?  Ein Mensch, der sich in eine Katze verwandelt hatte? War sie vielleicht in die Dreharbeiten eines Horrorfilms geraten?
Sie blickte zu Koyuki, der ebenso zitterte und immer noch unter Schock zu stehen schien.
Dann schrak sie erneut auf.
Der irre Vampir-Magier kam trat aus dem zerstörten Fensterrahmen des Ladens. Knurrend setzte er sich seinen Zylinder wieder auf. „Verdammter Sleepy Ash!  Hat mir total meiiiiiinen Auftritt ruiniert! Wo ist er!?“, jammerte er vor sich hin. Doch nun bemerkte er, dass Miho und Koyuki noch da waren und blickte  zu dem bewusstlosen Ryusei. „Er lebt also noch? Wer mich ignoriert, dem passiiiiiiiert das!“
Langsam ging er auf Miho und Koyuki zu.  Koyuki kniff die Augen zusammen. „Hilfe... Irgendwer...“
Miho sah zu ihrem Mitschüler und stand langsam auf. Sie wusste nicht, wo Mahiru mit Kuro hin war. Aber sie konnte Koyuki nicht sich selbst überlassen. Ihre Beine zitterten wie Espenlaub, aber sie war bereit, Mahirus Freunde zu beschützen. Wenn es sein musste, auch mit ihrem Leben.

Irgendjemand musste es tun. Es musste immer irgendjemand tun.  Weil es bequemer ist, so zu denken oder weil manche auch nichts tun können. Aber weil dieser jemand irgendwann vortritt, dreht sich auch diese Welt weiter. Und nun war es wohl sie, die dieser jemand sein musste.

Mihos Augen weiteten sich, als plötzlich Mahiru wieder ankam und dem Vampir auf den Rücken sprang, als dieser gerade eines, seiner Schwerter aus seinem Zylinder zaubern wollte.  
Der  Vampir wehrte  sich vehement  und versuchte, Mahiru abzuschütteln, der  sich am Kopf des Vampirs festhielt.
„Nehmt Ryusei mit und haut ab!“, rief er Miho und Koyuki zu. „Schnell!“
Miho wusste, das es nun wirklich besser war, zu fliehen. Aber sie wollte Mahiru nicht im Stich lassen.
Ich bleib zumindest in der Nähe und beobachte das!, dachte sie bei sich, während sie den noch völlig verstörten Koyuki am Arm packte. Dieser nickte Mahiru zu und trug mit Mihos Hilfe den bewusstlosen Ryusei vom Ort des Geschehens weg.  Einige Straßen weiter rief Miho einen Krankenwagen und sah dann zu Koyuki. „Bleib du bei Ryusei-san!“
Koyuki sah sie entgeistert an. „Hisuigawa-san, was hast du vor?“
Miho sah ihn an. Ich will Shirota-kun helfen!“ Mit diesen Worten rannte  sie zurück.
Als sie ankam war der pinkhaarige Vampir gerade im Inbegriff, Mahiru anzugreifen und Miho fasste bereits den lebensmüden Gedanken, sich vor Mahiru zu werfen. Da schnellte plötzlich wieder etwas kleines, schwarzes hervor, verwandelte sich und sprang zwischen Mahiru und den Vampir. Es war der erneut menschlich gewordene Kuro.
Das Schwert hatte  so zwar Mahiru verfehlt aber steckte nun in Kuros rechter Brust.
Miho schrie ungewollt überrascht auf und auch der gegnerische Vampir wirkte überrascht und musste nach hinten ausweichen, wobei er auf seinem Hintern landete.
„Beruhig dich, ja? Ich kann dir eh nichts anhaben. Wenn man bedenkt.. dass ich hunderte von Jahren kein Blut mehr getrunken habe... bin ich nicht mehr, als eine einfache Katze...“, hörte  sie Kuro mit seiner trägen, dumpfen Stimme sagen, der sich das Schwert langsam aus der Brust zog.
Er blickte leicht hinter sich zu Mahiru und schien auch Miho zu bemerken.
„Nimm deine kleine Freundin... und haut am besten ab. Ich habe zwar nicht das Gefühl, das ich alleine etwas ausrichten kann, aber.... Na ja... auch als Katze bin ich unsterblich... Wenn es also nur darum geht, Zeit zu schinden...“, sagte er langsam.
Mahiru sah zu ihm und dann zu Miho. „Warum bist du noch hier?“
Miho sah zu ihm. „Ich wollte dich nicht allein lassen! Wir sind immerhin Kameraden und... und Nachbarn!“, rief sie und errötete dabei unbewusst.  
Der vermeintliche Zauberer grinste. „Wie niiiiiedlich!“
„Könnt ihr den Schnulz auf später verschieben?... Das ist totanstrengend...“, sagte Kuro trocken.
Mahiru aber sah wieder zu ihm. „Der Einzige, der hier totanstrengend ist bist doch du! ZU ZWEIT KÖNNEN WIR DAS IRGENDWIE SCHAFFEN! KURO!“, rief er plötzlich und keine Sekunde zu spät, als der andere Vampir erneut angreifen wollte.
Es geschah binnen Sekunden. Miho öffnete ihren Mund zu einem stummen Schrei, als Mahiru Kuro regelrecht sein Handgelenk in den Mund rammte.
Kuros scharfe Reißzähne bohrten sich in Mahirus Arm und Blut lief hinab.
Der träge Vampir ließ von Mahirus Arm ab und leckte sich das Blut von den Lippen. In dem Moment stoben hellblaue Blitze aus dem noch blutenden Handgelenk Mahirus und verwandelten sich in eine lange Eisenkette, die ihr  Ende an Kuros Nacken fand und sich dort eingehakt zu haben schien. An Mahirus Handgelenk endete die Kette als eine Art Handschelle. Für einen Bruchteil leuchtete die Kette hellblau ehe sie einen schwarzen Farbton annahm und nur noch hellblau schimmerte.

Was war DAS jetzt?
„Typen wie du sind am aller anstrengendsten...“, hörte Miho Kuro murmeln. „Aber es hilft ja alles nichts... Du bist nun der Eve.“
Eve? Was bedeutete das? Miho war vor Schreck auf ihren Hintern gefallen und krabbelte lieber einige Meter zurück.
„Das ist in der Tat ein Problem... Er hat einen Vertrag geschlossen..“, murmelte der gegnerische Vampir und richtete sich wieder auf. Er zog einige Spielkarten hervor und ließ diese in der Luft Worte in westlichen Buchstaben bilden: ''SERVANT VAMPIRE = SERVAMP'' war da zu lesen.
„Wenn ein Urvampir einen Vertrag abschließt, dann wird er zu einem Servant Vampire! Oder um es kurz zu fassen: Ein Servamp!“, erklärte er dabei lautstark.
Servamp? Nicht nur Miho war sprachlos, auch Mahirus Blick war fragend.
Kuro gab nur ein gelangweiltes „Miau“ von sich, während sein Gegner noch breiter und irrer grinste.
Kuro schien schon wieder genug zu haben und wollte  weglaufen, aber Mahiru zog ihn zurück.
„Argh.. Das geht gar nicht. Wenn ich mich auch nur ein bisschen bewege, tut mein Kreuz schon weh.“
„Jetzt ist aber mal Schluss! Hör auf, ständig abzuhauen!“, rief Mahiru.
Kuro sah zu ihm. „Gewalt ist aber auch keine Lösung. Ich bin Pazifist.“
„Du hast doch nur keine Lust, dich anzustrengen!“
Miho sah den Beiden mit einem Drop am Hinterkopf zu. Gab es jetzt nichts wichtigeres? Dieser irre, exzentrische  Vampirmagier war ja immer noch da. Aber zumindest schien dieser sich prächtig zu amüsieren.
„Ein Servamp kann seine wahre Kraft nur entfalten, wenn er durch eine Kette mit seinem Eve verbunden ist. Diese Urvampire sind ganz schööööön  unpraktisch! Und dann müssen sie auch noch auf das hören, was der Mensch ihnen sagt. Wie aaaaaaaanstrengend muss das doch sein... obwohl... wenn ich's mir recht überlege ist es auch gar nicht soooo übel.“ plapperte dieser fröhlich.
Kuro stimmte seinem Gegner sogar zu. „Was auch immer ich tue, ich kann mich immer damit raus reden, das du mir den Befehl gegegeben hast. Ein Leben ohne Verantwortung ist echt toll.“
Mihos Augen waren nur noch Punkte.
Mahiru starrte ihn an. „Das reicht jetzt aber wirlich!“ Dann sah er zu dem gegnerischen Vampir. „Und nun zu dir! Warum greifst du einen anderen Vampir an?!“
Der pinkhaarige Vampir zuckte grinsend mit den Schultern. „Iiiiiich?  Ich wurde damit beauftragt. Weißt du... Alle Vampire wurden von einem, der  sieben Servamps geschaffen und müssen ihrem Erschaffer gehorchen. Der Name des Servamps, dem ich gehorche, ist 'Tsubaki'!“ Er starrte Mahiru und Kuro an. „Tsubaki hasst  die Trägheit! Und nun zu der  Frage des  Tages! Waaarum  hasst Tsubaki ihn wohl?“ Er zog erneut ein Schwert hervor und sprang damit auf Mahiru zu. „Die Antwort gibt’s in 30 Sekunden, nachdem ich dich aufgespießt hab! ~ ☆“
Tsubaki? Zeit um darüber nachzudenken hatte Miho nicht.
„SHIROTA-KUN!“, entfuhr es ihr, aber Mahiru wurde rechtzeitig von Kuro weggezogen. Dieser schappte sich Mahiru und sprang mit ihm zur Seite. Dabei verwandelten sich seine Hände in lange, scharfe  Krallen.  
„Wie anstrengend... Warum weichst du nicht einfach aus? Flieg doch einfach.“ Er ließ Mahiru unsanft wieder fallen.
„Als ob ich fliegen könnte!  Ich bin ein Mensch und kein Superheld!“
Kuro seufzte hörbar. „Was sollen wir tun? Das ist inzwischen echt extrem anstrengend... Es  wäre echt besser gewesen, wenn wir abgehauen wären... Dann müsste auch deine Freundin sich nicht dieser Gefahr aussetzen und alles wäre gut...“
„M-Meine Freundin!?  Du meinst Hisuigawa?  Sie  ist meine Mitschülerin und Nachbarin! M-Mehr nicht!“, stammelte Mahiru und schien leicht rot zu werden. „Dann schüttelte er aber den Kopf. „Wir machen den Kerl fertig!“ Auch Miho lief wieder rot an, als sie dies vernahm und seufzte leicht innerlich. Hallo Friendzone.
Noch nicht mal Friendzone.
Kuro seufzte erneut. „Ich möchte mich ihm nicht stellen...“
Dennoch tat er, was Mahiru wollte und erzeugte mit seinen langen Krallen eine scharfe Windböe, die den Gegner einige Meter zurückwarf.
Miho kniff die Augen zusammen.
„Wie bereits gesagt... was ich von nun an tue... liegt nicht länger in meiner Verantwortung.“, sagte Kuro.
Seine Augen schienen in diesem Moment blutrot zu leuchten.
Der gegnerische Vampir schien schwer zu schlucken und es nun doch mit der Angst zu bekommen.
Kuro sprang auf ihn zu.  
Alles, was Miho sah, war das Blitzen von scharfen Krallen und wie plötzlich ein Schwall Blut aus dem Körper des gegnerischen Vampirs hervor spritzte.
Dieser krachte auf den Boden. Es schien, als war ihm ein Arm abgetrennt worden.

Miho schrie wieder auf und wollte sich die Augen zuhalten. Doch sie war zu entsetzt von dem Geschehen.
Auch Mahiru schien nicht mit der Brutalität gerechnet zu haben, mit der Kuro vorging.
Kuro trat auf seinen Gegner zu und packte diesen am Haarschopf und zog ihn so gewaltsam hoch.
„K-Kuro!  Kuro, das reicht!  Der ist völlig fertig!“, rief Mahiru und zuckte zusammen als sein Partner ihn mit einem Blick aus seinen glühenden Augen betrachtete.
Dann wandte er sich seinem hilflosen Gegner zu und öffnete seinen Mund, bereit, seinem Gegner in den Hals zu beißen.
Miho fuhr herum, als sie von irgendwo über sich einen spitzen Schrei vernahm, aber niemanden in der Dunkelheit erkennen konnte. War etwa noch jemand hier?
Sie sah wieder zu den Kämpfenden und wie Mahiru Koro gewaltsam an der Kette  wegzog. „KURO! Du hast gesagt, dass die Verantwortung nun bei mir liegt! Also hör gefälligst auch auf das, was ich sage!“
Kuro ließ von seinem Gegner ab.
Dieser ging erneut zu Boden und hustete Blut.  
Dennoch lachte er irre obwohl er gleichermaßen vor Zorn zu beben schien. „Verdammt, verdammt, verdaaaammt!! Verehrte Gäste, kennen Sie den Bestimmungsort dieses Zuges? Dieser Vampir-Nachtzug fährt direkt in die Hölle! Es ist eine Reise in einem rasenden Expresszug, aus dem man unterwegs nicht aussteigen kann! Ihr verdammten Plagen! Die heutige Vorstellung endet hiiiier!“, keifte er und setzte sich seinen Hut auf.
Es gab ein lautes POFF  und mit einem Mal saß da, wo eben der Vampir gelegen hatte, eine Stoffpuppe, die genauso aussah wie der Vampir, nur mit Knöpfen als Augen und einem aufgenähten Mund.

Miho zitterte am ganzen Leib und doch war sie voller Verwunderung. Auch Mahiru war überrascht.
„Was zum!? Was...  Was ist das?  Ist er... nun tot?“, fragte er baff. Doch als Antwort folgte ein irres Lachen von der Puppe.
„WAHAHAHA!  Ich sterbe nicht!  Ich bin schließlich ein Vampir, Idiooooot!“

Kuro spießte die Puppe mit seinen Krallen an ihrem Hut auf und schüttelte diese. „Hey, die Werbung hat bereits angefangen. Also sag: Wie lautet die Antwort auf deine Quizfrage.“
„Ah! Lass das! Nicht schütteeeln!“, beschwerte die Puppe sich lautstark,was Miho erst recht zum Zusammenzucken brachte.  
Eines wusste  sie nun. Wenn das alles kein Traum war, dann gab es nun nichts mehr, vor was sie sich noch hätte fürchten können.
„Den Grund, warum Tsubaki dich hasst... den müsstest du doch nun kennen!?  Die Tatsache, dass du diese Quizfrage nicht beantworten konntest, ist die Antwort!“
Kuro hob eine Augenbraue. „Ich kenne keinen 'Tsubaki'.“
„Genau!“, antwortete die Puppe. „Du kennst 'Tsubaki' nicht.“
Die Puppe seufzte  theatralisch. „Armer Tsubaki.. Armer, armer Tsubaki. Niemand kennt Tsubaki. Deshalb will Tsubaki sie vernichten. Seine Geschwister, die Menschen, die Gesellschaft und die Welt. Alle, die Tsubaki nicht kennen, sollen sterben~ ☆“
Miho zuckte auf. Dieser Tsubaki...  Was war das bitte  für ein absurder Grund, um alles zu vernichten?
„Was ich nicht kenne, das kenne ich eben nicht.“, hörte sie Kuro trocken antworten. „Wie anstrengend...“
Doch plötzlich löste sich die Kette auf.
„Die Kette...  Kuro, bist du okay?“, fragte Mahiru und sah zu Kuro, der auf den Boden sank.
„W-Was ist mit ihm?“, fragte Miho.
Mahiru sah zu ihr. „Ich weiß es nicht.“
„Nichts ist okay... Morgen hab ich bestimmt Muskelkater..“, jammerte Kuro.
Allem Anschein nach war der Servamp einfach nur sehr erschöpft und müde nun.
Mahiru schien erleichtert und Miho zuckte auf, als auch Mahiru zu Boden ging vor Erschöpfung.
Auch sie war müde von den Ereignissen, aber schaffte es noch, ein Taxi zu rufen, um sich, Mahiru und Kuro, der wieder seine Katzengestalt angenommen hatte, heimfahren zu lassen, wo sie ihren Nachbarn und dessen besonderes „Haustier“ ins Bett brachte. Das die Vampirpuppe dabei irgendwie mitgenommen wurde, registrierte sie nicht.

Mittlerweile hatte es angefangen zu regnen. Die Polizei war vor Ort  des Geschehens und untersuchte das Ganze.
Sie waren verwundert über den riesigen Blutfleck und die Zerstörung, aber keiner konnte sich einen Reim draus machen, was dort passiert war.
Doch alle zuckten auf, als von irgendwo ein Irres Lachen ertönte.
Eine junger Mann mit schwarzen, kurzen Haaren, einer schwarzgetönten Sonnenbrille und gekleidet in einem schwarzen Yukata mit rotem Kamelienmuster am rechten Ärmel und einem weißen Haori, der über seinen Schultern hing und ebenso ein rotes Kamelienmuster aufwies, stand auf einer Überdachung. Neben ihm saß ein junges Mädchen von circa 16 Jahren mit dunklen, magentafarbenen Haaren, die zum Teil zu Haarknoten gebunden waren, während der Rest in dicken Rattenschwänzchen endeten und zwei dicken Zöpfen,  die über ihre Schultern fielen und ein eher rötliches pink aufwiesen. In den Haaren hatte das Mädchen zwei Spangen in Form von schwarzen Fledermäusen, die ihre Haarknoten an Ort und Stelle hielten so wie einer Totenkopfhaarspange im Pony.  
Allgemein war ihr Kleidungsstil recht exzentrisch mit einer rötlich pinken Bluse, die am Dekolleté und am Bauch aufgeknöpft war und so recht viel Haut zeigte, einer weißen Shorts mit einem rosa-pink gemusterten Gürtel  und rosa Netzstrümpfen so wie schwarzen, Netz-Armstulpen.
Sie sah zu dem Mann. „Soll ich noch etwas Chaos stiften, Tsubaki?“, fragte sie mit zuckriger Quietschestimme, in der ein Hauch von Irrsinn lag.
„Nein, lass gut sein. Du wirst noch oft genug die Gelegenheit bekommen, Chaos zu stiften.“
Das Mädchen schmollte, aber nickte. „Na gut. Aber es ärgert mich, das Bel-chan mitgenommen wurde! Mein armer Bel-chan! Ich hatte vorhin solche Angst!  Dieser verdammte Kater! Beinahe hätte er ihn gebissen!“ Sie wischte sich Tränen der Theatralik aus ihren Augen.
„Ich weiß.  Aber wir werden uns Belkia zurückholen. Keine Sorge, Velvet. Ich werde Shirota Mahiru und Nii-san bald einen Besuch abstatten~“

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Anmerkung zum Kapitel:
Ich benutze  die Schreibweise "Belkia", weil diese mir besser gefällt und ich sie auch als richtiger erachte, als "Belukia".
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