Ein neues Leben beginnt

von Deadtear
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Chloe Price Maxine Caulfield
26.02.2019
09.08.2019
31
218.195
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30.07.2019 14.559
 
„Hallo Phil, danke, dass wir sofort kommen durften und du ihr so hinterher telefonierst.“ begrüße ich den Mann mir gegenüber.
„Hallo Chloe, schön dich zu sehen, wie geht es dir? Und wer ist der kleine Mann?“ zwei braune, ruhige Augen hinter einer Brille schauen auf meinen schlafenden Sohn.
„Das ist William!“ sage ich voller Stolz und drehe mich um. „Hella Max, komm jetzt her!“ ich sehe ungeduldig auf den braunen Haarschopf herab.
Max steht hinter mir, mit gesenktem Kopf. Wir haben die ganze Autofahrt über nicht miteinander gesprochen.
„Max, ich bin froh dich zu sehen!“ begrüßt der Mann sie freundlich. „Soll Chloe mit rein oder wollen wir alleine sprechen?“
Max schaut kurz zu uns hoch. Sie räuspert sich.
„Das darf Chloe entscheiden, ob sie sich das anhören möchte. Ich habe keine Geheimnisse vor ihr.“ nuschelt Max wieder in Richtung Boden.
Ich kaue nervös auf meiner Unterlippe herum. Meine Gedanke rasen.
„Ich mache mit William einen Spaziergang und komme dann dazu wenn ihr noch nicht fertig seid, wäre das okay?“ Phil sieht mich an und nickt.
Max macht sich auf den Weg in das Besprechungszimmer ich stelle mich ihr in den Weg.
„Ich liebe dich!“ sage ich und küsse Max auf die Stirn.
William und ich verlassen die Praxis und laufen durch die Straßen. Meine Gedanken gehen immer wieder zu Max. Ich mache mir Sorgen um meine Frau. Ich seufze und sehe zu William herunter der inzwischen aufgewacht ist. Er grinst und blubbert vor sich hin und mein Herz wird wieder weich und leicht. Wir kommen an einen kleinen Park und ich setze mich auf eine Bank und hole meinen Sohn heraus.
„Na kleiner Mann, deine Eltern müssen noch ganz schön an sich arbeiten, aber egal wie es in uns aussieht, wir lieben dich über alles und ich liebe deine Mami und ich passe auf sie auf so gut ich kann. Ebenso wie sie auf mich aufpasst. Wir schaffen das schon alles, okay? Du musst dir also keine Sorgen um uns machen.“ ich küsse seine kleine Stirn und wiege ihn sanft.

Ich klopfe an die Tür und stecke den Kopf durch.
„Hey ihr zwei, können wir herein kommen?“ frage ich vorsichtig.
Max schaut mich mit großen, tränennassen Augen an und nickt schniefend. William schläft ruhig in seinem Kinderwagen. Ich setze mich neben Max und nehme ihre Hand.
„Chloe, ich habe von Max erfahren, dass die Geburt viele Komplikationen beinhaltet hat. Du weißt, wenn du über etwas reden magst kannst auch du jederzeit kommen. Ansonsten habe ich mit Max hier vereinbart, dass wir uns jetzt wieder öfter sehen wollen. Und ich möchte, dass sie wieder Tagebuch schreibt, insbesondere über die Albträume und die Panikattacken. Würdest du sie dabei unterstützen?“ fragt mich der schlanke Mann mir gegenüber.
„Phil, ich habe dir gesagt, dass ich das alleine schaffe. Chloe hat schon genug zu tun, da muss sie nicht auch noch an meinen Kram denken.“ knurrt meine Frau ungewohnt ärgerlich.
„Hey Mad Max, ganz ruhig. Ja klar Phil, dass ist gar kein Problem.“ ich schaue verwirrt zu Max.
„Chloe, ich will dir nicht noch mehr Arbeit machen.“ erwidert sie frustriert.
„Ach Max, du bist niemals Arbeit für mich. Ich liebe dich und ich unterstütze dich wo ich nur kann. So wie du mich! Lass uns bitte füreinander da sein, okay Baby?“ ich drücke ihre Hand und sie nickt.
„Okay ihr zwei, die Zeit ist heute leider schon um. Max, wir sehen uns in 3 Tagen wieder. Lass nicht zu, dass ich deine Frau auf dich hetzten muss. Ach und herzlichen Glückwunsch an euch beide für euren kleinen Goldschatz.“ er steht mit uns auf und schaut in den Kinderwagen. „William ist doch der Name deines Vaters gewesen, oder Chloe?“ fragt unser Therapeut neugierig.
„Yeah, Max hat ihm den Namen gegeben. Schade, dass sie nicht annehmen kann wie sehr ich sie dafür liebe und wie dankbar ich ihr dafür bin.“ ich schubse Max spielerisch mit der Schulter an und bekomme ein kurzes Lächeln geschenkt.

„Hey Max, du hast die ganze Autofahrt über geschwiegen. Wie geht es dir jetzt?“ frage ich meine kleine Fotografin als ich mich neben sie auf die Couch fallen lasse.
„Ich bin ein fruchtbarer Mensch!“ heult sie augenblicklich los.
Sie zieht ihre Knie an und vergräbt ihr Gesicht während sie bitterlich weint. Ich lege meine Hand auf ihre Schulter und sie zieht sie augenblicklich weg.
„Max, ich verstehe gerade nicht, was in deinem Kopf los ist. Warum sollst ausgerechnet du ein furchtbarer Mensch sein? Was für Gedanken hast du?“ hake ich vorsichtig nach.
Es zerbricht mir immer noch das Herz wenn ich sie so sehe. Wie schafft es ein so wundervoller Mensch wie sie es ist in sich selber immer was schlechtes zu finden? Frage ich mich selber leise.
Max schüttelt kaum sichtbar den Kopf als ob sie mit sich selber diskutiert.
„Hör auf mich, nicht auf sie Max. Egal was sie dir einzureden versucht es ist Bullshit.“ flehe ich meine Frau an.
Ich höre sie seufzen. Sie fokussiert ihren Blick auf mich und blinzelt hektisch. Ein tiefes Atmen folgt und dann erzählt sie. Von ihren Ängsten, ihrer Eifersucht und ihren Träumen.
Ich höre ihr zu ohne sie zu unterbrechen.
„Baby, diese Eifersucht macht dich nicht zu einem schlechten Menschen. Sie zeigt nur deine Unsicherheit. Keine Angst Max, William ersetzt dich nicht, wie könnte er? Du bist die Liebe meines Lebens, meine Seelenverwandte. Und ohne dich würde es ihn nicht geben. Du hast mich zu der Frau gemacht die ich heute bin, ich bin nun bereit Mutter zu sein, aber nur mit DIR! Und du kannst genauso für ihn da sein und bist es auch. Du hast dich alleine um ihn gekümmert als ich im Krankenhaus war und zusätzlich noch um mich. Max, an dir ist nichts falsch oder schlimm! Mach dir nicht so viele Gedanken, es gibt nichts auf der Welt was meine Liebe zu dir ändern wird.“ ich küsse sie auf die Stirn und ziehe sie in meinen Arm.
„Ich bin so ein Idiot!“ schnieft sie in meine Schulter hinein.
„Ja das bist du manchmal. Aber du bist mein Idiot und ich behalte dich!“ flüstere ich in ihre Haare.
Sie kichert leise und dann hören wir wie William weint. Max springt auf.
„Ich gehe ihn holen.“ sagt sie und ist verschwunden.
„Ach Maxi, ich wünschte ich könnte dir deine unnötigen Selbstzweifel abnehmen.“ sage ich leise in den Raum hinein.

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„Happy birthday to you, happy birthday to you, happy birthday liebe Mami, happy birthday to you!“ ich sehe auf den Laptop in das verschlafene Gesicht von Max die augenblicklich grinst.
„Ohhh danke ihr zwei! Ich freue mich schon so heute Abend endlich bei euch sein zu können. Wir haben gleich den ersten Flug bekommen, ich denke ich sollte gegen 17 Uhr in Seattle landen können, wenn nicht wieder was mit dem Wetter ist. Wie geht es meinen beiden Engeln?“ sie hat ihre Augen beim Sprechen halb geschlossen lächelt aber.
„Wir vermissen dich! Oder William, wir vermissen Mami!“ er sabbert und blubbert fröhlich in die Kamera.
„Ich vermisse euch auch! Bald ist die Mami wieder bei dir Willy!“ säuselt sie sanft.
„Hey MaxiPad, ich habe für uns einen Tisch heute Abend in dem Sushi Laden reserviert den du so magst. Schließlich wird meine geliebte Frau nur einmal 25, also keine Ausreden, klar?“ ich sehe sie streng an und sehe ihr nicken.
„Alles klar Chloe! Ich muss mich jetzt fertig machen, damit ich nachher pünktlich am Flughafen bin. Ich liebe dich!“ sie gibt der Kamera einen Kuss.
Ich beende das Gespräch und sehe meinen Sohn an.
„So mein Kleiner, baden und dann gehen wir Onkel Phil besuchen bevor wir deine Mami am Flughafen abholen.“ ich gebe dem kleinen Wurm eine Kuss auf die Nase und wir machen uns fertig für den Tag.

„Hallo Chloe komm rein! Hallo kleiner William, na wie geht es dem süßesten kleinen Monster das ich je gesehen habe?“ quietscht der 1,90m große Mann in den Kinderwagen herein und ich muss lachen.
„Also Chloe, wie geht es dir?“ braune Augen fixieren mich.
„Ganz gut! Langsam gewöhne ich mich an mein neues Leben als Mutter! Ich bin froh, dass Max sich stabilisiert hat, also eigentlich gibt es nichts zu meckern.“ sage ich.
Phil tut so als ob er gelangweilt gähnt. Ich seufze.
„Komm schon Chloe, wir kennen uns jetzt zu lange für den Mist. Was beschäftigt dich?“ sein Ton macht mich nervös.
„Es ist...ich weiß auch nicht....ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken mit Max Sex zu haben.“ ich lasse frustriert den Kopf sinken.
„Okay ich verstehe. Weißt du, vielen Frauen geht das so nach einer Geburt, dass sie anschließend erst einmal für eine Weile keine Lust auf Sex haben.“ er schenkt mir ein aufmunterndes Lächeln.
„Nein, dass ist es nicht. Ich könnte ständig über sie herfallen. Es ist...es hat was mit mir zu tun.“ er sieht mich an und wartet, dass ich weiter spreche. „Nach der Geburt...wie du ja weißt gab es Komplikationen. Jedenfalls habe ich nun überall diese riesen Narben und ich...ich fühle mich einfach nicht mehr attraktiv genug.“ ich spüre die Tränen und atme sie weg.
„Und was sagt Max dazu? Gibt sie dir auch das Gefühl? Sieht sie auffällig weg von den Stellen, oder sonst irgendwas?“ fragt er vorsichtig nach.
Ich rutsche nervös auf dem Stuhl hin und her. Meine Kehle schnürt sich zu und ich habe das Gefühl, dass die Luft dünn wird.
„Sie hat sie noch nicht gesehen!“ flüstere ich leise.
„WOW!“ Phil räuspert sich. „Entschuldige, das hat mich überrascht. Ich meine ihre beide seid immer sehr intim miteinander gewesen. Habt ihr darüber gesprochen?“
„Nein, ich vermeide seit meiner Rückkehr einfach alle Situation. Ich dusche alleine und wenn ich ins Bett gehe habe ich immer Schlafsachen an. Max nimmt das einfach so hin und stellt mich nicht in Frage.“ ich lasse den Kopf wieder sinken.
Phil nickt verstehend. Ich frage mich was Max mit ihm besprochen hat. Nervös kaue ich auf meiner Unterlippe.
„Chloe?“ er holt mich aus meinen Gedanken. Ich sehe ihn an. „Es ist okay mit sich zu Zweifeln, aber du solltest versuchen dich daran zu erinnern, wie sehr Max dich liebt. Die Geburt hat wohl ein Trauma bei dir ausgelöst, die Nahtoderfahrung und diese Angst projizierst du auf das, was davon übrig geblieben ist. Ich denke, wenn du mit ihr reden würdest könnte dir das helfen.“ich sehe ihn zweifelnd an. „Wovor fürchtest du dich, wenn sie die Narben sehen würde?“ fragt der Mann mir gegenüber mich direkt.
„Das sie mich nicht mehr attraktiv findet und nicht mehr mit mir zusammen sein kann, jedenfalls nicht körperlich. Das wir uns deswegen auseinander leben.“ ich sehe in zwei braune Augen.
„Chloe komm schon, ehrlich?“ höre ich seine Zweifel.
„Verdammt ein Teil von mir weiß, dass es quatsch ist. Aber immer wenn ich ihr nahe kommen will denke ich an meinen Bauch und wie hässlich ich das finde und dann kann ich nicht mehr.“ grummel ich frustriert.
Er hebt abwehrend die Hände und legt anschließend die Stirn in falten.
„Pass auf. Folgende Aufgabe. Du stellst dich jeden Tag vor den Spiegel und siehst dich selber an. Solange bis es dir zu viel ist. Nicht mehr! Wenn es dir hilft nimm William dabei auf den Arm.“ ich sehe ihn mit großen Augen an. „UND...du solltest mit Max sprechen. Nur als kleiner Tipp am Rande, weil indem du sie außen vor lässt machst du gerade genau das, wovor du Angst hast“ spricht er weiter.
Ich nicke resigniert.


Ich hasse Flughäfen, selbst wenn ich nicht in diese Höllenmaschinen steigen muss. Ich scanne mit meinen Augen die Menschenmenge und sehe eine kleine Person mit braunen Haaren auf mich zukommen.
„Da ist ja meine wunderschöne Frau!“ kommt Max mir lachend entgegen und ich spüre einen Stich in meinem Inneren.
Sie presst ihre Lippen auf meine und sofort beruhigt sich mein Gemüt.
„Alles Gute zum Geburtstag Baby!“ flüstere ich in ihr Ohr und küsse sie erneute.
Meine Zunge streicht über ihre Lippen und sie öffnet ihren Mund. Wild und leidenschaftlich erwidert sie meine Kuss und umspielt meine Zunge mit ihrer. Ich spüre ein Kribbeln tief in mir drinnen. Ich höre ein leises Murren von ihr während wir uns küssen. Ihre Hände legen sich auf meine Hüfte und sofort kommt meine Angst hoch. Ich löse mich von ihr. Ich nehme ihre Hand und gehe mit ihr zum Ausgang.
„Komm schon, Mom und William warten im Auto auf uns“ versuche ich eine halbherzige Entschuldigung für das abrupte Ende unseres Kusses zu finden.
„Natürlich!“ seufzt sie.
Wir erreichen das Auto und Max setzt sich nach hinten zu Mom und William. Die beiden Frauen auf dem Rücksitz unterhalten sich über Max Arbeit in ihrer Stiftung weswegen sie die letzten zwei Tage in Washington war, ich höre nicht zu sondern bin ganz in Gedanken bei der Sitzung mit Phil.
„Liebling?“ tönt es in der Ferne meiner Gedanken.
„Hä?“ antworte ich verwirrt und sehe, dass wir vor dem Restaurant stehen.
„Ist alles gut Schatz, du siehst etwas blass aus?“ fragt mich Mom.
„Natürlich alles gut.“Ich zwinge mir ein Lächeln auf.



Max bringt William ins Bett und ich nutze die Gelegenheit für eine schnelle dusche. Das warme Wasser gleitet über meinen Körper und ich streiche mir über die wulstigen Narben an meinem Bauch. Ich ziehe meine Hand wieder zurück und seufze, während ich meine Haare abtrockne sehe ich in den Spiegel.
„Shit PunkAss, was ist aus dir geworden? Seit wann kümmert es dich was andere von dir denken könnten. Und es geht um Max, sie liebt dich so verdammt doll, meinst du es interessiert sie?“ spreche ich mit meinem Spiegelbild.
Doch statt zu antworten sieht es mich nur frustriert an.
Ich kämme meine Haare und gehe ins Schlafzimmer. Max ist noch nicht zu sehen, also lege ich mich ins Bett. Ich höre über das Babyphone wie Max unserem Sohn eine von Kates Kinderbüchern vorliest. Gebannt lausche ich der liebevollen Stimme meiner Frau.
„Und du bist auch gleich dran Chloe!“ schallt die Stimme nun direkter durch das Babyphone als ob sie sich näher heran gelehnt hat. Ich muss unweigerlich grinsen.
Max betritt das Schlafzimmer und sieht mich an, zieht kurz die Augenbrauen hoch. Es sieht so aus, als ob sie etwas sagen möchte, lässt es aber.
„Ich mache mich auch kurz fertig, dann bin ich bei dir!“ sagt sie stattdessen und wirft mir einen Luftkuss zu.
Ich schüttel den Kopf. Sie nimmt so viel Rücksicht auf mein Empfinden. An der Art und Weise wie sie mich ansieht merke ich, dass ihr unsere Rituale fehlen. Vielleicht hat Phil recht, ich muss mit ihr reden.
Sie kommt aus der Dusche zurück, ihre Haare hängen nass herunter, sie hat sich einen kleinen Pferdeschwanz gebunden. Ich sehe, dass sie unter ihrem Top keinen BH trägt und ihre Boxershorts reichen nicht ganz aus um ihren Bauch zu verdecken.
Sie legt sich zu mir ins Bett, ihr Gesicht ist meinem zugewandt.
„Danke für den schönen Geburtstag.“ ihre blauen Augen nehmen mich gefangen.
Ich versinke in ihnen, wir nähern uns langsam. Ich spüre die Hitze die von ihrem Körper ausgeht und instinktiv greift meine Hand nach ihrem Hinterkopf und ich ziehe sie zu mir, nehme ihre Lippen in Beschlag. Max seufzt wohlig in den Kuss hinein. Ich spüre ihr Verlangen was auf mich abfärbt.
Langsam schiebt sie ihr Bein zwischen meine und lässt ihre Hand über meinen Rücken wandern. Als ihre Fingerspitzen den Saum meines Shirts erreichen und langsam über meine nackte Haut darunter streichen ist der Zauber bei mir verflogen.
„Max nicht!“ stoße ich sie unsanft weg.
„Ich...ich...es tut mir leid.“ sie rollt sich von mir weg.
Doch ich kann noch den Schmerz in ihren Augen sehen. Fuck Price, du hast es echt verkackt.
„Max....ich“ ich atme schwer aus.
„Ist schon okay Chloe, ich verstehe!“ sagt sie und lächelt wieder.
Sie hat unser Buch in der Hand und fängt an vorzulesen. Ich lasse mich von ihrer Stimme einlullen auch wenn ich der Geschichte nicht wirklich folgen kann.
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Ich höre seltsame Geräusche aus dem Wohnzimmer und gehe auf Zehenspitzen hin. Auf unserer Couch sitzt Max. Sie hat Rachel auf ihrem Schoß die ihre Zunge tief in Maxs Mund wandern lässt. Beide sind nackt und die Finger meiner Frau gleiten über die Brustwarzen von der blonden Schönheit.
„Fuck Rach, was tust du mit meiner Frau?“ frage ich und starre beide entsetzt an.
Max blaue Augen fixieren mich während Rachel ihre Lippen über Maxs Hals wandern lässt.
„Wozu die Eifersucht, du willst mich doch eh nicht mehr“ sagt sie kalt und stöhnt im nächsten Moment auf als Rachel eine ihre Brustwarzen in den Mund nimmt. „Oh ja, genau da!“ grollt meine Frau.
„Max bitte, so ist es nicht. Lass es mich erklären.“ winsel ich.
„Man Chloe, hör mit deinem Gewimmer auf und hau ab. ICH kümmere mich jetzt um Maxine.“ knurrt mir Rachel entgegen.
Ich gehe einen Schritt auf sie zu um die beiden voneinander zu trennen. Unbeirrt davon steckt Max zwei Finger in Rachel die laut stöhnt. Ich greife gerade nach der Schulter meiner toten Freundin als ich William weinen höre.
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„Hmpf....“ erwache ich und sehe mich im dunklen Zimmer um. Ich höre mein Baby weinen und klappe die Bettdecke weg, da ertönen Geräusche und Max betritt das Kinderzimmer. Sie spricht beruhigend auf unseren Sohn ein und singt ihm ein Lied vor.
Er beruhigt sich und ich höre wie sie ihn wieder hinlegt.
„Gute Nacht mein kleiner Engel!“ flüstert sie und verlässt das Zimmer.
Ich warte, dass sie wieder ins Bett kommt damit ich mit ihr reden kann.
Scham und Verzweiflung überrollen mich und ich werde unruhig. Max kommt einfach nicht. Ich stehe auf und schleiche durch das Haus. Im Wohnzimmer angekommen sehe ich, dass Max auf der Couch liegt und schläft. Auf ihren Wangen erkenne ich die Überreste von Tränen.
Ich gehe zurück ins Schlafzimmer und weine mich in den Schlaf.

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„Hallo? Ja guten Tag Sir! Jawohl, danke der Nachfrage. Um was für ein Projekt handelt es sich? Oh ja, es wäre mir eine Ehre Sir! Ja ich spreche noch mit meiner Frau und Frau Chase bespricht dann alles weitere mit Ihnen, ist das okay? Vielen Dank!“ Max legt das Telefon weg.
„Was besprichst du mit mir?“ frage ich neugierig.
„Das war das Militär, sie wollen mich für ein weiteres Projekt haben. Ich müsste für eine Woche weg, ist das okay für dich?“ sie klingt ganz aufgeregt.
Ich spüre wie ich blass werde und meine Hände anfangen zu zittern.
„Bist du irre?“ frage ich außer mir.
„Hey beruhige dich! Es ist diesmal etwas ganz anderes. Ich darf noch nicht drüber sprechen, aber es ist wirklich harmlos. Ich bleibe auch diesmal im Land.“ versucht mich meine Partnerin zu beruhigen.
„Wo gehst du hin?“
„Miami.“ grinst sie mich an.
„Bist du zu Nikolaus wieder zurück?“ ich schaue zu William.
„Natürlich!“
Ich nicke resigniert.
„Was soll ich nur eine ganze Woche ohne dich machen?“ frage ich spielerisch.
Kurz flackert etwas ungewohntes in dem Gesicht von Max auf, dass ich aber nicht deuten kann, dann wird es wieder gewohnt weich und liebevoll.
„Wir können jeden Tag skypen wenn du magst.“ antwortet sie mir.
„Du willst das unbedingt tun?“ich bin mir unsicher, ob sie bereit ist.
„Hella ja!“ antwortet sie voller Leidenschaft.
„Okay Baby, aber schwörst du mir, dass du nicht wieder in Gefahr sein wirst?“ich bin noch nicht ganz überzeugt.
„Ich schwöre es!“ sagt sie feierlich und ich nicke.
Sie wählt Victorias Nummer und bespricht alles mit ihr.

„Los, sonst kommen wir zu spät zu Garrys Hochzeit!“ ich knöpfe mir gerade mein Jacket zu.
Max kommt aus dem Badezimmer. Sie hat leichtes Make Up aufgelegt und ein schickes, dunkelrotes Kleid an. Ich spüre wie ich sie anstarre.
„Du siehst gut aus!“ murmelt sie leise und greift ihre Kameratasche.
„Du ebenfalls!“ antworte ich und kann den Blick nicht abwenden.
Sie wird rot und verlässt das Schlafzimmer. Ich schaue noch einmal in den Spiegel.
„Ich muss mit ihr reden. Verdammt seit dem Dilemma an ihrem Geburtstag sind schon zwei Monate vergangen, sie hat ein Recht es zu erfahren. Aber was, wenn das alles kaputt macht? Glotz mich nicht so an, es ist echt sinnlos mit dir zu reden!“ bluffe ich mein Spiegelbild an und gehe zum Auto.

„Hallo Chloe, schön, dass du da bist. Wie geht es dir?“ werde ich stürmisch begrüßt und zwei starke Arme umschließen mich.
„Wow langsam Garry! Und herzlichen Glückwunsch! Das war eine wunderschöne Zeremonie. Jessie und du seht fantastisch aus.“
„Yeah, hast du jemals eine schönere Braut gesehen?“ nuschelt er mir leicht angetrunken entgegen.
„Ich streite jetzt lieber nicht mit dir!“ antworte ich lachend und blicke zu Max die in der Menge steht und Fotos macht. Garry folgt meinen Blick.
„Jaja schon gut. Übrigens danke, dass du mir deine Frau ausgeliehen hast. So ich muss mal weiter mich unters Volk mischen. Warum hat mir niemand gesagt, dass heiraten so anstrengend ist?“ er klopft mir auf die Schulter.  
„Iss zwischendurch was!“ rufe ich ihm hinterher und sehe wieder zu Max.
Eine unbekannte Frau reicht ihr ein Glas Wasser und die beiden unterhalten sich. Ich sehe wie meine Frau lacht, ihr ganzes Gesicht strahlt dabei und die andere Frau legt ihr eine Hand auf den Unterarm als sie weiter mit ihr spricht. Sie ist wunderschön, hat lange, hellblonde Haare, ist einen halben Kopf größer als Max und hat eine tolle Figur. Ich spüre wie Eifersucht in mir hoch steigt. Ich würde am liebsten hingehen und ihr eine Kopfnuss verpassen.
Sie beugt sich weiter vor, flüstert Max etwas ins Ohr. Das Gesicht meiner Frau wird ernst und sie läuft rot an. Sie hält ihre Hand mit dem Ehering hoch. Das Lächeln der anderen Frau verändert sich, sie sieht Max nun an wie ein Raubtier seine Beute. Mir gefriert das Blut in den Adern. Ich will gerade auf beide losstürmen da dreht Max sich um und geht weg.
Ich stoße den Atem aus den ich angehalten habe. Ich sehe zu William der in seiner Trageschale schlief und nun langsam die Augen öffnet.
„Hey mein Prinz, du kannst auch echt überall und immer schlafen, hm?“ sage ich zu ihm und streiche ihm über die Wange. „Wie wäre es, wenn ich dich ins Zimmer bringe, dann hast du deine Ruhe?“ ich nehme ihn und bringe ihn in das Schlafzimmer, dass Garry mir angeboten hat damit er schlafen kann.
Ich gebe ihm noch die Brust und schnappe mir das Babyphone. Ich stecke einen Kopfhörer ins Ohr und mache mich auf den Weg um Max zu suchen.
„Du siehst aus wie eine Frau vom Secret Service!“ lacht mir Garry entgegen.
„haha sehr witzig Blödmann. Sag mal wer ist denn das da drüber?“ frage ich als ich die Frau sehe die vorhin Max angeflirtet hat.
Sie hängt irgendeinem Mann an den Fersen. Garry folgt meinem Blick.
„Oh, das ist Nathalie, eine Freundin von Jes. Wieso hat sie dich angemacht?“ grinst er.
„Nein, aber Max!“ knurre ich.
„Hey entspann dich, sie ist harmlos!“ sagt der Soldat mit Besorgnis in der Stimme.
Ich nicke nur. Er greift meine Hand.
„Komm, wir machen jetzt den Eröffnungstanz, danach hast du die Möglichkeit allen hier zu zeigen, dass sie zu dir gehört“ er zwinkert mich an und ich folge ihm.


„Hallo schöne Frau, darf ich vielleicht um diesen Tanz bitten?“ flüstere ich Max von hinten ins Ohr.
Sie zuckt kurz erschrocken zusammen, sie war viel zu sehr beschäftigt Fotos zu machen um mitzubekommen, dass ich mich ihr genähert habe.
„Hmmm, ich weiß nicht was meine Frau davon halten würde“ antwortet sie mir spielerisch.
„Sie muss es ja nie erfahren. Und wenn jemand so wundervolles hier alleine herum steht hat sie es wohl nicht anders verdient wenn jemand anderes die Gelegenheit ergreift.“ antworte ich amüsiert und bin gespannt auf ihre Reaktion.
„Du bist so ein Idiot!“ sagt sie mit leuchtenden Augen und rempelt mich leicht mit der Schulter an.
Ich reiche ihr meine Hand und sie hängt sich ihre Kamera um. Sie schmiegt sich in meine Arme und wir bewegen uns im Takt der langsamen Musik.
„Ist alles okay bei dir? Es tut mir so leid, dass ich bisher nicht so viel Zeit für dich hatte. Aber jetzt ist die Hauptarbeit erledigt“ sagt sie gegen meine Schulter.
„Ja alles in Ordnung. Ich habe William gerade ins Zimmer gelegt, damit er ein bisschen Ruhe hat.“
„Danke, dass du mich zum tanzen aufgefordert hast, das ist schön.“ ich höre eine gewisse Schwere in ihrer Stimme.
„Ich liebe dich Max! Das weißt du doch,oder?“ ich gebe ihr einen Kuss auf den Kopf.
Sie sieht zu mir hoch, ihre blauen Augen strahlen mich an.
„Ich weiß! Und ich liebe dich!“ sie presst ihre Lippen auf meine.
Eine, für die letzten Wochen, ungewohnte Ruhe ist zwischen uns. Ich habe das Gefühl, als ob ich es jetzt schaffe mit ihr zu reden. Sie liegt in meinen Armen und es ist als ob es nur noch uns beide auf der Welt gibt.
„Max....ich....“ da werden wir unsanft von hinten angerempelt.
Die Musik ist wilder und lauter geworden. Max wird von Garry an die Hand genommen und weg geführt. Sie schaut mich entschuldigend an und folgt ihm in die Menge.


Wir sitzen im Auto auf den Weg nach Hause. Max sieht nicht gut aus, sie hat einen Migräneanfall bekommen.
„Was wolltest du vorhin eigentlich auf der Tanzfläche sagen?“ fragt sie leise in die Stille des Autos hinein.
„Ich....ähm....weiß nicht, war wohl nicht so wichtig.“ antworte ich zerknirscht.
„Oh okay.“ wir erreichen unsere Einfahrt.
„Ist es okay wenn ich schon mal ins Bett gehe? Mein Kopf bringt mich um.“ nuschelt Max mir entgegen.
„Natürlich Baby, ich bringe noch William ins Bett und dann komme ich zu dir, ja?“
Max steigt aus und taumelt leicht Richtung Eingang.
„Price, du bist so ein verdammter Feigling.“ schimpfe ich mich selber im Spiegel an.

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Ich wache auf und das Bett neben mir ist leer. Ich laufe durchs Haus auf der Suche nach Max. Die Tür von ihrem Arbeitszimmer ist offen und ich höre wie sie mit jemanden spricht.
„Ja Vic, ich weiß, dass das wichtig ist, ich werde ja auch da sein....Ach komm schon, du weißt wie ungern sie fliegt...natürlich hätte ich sie gerne dabei...“ sie seufzt schwer aus „ganz ehrlich, ich weiß es nicht, seit Williams Geburt ist es....anders zwischen uns....ja verdammt das tue ich doch! Ach komm, du kennst mich jetzt wie lange....ja nicht lustig. Ja ich sehe was ich tun kann, aber rechne mal besser nicht damit. Ja ich dich auch, ich melde mich!“ und sie legt auf.
Irgendwas an dem Telefonat hat mich in Alarmbereitschaft versetzt. Ich merke, wie ich noch immer an der offenen Tür stehe und lausche. Schnell gehe ich in die Küche und bereit Frühstück vor. Max kommt tief in Gedanken versunken dazu und bleibt plötzlich stehen.
„Oh...ähm....guten Morgen!“ sie sieht mich mit großen Augen an.
„Guten Morgen! Kaffee ist gleich fertig.“ sage ich und versuche mir nicht anmerken zu lassen, dass ich gelauscht habe.
„Gut, können wir uns kurz unterhalten?“ fragt mich meine Frau und sieht mich besorgt an.
Ich muss unwillkürlich schlucken. Ich nehme unsere Tassen und setze mich ihr gegenüber an den Esstisch. Sie schaut in ihre Tasse und scheint ihre Gedanken zu sortieren.
„Ich habe gerade mit Vic telefoniert. Das Militärprojekt wegen dem ich Ende November weg war eröffnet nun am letzten Samstag im April. Und die Veranstalter wollen mich gerne bei der Eröffnung dabei haben. Also genauer uns beide. Und ich....ich wollte fragen, ob du vielleicht Lust hast mich zu begleiten. Ich meine...ich weiß, dass du nicht gerne fliegst und bis Miami ist es ne Weile und es ist schon in knapp anderthalb Wochen und....aber... ich will dich nicht unter Druck setzen, aber es wäre mir wichtig. Aber wenn du nicht willst, dann verstehe ich das und...“sie wird immer unruhiger beim Sprechen.
„Hey Max, atme mal durch.“ unterbreche ich ihren Redefluss.
Sie atmen tief ein und aus und schaut mich an.
„Es war eine blöde Idee, tut mir leid, ich hätte gar nicht erst fragen sollen.“ sie klingt traurig und bedrückt und es macht mich traurig.
„Max, ich komme gerne mit. Aber vielleicht sollten wir Mom fragen, ob sie auf William aufpasst in der Zeit. Ich würde ihn ungern schon fliegen lassen.“
Ich merke, dass es mich etwas nervös macht mein Baby für ein Wochenende zu verlassen, aber ich glaube, wenn ich Max hierbei nicht unterstütze wird das unserer Beziehung nur noch mehr schaden. Sie schaut mich ungläubig an.
„Ist das dein Ernst?“ fragt sie aufgeregt hüpfend.
Ich nicke und sie springt aufgeregt von ihrem Stuhl auf, gibt mir einen Kuss auf die Wange und telefoniert mit Vic. Ich lächel ihr hinterher und spüre gleichzeitig die Unruhe in mir.

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„Hallo Mom, wie geht es euch beiden?“ frage ich und laufe über den Strand.
„Hallo Liebling, wie ist Miami? Hattet ihr einen guten Flug?“ fragt mich meine Mutter zurück.
„Ja alles super, wir sind in einem schicken Hotel. Max und Vic sind gerade bei dem Veranstalter, alles ist top secret. Also laufe ich gerade am Strand entlang und warte, dass sie fertig ist. Der Flug war in Ordnung dank der Tabletten. Ist Willy lieb?“ ich spüre wie ich mein Baby vermisse, aber ich weiß, dass er bei Mom gut aufgehoben ist.
„Natürlich, ich wünschte, du wärst so ein ruhiges und liebes Kind gewesen.“ lacht sie neckend.
„Jaja, ich habe dich auch lieb Mom!“ knurre ich gespielt.
„So nun genieße mal deine Zeit und ihr beide dann auch mal, dass ihr Zeit für euch habt!“ ich kann ihr Lachen bis hierher spüren.
„Argh Mom, ich lege jetzt auf! Ich liebe dich und Danke für alles!“
„Gerne mein Schatz, ich liebe dich auch!“ und sie legt auf.
Ich stehe wieder vor unserem Hotel und gehe hinein. Die Fahrstuhltür öffnet sich und ich fahre nach oben.
Das Gespräch mit Mom geht mir durch den Kopf. „genießt die Zeit zu zweit“ höre ich ihre Stimme in meinem Kopf. Wenn ich das nur könnte. Seit sieben Monaten besteht größere körperliche Funkstille zwischen Max und mir, sie hat keinen Versuch mehr gestartet und je mehr Zeit vergeht, desto mehr schäme ich mich und traue ich mich nicht.
Ich bin im Zimmer und meine Gedanken gehen zu meiner Frau und ich spüre, wie die Erregung mich überrennt.
Ich lasse mich aufs Bett fallen und öffne meine Hose. Ich stelle mir vor wie es wäre, wenn ich die Narben nicht hätte und Max zu mir kommt. Mich berührt, ihre Hand in meine Shorts wandern lässt. Mein Körper folgt den Bewegungen in meinen Gedanken. Ich merke wie feucht ich bei dem Gedanken werde, dass Max mich berührt. Ehe ich weiß was ich tue lasse ich einen Finger in mich gleiten und stöhne leise auf. Ich gebe mich dem guten Gefühl völlig hin.
„Oh WOW!“ reißt mich plötzlich Maxs Stimme aus meinen Gedanken.
Überrascht sehe ich sie an. Sie schaut zu mir, Tränen bilden sich in ihren Augen und sie rennt ins Badezimmer.
„Fuck“ fluche ich, mache meine Hose wieder zu und will ihr hinterher, doch sie hat die Tür abgeschlossen.
Ich lausche an der Tür, höre wie sie hektisch atmet.
„Halt die Klappe, dass hat gar nichts zu bedeuten“ murmel sie.
Mist, warum hat sie eine Panikattacke? Wir haben uns schon öfter dabei zugesehen, warum jetzt diese Reaktion. Ich höre lautes Gepolter. Ich klopfe an die Tür.
„Max verdammt, du musst dich beruhigen. Komm schon, lass mich rein! Lass uns reden, bitte!“ ich halte die Luft an.
Mein eigener Herzschlag erhöht sich. Ich sehe mich um, womit ich die Tür aufbrechen könnte da höre ich wie sich das Schloss entriegelt. Langsam öffne ich die Tür und sehe mich um. Überall auf dem Boden liegen Tuben und Flaschen mit Hygieneartikeln durcheinander. Max hockt zusammengekauert in einer Ecke.
„Max, was ist los?“ ich hocke mich zu ihr und will nach ihrem Arm greifen.
„Fass mich nicht an“ zischt sie und zieht ihren Arm weg.
„Max....“ versuche ich anzusetzen doch da fängt sie an zu sprechen.
„Seit Monaten blockst du mich ab und gibst mir das Gefühl, dass es unangebracht ist wenn ich dir Nahe sein möchte. Und ich habe es akzeptiert, ich habe gewusst, dass manche Frauen nach einer Geburt eine Weile keine Lust auf Sex haben. Und wollte dir den Raum geben. Aber anscheinend...“sie fängt an zu schniefen „anscheinend liegt es mir, dass du mich nicht mehr bei dir haben willst. Ist es nicht so?“ sie sieht mich an.
Ich starre sie an, weiß nicht was ich sagen soll.
„Nein, so ist es nicht!“ flüstere ich.
„Wie ist es dann Chloe?“ knurrt sie nun frustriert.
„Max ich....ich kann nicht“ antworte ich und lasse den Kopf hängen.
Es kommt Bewegung in den zarten Körper meiner Fotografin. Sie springt vom Boden auf und läuft Richtung Badezimmertür. Ich gehe ihr hinterher und sehe, dass sie im Begriff ist das Hotelzimmer zu verlassen.
„Max warte...“ flehe ich doch sie läuft weiter.
Ich greife nach ihrem Handgelenk. Sie bleibt wie angewurzelt stehen. Ihr Körper fängt an zu beben. Sie will sich los reißen da greife ich nach ihrem zweiten Handgelenk und ziehe sie an mich heran. Meine Arme umschließen sie und ich halte sie mit aller Kraft fest. Sie wehrt sich in meinem Armen und versucht sich heraus zu winden.
„Max bitte...bitte geh nicht. Ich...lass uns reden, aber bitte lauf nicht weg!“ Tränen steigen mir in die Augen.
„Schön“ seufzt sie, ihre Stimme ist eiskalt.
Ich lasse sie los, bereit sie wieder einzufangen falls es nur ein Trick von ihr ist, aber sie setzt sich auf einen der Sessel, vermeidet sämtlichen Augenkontakt. Ich setze mich ihr gegenüber.
„Ja es hat nichts damit zu tun, dass ich keine Lust mehr auf Sex habe.“ ich sehe aus dem Augenwinkel wie sie wieder aufspringen will. Und ergänze schnell „Aber es hat NICHTS mit dir zu tun!“ sie setzt sich wieder und schaut auf den Boden.
Und dann erzähle ich ihr die Geschichte, warum ich mich nicht mehr wohl damit fühle wenn ich in ihrer Gegenwart nackt bin.
Ich beende meine Erzählung und schaue auf meine Füße. Ich höre wie Max aufsteht.
„Warte hier!“ sagt sie nur und geht ins Schlafzimmer.
„Vic, ich brauche deine Hilfe!“ höre ich und dann schließt sie die Tür.
Ich höre kurz nur Gemurmel, kann aber nichts verstehen. Tränen laufen meine Wangen herab und ich wage nicht mich zu bewegen.
„Ist mir scheiß egal, zieh von mir aus so ein reiche Leute Ding ab damit kennst du dich doch aus.“ poltert sie plötzlich ins Telefon und ich zucke zusammen.
Max öffnet die Tür und hat noch immer das Telefon am Ohr.
„Danke du hast etwas gut bei mir....weil du mich liebst, deswegen. Ja bis morgen!“ und sie legt auf.
Sie kommt zu meinem Sessel und sieht auf mich herab.
„Los zieh dir was bequemes an, wir müssen gleich los.“ sagt sie nur und lässt sich wieder in den Sessel fallen.
Ich schaue zu ihr, doch sie ist mit ihren Gedanken weit weg.

„Max wo fahren wir hin?“ frage ich doch sie fährt einfach weiter, schaut mich nicht an.
Sie kaut nachdenklich auf ihrer Unterlippe herum. Ich habe es wohl diesmal wirklich versaut. Ich erkenne die Galerie wo morgen die Eröffnung statt findet und wir parken davor. Der Mond erhellt Maxs Gesicht und ich kann genau die Trauer und Schmerz darin erkennen. Sie seufzt und steigt aus.
Vor der Galerie steht ein Mann und begrüßt sie. Sie schüttel die dargebotenen Hand und ich sehe wie sie auf ihn einredet. Ich steige aus und komme dazu.
„Wirklich, Sie haben etwas gut bei mir.“ sagt meine Frau kleinlaut.
„Miss Chase hat sich schon sehr dankbar in ihrem Namen gezeigt!“ erwidert der Mann freundlich aber müde.
„Den Rest schaffen wir alleine. Es tut mir leid, dass ich Sie noch mal aus dem Bett geholt habe, wir sehen uns morgen!“ verabschiedet sie den Mann.
Er öffnet die Galerie Tür und Max hält sie auf und bedeutet mir näher zu kommen. Ich gehe zu ihr und sie lässt uns herein, verriegelt hinter uns die Tür und geht zu einem Lichtschalter.
Vor mir hängt ein Schild. Auf großen Lettern steht dort

´Spuren meines Kampfes`

Ich sehe Max an und sie kommt zu mir. Sie nimmt meine Hand und führt mich weiter. Wir kommen an eine Tafel. Ich sehe mich um und Max fängt mit sanfter Stimme an vorzulesen.
„Wir alle haben Kämpfe in unserem Leben. Alltägliche, private, auf Arbeit, mit Freunden, in der Familie. Gegen Behörden und Krankheiten. Manche Kämpfe hinterlassen Spuren, auf dem Körper und der Seele. Tagtäglich gehen tausende Männer und Frauen in einen gefährlichen Kampf, sie riskieren Leib und Leben um ihre Familien, ihre Freunde und ihr Land zu beschützen. Diese Wanderausstellung zeigt einige dieser Geschichte und welche körperlichen Spuren diese Menschen in ihren Kämpfen für unser aller Leben in Kauf nehmen. Alle Einnahmen gehen zu 100% in einen Fond um verletzte Soldatinnen und Soldaten zu unterstützen. Die Geschichten zu den Bildern vom Max Caulfield haben die Veteranen selber erzählt.“
„Max...“
„Shhht, bitte geh einfach herum und sieh es dir an. Ich warte hier auf dich“ sie küsst meine Hand und lässt sie los.
Ich gehe los und sehe mich um. Die Bilder berühren mich und ich lese mir hier und da die Geschichten der Menschen durch. Ich spüre wie ich anfange zu zittern und zu schluchzen. Max hat diese Menschen wundervoll eingefangen. Ich gehe zu ihr zurück.
„Und was denkst du wenn du die Bilder siehst?“ fragt sie mich sofort.
„Sie sind wunderschön.“ sage ich kleinlaut.
„Sie sind alle so stark. Diese Menschen haben viel Schmerzen und Leid hinter sich. Und was denkst du, wenn du ihre Narben und Verletzungen siehst? Hast du bei einem einzigen gedacht, dass sie hässlich sind?“ Max klingt ernst.
„Nein“
„Hast du bei einem gedacht, dass sie es nicht wert sind geliebt zu werden?“
„Nein, aber....“
„Nein verdammt, nicht aber. Chloe, wie kannst du nur glauben, dass ich... fuck Chloe!“
„Diese Menschen haben alle schwere Kämpfe hinter sich und…“
„Scheiße ehrlich? Das ist jetzt deine Argumentation? Du hast auch gekämpft, du hast um dein Leben gekämpft, für unseren Sohn, für unsere Familie! Und wenn dieser Kampf irgendwas daran geändert hat wie ich dich sehe, dann, dass es dich noch perfekter für mich macht. Ich habe damals gedacht, dass ich dich verliere, doch du hast überlebt und stehst vor mir und du wagst es tatsächlich dich dafür zu schämen….vor mir?“ ich höre die Trauer und Verzweiflung in ihrer Stimme.
„Max ich…“
„Nein ich bin noch nicht fertig! Manchmal bist du so ein Dummkopf. Verdammt ich liebe dich! Du wirst immer die wunderschönste Frau auf der Welt für mich sein und das nicht wegen deinem Körper, sondern weil du in deinem Inneren wunderschön bist. Chloe, du bist loyal und liebevoll und witzig und die meiste Zeit echt klug. Ich kenne keinen Menschen der mich so glücklich macht und das alles kommt noch in einer hella sexy Verpackung. Ich liebe dich verdammt noch mal so wie du bist und keine äußere Veränderung wird daran was ändern. Wir alle tragen unsere Narben mit uns herum. Große und Kleine. Innere und äußere, aber das zeigt nur, dass wir bereit waren für etwas zu kämpfen und es überlebt haben.“ Sie zieht sich ihr Shirt aus und ich starre sie perplex an. „Liebst du mich weniger seit ich die hier habe?“ sie zeigt auf ihre Schusswunde und ich schüttle den Kopf. „oder die hier?“ sie hält mir ihr Handgelenk entgegen.
„Nein“ krächze ich.
Max zieht sich wieder an.
„Ich bin so stolz auf dich, dass du William in unser Leben gebracht hast und dankbar. Die Spuren die das bei dir hinterlassen hat sollten dich auch stolz machen und nicht beschämen.“ Sie sieht zu Boden und ich sehe wie der Ärger ihren Körper verlässt.
„Lass uns zurück fahren!“ sagt sie und geht Richtung Tür.
Ich folge ihr ohne ein weiteres Wort zu sagen. Während der Rückfahrt lasse ich unser Gespräch noch einmal in meinem Kopf Revue passieren und die Bilder die ich gesehen habe mit den Geschichten. Wir erreichen das Hotel und Max geht vor zu unser Zimmer. Ich laufe ihr mit hängendem Kopf hinterher.
Max betritt das Zimmer und lässt sich schwer in den Sessel fallen. Ich setze mich ihr gegenüber.
„Was geht in deinem Kopf vor sich?“ frage ich vorsichtig.
„Ich…..ich bin so wütend auf dich. Ich bin wütend über deine dummen Gedanken, aber noch mehr, dass du in all den Monaten nicht mit mir gesprochen hast. Was denkst du denn was passiert wäre? Das ich irgendwas gegen deinen Willen getan hätte? Das ich dich verlassen hätte? Weißt du was, ich glaube ich will es gar nicht wissen, ich glaube das tut mir gerade nur noch mehr weh.“ Sie sieht mir in die Augen und ich kann sehen, dass sie Recht hat, der Schmerz ist deutlich zu erkennen.
„Es tut mir leid!“ Tränen laufen meine Wangen herab. „Ich wollte dir nicht wehtun, oder dich ausschließen. Ich wollte so oft mit dir reden, doch jedes Mal kam Angst in mir hoch. Ich wünschte, ich wäre so mutig und offen wie du.“ Ich sehe sie an.
„Nein, mir tut es leid, dass ich offensichtlich nicht mehr die Frau bin die stark genug ist, dass du mit einem guten Gefühl zu ihr kommen kannst wenn dich etwas belastet. Ich bin müde und morgen wartet ein anstrengender Tag auf mich. Lass uns ins Bett gehen und morgen sehen wir weiter, was wir mit diesem Chaos machen, okay?“ sie steht ohne auf eine Antwort zu warten auf und geht ins Badezimmer.
Ich vergrabe mein Gesicht in meinen Händen. Die ganze schwere unseres Abends wird mir bewusst.
Ich betrete das Schlafzimmer und sehe das Max bereits im Bett liegt. Mit dem Rücken zu mir in der hintersten Ecke des Bettes. Ich lege mich dazu, überlege ob ich sie berühren oder etwas sagen sollte. Sie seufzt leise, dreht sich um und legt ihre Hand in die Mitte des Bettes. Schweigend ergreife ich sie und mit meiner freien Hand fahre ich sanft die Narben auf meinem Bauch lang.
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Das schnurren eines Sportmotors mischt sich mit den leises Klängen von Country Musik. Ich spüre das weiche Leder eines Lenkrads an meinen Finger und Wind lässt meine Haare wehen.
„Hey Sweetheart!“ grüßt Dad mich vom Beifahrersitz aus.
Er lächelt mich liebevoll an und seine blauen Augen scheinen direkt in meine Seele hinein schauen zu können. Ich lächel traurig zurück.
„Hey Daddy, ich habe es diesmal ganz schön verbockt was?“
„Nein Liebling, aber du hast diesmal lange gebraucht um deinen Fehler einzusehen.“
Wir schweigen und hören der Musik zu. Ich fahre uns an einer Küstenstraße entlang.
„Wo fahren wir hin?“ frage ich plötzlich.
„Wo immer du hin möchtest Schatz. Das kannst nur du entscheiden. Du kannst weiter wegrennen, naja eher fahren“ er lacht sein typisches Lachen was mein Herz hüpfen lässt „oder du drehst um. Die Entscheidung liegt ganz bei dir. Aber egal wofür du dich entscheidest, ich werde bei dir sein.“
„Ich will zu Max! Ich will nur zu ihr.“ schniefe ich.
„Dann hör auf weg zu laufen und dreh um.“ ich steige auf die Bremse.
Ich drehe mich zu ihm. Er lächelt mich liebevoll an. Ich nehme in fest in den Arm und er hält mich.
„Danke Dad!“
„Schön, dass du endlich bereit dazu bist. Ich liebe dich Schatz!“
Ich wende das Auto und fahre zurück.
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Ich öffne die Augen und höre das Klicken einer Tür. Schnell setze ich mich auf und sehe auf dem Nachttisch einen Brief stehen.

Guten Morgen Liebling,
ich muss noch ein paar Sachen organisieren. Ich habe dir die Autoschlüssel und deine Einladung da gelassen. Solltest du aber keine Lust auf die Eröffnung haben, dann ist es okay.
Ich will dich zu nichts zwingen wo du dich unwohl fühlst.
Bis später,
ich liebe dich!

Ich betrete die Galerie und sehe Max umringt von Menschen. Vic steht in einer Ecke und ich beschließe erst mal zu der Blonden zu gehen.
„Seit wann macht Max Selfies mit fremden Menschen?“ frage ich und stelle mit Genugtuung fest, dass die Angesprochenen einen kleinen Satz in die Luft macht.
Zwar sind wir seit langer Zeit Freunde, aber die alte Rivalität zwischen uns macht trotzdem immer mal wieder Spaß. Ich sehe zu ihr, sie hat sie heute die Haare zurück gesteckt, sodass man ihre Narbe quer über dem Gesicht und das fehlende Auge gut sehen kann. Sie funkelt mich böse an.
„Ach ja, hat Miss Price es auch endlich mal aus dem Bett geschafft? Gott! Und das da“ sie nickt zu Max „ hat sie sich selber zuzuschreiben. Das war eine Bedingung, dass wir gestern auf ihren „Notfall“ reagiert haben. Ich hoffe dieser ganze Aufriss gestern war nicht nur, damit ihr hier drin eine Nummer schieben könnt.“ sie denkt kurz nach und verzieht das Gesicht. „Ehrlich, ich will das gar nicht wissen. Aber was immer du mit ihr getan hast, mach das nie wieder. Sie war gestern so eine Bitch, ich wusste gar nicht, dass sie das kann. Herrje, so hätte ich sie selbst zu Blackwell Zeiten freiwillig auf den Thron gelassen.“ Ich stottere hilflos bei den ganzen Gedanken herum die in meinem Kopf umher schwirrden.
„Naja, wie auch immer, das hier ist gut für ihre Kariere und ich habe auch ein schönes Entschuldigungsgeschenk erhalten.“ sie hat ein triumphales Grinsen aufgelegt.
„So, was denn?“ frage ich neugierig.
„DAS wirst du sehen wenn es so weit ist.“ sie sieht auf ihre Uhr und gibt einem Techniker ein Signal.
Die Lichter im Raum gehen aus und Max geht mit dem Mann von gestern Abend zu dem Schild mit dem Galerietitel unter dem ich gestern mit Max stand.
„Guten Tag meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste und Besucher und ein herzliches Willkommen an die Beteiligten dieses Projekts. Normalerweise hätte meine Agentin und gute Freundin Victoria Chase es für mich arrangiert, dass ich nicht die Eröffnungsrede halten muss, aber dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen und deswegen konnte ich es mir nicht nehmen lassen, dass Sie sich nun mein Gestotter antun müssen.“ ein freundliches Lachen geht durch den Raum bei Maxs Worten.
„Oh Gott, ich habe ihr gesagt keine Witze!“ grollt Vic leise neben mir.
„Ich kann selbst im Dunkeln spüren wie Vic gerade mit den Augen rollt. Naja jedenfalls danke ich Ihnen allen von Herzen, dass Sie heute hier sind um diese Ausstellung zu eröffnen. In den kommenden Monaten wird sie durch die USA wandern in der Hoffnung, dass so viele Menschen wie möglich erreicht werden und so viele Einnahmen wir möglich erzielt werden. Alle Einnahmen gehen komplett in einen Fond um verletzte Soldatinnen und Soldaten zu unterstützen. Spenden sind natürlich auch gerne gesehen. Ich selber möchte gerne mit gutem Beispiel voran gehen und werde 10000 Dollar spenden.
Ich bin sehr dankbar, dass ich ein Teil dieses Projektes sein durfte. Ich konnte mit tollen, starken und faszinierenden Menschen zusammenarbeiten die mir ihre Geschichten erzählt haben und sich vor mich und meine Linse gewagt haben. Ich glaube, die Ergebnisse sprechen für sich. Ich möchte allen Beteiligten für ihre Kooperation danken, für die vielen, inspirierenden Gespräche und den Mut, den diese Menschen mir gemacht haben. Oft vergessen wir, dass Kämpfe nicht nur mit dem Körper sondern auch in der Seele stattfinden können und über diese Wunden zu sprechen erfordert viel Mut und Vertrauen. Ich bin dankbar, dass ich euer Vertrauen hatte, ihr seit klasse Leute!“ Max applaudiert in die Richtung einer Gruppe am Rande der Veranstaltung.
„Ich danke allen Menschen die ihr Leben für meines riskiert haben und riskieren werden. Lasst uns dafür Sorgen, dass sie genug Unterstützung in der Verarbeitung des Erlebten bekommen. Ich danke aber auch meiner Agentin, die ihre ganz eigenen Kämpfe mit mir zu führen hat und ich danke meiner wundervollen Frau, die mir mit ihrer Stärke die Kraft gibt meinen täglichen Lebenskampf zu meistern! Ich liebe dich Schatz! Ich wünsche ALLEN Menschen, dass sie es mit Hilfe von Freunden, Familie oder auch anderen schaffen ihre Narben eines Tages als etwas wundervolles anzusehen. Als ein Ja zu ich hatte einen Kampf aber verdammt ich habe gesiegt! Als ein Ja zum Leben“ Sie sieht mich durch den Raum an, wie schon den ganzen letzten Teil ihrer Rede und ich spüre eine Gänsehaut.
„Dann höre ich jetzt Mal auf Sie von der Ausstellung fern zu halten. Die Protagonisten sind gerne bereit Ihnen Fragen zu beantworten. Ich ebenfalls und gegen eine Spende dürfen heute gerne Fotos mit mir zusammen gemacht werden. Ich wünsche Ihnen alle schöne und inspirierende Momente.“ Max salutiert der Gruppe Veteranen zu und verlässt den Lichtkegel.
Die Saallichter gehen an und Menschen beginnen in die Ausstellung zu strömen. Max steht bei den Veteranen, nimmt jeden nacheinander in den Arm. Ich schaue zu Vic neben mir, die sich schnell eine Träne weg wischt und dann eifrig auf ihrem Tablett herum tippt.
„Hey Mausi!“ springt ihre Freundin zu ihr.
„Hey!“ sagt sie zurück und küsst sie.
„Hallo Chloe!“ grüßt mich Jessie. „Wie geht es William? Ist er auch hier?“ plappert sie wild drauf los. Ich frage mich immer wieder, wie die griesgrämige Victoria mit so einem lebhaften Wirbelwind auskommt, aber sie sieht ihre Freundin sehr glücklich an.
„Nein, er ist bei meiner Mom in Seattle. Das erste Mal, dass Max und ich so lange von ihm getrennt sind.“ antworte ich ihr mit einer gewissen Schwere in der Stimme.
„Oh ja, das muss hart für euch sein. Ich gehe mir die Ausstellung anschauen, kommt ihr mit?“ fragt sie mit einem leichten Singsang in der Stimme.
„Gleich Liebling, ich muss nur noch eine Mail fertig tippen.“ antwortet Vic.
„Und ich will schauen ob ich irgendwie an meine Frau ran komme.“ ich schaue verzweifelt zu der neuen Menschenmenge die Max umzingelt.
Jessie winkt und geht schon mal vor.
„Echt jetzt? Mausi?“ grinse ich dreckig.
„Halt die Klappe Price!“ knurrt Victoria zurück und bekommt aber sofort einen weichen Gesichtsausdruck. „Sie ist fantastisch. Ich hätte nie gedacht, dass das mit uns so toll harmoniert, aber Gegensätze ziehen sich wohl wirklich an.“ lacht sie und gibt mir einen Klaps auf die Schulter und geht ihrer Freundin hinterher.
„Ach und sag deiner Frau, dass sie in Zukunft ihre Reden gefälligst selber halten kann“ dreht sich die Blonde noch einmal um.
Ich widerstehe dem Impuls ihr den Mittelfinger zu zeigen. Ich wühle mich durch die Masse bis ich bei Max bin.
„Eine tolle Rede Baby!“ flüstere ich in ihr Ohr.
„Ich hoffe, dass alle gut zugehört haben.“ sagt sie sanft zurück und dreht sich zu mir um.
Sie greift meine Hand und führt mich herum, stellt mich den Veteranen vor.
Ich unterhalte mich mit den Leuten und verstehe, was Max in ihrer Rede meinte. Alle sind so voller Stolz und Lebensfreunde.

Ich streife durch die Ausstellung und bleibe vor einem schwarz weiß Bild einer Frau stehen. Ihr halber linker Arm fehlt und das linke Bein. Sie hat eine riesige Narben an ihre linken Seite und auch die linke Brust ist weg. Ich bewundere das Bild, die Schatten und die Schönheit.
„Deine Frau ist wirklich einzigartig“ holt mich eine fremde Stimme aus den Gedanken.
Ich drehe meinen Kopf und sehe, dass die Frau auf dem Foto mich angesprochen hat. Ich spüre wie ich rot werde.
„Entschuldige bitte, ich war in Gedanken und wollte nicht so starren.“ nuschle ich verlegen.
„Hey alles gut! Dafür hängt es doch hier, oder? Und ich habe gelernt damit umzugehen.“ ihre Stimme ist leicht und fröhlich.
Ich weiß nichts darauf zu antworten.
„Mein Mann hat mich damals aufgefangen als ich zurück kam. Ich dachte, dass er mich nie wieder ansehen wollen würde als ich im Krankenhaus aufgewacht bin und sah, was mit mir passiert ist.“ sagt sie leise, in ihre Stimme schwingt Nostalgie mit und sie starrt ebenfalls auf das Foto.
„Yeah, das Gefühl kenne ich. Ich meine, Fuck sorry, dass ist so...“ sie legt mir eine Hand auf die Schulter und unterbricht mich.
„Hey ist okay. Weißt du, es gibt keine Stufen wenn es um Leiden geht. Und keiner hat mehr Rechte als ein anderer. Ich meine, sieh dich um. Wenn ich manche Bilder hier sehe frage ich mich, wie die Menschen das nur psychisch überstanden haben. Aber wir alle sind Kämpfer und jeder Kampf verdient seinen Respekt.“ sie nimmt ihre Hand von meiner Schulter und lächelt mich an. Ihre grünen Augen scheinen mich mit Güte und Verständnis zu überfluten.
„Weißt du, ich habe mich lange mit meinen Wunden und Narben abgefunden und auch mit den Blicken von anderen Menschen. Aber so wie deine Frau mich eingefangen hat, so wie sich mich sieht und zeigt, dass ist, als ob es endlich in meinem Kopf geklickt hat. Ich bin so dankbar, dass ich Teil dieser Ausstellung sein darf.“
„Ich wünschte, ich wäre auch so stark wie du!“ flüstere ich leise.
„Hey Chloe, so wie Max von dir gesprochen hat bist du das. Gott, ich habe schon überlegt, ob es dich wirklich gibt so wie sie geschwärmt hat.“ sie lacht leise auf und ich spüre wieder die Wärme in mir aufsteigen.
„Tut mir leid, da ist mein Mann, ich gehe mal zu ihm, der arme Kerl ist hier völlig überfordert.“ sie winkt mir zum Abschied und geht zu einem groß gewachsenen Mann der ein perfektes Model abgeben könnte. Beide küssen sich liebevoll und er schaut sie voller Stolz und Liebe an.
Ich sehe mich um und entdecke Max. Sie unterhält sich mit einem älteren Mann in Uniform. Ich gehe zu den beiden.
„Oh hey Liebling! Entschuldigen Sie mich bitte, ich habe meine Frau schon den ganzen Abend außen vor gelassen.“ sagt sie entschuldigend zu dem Mann, dieser lächelt uns beide an.
„Na dann sollten sie das aber schnell wieder gut machen junge Dame! Und danke für Ihren Einsatz!“ und damit dreht er sich um.
„Was muss man doch gleich tun um ein Foto mit der wundervollen Fotografin zu bekommen?“ frage ich und bekomme ein breites Grinsen zur Antwort.
„Einmal spenden und dann gehöre ich für ganze 30 Sekunden nur dir!“ neckt mich Max.
„Du machst das fantastisch Baby, du wirkst so entspannt und als ob es das natürlichste auf der Welt ist dich unter so viele Menschen zu mischen.“ raune ich ihr ins Ohr.
Kurz flackern ihre Augen verräterisch auf doch dann legt sie wieder ihre professionelle Maske drüber.
„Hätte ich gewusst, dass das zu einer Fotografikkarriere dazu gehört hätte ich mich dagegen entschieden.“ lacht sie halbherzig.
„Würdest du mir die Ehre erweisen ein Foto mit dir zu machen?“ frage ich scheu.
Sie lacht,nimmt meine Hand und führt mich zu der Station. Kurz bevor der Auslöser klickt küsst die mich auf die Wange.
„Meine Damen, darf ich auch noch einmal?“ fragt ein Reporter.
„Liebling, du musst das nicht tun, wenn du nicht willst!“ flüstert mir Max besorgt ins Ohr.
„Kein Problem!“ antworte ich und nehme Maxs Hand.
Sie zieht mich näher zu sich heran und küsst mich sanft auf den Mund. Klick und der Reporter verschwindet.
„Das war jetzt hoffentlich nicht nur fürs Bild?“ stotterte ich nervös.
„Nein Dummi, das war, weil ich dich liebe!“ und wieder landen ihre Lippen auf meinen.
„Nehmt euch ein Zimmer!“ tönt Vics Stimme in meinem.
„Sag bloß wir dürfen endlich gehen?“ in Maxs Stimme schwingt Hoffnung.
„Eine Stunde musst du wohl noch durchhalten Caulfield!“ Vic sieht Max mitleidig an.
„Ist es okay wenn ich schon mal vorgehe?“ frage ich und Max nickt mir zu.
„Geh ruhig, wir sprechen später, ja?“ kurz sehe ich wieder die Trauer und den Schmerz von letzter Nacht in ihren Augen.
Ich schlucke den Kloß in meinem Hals herunter und überreiche Max die Autoschlüssel.

Ich höre das Piepen der Zimmertür und zucke etwas zusammen. Max kommt herein und lässt sich seufzend auf den Sessel fallen. Ich sehe ihr an wie erledigt sie von dem Tag ist und mein schlechtes Gewissen wird größer, weil ich weiß, dass sie wegen mir so wenig Schlaf und so viel Extraarbeit hatte.
„Hey!“ sage ich und sehe sie an, ich bleibe etwas unschlüssig vor dem Sessel stehen.
„Hey!“ antwortet Max müde und reibt sich durch das Gesicht.
„Hast du schon Abendbrot gegessen oder wollen wir was essen gehen? Oder uns was aufs Zimmer bringen lassen?“
„Ich habe heute genug von fremden Menschen, wenn es dir nichts ausmacht würde ich gerne hier auf dem Zimmer essen. Es ist mir auch egal was, such du ruhig was aus.“ Seufzt sie leise.
Ich nicke und gehe zum Zimmertelefon. Aus dem Augenwinkel sehe ich wie Max das Zimmer verlässt und Richtung Badezimmer geht. Kurz darauf geht die Dusche an und ich lasse den Kopf etwas sinken. So viel zu meinem glorreichen Plan mit ihr zusammen zu duschen.
Der Zimmerservice klopft und in dem Moment stellt Max auch das Wasser aus. Ich bereite alles vor und meine Frau kommt zu mir in den Wohnbereich, sie hat sich ihren Schlafanzug angezogen.
Wir setzen uns und essen schweigend, jede hängt ihren Gedanken nach.
„Max, ich halte das nicht aus.“ sie sieht mich fragend an. „Ich….ich weiß gerade nicht wo wir miteinander stehen. Ob du noch sauer auf mich bist oder nicht. Den einen Moment habe ich das Gefühl, dass du mich am liebsten anschreien und den anderen als ob du mich in den  Arm nehmen möchtest. Das ist hella verwirrend.“
„Ja, ja für mich auch!“ seufzt meine Frau. „Sieh mal ich….ich versuche dich zu verstehen und das ganze hier, aber…ich fühle mich so….ich überlege was ich anders hätte machen müssen um dich besser zu unterstützen und dann denke ich wieder, warum du nicht mit mir sprichst sondern mich einfach so ausschließt. Und dann dieser Abend….wie du mich von dir gestoßen hast, ich hatte das Gefühl, dass ich alles falsch mache und das du deinen Freiraum brauchst und…ich wollte dich zu nichts drängen und nichts kaputt machen und deswegen habe ich dir diesen Freiraum geben wollen aber ich….Chloe ich vermisse uns so schrecklich.“ Ihre Augen funkeln feucht und wir beide essen schweigend weiter. „Ich dachte, und bin mir immer noch unsicher, dass du mich vielleicht einfach nicht mehr willst.“ Flüstert sie plötzlich erstickt.
Bevor ich etwas erwidern kann steht sie auf und geht ins Schlafzimmer. Ich höre leises Schluchzen und mache mich auf den Weg zu ihr. Sie liegt im Bett zusammengerollt und weint. Ich lege mich zu ihr und nehme sie von hinten in den Arm.
„Es tut mir alles so furchtbar Leid! Ich weiß nicht, wie ich das jemals wieder gut machen kann. Bitte hör auf zu weinen Max!“ ich ziehe sie noch enger an mich, sodass ich ihre Wärme an meiner Brust spüre. „Natürlich will ich dich noch, wie könnte ich nicht? Ich liebe dich und will mit keinem anderen Menschen auf der Welt zusammen sein.“ Sage ich in ihren Nacken.
Sie dreht sich in der Umarmung und ihr Gesicht ruht nun an meiner Schulter. Meine Hand wandert zu ihrem Rücken und ich presse sie sanft enger an mich, ich lege mein Bein über sie um ihr noch näher sein zu können.
„Chloe!“ schluchzt sie und ich spüre wie ihr ganzer Körper anfängt zu zittern.
„Max, bitte verzeih mir.“ schluchze ich nun ebenfalls.
Sie sieht zu mir hoch. Ihre blutunterlaufenen, wässrigen Augen treffen meine. Sie legt eine Hand auf meine Wange und wischt die Tränen weg. Sie schiebt ihren Körper etwas höher und ihre Lippen legen sich zögerlich auf meine.
Ich erwidere den Kuss, leidenschaftlicher und fordernd. Ich sauge an ihrer Unterlippe und lasse anschließend die Spitze meiner Zunge darüber gleiten. Ich halte sie fest an mich gedrückt und lasse meine Küsse an ihrem Hals herab wandern. Max stöhnt leise auf als ich ihr Ohrläppchen erreiche.
„Chloe warte bitte!“ sagt sie sanft und ich lasse sofort von ihr ab.
Ängstlich schaue ich sie an und sie befreit sich aus meiner Umarmung.
„Ich…ich will nicht, dass du dich irgendwie verpflichtet fühlst oder so was. Ich will nicht, dass du etwas überstürzt wozu du nicht bereit bist.“ sie legt den Kopf schief und sieht mich eindringlich an.
Ich drücke sie leicht in die Matratze, sodass sie mit dem Rücken drauf liegt und klettere auf sie herauf. Ich beuge mich vor und küsse sie. Ich stecke meine ganze Leidenschaft in den Kuss und spüre, wie sie die Hände hebt, dann aber unsicher wieder sinken lässt. Meine Atmung erhört sich und ich greife nach ihrer Hand und leite sie langsam zu meinem Bauch. Sie hält dabei den Augenkontakt zu mir und ich weiß, dass sie es nur tut um zu lesen, ob es wirklich okay für mich ist. Ihre Hand berührt meine Haut und es fängt an zu kribbeln. Vorsichtig tastend fahren ihre Fingerspitzen über meinen Bauch, fahren die Narben entlang. Ich hocke über ihr, lasse ihre Finger über meine Haut gleiten und schaue ihr in die Augen. Ihre Hand erreicht den Saum meines Shirts.
„Darf ich?“ fragt sie liebevoll und ich schlucke schwer.
Max zieht ihre Hand sofort zurück.
„Es ist okay, wir müssen nichts überstürzen.“ Haucht sie mir lächelnd entgegen.
Ich richte mich auf, meine Knie ruhen neben ihrer Hüfte und ich pinne ihren Körper mit meinen auf die Matratze. Ich greife mein Shirt und ziehe es hoch, ich werfe es in eine Ecke des Zimmers. Ich spüre Nervosität in mir aufsteigen. Die Augen von Max ruhen auf meinen. Vorsichtig hebt sie eine Hand, doch statt nach meinem Bauch zu greifen nimmt sie meine Hand und zieht mich näher zu sich heran ohne den Augenkontakt abzubrechen. Ich lasse mich von ihr führen und bin wieder über sie gebeugt, sie küsst mich und ihre Zunge bittet um Einlass. Ich öffne meine Lippen für sie und sofort umkreisen sich unsere Zungen. Ihre Hände legt sie auf meinen Rücken und lässt sie dort auf und ab wandern. Ich kann mich immer mehr innerlich fallen lassen genieße die Intimität mit Max.
Die Hände meiner Frau umschließen mein Gesicht. Ich sehe sie an.
„Wir können jederzeit aufhören, wenn es dir zu viel wird!“ flüstert sie und ich spüre eine Gänsehaut.
„Yeah, ich weiß!“ antworte ich und bearbeite mit meinen Mund ihren Hals.
Sie umklammert meine Oberschenkel mit ihren Händen und streicht mit ihren Fingerspitzen über die empfindliche Haut.
„Können wir tauschen?“ flüstert es heiß an mein Ohr.
Ich lasse mich seitlich von ihr gleiten und lege mich auf den Rücken. Max krabbelt zwischen meine Beine und beugt sich vor. Ich spüre ihre Lippen auf meinem Steißbein. Sie nimmt meine Hand die nervös zittert in ihre. Ihre Küsse wandern langsam tiefer. Als ihr Mund den Anfang der großen Narbe erreicht ziehe ich scharf die Luft ein. Sie beendet den Kuss abrupt und sieht mich alarmiert an.
„Es ist…okay!“ sage ich nervös.
„Wirklich?“ fragte sie noch einmal nach und ich nicke.
Sie beugt sich wieder nach unten und küsst sich an meiner Narbe entlang. Das tut sie dann auch mit den anderen. Ich merke wie eine Last von mir abfällt und ohne das ich es kontrollieren kann fängt mein gesamter Körper an zu zittern und ich fange an zu Schluchzen.
Max Gesicht erscheint über meinen.
„Was ist Liebling?“ fragt sie sanft.
Impulsiv umfasse ich sie und ziehe sie auf mich herauf. Ich vergrabe mein Gesicht in ihrer Schulter. Ich kann nichts sagen, halte sie einfach fest und weine. Es ist, als ob ich die ganzen Ängste und Selbstzweifel der letzten Monate heraus heule. Mein gesamter Körper bebt und Max hält mich sicher in ihren Armen. Irgendwie managen wir es uns aufzusetzen ohne die Umarmung zu lösen. Ich sitze auf Maxs Schoß und halte mich an ihr fest als ob es um Leben und Tod geht. Ihre Hand streicht beruhigend über meine Rücken während die andere an meinem Hinterkopf liegt und mich an sich drückt.
„Alles gut Chloe, ich bin für dich da! Es ist alles okay!“ säuselt sie beruhigend.
„Max….“ ist alles was ich hervorbringen kann.
Sie hält mich weiterhin umklammert und ich fühle mich so sicher und richtig in ihren Armen.
„Ich war so ein Idiot!“
„Es ist okay, ich liebe dich trotzdem!“
Ich umfasse ihr Gesicht und küsse sie.
„Ich habe dich so sehr vermisst mein Engel!“ flüstert Max atemlos als wir uns voneinander lösen.
Ich greife nach dem Top von Max und ziehe es ihr aus. Sie öffnet meinen Bh und wirft ihn zu den anderen Sachen auf den Boden. Wir legen uns beide hin. Ohne es miteinander abzusprechen drehen wir uns so, dass Max an meinen Rücken gekuschelt liegt. Sie hat einen Arm um mich gelegt mit dem sie mich an sich heran zieht. Ich spüre ihre nackte Haut an meinem Rücken und meine Finger verbinden sich mit ihren.
„Ich liebe dich so sehr Max!“ doch ich bekomme nur noch müdes Gemurmel als Antwort und dann fallen auch mir die Augen zu.

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Ich höre die Dusche und stehe auf. Ich bin noch immer halb nackt in unserem Hotelzimmer, es war also kein Traum. Ich gehe auf Zehenspitzen ins Badezimmer, gerade sehe ich noch wie Max in die Dusche gleitet. Meine restlichen Sachen landen auf dem Badezimmerboden und ich schleiche mich mit in die Dusche. Meine Arme umschließen meine Fotografin die einen Satz macht.
„Was dagegen, wenn ich dir Gesellschaft leiste!“ grolle ich leise in das Ohr meiner Partnerin.
„Du darfst bleiben wenn du aufhörst mich zu Tode erschrecken zu wollen!“ knurrt sie mir spielerisch entgegen.
Sie dreht sich in meinen Armen und sieht mich an und gibt mir einen Kuss auf die Lippen wofür sie sich auf die Zehenspitzen stellt.
„Hast du gut geschlafen?“ fragt sie zwischen zwei Küssen.
Ich nicke und umarme sie.
„Ich habe es vermisst dich zu spüren!“ und schon könnte ich mir auf die Zunge beißen
Ich erwarte eine bissige Antwort oder einen neuen Streit. Max öffnet den Mund, schließt ihn wieder und nuschelt ein „ich auch“ gegen meine Schulter.
Ich greife die Duschgelflasche und verreibe mir etwas von dem kühlen Gel auf den Händen bevor ich langsam den Körper meiner Frau einreibe. Max stöhnt immer wieder leise auf.
„Wow, so sensibel?“ ärgere ich sie und lasse meine Fingerspitzen über die weiche Haut ihrer Oberschenkel gleiten während ich vor ihr knie.
„Yeah, das letzte Mal ist schon ne Weile her!“ antwortet sie mit zittriger Stimme während sie meine Position nutzt um meine Haare einzuseifen.

Wir stehen dicht an dicht in unseren Bademäntel vor dem großen Badezimmerspiegel und putzen uns die Zähne nach der gemeinsamen Dusche. Ich lege meine Hand um die Hüfte meiner Partnerin und sie verlagert ihr Gewicht und lässt sich gegen mich fallen.
Hand in Hand verlassen wir das Badezimmer.
„ Wir haben noch zwei Stunden bis wir aus checken müssen. Was möchtest du Frühstücken?“ fragt Max.
Ich grinse sie an und schubse sie auf das Bett.Meine Hände fahren über den weichen Gürtel ihres Bademantels und ich öffne ihn. Max erschaudert als ich den Mantel von ihrem Körper entferne. Ich knie mich vor das Bett und drücke ihre Beine leicht auseinander.
„Dich!“ antworte ich auf ihre Frage und lasse meine Zunge zwischen ihre Schamlippen gleiten.  
Meine Hände wandern zu ihren Kniekehlen und ich leite ihre Beine über meine Schultern, damit ich ihr noch näher sein kann.
Mit einer Hand reibe ich über ihren Kitzler, mal mit mehr und mal mit weniger Druck, während ich mit meiner Zunge immer wieder in sie eindringe und sie in ihr kreisen lasse.
„Oh fuck!“ stöhnt es aus dem Bett und ich kann aus dem Augenwinkel sehen, wie Max sich im Bettlaken festkrallt. Sie presst meinen Namen zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor während sich ihr Orgasmus immer mehr nährt. Sie drückt mir ihre Hüfte noch etwas fester gegen mein Gesicht und dann spüre ich schon das Zucken ihres Unterkörpers begleitet von einem lauten Stöhnen. Ich lasse meine Zunge weiter in ihr kreisen während sie immer wieder wie wild zuckt.
Sanft lasse ich Maxs Beine herunter und lege mein Kinn auf ihren Venushügel ab. Ich sehe sie wild grinsend an.
„Wow, dass ging schnell!“ lache ich.
„Ja...wie gesagt...es war eine Weile...“ sagt sie außer Atem.
„Yeah, es... tut mir leid. Aber ich kenne deine Fingerfertigkeit. Ich meine, ich weiß, dass du zur Not ein bisschen auch ohne mich klar kommst“ versuche ich mit Dirtytalk mein schlechtes Gewissen zu überspielen.
Max Kopf wird tief rot.
„Awww klein Maxi wird noch immer rot wenn wir über Selbstbefriedigung reden? Nach all den Videochats wenn du unterwegs bist und wir....“ ich unterbreche mich selber, wackel mit den Augenbrauen und lasse meine Hände über ihre Beine gleiten.
„Ich...nein...ich....hab nicht“ stottert Max unter ihrem Arm hervor den sie über ihr Gesicht gelegt hat.
Langsam wird mir die Bedeutung ihres Stotterns bewusst und ich stehe auf, setze mich neben sie aufs Bett und schaue zu ihr. Ich nehme langsam den Arm von ihrem Gesicht um sie anzusehen.
„Was hast du hast nicht?“ frage ich besorgt.
„Es kam mir, irgendwie, falsch vor. Ich meine, wenn ich unterwegs bin und wir es gemeinsam machen, das ist was anderes und ich dachte, dass du einfach nicht willst und...ich weiß auch nicht, ich hatte das Gefühl, irgendwie solidarisch sein zu wollen....wenn ich es so laut ausspreche komme ich mir echt albern vor...aber, yeah, der Gedanke es mir selber zu machen fühlte sich nicht richtig an.“ sie schaut zur Decke.
„Max, scheiße, ich....“ doch da versagt meine Stimme und ich fange an zu schluchzen. „Ich bin so ein Arschloch!“ ich will aufspringen doch eine Hand umschließt mein Handgelenk.
„Bitte, lauf jetzt nicht weg!“ fleht mich meine Frau an und der Blick in ihren Augen ist so herzerweichend.
Sie zieht mich auf ihren Schoß sodass ich in ihr Gesicht sehen kann. Ich lege meine Stirn auf ihre.
„Es tut mir so leid Max!“ flüstere ich mit zittriger Stimme.
„Ich hab dich so vermisst! Ich hatte solche Angst dich zu verlieren. Erst bei Williams Geburt und dann in den Monaten danach. Aber du bist wieder bei mir, oder?“ ich sehe die Angst in ihren blauen Augen und die Hoffnung.
„Yeah Baby, ich bin wieder da!“ antworte ich ihr. „Und ich will auch nicht mehr weglaufen“ ergänze ich.
„Du bist noch immer die wunderschönste Frau für mich auf der Welt.“ säuselt Max in meine Schulter und ich spüre sofort die Selbstzweifel wieder in mir.
„Darf ich es dir zeigen?“ fragt sie, ihr Blick entschlossen.
„Wie?“ ich muss hart schlucken.
„Lass mich dich fotografieren. Ich würde gerne versuchen dir zu zeigen wie du durch meine Augen aussiehst.“ ihre Augen fordern mich heraus.
Ich fange leicht an zu zittern. Max legt eine Hand auf meine Wange und ihr Blick ruht nun warm und voller Liebe auf mir. Meine Kehle ist wie zugeschnürt aber ich schaffe es zu nicken. Ihre Lippen treffen meine und ich entspanne mich etwas.
„Wir können jederzeit aufhören!“ flüstert sie, ihr warmer Atem trifft auf meine Lippen.
„Okay!“ sage ich und weiß, dass ich das durchziehen werde, für Max und für mich.
Wieder legt sie ihre Lippen auf meine, fordernder. Schnell finden unsere Münder ihren Rhythmus. Langsam und bedächtig öffnet Max meinen Bademantel und lässt ihre Hände hinein gleiten. Sie streift über meine Rippen und ihre Daumen umkreisen meine aufgestellten Brustwarzen. Ich muss aufstöhnen und spüren wie sie in unseren Kuss hinein lächelt bevor sie ihren Mund von meinen weg zieht. Ich lege den Kopf in den Nacken und genieße ihre Berührungen. Der Bademantel gleitet von meinen Schultern und eine von Maxs Händen wandert über meinen Bauch zwischen meine Beine. Automatisch bewege ich mich ihrer Hand entgegen.
Sie lässt einen Finger über meinen Eingang gleiten.
„Hmmmm du bist so feucht“ und die Erregung in der Stimme meiner Frau turnt mich nur noch mehr an.
Ich lege meine Arme um ihren Nacken, sehe zu ihr und bewege mich auf ihrem Schoß in der Hoffnung sie dazu bewegen endlich in mich einzudringen.
„Max bitte“ flehe ich sie an.
„Steh auf!“ grinst sie mich an.
Meine Gedanken kreisen um sich selber. Ich will sie endlich in mir spüren aber auch den Kontakt zu ihr nicht verlieren. Ich beiße auf meine Unterlippe. Max lässt ihre Hand wieder hoch wandern und legt sie auf meine Hüfte ab. Ihr Mund wandert zu der Seite meines Kopfes.
„Bitte!“ haucht sie und ich spüre eine Gänsehaut als ihre Zähne über mein Ohrläppchen fahren.
Mit aller Kraft die mein zitternder Körper aufbringen kann stehe ich auf und Max gleitet unter mir hervor.
„Leg dich aufs Bett!“ sagt sie ernst, ihr Blick unterbricht nicht eine Sekunde den Kontakt.
Sobald ich liege ist sie wieder über mir. Ihre Lippen ziehen eine Spur der Liebe über meinen Bauch.  Sie gleitet immer tiefer mit ihrem Mund.
„Bitte Max...“flehe ich noch einmal.
Sie grinst in ihre Küsse hinein und lässt endlich einen Finger in mich gleiten.
„Ohhhh jaaaaa“ lasse ich mich gehen.
Schon nimmt Max einen zweiten Finger dazu. Ihre Lippen bahnen sich weiter eine Weg über meinen Bauch. Sie kommt bei der großen Narbe an doch mein Kopf ist zu sehr von dem Gefühl ihrer Finger in mir überwältigt um Selbstzweifel aufkommen zu lassen. Sie erhöht die Intensität ihrer Bewegungen. Max nimmt vorsichtig einen dritten Finger dazu und hält kurz inne.
„Nicht aufhören....bitte nicht....“ wimmere ich.
Max bewegt sich weiter und ich spüre die Erlösung.
„Komm für mich Chloe!“ raunt Max gegen meinen Bauch.
Und mehr brauche ich nicht. Ich bäume mich ihr entgegen und sie versucht, dass ich meinen Orgasmus so lange wie möglich halte. Sie zieht sich aus mir zurück und ich sacke schwer atmen auf dem Bett zusammen. Am Rande bekomme ich mit das Max das Bett verlässt. Dann höre ich das Klicken.
Nach ein paar Minuten und gefühlt hundert Bildern flüstert sie mir ein paar Anordnungen entgegen und ich versuche es so gut es geht zu befolgen. Langsam wird die Welt um mich herum wieder klar.
„Machst du das mit all deinen Models?“
„Nein, nur mit den heißen!“ antwortet sie frech.
Ich werfe sie mit einem Kissen ab, sie legt die Kamera weg und schmeißt sich zu mir aufs Bett.
Ihr Mund nimmt wild meinen in Beschlag.
„Ich liebe dich über alles auf der Welt Chloe Elizabeth Price!“ raunt Max mir entgegen.
„Ich glaube wir müssen noch mal duschen bevor wir das Zimmer räumen müssen.“  
„Runde zwei davor oder dabei?“ Max sieht mich lasziv an und ihre Sommersprossen scheinen zu funkeln.
„Sowohl als auch!“ antworte ich und rolle mich auf sie.

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Ich schließe den Laptop und stehe auf. Strecke mich lange und ausgiebig und lausche dem wütenden Gemurmel von Max.
Ich gehe zu ihr und umarme sie von hinten, lege meinen Kopf auf ihre Schulter.
„Ich fasse es nicht, dass du mich darauf festnageln willst!“ grollt sie frustriert ins Telefon.
In einer fließenden Bewegung nehme ich ihr das Telefon ab.
„Also Vicky, wenn jemand meine Frau irgendwo festnageln darf, dann bin ich das.“
Max versucht mir das Telefon wieder abzunehmen, doch ich schaffe es sie mit meinen deutlich längeren Armen auf Abstand zu halten.
„Dann soll sie verdammt noch mal damit aufhören mich ficken zu wollen!“ grollt eine saure Victoria mir ins Ohr.
Ich kichere amüsiert und schalte das Telefon auf laut.
„Chloe, dass ist nicht lustig, gib mir das Telefon zurück!“ knurrt Max.
„Wenn du nicht meine Frau wärst würde ich ja sagen, dass ihr beide dringend Sex haben solltet um die Stimmung mal wieder zu entspannen, was ist denn schon wieder los bei euch beiden Streithennen?“ Max funkelt mich bei meinen Worten böse an.
„Deine Frau hat mir versprochen, dass wenn sich ein Interview ankündigt sie das machen wird und nun will sie sich winden.“ sagt die Frau am anderen Ende des Telefons ernst.
„Wann hat sie dir denn so was versprochen? War sie betrunken? Dann zählt das nämlich nicht!“ lache ich in den Hörer und Max boxt mich hart gegen den Arm.
„Kannst du doch noch daran erinnern, dass ich von einem Entschuldigungsgeschenk gesprochen habe wegen eurer Aktion in Miami?“ sagt Maxs Agentin voller Triumph in der Stimme.
Ich sehe Max entsetzt an und ihr Blick fleht mich an. Ich halte das Telefon zu.
„Max...ich....es tut mir leid. Aber wenn du es versprochen hast...was hältst du davon, wenn ich dabei bin?“ Ich lächel sie aufmunternd an.
„Gott, ich hasse euch alle!“ grummelt sie.
„Vic, unter einer Bedingung, ich bin mit dabei.“ sage ich geknickt ins Telefon.
Ich höre Victoria am anderen Ende kichern.
„Okay fein, au revoir ihr zwei!“ und sie legt auf.
„Bitch!“ flüstere ich und gehe zu Max.
Sie schubst mich weg und schmollt. Ich lege meine Arme um sie.
„Baby, sei nicht sauer auf mich, bitte!“ ich küsse sanft ihren Nacken.
Sie kichert und versucht es sofort zu unterbinden. Mein Mund wandert zu ihrem Ohr.
„Bitte, bitte!“ flüstere ich und ziehe ihr Ohrläppchen sanft zwischen meine Zähne.
„Du bist unmöglich!“ grollt sie, dreht sich um und küsst mich. „Und sie wollte dich eh dabei haben!“ schiebt sie hinterher und lässt mich perplex in der Küche stehen.

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Ich sehe mich um und erkenne die Dunkelkammer. Max sitzt auf einem Stuhl, ihre Arme und Beine sind festgetapt. Ihr Blick wandert unfokussiert im Raum umher. Ich will zu ihr doch kann mich nicht bewegen.
„Chloe?“ flüstert sie.
Der Schmerz in ihrer Stimme, die deutliche Anzeichen, dass sie nicht Herr ihrer Sinne ist und ihr Zustand jagen mir Eisschauer über den Rücken.
„Deine kleine Punker Schlampe? Die habe ich bei ihrer geliebten Rachel begraben, jetzt können die beiden im Himmel weiter ficken!“ grollt eine männliche Stimme hinter mir. Ich sehe aus den Augenwinkeln, wie sich ein Mann nähert. Ich erkenne Mister Jefferson mit seiner Kamera in der Hand die er auf Max richtet.
„Nein...nein....nein...“ wimmert Max und der Bastard drückt manisch grinsend auf den Auslöser.
„Max, mir geht es gut, ich bin hier!“ sage ich doch kann meine eigene Stimme nicht hören.
Ein blauer Schmetterling setzt sich auf die Kamera und ich ziehe scharf die Luft ein.
„Nein, dass kann nicht passieren, dass ist die Vergangenheit!“ brülle ich mit aller Kraft, doch wieder kommt kein Geräusch aus meinem Mund.
„Oh doch Maxine, du hast gesehen wie die Kugel ihren Schädel zerspalten hat. Aber was sollte ich tun? Sie hat eine Waffe auf mich gerichtet!“ lacht der Mistkerl dreckig.
Ich sehe wie der Körper von Max schlaff wird als ob sämtliches Leben daraus verschwindet. Ihre Augen blicken teilnahmslos zu Boden. Jefferson legt seine Kamera ab und geht zu ihr. Fasst ihr unters Kinn und zieht ihr Gesicht nach oben. Er küsst sie auf die Lippen, doch Max wehrt sich nicht mehr, sämtlicher Wille hat sie verlassen und ich spüre wie bei dem Anblick meine Seele zerbricht.
Er zieht eine Pistole aus seiner Hose und richtet sie auf Max.
„Ich fürchte, ich bin fertig mit dir Max, aber danke, du warst das Highlight meiner bisherigen Karriere.“
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„Scheiße!“ ich wache schweißgebadet auf und in meinen Augen sind Tränen. Ich blicke mich um doch die zweite Betthälfte ist leer.
Ich springe aus dem Bett und laufe durch das Haus, doch nirgendwo ist ein Zeichen von Max. Ich nehme panisch das Telefon und wähle ihre Nummer. Nach dem zweiten Klingeln hebt sie ab.
„Hey Liebling, was ist los? Ich bin am fahren“ grüßt sie mich fröhlich.
Ich fange an zu schluchzen. Ich bin so erleichtert ihre Stimme so fröhlich zu hören. Ich höre Geräusche kann mich aber nicht fangen. Ich lasse mich zu Boden sinken und versuche die Angst zu vertreiben.
„Fuck was ist denn jetzt schon wieder?“ murmelt Victoria.
„Halt die Klappe Vic!“ Max klingt gereizt. „Liebling, was ist passiert? Hey Chloe, hör auf meine Stimme, es ist alles gut. Atme tief ein und aus.“ ich höre wie die Autotür die zuschlägt. „Es ist alles gut, atme ruhig.“ ich versuche ihren Anweisungen zu folgen.
„Ich...entschuldige, ich hatte einen Alptraum und konnte dich nicht finden und...“ zittere ich.
„Ein Schmetterlingstraum?“ fragt Max ruhig.
„Yeah! Wo bist du?“ ich merke erst jetzt, dass ich überhaupt nicht weiß welcher Tag oder wie spät es ist.
„Ich habe gerade William zu Joyce gebracht und bin jetzt mit Vic auf dem Weg zu dir. Wir haben heute das Interview.“ brieft sie mich kurz.
„Ach fuck ja, ich...es tut mir leid. Das hat mich...total aus der Bahn geworfen.“ich spüre Scham in mir aufkommen.
„Kein Problem, entspann dich, nimm ein Bad oder so. Wir sind in 45 Minuten da. Und egal was, wir kriegen das hin, okay? Ich liebe dich und fahre jetzt weiter damit ich gleich bei dir bin“ und dann legt sie auf.

„Also Miss Caulfield...“
„Bitte, nennen Sie mich Max!“ unterbricht sie die rothaarige Frau.
Sie tauscht einen nervösen Blick mit Victoria. Sie sitzt mit ihrem Tablett auf der Couch und schaut genervt. Sie hat uns vorab versucht auf das Interview vorzubereiten, doch ich kann Maxs Nervosität genau spüren. Die Frau die das Interview führt lässt meine Alarmglocken schrillen, sie hat etwas raubtierhaftes an sich. Als ob sie nur auf eine günstige Gelegenheit wartet sich auf uns zu stürzen. Ein Rekorder läuft, damit sie das Interview nachher abtippen kann.
„Natürlich Max!“ säuselt die Frau und schaut mich herausfordernd an.
„Ähm, ich bitte auch nur Chloe!“ stottere ich.
„Okay, dann könnt ihr mich ruhig Gwen nennen. Also wenn wir mit den Formalitäten durch sind können wir anfangen ja?“ grüne Augen durchbohren Max und sie nickt.
„Erst einmal herzlichen Glückwunsch, das eine so junge Fotografin zum zweiten Mal die Worl press Photo Auszeichnung gewinnt ist ja ungewöhnlich, wie auch deine ganze Karriere.“
Ich folge dem Interview nur halbherzig, bringe mich und hier und da ein oder beantworte Fragen die an mich gerichtet sind. Die Fragen sind alle harmlos und richten sich hauptsächlich auf Maxs Tagesgeschäft. Es wird nicht, wie erwartet, unser Privatleben breit getreten und ich entspanne mich mehr und mehr.
„Also Max, bevor du in Chicago studiert hast warst du an der berühmten Blackwell?“ die Stimme von Gwen hat eine gefährliche Süße angenommen.
Die Alarmglocken in meinen Kopf schrillen wieder. Max rutscht etwas nervös auf der Couch hin und her.
„Dort hat dich dann auch Mark Jefferson unterrichtet?“ Max wird blass und seufzt ein leises ja.
Ich sehe hilfesuchend zu Vic die skeptisch zu Gwen schaut.
„Wusstest du, dass auch Mark in Chicago studiert hat, an der gleichen Uni wie du. Und ihr beide seid für eure einzigartigen Porträtaufnahmen bekannt. Hast du in Mark ein Vorbild für deine Arbeit gefunden?“ beendet die Frau ihren Gedanken.
Bevor irgendjemand im Raum auf die Frage reagieren kann merke ich, wie in mir etwas passiert. Ich habe die Bilder aus meinem Traum vor Augen.
„Wie kannst du es wagen Max das zu fragen? Nach allem was dieser kranke Bastard Max und Rachel und all den anderen Frauen in seinem verfluchten Bunker angetan hat. Als ob sie irgendwas mit diesem Schwein gemein hat der sie so gequält hat.“ schreie ich.
Ich bin aufgesprungen. Meine Hände haben sich zu Fäusten geballt und mein Kopf ist heiß. Ich spüre plötzlich wie alle Blicke auf mir ruhen und da realisiere ich, was ich da getan habe.
„FUCK!“ bringe ich hervor und stürme aus dem Wohnzimmer.


Der Sand knirscht unter Schritten. Ich hebe meinen Kopf nicht hoch, ich warte einfach was passiert. Jemand lässt sich neben mir in den Sand fallen. Ich spüre ein Schubser gegen meine Schulter.
„Hey!“ sagt Max mit dem Gesicht zum Meer.
„Ich habe es versaut, oder?“ schluchze ich in meine Knie.
„Ein bisschen“ Max klingt geknickt.
„Hasst du mich jetzt?“ meine Stimme zittert vor Angst.
„Quatsch Dummkopf. Sie hat ja eine Reaktion provoziert. Schade, dass du ihr dummes Gesicht nicht mehr gesehen hast. Aber ja, nun ja.“ sie legt einen Arm über meine Schultern.
„Konntest du dich raus reden?“ ein Hoffnungsschimmer entsteht in meinem Kopf.
„Nope, ich habe ihr alles erzählt. Also alles was ich ohne den ganzen Zeitreisekram erzählen konnte. Ich...ähm...wir....ich habe mit ihr vereinbart, dass der Artikel noch mindestens eine Woche ruhen bleibt. Ich möchte, dass wir mit deiner Mom und auch Kate reden. Sie sollen das nicht aus einer Zeitung erfahren.“
„Es tut mir so leid!“ ich lasse mich in Maxs Arme fallen.
„Hey, es gibt schlimmeres. Du weißt, dass wir David als den Helden darstellen müssen. Kommst du damit klar?“ fragt sie sanft und ich nicke.
„Okay, ich habe Kate gebeten heute Abend zu Joyce zu kommen und auch Victoria, die hat die Geschichte nämlich noch nicht ganz gehört.“ sie streicht mir über den Kopf. „Aber warum,...ich meine, deine Reaktion war heftig...“ sie lässt den Satz unausgesprochen.
„Ich habe von dir geträumt, wie ihr beide da unten ward, wie er dich völlig gebrochen und dann erschossen hat. Und dann war da dieser verdammte Schmetterling und als sie seinen Namen gesagt hat da war es....so wie früher als ich die Kontrolle über mich verloren habe und meine Wut das einzige ist was mich lenkt.“ ich spüre wie mir kalt wird bei dem Gedanken.
„Shhht alles gut! Hey, ich liebe dich, okay? Aber bitte lass mich die Geschichte heute Abend erzähle, ja? Und alles andere werden wir sehen.“ sie sieht mich an.
„Scheiße, ich habe dich nicht verdient.“
„Doch hast du, komm her!“ fordert sie mich auf und ich lasse mich in ihre Umarmung fallen.

Ich sitze neben Max auf der Couch und halte ihre Hand. Um uns herum sitzen Kate und Mom und Victoria und lauschen ihrer Geschichte. Ich spüre die Nervosität von Max beim erzählen. Sie ist nah an der Wirklichkeit wie es nur geht.
„Und dann kam David dazu und hat mich befreit, sodass Jefferson festgenommen werden konnte.“ beendet Max ihre Geschichte.
„Jesus Christus!“ kommt es von Kate sie als erste ihre Worte wiederfindet.
Victoria laufen Tränen das Gesicht herab und sie sieht noch blasser aus als sonst. Mom schaut uns beide mit einem blanken Gesichtsausdruck an.
„Aber...aber...er hat nie...“ stottert sie los, sichtlich um Fassung bemüht.
„Yeah ich....ich habe ihn darum gebeten. Wir haben auch alle Fotos von mir gelöscht. Chloe hat mich weg gefahren bevor die Polizei kam.“
„David war ein verdammter Held!“ murmel ich in den Raum hinein.
„Ich...brauche einen Moment!“ sagt Mom und verlässt das Wohnzimmer.
Kate steht auf und kommt auf Max zu. Automatisch steht sie auf und lässt sich umarmen. Vic kommt dazu ohne ein Wort zu sagen. Ich will den dreien ihren Moment geben und den Raum verlassen.
„Bitte bleib!“ Max Stimme klingt als ob sie den Tränen nahe ist.
Ich bleibe stehen und sehe die einladende Geste der drei und stelle mich dazu um alle in meine Arme zu schließen. Mom kommt zurück und ich stürme auf sie zu, umarme sie.
„Mom ich, es tut mir so fucking leid, ich hätte....“
„Nein Liebling, das hatten wir schon. Es tut mir leid, dass ihr das alles erleben musstet. Das du Rachel so finden musstet und du Max, ich kann mir das alles gar nicht ausmalen.“seufzt Mom in meine Schulter.
„Max, wieso hast du nie was erzählt, ich meine, nach all den Jahren?“ Victoria seufzt schwer.
„Ich komme mir nach wie vor so blöd vor, dass ich in seine Falle getappt bin und David und mich so in Gefahr gebracht habe. Und ihr habt alle selber genug durchgemacht.“ antwortet Max geknickt.
„Du hättest das nicht so alleine durchmachen müssen!“ sagt nun Kate.
„Chloe war für mich da und ist es bis heute.“ Max blickt mich liebevoll an. „Ich schätze, ich wollte es erst komplett hinter mich bringen bevor ich drüber rede.“ sie kratzt sich am Hinterkopf.
„Yeah, sorry, ich hätte nicht so ausrasten dürfen bei dem Interview!“ sage ich schuldbewusst.
„Ich bin froh, dass du mit uns gesprochen hast!“ sagt Kate.
„Und das Chloe dich unterstützt“ schiebt Vic hinterher.
Wir reden noch weiter, nicht nur über Jefferson, auch übe Blackwell und Arcadia Bay und zum ersten Mal seit Jahren, können wir uns auch an schöne Zeiten gemeinsam erinnern.
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