Ein neues Leben beginnt

von Deadtear
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Chloe Price Maxine Caulfield
26.02.2019
12.07.2019
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Scheiße, passiert das gerade wirklich? Ich sehe Max zu wie sie sich hinkniet, etwas aus ihrer Hosentasche zieht. Was hat sie vor?
Oh…OH!
´Glotze sie nicht nur an, antworte ihr du Dummkopf´ schallt mich eine Stimme in meinem Kopf.
Max kniet vor mir und sieht mich an und ihre Augen wandeln sich von liebevoll zu besorgt. Atme ich überhaupt noch?
Ich lasse mich zu ihr auf den Boden sinken. Ich sortiere meinen Kopf, damit mein Mund endlich meine Gedanken übersetzt.
„Ja!“
Wir knien voreinander, sie blinzelt mich an.
„Ja?“ fragt Max.
„Ja….Ja ich will, scheiße ja, ich will deine Frau werden“
Wir scheinen beide gleichzeitig aus unserer Starre zu erwachen. Sie nimmt den Ring aus der Kiste und hält ihn mir entgegen, ich strecke ihr meine Hand hin und sie streift ihn mir über. Etwas trifft mich und ich lande im Sand.
„Ich liebe dich so sehr!“sagt Max die auf mir liegt und mich küsst und ich küsse sie zurück und spüre wie ich anfange zu weinen.
Und aus den Freudentränen wird mehr. Ich klammere mich an Max und mein Weinen wird immer doller. Max hält mich, und lässt mich weinen bis die Tränen weg bleiben.
Sie sieht mir tief in die Augen.
„Was war los?“ sie sieht besorgt aus.
Ich wische mir mit dem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht weg. Sehe sie an, versuche die Worte in meinem Kopf zu formulieren. Wieder lässt sie mir die Zeit die ich brauche.
„Nachdem du nach Seattle gezogen bist und Rachel verschwunden war...ich habe nicht gedacht, dass mich jemand so sehr lieben kann, dass er mich zu seiner Frau haben will. Und dann kommst du und machst....machst das alles hier nur um mich zu fragen...und. Max, ich liebe dich aber bist du dir sicher?“ Max sieht mir weiterhin tief in die Augen.
Sie kniet sich neben mich. Ich setze mich auf und unterbreche damit den Augenkontakt. Ziehe meine Beine an.
„Wage es nicht meine Entscheidung in Frage zu stellen, hörst du? Du bist die Liebe meine Lebens und ich möchte mit niemand anderem zusammen sein. Ich....es tut mir so, so leid, dass ich nicht da war um dir nach Williams Tod zu zeigen, zu beweisen, wie wichtig du mir bist, wie sehr ich dich liebe, wie sehr du geliebt wirst. Aber ich kann diesen Fehler nicht rückgängig machen. Aber ich werde ALLES dafür tun, dass du es nie wieder vergessen wirst. Bis zu meinem letzten Atemzug und darüber hinaus. Chloe ich liebe dich mit jeder Faser meines Herzens. Und wenn du es auch willst und mich lässt, dann möchte ich jeden Morgen neben dir aufwachen und jeden Abend neben dir einschlafen. Ich will dich halten wenn du traurig bist, ich will dich beschützen wenn die Welt gegen dich ist und ich will der Grund sein warum du glücklich bist.“ ich sehe sie an.
In Maxs Augen haben sich Tränen gesammelt. Ich greife den Kragen ihres Shirts und ziehe sie zu mir.
„Ja, ich will!“ flüstere ich noch einmal.
Meine Lippen legen sich sanft auf ihre. Ich schmecke das Salz unserer Tränen. Ich halte sie im Arm und bin einfach überglücklich.
„Oh ich muss Mom anrufen!“ sage ich und greife nach meinem Handy.
Max schenkt mir ein seltsames Lächeln. Sie geht zu ihrem Rucksack und holt eine Decke und Picknick heraus während ich drauf warte das Mom abhebt.
„Hey Liebling, bitte sag mir, dass du ja gesagt hast!“ begrüßt mich Mom. Ich schaue verwirrt Max an.
„Ähm....hey Mom...ähm....“
„Chloe Elizabeth Price, wenn du das vermasselt hast, dann.....“ sie klingt wirklich geschockt.
„Ganz ruhig Mom. Ich habe natürlich Ja gesagt, aber woher weißt du das?“
„Weil mich Max am Tag vor eurer Abreise ganz offiziell um meinen Segen gebeten hat!“ ich höre ihr Kichern und sehe wie Max sehr beschäftigt tut und rote Ohren bekommt.
„Ich verstehe! Ich schätze dann haben wir etwas zu feiern, wenn wir Freitag zurück sind. Ich muss auflegen Mom, meine Verlobte hat unser Picknick fertig!“
„Ok Schatz, ich liebe euch!“ und damit ist das Gespräch beendet.
„So Caulfield, mein kleiner Hippie!“ lache ich und lasse mich neben Max auf die Decke fallen.
„Wenn ich das schon mache, dann richtig!“ sagt sie grinsend und setzt sich auf meinen Schoß, legt ihre Hände in meinen Nacken und ihre Daumen zeichnen kleine Kreise. Ich bekomme eine Gänsehaut. Ich sehe auf meinen Ring.
„Wenn er dir zu groß ist lassen wir ihn noch anpassen“ flüstert sie in mein Ohr.
„Wann hast du den eigentlich gekauft?“ ich frage mich wie lange sie das schon geplant hat. Wie lange sie sich schon sicher ist, dass sie ihr restliches Leben mit mir teilen mag. Bei meiner Frage versteift sie sich etwas. Ihre Augen kriegen ein Flackern, instinktiv lege ich meine Hand an ihre Wange.
„Ich habe sie gar nicht gekauft. Ich habe sie seit....seit der Beerdigung von Mom und Dad. Es waren ihre, ich....ich dachte es würde ihnen vielleicht gefallen, aber wir können dir auch einen eigenen kaufen, wenn du dich damit unwohl fühlst.“ Maxs Stimme ist ein zittriges Flüstern und ihr Blick bricht.
Sie schaut über meine Schulter. Ich ziehe sie näher an mich. Max legt ihren Kopf auf meiner Schulter ab, klammert sich an mich.
„Max, ich bin....bist du dir sicher, dass du möchtest, dass ich den Ring bekomme? Ich meine, ich liebe die Idee, aber ich will nicht, dass du dich...dass du es irgendwann bereust.“
„Niemals werde ich das bereuen!“ schnieft sie und ich nicke.
Wir halten uns fest. Ich spüre ihren Herzschlag an meiner Brust, ihr Atem in meinem Nacken.
„Ich freue mich schon darauf allen zu erzählen wie du um meine Hand angehalten hast. Das hier ist das romantischste, was jemals jemand für mich getan hat.“ ich lasse meine Hände an ihren Seiten entlanggleiten und höre mein geliebtes Kichern.
„Und ich kann es kaum erwarten dich als meine Verlobte vorstellen zu können und mit dir in unser erstes gemeinsames Haus zu ziehen und hmpfng....“ ich unterbreche sie mit einem Kuss.
Ich drehe uns beide, pinne sie mit meinem Körper auf der Decke fest.
„Oh Baby, du glaubst gar nicht wie sehr mich das antörnt, wenn du mich so nennst.“ grolle ich und küsse mich an Maxs Hals entlang.
„Meine Verlobte?“ fragt sie.
Ich beiße sie in den Hals und lasse meine Hände unter ihr Shirt gleiten, wandere zu ihrem Bh und öffne diesen.
„Genau!“ flüstere ich in ihr Ohr.
„Hmmm, stell dir vor, wir laufen Hand in Hand durch unsere neue....oh ja....Nachbarschaft. Hallo, ich bin Max und das hier ist Chloe, meine verdammt heiße Verlobte! Awwgnhh“ ich lasse bei ihrem Satz meine Hand in ihre Hose gleiten und meine Fotografin schnappt unter meinen Berührungen nach Luft während sie uns ein Bild unserer Zukunft zeichnet.
„Lass uns den Makler anrufen und sagen, dass wir das Haus am Strand nehmen!“ nuschel ich in die Halsbeuge meiner Geliebten.
„Jetzt gleich?“ fragt sie mit schnellem Atem und glänzenden Augen.
„Neee, ich muss da erst noch etwas mit meiner Zukünftigen erledigen!“ grinse ich und lasse zwei Finger in sie gleiten.
„Ohhh, das finde ich gut!“ stöhnt sie auf.


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„So, dann hier eine letzte Unterschrift und dann gehört es Ihnen!“ der Makler zeigt auf eine Linie unter der mein Name steht. Max hat ihre Sachen schon ausgefüllt, mit dieser Unterschrift gehört das Haus uns. Ich setze den Stift auf und atme aus, meine Unterschrift entsteht und es ist vollbracht.
„Herzlichen Glückwunsch Miss Caulfield und Miss Price und willkommen in Long Island.“ er überreicht uns eine Willkommensmappe und die Schlüssel. Max bringt ihn noch zur Tür und ich sehe mich staunend um, versuche das Haus in meinen Gedanken mit Sachen zu füllen. Max kommt zurück in die Küche, läuft auf mich zu. Ich fange sie auf und drehe sie in der Luft.
„Oh Baby, ich bin so glücklich. Unser Haus!“ Max lacht während ich sie drehe. „Ich kann es kaum erwarten mit dir hier einzuziehen!“ sage ich uns lasse sie runter. Wir küssen uns.
„Und endlich müssen wir keine Rücksicht mehr auf unsere Nachbarn nehmen!“ flüstert mir Max lüstern ins Ohr.
Ihre Hände wandern zu meinem Hintern und sie schiebt ihr Bein zwischen meine. Mir entfährt ein leises Grollen als eine Welle der Erregung durch meinen Körper schießt.
„Shit, was ist nur aus meinem kleinen, schüchternem Hippie geworden?“ frage ich lachend.
„Deine Verlobte!“ und Max Stimme ist ganz sanft und liebevoll.
Ihre Hände legen sich um meinen Nacken und wieder treffen sich unsere Lippen.
„Yeah, meine verdammt heiße Verlobte... Scheiße wir müssen los, du hast doch heute Abend ein Treffen mit Vic.“ ich packe Maxs Handgelenk und ziehe sie zur Tür.


Mom, Kate und ich stehen in der Küche und bereiten den Tisch vor. Victoria und Max haben sich in ein Nebenzimmer zurück gezogen. Das war eine Bedingung von Max an der Zusammenarbeit, dass es immer vom Privaten getrennt wird. Mom sieht immer wieder zu mir herüber. Ich muss lachend die Augen rollen. Sie kann es nicht erwarten, wenn wir die Bombe vor unseren Freunden platzen lassen, aber Max wollte es gerne in Ruhe beim Essen machen. Kate erzählt von ihrem rasanten Aufstieg als Kinderbuchautorin und wie surreal das alles für sie ist.
„Das ist nicht dein Ernst!“ ruft Max aus dem Nebenzimmer.
Ich sehe besorgt zur Tür und dann zu Kate.
„Keine Sorge, alles ist gut. Vicky ist wirklich gut in dem was sie tut!“ damit werden mir Teller für den Tisch in die Hände gedrückt. Die Tür öffnet sich und Max sucht den Raum nach mir ab. Hinter ihr sehe ich den blonden Kopf von ihrer Managerin, ein Siegeslächeln auf ihren Lippen. Max findet mich und stürmt auf mich zu. Ich kann gerade noch schnell genug die Teller abstellen da springt sie mir schon in die Arme.
„Hey langsam Supermax!“ lache ich und halte sie fest.
Ihre Lippen landen wild auf meinen, ihre Beine umklammern meine Hüfte.
„Chloe, Vic hat für mich einen Galerieplatz UND einen Arbeitsvertrag ausgehandelt.“ ich höre die Freude in der Stimme meiner Fotografin als sie mir in Kurzfassung von ihrer zukünftigem Arbeit erzählt und ich kann nicht anders als bis über beide Ohren zu grinsen.
„Ich bin so stolz auf dich Baby!“ flüstere ich ihr ins Ohr und lasse sie nach einem weiteren, langen Kuss wieder herunter.
„Kinder setzt euch, das Essen wird kalt. Und ich will von euch allen hören was es neues gibt, jetzt wo ihr das geschäftliche beendet habt!“ sagt Mom und nimmt Platz.
Wir setzen uns ebenfalls hin, Max greift meine Hand und drückt sie. Ich räuspere mich und unsere Gäste sehen mich an.
„Yeah, bei uns gibt es hella gute Neuigkeiten.“ ich sehe zu Max, sie nickt und lächelt mich an. „Also wir haben heute früh den Vertrag unterschrieben. Wir sind nun Besitzer eines Hauses in Long Island.“ ich sehe in die Gesichter unserer Freunde und von Mom. Alle drei freuen sich für uns und sind überrascht. Mom löchert uns mit Fragen. Als Max und ich alle beantwortet haben fahre ich fort.
„Außerdem...“ ich halte meine Hand hoch „sind Max und ich nun verlobt. Wir werden heiraten.“ Mom macht wieder dieses niedliche, freudige Quietschen und Kate fängt an zu grübeln.
„Ha, ich habe gewonnen!“ sagt Kate „Und ich freue mich für euch beide!“ sie steht auf und geht zu Max und nimmt sie in den Arm.
„Man Price, hättest du nicht noch 1 Jahr warten können, Mist!“ doch sie lacht mich an, steht ebenfalls auf und umarmt erst mich und dann Max. Mom sitzt ruhig am Tisch und grinst in sich hinein.
„Also los, erzähl, wie hast du sie gefragt!“ sagt Kate aufgeregt und sieht mich an.
„Nun ja....äh...also eigentlich hat Max mich gefragt. Es war total romantisch. Sie hat eine Schatzsuche geplant und am Ende hat sie mich gefragt“ antworte ich und spüre wie ich rot werde.
„Damit habe ICH gewonnen!“ sagt Mom plötzlich.
„Man Caulfield, das hätte ich NIE gedacht!“ sagt Victoria und schüttelt ungläubig den Kopf.
Max und ich sehen uns verwirrt an.
„Wir haben uns irgendwann über euch unterhalten als wir Joyce hier besucht haben und da kam uns die Idee mit der Wette.“ Kate klingt etwas verlegen.
„Und ich habe als einzige gesagt, dass Max dich fragen wird!“ sagt Mom und lächelt triumphierend.
„Tja, Kate, Vic, Sorry, dass ich euch die Tour vermasselt habe. Ich wollte euch trotzdem fragen, ob ihr meine Trauzeuginnen sein möchtet.“ fragt Max und sieht die beiden erwartungsvoll an.
Wir hatten während der Autofahrt zu Mom schon über ein paar Details gesprochen.



„Liebling, alles in Ordnung?“ reißt mich Max aus meinen Gedanken.
„Hä? Ja...ähm...es war nur ein langer Tag und ich bin....“
„Chloe, komm schon, ich bin es. Was geht in deinem hübschen Kopf vor sich?“ blaue Augen durchdringen mich und ich seufze.
„Es ist nur...ich....ich habe Angst.“ gestehe ich leise. Ich kann ihrem Blick nicht standhalten, lasse es aber zu, dass sie mir ihre Hand auf meinen Arm legt nachdem sie sich mir gegenüber ins Bett gelegt hat.
„Wovor?“ fragt sie nur.
„Vor unserer Zukunft. Mit deinem Job bei der Zeitung. Genau das ist es was ich immer sagte. Du wirst raus in die Welt ziehen und eine bedeutende Fotografin sein und ich...ich sitze in unserem Haus, dass du bezahlt hast und hoffe, dass du zurück kommst und....ich will nicht, dass du ständig weg bist und um die Welt reist und ich will dich auch nicht aufhalten und....scheiße Max! Ich ruiniere dir dein Leben! Ich bin so egoistisch und“ ein Finger legt sich auf meine Lippen.
„Ganz ruhig. Atme tief durch!“ Max klingt entspannt.
Sie sieht mich an, lächelt liebevoll, sucht den Augenkontakt.
„Wir werden schon einen guten Weg finden. Wenn du magst werde ich mit der Zeitung sprechen, dass ich dich vielleicht mitnehmen kann. Dann erobern wir gemeinsam die Welt. Oder ich sage denen, dass ich nichts annehmen kann wo ich lange weg bin. Vielleicht lassen sie mit sich reden. Okay? Es ist noch nichts festgeschrieben, ich habe noch nicht mal einen Vertrag unterschrieben. Und wenn wir merken, dass es nicht in UNSER Leben passt, dann veröffentliche ich nur in Galerien. Scheiße zur Not hänge ich die aktive Fotografen Karriere und unterrichte. Aber es gibt nichts, wirklich nicht, was du ruinieren kannst. Ich liebe dich und DU bist mein Leben! Hörst du?“ ihre Hand ist zu meiner Wange gewandert und sie wischt mir eine Träne weg die sich heimlich einen  Weg gebahnt hat.
„Max…ich weiß nicht….“ Ich sehe sie nun an.
„Chloe, es ist okay! Ich liebe dich und alles was für mich zählt sind wir. Du machst mich so stark, also lass mich bitte auch für dich da sein. Rede mit mir, ebenso wie du möchtest, dass ich mit dir rede. Egal welche Dämonen in deinem Kopf sind, du musst sie nicht mehr alleine bekämpfen. Okay?“ ich sehe auf ihre Sommersprossen.
„Okay!“ sage ich und höre wie gebrochen meine Stimme klingt. „Es tut mir leid!“
„Nein, nichts muss dir leid tun. Es ist okay! In guten wie in schlechten Zeiten, richtig?“ ihre Stimme klingt herausfordernd.
„Yeah!“ ich lehne mich vor, küsse meine Verlobte und merke, wie bei der Berührung unserer Lippen Ruhe in mir einkehrt.
„Ich liebe dich Max! Und ich will dieses Leben mit dir, egal wie es aussehen wird.“

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„Herrje hör gefälligst auf so herum zu zappeln. Du machst mich ganz nervös!“ Kenneth brummt mich missmutig an.
„Ich kann nicht, ich…..ich muss eine rauchen!“ ich blicke mich im Raum um.
„Chloe, du hast damit aufgehört, beruhige dich. Es geht hier um Max. Was soll da schon schiefgehen?“ Brad legt mir eine Hand auf meine Schulter.
„Ich….scheiße…ich weiß es nicht. Was, wenn sie es sich anders überlegt? Was, wenn wir noch viel zu jung sind. Was, wenn da draußen jemand besseres auf sie wartet?“ es klopft an der Tür bevor jemand antworten kann.
„Es geht los!“ atmet Kenneth erleichtert aus. Er schiebt mich sanft durch die Tür.

Ich laufe mechanisch, sehe noch schnell in einen Spiegel auf dem Gang. Meine blonden Haare sind ordentlich frisiert. Auf mein Beanie  musste ich heute verzichten. Naja, es hätte auch nicht gepasst. Ich laufe den Gang hinab. Sehe unsere Freunde und Mom. Alle lächeln mich an, meine Knie werden weich. Wieder spüre ich die Hand von Brad auf meiner Schulter, dazu gesellt sich die von Kenneth. Beide wollen eine Flucht verhindern, nicht, dass ich das wirklich vorhabe, aber es gibt mir trotzdem Sicherheit.
Ich bleibe stehen. Sehe mich nervös um.
Musik setzt ein und da sehe ich Max und es ist als ob mein Herz stehen bleibt.
Wir haben uns vorher nicht abgesprochen und ich wusste nicht, was mich erwartet. Doch jetzt läuft sie auf mich zu und wenn ich jetzt sterben würde, wäre ich der glücklichste Mensch auf der Welt.
Kate und Victoria begleiten sie. Max trägt ein weißes Kleid, um ihre Taile ist ein blaues Band, welches zu meiner Krawatte passt und zu meiner früheren Haarfarbe.
Die Farben betonen ihre Augen, welche mich wild anstrahlen. Wie üblich ist Max so gut wie nicht geschminkt, aber ihr Lächeln lässt mich die Welt um mich herum vergessen. Ich will zu ihr stürmen, sie umarmen und sie küssen.
„Ich auch!“ formt sie mit ihren Lippen und ich bleibe lächelnd stehen wo ich bin.
Sie steht endlich neben mir, auch wenn es das wohl wichtigste Ding meines bisherigen Lebens ist höre ich kaum zu.
Max und ich sehen uns die ganze Zeremonie über in die Augen.
„Sie haben ihre eigenen Gelübde geschrieben?“ sagt die Pfarrerin und wir nicken.
„Max, du weißt, dass ich in dem ganzen Kram im Ausdrücken meiner Gefühle hella schlecht bin. Aber ich will dir und allen Menschen die in unserem Leben wichtig sind folgendes sagen. Du bist nicht nur meine beste Freundin, du bist außerdem die Liebe meines Lebens und meine Seelenverwandte. Du bist mein Lebensretterin und alles was für mich zählt. Du kennst mich in meinen hellsten und in meinen dunkelsten Stunden und ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. Ich verspreche dir, dass ich immer an deiner Seite sein werde, dass du immer meine Nummer eins sein wirst und das dir meine Zukunft gehört!“ Ich sehe Max an, nicke kurz. Sehe eine Träne in ihrem Augenwinkel. Sie holt tief Luft, atmet langsam wieder aus. Lächelt mich an.
„Wow, innerlich habe ich gerade die Hälfte meiner Karteikarten wegschmeißen müssen.“ Ich muss lachen, ihre Lippen umspielt ein freches Lächeln.
„Nein, im Ernst. Ich habe mir nie vorstellen können mal vor meinem Freunden stehe zu dürfen um den Menschen meines Herzens mein Ja Wort zu geben. Ich habe dich einmal in meinem Leben verlassen müssen uns es hat mich schier zerbrochen. Ich hatte Angst und das Gefühl niemals mehr in meinem Leben glücklich sein zu können. Ich wusste, dass ich nur komplett bin mit dir an meiner Seite. Dann hatte ich nach 5 langen Jahren die Chance dich wieder in meinem Leben haben zu dürfen und was soll ich sagen? Heute stehen wir hier. Chloe, du hast mir den größten Fehler, die größte Schande meines Lebens vergeben und mich zurück in dein Leben gelassen und mich damit endlich wieder komplett gemacht. Du hast in  mir den Wunsch geweckt an meiner Zukunft zu arbeiten. Nicht für die Karriere, für Ruhm oder Reichtum, sondern für etwas, dass viel wertvoller für mich ist.
Meine Zukunft mit dir!Das Unrecht, welches dir damals auch durch mich widerfahren ist, wieder gut zu machen. Und deswegen stehe ich heute vor dir und will dir vor unseren Freunden und der ganzen Welt folgendes Versprechen geben.
Chloe Elizabeth Price, ich will dir jeden Tag zeigen, was für eine Bereicherung du für mein Leben bist, dass du geliebt wirst und es jemanden gibt, der immer an deiner Seite ist. Ich werde auch in Zukunft daran arbeiten dieser Aufgabe gerecht zu werden und ich danke dir von Herzen, dass du mir diese Chance gibst und ich heute hier vor dir stehen darf. Ich liebe dich!“ Max laufen Tränen die Wangen herab und auch mir. Auch Brad der hinter mir steht schnieft verdächtig.

„….erkläre ich Sie zu Lebenspartnern, Sie dürfen sich nun küssen.“ Ich stürze nach vorne und nehme Maxs Lippen in Beschlag. Meine Hände wandern an ihre Hüfte und ich spüre ihre Hände auf meinem Gesicht. Das Metall ihres Eherings ist kalt auf meiner Wange.
„Ich liebe dich Baby!“ flüstere ich, als ich mich für 2 Millimeter von ihren Lippen entferne.                                            
Blaue, funkelnde Augen fesseln mich und plötzlich habe ich gar keine Lust mehr auf eine Feier. Ich möchte einfach nur nach Hause, mit meiner Frau.
„Wollen wir einfach nach Hause verschwinden? Die anderen könne in Ruhe feiern?“ frage ich spielerisch.
Max lacht laut auf, haut mich auf den Arm und umarmt mich anschließend.
„Vergiss es Miss Price, ich will dich noch den ganzen Nachmittag in diesem sexy Anzug sehen. Habe ich dir schon gesagt wie super er dir steht. Und die Krawatte passt perfekt zu deiner Strähne.“ Sie greift nach meiner blauen Strähne von der ich mich noch immer nicht lösen kann.
Ich grinse bis über beide Ohren, nehme die Hand von meiner Fotografin und wir verlassen gemeinsam die Kirche. Vor der Tür warten unsere Gäste und wir machen eine Menge Fotos bevor es endlich in unser Haus geht um dort bei Essen und Musik den Tag zu feiern.


„Hallo Miss Price!“ ich liege auf dem Bett und begrüße Max die ins Schlafzimmer kommt.
„Selber Hallo Miss Price!“ antwortet Max.
Sie sieht müde aus, aber auch glücklich. Sie hat gerade Kate und Victoria raus geschmissen und wir haben unser Haus endlich für uns alleine. Ihr Blick wandert über mich.
„Na, hast du dich endlich an dem Anzug satt gesehen?“ frage ich und ziehe eine Augenbraue hoch.
Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht und sie nickt. Ich schwinge mich aus dem Bett und gehe auf sie zu. Mein Jackett habe ich schon lange abgelegt, sodass ich nur noch ein weißes Hemd und die schwarze Anzughose sowie die Krawatte trage.
Max hat noch immer ihr Kleid an, sie hat sich extra ein leichtes ausgesucht sodass sie sich nicht zwischen Hochzeit und Feier umziehen musste.
„Darf ich meine wunderschöne Frau um einen letzten Tanz für den heutigen Tag bitten?“ frage ich und halte ihr meine Hand entgegen.
Sie ergreift sie und wir bewegen uns beide barfuß Arm in Arm zur Musik in unseren Köpfen durch den Raum. Ich atme ihren Duft ein und spüre ihre Wärme. Ihr Kopf ruht auf meiner Schulter. Ich setzte zu einer Drehung an. Sie landet wieder in meinen Armen und ich küsse sie in den Nacken.
Ich hebe sie hoch und trage sie zum Bett.
„Das Kleid sieht furchtbar unbequem aus, hast du was dagegen, wenn ich dich daraus befreie?“ frage ich grinsend und versenke meinen Mund in ihrer Halsbeuge. Küssend wandere ich zu ihrem Schlüsselbein.
„Deine Krawatte sieht aber auch ungemütlich aus“ erwidert sie und ihre Hände beginnen den Knoten zu lösen. Ich öffne den Reißverschluss an ihrem Rücken, Max beugt sich mir entgegen um mir zu helfen und ich kann sie endlich aus ihrem Kleid befreien. Sie hat eine Azurblaue Spitzenunterwäsche an.
„Wow!“ hauche ich da geht die Türklingel im Sturm.
Ich stöhne frustriert auf.
„Ich gehe schnell, lauf nicht weg!“ zische ich und mache mich auf den Weg zur Tür.
„WAS?“ motze ich und reiße die Tür auf.
Victoria steht mit rotem Kopf vor mir und blickt auf meinen BH der unter meinem bereits geöffneten Hemd hervorschaut.
„Ich….ähm…äh…..“ stottert sie.
„Also wenn du uns beim Sex nicht Bereitschaft leisten willst solltest du schnell die Worte ausspucken.“ grinse ich sie böse an.
Sie gibt ihrem Kopf einen Ruck und sieht mir in die Augen.
„Ich habe meine Tasche hier vergessen und da sind unsere Wohnungsschlüssel drin...“
„Dann los!“zische ich und schon ist Victoria in unserem Haus verschwunden.
„Sorry, wir sind schon weg, viel Spaß euch!“ Vics Ohren glühen rot als sie zurück zu ihrem Auto sprintet.
Mit großen Schritten mache ich mich auf den Weg ins Schlafzimmer.
„Also, wo sind wir stehen geblieben?“ sage ich vom Flur aus.
Ich betretet das Schlafzimmer und bleibe wie versteinert stehen. Max liegt auf der Seite im Bett zusammengerollt und atmet ruhig und flach.
„Shit, ich bringe dich um Victoria“ grummel ich leise in mich hinein. Ich schleiche zum Bett um meine schlafende Frau zuzudecken.
„REINGELEGT!“ lacht meine Frau, ich mache erschrocken einen Satz nach hinten.
„Scheiße......“ pruste ich und halte mir mein wild schlagendes Herz.
Max blaue Augen funkeln mich spielerisch an, ein dreckiges Grinsen hat sich auf ihre Lippen gelegt.
„Na warte, das wirst du mir büßen!“ rufe ich und stürze mich auf sie.
Ich setze mich auf ihre Hüfte und fange an sie zu kitzeln.
„Unfair.....hör auf....bitte....bitte....ich mache.....das....nie.....wieder.....Chloe.....bitte.....“ lacht Max und windet sich unter mir.
Ihre Hände wehren meine ab, ich packe ihre Handgelenke und halte sie über ihren Kopf. Dabei beuge ich mich vor, mein Gesicht nah an ihrem. Wir atmen beide schwer. Ich sehe ihr tief in die Augen.
„Wenn ich dich nicht so lieben würde, dann würde ich dich noch viel länger bestrafen müssen du böses Wesen. Mich so zu erschrecken.“ ich küsse sie und spüre wie sie lächelt während sie den Kuss erwidert.
„Ich wusste gar nicht, dass ich so eine Heulsuse geheiratet habe. Aber wenigstens bist du heiß!“ neckt sie mich weiter.
„Oh da möchte heute jemand auf der Couch schlafen?“ erwidere ich und beiße ihr sanft in den Hals.
„Hmmmm....oh......“ seufzt meine Frau bei der Berührung meiner Zähne auf ihrer Haut auf.
Ich greife ihren beiden Hände mit einer und lasse meine freie über ihren Körper wandern. Bis ich endlich ihren Slip erreicht habe. Max stöhnt unter meinen Berührungen. Ich knabbere und küsse abwechselnd die empfindliche Stelle an ihrem Hals. Sanft gleiten meine Finger über den bereits feuchten Stoff der meine Finger von ihrer Scheide trennt.
„Oh Chloe....“ säuselt Max.
Sie ist Wachs in meinen Händen. Zeit für meine Rache.
„Oh Max...“ hauche ich in ihren Hals.
Sie beugt sich meinen Fingern entgegen. Ich rolle mich von ihr weg und lege mich mit den Rücken aufs Bett, die Hände hinter meinem Kopf verschränkt.  
„Reingelegt!“ grummel ich.
Ich grinse innerlich in mich hinein und sehe aus dem Augenwinkel wie mich Max perplex ansieht und versucht ihre Atmung unter Kontrolle zu bekommen. Sie setzt sich auf und schiebt sich damit mehr in den Fokus von meinem Blick.
„Okay...okay...du hast gewonnen!“ seufzt Max und sieht mich an. Ihre Augen funkeln amüsiert. „Natürlich bist du keine Heulsuse, sondern die wundervollste Frau auf Erden.“ ich signalisiere ihr weiter zu machen. Sie kommt auf mich zu gekrochen, lässt eine Hand über meinen Bauch wandern. Es ist als ob kleine Funken von ihren Fingerspitzen auf meinen Körper übergehen. Ich versuche es herunter zu spielen.
„Du bist nicht nur heiß, sondern auch klug und mutig und gütig.“ inzwischen sitzt sie auf meinem Schoß und lässt ihre Hände über meine Körper wandern. Sie beugt sich vor, ihre Lippen nah an meinen.
„Vergibst du mir?“ flüstert sie.
Meine Selbstbeherrschung ist völlig im Eimer.
„Yeah“ flüstere ich und überwinde die letzten Millimeter.
Ich setze mich auf ohne unseren Kuss zu lösen. Unsere Finger wandern über den Rücken der jeweils anderen und wir öffnen gleichzeitig die Bhs. Unsere Zungen um spielen sich dabei. Max streift das Hemd von mir ab, ich ziehe ihr den BH vollständig aus, meiner folgt.  
„Ich liebe dich so sehr Max!“ und wieder lege ich meine Lippen auf die meiner Seelenverwandten.
Ich werde wieder ins Bett gedrückt und lasse mich bereitwillig führen. Mein Verstand ist wie vernebelt während ich die Hitze von unseren Körpern spüre, Max rieche und schmecke. Sie greift meine Hände und ehe ich verstehe wie mir geschieht hat sie meine Handgelenke mit meiner Krawatte zusammen gebunden.  
„Ich will mich doch ordentlich bei meiner Frau entschuldigen“ säuselt sie.
Ihre Lippen legen sich nun auf meinen Hals und wandern. Ich ziehe meine Lippen zwischen meine Zähne. Ihre Hände machen sich an meiner Hose zu schaffen. Quälend langsam zieht sie mir diese samt meiner Boxershorts aus. Warme Fingerspitzen gleiten über die Innenseiten meiner Oberschenkel.
„Max, bitte...“ flehe ich, werde in meinem Gedanken jedoch unterbrochen als ich ein feuchtes Paar Lippen auf meinem Venushügel spüre.
Ich ziehe scharf die Luft ein.
„Ja bitte?“ fragt mich Max mit Triumph in der Stimme.
„Bitte, mach mich los. Ich will dich anfassen und spüren und schmecken.“ jammere ich.
Max setzt sich zurück auf meine Hüfte. Ihre Fingernägel ziehen kleine Kreise auf meinem Bauch. Sie sieht mich an, legt den Kopf leicht schief als ob sie nachdenken muss.
„Du willst das nicht erst mal genießen?“ fragt sie nachdenklich.
„Nein...also doch...aber....ich will“ ich versuche die richtigen Worte zu finden während mein Kopf nur noch daran denkt, dass ich meine Partnerin in mir spüren will. Die Erregung die ich verspüre macht meine Gedanken langsam. „Shit....ich will....“ wieder werden meine Gedanken unterbrochen. Ich ziehe scharf die Luft ein als sich geübte Finger um meine Brustwarzen legen und sie zwirbeln.
„Was willst du Chloe?“ wieder höre ich einen frechen und gleichzeitig triumphalen Unterton.
„Ich will, dass wir zusammen kommen. Ich will dich schmecken während du in mir bist. Ich will dir voll und ganz nahe sein.“ ich atme schwer.
Max schaut mich mit großen Augen an. Sie beugt sich vor, der Schalk ist aus dem Blau ihrer Augen verschwunden und nun steht ihr nur noch die pure Liebe ins Gesicht geschrieben. Sie löst die Krawatte um meine Handgelenke. Sofort schießen meine Hände nach vorne, ich greife ihr Gesicht und ziehe sie zu mir. Wir küssen uns, meine Zunge dringt in sie ein, sie liegt nun auf mir. Ich spüre ihren Herzschlag an meiner Brust, ihre nackte Haut auf meiner.
„Danke Baby!“ seufze ich als wir uns von dem Kuss lösen.
Ich erhalte einen Kuss auf die Nase, dann setzt Max sich wieder auf und dreht sich um. Sie positioniert sich so, dass wir uns gegenseitig lecken können. Ich lege meine Hände auf ihren Hintern während sie ihre Hände auf meinen Oberschenkeln drapiert. Ich ziehe ihren Slip aus und dringe mit einem Finger in sie ein. Sie stöhnt erschrocken auf, lässt ihren Kopf aber gleich wieder zwischen meine Beine sinken. Ich spüre ihre feuchte,warme Zunge über meinen Kitzler gleiten. Eine Welle der Erregung reißt mich mit.
Mein Orgasmus nähert sich immer mehr und ich erhöhe meine Bemühungen um auch Max über den Rand zu bringen. Mein Plan geht nicht ganz auf, ich komme kurz nach ihr. Wir liegen beide schwer atmend übereinander so wie wir gekommen sind.
„Wow!“ sage ich als ich das Gefühl habe wieder atmen zu können.
„Wowser!“ antwortet Max.
Ich gebe ihr einen Klaps auf den Po.
„Du bist so ein Nerd!“ lache ich und küsse ihren Oberschenkel.
„Yeah, aber ich bin dein Nerd! Für den Rest deines Lebens!“ lacht sie und rollt sich zu Seite.
„Komm her Baby!“ sage ich und warte bis sie in meinen Armen liegt.
Ich ziehe die Decke über uns und lasse meine Hand über ihre Seite gleiten.
„Hab ich dir eigentlich schon mal gesagt wie sehr ich dich liebe Max Price?“ doch statt einer Antwort bekomme ich nur ein leichtes Nicken.
Ich drehe den Kopf und muss grinsend feststellen, dass sie eingeschlafen ist. Da muss auch ich gähnen. Ich küsse meine Frau noch einmal auf die Stirn.
„Gute Nacht mein Engel!“ und dann fallen auch mir die Augen zu.

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„Hella Max, wie sollen wir das alles transportieren? Hast du unseren ganzen Besitz eingepackt oder was?“ ich sehe auf die Koffer die vor der Tür bereit stehen.
„Halt die Klappe! Du weißt, dass ich nebenbei auch arbeiten muss, also muss ich halt meine Ausrüstung mitnehmen. Und wir wissen nicht wie das Wetter wird.“ sie klingt angespannt.
„Wenn du mir sagen würdest wo es hingeht hätten wir vielleicht besser planen können! Und überhaupt, muss das mit der Arbeit sein?“ seufze ich.
„Dann wäre es aber keine Überraschung mehr! Und schau nicht so Liebling! Es ist nur ein Auftrag den ich zu erfüllen habe, dafür habe ich jetzt schon Urlaub bekommen UND ich konnte uns ein mega cooles Upgrade heraus schlagen. Schau bitte nicht so grummelig. Es sind nur ein paar Stunden und dann“ sie küsst meinen Nacken „gehöre ich ganz alleine dir!“ Max Hände legen sich auf meinen Bauch und sie schmiegt sich von hinten an mich.
„Ich kann dir einfach nicht widerstehen!“ ich drehe mich um und küsse meine Frau.


„Ach Scheiße ehrlich? Wir müssen fliegen?“ ich spüre Nervosität in mir aufsteigen.
Ich weiß, dass das etwas ist, was nun zu unserem Leben gehört, aber wirklich anfreunden kann ich mich nicht damit. Auch wenn ich nun öfter fliegen muss, zu mindestens, wenn ich meine kleine Fotografin begleiten will, und ich will. Zwar habe ich mir auch eine Werkstatt gekauft und bin nun mein eigener Chef, aber mit Maxs Unterstützung habe ich mir auch zwei sehr fähige Angestellte leisten können, sodass ich theoretisch nicht wirklich da sein muss. Was mich aber nicht davon abhält so oft es geht selber Hand an zu legen.
„Ich habe dir diesmal die hier besorgt, vielleicht hilft das“ ich bekomme eine Packung mit Reisetabletten in die Hand gedrückt.
Wir sind inzwischen am Schalter angekommen. Ich schaue noch immer auf die Packung mit Tabletten in meiner Hand.
„Guten Tag, hier müssten zwei Tickets für mich hinterlegt sein auf den Namen Maxine Price“ Max schenkt mir ein nervöses Lächeln.
„Haben Sie Ihre Ausweise dabei?“ fragt die Dame und Max überreicht unsere beiden Ausweise. Ebenso ihren Presseausweis.
„Ah ja, da haben wir es ja. Ihre Zeitung hat uns gebeten sie zu upgraden. Hier sind ihre Flugtickets und viel Spaß in Paris!“ sagt die Frau lächelnd.
„WAS?“ ich schlucke und sehe zu Max.
Diese zieht mich zur Seite und führt uns zur Sicherheitszone.
„Ist das dein Ernst?“ frage ich stotternd.
„Überraschung?“ wieder sieht Max mich unsicher an.
„Shit, wenn wir es nicht schon getan hätten würde ich dich jetzt fragen, ob du mich heiraten willst!“ antworte ich und grinse breit. „Du bist die Beste!“ sage ich und küsse meine Frau leidenschaftlich.
„Na hör mal, wir haben nur einmal Flitterwochen und ich weiß, dass es schon immer dein Traum war.“ flüstert mir Max entgegen.
„Vielleicht solltest du schon mal eine Tablette nehmen, wir steigen gleich ein“ Max nimmt meine Hand die nach der ersten Aufregung wieder angefangen hat zu zittern.
Ich nicke und nehme eine der kleinen Tabletten. Wir werden aufgerufen und dürfen einsteigen. Wir sitzen erster Klasse, die Sitze sind sehr bequem und ich fühle mich nicht so eingesperrt wie sonst. Max hat sich während der Sicherheitseinweisung an mich gekuschelt. Ihre Hand zieht sanfte Kreise über mein Bein und ich merke wie mich die Tablette langsam müde macht. Ich fühle mich durch die Nähe meiner Frau und durch den bequemen Sitz entspannt genug und gebe mich der Müdigkeit hin.

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Kalter Wind zerrt an mir. Ich sehe mich um. Vor mir sehe ich den Leuchtturm von Arcadia Bay. Er ist völlig intakt. Ich seufze auf. Der Himmel ist blau und wunderschön. Da sehe ich etwas aus meinem Augenwinkel, eine Gestalt kommt hinter mir den kleinen Waldweg hoch. Ich drehe mich um und sehe Max. Ich laufe ihr entgegen doch bleibe abrupt stehen als ich in ihr Gesicht sehen kann.
„Was ist passiert?“ frage ich mit belegter Stimme.
Meine Partnerin geht mit hängendem Kopf an mir vorbei Richtung Bank. Eine Tränenspur ist auf ihren Wangen sichtbar.
„Max, du machst mir Angst!“ sage ich als ich ihr hinterher laufe.
Sie lässt sich auf die Bank fallen und ich setze mich daneben.
„Oh Chloe....“ seufzt die braunhaarige neben mir und wirft sich mir in die Arme.
„Shhh....shhhh alles gut, ich bin hier, wir sind hier, was bedrückt dich so?“ ich spüre ein flaues Gefühl in der Magengegend und sehe mich heimlich um.
„Hier ist kein Schmetterling!“ scheint Max meine Gedanken zu erraten.
Ich spüre wie mein Herz leichter wird. Ich streichel den Arm des weinenden Häufchen Elends in meinem Arm.
„Wir werden nicht für immer zusammen sein, das ist dir klar, oder?“ fragt mich Max mit erstickender Stimme.
„Was redest du für einen Blödsinn, natürlich werden wir das. Ich verlasse dich nicht und du mich auch nicht!“ erwidere ich und spüre wie mein Blut anfängt zu kochen.
„Ja das meine ich nicht. Irgendwann wird unser Leben zu ende sein.“ wieder höre ich mehr Schluchzen als Worte. Ich drücke sie instinktiver näher an mich heran.
„Achso, ja...aber wir sind noch jung...wir haben hella viel Zeit!“ ich spüre wie ich bei diesen Worten unsicher werde.
„Yeah!“ ist alles was ich als Antwort bekomme. Dann höre ich nur noch das verzweifelte Weinen von Max.
Ich lasse mich in meinen Gedanken fallen. Ist das nur eine Projektion meiner Flugangst? Oder soll mir das hier irgendwas sagen? Aber dann wäre hier doch irgendwo der Schmetterling zu sehen, oder?
Ich bekomme Kopfschmerzen und dann spüre ich etwas warmes an meiner Wange.
Max küsst mich.
„Egal was passiert und wann. Ich werde immer einen Weg finden für dich da zu sein. Hörst du Price?“ Max sieht mich bei diesen Worten mit rot unterlaufenen Augen an.
Scheiße, war das in meinem Augenwinkel der Schmetterling? Ich sehe nichts als ich genauer hinsehe. Also konzentriere ich mich wieder auf die blauen Augen mir gegenüber.
„Ich weiß und dafür liebe ich dich!“ Ich überwinde die Distanz zu Maxs Lippen und schließe die Augen.
Als ich nichts spüre öffne ich die Augen wieder und sehe nichts. Max ist verschwunden. Alles andere ist noch so wie vorher. Ich stehe auf, sehe mich um.
„Max????MAX????“ schreie ich.
Ein Erdbeben bringt meine Welt zum wanken.
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„Alles gut Lieblings, ich bin hier. Atme ganz ruhig, du hast es gleich geschafft!“ ruhig drängt die Stimme meiner Partnerin an mein Ohr, ihre Hand hält meine fest. Verwirrt blicke ich mich um. Ich sitze in einem Flugzeug.
„Paris?“ nuschel ich als ich wieder weiß warum wir hier sind.
„Yeah, schau, wir sind da. Du hast den ganzen Flug über geschlafen!“ Max gähnt.
„Dann werden wir nicht sterben?“ frage ich gähnend und strecke mich.
Das Flugzeug setzt ruckelnd auf und ich zucke zusammen. Max lächelt mich an.
„Nicht lustig Hippie!“ grummel ich.
Max schmiegt sich an meinen Arm. Sie sieht müde aus, als ob sie den ganzen Flug wach war. Die Tabletten haben mich total weg gehauen, was ich nicht bereue.

Wir stehen in der großen Eingangshalle vom Flughafen und Max steuert zielstrebig zu dem Mietwagenschalter. Ich laufe kopfschüttelnd mit unserem Gepäck hinterher.
Wie kann die selber Frau manchmal so schüchtern und unsicher sein und dann wieder so selbstbewusst. Ich wäre hier völlig aufgeschmissen doch Max scheint genau zu wissen was sie tut.
Noch während ich grübel bekommt sie die Schlüssel ausgehändigt.
Ich weiß überhaupt nicht was geplant ist, Max wollte alles alleine machen, also habe ich ihr das Feld überlassen und lasse mich einfach treiben.
Wir erreichen die Garage und stehen vor unserem Auto. Es ist ein schwarzer Sportwagen und ich bekomme weiche Knie bei dem Anblick.
„WOW“ mehr bringe ich nicht hervor, Max kichert.
„Los, einsteigen, heute fahre ich“ und schon geht sie zur Fahrertür.
Als ob sie es jeden Tag fährt tippt Max Sachen in das Display der Mittelkonsole ein.
„Woher weißt du, was du da tust?“ frage ich verwirrt.
„Ich habe mir schon mal die Anleitung durch gelesen während des Flugs, irgendwas musste ich ja tun während du neben mir einen Urwald abgesägt hast.“ ich höre das Lachen in ihrer Stimme und spüre wie ich rot werde.
„Das....gar nicht....ich hab nicht....oder?“ ich schaue zu ihr, noch immer verunsichert von meinem Traum.
Max wirft mir einen Luftkuss zu und startet den Motor, das Geräusch löst eine Gänsehaut bei mir aus.


Ich stehe auf dem Balkon und beobachte den Sonnenaufgang. Die orange Kugel schiebt sich langsam am Eiffelturm vorbei. Ich nehme mein Handy und mache ein Selfie um es an unsere Freunde zu schicken.

„Seht nur, wo die beste Frau der Welt mich hin entführt hat“

und senden. Man hat von unserer Honeymoon Suit einen perfekten Blick auf die Stadt mit seinem Wahrzeichen. Ich seufze und genieße die kühle Morgenluft auf meiner nackten Haut. Ich denke an unsere Ankunft gestern zurück, wie wir uns in dem riesigen Zimmer umgesehen und den kalten Champagner getrunken haben. Ich drehe mich grinsend um und sehe zu Max die noch im Bett liegt. Doch als ich sie sehe spüre ich Kälte in mir hoch kriechen.
Mit schnellen Schritten springe ich zu ihr ins Bett und versuche sie zu wecken. Sie hat einen Krampf und ihr ganzer Körper zuckt wild. Als ich sie berühre stöhnt sie auf als ob sie Schmerzen hat.
„Baby, komm schon, wach auf! Alles gut, ich bin hier bei dir, komm schon Max, bitte!“ ich versuche nicht so besorgt zu klingen wie ich mich schon wieder fühle.
Nach ein paar Sekunden beruhigt sich ihr Körper und sie reißt die Augen auf, sieht sich panisch um bis ich es schaffe ihren Fokus auf mich zu lenken.
„Da bist du ja endlich!“ seufze ich erleichtert aus und wische eine Träne von ihrer Wange.
„Albtraum?“ frage ich und sie nickt nur. Ich halte sie fest und lasse sie eng an meinen Körper gepresst erzählen.
Nach all den Jahren wird mir immer noch heiß und kalt, wenn Max von der Dunkelkammer träumt und erzählt. Ich frage mich, ob sie dieses Trauma jemals hinter sich lassen kann.
Eine Stimme holt mich aus meinen Gedanken.
„Es tut mir leid, ich wollte dich nicht beunruhigen. Ich denke, ich bin nervös wegen meinem ersten, richtigen Fotoauftrag und....das hat er gleich ausgenutzt.“ erneut laufen Tränen an der Wange meiner Frau herunter.
„Hey, hey, alles gut, du wirst das schon rocken. Zumal ich an deiner Seite bin, nicht, dass einer der heißen Models dich noch entführen will oder so. Komm schon, schau nicht so traurig, schenkst du mir ein Lächeln?“ und da erscheint es auch schon. Ich küsse sie sanft.
„Du bist so blöd, als ob mich eines der Model haben wollen würde. Ich muss nur aufpassen, dass du
ihnen nicht den Kopf verdrehst.“ frech streckt sie mir die Zunge heraus.
„Hmmmm vielleicht doch mal ein Dreier?“ schnurre ich ihr spielerisch entgegen.
Mit einer schnellen Bewegung drückt mich Max aufs Bett.
„Und das hier teilen? NIEMALS!“ und sie beugt sich vor und küsst mich.

Mit großen Augen betrachte ich den Trubel. Wir sind Backstage bei einer großen Modenschau. Ich finde diese Kostüme ja alle affig, aber Max geht voll und ganz in ihrer Arbeit auf. Und ich habe nur Augen für sie, sie strahlt und lächelt wenn ihr die Bilder so gelingen wie sie in ihrem Kopf aussehen sollen. Dabei habe ich große Mühe den Menschen die hier arbeiten nicht im Weg zu stehen.

Ich lasse mich erschöpft aufs Bett fallen, meine Gedanken ziehen Kreise. Plötzlich schiebt sich ein Kopf in mein Sichtfeld und zwei Hände legen sich auf meine Knie.
„Hey, willst du etwas alleine sein?“ fragt mich Max.
Ich fühle mich ertappt und unsicher. Ich versuche sie anzulächeln.
„Ich weiß nicht was du meinst.“ versuche ich meine Laune zu überspielen.
„Chloe, ich habe deine Blicke heute bei der Modenschau gesehen.“ sie sieht mir direkt in die Augen.
„Hey, ich hab nur die heißen Models ab gecheckt um zu sehen....“ da wird Max Blick intensiver und ich schweige.
„Liebling, es ist okay, dass du an Rachel denkst. Ich weiß, dass es schwierig war und wenn du alleine sein willst, dann ist das okay für mich. Und wenn nicht, dann bin ich hier.“ meine Frau lächelt mich mild an.
„Woher weißt du, dass ich an sie denken muss?“ frage ich erstickt. Eine Hand streicht über meine Wange.
„Hallo, Erde an Chloe, ich bin es, Max! Ich kenne dich nun schon ein paar Tage.“ ihre Stimme ist so sanft.
„Ich bin so ein Arschloch!“ weine ich los. Ich vergrabe mein Gesicht in meinen Händen. „Ich bin mit dir hier in unseren Flitterwochen und ich denke an sie.“ Schulgefühle, Scham und Sehnsucht überrennen mich. Max steht auf und ich spüre Panik dazu kommen, dass sie nun weg geht. Doch stattdessen setzt sie sich zu mir aufs Bett, kriecht hinter mich und nimmt mich in den Arm.
„Es ist alles okay! Ich bin dir nicht böse oder so. Ich liebe dich, egal was ist, hörst du? Du darfst an sie denken und traurig sein, wann immer du willst. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt dafür.“ ihre Stimme ist nah an meinem Ohr.
Ich nicke, halte mich an ihr fest und weine.
„Scheiße Max! Es wäre ihr Traum gewesen da mitzumachen, doch stattdessen ist sie tot, wegen diesen Arschlöchern. Und ich...ich konnte sie nicht beschützen!“ Max umarmt mich fester.
„Es ist nicht deine Schuld. Du hättest nichts tun können. Hör auf dir dafür die Schuld zu geben!“
Ich nicke und höre dem Herzschlag von Max zu während ich mich an sie klammere. Sanft schiebt sie uns beide in eine liegende Position und ich bin ausnahmsweise mal der kleine Löffel.
„Wie wäre es, wenn wir morgen ins Disneyland gehen“ fragt mich Max und ich spüre wie sich ein Lächeln auf meine Lippen schleicht.
„Das wäre fantastisch“ säusel ich und gebe mich der Müdigkeit und Erschöpfung hin.

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„Hallo du kleines, süßes Monster! Das hat deine Mami aber super hinbekommen.“ sage ich sanft zu dem kleinen Menschen in meinen Armen.
Ich denke an die Freude zurück, als Max und ich kurz nach unseren Flitterwochen die Nachricht von Alex bekommen haben, dass sie schwanger ist. Nun ist die kleine Dame schon fast ein halbes Jahr alt und Max und ich haben es endlich geschafft sie zu besuchen.
„Ich bin deine Tante Chloe und ich werde dir all den Blödsinn beibringen, damit du deine Mami und deinen Papi wahnsinnig machen kannst“ flüstere ich Rose ins Ohr und daraufhin lächelt sie mich an.

„Also Max, wie läuft deine Karriere? Deine Bilder aus Kenia waren ja beeindruckend. Jonas und ich kaufen jede Zeitschrift in der Bilder von dir abgedruckt werden.“ höre ich Alexs Stimme an mein Ohr dringen. Ich sehe zu den beiden Frauen und merke wie Max nervös hin und her rutscht.
„Ähm...ja, ich habe ab morgen einen neuen Auftrag, darf aber noch nicht drüber reden.“ ihr Blick sucht hilfesuchend meinen.
„Oh das klingt ja mysteriös.“antwortet Alex und bohrt zum Glück nicht weiter nach.
„Chloe, wie hast du das gemacht?“ ich schaue Alex verwirrt an die nun zu mir schaut. Sie deutet auf Rose die in meinen Armen eingeschlafen ist.
Ich spüre wie der Anblick des schlafenden Mädchens in meinen Armen etwas in meinen Gedanken in Gang setzt, ich lächel auf die schlafende Rose herunter und trage sie vorsichtig in ihr Bettchen.
„Ich habe halt diese Wirkung auf Kinder!“ sage ich so cool wie möglich. „Wir müssen nun auch leider los, ich muss Morgen Max früh absetzen damit sie zu ihrem neuen Auftrag fliegen kann und ich muss zurück nach Seattle. Nicht, dass die Stümper mir noch meine Werkstatt abbrennen!“ lache ich und ziehe Max in meine Arme. Wir verabschieden uns von Jonas und Alex und fahren in unser Hotel.
Ich setze mich auf mein Motorrad und warte das Max sich dazu setzt und mich umklammert. Inzwischen fährt sie gerne mit und ich genieße es sie mit auf dem Bike zu haben.


„Max, musst du morgen wirklich fliegen?“ ich höre selber wie jämmerlich ich klinge. „Ich habe kein gutes Gefühl dabei. Was, wenn dir etwas passiert?“ ich schaue ihr tief in die Augen und versuche etwas darin zu lesen was mir Hoffnung gibt.
Max rückt näher an mich heran. Wir sind in dem Hotel aus dem sie morgen früh abgeholt wird.
„Chloe, dass ist eine große Chance für mich, nicht vielen ist es erlaubt in eine Militärbasis zu gehen um dort Fotos zu machen, vor allem nicht im Auslandseinsatz. Mach dir keine Sorgen, das Gebiet in das ich geflogen werde ist als sicher eingestuft, mir wird sicherlich nichts passieren. Außerdem muss ich ja zurück kommen um auf dich aufzupassen.“ sie zwinkert mir zu und küsst mich. Dabei wandert ihre Hand unter meine Shorts.
„Komm, lass uns heute Nacht an etwas schöneres denken.“ und damit verschwindet ihre Hand zwischen meinen Beinen und ich stöhne gegen meinen Willen auf.
„Das....ist....so...awwwwww....unfair....oh ja......“ ich kann meine Gedanken nicht mehr kontrollieren und gebe mich den erfahrenen Händen meiner Partnerin hin.

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„Baby, kannst du mich hören?“ schreie ich meinen Laptop an.
Das Bild flackert leicht.
„Ja Schatz und so wie du schreist brauche ich nicht mal den Laptop dafür. Wie geht es dir?“ fragt mich Max, ihre Stimme ist leicht verzerrt.
„Ich vermisse dich und bereue es, dass ich dich diesmal nicht begleiten konnte. Aber sonst komme ich klar. Es ist viel zu tun in der Werkstatt.“
„Wow, wer ist denn die heiße Schönheit“ ein mir unbekannter Mann schiebt sich ins Bild.
„Garry du bist so ein Idiot, geh weg!“ lacht Max und schiebt den Soldaten weg. „Entschuldige Chloe, Garry ist....naja Garry halt. Nur noch 2 Tage Liebling, dann komme ich zurück zu dir. Schaffst du es so lange noch ohne mich?“
„Du scheinst ja schon ein paar Freunde gefunden zu haben!“ grummel ich.
Doch Max scheint meinen Unmut über diesen Garry nicht mitzubekommen. Dafür schiebt sie sich etwas näher an den Bildschirm.
„Also ich habe gefragt, Waffen darf ich nicht für dich mitbringen, aber die Uniform darf ich behalten“ sie schenkt mir einen anzüglichen Blick und ich merke ein Ziehen in meinem Unterleib bei dem Gedanken.
„Oh Baby, du glaubst gar nicht wie sehr ich mich danach sehne dich wieder zu sehen und zu spüren.“ Das Bild flackern wird stärker.
„Chloe ich muss gehen. Ich melde mich, wenn ich weiß, wann genau wir landen werden. Ich liebe dich und vermisse dich auch!“ sie wirft mir noch einen Kuss zu und dann ist das Bild schwarz.

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Ich spüre ein kitzeln im Nacken, einen Arm der sich um mich legt und eine Hand die meine Hand ergreift. Ich liege in unserem Bett.
„Max? Bist du wieder zu Hause?“ frage ich verschlafen.
„Nicht ganz“ eine Stimme, mit der ich nicht gerechnet habe, antwortet.
Erschrocken setze ich mich auf und schaue auf die Frau die neben mir im Bett liegt.
„Fuck Rachel, was machst du hier?“ frage ich entsetzt.
„Deine Freude mich zu sehen hält sich ja in Grenzen“ schmollt sie etwas.
Da sehen ich einen blauen Schmetterling auf ihrer Schulter sitzen und reiße die Augen auf. Ich ziehe die Decke höher und bedecke mich damit.
„Wa....was zur Hölle tust du hier?“ eine Welle der Gefühle durchdringt mich und ich weiß nicht was genau nun die Oberhand übernimmt.
Rachel legt eine Hand auf meine, sieht mir tief in die Augen.
„Ich bin nur hier um dir zu sagen, dass alles gut wird. Eure Zeit ist noch nicht gekommen.“ sagt sie.
„Was? Ich verstehe kein Wort!“ sage ich ärgerlich. „Wenn du schon mit mir sprichst dann nicht in Rätseln!“ fauche ich.
„Man Chloe, beruhige dich. Ich dürfte nicht mal hier sein. Aber ich weiß, dass du dir Sorgen machen wirst, also bin ich gekommen um dir zu sagen, dass es ihr gut gehen wird.“ Rachel funkelt mich grimmig an bei ihren Worten.
„Ihr??? Hella, ist was mit Max? Rach, bitte sag mir was los ist!“ flehe ich meine tote Freundin an, doch als ich wieder zu ihr sehe sind sie und der Schmetterling verschwunden.
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Ein Telefonklingeln lässt mich hoch schrecken. Ich sehe auf die Uhr, sie zeigt 5:34 an.
„Das ist besser hella wichtig“ fluche ich und stehe auf.
„WAS?“ keife ich in den Hörer und höre Peters Stimme er zittert beim Sprechen, er ist der Chef von Max.
„Chloe? Gott sei dank habe ich dich zuerst erreicht. Hör zu, die Militärbasis wurde angegriffen. Ein Auto ist schon auf dem Weg zu dir. Es ist nichts genaues bekannt und sie sammeln nun die Angehörigen ein, Außenstehenden geben sie keine Informationen. Ich wollte nicht, dass sie dich völlig unvorbereitet treffen. Chloe...Chloe bist du noch dran?“ich sinke zu Boden, der Hörer liegt neben mir. Ich habe das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.
„Max?“ stammel ich in den Raum hinein.
Ich höre leise, wie durch das Telefon mein Name gerufen wird. Automatisch greife ich nach dem Hörer.
„Danke für die Warnung Peter, ich melde mich wenn ich was weiß“ und damit lege ich auf.
Ein Türklingeln durchdringt die Stille des Hauses. Ohne es zu merken mache ich die Tür auf. Vor
mir stehen zwei Soldaten.
„Guten Morgen Miss Price. Ich bin Privat Jackson und das ist Privat McLean, wir kommen...“ ich unterbreche ihn.
„Ich weiß warum sie hier sind. Kann ich...kann ich noch schnell ein paar Sachen packen?“ ohne eine Antwort abzuwarten gehe ich ins Haus zurück, lasse die beiden in der offenen Tür stehen.
Mein Kopf fühlt sich an, als ob er aus Watte wäre.
Ich stehe mit einer gepackten Tasche vor den Soldaten. Privat Jackson will mir die Tasche abnehmen doch ich klammere mich an sie und steige in das Auto.
„Was ist mit Max? Geht es ihr gut?“ ich spüre Tränen in meinen Augen als ich die Frage laut ausspreche. McLean schaut mich durch den Rückspiegel an.
„Leider haben wir noch keine Informationen zu dem Vorfall, es tut mir leid. Wir hoffen, dass wir schon mehr wissen, wenn wir auf dem Stützpunkt angekommen sind.“ sagt er sanft.
Ich nicke und lasse meinen Kopf an die Scheibe gleiten und starre, ohne etwas zu sehen, nach draußen.

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„Nein Mom, die sagen mir hier nichts. Ich werde hier noch wahnsinnig. Mehrere Helikopter sollen heute hier landen, mit Verletzten. Ich weiß nicht ob sie dabei sein wird. Das ist wohl alles hektisch da drüben. Ja, sobald ich etwas weiß sage ich dir Bescheid.“ ich lege seufzend auf.
„Hey Chloe, wie geht es dir?“ Kathrin kommt zu mir.
„Wie soll es mir schon gehen? Wir sind schon eine beschissene Woche hier und ich weiß nicht ob meine Frau noch lebt oder nicht!“ ich spüre wieder Tränen in mir hoch kommen. „Tut mir leid, du kannst ja nichts dafür. Wie lebst du nur mit der ständigen Angst um deinen Mann?“ frage ich sie und schaue der älteren Frau in die Augen. Wir wurden am gleichen Tag hierher gebracht, ihr Mann ist ein Offizier in der Einheit, mit der Max unterwegs war. Wir sind am ersten Abend ins Gespräch gekommen, das ist bereits Michaels dritter Einsatz. Kathrin seufzt mitfühlend und nimmt mich in den Arm.
„Deine Kleine wird es schon geschafft haben, da bin ich mir sicher.“ sagt sie.
Ich nicke nur.
Inzwischen weiß ich, dass die Militärbasis von ein paar Rebellen angegriffen wurde. Es wurden mehrere Geiseln genommen die aber wieder befreit werden konnten. Dabei gab es wohl mehrere Verletzte. Um wen es sich handelt konnte aufgrund der andauernden Kämpfe aber nicht gesagt werden.
„Hörst du das?“ reißt mich Jack, ein anderer Angehöriger, aus meinen Gedanken. Ein Helikopter erscheint am Horizont, dahinter zwei weitere. Ich springe auf und schaue angestrengt und spüre wie mein Puls in die Höhe schnellt.
Die drei Metallkollosse landen und mehrere Menschen werden raus geführt. Einige auf Tragen, andere in Rollstühlen und wieder andere laufen selber.
„Max!“ flüstere ich und breche zusammen.
Das Röhren der Rotoren verschwindet langsam und ich höre Schritte auf mich zueilen bis zwei staubige Stiefel vor mir stehen bleiben.
„Chloe, ich bin wieder zu Hause Liebling!“ sagt sie liebevoll.
Ich sehe zu ihr auf und Umarme sie stürmisch doch da schreit sie vor Schmerzen auf.
„Was....was ist Max, bist du verletzt?“ wieder spüre ich Panik in mir hoch steigen.
Erst jetzt sehe ich den Verband der an ihrem Hals heraus schaut und den dunklen Schatten eines blauen Auges. Eine neue Welle Tränen steigt in mir hoch. Max legt eine Hand in meinen Nacken und zwingt mich so sie anzusehen.
„Hey...atme....ganz ruhig....mir geht es gut. Ich erzähle dir alles wenn wir zu Hause sind. Ich bin wieder da Liebling. Ich bin zu Hause!“ und ich spüre ihre Lippen auf meiner Stirn und meine Panik verebbt etwas, sie reicht mir eine Hand und hilft mir hoch.
„Maximus Prime!“ grollt eine Männerstimme von hinten. „Wage es nicht ohne ein Wort zu verschwinden!“
„Niemals Garry, aber erst Mal stelle ich dir meine Frau vor. Chloe, dass hier ist Garry, der größte Blödmann der Welt. Garry, dass ist meine bezaubernde Frau und Lebensretterin Chloe!“ ich schaue den Mann an den ich aus der letzten Videounterhaltung mit Max kenne.
„Chloe, es ist mir eine Ehre dich kennen zu lernen. Max hat immer nur von dir gesprochen.“ Er hält mir eine Hand entgegen und ich schüttel sie.
„Deine Kleine hier ist eine verdammte Heldin, du kannst verdammt stolz auf sie sein!“ sagt er und schaut liebevoll zu Max, was mir sofort ein Knurren entlockt.
„Ach Garry hör auf!“ sagt Max schnell die rot geworden ist.
„Scheiße nein, wenn du nicht gewesen wärst würde ich jetzt nicht hier sein.“ sagt er bestimmt.
Ich sehe die beiden fragend an, das alles ist mir zu viel. Garry sieht meinen verwirrten Gesichtsausdruck.
„Shit, ihr habt noch keine Infos hierher bekommen, oder?“ ich schüttel den Kopf.
„Kann ich euch beide auf einen Drink einladen? Dann erzähle ich dir die Geschichte. Und Max, du kannst dann Cassy kennen lernen. Ich habe gerade um ihre Hand angehalten und sie hat ja gesagt.“ Garry grinst über beide Ohren und seine braunen Augen leuchten.
„Ich glaube Chloe und ich wollen lieber nach Hause, oder Liebling?“ fragt mich Max.
„Hella nein, dass kann noch kurz warten, ich will die Geschichte hören.“ antworte ich und nehme Maxs Hand. Sie seufzt und wir gehen zu dritt los, kurz darauf kommt eine rothaarige Frau zu uns die ich in den letzten Tagen auch schon öfter gesehen habe.

„Also, was hat Max angestellt“ frage ich in die Runde und nippe an meinen Bier.
Eine Hand von Max ruht auf meiner.
„Es war irre. Wir haben gerade Sachen in den Konvoi gepackt und unsere Fotoqueen hat wieder alles dokumentiert. Ich stand neben ihr am Auto als von dem anderen Ende des Lagers Schüsse zu hören waren. Ich wollte mir gerade Max schnappen da ist sie auch schon los gerannt. Als sie endlich zum Stehen kam standen wir an einer Mauer und sie machte Fotos. Ich schrie sie an, dass sie so einen Scheiß zu lassen hat, das nächste was ich höre ist wie sie ´Scharfschütze´ ruft.
Ich lasse mich instinktiv zu Boden fallen und da schlägt die Kugel auch schon da ein wo kurz zuvor noch mein Kopf war.“ Ich sehe kurz entsetzt zu Max. ´Später` formt sie mit ihren Lippen.
„Wir robbten durch den Staub und sahen plötzlich in die Läufe von zwei Waffen. Wir wurden als Geiseln mitgenommen.
Nach 3 Tagen haben unsere Truppen uns und die anderen aber befreien können. Die Flucht war ziemlich hektisch. Naja, ich habe was abbekommen und mir den Fuß verletzt. Max hat das gesehen und kam zurück um mich zu stützen bis wir in Sicherheit waren. Dabei....“seine Miene verfinstert sich.
„Hey hör auf damit, wir haben drüber gesprochen, es ist nicht deine Schuld!“ sagt Max und schaut Garry in die Augen.
„Was ist passiert?“ wollte ich nervös wissen.
„Kurz bevor wir unsere sichere Deckung erreichen konnten hat mich eine Kugel in die Schulter getroffen. Es ist halb so wild.“ ich sehe Max skeptisch an.
Sie schaut mich an und ihr Blick fleht mich geradezu an da kein Drama draus zu machen. Ich nicke nur leicht und bedeute ihr mit meinen Blicken, dass das Thema noch nicht durch ist.
Wir trinken noch weiter und unterhalten uns über unsere normalen Leben. Garry hat uns gebeten, in Kontakt zu bleiben also haben wir unsere Nummern ausgetauscht.

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„Ja Mom, wir sind gerade zur Haustür rein. Max musste noch ins Krankenhaus, die Wunde anschauen lassen. Wir gehen erst mal schlafen, wir melden uns morgen, gute Nacht!“ ich lege das Telefon beiseite und schaue zu Max. Sie trägt noch immer die Militärkleidung. Jetzt wo wir zu Hause sind fällt die tapfere Maske von ihr ab und ich kann den Terror in ihrem Blick aufflackern sehen.
„Max?“ frage ich vorsichtig und nähere mich ihr langsam.
Ihre Augen verraten mir, dass sie ganz weit weg war und ich will sie nicht erschrecken. Sie antwortet nur mit einem ´hm´, versucht zu lächeln doch scheitert dabei.
„Wie geht es dir? Und ich meine WIRKLICH?“ ich stehe vor ihr, meine Hand sanft an ihre Wange gelegt. Sie zuckte kaum merklich zusammen als sich meine Hand ihrem Gesicht näherte.
„Ich....ich habe schon schlimmeres erlebt....“ ihre Stimme bricht.
Ich will sie gerne in den Arm nehmen weiß aber gerade nicht was ich damit auslöse. Natürlich meint sie die Dunkelkammer, das weiß ich.
„Max...ich....ich weiß nicht wie....was.....“ ich seufze verzweifelt.
Da greift ihr gesunder Arm um mich herum. Sie vergräbt ihr Gesicht in meiner Schulter.
„Es tut mir leid!“ heult sie los. „Ich hätte nie gehen dürfen....ich hätte.....ich dachte ich sterbe und lasse dich alleine zurück und.....“ ihre Beine geben nach.
Ich versuche den Sturz so gut es geht abzufangen. Wir kauern beide auf dem Boden, ihr Kopf an meiner Schulter, ich habe meine Hand in ihren Nacken gelegt. Spüre wie mir meine eigenen Tränen das Gesicht herab laufen.
„Ich hatte solche Angst um dich, aber ich wusste, dass du zu mir zurück kommst.“ sage ich um sie zu beruhigen.
Sie erhöht den Druck ihrer Umarmung und stöhnt dann voller Schmerzen auf.
„Scheiße!“ flucht sie und weicht sofort von mir zurück.
„Die Schulter?“ frage ich und ernte ein Nicken.
Ich durfte bei dem Untersuchung im Krankenhaus nicht dabei sein wegen irgendwelcher blöden Militärvorschriften. Deshalb weiß ich nicht wie schlimm es ist.
„Hey, wie sieht es aus, möchtest du ein Bad oder eine Dusche nehmen und dann erst einmal schlafen?“ ich lächel sie an um die Stimmung zu entspannen.
„Würdest....würdest du mir bitte helfen....beim duschen?“ sie schaut verschämt zu Boden und es bricht mir das Herz.
Ganz langsam und vorsichtig bewege ich meine Hand zu ihrem Kinn und schiebe ihren Kopf hoch, dass sie mir in die Augen sieht. Ihr Blick versetzt mich in frühere Zeiten zurück. Damals vor der Vortex Party, nachdem sie endlich dem Horror der Dunkelkammer entkommen ist, oder nachdem der Sturm über Arcadia gezogen ist und wir uns nicht sicher waren wie viele überlebt haben, oder als ich sie....ich schüttel innerlich den Kopf, ich darf nicht daran denken. Ich muss es irgendwie schaffen den Glanz wieder in ihre Augen zu bekommen und sie den neuen Terror in ihrem Leben vergessen zu lassen.
„Natürlich Liebling, komm!“ ich stehe auf und reiche ihr eine Hand und sie steht mit mir auf.
Hand in Hand gehen wir ins Badezimmer. Ich knöpfe ihr vorsichtig das Hemd auf, dabei fällt mein Blick auf das Einschussloch auf Höhe der Schulter und mir wird übel. Max zieht scharf die Luft ein und ich entschuldige mich. Beim BH bin ich noch vorsichtiger und schaffe es diesmal ohne ihr wehzutun.
Ich knie mich vor sie und helfe ihr mit der Hose. Die Sachen sind teilweise blutig und ich kann meinen Blick nicht von dem rot abwenden. Wut und Trauer bilden eine Sturm in meinem Inneren. Max ist nun komplett ausgezogen und ich merke wie die Unsicherheit in mir steigt. Solange ich nicht genau weiß was ihr passiert ist habe ich Sorge sie mit irgendwas zu triggern.
„Soll ich....ähm....mit rein kommen?“ frage ich zögerlich.
Max nickt nur, schaut aber weiterhin zu Boden. Schnell ziehe ich mich aus und führe sie in die Dusche. Ich stelle das Wasser ein und wir gehen runter. Ich stehe hinter ihr und schaue an ihr herunter. Über dem Einschussloch ist ein wasserfestes Pflaster, sodass ich die feinen Stiche sehen kann. Überall an ihrem Körper sind Prellungen und blaue Flecken. So sanft wie möglich reibe ich ihre Körper mit Duschgel ein.
„Kopf nach hinten.“ sage ich.
Ich shampooniere ihre Haare, massiere dabei sanft die Kopfhaut. Max seufzt leise.
„Alles okay?“ frage ich besorgt.
„Ja, alles gut. Das tut gut!“ nuschelt sie und ich mache weiter.
„Ist es okay....ähm....kannst du dich umdrehen?“ und sie dreht sich um.
Auch auf der Vorderseite ihres Körpers sind überall Spuren zu sehen, meine Augen bleiben auf dem zweiten Pflaster kleben.
„Ja ich hatte Glück, es war ein glatter Durchschuss!“ kommentiert meine Frau und erst jetzt bemerke ich, dass ich sie angestarrt habe.
„Entschuldige, ich wollte nicht starren!“ ich spüre die Hitze in mein Gesicht aufsteigen.
Max legt eine Hand auf meine Wange und ich sehe ihr in die Augen. Sie sieht entspannter aus und hat ein leichtes Lächeln auf den Lippen.
„Es ist alles gut Chloe, ich bin nur erschöpft. Es ist alles halb so schlimm wie es aussieht...es ist nur....“ wieder senkt sie den Kopf.
„Was Max? Bitte, sprich mit mir!“ ich spüre Angst in mir aufsteigen vor dem was sie mir erzählen könnte.
Max fängt an zu zittern. Sie drängt sich gegen mich und ich halte sie sanft fest. Ich versuche keine ihrer zahlreichen Verletzungen zu berühren.
„Ich....ich habe so ein schlechtes Gewissen. Du...du hast mich gebeten nicht zu gehen und nun....ich will mir gar nicht ausmalen wie es dir ging. Ich wollte dich so gerne erreichen und dir sagen, dass alles gut ist, aber ich konnte nicht und....Chloe es tut mir leid. Ich habe versprochen dich nicht mehr alleine zu lassen und dann.....shit.....“ ihre Stimme bricht weg.
Ich drücke ihren Kopf an mich.
„Du bist hier bei mir. Du bist zu mir zurück gekommen wie du es versprochen hast. Ich bin dir nicht böse, ich bin nur unendlich traurig, dass du verletzt bist.“
„Es ist....halb so wild, wirklich. Ich....ich hatte Glück.“ ich weiß nicht ob sie mir oder sich selber das einreden will.
„Kannst du mir erzählen was passiert ist?“ sofort habe ich Angst mit der Frage zu weit zu gehen, aber in meinem Kopf ist alles so schlimm und ich will wissen wie es wirklich war.
„Können wir...ähm...noch fertig duschen? Dann erzähle ich dir alles was du wissen willst.“ die Antwort macht mir Hoffnung. Ich seife auf ihren restlichen Körper vorsichtig ein und spüle sie ab.

Wir sind abgetrocknet und liegen uns nackt im Bett gegenüber.
„Also, was willst du wissen?“ blaue Augen treffen mich, sie wirken deutlich gefasster als vorhin.
„Was war das für eine Geschichte mir Garry. Hast du...ähm...deine Kräfte benutzt?“ Max zieht auf die Frage scharf die Luft ein.
„Oh Gott nein. Es war tatsächlich einfach Glück. Als ich Fotos der Kämpfe machen wollte sah ich plötzlich eine verdächtige Reflexion. Instinktiv dachte ich an einen Scharfschützen, das war schon alles.“ sie sieht mich besorgt an und ich atme die Luft aus die ich angehalten habe.
„Wow, ich bin froh. Versteh mich bitte nicht falsch, aber...nun ja.“ ich stottere schon wieder herum und habe Angst sie zu verletzten.
„Ich bin auch froh, diese Kräfte scheinen Vergangenheit zu sein und darüber bin ich sehr dankbar.“ ich höre die ehrliche Erleichterung in ihrer Stimme.
Mein Blick wandert zu den Prellungen.
„Was ist....“ ich lasse vorsichtig meine Fingerspitzen über ihre Haut wandern „hier passiert?“ ich höre wieder die Sorge in meiner Stimme.
„Das ähm....“ ihre Finger verbinden sich mit meinen. Sie seufzt schwer aus.
„Du musst es nicht erzählen, wenn du nicht soweit bist“ sage ich sanft.
„Nein, nein es ist okay. Die Rebellen die uns festgenommen haben, sie waren nicht gerade sanft. Wenn ihnen etwas nicht schnell genug ging oder irgendwas, dann haben sie auf uns eingeprügelt. Aber das ist alles egal, ich bin wieder bei dir, in Sicherheit!“ ich sehe wie sich in den Augen meiner Frau Tränen bilden und sie versucht dagegen anzukämpfen.
„Max...du musst nicht....ähm....es ist okay.“ ich schaue sie an und sie versteht.
„Oh Chloe!“ murmelt sie und kuschelt sich an mich und ich höre ihr Schluchzen.
Ich halte sie einfach im Arm bis sie eingeschlafen ist.

Leises Gemurmel weckt mich. Max hat sich von mir im Schlaf weg gedreht. Sie hat sich zusammen gekauert und wimmert leise. Ich lege eine Hand auf ihre Schulter, da zuckt sie zusammen und reißt panisch die Augen auf.
Langsam wird ihr bewusst wo sie sich befindet.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken. Ich sollte auf die Couch gehen“ schuld schwingt in ihrer Stimme mit.
„Wage es nicht dieses Bett zu verlassen nur weil du einen Albtraum hattest!“ knurre ich wütend. „komm her, ich halte dich fest bis du wieder eingeschlafen bist“ schiebe ich sanfter hinterher.
Tatsächlich rückt sie näher und kuschelt sich an meine Seite.
„Danke!“ säuselt sie während ich ihr durchs Haar streiche.
„Ich liebe dich Max und ich werde immer für dich da sein. Du weißt doch, in guten wie in schlechten Zeiten!“ sie sieht zu mir hoch und ich zwinker ihr zu.


Sonnenstrahlen wecken mich. Max ist wieder von mir abgerückt schläft aber diesmal ruhig. Sie ist vergangene Nacht noch zweimal hoch geschreckt ließ sich aber jedes Mal wieder von mir beruhigen.
Leise stehe ich auf und schleiche mich ins Badezimmer. Ich sehe auf die blutigen und staubigen Sachen herunter und nehme sie an mich. Gerade als ich alles in die Waschmaschine stecken will spüre ich etwas in einer Tasche.
Neugierig ziehe ich ein zusammengefaltetes Blatt heraus, es sieht übel mitgenommen aus. Außen steht mein Name drauf.
Ich stelle die Wäsche an und gehe mit dem Zettel in die Küche. Ob ich ihn wohl lesen sollte? Schließlich steht mein Name drauf, also wieso nicht. Ich mache die Kaffeemaschine an und entfalte vorsichtig den Zettel.

„Meine liebste Chloe,
ich hoffe, dass du diese Zeilen hier niemals liest, denn ich fürchte, dass ich diese ganze Scheiße hier sonst nicht überlebt habe. Heute fingen die Kämpfe an und ich wurde zusammen mit ein paar anderen als Geisel festgenommen. Ich bin es so leid, dass mir ständig mit einer Waffe im Gesicht herumgefuchtelt wird. Ich habe eine scheiß Angst was sie noch mit uns machen werden. Wir sind in eine Hütte gesperrt, immer wieder werden einzelne Leute heraus geholt. Die meisten kommen deutlich ramponierter wieder als sie gegangen sind. Ich

Tag zwei. Hey ich lebe noch. Seltsamerweise durfte ich meine Kamera behalten. Anscheinend haben die Menschen begriffen, dass ich keine Soldatin bin. Das hat mich leider nicht davor bewahrt die Prügel meines Lebens zu kassieren. Ich...shit wem mache ich hier was vor. Ich bin nicht so hart wie ich versuche zu sein. Ich bin nicht du! Aber du Chloe, du bist diejenige die mir hilft das alles hier durchzustehen. Ich will nur noch zurück zu dir und dann nie wieder deine Seite verlassen. Ich hoffe du kannst mir vergeben, dass ich gegangen bin. Ich weiß nicht, ob ich es jemals kann. Also sollte ich es doch zu dir zurück schaffen, dann brauche ich wohl deine Hilfe um mir selber zu verzeihen, wenn du es dann kannst.

Liebling, ich ertrage das nicht mehr. Ständig fallen irgendwo Schüsse. Ich habe solche Angst. Ich will nur noch zurück zu dir. Und ich will....Chloe ich will, dass mehr aus uns wird, ich will eine Familie mit dir gründen. Ich will...scheiße ich wusste nie, dass ich das will, doch als ich dich mit Rose gesehen habe, da war ich sofort verliebt in diese Idee. Ich habe mich nie als eine Mutter gesehen, aber mit dir an meiner Seite erscheint es mir plötzlich nicht mehr unmöglich.
Doch statt dir das zu sagen bin ich in dieses Flugzeug gestiegen und werde vielleicht niemals mehr die Gelegenheit haben dich zu sehen, dich zu lieben, dich zu küssen und dir zu beweisen wie sehr ich dich liebe!
Chloe ich liebe dich so sehr und ich versuche stark zu sein um zu dir zurück“

Der Brief endet abrupt und ich starre auf die Zeilen in meiner Hand. Ich höre Schritte hinter mir.
„Oh...“ macht Max als sie den Brief in meiner Hand erkennt. „Den habe ich vergessen...“ sie sieht zu Boden.
„Max...meinst du...das ernst?“ frage ich skeptisch.
Ich sehe wie ihre Augen nervös zucken und ihr Kopf arbeitet.
„Ich...scheiße, so habe ich mir dieses Gespräch nicht vorgestellt....“nuschelt sie.
„Mir ging es genauso.“ offenbare ich meiner Frau und sie sieht mich verwirrt an.
Ich muss bei dem Gedanken lächeln der sich in meinem Kopf formt. Ich atme tief ein und aus.
„Als ich Rose gehalten habe, ich dachte mir, warum nicht. Ich habe mich auch nie als Mutter gesehen, aber dann...dann kamst du in mein Leben zurück und hast alles so viel besser gemacht, du hast mich so viel besser gemacht. Meine Wut auf die Welt hast du einfach mit deiner Liebe erstickt. Und ich....es fühlte sich so richtig an. Also ja, ich will mit dir eine Familie gründen, wenn du es auch willst und soweit bist.“ ich sehe zu Max.
Diese hat sich total versteift. Sorgenvoll sehe ich sie an.
„Aber...wenn du das doch nicht willst, dann ist das auch okay für mich. Wir müssen nicht, oder wir holen uns einen Hund oder....“ Max hebt die Hand und unterbricht mich damit.
Ich schweige und sehe sie an. Tränen laufen ihre Wangen herab.
„Chloe, meinst du das ernst? Das ist ein großer Schritt und ich will nicht, dass du nur ja sagst wegen mir.“ ich gehe auf sie zu und nehme sie sanft in den Arm.
„Ja Baby, ich will eine Familie mit dir gründen.“ ich sehe sie an.
Freude und Hoffnung schimmern in ihren blauen Augen. Doch dann weichen diese plötzlich und ich sehe Angst.
„Was geht in deinem hübschen Kopf vor sich?“ frage ich vorsichtig.
„Du klingst so als ob du dir auch schon Gedanken gemacht hast?“ fragt mich Max.
„Ähm...um ehrlich zu sein...ja. Ich dachte, also, vielleicht lässt sich eine von uns beiden künstlich Befruchten?“ ich werde schon wieder nervös.
Was, wenn sie meine Idee doof findet? Wird sie blasser? Shit, war ich zu vorschnell?
„Chloe ich....ich kann das nicht. Ich habe keine Ahnung was mit den Kräften ist und mal abgesehen davon, ich habe Angst wegen meiner Depressionen....und....“ Max wird immer panischer.
„Ganz ruhig Max, ich hätte kein Problem damit, wenn es für dich in Ordnung wäre.“ ich sehe ihr wieder in die Augen.
Sie glänzen und ich sehe ihr Nicken. Ich beuge mich vor und küsse sie.
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