Ein neues Leben beginnt

von Deadtear
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Chloe Price Maxine Caulfield
26.02.2019
09.08.2019
31
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Das Behandlungszimmer öffnet sich und ich bin froh, dass Chloe endlich heraus kommt, ich freue mich mit ihr nach Hause zu fahren. Doch dann sehe ich sie. Sie ist völlig aufgelöst. Ich werfe mich in die Arme meiner Punkerin.
„Oh Chloe!“ flüstere ich und merke wie sie sich an mir festhält.
Hendrik erscheint hinter ihr.
„Was hast du mit ihr gemacht?“ fauche ich ihn wütend an.
„Ganz ruhig Mad Max!“ murmelt Chloe in mein Ohr.
Hendrik lächelt wissend und verabschiedet sich von uns.
Wir fahren nach Hause und Chloe erzählt mir kurz, dass sie mit Hendrik über ihre Wut gesprochen hat und nun öfter mit ihm reden möchte. Sie hält sich sehr zurück und ich mache mir Sorgen, aber ich vertraue den beiden.


Vor unserer Wohnungstür bleiben wir beide kurz stehen. Sehen uns an.
„Bereit?“ frage ich, Chloe nickt und wir öffnen die Tür. Es fühlt sich anders an, plötzlich leben wir wieder alleine hier, nur wir beide.
Chloes Handy klingelt, es ist Joyce. Während die beiden telefonieren gehe ich in die Küche und hole eine Flaschen Bier aus dem Kühlschrank und setze mich zu meiner Partnerin auf die Couch, sie beendet das Telefonat.
„Mom ist gut angekommen. Vic und Kate haben sie abgeholt und nach Hause gefahren“ sie sieht müde und erschöpft aus.
Ich reiche ihr das Bier und krabbel hinter sie. Während sie trinkt massiere ich ihr die Schultern und den Nacken.
„Besser?“ frage ich nach einer Weile und meine Arme umschließen ihren Oberkörper, mein Kopf ruht auf ihrer Schulter. Sie greift nach meiner Hand. Sieht sich die feine Narbe an meinem Handgelenk an. Ich spüre Anspannung in mir. Sie küsst mein Handgelenk und ein Schauer fährt mir über den Rücken.
„Chloe...“
„SchSch, sag jetzt bitte nichts. Komm zu mir.“ flüstert sie leise.
Ich bewege mich um sie herum, setzte mich auf ihren Schoß, ihre Arme umschlingen meine Hüfte, sie legt nun ihren Kopf auf meiner Schulter ab.
„Ich liebe dich so sehr Max! Du bist alles was ich zum Leben brauche!“ ihre Stimme zittert leicht bei ihren Worten, so als ob sie den Tränen nahe ist.
„Chloe ich....“ sie legt einen Finger auf meinen Mund und sieht mir in die Augen.
Das tiefe blau raubt mir den Atem. Es ist, als ob ich in der Liebe in ihren Augen ertrinke. Ich beuge mich vor und küsse sie.
Chloe beendet den Kuss und sieht mir wieder tief in die Augen.
„Wollen wir ins Bett gehen?“ flüstert sie. Mein Hals wird trocken, mein Bauch kribbelt, ich nicke und stehe von ihrem Schoß auf.
Sie stellt ihre kaum angefangene Bierflasche weg, nimmt meine Hand und führt mich ins Schlafzimmer. Wir sind angekommen und ihre Lippen treffen meine, sanft und voller Leidenschaft und Versprechungen. Wir ziehen uns gegenseitig aus, ohne Hast, einfach liebevoll und zärtlich.
Chloes schlanke Finger gleiten über meinen Körper, und es ist ganz anders als der raue und fordernde Kuss neulich. Sie berührt mich wie bei unserem ersten Mal. Vorsichtig und langsam, als ob ich unter ihren Berührungen zerbrechen könnte. Das ist nicht einfach nur Sex, das ist Liebe!
Mein Orgasmus verebbt und ich spüre wie eine wochenlang angestaute Anspannung von mir abfällt. Ein paar Tränen lösen sich und schon spüre ich Chloes Hand an meinem Gesicht um sie wegzuwischen.
„Was ist Baby, hab ich dir weh getan? Es tut mir leid, das wollte ich nicht“ sie schaut mich besorgt an und ich streiche ihr eine blaue Strähne aus dem Gesicht.
„Oh nein, ich bin einfach....ich bin glücklich und es ist als ob ich in den letzten Wochen vergessen habe wie wunderschön es ist dir nahe zu sein.“ ich verziehe mein Gesicht, weil ich weiß, dass es meine eigene Schuld ist.
Ich blicke Chloe in die Augen und es ist als ob sie meine Gedanken lesen kann.
„Es ist okay!“ flüstert sie. Eine weitere Träne rollt über mein Gesicht. Sie nimmt wieder meine Hand und küsst die Narbe.
„Chloe....ich liebe dich so sehr!“
„Und ich liebe dich Supermax!“ und dann nimmt sie mich in den Arm, als ob sie mich nie wieder los lassen möchte.

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Ich sitze im Krankenhaus und warte auf Chloe. Heute ist sie wieder bei Hendrik. Ich bin froh, dass ich nur noch 2 Mal die Woche herkommen muss, auch wenn es mir sehr gut tut. Ich fühle mich besser, selbst meine Albträume werden weniger. Auch Chloe wirkt entspannter.
„Max, kommst du mal bitte?“ Hendriks Stimme lässt mich erschrocken herum fahren. Ich sehe ihn mit großen Augen an.
„Chloes Zeit ist doch noch gar nicht um, oder?“ frage ich irritiert. Er schüttelt nur den Kopf und mit einem ungutem Gefühl im Bauch folge ich ihm. ´Jetzt kommt es, sie wird dich verlassen` am liebsten würde ich die Stimme in meinem Kopf anschreien.
Wir betreten gemeinsam das Zimmer, Chloe sitzt auf einem Stuhl, tut sich schwer Augenkontakt aufzunehmen. Mir wird schlecht.
„Max, setzt dich bitte!“ sagt Chloe mit belegter Stimme. Meine Beine zittern. Ich gehe zum Stuhl, setze mich, meine Augen fixieren meine Punkerin. Es gibt gefühlt nur uns in diesem Raum. Chloe atmet schwer ein und dann aus.
„Max, erinnerst du dich an den Tag an dem du mich in der Dusche....äh....besucht hast, wo du danach geweint hast und Mom uns anschließend unterbrochen hat?“ ich nicke, muss etwas lächeln, wenn ich an den fast schon brutalen Kuss denke. Zwei Tage danach hat Chloe so liebevoll wie noch nie mit mir geschlafen, was einen starken Kontrast herstellte.
„Ich war so grob zu dir und das tut mir so leid.“ Chloes Stimme ist leise, ich sehe sie verwirrt an.
„Chloe das ist....“ sie unterbricht mich.
„Ich weiß, wir sind manchmal so zueinander und es ist für uns beide mehr als okay. Aber an dem Tag war es anders. Ich war so wütend. So...so schrecklich wütend. Zwei Tage später habe ich von dir geträumt.“ Tränen bilden sich in ihren Augen, ich will sie unterbrechen, doch sie lässt mich nicht.
„Max, ich habe geträumt, dass ich dir weh tue und das es mir gefällt und...da habe ich angefangen mit Hendrik zu sprechen.“ Diesmal nutze ich ihre Pause.
„Chloe, es ist okay, dass du wütend auf mich warst. Ich habe dir weh getan, ich habe....“ ihre Augen funkeln mich böse an und ich verstumme.
„Nein, es ist nicht okay. Es ist nicht okay, weil mich meine Wut kontrolliert hat. Ich wollte dich bestrafen. Und ich wollte mich bestrafen.
Max, ich....ich war nicht so wütend, weil du dich umbringen wolltest, ich war wütend, weil du mich allein lassen wolltest. Und ich war wütend, weil du dich immer wieder für mich entschieden hast. Und ich war wütend, dass du den wichtigsten Menschen in meinem Leben so schlecht gemacht hast. Ich war wütend weil ich dich nicht beschützen konnte. Jedes Mal wenn du von der Dunkelkammer träumst habe ich das Gefühl, dass es meine Schuld ist, dass du das erleben musstet. Als deine Eltern gestorben sind konnte ich nicht für dich da sein wie du es gebraucht hast. Ich habe so viel falsch gemacht, ich habe mich so oft schlecht verhalten und du bist trotzdem bei mir.
Ich war so wütend, weil ich dich nicht verdient habe!“ Nun fließen die Tränen die Chloe in den Augen hatte. Ich stehe auf von meinen Stuhl, gehe zu ihr und knie mich vor sie hin. Meine Hände ruhen auf ihren Beinen.
„Sieh mich an, bitte!“ flüstere ich und Chloe sieht zu mir während die Tränen ihre Wange herab fließen. Ich nehme ihr Gesicht in meine Hände.  
„Ich liebe dich, ich habe dich schon immer geliebt und ich werde dich immer lieben. Ich habe Fehler gemacht. Doch du hast sie mir alle vergeben, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken. Und es wird Zeit, dass auch du dir vergibst.
Nichts ist deine Schuld, nichts was mir passiert ist. Du machst mein Leben erst lebenswert! Ich liebe dich und ich würde diese ganze verdammte Welt aus den Angeln heben um dich glücklich zu machen und dich bei mir zu haben. Denn du bist alles was für mich zählt.
Und scheiße ja, du hast mich verdient und ich habe dich verdient, wenn ich dich mal selber zitieren darf.“ ein Kichern entweicht den Lippen meiner Partnerin.
„Du bist so ein Idiot!“ flüstert Chloe. Ich lehne meinen Kopf an ihren.
„Aber ich bin dein Idiot!“ erwidere ich und dann treffen sich unsere Lippen.
Hendrik räuspert sich als ich meine Zunge in Chloes Mund gleiten lasse. Ich weiche zurück und spüre wie ich rot werde. Ich wische mir meine Tränen aus dem Gesicht und setze mich wieder hin.
„Also ihr zwei, wenn ihr möchtet, können wir uns gerne auch zusammen treffen. Und mal ganz privat gesprochen. Ich habe noch nie zwei Menschen getroffen, die so gut zusammen passen wie ihr beide. Wie geht es euch beiden jetzt? Chloe?“
Ich höre ihm nur halb zu, ich beobachte Chloe, die entspannt aussieht. Wie sehr ich diese Frau doch liebe. Sie lächelt mich an und mein Körper kribbelt.
„Okay, dann wünsche ich euch schöne Feiertage und wir sehen uns im nächsten Jahr“ ich blinzel ihn an.
„Oh ja, okay, danke Hendrik!“ verabschiede ich mich und nehme Chloes Hand um mit ihr nach Hause zu gehen.

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Ich drifte immer tiefer in meine Gedanken ab. Ich denke an die Gespräche mit Mom und Dad. Ich erinnere mich daran, wie Dad Chloe und mich angeschrien hat als ich mich geoutet habe. Ich erinnere mich, wie mich beide von der Beerdigung von William weg gezogen und zum Auto gebracht haben. Ich erinnere mich an die vielen Nächte in denen ich in meinem Bett lag und meinen Eltern beim Streiten zugehört habe.
Aber ich erinnere mich an das Weihnachten letztes Jahr mit David, Joyce, Chloe und meinen Eltern. Wie wir uns versöhnt haben. Wie Dad Chloe in den Arm nahm.
Ein Rütteln an meiner Schulter, ich höre meinen Namen. Es rüttelt stärker und ich blinzel.
Chloe sieht mich besorgt an, sie sagt irgendwas doch ich höre sie nicht. Ich blicke an ihr vorbei und sehe das Haus.
„Hä?“ frage ich, ich versuche mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren.
„Wollen wir doch lieber in ein Hotel?“ fragt mich Chloe, in ihrer Stimme schwingen Sorge und Angst mit. Ich schüttel langsam den Kopf und greife nach ihrer Hand. Wir gehen zur Wohnungstür, Chloe hält mich. Ihre Hand liegt warm in meiner.
Ich hebe die Hand um zu klopfen doch halte inne. Chloe drückt meine Hand.
„Lass dir Zeit Baby!“ sagt sie und ich spüre wie ihre Ruhe auf mich übergeht. Ich atme tief ein und aus und klopfe.
„Da sind ja meine Mädchen!“ sagt Joyce und umarmt uns. Wir gehen ins Haus. Es ist seltsam.
Es riecht gleichzeitig nach meinem Zuhause und nach Chloes Zuhause. Joyce hat einige Sachen umgestellt oder ersetzt. Ich sehe mich um.
„Ähm...“ ich versuche die Frage zu formulieren doch scheitere. Chloes Mom schaut mich an.
„Ich habe dein Zimmer so gelassen. Ich dachte mir, es ist gut für dich, für euch. Ihr seid hier immer zu Hause. Ist das okay?“ fragt sie sanft und ich nicke, atme erleichtert aus.
Ich gehe zum Auto um unsere Sachen zu holen und sie nach oben zu bringen.
Mutter und Tochter umarmen sich, Chloe versucht zu flüstern, aber ich höre sie trotzdem.
„Mal sehen ob wir hier bleiben können, ich glaube es geht ihr nicht gut, ich mache mir Sorgen“ sagte sie und Joyce nickt. Ich lasse den Kopf sinken.
Die beiden machen sich Sorgen, das will ich nicht. Ich muss mich zusammen reißen, ich will nicht schon wieder für ein versautes Weihnachten sorgen.
Als ich mit den Sachen zurück komme nimmt Chloe sie mir ab. Das Haus riecht nach Essen.
Ich schnüffel geräuschvoll. Joyce lacht.
„Abendbrot ist gleich fertig, ihr seid bestimmt hungrig nach der langen Reise“. Ich tue mein Bestes und erzwinge ein Lächeln.
„Joyce, du kennst uns doch, wir sind immer hungrig!“ ich schaue zu Chloe und zwinker ihr zu. Das Gesicht meiner blau haarigen Schönheit entspannt sich.

„Das Essen war fantastisch!“ ruft Chloe aus dem Wohnzimmer. Sie hat es sich bereits auf der Couch gemütlich gemacht.
„Möchtest du noch Nachtisch Liebling?“ fragt ihre Mutter.
„Nope, ich bin hella voll!“ ruft sie zurück. Joyce und ich machen den Abwasch, ich habe Chloe gesagt, dass sie sich etwas entspannen soll, schließlich hat sie sich alleine um das Mietauto und das ganze Chaos am Flughafen kümmern müssen, ich war seit der Ankunft in Seattle zu nichts zu gebrauchen.
„Fühlst du dich hier langsam wohl?“ frage ich , meine Augen sind auf meine Hände im Abwaschwasser fokussiert.
„Es ist alles noch sehr ungewohnt, aber ich bekomme hier viel Unterstützung. Die Nachbarn sind wirklich toll und helfen mir mich hier einzugewöhnen.“ antwortet mir Joyce.
„Heyho! Na lästert ihr über mich?“ ruft Chloe laut in die Küche bevor sie mich umarmt und mir einen Kuss in den Nacken drückt.
„Vielleicht möchte ich nachher doch noch Nachtisch haben!“ raunt sie mir ins Ohr und ich bekomme eine Gänsehaut.
Ich beende den Abwasch und folge Joyce und Chloe ins Wohnzimmer. Wir reden über Chloes Arbeit, dass nach den Feiertagen es für mich in die Endphase des Studiums geht und über Joyces Leben hier in Seattle.
Nach den ganzen Katastrophen die sie überlebt hat möchte sie etwas zurück geben wie sie es nennt. Sie macht eine Ausbildung zur Krankenschwester.
„Hey entschuldigt ihr zwei. Ich bin echt müde, ist es okay, wenn ich schon schlafen gehe?“ ich stehe auf und warte auf eine Antwort. Chloe steht ebenfalls auf.
„Soll ich mitkommen?“ fragt sie und schaut mir tief in die Augen. Ich lege meine Hand auf ihre Hüfte.
„Nein ist schon okay, unterhalte dich in Ruhe mit deiner Mom. Ich komme klar und laufe dir nicht weg“ ich versuche zu Lächeln. Chloe nickt sieht aber nicht überzeugt aus. Unsere Lippen treffen sich und als sie sich von dem Kuss löst kommt ihr Mund nah ein meine Ohr, während ihre Arme mich umschließen.
„Ich bin hier wenn du mich brauchst! Ich will nur, dass es dir gut geht, verstanden?“ ich nicke und spüre die Tränen kommen, die ich den ganzen Tag zurück gehalten habe. Schnell küsse ich Chloe noch einmal und gehe in mein Zimmer.

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Alles um mich herum ist schwarz und still.
„MAX!“ schreit eine Stimme. Mein Körper wird grob in die Höhe gerissen. Ich kann die Augen nicht öffnen, mich nicht bewegen. Mein Mund wird aufgerissen und etwas dringt ein. Ich muss würgen.
Ich höre wie immer wieder mein Name gerufen wird. Chaos um mich herum.
„Verdammt, öffne die Augen!“ ich will antworten, ich will Ruhe haben.
„Max, Liebling, bitte!“ weinen.
„Dad?“ murmel ich. Ich öffne die Augen. Ich liege in einem Bett. Um mich herum ist alles weiß.
Ich sehe mich um, sehe meine Eltern neben mir stehen.
„Was macht ihr denn hier?“ frage ich, meine Stimme klingt kratzig.
„Wir sind so enttäuscht von dir!“ Mom und Dad sprechen beide gleichzeitig, ihre Stimmen sind kalt. „Wir haben dich nie zu so einer Versagerin erzogen die vor ihren Problemen weg läuft.“
Ihre Stimmen schneiden mir tief in die Seele. Ich spüre Tränen in meinen Augen.
„Oh wow, jetzt weint sie wieder. Hätte dein Vater dich doch bloß nicht gefunden. Pillen nehmen, wie sehr kann man denn nach Aufmerksamkeit schreien? Und dann das zweite Mal. Die Pulsadern aufschneiden? Ehrlich jetzt? Ich verstehe nicht, was Mark an dir gesehen hat!“ beendet meine Mutter.
Ihre Blick bohrt sich in meine Augen. Ich kann mein Gesicht nicht von ihr abwenden, auch wenn ihre Enttäuschung mich zu erdrücken droht.
„Mark?“ frage ich verwirrt.
„Ich weiß es auch nicht. Ich dachte, sie wäre eine Kämpferin. Da habe ich mich geirrt.“ schnarrt Jefferson neben mir.
Ich drehe den Kopf und sehe ihn neben meinen Bett stehen, die Kamera in der Hand. Bereit auf meinen Tiefpunkt zu warten und abzudrüken.
„Naja, anscheinend nur, wenn sie für Chloe kämpft. Wir anderen sind ihr egal. Alle anderen! Du bist eine absolute Enttäuschung für ins Maxine!“ mein Vater versucht gar nicht erst seine Stimme freundlich zu halten.
„Es tut mir leid. Ich werde besser, ich verspreche es, es tut mir leid!“ sage ich und die Tränen laufen. Ich will meine Arme nach ihnen ausstrecken, doch meine Arme sind am Bett befestigt. Um meinem Handgelenk befindet sich ein Verband. Er ist rot gefärbt.
„Ich verstehe nicht, wieso du die Dunkelkammer überlebt hast. Rachel war so viel stärker, besser als du. Sie hätte es geschafft mich und die Stadt zu retten. Aber nein, du bist zu mir zurück gekommen. Du weißt, dass ich nur bei dir bin, weil sie es nicht mehr kann. Ich wünschte, du wärst an ihrer Stelle in der Dunkelkammer gestorben. Mit deinem lächerlichen Suizidversuch zwingst du mich doch nur bei dir zu bleiben!“ Chloes Gesicht ist zu der Maske aus Hass und Ablehnung geworden die ich von unseren Treffen nach meiner Rückkehr nach  Arcadia Bay kenne.
„Es tut mir leid Chloe! Es tut mir alles so leid....
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„Wach auf Baby, alles ist gut, ich bin hier!“ höre ich Chloes Stimme. Etwas warmes wischt mir durchs Gesicht. Ich rieche Chloe und versuche von ihr weg zu rücken.
„Max, wach auf. Du bist in Sicherheit.“ ich öffne die Augen. Ich liege in meinem Bett. Chloe liegt neben mir, sieht mich besorgt an. Ich fange an zu weinen, befreie mich aus ihrer Umarmung.
„Es tut mir so leid!“ flüstere ich und rolle mich zusammen. Meine Hand schließt sich um meine Narbe an meinem Handgelenk.
„Max, was ist los? Was hast du geträumt? Bitte rede mit mir.“ fleht mich die Liebe meines Lebens an. Sie berührt mich vorsichtig. Instinktiv will ich sie abschütteln, bekämpfe aber diesen Impuls, da ich weiß, dass ich ihr damit weh tue.
„Es tut mir leid...ich hatte diesen Traum...ich....entschuldige...ich wollte dich nicht wecken.“ ich lasse mich von Chloe in ihre Arme ziehen. Ihr Mund ist nah an meinem Ohr.
„Erzähl mir davon!“fordert sie.
„Ich kann nicht, es würde dich verärgern, oder verletzten!“ jammere ich.
„Max, denk dran was wir bei Hendrik gelernt haben. Wenn wir nicht über solche Dinge sprechen schadet das uns beiden.“ ihre Stimme ist sanft und nicht so fordernd wie es ihre Worte sind. Ich schlucke schwer. Ich drehe mich in ihren Armen und starre in die Dunkelheit, lasse aber weiterhin die Umarmung zu. Eine Hand streicht über meinen Arm. Sie lässt mir Zeit. Ich atme aus.
„Ich habe von damals geträumt. Als ich die Pillen geschluckt habe.“ Chloe zieht scharf die Luft ein, unterbricht mich aber nicht. „Ich bin in einem Krankenhausbett aufgewacht. Meine Eltern standen an meinen Bett, haben mir gesagt wie enttäuscht sie von mir sind. Wegen meiner Schwäche, weil ich zweimal versucht habe mich umzubringen und weil ich dich gerettet habe. Jefferson kam dazu und alle waren sich einig, dass sie nicht wissen, was er überhaupt in mir gesehen hat. Und dann...“ich schniefe.
„Ist okay, ich bin hier!“ Chloe zieht mich näher zu sich heran. Ich spüre ihre Wärme.
„Dann warst du da. Du hast...du hast gesagt, dass du dir wünschen würdest, dass ich anstelle von Rachel in der Dunkelkammer gestorben wäre. Wie viel besser sie war und das ich dich mit Mitleid zwingen würde bei mir zu bleiben!“ Das Zimmer ist still. Ich höre nur mein Schniefen und meinen Herzschlag der in meinen Ohren dröhnt.
„Schau mich an!“ ich höre aus ihrer Stimme nicht wie sie sich gerade fühlt. Ich schüttel den Kopf. Spüre meine Tränen und die Angst die in mir hoch steigt.
„Max, bitte“ Chloes Stimme ist ein sanftes Flehen. Ich drehe mich um, sehe ihr aber nicht in die Augen. Sie legt eine Hand auf meine Wange. Wartet. Seufzt. Ich zwinge mich sie anzusehen. Zu meiner Überraschung lächelt sie.
„Ich würde dich niemals eintauschen.“ ich öffne den Mund doch sie spricht einfach weiter. „nein, auch nicht gegen Rachel. Und ich weiß aus ziemlich zuverlässiger Quelle, dass niemand dich für schwach hält, vor allem nicht ich. Und deine Eltern haben dich geliebt und waren alles andere als enttäuscht von dir. Max, was du alles durchgemacht hast beweist wie stark du bist, auch wenn du das selber nicht siehst. Und du bist der selbstloseste Mensch den ich kenne und ich liebe dich! Und ich bin stolz auf dich, ebenso wie meine Mom und deine Eltern. Und das was du als Schwäche bezeichnest macht dich nicht schlechter oder wertlos, sondern menschlich.“ sie fährt mir mit einer Hand durch mein Haar. „Und ich bin nicht bei dir, weil du mich zwingst, sondern weil ich es will.“ Das ist mein Stichwort. Meine Lippe zittert.
„Warum?“ wieder ist es still im Raum. Chloes Augen sind groß und schauen mich an, als ob sie versucht zu ergründen, ob ich es ernst meine. Meine Hand wird ergriffen und wandert zur Brust meiner Partnerin.
„Spürst du das?“ fragt sie und ich nicke. „Das ist der Grund. Weil mein Herz für dich schlägt. Weil ich dich liebe! Weil du ein wundervoller Mensch bist und meine beste Freundin. Weil wir füreinander bestimmt sind. Weil ich weiß, dass du mir niemals etwas vorspielen würdest, weil ich weiß, dass ich dir ebenso wichtig bin wie du mir. Und weil ich dich liebe!“ ich spüre wie die Schwere bei jeden ihrer Worte von mir abfällt.
„Das hast du doppelt gesagt“ antworte ich und muss etwas lächeln. Sie verzieht ihr Gesicht in gespieltem Entsetzen.
„Was nur doppelt? Dann muss ich noch etwas nachlegen.“ sagt sie und küsst mich auf die Nase.
„Ich liebe dich!“ und dann küsst sie meine Stirn.
„Ich liebe dich!“ ich fange an zu kichern.
„Okay, okay, ich habe es verstanden!“ ich sehe sie an, beim Blick in ihr Gesicht werde ich wieder ernst.
„Es tut mir leid, dass mich meine Unsicherheit immer wieder einholt und ich solche Träume nicht einfach zur Seite schieben kann.“ ich unterbreche wieder den Augenkontakt doch eine Hand unter meinem Kinn zwingt mich wieder hoch zu sehen.
„Max, das ist okay. Ich habe inzwischen gelernt, dass es nicht heißt, dass du an mir oder unserer Beziehung zweifelst. Es ist zwar schlimm genug, dass du an dir zweifelst, aber ich bin hier um dich so gut es geht da raus zu holen. Ich bin für dich da, egal ob du Albträume hast, oder Selbstzweifel. Ob du aus anderen Realitäten kommst oder die Depression dich umklammert. Ich bin an deiner Seite, ich kämpfe mit dir und ich liebe dich, egal wie wenig du dich selber liebst!“
„Oh Chloe!“ seufze ich und dränge mich tiefer in ihre Umarmung. Sie hält mich fest und in ihren Armen schwinden meine Selbstzweifel und Ängste.
„Danke“ flüstere ich und drücke meine Lippen sanft auf Chloes. Wir lösen uns um Luft zu holen. Ich sehe ihr in die Augen, keine von uns muss mehr Worte sagen, die Liebe für die andere liegt in unserem Blick.

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„Die Feiertage sind viel zu schnell vorbei. Und ich fasse es nicht, dass ich Montag wieder die Schulbank drücken und meine Tochter zur Arbeit muss.“ Chloe umarmt ihre Mutter bei diesen Worten lachend.
„Tja Mom, so ändern sich die Zeiten. Nun bin ich die Hauptverdienerin in unserer Familie!“ sie lacht und streckt die Zunge raus.
Ich verabschiede mich von Joyce und nehme sie in den Arm.
„Wir kommen bald zurück. Versprochen“ und dann nehme ich die Hand meiner Freundin und gehe mit ihr zum Flugzeug. In unseren Sitzen lässt Chloe ihre tapfere Fassade fallen und fängt an zu weinen. Ich lasse meine Hand in ihre gleiten und verbinde unsere Finger. Mein Kopf landet auf ihrer Schulter.
„Liebling? Wenn ich im Sommer mit der Uni fertig bin, dann würde ich gerne mit dir zurück ziehen.“ ich sehe sie an.
„Wohin zurück ziehen?“ fragt mich Chloe verwirrt.
„Nach Hause!“ sage ich nur. Chloe dreht sich, sieht mich besorgt an.
„Max...ist alles okay? Du weißt, was mit Arcadia Bay passiert ist?“ sie mustert mein Gesicht. Ich muss Lächeln.
„Alles gut, ich weiß was passiert ist. Ich bin nicht irgendwie gesprungen. Aber ich dachte mir, wir könnten zurück an die Westküste, wenn du willst. Wohin ist mir egal, wir können auch in Chicago bleiben, oder die Staaten ganz verlassen. Ich würde überall leben, mit dir an meiner Seite. Wir sind bisher immer überall hingefahren wo ich hin wollte. Ich würde gerne dir die Entscheidung überlassen. Aber vielleicht möchtest du ja näher zu Joyce ziehen. Wir müssen jetzt nichts entscheiden. Ich wollte es nur einmal einwerfen, weil dir der Abschied immer....“ ich werde unterbrochen als Chloe mich küsst.
„Danke“ flüstert mir meine Punkerin entgegen und ich streiche ihr eine blaue Strähne aus dem Gesicht.

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„Max, bist du zu Hause?“ ich höre wie sich die Tür schließt.
„Wohnzimmer!“ rufe ich zurück. Ich stehe von meinen Unterlagen auf. Es sind nur noch 6 Wochen bis zu meinen Abschlussprüfungen, aber ich komme gut voran und Chloe kümmert sich fürsorglich darum, dass ich genug Zeit zum lernen habe. Ich dehnen meinen Rücken und warte, dass meine Geliebte in der Tür erscheint. Ich sehe sie und lecke mir über die Lippen. Sie hat noch ihre Motorradkluft an. Mit dem Frühling kam für sie wieder die Zeit zum fahren.
„Rrrrrrr, weißt du eigentlich wie verdammt sexy du darin aussiehst Price?“ frage ich und lächel sie lüstern an. Sie wischt sich die Haare aus dem Gesicht. Die Haare sind etwas kürzer und bis auf eine blaue Strähne wieder erdbeerblond. Ihre Lippen formen sich zu einem Lächeln. Sie lehnt sich in den Türrahmen. Ihre Augen fixieren mich und sie wackelt mit den Augenbrauen.
„Erzähl es mir Hippie!“ Ihre Stimme ist ein raues Flüstern und sie blickt mich herausfordernd an. Ich gehe langsam auf sie zu. Meine Augen fixieren ihre und ich unterbreche den Blick nicht eine Sekunde. Ich erreiche sie und lege meine Hand auf ihre Schulter und lasse sie über das Leder der Jacke gleiten, über das Schlüsselbein und verharre auf dem Reißverschluss.
Amüsiert stelle ich fest, dass Chloe hart schlucken muss. Ich öffne den Reißverschluss und fahre mit den Händen über ihren Bauch. Ich spüre die leichten Muskeln unter ihrem Tanktop. Meine Augen bleiben an ihre geheftet und ich stelle mich auf die Zehenspitzen. Während ich sie küsse und meine Zunge in ihren Mund schiebe um ihre zu umspielen wandern meine Hände zu Chloes Hintern um diesen fordernd zu massieren.
„Scheiße Max!“ haucht Chloe atemlos als ich ihren Mund wieder frei gebe. Ich presse mich enger an sie.
„Ich habe eine Überraschung für dich!“ flüstere ich in ihr Ohr und fahre mit den Zähnen sanft über die empfindliche Stelle an ihrem Ohrläppchen. Ich spüre ihren schnellen Atem an meinem Hals.
„Bist du bereit?“ frage ich und sehe wie sie nickt. „Sag es!“ fordere ich.
„Ich bin bereit!“ sagt sie mit zittriger Stimme. Ich liebe dieses Spiel und bin bereit es weiter zu führen.
„Sag meine Namen!“ grolle ich und drücke meine Hände etwas fester gegen ihren Hintern.
„Oh Fuck!“ schnappt meine Punkerin.
„Das ist nicht mein Name!“ sage ich, mein Mund wieder nah an ihrem Ohr. Diesmal streicht meine Zunge über das Ohrläppchen.
„M...Max!“ wimmert sie und will ihre Arme um meine Hüfte schlingen. Doch ich gehe schnell einen Schritt zurück.
„Schließe die Augen und wehe du schummelst Punk Ass!“ knurre ich leise und Chloe macht was ich ihr gesagt habe. Ich gehe schnell ins Schlafzimmer. Hole den vorbereitetet Rucksack und ziehe mich an.
„Warst du brav?“ flüstere ich in Chloes anderes Ohr und sehe wie sie einen Hüpfer macht.
„Hast du mich erschrocken Ninja Max. Darf ich die Augen öffnen?“ fragt sie voller Hoffnung. Ich greife nach ihrer Jacke und schließe sie wieder. Sie hebt verwirrt die Augenbrauen, lässt die Augen aber geschlossen.
Ich halte ihre Hände fest und drücke einen Kuss auf ihre Lippen. Fordernd und voller Liebe.
Ich löse mich, setze den Helm auf und stelle mich in Position.
„Jetzt!“ sage ich und merke wie mein Herz wild vor Aufregung schlägt.
„Wow....was?“ verwirrte, blaue Augen fixieren mich.
„Ich bin soweit. Ich will mit dir fahren.“ sage ich nur und sehe wie ein Leuchten durch das Gesicht meiner Partnerin geht.
„Los komm, wir müssen los!“ sage ich, klappe das Visier herunter und nehme Chloes Hand.

„Okay, dann sag mir wo es hingeht, dann setzt du dich hinter mich und hältst dich an meiner Hüfte fest, okay?“ ich höre Chloes Stimme leise über die eingebaute Funkverbindung zwischen unseren Helmen. Ich kann nur nicken. Ich reiche ihr einen Zettel mit der Adresse. Und höre nur ein „Oh, okay, dann los!“ wieder nicke ich. Chloe setzt sich hin und ich steige hinter ihr auf.
„Wenn du uns beide umbringst wirst du nie erfahren, was ich in dem Rucksack dabei habe!“ sage ich um meine eigene Nervosität zu verstecken. Das Lachen was mir entgegenschallt beruhigt mich etwas und Chloe startet das Bike.
„Alles okay Baby? Du klingst so als ob du gleich hyperventilierst.“ Chloe klingt ruhig und fädelt sich vorsichtig in den Verkehr ein.
„Hmhm!“ nuschel ich. Es ist nicht so schlimm wie ich befürchtet habe, aber ich verstehe auch nicht, was Chloe daran findet.

„Max, bist du noch da?“ fragt Chloe lachend als ich meinen Griff um ihre Hüfte lockere. Wir haben eine freie Straße vor uns und nach 20 Minuten Fahrt fühle ich mich deutlich sicherer.
„Absolut, das ist irre.“ lache ich zurück.

Wir kommen am See an, Chloe steigt vom Bike ab und ich werfe mich ihr in die Arme. Sie schafft es gerade noch rechtzeitig ihren Helm herunter zu nehmen, da treffen sie meine Lippen auch schon hart.
„Wow langsam Mad Max!“ zwei Arme umschlingen mich und halten mich fest. „Du weißt, dass ich hier schon mal war?“ fragt sie unsicher. Ich schaue in ihre besorgten Augen.
„Yeah, doch ich habe mir vorgenommen dich das alles endgültig vergessen zu lassen und durch schöne Erinnerungen zu ersetzen.“ wieder steigt Unsicherheit in mir auf, ob das eine gute Idee war. Ein leichter Schauer geht durch den Körper meiner Freundin.
Ich nehme ihre Hand und führe sie in die Hütte.
„Ich habe extra nicht exakt die gleiche Hütte genommen wie die, die du damals für uns gemietet hast.“ Chloe sieht sich um, ich habe den Vormittag genutzt um alles in die Hütte zu bringen was wir gebrauchen können. „und ich habe mir den Truck geliehen“ grinse ich sie an.
„Hmmm, wie kann ich dir das nur jemals vergeben?“ säuselt Chloe.  
Ich gehe auf sie zu, ziehe ihr die Motorradjacke aus, es folgt der Nierengurt und ich mache mich anschließend daran ihr auch die Jeans auszuziehen. Ich lasse meine Hände unter das Top gleiten und schiebe es langsam nach oben. Meine Fingerspitzen fahren über ihren Bauch, über den Bh und schließlich hilft sie mir, da der Größenunterschied es mir im Stehen unmöglich macht ihr das Top alleine auszuziehen. Ich sehe sie an, mein Blick wandert über ihren Körper. Ich presse mich an sie, halte sie fest. Mit den Händen streiche ich über ihren Rücken und spüre dabei die Muskeln die sich von ihrer harten Arbeit in der Werkstatt mehr aufgeprägt haben. Mit geübten Fingern öffne ich die Haken an ihrem schwarzen Bh und auch dieser landet auf ihrem Wäscheberg. Unsere Augen treffen sich während meine Fingerspitzen über ihre Arme fahren bis meine Hände ihre erreichen.
„Du nimmst erst einmal ein entspannendes Bad und ich koche uns etwas.“ meine Stimme erlaubt keine Widerworte und Chloe nickt nur. Sie will sich gerade Richtung Badezimmer umdrehen da halte ich sie an dem Bund ihrer Boxershorts fest. Ich gehe vor ihr auf die Knie, umfasse den Bund nun mit beiden Händen und ziehe ihre Short herunter. Dabei küsse ich mich an ihrem linken Bein lang bis zu ihrem Knie und höre ein sanftes Stöhnen. Ihre Hand greift in meine Haare.
„Mmmmmm“ ertönt es über mir. Ich küsse mich ab dem Knie des rechten Beines wieder herauf bis zu ihrer Taille. Meine Arme umschließen ihre Hüfte. Mein Kopf ruht an ihrem Bauch.
„Später geht es weiter, versprochen. Jetzt nimm aber erst mal ein Bad.“ ich platziere einen letzten Kuss unter ihrem Bauchnabel und gebe ihr einen Klaps auf den Po.
„Awwww Max“ murmelt Chloe und hält meinen Kopf weiterhin, mit ihrer Hand in meinen Haaren, fest. Ich küsse ihren Bauch.
„Wenn du jetzt nicht gehst kann ich später nicht weiter machen!“ grinse ich zwischen den Küssen und Chloe knurrt frustriert.
Ich verschwinde in der Küche während sie sich ins Badezimmer begibt. Ich schiebe die vorbereitete Lasagne in den Ofen und decke den Tisch. Ich packe die Sachen aus dem Rucksack ins Schlafzimmer und öffne eine Flasche Wein.
Auf Zehenspitzen gehe ich ins Badezimmer, Chloe hat sich die vorbereiteten Kerzen angemacht. Sie liegt mit geschlossenen Augen in der Wanne.
„Hast du noch etwas Platz für mich?“ flüstere ich leise. Ohne die Augen zu öffnen rutscht sie nach vorne und ich setze mich hinter sie. Sie lehnt sich an mich und ich massiere ihre Schultern und anhand ihrer Laute scheint sie es zu genießen.
„Was hast du angestellt Caulfield, dass du das hier alles machst?“ seufzt Chloe sanft.
„Oh ich dachte ich mache dich erst betrunken bevor ich beichte“ witzel ich. Sie öffnet ein Auge, schaut zu mir nach oben. Ich grinse breit.
„Ich wollte einfach Danke sagen, weil du mich so in meinem Studium und in meinem Leben unterstützt.“
„Max, das ist nicht...“ ich unterbreche sie.
„Ich weiß, aber ich will es, weil du es verdienst.“ meine Hände spüren eine harte Stelle an ihrer Schultern und sie seufzt auf als ich sie vorsichtig löse.
„Ich liebe dich Chloe Price!“ flüstere ich und steige aus der Wanne. „Essen ist in 10 Minuten fertig, mach nicht mehr so lange.“ Ich wickel mich in ein Handtuch und verlasse das Badezimmer, im Schlafzimmer ziehe ich mir schnell meine neue Unterwäsche an und verberge alles in meinem hässlichsten Schlafanzug den ich habe.

„Das ist der Wahnsinn!“ schmatzt Chloe mit vollen Mund. Ich muss lachen und sehe mir meine beste Freundin an. Sie sitzt in ihrem Lieblingstop und Shorts am Tisch, die Haare hängen nass in alle Richtungen. Sie sieht zufrieden aus. Ein bisschen Tomatensoße klebt ihr am Kinn. Ich muss kichern.
„Was?“ fragt sie und sieht mich an.
„Brad hat mir geholfen bei dem Essen. Du bist so wunderschön, ich habe so ein Glück, dass du in meinem Leben bist.“ antworte ich und sehe wie Chloe rot wird.
„Hier sitzen wir zwei also, bei romatischen Kerzenschein und Wein, in unseren hässlichsten, zwar auch bequemsten, aber dennoch hässlichsten Klamotten und ich denke, die Welt könnte nicht perfekter sein, einfach weil du bei mir bist. Das muss Liebe sein!“ säuselt sie und ich habe Probleme die Tränen zurück zu halten. Ich stehe auf und gehe zu ihr. Sie rutscht mit ihrem Stuhl etwas zurück und ich setze mich auf ihren Schoß.
„Du hast da was!“ sage ich, nehme eine Serviette und wische ihr die Soße vom Kinn.
Ihre Augen haben meine gefangen. Wir lächeln uns an und ich würde am liebsten die Zeit einfrieren lassen.
Ich beuge mich vor, küsse ihr Schlüsselbein, wandere den Hals entlang. Chloe legt den Kopf schief und verschafft mir Platz. Ihre Hände ruhen auf meiner Hüfte. Ich spüre ihren Pulsschlag an meinen Lippen und beiße und sauge, was meiner Partnerin ein leises Stöhnen entlockt. Ich bin an ihrem Ohr angekommen.
„Wenn ich so stark wäre wie du würde ich dich jetzt ins Schlafzimmer tragen, aber ich fürchte du musst da alleine...huch!“ Chloe hebt mich hoch und ich küsse sie während sie uns ins Schlafzimmer bringt.
Wir liegen auf dem Bett.
„Ich schätze, du bist heute mein Nachtisch!“ grollt es unter mir lasziv. Ich löse mich von ihr.
„Oh fuck, den habe ich ganz vergessen. Moment, nicht bewegen!“ ich stürme aus dem Schlafzimmer. Mein Plan könnte nicht perfekter aufgehen.
Ich höre Gejammer hinter mir im Schlafzimmer und kichere.
„Ganz ruhig Punk Ass“ flüstere ich und hole das Eis aus dem Kühlschrank. Es ist cremig, genauso wie ich es brauche. Ich suche einen Löffel.
„Möchtest du deinen Nachtisch lieber heiß oder langweilig?“ rufe ich.
„Hä? Was ist das denn für eine Auswahl?“ ruft es zurück. Chloe klingt etwas frustriert.
„Antworte einfach!“ sage ich ungeduldig.
„Heiß!“ ich kann quasi ihr Augenrollen hören. Ich ziehe meinen Schlafanzug aus und betrete das Schlafzimmer mit dem Eis in der einen und dem Löffel in der anderen Hand. Ich habe meine neuen roten Spitzendessous an.  
„heilige....wow!“ flüstert Chloe mit rauer Stimme.
Ihr Mund steht leicht offen während ich mich auf sie zu bewege und sie mich anstarrt.
„Zieh das Top aus, wir es ja nicht aus versehen voll kleckern!“ ich spreche in einem strengen Ton und dabei wedel ich mit dem Eis in meiner Hand.
Das Top landet in einer Ecke und ich setze mich auf Chloes Hüfte. Ich stecke den Löffel in meinen Mund und nutze die freie Hand um meine Geliebte in eine halb liegende Position zu drücken. Sie lässt sich ohne Anstand von mir führen. Sie weiß genau was passiert, wenn sie versucht sich mir zu widersetzen, wenn ich mal die Führung im Bett übernehme.
Ich führe den Löffel in den Eisbecher ein und sehe in zwei blaue, funkelnde Augen die jede Bewegung von mir aufnehmen.
„Gefällt dir was du siehst?“ frage ich mit einem Grinsen und sehe das Nicken.
Der Löffel mit dem Eis wandert in Chloes Mund, sie leckt genüsslich das Eis ab und lässt es sich auf der Zunge zergehen. Ihre Hände ruhen auf meinen Knien.
Ich nehme den nächsten Löffel Eis und verfüttere ihn. Ich beuge mich vor und küsse die kalten Lippen. Sanft bittet meine Zunge um Einlass und ich kann das Eis schmecken. Ich ziehe meine Zunge zurück und sauge an Chloes Lippen. Ihre Hände wandern zu meiner Hüfte um mich zu halten.
„Oh Scheiße ist das kalt!“ zuckt Chloe unter mir.
„Ups!“ sage ich gespielt und beuge mich herab und das Eis von ihrer Brust zu lecken, welches natürlich nicht zufällig dort gelandet ist.
„Oh Fuck!“ höre ich nur, als ich das Eis von dem harten Nippel lecke.
Vor Lust glasige Augen sehen mich an. Chloe beißt sich auf die Lippen.
„Das hast du doch mit Absicht gemacht!“ sagt sie und grinst lüstern.
„Was? Das?“ frage ich unschuldig und verschütte noch mehr von dem Eis auf ihrem Körper.
Ihr Atem geht hektisch, eine nasse, klebrige Spur aus Eis hat sich von ihren Brüsten bis zu ihrer Shorts gebildet. Ich rutsche tiefer, dränge mich zwischen ihre Beine und ich lecke alles auf. Meine Arbeit wird von Stöhnen und Murren begleitet.
„Oh ich wusste gar nicht, dass ich so viel gekleckert habe!“ sage ich amüsiert und drücke meinen Finger gegen die feuchte Stelle die sich auf den Shorts bildet. Chloes Körper zuckt bei der Berührung.
„Oh bitte...“ jammert sie.
Ich lege das Eis weg und befreie sie von den Shorts. Sie liegt vor mir, mehr als bereit mich zu empfangen, die Augen geschlossen, eine leichte Spur aus Schweiß auf der Stirn. Ich stecke mir kurz den kalten Löffel in den Mund und ohne Vorwarnung dringe ich mit meiner kalten Zunge in sie ein. Sofort krallen sich ihre Hände in das Laken, sie schiebt mir ihre Hüfte entgegen und stöhnt laut auf. Ich bewege meine Zunge in ihr und halte mich an ihrem Becken fest.
Mir kommt eine Idee, ich taste nach dem Löffel, ziehe meine Zunge aus Chloe heraus, lecke den Stil des Metalllöffels an und führe ihr den langsam ein während sich mein Mund um die Klitoris kümmert.
„Oh Gott....Max....oh....fuck....“ kommt es vom anderen Ende des Bettes.

Ich versuche den Orgasmus von meinem Engel so lange es geht aufrechtzuerhalten, bis sie irgendwann völlig erschöpft vor mir zusammensackt. Ihr Körper zuckt noch unkontrolliert und ich lege mich neben sie, halte sie fest.

„Alles okay Liebling?“ frage ich und bekomme als Antwort nur leises Gemurmel und höre gleichmäßiges atmen. Sie ist eingeschlafen. Ich lege die Decke über ihren nackten Körper und stehe auf. Ich lasse sie schlafen und mache mich wieder an meinen Stoff für die Uni zu schaffen. Auf dem Weg in das Esszimmer ziehe ich mir wieder mein Schlafshirt über und räume die Reste vom Abendbrot weg.

Das Mondlicht fällt auf meine Unterlagen und ich sehe auf die Uhr. Es ist schon fast Mitternacht. Ich stehe auf und dehne meinen Rücken als ich Geräusche aus dem Schlafzimmer höre. Ich setze mich in Bewegung.
Chloe fängt leise an zu stöhnen und ich grinse. Doch mein Grinsen gefriert als ich sie sehe. Das Gesicht ist gequält verzogen, sie wälzt sich hin und her, wird immer unruhiger. Ihr Atem geht stoßweise, panisch. Schnell gehe ich zu ihr.
„Max,nein....Max...bitte nicht!“ murmelt sie. Ich setze mich neben sie, lege ihr meine Hand auf die Schulter.
„Hey Liebling, alles gut, ich bin hier. Ich bin hier Chloe!“ doch sie windet sich immer mehr. Ich fange an an ihrer Schulter zu rüttel und da öffnet sie die Augen. Ihren Augen blicken sich voller Angst um, ich spüre ihren Herzschlag der viel zu schnell ist und Tränen bilden sich in ihren Augen.
„Ich bin hier....es ist alles gut....ganz ruhig Chloe....ganz ruhig.“ sie greift nach meinen Handgelenken, sieht sie sich an und wirft sich mir schluchzend in die Arme. Ich halte sie fest, lasse sie weinen. Ihre Tränen landen in meinem Shirt, meine Hand streicht ihr durch das Haar.
„Es tut mir leid!“ nuschle ich und werde nur noch fester umarmt. „wir müssen nicht bis Sonntag hier bleiben, willst du sofort weg? Das war eine dumme Idee von mir.“ ich lasse meinen Kopf auf ihren sinken.
„Nein, lass uns hier bleiben. Aber halt mich bitte fest!“ sie klingt so zerbrechlich das es mir fast das Herz zerreißt. Ich nicke und wir kuscheln und zusammen und heute bin ich mal der große Löffel und küsse sie in den Nacken.

„Komm schon Hippie!“ schreit Chloe und rennt an mir vorbei ins Wasser.
„Du spinnst doch, es ist Anfang Mai, dass Wasser wird eisig sein.“ rufe ich zurück.
„Dann wärme ich dich!“ ich seufze, wie soll ich da widerstehen. Ich ziehe mich bis auf die Unterwäsche aus und renne ihr hinterher. Ich springe vom Steg und glaube, dass mein Herz kurz stehen bleibt als ich in das kalte Nass eintauche.
„Scheiße....das Wasser....“ bibbere ich.
„hella kalt.“ bibbert Chloe zurück. Sie macht eine Geste, dass ich zu ihr kommen soll und ich schwimme zu ihr. Sie beißt mich sanft in den Hals und summt die Melodie vom weißen Hai.
„Nicht lu...lu....lustig...P...P...Punk Ass“ ich kann nur noch stottern.
Ich schwimme zu der Leiter von dem Steg und will wieder aus dem Wasser klettern. Da landet eine Hand zwischen meinen Beinen und ich stöhne erschrocken auf. Lasse mich jedoch wieder etwas herab gleiten. Meine Hände krallen sich an die Leiter. Geübte Finger schieben meinen Slip zur Seite.
„Oh Gott du bringst mich noch um!“ stöhne ich auf und ich blicke in zwei tiefblaue Augen die mich förmlich verschlingen. Und ich gebe mich dem hin.


„Wir sollten uns unbedingt einen See kaufen, wenn du die weltbeste Fotografin bist und Millionen verdienst!“ auch nach so vielen Jahren bewundere ich wie ein Mensch mit so vollem Mund so deutlich sprechen kann.
Ich nehme einen Schluck von meinem Wein und schiebe mir einen Bissen vom Abendbrot in den Mund. Ich sehe die Liebe meines Lebens amüsiert an während ich nachdenklich kaue.
„So So, sollten wir das, ja?“ Chloe blickt mich bei dieser Antwort nachdenklich an.
„Naja, falls du dann überhaupt noch bei mir sein möchtest, natürlich nur. Ich meine, wenn du deinen Abschluss in der Tasche hast stehen dir alle Türen offen und ich will dich nicht ausbremsen.“ Ich blinzel verwirrt.
„WOW, wo kommt der Bullshit denn plötzlich her?“ kurz ist es ruhig in der Hütte.
Ich sehe Chloe an welche meinen Blick jedoch vermeidet. Ich stehe auf, hocke mich vor sie. Tränen schimmern in ihren Augen. Ich lege meine Hand auf ihre Wange. Unsere Blicke treffen sich.
„Entschuldige, das geht mir schon seit Wochen durch den Kopf. Ich habe solche Angst, dass du dir deine Chancen versaust nur weil du bei mir bist. Scheiße Max, du wirst ganz groß heraus kommen. Ich merke doch wie gut sich deine Bilder verkaufen. Ich sehe doch, wie sich deine Arbeit verändert hat und das alle lieben. Man, ich werde teilweise von Kunden angesprochen, ob ich wirklich mit DER Caulfield zusammen bin. Und welchen Platz habe ich in diesem Leben schon?“ sie beendet ihre Erklärung und ich spüre wie Wut und Trauer in mir hoch kochen.
„Hör mir mal zu! Du wirst deinen Platz an meiner Seite haben. Und ich pfeife auf Ruhm und Geld, ja sogar auf die Fotografie, das einzige was für mich zählst ist, dass du an meiner Seite bist.“ ich wische eine Träne mit meinem Daumen weg. Chloe springt auf, wirft dabei den Stuhl um.
„Genau das ist doch das Problem! Ich WILL nicht, dass du das alles für mich aufgibst. Ich will, dass du deine Chancen nutzt und das Leben führst, dass du verdienst.“ Bei ihren Worten kommt mir ein Gedanke.
„Bitte sei ehrlich! Willst du nicht mehr mit mit zusammen sein?“
„Was? Doch!“
„Würdest du noch mit mir zusammen sein wollen, wenn ich kolossal scheitere und den Rest meines Lebens nur noch in einem Supermarkt oder so etwas arbeite? Oder gar nichts auf die Reihe bekomme?“
„Natürlich!“
„Dann verstehe ich es nicht. Ich habe mich noch nie für das Materielle interessiert. Alles was ich jemals wollte war dich. Mir ist es egal ob ich arm bin oder reich. Erfolgreich oder ein Loser. Alles was zählt sind wird. Ich möchte, dass wir ein gutes Leben führen. Mir egal ob wir dafür ein Haus an unserem eigen See besitzen oder für den Rest unserer Lebens in deinem Truck schlafen. Ich will nur, dass wir glücklich sind. Was nützt mir eine Kariere, wenn ich meinen Erfolg nicht mit dem wichtigsten Menschen in meinem Leben teilen kann?“ Tränen laufen meine Wangen herab.
„Baby, es tut mir leid.“ Chloe hockt sich vor mich. „ich hab nur Angst, dass ich nicht gut genug bin, dich nicht verdiene. Aber ich verspreche dir eines, solange du mich bei dir haben willst, werde ich deine Träumen nicht im Weg stehen. Denn meinen Lebenstraum erfüllst du mir an jedem Tag, an dem ich mit dir zusammen sein darf.“
„Du bist so ein Idiot Price!“ lache ich.
„Aber ich bin dein Idiot Caulfield! Und verrätst du mir nun, was noch in dem Rucksack ist?“
„Erst räumen wir hier auf, diesmal zusammen.“ schmunzel ich.
Ich mache den Abwasch, Chloe steht dicht hinter mir und nimmt mir die Sachen zum Abtrocknen ab. Es tut gut sie nach der Unterhaltung so nah bei mir zu haben.
„Long Island!“ flüstert Chloe in mein Ohr.
„Entschuldige, ich glaube das Spiel musst du mir erst erklären“ antworte ich und wasche das letzte Glas ab.
„Lass uns nach deinem Abschluss nach Long Island ziehen“ ich halte inne, spüre Chloes Atem an meinem Hals und drehe mich um. Sie grinst mich an. Ich schlinge meine Arme um ihren Hals und ziehe sie zu mir herunter.
„Na geht doch!“ und wir küssen uns. Ich schiebe meine nassen Hände unter ihr Top und fahre ihren Rücken hinauf, eine Gänsehaut bildet sich unter den spitzen meiner Fingerspitzen.
„Ich kann das Spiel aber auch spielen. Schlafzimmer, jetzt!“ flüstere ich in ihr Ohr und werde auf die Küchenarbeitsplatte hoch gehoben.
„So lange kann ich nicht warten!“ nuschelt Chloe in meinen Hals während sie mir das Shirt auszieht. Ich vergrabe meine Hände in ihrem Haar und kann mein leises Aufstöhnen nur schwer zurück halten.
„Dann wirst du nie erfahren was in dem Rucksack auf uns wartet“ mein Atem geht schwer unter ihren Berührungen.
Sie sieht mich an, wägt die Optionen in ihrem Kopf ab.
„Fuck!“ und damit zieht sie mich von der Arbeitsplatte herunter und ins Schlafzimmer.

Ich manövriere diesen zappelnden Haufen Mensch auf das Bett und sie schließt die Augen auf meinen Wunsch.
„Also, ich habe uns zwei Sachen mitgebracht. Du darfst entscheiden, wer was trägt. Und für mich ist beides okay. Bereit? Dann öffne die Augen und wähle!“ ich halte in einer Hand unser Strap On und in der anderen Handschellen. Chloe reißt die Augen auf und schluckt. Sie steht auf und streckt die Hand aus, beobachtet mich ganz genau. Ihre Hände wandern zu dem Strap on, dann wieder zu den Handschellen. Ich verziehe keine Miene.
„Hella, ich liebe es einfach zu sehr wenn du die Kontrolle übernimmst“ und dann greift sie sich die Handschellen.
Ich fessel sie ans Bett und setze ein fieses Grinsen auf.
„Ich habe mich falsch entschieden.“ murmelt meine Partnerin kichernd, dann ziehe ich mein Shirt aus, ich habe ein neue, diesmal schwarze Dessous an und sie flucht vor sich hin weil ihr bewusst wird, dass sie mich so nicht anfassen kann.
Ich binde mir das Strap on um und gehe zu ihr ins Bett.

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Zwei Hände legen sich auf meine Schultern.
„Chloe, ich kann das nicht. Wie konnte das nur passieren?“ meine Stimme zittert und ich sehe ängstlich in den Spiegel. In dem treffe ich den Blick von Chloe. Sie grinst bis über beide Ohren.
„Du schaffst das schon Supermax. Es ist nur eine Abschlussrede und du wirst sie hella rocken. Also, Ready for the mosh pit shaka brah“ feixt meine Partnerin und zaubert mir ein Lächeln und rote ins Gesicht.
„Haha, so wie du mich damals angesehen hast dachte ich du sprichst nie wieder mit mir.“ ich grinse nun ebenfalls breit. Ich atme aus und nehme die Hand von Chloe und sie bringt mich zur Uni.


„Oh Max Liebling, was für eine fantastische Rede!“ Joyce strahl mich an.
„Yeah Baby, du hast es gerockt!“ Mutter und Tochter umarmen mich nach ihren Worten. In der Menge entdecke ich zwei weitere Gesichter. Ich bin so erleichtert die Abschlussrede hinter mich gebracht zu haben. Nachdem der Name Caulfield so nach und nach in der Fotografie Szene nicht mehr unbekannt ist, wurde ich von meinem Jahrgang gewählt die Rede zu halten und Chloe hat mich dazu animiert.
Meine Freundinnen kommen auf mich zu.
„Guten Tag, Victoria Chase, Künstlermanagerin!“ breit grinsend hält mir Vic eine Visitenkarte entgegen.
Nach Blackwell hat sie ihre Studienrichtung geändert und letzte Woche erfolgreich abgeschlossen. Ich weiß, dass sie sich selbstständig machen wollte und Kate unter Vertrag nehmen wollte. Kate hat sich ebenfalls neu orientiert und ist voll und ganz in die Kinder Literatur eingestiegen. Nächsten Monat erscheint ihr erstes Buch, ich durfte schon einen Blick hinein werfen und bis begeistert.
„Meinst du das ernst?“ frage ich und ziehe eine Augenbraue hoch.
„Hey, wenn man die Chance hat einen dicken Fisch an Land zu ziehen darf man nicht zögern es zu versuchen. Vor allem wenn man neu im Business ist, aber wenn du ablehnst ändert sich nichts zwischen uns.“ Ich sehe Vic ins Gesicht, sie meint das ernst.
Ich sehe wieder die Verbissenheit die Victoria schon immer an den Tag gelegt hat, wenn sie etwas wollte. Stolz und Unsicherheit machen sich in mir breit. Ich schaue hilfesuchend zu Kate, sie rollt neben ihr die Augen und lächelt mich entschuldigend an, schiebt sich an ihrer Freundin vorbei und nimmt mich in den Arm.
„Herzlichen Glückwunsch Max!“


Es klingelt und ich öffne die Tür. Brad und Kenneth stehen mit Tifanny auf dem Arm davor und kommen rein.
„Sind wir zu spät?“ fragt mich Kenneth und ich lache.
„Naja, zu mindestens seid ihr die letzten!“ zwinkere ich ihn an.
„Siehst du, ich sage doch du hättest dich nicht noch einmal umziehen sollen Brad!“ grummelt er seinem Partner entgegen. Tiffany wird zu Bode gelassen und läuft sofort ins Wohnzimmer wo sie Chloe vermutet. Anhand des Kläffens und freudigen Quietschens nehme ich an, dass die beiden sich gefunden haben.
„Holt euch was zu trinken aus der Küche und dann kommt rein, Chloe und ich haben etwas zu sagen.“ Ich gehe zurück ins Wohnzimmer wo der Rest wartet.
Alle unsere Freunde und Joyce haben sich versammelt um meinen Abschluss zu feiern. Ich betrete den Raum und nicke Chloe zu, diese dreht die Musik leiser und räuspert sich.
„Hey ihr lieben, im Gegensatz zu meiner Max hier bin ich nicht so gut im Reden halten. Ich danke euch allen. Dafür, dass ihr uns immer und in jeder Lebenslage unterstützt, dass ihr unser Leben reicher macht und das ihr heute Abend hier seid. Aber wir wollten dieses Beisammensein auch dafür nutzen um eine Ankündigung zu machen. Wir werden Chicago verlassen. Wir werden nach Long Island ziehen. Wir werden zum 01.09 dann dort leben. Also haben die West Menschen noch Zeit sich von uns auszuruhen und die Ost Menschen haben die Chance sich noch an uns satt zu sehen. Ich....puhhh....nein ehrlich Leute....ich....“ in Chloes Augen bilden sich Tränen. Schnell eile ich an ihre Seite, küsse sie auf die Wange.
„Was diese sensible Frau hier neben mir sagen möchte, egal wo wir leben, ihr alle hier seid ein Teil von unserem Leben und unsere Familie. Und es klingt vielleicht ironisch wenn ausgerechnet ich das sage, aber der Umzug heißt nicht, dass wir deswegen irgendjemanden von euch missen möchten. Und ach verdammt, kann uns nicht mal endlich jemand hier erlösen?“ auch in spüre Tränen in mir aufsteigen.
„Auf Chloe und Max!“ ruft Victoria und hebt ihr Glas, alle anderen stimmen mit ein und wir werden umarmt und geküsst.
„Danke! Und ich würde gerne mit dir zusammen arbeiten“ flüstere ich meiner blonden Freundin ins Ohr, als sie mich umarmt.
„Lass uns später reden.“ sie zwinkert mich an und hat ihr größtes Siegeslächeln auf den Lippen.
„Ich weiß nicht, ob ich dich hassen soll oder nicht!“ höre ich Alex hinter mir.
Ich drehe mich um und sehe sie an. Ihre Augen sind rot unterlaufen, sie hat geweint. Ich umarme sie fest und sie drückt mich zurück.
„Es tut mir leid, dass ich dir Chloe weg nehme. Aber ich werde gut auf sie aufpassen, okay? Und wir sind Freunde und werden in Kontakt bleiben.“ sie nickt und lächelt mich an, geht zu Chloe zurück um sich über ihre Zukunftspläne zu unterhalten. Zwei Gestalten bauen sich neben mir auf.
„So so, euch zieht es also zurück?“ Brad klingt geknickt. Ich schaue betreten zu Boden.
„Hey Jungs...ich....oh man....es fällt uns nicht leicht, aber, was soll ich sagen. Wir gehören halt dahin.“
„Alles gut Max, komm her.“ und damit zieht Brad mich in eine herzliche Umarmung Kenneth schließt sich an.

Wir verabschieden alle nach und nach.
„Hey Max, Joyce hat uns auf dem Hinflug erzählt, dass ihr nächste Woche nach Seattle kommt und Urlaub macht, dann komm doch vorbei, dann können wir unsere gemeinsame Zukunft besprechen.“
„Mach ich Vic, kommt gut zurück. Ich melde mich bei dir!“ Victoria und ich umarmen uns ein letztes Mal, dann mache ich die Tür zu.
Vor mir steht Chloe und sieht mich an.
„Ich fasse es nicht, dass du wirklich mit Victoria fucking Chase arbeiten wirst. Hättest du mir das vor ein paar Jahren gesagt hätte ich dich gefragt, ob du mein Gras geklaut hast!“ lacht sie.  

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„Ich bin so froh, wenn wir nach Long Island gezogen sind und diese ewige Fliegerei ein Ende hat!“ flucht Chloe. Ich lache und reiche ihr eine Wasserflasche.
Joyce steht schon im Foyer des Flughafens und holt uns ab. Sie fährt das Auto von Mom und Dad. Es fühlt sich nach wie vor seltsam an.Wir steigen ein und Chloe setzt sich neben mich. Ich nehme ihre Hand.
„Hey, ich muss dir etwas gestehen.“ sage ich und schaue sie an. Chloe zieht fragend eine Augenbraue hoch.
„Wir werden nicht die ganze Zeit in Seattle sein, ich habe einen kleinen Ausflug geplant.“ eröffne ich.
Chloe schaut erst mich und dann Joyce an.
„Was? Mom wusstest du davon?“ fragt sie ungläubig. Joyce lächelt in den Rückspiegel.
„Ja Liebling. Max hat mich vorgewarnt. Aber das passt auch ganz gut, ich habe ja Schule wie du weißt!“
„Und wo geht es hin? Oh sag bitte nicht, dass wir wieder fliegen müssen. Und wann geht es los?“ Chloe klingt wie ein aufgeregtes Kind.
„Das sage ich dir nicht. Nein, wir fliegen nicht. Wir fahren Montag früh los. Erst nach Long Island, da haben wir ein paar Termine und am Dienstag geht es dann weiter. Freitag sind wir dann wieder in Seattle.“ ich merke wie mein Herz flattert bei dem Gedanken was ich geplant habe.

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„So ihr zwei, ich habe euch noch ein bisschen Proviant eingepackt für einen Roadtrip. Passt gut auf euch auf und meldet euch bitte,wenn ihr angekommen seid und es Neuigkeiten gibt.“ Joyce grinst mich breit an und zwinkert mir zu.
Ich habe sie heute früh in meine Pläne eingeweiht während Chloe noch schlief. Ich glaube ich habe sie noch nie so sprachlos und zufrieden gesehen. Nun hoffe ich, dass Chloe das Zwinkern nicht gesehen hat, doch sie ist zu beschäftigt damit unser Gepäck in den schwarzen Pick up Truck von Dad zu tun. Ich gebe Chloe die Adresse und wir fahren los.
„Wow, das Baby ist der Hammer!“ sagt sie verliebt nach kurzer Fahrt.
Ich muss lachen.
„Ich weiß noch wie Dad sich gefreut hat, als er sich das Auto gekauft hat. Naja, wenn es dein Truck nicht mehr tut, dann können wir gerne den nehmen. Ich glaube deine Mom ist mit dem Mercedes ganz zufrieden.“
„Shit, ich glaube ich muss meinen alten Truck irgendwo gegen fahren.“ Chloe grinst breit und ich schaue sie entsetzt an.
„Keine Angst Baby, das war nur ein Spaß!“ sie lacht.
„Hey Chloe! Versprichst du mir, mir erst einmal zu zuhören und nicht sauer zu werden?“ ich spüre Angst in mir hoch steigen.
Ich bekomme einen flüchtigen Seitenblick. Chloes Gesicht wird sehr nachdenklich. Ich lasse ihr Zeit. Ich spüre wie mein Puls immer schneller wird. Schließlich nickt sie. Ich atme einmal schwer aus.
„Ich weiß, dass wir niemals wirklich über Geld reden. Aber....naja als Mom und Dad....du weißt ja, dass die Firma die die Reise ausgerichtet hat verklagt wurde. Jedenfalls habe ich ja auch Schadensersatz bekommen. Und Mom und Dad hatten gute Lebensversicherungen. Und....naja...wir haben gleich in Long Island einen Termin mit einem Makler. Ich habe ihn gebeten nicht nur nach Wohnungen, sondern auch nach Häusern für uns zuschauen. Also weil ich wüsste nicht, wie ich das Geld besser investieren könnte als in unsere Zukunft.“ ich schaue Chloe an die stur auf die Straße schaut und schweigt.
Wir fahren weiter, schweigend. Ich sehe ihrem Blick an, wie es in ihrem Kopf arbeitet. Ich traue mich nicht ihre Gedanken zu unterbrechen. Ein kleiner Parkplatz kommt in Sicht. Sie setzt den Blinker und biegt ab. Ich merke wie ich mich verkrampfe. Ich sehe auf meine Hände die in meinem Schoß liegen.
„Max?“ Chloes Stimme zittert.
„Ja? Bitte sei nicht sauer...ich will nicht....“
„Sei still!“ ich bin ruhig. „bist du dir sicher damit? Ich meine ich erinnere mich an das Gespräch vor ein paar Wochen in der Hütte am See. Da hast du deinen Standpunkt sehr klar gemacht. Aber ein Haus kaufen, das ist eine große und teure Angelegenheit. Bist du dir wirklich sicher? Ich meine, ich habe quasi mein ganzes Geld in das Motorrad gesteckt, was ich rückwirkend betrachtet, bereue, weil ich so gut wie nichts dazu geben kann, zu mindestens wenn man die Dimensionen sieht von denen wir hier sprechen. Ich....“
„Chloe, ich will mit dir zusammen leben. Egal wo und wie. Wenn du nicht mit mir in einem Haus leben möchtest ist das okay. Dann machen wir etwas anderes mit dem Geld, aber ich dachte mir, vielleicht sehen wir uns es einfach an und vielleicht finden wir ja etwas, wo wir uns beide wohlfühlen.“ ich sehe sie erwartungsvoll an.
„Oh nein, sieh mich nicht mit diesen Hundeaugen an. Jaja ist okay, lass es uns tun. Aber wehe ich höre Gejammer, dass ich meinen Teil nicht beitrage.“ kurz blinkt Trauer in ihrem Blick auf.
„Aber du trägst deinen Teil bei. In dem du mir überhaupt den Wunsch ermöglichst mit jemanden mein Leben teilen zu wollen!“ ich höre Schniefen und eine Hand legt sich in meinen Nacken. Ich beuge mich zu Chloe und wir küssen uns.

„Guten Tag die Damen. Sie müssen Miss Price sein.“ der Makler schüttelt Chloe die Hand. „Also, haben Sie eine Präferenz ob Haus oder Wohnung?“ ich sehe zu Chloe. Warte, dass sie eine Entscheidung trifft.
„Haus!“ sagt sie seufzend und ich muss grinsen.
„Sehr gut, dann kommen Sie mal mit. Miss Caulfield hat mir vorab schon ein paar Grunddaten genannt und ich habe eine kleine Vorauswahl treffen können. Wenn Ihnen nichts davon zusagt, dann können wir uns Donnerstag noch einmal treffen, dann könnte ich Ihnen doch noch die Wohnungen zeigen.“ und damit lässt der Makler uns in sein Auto einsteigen. Chloe sieht nervös aus, ich bin gespannt ob wir etwas passendes finden.

Chloe schließt die Tür zu unserem Hotelzimmer.
„Wow, das wird echt hart. Mir haben alle Häuser gefallen. Was meinst du? Oder wollen wir Donnerstag doch lieber Wohnungen anschauen?“ fragt mich Chloe, ihre Blick ruht auf mir.
„Ich fand das mit dem Arbeitszimmer toll. Im Garten könnten wir einen Pool hin bauen lassen und die Garage war schön groß. Außerdem gibt es einen Whirlpool, überlege mal was wir darin alles anstellen könnten. Und zwei Gästezimmer, wenn uns mal unsere Freunde besuchen kommen. Und es ist in unserem Preissegment.“ ich merke, dass ich mich in das Haus am Strand echt verliebt habe.
„Deinem Preissegment!“ sagt Chloe und seufzt schwer.
Ich  klopfe auf die Stelle neben mir im Bett. Chloe setzt sich und ich krabbel auf ihren Schoß. Ich lege meine Hände in ihren Nacken.
„Chloe Elizabeth Price, hör jetzt auf damit. Ich lege da keinen Wert drauf. Und wenn du das alles nicht willst, dann spende ich das ganze Geld und lebe mit dir in dem Truck!“ ich lege meine Stirn an ihre.
„Wehe dir, ich will mit dir Sex in unserem Whirlpool haben!“ sagt sie und lacht.
„Los, wir haben morgen eine lange Fahrt vor uns, lass und schlafen gehen!“ sage ich.
Wir legen uns hin und sie hält mich im Arm. Ich spüre noch ihre Lippen auf meinem Nacken und schließe die Augen.

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Ich sitze am Steuer. Chloe ist die ersten Stunden gefahren und nun übernehme ich einmal. Je mehr wir uns unserem Ziel nähern, desto nervöser werden sowohl Chloe wie auch ich.
„Sagst du mir endlich mal wo es hingeht?“ quengelt es vom Beifahrersitz.
„Bevor wir in unsere Zukunft starten wollte ich mit dir noch einmal in unsere Vergangenheit.“ sage ich und da kommt schon das Schild.
Nach einer weiteren Stunde erreichen wir San Francisco. Chloe macht große Augen und fängt an zu lachen.
„Oh wow, damit habe ich nicht gerechnet“.
Ich kämpfe mich durch den dichten Verkehr. Ich halten auf dem Parklatz dem Hostel.
„Okay Supermax. Einerseits willst du uns ein Haus kaufen und andererseits wollen wir HIER übernachten? Sind wir nun arm oder reich?“ ich lache und küsse sie.
„Das nennt man Nostalgie du Dummie“ und damit steige ich aus. Ich nehme unseren Koffer und Chloe kommt mir hinterher.

„Ich fasse es nicht, dass du das gleiche Zimmer genommen und dich noch an die Nummer erinnert hast!“ seufzt meine Partnerin und schmeißt sich aufs Bett.
„Hallo, hier habe ich meine Jungfräulichkeit an den wunderbarsten Mensch der Welt verloren. Wie sollte ich das vergessen?“
„Hmmmm, Lust auf eine Wiederholung?“ und schon zieht sie mich zu sich aufs Bett.
„Hier oder in der Dusche?“ frage ich und ich ernte ein erregtes Grollen dafür.
Wir ziehen uns aus und verschwinden in dem kleinen Badezimmer.

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Der Wind weht sanft. Neben mir steht der Leuchtturm in seiner ganzen Pracht. Ich atme die frische, salzige Meeresluft. Ich sitze auf der Bank und spüre plötzlich jemanden neben mir. Ich muss mich nicht umdrehen um zu wissen wer es ist.
„Du willst es durchziehen?“ ich muss bei dieser Frage lächeln.
„Ja will ich! Ist das für dich okay?“ ich drehe meinen Kopf.
„Natürlich!“ auch sie sieht mich an.
Ich blicke in ihre braunen Augen und sehe auf den Federohrring.
„Irgendwie seltsam, dass ausgerechnet du mich hier triffst. Ich meine, wir sind uns nie begegnet und trotzdem ist es mir wichtig deine Meinung zu kennen. Aber ich weiß, dass du immer einen Platz in Chloes Herzen haben wirst Rachel, ich denke, deswegen ist es mir wichtig.“ sie lacht.
Es ist warm und freundlich. Ich mag sie wirklich auch wenn ich nicht weiß, wie sehr mein Bild von ihr mit der echten Rachel übereinstimmt. Sie steht auf und ich ebenfalls, wir umarmen uns.
Ich höre ein Räuspern und blicke mich um. Mom und Dad stehen hinter der Bank. Ich gehe zu ihnen, umarme beide.
„Hey Schatz!“ sagt Mom sanft.
„Hey ihr zwei. Ich vermisse euch so schrecklich!“ ich spüre Tränen.
Dad wischt mir eine Träne weg. Er lächelt mich sanft an und sieht mir tief in die Augen.
„Ich bin so stolz auf dich! Du tust genau das richtige!“ er umarmt mich wieder und ich kuschel mich an seine Brust, atme seinen Geruch ein. Ich seufze.
„Es wird Zeit Kiddo!“ ich sehe auf und Mom und Dad sind verschwunden, dafür steht William hinter mir, seine Hand liegt auf meiner Schulter.
„Ist das alles für dich okay? Ich meine, ich habe Joyce gefragt, aber...“
„Hey Max, natürlich! Und jetzt schau wo du her kommst und dann schau wo du hin willst.“
Ich blinzel und bin alleine. Ich sehe mich um, so wie William es gesagt hat.
Arcadia ist nicht mehr da, alles ist zerstört. Panik und Trauer machen sich in mir breit.
„Sieh in deine Zukunft!“ ertönt noch einmal Dads Stimme in mir.
Am Himmel braut sich ein gewaltiger Sturm zusammen und mein Herz fängt an zu rasen.
„Nicht schon wieder!“ murmel ich.
„Max, such dein Licht!“ Rachels Stimme setzt sich über das Toben des Sturms hinweg.
Ich blicke zum Leuchtturm. Es ist wie ein Tor in eine andere Welt. Alles ist ruhig und sonnig um ihn herum. Und tausende, leuchtende, blaue Schmetterling umfliegen ihn und in der Tür steht sie.
Chloe wartet in dem warmen Licht auf mich.  
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Ich sitze in einem Cafe und starre auf mein Handy. Ich bin nervös. Es piept.

Chloe: „Okay, was spielen wir hier? Ich wache auf und du bist nicht da, nur eine Nachricht, dass ich dir schreiben soll?“
Max: „Arrrrgh Captain Bluebeard ist endlich erwacht. Es wird mal wieder Zeit für ein Abenteuer. Leider ist dein Erster Maat etwas in seine Arbeit vertieft, aber eine neue Schatzkarte ist aufgetaucht. Ich habe sie in unserer Kajüte vergessen. Viel Erfolg, bis später Captain.“
Chloe: „Arrrr ich kann der Suche nach einem Schatz nicht widerstehen! Wehe es werden ohne mich Segel gesetzt!“

Ich atme erleichtert aus und mache mich auf den Weg. Ich habe Chloe den Truck da gelassen den sie sicherlich nehmen wird. Ich schultere meinen Rucksack und gehe die letzten Schritte zum Hafen. Das kleine Boot mache ich fertig, verstaue meine Sachen und hole das alte Tuch und meine Augenklappe heraus. Nun heißt es auf den Kapitän warten damit wir in See stechen können.

Zwei Arme umschließen mich.
„Ich habe meinen Schatz gefunden!“ flüstert es in mein Ohr.
„Wie kommst du darauf?“ frage ich und blinzel gegen die Sonne.
„Weil die Karte hier endet, schau!“ Sie hält mir die Karte hin die ich vorbereitet habe.
„Oh Captain Bluebeard, mir scheint Ihr habt übersehen, dass da etwas zu fehlen scheint. Zum Glück habe ich das fehlende Teil gefunden.“ damit überreiche ich ihr einen zweiten Teil.
„Bereit zum Segel setzten Captain?“
„Aye Aye  Long Max Silver!“ und ich kriege einen Kuss. Chloe setzte sich ans Steuer und lässt das kleine Boot über das Wasser gleiten. Ich navigiere sie. Sie strahlt über beide Ohren.
„Vielleicht müssen wir uns doch ein Boot kaufen!“ flüstere ich Chloe ins Ohr und lasse meine Zähne über ihr Ohrläppchen gleiten.
„Absolut!“ brüllt Chloe übermütig.
Wir legen an dem gleichen Steg an wie damals.
„Oh Captain, würdet ihr mir die Ehre erweisen und uns den Weg weisen?“ Chloe nimmt mir die Karte ab und läuft los.
Sie landet an einem kleinen Sandhügel.
„Wow, wann hast du das alles vorbereitet?“ fragt sie und fängt an zu graben. Mein Herz rast.
Sie buddelt eine kleine Truhe aus und darin liegt ein Zettel. Auf den habe ich folgendes geschrieben.

„Dreh dich um und höre bitte einfach nur zu“

Chloe dreht sich um und sieht mich erwartungsvoll an. Ich habe das Gefühl vor Aufregung nicht mehr atmen zu können.
„Chloe, ich wollte diesen Tag hier nutzen um dir mein Herz aufzuschütten und ich bin tierisch nervös. Ich gehe das hier schon seit Wochen in meinem Kopf durch und vielleicht hätte ich mich Notizen machen sollen.
Seit du in meinem Leben bist, fühlt es sich erst nach Leben an. Du bist seit dem Tag an dem wir uns kennen gelernt haben alles was für mich zählt. Du bist nicht nur meine beste Freundin, sondern auch meine Seelenverwandte und ich liebe dich! Ich weiß, ich habe viele Fehler gemacht und ich werde noch viele Fehler machen. Aber der größte Fehler war, dass ich dich verlassen wollte. Und das ich dich damals verlassen habe. Doch als ich zurück in dein Leben kam hast du nicht gezögert und mir eine zweite Chance gegeben. Ich kenne niemanden, der diese Güte besessen hätte.
Du erträgst mich mit meinen schlechten Launen, du lachst über meine schlechten Witze und du unterstützt mich, egal was ich mir in den Kopf setze. Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin, ich habe so viele Schwächen, die Depressionen, meine Eifersucht, aber ich will alles dafür tun dein Leben so perfekt wie möglich zu machen.
Chloe, ich weiß nicht, womit ich dich und deine Liebe verdient habe, aber ich weiß, dass es mir egal ist, solange du bei mir bist. Und wenn es nach mir geht, dann werden wir bis zum Ende der Welt zusammen sein. Du bist alles was auf dieser Welt und in allen Zeiten für mich zählt. Ich möchte dir diese verdammte Erde zu Füssen legen, weil du nicht weniger als das verdient hast.
Und im dir zu beweisen, dass ich dich niemals mehr verlassen will muss ich dich nun etwas fragen.“ ich knie mich hin und hole gleichzeitig eine kleine Kiste aus meiner Hosentasche.
„Chloe Elizabeth Price, würdest du mir die Ehre erweisen und meine Frau werden?“
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