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Cutling

von Ungebeugt
GeschichteDrama, Horror / P18
OC (Own Character)
26.02.2019
26.02.2019
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1.500
 
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Hallo und herzlich Wilkommen in dieser eher unbekannteren Niesche der Literatur. Zwar bin ich ein Anfänger, dennoch möchte ich mein Glück versuchen. Ich lade meinen Roman hier hoch und hoffe auf eine gute Kritik eurerseits.

Viel Spaß!






Die salzige Luft des wilden Meeres, kurz vor Arkham, schlug ihr in´s Gesicht. Es war in den letzten Monaten so viel geschehen dass ihr das Herz schwer wurde, bei dem Gedanken an den kommenden Abschied. Barney war Tod, nur noch sie und Dayton waren übrig geblieben. Nur noch eine Erinnerung an ein klagvolles Dasein.  Sie hatte gesehen wie der junge Barney Lockhard sich dem größten aller Monstrositäten hin gab, dem Wahnsinn komplett verfallen. Der große Alte selbst hatte ihn verschlungen, während er lachend starb. Diese Bilder würden vermutlich niemals ihren Kopf verlassen. Sicher, der Tod war bei einem solchen Himmelfahrtskommando nichts ungewöhnliches, doch konnte sie dem Schrecken einfach nicht entfliehen. Früher studierte Ida mit ihm an der selben Universität, der Miscatonic. Als sie fertig war mit der Psychologie, steckte er noch mitten in seinen Studien zum Anthropologen.
Müde sah sie der wilden See und den schwarzen Himmel, welcher alles einzunehmen schien, entgegen. Die schäumende Gischt schlug an die Felsen und Brandungen als Möwen ahnungslos um ihr Boot flogen. Sie verbarg ein weiteres Mal ihre Tränen und schluckte den übergroßen Kloß in ihrem Hals herunter. Dayton hatte die Tage hier auf See nichts mehr gesagt, der Tod seiner Tochter schien ihn völlig einzunehmen, auch wenn sie es geschafft hatten den mächtigen Cthulhu zu bannen. Auch er hatte sie begleitet, dennoch war sein Ziel in erster Linie nur sein verschwundenes Mädchen. Sein Blick lag Glasig auf den Wellen.
Es hatte einen unbezahlbaren Preis gekostet, unendlich viel Blut gefordert und den Verstand geraubt. Zum Ende hatte es ihn wohl alle Gefühle gekostet. Was blieb war Apathie und Wut. Er hielt sich steif an der Reling fest und sah in die Ferne. Bis jetzt hatte kein freundlicher Ton geholfen. Dayton hatte nicht einmal Nahrung zu sich genommen. Naja, keiner auf diesem Schiff hatte ihn, den Drang wirklich etwas essen zu wollen. Ida sah auf ihre Hände, sie waren übersät von Dreck, Blut und Dingen von dem sie nicht wissen wollte, was es war. Ihre Kleidung sah keinen Deut besser aus, doch es ließ sich nicht ändern, vermutlich würde sie die Kleidung verbrennen und dann heiß Duschen. Resignation war das einzige Mittel welches ihr half über diesen Schmerz und Verlust hinweg zu kommen und dabei hatte es sie nicht Mal am schlimmsten erwischt. So lange hatten sie gemeinsam als Freunde versucht die junge Frau zu retten, doch sie war im Morast der Dunkelheit zu weit eingetaucht. Und jetzt war sie selbst ein Teil dessen.
Der Schlafmangel forderte seinen Tribut als ein heftiger Kopfschmerz sie überkam und über ihren linken Auge ein Messerstiche hinterließ. Die Frau mit den dunklen leichten Locken sah Dayton an, sein Mantel war vollkommen zerschlissen und die Haare mehr als zerzaust. Er hatte eine offensichtliche Wunden aber der Schmerz schien ihn nicht zu  kümmern. Idas Lippen formten einige Worte doch sie konnte sie nicht laut aussprechen, die Schwäche hatte überhand genommen. Ihre grünen Augen sahen den Mann, in dessen Herz der Hass eingezogen war, an.  „Wir sind bald in Arkham wollen wir..“ ihre gebrochene Stimme wurde von Daytons Stimme sogleich unterbrochen. „Wir,“ betonte er extra hart, „Wir werden uns nie wieder sehen. Unsere Wege werden sich trennen, mit eurer Scheiße will Ich nichts mehr zu tun haben, damit wir uns verstehen. Ich ertrage dein Gesicht nicht, geschweige denn Cutling.“ Er deutet mit seinen Finger auf die letzte Person in diesem Boot. „Er ist Schuld an ihrem Tod, wären die Söhne Sethet´s nicht gewesen, hätte Ich sie nicht verloren.“ Seine Worte sprudeln und voller Abscheu und beinahe gespuckt aus seiner Kehle.
„Bitte, wir sind Freunde, wir haben alles zusammen durchgestanden, lass mich nicht alleine.. Ich habe sonst niemanden mehr auf dieser Welt.“ Ida flüstert den letzten Teil nur noch und kämpft wieder mit den Tränen. Das tat furchtbar Weh. So sehr, dass sie fürchten musste sich augenblicklich zu übergeben. Sie konnte beinahe hören wie Dinge in ihr brachen und rissen, „Bitte, tu mir dass nicht an, ich brauche dich.“ Abraham Cutling sah mit einem kühlen Blick zu ihnen herüber und erhob sich aus der Ecke in die er sich still gesetzt hatte. „Dass ist mir egal, du gehörst zu ihm, dass hast du immer getan. Du würdest ihn bis in den Tod folgen. „Der Nachthimmel über dem Meer schien sich zu verdüstern und die ersten kühlen Tropfen fielen Ida auf ihr Gesicht. „Ja, ich bin seine treueste Dienerin, nichts wird sich daran ändern. Ohne ihn wären wir alle Tod, du willst es nur nicht sehen weil der Zorn dein Herz zerfressen hat!“ Immer lauter werdend ging sie einen Schritt auf Dayton zu, der sie mit einem seltsamen Blick betrachtete. „Ich sollte euch töten, alle beide. In meinem Revolver sind genug Schuss um der Welt diesen gefallen zu tun. Barney ist Tod, meine Tochter..“ Er stockt als seine Stimme brach und sah schamerfüllt weg. „Das soll die verfluchte Lösung sein? Mehr Tod und Leid, wach auf! Sie hätte es nicht gefunden ihren Vater so verbittert zu sehen!“
Abraham Cutling war nun näher an sie heran getreten und betrachtete die Situation argwöhnisch. „Das meinst du nicht ernst, So etwas sagst du nur weil diese Dinge passiert sind, aber jeder hat Opfer erbracht! Du bist nicht der einzige der leidet, verdammt nochmal.“ Wehrte Ida sich wütend. Wie ein Schwall kamen die Worte aus ihr heraus geschossen und schienen nicht enden zu wolle.  Der Regen begann sein Werk zu verrichten und durchnässte ihre geschundenen Leiber bis auf die Knochen, als würde er beweinen, was hier grade geschah. Dayton blickte schmerzerfüllt und mit weit aufgerissenen Augen zum Himmel und griff in seine Tasche. Mit seiner linken Hand holte der alt aussehende Privatdetektiv die Kette heraus, die seiner Tochter gehörte. Er legte sie sich selber mit einem grimmigen Blick um den Hals, als das Boot leicht ruckelte und ein Blitz die Nacht durchzog. Mit einem peitschenden Knall kündete das Himmelgestirn von dem brodelnden Unheil. Neben Ida versteifte sich Abraham sichtlich, sein längeres blondes Haar verdeckte leicht sein Gesicht, als er auf Ida zu sprang und sie mit einem gekonnten Satz zur Seite auf den Boden warf, als ein Schuss erklang, direkt über Ihr. Der Schwindel hielt sie am Boden, die Verwirrtheit ließ sie Bewegungslos liegen. Hatte ihr Freund sie grade töten wollen?

Abraham Cutling war nie ein Mann der großen Gesten, dennoch konnte er nicht anders. Er lag etwas grob aber schützend auf Ida und konnte sehen wie die Tränen sich mit den Tropfen des Regens vermischten. Als wäre die Zeit stehen geblieben, als hätte sich eine große Blase um sie herum gebildet. Nichts konnte den Augenblick stören, auch nicht das kalte Silber was auf die beiden gerichtet war. Dieses eisige Blau nahm Ida völlig ein, sie bemerkte fast gar nicht wie es wieder klickte. Kurz legte er seinen Daumen über ihre Lippen und verharrte darauf. Kühl  blickte er zu Dayton und ließ mit der Geste von ihr ab. „So willst du es nun Enden lassen? Ich bin keiner von den bösen, und dass weißt Du. Wir glauben an das Chaos, dem Gott des Chaos. Und dieser Gott war derjenige welcher, der den Weltenfresser vernichtet hat. Ja, unsere Ideale sind fragwürdig, doch lieber lebe Ich in einer chaotischen Welt, als in einer toten!“ Er trug in diese Moment eine Stärke und Anmut die Ida ehrfürchtig zittern ließ. Der Hohepriester des Kultes höchst selbst beschützte sie. Mehr als sie sich je mädchenhaft erträumen konnte.
So hatte sie sie ihn nie gesehen, selbst bei dem sich allem entscheidenden Ritual hatte Abraham die kühle bewahrt, die Sicherheit ausgestrahlt. Als wäre er mehr als ein Mensch. In diesem Augenblick kam ein Feuer zum Vorschein welches verheerend sein würde. Vom kalten Holzboden des Schiffes blickte Ida zu ihm hoch. Von seinen schmalen Lippen kamen einige gehauchte Worte in einer Sprache die Sie nicht verstand und bei dem nächsten Knall prallte die Kugel an einer unsichtbaren Mauer ab.
„Ich bin der Hohepriester unseres Kultes, meinst du, du Wurm, jemand wie du könnte mich einfach bedrohen?. Geschweige denn meine Diener, diese Unverfrorenheit, direkt vor meiner Nase. Ich gebe dir diese einzige Chance, Mann gegen Mann, hier und jetzt gegen mich zu kämpfen. Eine Frau zieht man in so etwas nicht hinein.“ Seine tiefe bassige Stimme wirkte bedrohlicher als jemals zu vor. Noch nie hatte sie ihn so gesehen. Das war etwas persönliches. In der Regel machten die Drecksarbeit seine Handlanger, in diesem Fall war es sogar Ida selbst. Sie kroch schnellstens aus der Schussreichweite als Abraham seinen Revolver zog und lud. Ihr Kopf schlug unangenehm an das Boot an, als es wieder stark ruckelte. Mit einem schmerzverzerrtem Gesicht sah sie beiden Männern zu, welche sich tödlich umkreisten. Die schweren Stiefel der Männer hinterließen ein lautes Knarren, als Dayton das sprechen begann. :“Auf Drei, und ich schwöre dir, töte Ich dich, wird Ida die nächste sein.“
„Eins..“
„Zwei“..
Schuss.
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