Trust and Fear

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Isaac Lahey
25.02.2019
27.03.2020
7
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Stiles schob mich die Siedlung entlang. Trotz Sonnenschein war unsere Siedlung eigentlich der unperfekteste Ort für einen Spaziergang. „Deine Mom war richtig gut drauf.“, Stiles brach das Schweigen zwischen uns. „Sie will, dass du und ich ein Paar werden.“ Der Junge lachte: „Das hab ich gar nicht gemerkt.“ Wir folgten der Straße. Noch einige Meter bis zur Kreuzung. Langsam wuchsen immer mehr Bäume in den Vorgärten und neben den Bürgersteigen. „Deine Mom hat sich ein bisschen verändert. Ist sie glücklich als Maklerin?“ Ich drehte meinen Kopf ein wenig zu Stiles: „Sie ist erfolgreich und man kann sagen, dass der Job sie glücklich macht. Aber sie ist kaum noch zu Hause.“ „Sie schien mir nicht ganz so auf dem Laufenden zu sein. Also ich freue mich natürlich über ihren Glückwunsch, aber ich spiele doch schon die zweite Saison in der ersten Reihe, oder?“, unbewusst floss ein wenig von Stiles' typischen Sarkasmus in seine Worte. Ich musste schmunzeln. Das S in Stiles stand für das S in Sarkasmus. „Aber Y/N“, Stiles unterbrach meine Gedanken, „sag mal, wie geht es dir jetzt nach dem Unfall?“ Mein Blick glitt weiter die Häuserreihen entlang. Stiles bog mit mir an der Kreuzung links ab. Wahrscheinlich wollte er ins Nachbarviertel, wo es eine schöne Wiese gab. „Ich nehme mindestens dreimal am Tag starke Schmerztabletten und muss jeden Tag ein wenig Krankengymnastik machen. Alles in allem geht es mir gut, aber ich bin total müde.“, antwortete ich ihm. „Dein Körper braucht jetzt einfach mehr Energie, das ist alles.“ „Nee…“, ich zog das Wort lang. Sollte ich Stiles von meinen Träumen erzählen? Andererseits, deshalb hatte ich ihn ja eigentlich eingeladen. Zum Reden. „Seit dem Unfall schlafe ich schlecht. Ich hab jede Nacht, ach was, immer wenn ich länger als 30 Minuten schlafe bekomme ich Albträume.“ „Hast du mir deswegen heute so früh geschrieben?“, fragend beugte er sich zu mir. „Ja,  in den meisten dieser Albträume sterbe ich, langsam.“  Unsere Schatten fielen neben uns auf die Straße. Bei der Erwähnung meiner Träume bildete ich mir ein, Stiles würde sich etwas verkrampfen. Aber wie reagierte man sonst schon auf solche Informationen. Eine Hand legte sich auf meine linke Schulter und drückte mich aufmunternd. „Mach dir keine Sorgen, dass legt sich bestimmt bald. Leider haben wir kaum Fortschritte gemacht, seitdem du im Krankenhaus warst.“

Ausführlich beschrieb Stiles mir, dass Deaton sich durch die Bilder vom Unfallort sicher war, dass es sich um keinen Werwolf, wie Scott, Derek oder Isaac handelte. Aber wie immer offenbarte der Tierarzt  auch nicht mehr. Nebenbei erwähnte Stiles, dass eine Austauschschülerin aus Deutschland bei uns an der Schule war, wechselte aber schnell wieder zum Übernatürlichen ohne die Schule weiter zu beachten. Denn obwohl es seit meinem Unfall keine anderen Vorfälle mehr gegeben hatte, machte Scott sich große Sorgen. Deswegen hatte er Derek gebeten uns bei der Suche nach diesem Wesen zu helfen. Bisher war Isaac der einzige von Dereks Rudel gewesen, der uns geholfen hatte. Erica und Boyd hielten sich aus der ganzen Sache raus. Schmunzelnd sah ich zu Stiles. Sein Gesicht verriet, dass er kochte: „Du freust dich nicht über Dereks Anwesenheit?“ Mit einem bösen Blick sah er mich an: „Natürlich nicht! Derek Hale ist schlecht gelaunt, griesgrämig und nicht die größte Hilfe, wenn es darum geht Menschen zu beschützen. Er ist noch schlimmer mit seinem nicht helfen als Isaac.“ Verwundert hörte ich Stiles zu. Er und ich konnten Derek beide überhaupt nicht ausstehen. Diese ständige Miesepetrigkeit nervte unvorstellbar. Da Derek sich jedoch mehr auf Stiles eingeschossen hatte, blieb ich von den meisten Bemerkungen verschont. Und obwohl ich auch Mitleid mit Derek und seiner Vergangenheit hatte, arbeitete ich lieber ohne Derek und hielt Abstand zu dem Alpha. Insgeheim wartete ich auf einen Wutausbruch indem Derek entweder mich oder Stiles töten würde. Aber das Stiles so schlecht auf Isaac zu sprechen war wunderte mich: „Was hast du gegen Isaac?“  Voll in Fahrt verdrehte Stiles seine Augen und begann eine neue Schimpftirade: „Ich kann ihm das mit Lydia immer noch nicht verzeihen. Er ist arrogant und läuft Derek wie ein Welpe hinterher!“, Stiles beruhigte sich ein wenig, „Das einzige Gute was er getan hat, war dir nach dem Unfall zu helfen. Trotzdem Y/N es ist seine gesamte Art. Ich würde ihm manchmal am liebsten einen kräftigen Tritt in seinen Werwolfsarsch geben.“ Ich gluckste, doch fing nach einem Blick auf Stiles richtig an zu lachen. Es war einfach zu lustig, wie Stiles sich aufregte. „Lach du ruhig. Da ist aber noch was.“ „Hau raus Stiles.“ Er kniff seine Augen zusammen und trat beim Schieben einen Kieselstein weg. Schließlich seufzte Stiles laut auf und sah zu mir: „Du musst mir hoch und heilig versprechen, dass du kein Wort zu niemandem sagst.“ Ich hob meine rechte Hand zum Schwur: „Ich verspreche hoch und heilig niemanden von unserer Unterhaltung zu erzählen. Ganz, ganz großes Indianer Ehrenwort.“ Der Blick meines Begleiters wurde sanfter als ich ihn aufzog und seine Mundwinkel zuckten. „Scott und Allison sind ja getrennt und mich geht es auch gar nichts an. Scott geht es auch eigentlich richtig gut, aber….“, er zögerte. „Stilinski jetzt mach die Sache nicht spannender als sie eigentlich ist.“ „Du darfst Scott auf keinem Fall davon erzählen, aber ich glaube zwischen Allison und Isaac läuft etwas mehr als nur Freundschaft.“  Ein fremdes, unangenehmes Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit. „Alli und Isaac?“, ich schluckte, „Stiles, du verwechselst da bestimmt was.“ Mit meinen Worten wollte ich runter spielen, was Stiles gesagt hatte. Es war ein Versuch mich selber zu beruhigen. Lächerlich, warum musste ich mich denn beruhigen? In dem Versuch meine Gedanken zu sortieren schüttelte ich den Kopf. „Y/N?“, Stiles hockte sich vor mich. Aufmerksam beobachtete er mein Gesicht. Ich wich ihm aus. Das Gefühl in meinem Bauch konnte ich nicht erklären. Aber Stiles Behauptung machte Sinn. Hatte Allison mir nicht sogar geschrieben, dass sie und Isaac zusammen an einer Hausaufgabe saßen? Stiles packte meine Schultern und ich musste ihm in die Augen sehen. „Jetzt sag nicht du und er…“ Röte schoss mir ins Gesicht. „Was ist nach dem Unfall passiert? Sag es mir, habt ihr euch geküsst?“ „Was? Nein, Stiles“, entsetzt riss ich meine Augen auf. Meine Gedanken schossen zu dem Tag als Isaac mir in mein Bett geholfen hatte. „Dazu ist es nicht gekommen.“, fügte ich kleinlaut hinzu, „Stiles, wie kommst du überhaupt darauf.“ „Dein Vater hat im Auto so ne kleine Andeutung gemacht. Verdammt, ich dachte ich verstehe nur irgendeinen Witz nicht, dann hätte ich dir doch nicht von meiner Spekulation erzählt.“ Für einen Moment starrten wir beide auf den Boden. Wieder war es Stiles der anfing zu reden: „Y/N, das ist eine Spekulation von mir. Du kennst Allison besser als ich und augenscheinlich sehen wir zwei ja auch aus, als würde da was laufen, oder?“ Ich nickte. „Siehst du und wir sind nur befreundet. Ich mag Isaac nicht sonderlich und mein Unterbewusstsein sucht bestimmt nur nach Gründen um ihn noch mehr zu hassen, okay? Spekulation.“ Wieder nickte ich. Stiles hatte recht. Alles nur Spekulation. Einfach nicht darüber nachdenken. Im Moment hatte ich ganz andere Probleme als Jungs. Meine Gesundheit als größtes dieser Probleme und in Beacon Hills lief immer noch ein übernatürliches Wesen rum. Ich sah zur Sonne. Es war so ein schöner Tag. „Stiles, komm wir fahren zu dir. Ich backe was und dann besprechen wir mit deinem Vater den Unfall und was das wohl für ein Wesen sein könnte.“, Entschlossenheit packte mich. Stiles mir gegenüber sah jedoch weniger entschlossen aus und musterte meinen Stimmungswechsel skeptisch.
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