Ein (Alp)Traumhaus im Grünen

GeschichteSchmerz/Trost / P18
Ben Jäger OC (Own Character) Semir Gerkhan
25.02.2019
18.07.2019
38
45885
5
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
Hallo ihr Lieben...dem miesen Wetter sei Dank hau ich jetzt noch ein Kapi raus.
Viel Spaß


Eine Schwester kam mit einem Tablett rein, darauf waren ein paar belegte Brötchen, Wasser und Tabletten. Semir fragte sie nach Marley, und sie erklärte, dass sie das Krankenhaus auf eigenen Wunsch verlassen wollte. Sie reichte Ben ein Glas Wasser und die Tabletten. “Das ist ein Entzündungshemmer, Schmerzmittel und etwas zum Beruhigen, Herr Jäger. Sie sehen aus, als könnten sie mal etwas Ruhe und Schlaf gebrauchen. Sie müssen leider noch etwas bei uns bleiben, da sie leichtes Fieber haben und die Entzündungswerte erhöht sind. Wenn sie was brauchen, klingeln sie einfach. Und das Essen nicht vergessen, dass sie wieder zu Kräften kommen, okay? Bis später.“  Ben schenkte ihr ein schwaches Lächeln, bedankte sich und schluckte die Tabletten. Wenn er gewusst hätte, was später noch passieren würde, hätte er sie nicht eingenommen. Er saß nun da, wie ein Häufchen Elend, sah traurig aus dem Fenster. Semir setzte sich neben ihn, legte ihm den Arm um die Schultern. “Hey Ben...sag doch was! Was is da draußen passiert? Was meint sie mit dem Zettel?“ Ben nahm seinem Partner den Zettel aus der Hand, knüllte ihn zusammen. Dann sah er Semir wütend an. “Ich möchte, dass du jetzt gehst! Ich will alleine sein. Geh jetzt, verdammt!“ Er wurde immer lauter, als er merkte, dass Semir ihn fragend ansah und keinerlei Anstalten machte zu gehen. Dieser stand nun doch auf, hob mit seinem Zeigefinger Bens Kinn an, sah ihm fest in die Augen. “Ich bin da für dich...zu jeder Zeit...okay?! Ruh dich erstmal aus, morgen komm ich wieder. Vielleicht braucht Marley auch erstmal Zeit für sich. Ihr habt eine schlimme Zeit durch. Du wirst sehen, alles wird wieder gut.“ Ben lachte bitter auf, schüttelte den Kopf und Semir verließ das Zimmer. Ben legte sich hin und starrte die Decke an.
Währenddessen war 3 Etagen höher Eva Peters schon eine Weile wach. Vor ihrem Zimmer war ein Polizist postiert. Sie fluchte, griff sich an den Arm, hatte dieser kleine Scheißbulle sie doch einfach angeschossen. Und Ben hatte sie dreist belogen, von wegen Hilfe besorgen. Der Mistkerl wollte doch nur seinen Arsch retten. Dafür musste sie ihn bestrafen, doch wie kam sie nur hier raus. Und wiederholt leistete ihr der Zufall gute Dienste und spielte ihr Felizitas Keller in die Hände. Diese sah Eva geschockt an, auch wenn ihr der Name bekannt vorkam, hatte sie nicht damit gerechnet, dass es ausgerechnet die Eva ist. “Na Felizitas? Schön dich zu sehen...und so passend. Wir werden jetzt die Rollen tauschen, ansonsten erfährt hier jeder von deinem klieinen Handel mit Betäubungsmitteln und deiner Affäre mit dem Chefarzt. Das kostet dich nicht nur deinen Job sondern auch deine ach so tolle Ehe...und vielleicht sogar deine Freiheit. Na...sind wir im Geschäft?“ Felizitas nickte mit gesenktem Blick, dann tauschten sie ihre Kleidung und Eva verließ als Krankenschwester das Zimmer. Sie ging an dem Polizisten vorbei Richtung Empfang. Dort tippte sie Bens Daten in den Computer ein, und begab sich danach erst in den Behandlungsraum und anschließend zum  Treppenhaus. Aufgrund der Uhrzeit war kaum noch Personal unterwegs, die Nachtschicht war schon immer knapp besetzt. Ein teuflisches Grinsen legte sich auf ihr Gesicht. Und dann stand sie vor seinem Zimmer. Alles war ruhig, langsam öffnete sie die Tür und schlich hinein. Da lag er, ihr Ben, und blickte verzweifelt an die Decke. Durch das gedämmte Licht bemerkte er zu spät, wer da neben seinem Bett stand. Sie hielt ihm das Skalpell direkt vor sein Gesicht, seine Augen waren vor Schreck aufgerissen. “Kein Mucks...Benjamin...und die Hände ganz brav über den Kopf!“ Durch die scheiß Tablette waren seine Knochen schwer wie Blei. Sie würde ihm das Skalpell irgendwohin rammen, bevor er überhaupt ein Bein aus dem Bett hatte. Er legte seine Hände langsam über seinen Kopf, überlegte, ob er schnell genug am Klingelknopf war. Doch diese Hexe durchschaute ihn, knallte ihm eine, die sich gewaschen hatte. Als sie sich über ihn beugte, hielt er sich schützend die Arme vor's Gesicht. Doch sie band ihm nur die Handgelenke mit einer Binde zusammen und befestigte diese dann am Kopfteil des Bettes. Er lag nun völlig wehrlos vor ihr, und er war so erschöpft und müde. Die Tablette zeigte langsam ihre Wirkung. Als er drohte wegzudriften, knallte sie ihm wieder eine. Er wollte ihr was entgegnen, doch selbst dazu war er zu schwach. Sie beugte sich runter, hob etwas auf und faltete es auseinander. Sie grinste gehässig und setzte sich neben ihn. “Ach Gottchen...hat sie dich einfach verlassen, hm?  Schade eigentlich...ich dachte, ich treff euch hier beide an. Naja...dann musst du eben für zwei leiden. Oder ich verschwinde einfach und irgendwann erwisch ich euch beide.“ Bens Atmung wurde schneller, er nahm seine letzten Kräfte zusammen und zerrte an den Fesseln. Sie strich ihm durch's Gesicht, stöhnte genüsslich auf: “Du bist mir ausgeliefert...mein Hübscher...schon wieder...denn du gehörst mir. Man sieht sich immer zweimal...oder in unserem Fall...mehrmals im Leben. Sei doch froh...wenigstens eine Frau...die freiwillig bei dir bleibt. Was meint sie mit dem Zettel, hm? Was hast du ihr versprochen...es ihr richtig zu  besorgen...oder es nicht zu tun? Los...mach 's Maul auf!“ Ben grinste sie trotzig an, aber seine Stimme klang schwach: “Du kannst mich mal!“ Wutentbrannt wickelte sie eine Binde auseinander, knüllte sie wieder zusammen und stopfte sie ihm in den Mund. Dann kam sie ganz nah an sein Gesicht: “Du wirst gleich spüren, was ich dich alles kann!“ Sie schnitt mit dem Skalpell in sein T-shirt und riss es auf. Ben schrie gedämpft auf, beobachtete panisch jede ihrer Bewegungen. Er versuchte von ihr wegzurutschen, was natürlich nichts brachte. Durch die Panik und das ausgeschüttete Adrenalin wurde er langsam wieder wacher und klarer. Eva bemerkte das natürlich, sie setzte das Skalpell an seinen Bauch, sah ihm in die Augen und machte langsam den ersten Schnitt. Der war zwar nicht tief, verfehlte seine Wirkung allerdings nicht. Ben heulte unter seinem Knebel auf, atmetete abgehetzt, wappnete sich für den nächsten Schnitt. Eva zeichnete mit dem Zeigefinger Linien auf seinen Bauch. “Ich könnte dir stundenlang zuhören, wenn du so schön jammerst. Vielleicht versperr ich erstmal richtig die Tür...nur so zur Sicherheit. Wir wollen doch nicht gestört werden...oder?“ Er schrie gedämpft durch den Knebel immer wieder auf, er konnte seine Tränen nicht mehr aufhalten. Als sie an der Tür war, wurde die aufgestoßen, und Eva ging polternd zu Boden. Zwei Beamte stürzten sich auf sie, legten ihr Handschellen an, führten sie ab. Semir und stürzte zu Ben, befreite ihn und zog ihn in seine Arme. “Mann Partner...dich kann man echt nicht alleine lassen.“ Frau Krüger kam mit einem Arzt herein, dieser verarztete die Schnittwunde, Frau Krüger reichte ihm ein frisches T-shirt. Semir blieb neben Ben sitzen und begann zu erzählen: “Die Chefin hat mich angerufen, mir erzählt, dass die Peters auch hier eingeliefert wurde. Keine Ahnung, warum sie sie nicht woanders hingebracht haben. Vor ihrem Zimmer war zwar ein Kollege, aber irgendwie konnte sie ihn austricksen. Wenn wir das gewusst hätten...wär ich doch hier geblieben. Scheiße...geht's wieder?“ Er sah seinen Partner besorgt an, dieser nickte leicht. “Ich bin einfach nur fertig, ich kann nich mehr Semir. Ich hätte jetzt echt gern meine Ruhe. Am besten verfrachtet ihr dieses Mistststück in die Geschlossene.“ Er sah an Semir vorbei, wo eine junge Frau im Türrahmen stand. “Entschuldigung...ich bin Felizitas Keller, eine ehemalige Kollegin von Eva. Ich wollte das nicht, das müssen sie mir glauben, aber sie hat mir gedroht. Was passiert denn jetzt mit ihr?“  Ben lächelte die junge Frau an, dann sah er herausfordernd zu Semir und der Krüger. “Genau...das würde mich jetzt auch mal brennend interessieren. Was passiert jetzt mit ihr,hm? Bekommt die hier wieder ein nettes Zimmer mit Ausblick und all inclusive?“ Semir rückte näher zu Ben, wollte ihn beruhigen. “Ben es tut uns leid, wir wussten davon doch selbst nichts. Der Reichert vom SEK hat uns darüber informiert, als er Frau Krüger Bericht erstattet hat.“ Ben wurde wütend und lauter: “Ach und auf die Idee mal nachzufragen seid ihr nicht gekommen?! Nein...warum denn auch...lassen wir das Biest doch einfach nochmal auf Ben los...der packt das schon...der steckt das schon irgendwie weg.“ Als Semir seine Hand auf seine Schulter legte, rutschte Ben von ihm weg. “Bitte Ben...jetzt beruhige dich doch.“ Der konnte nicht fassen, was sein Partner da von sich gab, funkelte ihn böse an. “Mich beruhigen? Diese kranke Schlampe hat uns tagelang physisch und psychisch fertig gemacht. Die hat Dinge von uns verlangt...Semir...ich sollte sie...ach scheiße ! Und jetzt is Marley weg, und ich bin Schuld. Weil ich keines von meinen Versprechen halten konnte. Es tut mir alles so verdammt leid...ich wollte das nicht...ich wollte ihr das nicht antun!“ Er schluchzte laut auf, ließ seinen Tränen freien Lauf. Plötzlich stand Dr. Köhler vor ihm. Frau Krüger hatte ihn zur Sicherheit geholt, denn sie machte sich große Sorgen. So  hatte sie ihn noch nie erlebt, und sie wollte sich das nicht noch weiter mit ansehen. Semir schien total überfordert mit der Situation, hatte ebenfalls Tränen in den Augen. “Herr Jäger...ich werde ihnen jetzt was zum Beruhigen spritzen.“ Als er Ben den Ärmel seines T-shirts hochschob, flippte der voll aus, sprang vom Bett auf. “Nein...bitte nicht...ich brauch nichts zum Runterkommen...ich will das nicht!“ Dr. Köhler nickte Semir zu, der packte Ben und hielt ihn fest und ihm wurde das Mittel verabreicht. Sie legten ihn auf's Bett. Er beruhigte sich langsam, aber in seinen Augen stand immer noch die blanke Angst. Semir konnte nicht mehr und stürmte aus dem Zimmer. Davor setzte er sich auf einen Stuhl und weinte. Schwester Felizitas setzte sich neben ihn und strich ihm beruhigend über den Rücken, reichte ihm ein Becher Wasser. Frau Krüger blieb bei Ben, bis er sich komplett beruhigt hatte. Ihm fielen langsam die Augen zu. Das letzte was er hörte, war ihre Stimme. “Ben...es wird alles wieder gut. Ich werde jetzt persönlich dafür sorgen, dass Eva Peters in die geschlossene Psychiatrie einwandert.“
Review schreiben