Frühling im November

GeschichteDrama, Romanze / P18
Alexis Castle Kate Beckett Martha Rodgers Richard Castle
24.02.2019
24.02.2019
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Kapitel 1

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Detective Beckett saß am Schreibtisch im 12. Revier und warf einen genervten Blick auf den leeren Stuhl neben sich. Es gab keinen neuen Mord und für Kate war der Papierkram das Stichwort zu Soloeinsatz. Es war einer dieser unerträglich kalten Novembertage und sie starrte aus dem Fenster in das trübe Grau der Stadt. Nach einer Zeit, die ihr vorkam wie eine Ewigkeit, bohrte sich die Tatsache, dass noch ein beachtlicher Stapel Akten auf ihrem Schreibtisch lag, in ihr Bewusstsein.
Kate warf einen Blick auf die Uhr: 10:30.
Sie war jetzt bereits seit drei Stunden hier und hatte noch nicht mal ganz die Hälfte des ganzen Papierkrams. Seufzend schob sie ihren Stuhl zurück und machte sich auf den Weg in den Pausenraum, um sich einen Kaffee zu holen, vielleicht würde eine duftende Tasse Kaffee ihr einen Schub Motivation verleihen. Kate betrat den Pausenraum und sah Esposito, der nur etwa die Hälfte des ganzen Papierkrams hatte, dafür aber doppelt so fertig aussah wie sie. Er gewährte ihr den Vortritt an die Kaffeemaschine während er sich auf die Tischkante setzte.
„Na“, machte Kate als sie einen Knopf drückte und die Kaffeemaschine zu zischen begann „haben sie ihren Papierkram schon erledigt?“
Normalerweise fing sie unter keinen Umständen Smalltalk im Pausenraum an, es war ihrer Meinung nach, nur verschwendete Zeit. Ihr Kollege rieb sich den Nacken und ließ den Kopf kreisen, ein leises Knacken war zu hören, woraufhin Kate das Gesicht verzog.
„Gerade fertig geworden“, antwortete er und entspannte seine Schultern „glauben sie die Digitalisierung kommt jemals hier an?“, fragte er scherzhaft und erhob sich um Kates Platz an der Kaffeemaschine einzunehmen.
„Vermutlich eher nicht“, sie zuckte die Achseln währen sie Milch in ihr Heißgetränk goss, Esposito ließ ein leises Lachen vernehmen. Kate rang sich zu einem Lächeln durch und machte sich auf den Weg zurück zu ihrem Arbeitsplatz, die heiße Tassen in den Händen. Sie setzte sich und schaute sich unauffällig um, es war wieder einmal Hochbetrieb im 12. Revier und aus unerfindlichen Gründen machte sie der Geräuschpegel gereizt und mürrisch. Nicht einmal der Kaffee schmeckte so wie er schmecken sollte, mit einer frustrierten Handbewegung verbannte Kate de Tasse in die hinterste Ecke ihres Schreibtisches. Sie zog eine Akte zu sich heran und ging ihrer Arbeit mit deutlich schlechterer Laune als normalerweise nach. Nach weiteren drei Stunden hatte sie endlich den Papierkram beendet, sie hätte heulen können vor Freude.

Das Ziehen in ihrer Magengrube verhieß entweder Hunger, Frustration oder Müdigkeit, vermutlich von allem etwas. Sie stand auf und taumelte plötzlich, weiße Lichtpunkte tanzten vor ihren Augen. Sie schüttelte den Kopf und wartete bis sie verschwanden, bevor sie den Aktenstapel in Richtung Gates‘ Büro schleppte. Die Tür stand offen und Gates schaute auf als der Detective eintrat.
„Ich habe hier die Akten zu den Serienmorden, die sie haben wollten“ erklärte Kate und wartete auf die Anweisung, den Stapel abzulegen. Der Captain machte eine unwirsche Handbewegung in Richtung eines kleinen Tisches und Sekunden später, waren die Akten sauber platziert.
„Sie haben den restlichen Tag frei“, kam es plötzlich von Gates, die gesprochen hatte, ohne aufzuschauen.
„Wie?“, Kate runzelte verwirrt die Stirn und stoppte auf dem Weg aus dem Büro ihrer Vorgesetzten.
„Sie haben mich schon verstanden“, antwortete Gates und schaute nun doch auf, „sie haben zu viele Überstunden angesammelt, Detective“
„Oh“, das Wort entwich Kate mit einem kleinen Seufzer und sie nickte „in Ordnung. Bis morgen, Sir.“
Ohne auf eine Antwort zu warten, kehrte sie zu ihrem Schreibtisch zurück, sie entfernte die Tasse von ihrem Tisch und befand sich wenige Minuten später auf dem Weg zu ihrem Auto.

Ihren Mantel zuknöpfend verließ Kate den Fahrstuhl und die kalte Luft schlug ihr entgegen als sie das Revier hinter sich ließ. Auf der Fahrt zu ihrer Wohnung hatte Kate Mühe, ihre Augen offen zu halten und das ständige Gähnen war nicht besonders hilfreich. Endlich angekommen, hastete sie die Treppe hoch und schloss die Tür auf, nur um eine unordentliche Wohnung vorzufinden. Mit einem sehr leisen Geräusch der puren Frustration schälte sie sich aus Mantel und Schuhen, bevor sie begann die Wohnung zurück in ihren Normalzustand zu versetzten. Unglücklicherweise hatte sie dabei sehr viel Zeit zum Nachdenken. Während sie sich bemühte ihre Blusen und Joshs weiße Hemden aufzuhängen, drehten sich ihre Gedanken ausnahmsweise nicht um ihren Freund oder die Arbeit, nein auch nicht um Castle. Seit letzter Woche hatte Kate den Verdacht schwanger zu sein – etwas, das so gar nicht in ihren Lebensplan passte. Zumindest nicht jetzt. Und wenn sie ehrlich war, auch nicht mit Josh. Auch wenn sie glücklich war (zumindest redete sie sich das gerne ein), war diese Beziehung doch meistens nur stressig für sie. Durch ihre Verdrängungstaktik hatte sie es bisher erfolgreich geschafft sich so wenig Gedanken darüber zu machen wie irgend möglich. Nach einiger Zeit war Kate fertig und sie ließ sich auf die Couch fallen. Ihre Waffe fand neben ihren Platz neben ihrer Dienstmarke auf dem Couchtisch. Sie starrte an die Decke und seufzte leise, bevor sie sich noch weitere Gedanken machen konnte, übermannte die Müdigkeit sie und sie schlief ein.
Einige Zeit später drehte sich der Schlüssel in der Tür und Josh betrat die dunkle Wohnung. Er runzelte die Stirn und stolperte beinahe über die Schuhe seiner Freundin. Kate öffnete ihre Augen im Bruchteil einer Sekunde und griff nach ihrer Waffe „Josh?“, fragte sie in die Dunkelheit bevor sie die Waffe hob und auf die Tür zielte.
„Katherine“, Joshs Stimme klang genervt und ernst „nimm die scheiß Waffe runter.“
Kate zögerte doch senkte ihre Arme „Kein Grund gleich so bissig zu werden, du wolltest erst um zehn hier sein“, murmelte sie.
Josh machte das Licht an und warf ihr einen gereizten Blick zu „Es ist halb elf“, sagte er und stellte seine Tasche auf den Boden. Kate rieb sich die Augen und verzog verwirrt das Gesicht, „Ach ja?“
Er antwortete nicht und öffnete schlecht gelaunt den Kühlschrank „Warst du nicht einkaufen?“, fragte er dann.
„Nein“, Kate seufzte, „tut mir leid, ich bin einfach eingeschlafen…“
„Ist da noch irgendetwas, was bei dir richtig läuft?“, brauste Josh auf und schlug frustriert die Kühlschranktür zu. Kate zuckte zusammen und runzelte die Stirn, sagte aber nichts. Sie war nicht in der Stimmung zu streiten. „So nutzlos kann doch niemand sein!“
Sie atmete tief ein um sich zu beruhigen und nicht von seinem Kommentar verletzt zu werden „Josh, du weißt genau, dass ich…“
„Ach, spar es dir“, raunzte er sie an, „du hast wirklich ein Problem Kate, und das solltest du schnellstmöglich lösen. Es ist mir egal wie, aber krieg‘ dich endlich in den Griff!“
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Hallihallo ihr Lieben, ich bin noch am Leben (wer hätte es gedacht) und bin gerade dabei meine Geschichten zu überarbeiten. Das hier ist die „Nachher-Version“ von meiner Geschichte „Nothing’s ever what we expect“ (2016) und ich hoffe (dass ich mich verbessert habe ha ha ha)  euch gefällt der Einstieg :)
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