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I, Messias ... eine I, Frankenstein Story

von Christel
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
24.02.2019
12.07.2020
10
17.406
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18.03.2019 1.415
 
4.Kapitel
Doch dann ließ er sein Schwert sinken.
Chris trat hinter dem Gargoyle hervor und rief freudestrahlend: “Adam!”
Dieser kam eilig angelaufen, nahm Chris kurz in die Arme und wandte sich dann an Gideon.
“Soweit ich die Umgebung  durchforsten konnte, ist euch niemand gefolgt! Doch auf kurz oder lang werden sie euch finden!”
“Wer soll uns denn hier finden?” fragte Chris.
“Alle!” war Gideons kurze Antwort. Er gab Adam den Seesack.
“Ihr werdet noch ein gutes Stück laufen müssen, in diese Richtung. Dann durchquert den Fluss und auf einem Hügel werdet ihr es finden! Es befindet sich inmitten eines sehr großes Waldes. Sehr versteckt und nicht leicht zu finden. Doch ihr müsst schnell dorthin gelangen, der Bann ist nur für eine sehr kurze Zeit aufgehoben worden.”
Adam nickte und zog Chris mit sich.
“Was? Warte, was …? Adam!” Sie stolperte mehr hinter ihm her, als das sie lief.
Gideon blieb zurück. Verunsichert blickte sie zu ihm zurück.
“Er wird uns in einigem Abstand folgen, aber erst wenn er wirklich sicher ist, dass uns niemand, und ich meine niemand - weder Mensch, Dämon, noch Gargoyle - folgt.”
Chris war nun völlig durcheinander. Doch sie vertraute Adam und so versuchte sie mit ihm Schritt zu halten.
Nach über einer Stunden im strammen Laufschritt, konnte sie nicht mehr. Schnaufend bat sie um eine Pause.
Widerwillig hielt Adam an. Chris schwirrte der Kopf und sie hatte Durst. Ihr brannte die Lunge und ihre Beine zitterten. Sie ließ sich auf einen Baumstumpf fallen. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie in einem Wald waren.
Plötzlich schoß von oben ein grauer Schatten heran und baute sich vor ihr auf. Es war Gideon.
“Wieso haltet ihr an?” Er zehrte Chris wieder auf die Füße. “Ihr müsst auf der Stelle weiter!”
Sie riss sich von ihm los und fauchte ihn an. Doch dieser ließ sich davon nicht beeindrucken, packte sie am Arm und zehrte sie mit sich. Chris stemmte sich gegen ihn, doch Gideon war stärker. Er schleuderte sie von sich.
“Willst du leben, Mensch? Oder lieber wieder zurück?” Gideon starrte sie wütend an. “Ich habe doch nicht umsonst meinen Orden und meine Königin verraten, nur weil du zu schwach bist um weiter zu laufen!” Gideon machte bedrohlich einen Schritt auf Chris zu. Diese wich  verängstigt zurück.
“Es reicht, Gideon! Lass ihr ein paar Minuten zum verschnaufen!”
“Wenn ich dir zu langsam bin, wieso fliegst du mich nicht einfach dahin, wo immer und was immer es auch ist?”zischte Chris. “Ich bin es langsam leid, ständig von euch beiden herumgeschubst zu werden. Sagt ihr mir mal langsam, was hier vor sich geht?” Sie verschränkte demonstrativ ihre Arme vor der Brust als Zeichen, dass sie keinen weiteren Schritt machen würde, wenn nicht bald ihre Fragen beantwortet würden.
Gideon ging langsam auf sie zu und war jetzt so nahe, dass Chris ihren Kopf in den Nacken legen musste, um ihm ins Gesicht sehen zu können. Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. Doch irgendwann gab er ein resigniertes Seufzen von sich.
“Gideon hat erst mich befreit und dann dich aus dem Orden geschafft!” begann Adam.
“Ja, das ist mir klar! Die Frage ist doch, wieso? Und wohin wollen wir?”
“Es gibt einen sicheren Unterschlupf und das wieso hat dich nicht zu interessieren.” schnaufte Gideon und sah sich verstohlen um.
“Was ist?” fragte Adam.
“Sie sind hier!”

Als nächstes brach die Hölle los.

Sie wurden angegriffen von Dämonen in Gestalt von Waldarbeitern. Wild schreiend stürmten sie auf die Drei zu. Gideon und Adam taten ihr bestes und versuchten Chris abzuschirmen. Es wurden aber immer mehr. Sie kamen nicht gegen sie an. Adam und Gideon wichen immer mehr zurück und die Dämonen kamen  immer wieder zu nah an Chris heran.
Sie wagten es aber nicht ihr etwas anzutun und so beschränkten sie sich auf die zwei einzigen Kämpfer. Doch Chris bemerkte dies und hielt sich sehr nah an Gideon und Adam. Die Dämonen hielten sich zurück, wenn Chris bei ihnen war, denn sie befürchteten, dass sie verletzt oder gar getötet werden könnte im Gefecht. Sie mussten sie von den Beiden wegschaffen.
Chris passte nicht auf und ein Dämon bekam sie zu fassen. Er war stark und schnell. Und Gideon und Adam waren zu sehr damit beschäftigt, nicht getötet zu werden.
Sie wehrte sich so gut sie eben konnte. Sie hatte ein paar Tricks gelernt und verpasste dem Dämon ein paar kräftige Tritte und Hiebe. Doch er weigerte sich Chris loszulassen.
Sie wurde weggezehrt, weiter weg von Adam und Gideon.
`Tritte und Hiebe. Wehr dich einfach weiter! Tritte und Hiebe!` Dieses Mantra ging sie im Kopf immer wieder durch und schlug um sich. Irgendwann verließen sie ihre Kräfte und der Dämon bekam seine Chance, warf sie über seine Schulter und stürmte davon.
Chris sah das Kampfgetümmel immer kleiner werden und mit allerletzter Kraft schrie sie aus Leibeskräften. Sie prügelte auf den Rücken des Dämons ein, der dann wütend brüllte und sie unsanft auf den Boden warf.
“Ich soll dir kein Haar krümmen?! Pha…. Du gehst mir mächtig auf die Eier! Und jetzt ist Schluss damit!” knurrte er.
Seine Faust landete krachend auf ihrer Schläfe. Unzählige Sterne tanzten vor ihren Augen und ihr drehte sich alles. Sie hörte sein kehliges Lachen, als sie erneut die Faust auf sich zukommen sah. Doch die Faust landete keinen Treffer.
Sie sah einen grauen Schatten, der sich unglaublich schnell bewegte. Ein bekanntes Gesicht erschien vor ihr. Adam hob sie hoch und stellte sie wieder auf ihre Füße.
Chris unterdrückte ein Schluchzen. Sie wollte sich keine Blöße geben.
Nachdem sie sich gesammelt hatte, sah sie sich genauer um. Adam hatte ein paar Blessuren davon getragen, Gideon dem Anschein nach, keine. Die Dämonen waren tot oder abgehauen.
Gideon schrie sie an und entweder konnte sie ihn nicht hören oder er bewegte einfach nur seinen Mund, denn sie verstand ihn nicht. Es war alles seltsam still und ruhig. Fast friedlich.
Adam verpasste ihr eine schallende Ohrfeige, woraufhin sie ihn völlig verdattert anstarrte.
“Komm´ wieder runter!”
Chris rieb sich die Wange und wollte gerade losheulen wie ein kleines Kind. Adam nahm sie kurz in den Arm, strich ihr sanft über den Rücken und entließ sie dann wieder. Ein aufmunterndes Nicken ließ sie wieder zur Vernunft kommen.
Doch in ihrem Inneren wollte sie sich in ein Bett legen, die Bettdecke über ihren Kopf ziehen, heulen und nach ihrer Mama rufen. Doch das ging nicht. Sie musste sich zusammen reißen.
Außerdem würde Gideon sie ewig damit aufziehen.

Die nächsten Stunden lief Chris wie betäubt hinter den Beiden her. Keiner sprach auch nur ein Wort, bei jedem kleinsten Geräusch zuckte sie zusammen und spähte in den Wald. Ihre Nerven waren aufs äußerste angespannt. So konnte sie nicht mehr lange durchhalten.
Sie hörte Adam und Gideon miteinander reden, sie stritten sich. Sie stapfte wütend an ihnen vorbei.
“Könnt ihr das mal lassen und mal nicht streiten?! Nur einmal, bitte!”
Die Beiden sahen sich vielsagend an, hielten für die weitere Zeit aber den Mund. Es war still auf dem weiteren Weg. Er war lang, langweilig und mühsam. Chris kannte das schon und so murrte sie nicht. Gideon war immer mal wieder verschwunden, kundschaftete die Gegend aus, so wie er sagte. Doch Chris glaubte, dass er eher vor ihr flüchtete, für sich sein wollte. Vielleicht sogar zu seinen Brüdern und Schwestern zurück kehrte.

Irgendwann waren sie angekommen. Nur Chris fragte sich, wo angekommen. Sie roch die salzige Luft und konnte Wellen hören. Sie waren in einem kleinen süßen Fischerdorf angekommen. Die Sonne schien, wie sie jetzt erst wirklich wahrnahm, strahlend vom Himmel. Sie atmete die Luft tief ein und liess es durch ihren ganzen Körper strömen. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie körperlich ziemlich am Ende war. Sie würde bestimmt tagelang schlafen.
Gideon hatte eine wunderschöne kleine Strandhütte für sie, indem sie fürs Erste unterkommen würden. Es gab 2 Schlafzimmer, wobei sich Chris fragte, für wen das zweite war, denn Adam schlief nie und Gideon war nie da.
In näherer Umgebung war - nichts. Kein Nachbar, keine Hütte, gar nichts. Bis zur Zivilisation war es mit dem Auto mehr als eine halbe Stunde. Chris war das nur Recht.
Sie sollten sich für die nächsten Wochen einrichten.
Adam und Gideon sondierten als Erstes die Umgebung, soweit man mit dem bloßen Auge sehen konnte. Doch sie fanden nichts. Gideon schwang sich daraufhin in die Lüfte und suchte von dort aus nach verräterischen Zeichen.
Chris war das zu mühselig und so legte sie sich hin. Denn sie wussten nicht, wann sie wieder aufbrechen mussten.
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