Schottische Dickschädel

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18
Claire Beauchamp Randall/Fraser James "Jamie" MacKenzie Fraser OC (Own Character)
24.02.2019
20.08.2019
4
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24.02.2019 902
 
Als einziges weibliches Wesen der Familie war mein Leben schon früh verplant.
Wenn ich ins heiratsfähige Alter käme würde mein Vater für mich einen geeigneten Mann suchen, der bestimmt gut für mich sorgen würde.
Mit einem hoffentlich gebärfreudigen Becken wäre der Nachwuchs auch gesichert.
Mein Platz würde die Küche sein.
Doch das war es nicht was ich wollte.
Mir stand der Sinn nach Freiheit, ich wollte mein Leben selbst bestimmen.
Für den Haushalt hatte ich gar nichts übrig, ich war lieber den ganzen Tag bei den Pferden. Diese edlen Tiere waren das einzige was mich wirklich interessierte, ihre Sanftheit, die Kraft und vor allem die Treue.



Mit knapp 17 war meine Zeit gekommen, Vater meinte wir müssten einen Mann für mich finden. Das ich mein eigenes Leben ohne Zwänge wollte war ihm egal. Das Verhältnis zu meinem Vater war nie das Beste gewesen, auch wenn er es nicht sagte, ich wusste das er mich nicht wirklich liebte. Vor allem deshalb weil meine Mutter bei meiner Geburt getorben war. Und weil ich ein Mädchen war. Ich konnte nichts dafür das ich es hasste in Kleidern durch die Gegend zu laufen, die waren so unpraktisch. Das ich regelmäßig mit Schrammen nach Hause kam, weil ich mich mit meinen Brüdern ständig in den Haaren lag. Ich war eben nicht sein kleines Püppchen. Und musste mich trotzdem dem Willen meines Vaters beugen und mit ihm durch das Land reisen.



Es wurde dunkel und wir fanden ein Wirtshaus in dem wir übernachten würden. Während Vater sich in der Schankstube mit den anderen Gästen  unterhielt sollte ich auf dem Zimmer warten. Stattdessen nahm ich den Weg über den kleinen Balkon und schlich zum Pferdestall. Hier herrschte eine friedliche Stille, nur das Schnauben und Kauen der Tiere war zu hören. Meine Stute hob ihren Kopf aus der Futtergrippe und wieherte leise, so wie es immer tat wenn sie mich sah.
„Ach Stella, ich will das hier doch gar nicht. Warum kann ich kein Junge sein, die haben es doch viel einfacher.“
„Ihr Mädchen habt aber auch eure Vorteile“, kam aus der Nebenbox.
Ich trat erschrocken zurück, griff unter meine Jacke und zog den kleinen Dolch hervor. Den hatte ich von meinem großen Bruder Adam vor unserem Aufbruch bekommen. Und ich wusste wie man ihn benutzte. In der Nebenbox erschien eine große Gestalt hinter einem Pferderücken. Er sah den Dolch und hob die Hände.
„Ich will dir nichts tun.“
„Das sagt ihr Kerle alle.“
„Kennst du denn schon so viele?“
Ich sah das er die Lippen verzog, er konnte sich nur knapp ein Lachen verkneifen.
„Ich habe 2 Brüder, ich weiß genug.“
Den Dolch hielt ich weiterhin erhoben. Jetzt lachte er richtig und ich musste zugeben es war ein sympatisches Lachen.
„Was machst du hier?“
Klar es war eine blöde Frage, aber es fiel mir keine bessere ein.
„Dasselbe wie du, mit meinem Pferd reden.“
Was ich mit einem schnellen Blick musterte. Es war schwarz, groß und bestimmt voller Temperament.
„Also welche Vorteile haben wir denn so?“
Ich klang schon etwas angriffslustig.
„Lass mich mal überlegen.“
„Ich glaube nicht das ich so viel Zeit habe.“
„Punkt für dich. Wie ist denn dein Name?“
„Warum sollte ich dir meinen Namen sagen?“
„Weil wir beide doch irgendwie dasselbe durchmachen, wir wollen beide nicht hier sein, sind es aber trotzdem.“
„Mein Name ist Katherine. Ich bin mit meinem Vater auf der Reise.“
„Ich bin Jamie.“
Er machte doch echt so etwas wie einen Kratzfuß, ich bekam knallrote Ohren. Von draußen waren Stimmen zu hören, eine davon eindeutig die meines Vaters.
„Katherine, wo bist du?“
Ich vedrehte die Augen.
„Geh besser, bevor es noch Ärger gibt.“
„Es hat mich gefreut Jamie, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder.“
„Aber dann bitte ohne Dolch.“
Er zwinkerte mir zu und verschwand in Richtung Dachboden. Mit einem Seufzen verließ ich den Stall.
Mein Vater hielt mir eine Strafpredigt und schickte mich wieder auf das Zimmer. Wir würden in den frühen Morgenstunden aufbrechen.  



Es wurde ein sehr schweigsamer Ritt, Vater war noch immer aufgebracht über mein Verhalten. Nicht das mir was passierte, kein Mann würde beschädigte Ware nehmen. Denn genauso fühlte ich mich, wie ein Stück Fleisch das verkauft wurde. Gegen Mittag wurde der Nebel dichter, mir war kalt und ich wollte nicht mehr weiter. Stella war meiner Meinung, sie ging nur sehr widerwillig weiter.
„Zu wem reiten wir eigentlich? Warum können wir nicht einfach wieder nach Hause?“
Mir war klar das ich mit meiner weinerlichen Stimme nicht weiter kommen würde, probierte es aber trotzdem.
„Dadurch das sich unsere Familie und die der MacKenzies verbinden werden sich einige Vorteile ergeben.“
„Für dich, meinst du wohl.“
Es war mir so rausgerutscht, aber trotzdem die Wahrheit.
„Das habe ich jetzt nicht gehört, junge Dame.“
„Willst du mich denn nicht verstehen? Ich soll einen wildfremden Mann heiraten und mein ganzes Leben mit ihm verbringen.“
„So war es auch bei deiner Mutter und mir.“
„Aber du hast sie doch geliebt, oder?“
Ich  wusste Mutter war ein ziemlich heikles Thema und ich konnte sehen wie Vater sich anspannte.
„Du hast keine Ahnung was du mir antust. Wäre ich doch nur nie zur Welt gekommen.“
In meiner Unachtsamkeit lenkte ich Stella zu nahe an den Rand eines Abhangs. Die Stute machte einen Ausfallschritt, ich verlor das Gleichgewicht und fiel aus dem Sattel. Ich bekam nochmit wie ich den Abhang runterrollte, etwas gegen meinen Kopf stieß und ich das Bewusstsein verlor.
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