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Feuer und Wasser

von Akasha12
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Barbossa Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
24.02.2019
28.10.2020
39
90.165
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07.03.2019 2.033
 
Vor 13 Monaten …

"Vergiss nicht, sie ist eine Göttin.", Temari sah ihn erwartend an.
"Meinst du, es gibt besondere Rituale einzuhalten? In die Hände spucken, dreimal gen Westen bei Sonnenuntergang um das Grab laufen, irgendwas?", Jack zog sie auf und trotzdem hielt er seine Pistole noch auf sie gerichtet.  
Temari kam ihm ganz nahe, ihre Lippen berührten fast seine Wange und sie flüsterte mit beißendem Spott in sein Ohr:
"Sie ist eine Göttin. Hätte Roselyn keine Nachfolgerin gehabt, hätte sie damals, als sie dein Leben rettete, nicht sterben können. Denk darüber nach."
Sie wandte sich ab und wurde von seinen Männern auf die Pearl gebracht, in eine Zelle, wie er es verordnete hatte.

Jack hatte Kallistos menschliche Gestalt, die leblos im Sand gelegen hatte, auf seine Pearl getragen. Der Anblick der toten Frau hatte für viel Trauer unter der Mannschaft gesorgt. Elizabeth stürzte schreiend die Treppe aufs Deck herauf und massig Tränen liefen über ihr schönes Gesicht. Jack wollte sie trösten.
"Es wird wieder gut, vertrau mir."
Entgeistert blickte sie ihn in an.
"Was meinst du damit?"
Jack lief unter Deck und suchte seine Kajüte auf. Elizabeth eilte ihm hinterher. Als er Rachel auf seiner Pritsche abgelegt hatte, sorgsam bedacht, dass die wüste Wunde bedeckt war, drehte er sich zu ihr um.
"Sie wird wieder kommen. Sie ist die Windgöttin."
Elizabeth lachte kalt auf.
"Ist das einer deiner unsinnigen Versuche, dir dein Gewissen rein zu halten, Jack? Sie ist tot. Und ich habe dich noch gewarnt, habe dir gesagt, dass du nichts als Unheil über sie bringen wirst."
"Und wenn sie zurückkommt, wird sie mich hassen.", Jack ging nicht auf ihren Einwand ein.
"Warum?"
"Weil ich sie und ihre Schwester enttäuscht habe, genau, wie du wolltest. Im Grunde genommen solltest du höchst zufrieden sein. Alles ist ganz so, wie du es dir gewünscht hast.", böse blitzten seine Augen bei den letzten Worten und er scheuchte sie aus seinem Zimmer.
Ganz sicher war er sich nicht mit der Behauptung. Tia Dalma hätte es auch nicht sicher gewusst, war Rachel doch in dem Fall besonders, da sie zur Hälfte auch Mensch war. Aber wenn er nicht daran glaubte, dass sie zurückkommt, was sollte er sonst machen? Jack setzte sich auf seine Pritsche neben ihren toten Körper. Liebevoll sah er ihr ins Gesicht und seine Kehle schnürte sich zu.

Die Serenity befand sich kurz vor Port Royal. Elizabeth sollte ihren Willen ganz bekommen und in ihre Heimat zurückkehren dürfen. Die Black Pearl hatte Jack Gibbs anvertraut und sie wartete auf ihn. Mit der Pearl hätte er sich nicht so weit zum Hafen getraut, aus Angst um sein Schiff. Sollte die Royal Navy streitlustig sein, sollten sie ihr eigenes Schiff zerstören und nicht seines. Elizabeth und er hatten einen gewaltigen Streit darüber, was mit Rachels Körper passierte. Die Gouverneurstochter bestand darauf ihn mitzunehmen, um sie anständig zu beerdigen. Immer noch nicht konnte Jack fassen, dass er ihr schließlich nachgegeben hatte und jetzt musste er mitansehen, wie Will den in ein Laken gewickelten Körper in ein Beiboot legte. Wenn er ehrlich mit sich war, konnte das der dümmste Fehler überhaupt sein, aber er hatte keine Kraft und keine Muße, um sich mit der zickigen Frau anzulegen. Er hatte ihr das Versprechen abgenommen, wenigstens noch drei Tage mit der Beerdigung zu warten. Tröstend kam ihm der Gedanke, dass sich Rachel in Luft auflösen konnte, sollte sie unter der Erde zum Leben erwachen. Und doch ließ ihn das Gefühl nicht los, dass er derjenige sein sollte, der den Spaten für ihr Grab schwang. Will war auf die Reling gestiegen, um die Entfernung zum Hafen abzuschätzen. Verwundert sah er zu Jack, da das Schiff nicht mehr beschleunigt wurde. Sparrow konnte dieser Chance nicht widerstehen und er trat zu Will, sah ihn von unten her an.
"War schön mit dir. Ich hoffe, wir sehen uns wieder, Freund.", beim letzten Wort klopfte er Will mit Absicht fest auf den Rücken und gab ihm einen leichten Schubs.
Will verlor das Gleichgewicht und stürzte ins Wasser. Er schrie ihm etwas hinterher, aber Jack hörte nicht mehr hin. Mit einer kreisenden Handbewegung und erhobenem Finger deutete er seiner Crew an, das Schiff zu wenden. Elizabeth wurde mit Rachel in dem Beiboot abgesetzt und Jack kehrte zu seiner geliebten Pearl zurück.

Dort musste er sich aber wieder anderen Problemen stellen. Beim Namen genannt waren das Barbossa, Marco und Temari. Die Hexentochter hasste ihn, dafür, dass er sie an Davy Jones verraten hatte und dafür, dass ihre Mutter spurlos verschwunden war. Jack brachte Verständnis dafür auf, wurde aber nicht von ihr belohnt. Sie verabscheute ihn einfach nur noch. Alleine hatte er sich zu Temari runter in die Brig gesellt. Marco und seine Männer waren auf der Serenity gefangen und so konnte er ungestört mit ihr reden.
"Hallo, Schätzchen.", er lächelte sie freundlich an.
"Spar dir das, Sparrow.", flüsterte sie heißer.
Er betrachtete Temari eingehen, trat dann vor das Schloss und öffnete es. Ohne sie aus den Augen zu lassen, trat er in die Zelle und schloss die Tür wieder hinter sich. Keine Bewegung von ihr, kein Zucken eines Muskels entging ihm. Seine dunklen Augen waren nur ernst, der oft darin zu bestaunende Wahnsinn oder die Verrücktheit waren verbannt.
"Ich bin hier."
Temari warf ihm einen gereizten Blick zu, dann stand sie schnell auf und trat direkt vor ihn. Der Captain spielte mit dem Gürtel, an dem sein Dolch hing und Temari folgte seinem Blick. Fassungslosigkeit lag in ihren Augen, als sie ihn wieder ansah.
"Du kommst zu mir, bietest mir deine Waffe an, um dich zu töten?", zischte sie wütend.
Wie konnte er sie nur so in die Enge treiben? Er wusste, dass sie ihn verachtete, wusste, dass ihr alle ihre Sachen abgenommen worden waren, bevor sie in die Brig kam. Jetzt stand der Mann, dem sie schon öfters liebend gerne etwas ins Herz gestoßen hätte, direkt vor ihr und gab ihr die Gelegenheit dazu. Provozierend kam Jack ihr noch ein Stück näher, keine handbreit trennten ihre Gesichter voneinander. Seine Lider waren halb geschlossen, weil er auf sie runterblickte und er lächelte.
"Wusste ich es doch. Du kannst es einfach nicht."
Blitzschnell griff sie zu, doch nicht den Dolch hielt sie kurz darauf in der Hand, sondern seine Pistole, die an seinem Bauch in dem großen Gürtel hing. Sie hielt ihn den Lauf direkt an den Hals, kurz unterhalb seines Kieferknochens. Selbst in diesem Moment fühlte sie sich zu ihm hingezogen und so ging es auch Jack. Er trat auf sie zu, seine Hand an ihrer Taille und folgte ihren ausweichenden Schritten, bis sie mit dem Rücken an der Wand stand. Besitzergreifend packte er mit einer Hand ihr Kinn und zog sie zu seinem Mund hoch. Dann küsste er sie. Temari drückte die Pistole mehr an seinen Hals und er musste lächeln. Nein, sie konnte es nicht. Doch sobald sein Kuss ein wenig drängender wurde, machte es ein verdächtiges Klickgeräusch. Langsam löste er sich von ihr, eine Augenbraue erhoben und das Lächeln war ihm eingefroren. Zischend schmiss Temari die Pistole, die vom Regen nass geworden war, auf den Boden. Sparrow griff schnell nach seiner Waffe und verließ wieder die Zelle.
"Wildfang, ich denke, wir sind uns einig. Das mit uns wird nichts, ich habe mich echt bemüht, aber du …"
"Du hast uns verraten.", schleuderte sie ihm ins Gesicht und Jack musste zweimal hinsehen, weil er nicht glauben konnte, dass Temari weinte.
"Tristan ist ein Krüppel, wegen dir. Meine Mutter ist weg, wegen dir. Rachel ist tot, wegen dir. Ich hasse dich, weil du bist, wie du bist. Und mich hasse ich noch mehr.", ihre aufgebrachte Stimme wurde am Ende immer leiser und Jack sah sie aufmerksam an.
Er konnte sich noch so sehr anstrengen, er wurde nicht schlau aus dieser Frau. Es war, als ob sie nicht dieselbe Sprache sprechen würden. Und auch das war ein Teil des Reizes, den sie so stark auf ihn ausübte.
"Wo soll ich dich absetzen?", fragte er stumpfsinnig, da er erkannte, dass er hier nicht gewinnen konnte.
"Bring mich zur Hütte von Tia Dalma."
Und so brachte er sie zu der kleinen Insel. Tristan wich nicht von der Seite seiner Schwester und er verließ mit ihr die Black Pearl.

Jack, der mehr als wütend und gereizt war, ließ Marco und seine Männer eine Meile vor Tortuga über Bord der Serenity gehen. Grimmig grinsend sah er den Männern zu, die verzweifelt versuchten die letzte Distanz schwimmend zurückzulegen. Es scherte ihn nicht, ob sie es schafften, oder nicht. Schließlich musste er sich nur noch um eine Person kümmern. Barbossa. Ihn fand er oben an Deck der Black Pearl. Barbossa schien den Wind zu genießen, dem er sein Gesicht entgegenstreckte.
"Das war ein Fehler, Jack. Werde ich auch einfach ins Meer geworfen?"
Jack stellte sich neben ihn und blickte aufs Meer, die Sonne ging unter und er war fast melancholisch gestimmt. Rachel war noch nicht aufgetaucht und das machte ihn unruhig.
"Kann sein.", gab er leise zu und meinte damit den Fehler.
"Gerade du solltest wissen, wie stolz die Spanier sind. Wenn sie überleben und glaub mir, der ein oder andere überlebt immer, dann werden sie Rache üben wollen. Jetzt aber zu meinem Schicksal!"
Jack wandte sich ihm nicht zu, als er sprach.
"Schreib es meiner bedrückten Stimmung zu, aber was hältst du davon unter mir auf der Costa Luna zu segeln?", hoffnungsvoll sah Jack Barbossa dann doch an.
Er hatte das komische Verlangen Hector in seiner Gegenwart zu behalten. Als ob er es nicht über sich brachte, noch einen Menschen den Rücken kehren zu müssen. Barbossa lachte einmal auf, schlug Jack zweimal auf den Rücken und ging kopfschüttelnd übers Deck. Jack Sparrow wusste nicht, was das zu bedeuten hatte, aber er ging aufs Achterdeck und stellte sich hinter das Steuerrad. Eilig kramte er nach seinem Kompass und er musste grinsen, als er einen Kurs hatte. Seit langer Zeit war sich der Zeiger des Kompasses sicher, wohin er zeigen sollte.



Wieder vor sieben Wochen auf Tortuga ……

Jack schüttelte die Gedanken an die Vergangenheit ab. Er war so gut damit umgegangen, fand er zumindest. Rachel hatte er nicht vergessen, nein, aber am Anfang hatte er alles in Bezug auf sie verdrängt und für viel Ablenkung gesorgt, bis er sich damit abfinden konnte, sie nicht wiederzusehen. Zwischenzeitlich ging es ihm sogar wieder richtig gut. Er konnte sich voll und ganz der Piraterie hingeben, musste auf niemand viel Acht geben, irgendwelche ungewohnten Gefühle analysieren oder sich mit Davy Jones rum schlagen. Er musste sich sogar eingestehen, wie gut es war, nicht mehr der gefühlsduselige Kerl zu sein, der er nur zu oft in Rachels Nähe gewesen war. Ja, das Leben hatte begonnen wieder Spaß zu machen. Abgesehen von dem Umstand, dass ihm die Pearl dann irgendwann wieder geklaut wurde. Und jetzt? Es war eine Begabung, sich die Vergangenheit schlechter zu reden, als sie es in Wirklichkeit war und er hatte sie bis aufs äußerste perfektioniert, um mit den gegebenen Umständen besser klarzukommen. Jetzt stand er hier im Regen, Blitze hatten sich dazu entschieden über das Firmament zu zucken und ab und an grollte Donner. Damit hätte er leben können, aber er musste wieder an Rachel denken. War sie tot geblieben oder hatte sie sich jetzt all die Zeit nur nicht mehr bei ihm blicken lassen? Immer noch hatte er an den verschiedensten Stellen auf der Serenity, wie damals auch auf der Pearl, Kleider für sie ausgelegt. Besser gesagt, er hatte es einfach nicht über sich gebracht, sie zu verstauen oder wegzuschmeißen. Jack war mit seinen Grübeleien fertig und verfluchte jetzt Gibbs, der einfach nicht kam. Schläfrig entschied er sich, sein Bett auf der Serenity aufzusuchen. Als er sich in Bewegung setzte, betrat Barbossa gerade das Haus. Er war pitschnass, schien aber nicht schlecht gelaunt zu sein. Jack riss die Augen auf und ein relativ leiser Aufschrei entfuhr ihm. Barbossa? Der saß doch schon drinnen!? Verzweifelt haderte er mit sich selbst, ehe er losstürmte, Barbossa Nummer zwei hinterher.
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