Feuer und Wasser

von Akasha12
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Barbossa Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
24.02.2019
09.11.2019
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Der Raum war riesig. Alleine die Theke, die sich gleich rechts von ihm erstreckte, schien an die fünf Meter lang zu sein. Drei Männer bedienten die Kundschaft daran und augenblicklich war Jack verschwunden. Tristan sah, wie er sich in der Schlange vordrängelte und eine Spur aus einige Männer, die sich prügelten und beschimpften hinter sich ließ. Mit zwei randvollen Krügen kam Jack zu ihm zurück. Dann reckte er den Hals und überblickte die vielen Tische und die Menschen, die daran saßen. Nachdem er gefunden hatte, was er suchte, setzte sich Jack wieder in Bewegung. Geschickt schlängelte er sich durch alles und jeden durch und kam vor einem Tisch zum Stehen, an dem ein alter Mann auf seiner Gitarre spielte. Tristan fielen sofort die blauen Augen und die recht große Nase auf. Die Haare trug der Mann ähnlich wie Jack. Jacks Haare waren etwas verfilzt, aber der alte Mann wies richtig große Dreadlocks auf, dafür aber deutlich weniger Perlen und Schmuck, die darin verflochten waren. Erst als die Gitarre verklungen war, bemerkte Tristan, dass der Alte ihn neugierig betrachtete.
„Das ist hoffentlich nicht deine Art, deinem alten Herrn beizubringen, dass er nicht mehr auf Enkel warten darf“, grollte die tiefe Stimme und Tristan brauchte etwas, bis er diese Aussage in jeder Hinsicht verstanden hatte.


Mit Jack ging eine Verwandlung durch. Noch nie hatte Tristan echte Bescheidenheit bei ihm gesehen oder gar die Andeutung von unterwürfigem Verhalten. Vielleicht war es auch nur Respekt, aber Jack blickte häufig zu Boden, was er sonst selten machte. Und trotzdem wurde er frech.
„Es wird einen Grund haben, warum du und Mam direkt nach mir aufgehört habt. Perfektion ist schwer zu übertreffen. Alles Weitere wäre nur eine Enttäuschung und das auch mit deinen Enkeln.“
„Willst du uns nicht vorstellen, Jackie?“
Jackie?, dachte Tristan. So hatten ihn bisher nur die Frauen aus der Golden Hind genannt und so langsam begann der Tag richtig Spaß für ihn zu machen. Mit einer ausschweifenden Armbewegung zeigte Jack erst auf den alten Mann und dann auf Tristan.
„Captain Teague, Tristan. Tristan, Captain Teague.“
„Gut und jetzt hol mir was zu trinken, Sohn.“
Jetzt war Tristan mehr als überrascht und vor allem neugierig, was Jack von seinem Vater wollte. Als ob sich Jack schon öfter in dieser Situation befunden hatte, hielt er seinem Vater eine leere Hand hin, worauf dieser ihm zwei Münzen gab. Mit herabgesunkenen Schultern stapfte Jack davon und Tristan lachte laut, doch bei dem finsteren Blick von Captain Teague verstummte er sofort wieder.


„Wer genau bist du und sag mir, in was für Schwierigkeiten Jack wieder steckt.“
Diese Augen ließen Tristan nicht los. Es waren nicht die Falten darum herum, sondern das, was in ihnen lag. Als hätten sie alles auf der Welt gesehen und aufgehört an das Gute zu glauben. Es kostete Tristan einiges an Mühe, nicht zu stottern, aber dennoch gelang ihm das.
„Mein Name ist Tristan Evans. Ich bin Mitglied der Besatzung auf der Black Pearl. Jacks Absichten sind mir, wie so oft, unbekannt.“
Ein Anflug eines Lächelns huschte über Teagues Gesicht.
„Da kann jemand nicht lügen und versucht es trotzdem. Warum ist Jack hier?“
Tristan schluckte einen Kloß im Hals hinunter. Er verstand Jacks Verhalten auf einmal. Teagues Blick durchbohrte einen regelrecht.
„Wir sind auf der Suche nach einem Anhänger. Oder einer Spieluhr, es ist irgendwie beides“, suchend drehte sich Tristan um.
Aber Jack ließ sich deutlich mehr Zeit als mit seiner eigenen Bestellung. Teague wies ihn mit einem knappen Kopfnicken an, sich zu setzen und begann wieder auf seinem Musikinstrument zu zupfen.
„Woher kennt ihr euch?“


Wie war das noch gewesen? Jack hatte gemeint, dass Tristan nichts erzählen soll. Doch wie sollte er bei so einer einseitigen Fragerunde nur still bleiben? Da änderte er die Taktik und beugte sich verschwörerisch zu Teague vor.
„Habt ihr schon davon gehört, dass Calypso verschwunden ist?“
Tristan hoffte, dass Teague auf Gerüchte stand. Doch Teague antwortete nicht, er sah ihn nicht einmal an und Tristan wurde es sehr unbehaglich zumute.
„Fein! Ich habe damals auf Tortuga angeheuert, als Jack seine Mannschaft verstärkte. So haben wir uns getroffen“, rief er aufgebracht und in dem Moment kam Jack wieder.


Er stellte das Ale vor seinem Vater auf dem Tisch ab und setzte sich. Jetzt streckte Teague die Hand zu ihm aus. Jack zog eine Schnute. Dann beförderte er das Wechselgeld hervor und legte es auf dem Tisch ab.
„So ist es recht, Junge. Dein Freund hier scheint ein Idiot zu sein, darum erzählst du mir jetzt deine Geschichte, Jackie.“
„Das muss ich mir nicht bieten lassen“, meinte Tristan verärgert und stand auf.
„Doch, musst du“, Jack zog ihn böse funkelnd wieder nach unten.
Er holte dann die Kette mit der Spieluhr aus seiner Manteltasche. Teague warf einen Blick darauf, nickte und Jack verstaute sie wieder.
„Ich brauche das Gegenstück. Gib es mir... Bitte.“
Teague lehnte sich zurück und betrachtete seinen Sohn ausgiebig.
„Wie geht es dir ansonsten, Jackie?“
Durch diese zusammenhangslose Frage war Tristan sehr verwirrt und er wunderte sich, wie lange Jack noch den gefügigen Sohn mimen würde.
„Bestens, wie immer. Wie ist dein Befinden?“
Jack machte es sich bequem und trank jetzt genussvoll von seinem Ale.
„Probiert! Es ist köstlich“, forderte er Tristan ohne eine Antwort von seinem Vater abzuwarten auf.
Teague schaute beide Männer vernichtend an. Darauf entstand ein längeres Schweigen.
„Mir fehlt nichts.“
„Aber der Ruhestand steht dir nicht besonders gut“, meinte Jack lächelnd.
„Und dir steht dein vorlautes Mundwerk auch immer noch nicht gut, Jackie“, Teagues Stimme wurde so tief, dass Tristan genau hinhören musste.
„Wenn wir das jetzt geklärt haben können wir uns wieder meinem Anliegen widmen, aye?“
„Ich habe es nicht mehr.“
„Du hast es nicht mehr?“
„Verkauft.“
„Verkauft?“, Jack spielte ein verzögertes Echo und wirkte dann enttäuscht. „Ich habe es dir das letzte Mal gegeben. Und jetzt hätte ich es gerne zurück. Es ist wichtig.“
„Wie wichtig?“, zum zweiten Mal grinste Teague.
„Können wir zu dir gehen? Nicht unbedingt etwas, was die halbe Schiffbruch-Bay mithören sollte“, im weiten Bogen ließ Jack seine Augen in dem Raum umherwandern.
„Dann zeig doch einfach, was ich dich gelehrt habe“, forderte Teague seinen Sohn auf.


Jack blickte mürrisch drein und trank nochmals ausgiebig. Dann legte er lässig seinen Arm auf die Rückenlehne der Sitzbank und lachte laut. Teague fiel in das Lachen mit ein und Tristan verstand die Welt nicht mehr. Jack wirkte auf einmal losgelöst, sie stießen gemeinsam an. Sparrow trank auf das Wohl von Teague und das der Black Pearl.
„Erinnerst du dich noch an die Geschichte, die du mir erzählt hattest? Über Kallisto und Calypso?“, Jack sprach klar und deutlich, nicht einmal senkte er seine Stimme.
Teague nickte.
„Ich bin auf dem besten Weg, es mir mit beiden zu verscherzen und darum muss ich etwas Wiedergutmachung leisten. Calypsos Kette könnte mir dabei helfen. Wobei ich ehrlich nicht genau weiß, welche ihr und welche Jones gehört hat“, Jack strahlte an einem fort und auch Teague schien amüsiert.
Unsicher sah sich Tristan um, doch niemand schenkte ihnen Beachtung. Er hielt sich nicht mehr zurück.
„Warum flüsterst du nicht?“
Und auch auf diese Frage antwortete Jack nicht leiser.
„Die Leute hier hören gerne, wenn geflüstert wird und dann spitzen sie die Ohren. Verfluchtes Piratenpack. Wenn du nicht willst, dass jemand gebannt deinen Worten lauscht, dann rede normal bis laut. Verhalte dich auffällig und niemand beachtet dich. Versuch, etwas geheim und verschwiegen zu klären und alle wollen wissen, was es damit auf sich hat. Das zählt aber speziell für Kneipen, besonders auf der Schiffbruch-Bay.“
Zustimmend nickte Teague Jack zu.
„Du bist Kallisto begegnet? Ich habe Roselyn seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Ist sie noch so schlecht auf die Menschen zu sprechen?“
„Roselyn hat mir das Leben neu geschenkt. Die Rolle hast du verloren, nebenbei gesagt. Dabei starb sie und ihre Tochter wurde die neue Kallisto, Halbgott sozusagen, da auch menschlicher Natur. Alles kompliziert und ich möchte dich nicht langweilen.“
Mit seitlich geneigten Kopf drehte Jack seinen Becher um und linste hinein. Er schickte Tristan los, um ihn wieder befüllen zu lassen.


Langsam wich Jacks Unsicherheit in Gegenwart seines Vaters und er merkte, wie neugierig er diesen gemacht hatte.
„Tristan ist übrigens der Ziehbruder von Calypsos Tochter, die ich auch kenne.“
„Und jetzt sitzt du gewaltig in der Klemme, sonst hättest du mich nicht schon wieder aufgesucht“, schlussfolgerte Teague.
„Gewaltig ist ein ... zu starkes Wort. Ich suche noch etwas nach Auswegen, sagen wir so. Calypso ist mit Jones verschwunden und es gibt da gewisse Leute, die sie unbedingt wieder haben wollen. Also Calypso, nicht Jones. Einen Plan gibt es auch schon, wie wir den Tintenfisch loswerden, aber für das Werkzeug dazu müssen wir mit den zwei Ketten handeln.“
Bescheiden lächelte Jack Teague an und der hob eine Augenbraue, um sein Missfallen zu zeigen.
„Du hast dich mit den Göttern angelegt, verstehe ich das richtig? Und fast genauso schlimm, du hast dich mit Leuten eingelassen, denen was an den Göttern liegt?“
„Einer davon sitzt vor dir“, Jack war ruhig und sein Gesicht wieder ernst.
„Dir liegt was an ihnen? Jack das ist zu groß, auch für dich. Außerdem solltest du wissen, dass deine kleine Affäre damals mit Tia Dalma aber auch gar nichts mit Calypso zu tun hat.“


Den letzten Satz hatte Tristan wohl deutlich mitbekommen, denn er stellte die Krüge ab und sah Jack mit einer undefinierbaren Mine an. War da Ekel? Jack wusste es nicht. Es war ihm auch egal.
„Es geht doch nicht um Tia Dalma. Ich stehe so kurz davor, alles in den Griff zu bekommen. Nur dieses blöde Schmuckstück fehlt noch. An wen hast du es verkauft? Ich werde denjenigen schon finden.“
Teagues Augen funkelten und er tat nachdenklich.
„Eine Frau. Etwas klein, tolles Temperament. Von ihr könntest du dir eine Scheibe abschneiden, Jackie.“
„Mehr hast du nicht? Vielleicht einen Namen?“, hakte Jack perplex nach.
„Nein, ich muss ihn vergessen haben. Aber, Junge, ihr Auftreten werde ich nie vergessen. Sie verlangte diese Kette und für sie gab es gar keinen Zweifel, dass ich sie ihr nicht aushändigen würde. Sie vertrat wohl die Meinung, dass man alles bekommt auf der Welt, wenn man nur danach fragt. Gewiss ist sie nicht egoistischer als der Rest von uns, aber sie hatte Probleme das zu kaschieren, wie es andere Leute eben so machen. Komisch hat sie mich angesehen und ich meine, dass ich sie an irgendjemanden erinnert habe. Wer weiß? Sie wollte wissen, ob ich weiß, wer den anderen Anhänger hat. Ich habe ihr nichts gesagt, aber ihr Begleiter, der muss es geahnt haben. Ein Kerl, etwas jünger als ich. Rotbraune und graue Haare, ein interessanter Mensch.“
Jack verzog den Mund und wollte nicht, dass er wusste, um wen es sich handelte.
„Überdimensional großer Hut, schlechte Zähne? Wie wäre es mit etwas Auffälligerem, wie zum Beispiel seinem Holzbein?“
„Hab ich nicht bemerkt, aber der Hut war riesig“, Teague zuckte belustigt die Schultern, er wusste genau, wie der Mann hieß und Jack ärgerte sich gerade über ihn.
„Barbossa“, mischte sich Tristan ein und Jack setzte gleich nach.
„Wen hatte er bei sich? Einen spanischen Mann? Marco Polo? Nein. Ich habe keine Ahnung, wie sein Nachname ist. Marco irgendwas. Die Costa Luna ist sein Schiff.“
„Nein, der war nicht dabei. Hector war nur in Begleitung dieser Frau. Sie meinte, mir Paroli bieten zu müssen und trat mir entschlossen gegenüber, als es zu einer kleinen Meinungsverschiedenheit kam.“
Jack war es jetzt leid, den ungenauen Beschreibungen seines Vaters zu lauschen, auch wenn dieser Temari natürlich nicht kennen konnte.
„Dunklerer Teint, lange, schwarze Haare. Soviel Waffen am Körper, die gut und gerne auch für vier Männer reichen würde und eine gewisse Ähnlichkeit mit Tia Dalma?“
Teague nickte bestätigend.
„Das war Temari, die potenzielle nächste Meeresgöttin“, schloss Jack seufzend.
Genervt band er dann Tristan in das Gespräch wieder mit ein.
„Wie zum Teufel kann es sein, dass wir uns von denen überholt haben lassen?“
„Deine Rumbeschaffung ist ziemlich zeitaufwendig und deine Ausflüge, die du so gerne machst, um deine Laune zu bessern auch. Außerdem hast du fast nur geschlafen und deiner Crew nicht so sehr Beine gemacht. Und wir sind auch ziemlich lange ziellos umhergefahren“, gab dieser ehrlich zurück.
„Das weiß ich, aber trotzdem hätten wir schneller sein sollen. Barbossa nutzt mit Sicherheit Rachel.“
Auf den fragenden Blick von Teague hin erzählte Jack, dass das die neue Windgöttin sei.


„Für mich hört sich das alles so an, als könntest du die Situation gar nicht in den Griff bekommen. Und dabei weiß ich noch gar nicht, welche Rolle Davy Jones dabei spielt oder Kallisto. Ich rate dir davon ab, dich weiter reinziehen zu lassen, mein Sohn. Es klingt mehr als ungesund.“
„Ist es auch, weswegen ich schon zweimal mein Leben ließ. Nur ist es nicht so, dass ich reingezogen wurde. Vielmehr war ich der Strippenzieher, über weite Teile hinweg. Wenn ich nichts unternehme, kommt irgendwann Calypso zurück und ist äußerst wütend. Mein ganzer Charme wird da nichts nützen. Jones ist auch nicht sehr nett zu mir, er will sich rächen. Die Hoffnung besteht zwar, dass Calypso zuerst von Jones um die Ecke gebracht wird, dann aber hasst mich ihre Nachfolgerin. Ganz zu schweigen von Kallisto. Gouverneurstocher Elizabeth ist die Cousine von Rachel und wird mir das Leben wieder schwer machen, wenn ich nichts unternehme. Ich hab praktisch gar keine Wahl, als genau das zu tun, was ich nicht machen will.“
Tristan stieß Jack mit den Ellenbogen in die Seite und der verschüttete dabei fluchend etwas Rum.
„Was?“
„Hallo? Vergessen, dass ich meine Schwester immer unterstützen werde? Du solltest deine nicht vorhandene Loyalität lieber für dich behalten.“
Mit der flachen Hand schob Jack die Flüssigkeit vom Tisch wieder in den Krug zurück.
„Hab ich nicht vergessen. Nur sag mir, Tristan, was hast du davon, wenn Calypso zurückkommt? Richtig, rein gar nichts. So sehr kann Temari doch gar nicht an ihr hängen. Wie lange kennen sie sich schon? Ein paar Wochen, wenn es denn so lange ist. Ich kann es nicht fassen, dass du Hector meine Sachen verkaufst! Hoffentlich für einen überteuerten Preis!“, wütete Jack dann gegen seinen Vater.
Teague zerfurchte seine Stirn mit noch mehr Falten und unter diesem Blick schien Jack etwas einzuknicken.
„Du hast es mir geschenkt, Jackie. Das macht es zu meinem Eigentum. Der Preis war sehr hoch, wenn dich das beruhigt. Ich habe es auch nicht an Barbossa verkauft, sondern an dessen Freundin. Sie waren da geschickt und ja, das ist das Einzige, was ich mir hier vorwerfen kann. Erst nachdem sie die Spieluhr von mir gekauft hatte, kam Barbossa dazu. Du unterschätzt ihn doch nicht noch immer?“
„Ich unterschätze Barbossa nicht mehr, seit dem Tag, als er das erste Mal gegen mich meuterte“, Jack nahm einen tiefen Schluck. „Noch einen letzten väterlichen Rat auf den Weg?“
Teague musterte Jack streng und für eine Weile sagte keiner der Beiden etwas. Tristan sah sich unbehaglich um. Er wollte wohl unsichtbar werden und schließlich stand er auf.
„Jack, ich warte am Eingang auf dich.“


Sparrow ließ nicht erkennen, ob er ihn gehört hatte, aber Tristan war sogleich weg. Jack dachte fieberhaft nach, wünschte sich Hilfe von Teague. Jedes Mal in Gegenwart seines Vaters machte sich ein gewisser Teil seiner Selbstständigkeit aus dem Staub und hinterließ genug Platz für Unsicherheiten.
Teague tat ihm den Gefallen nicht und so sprach Jack wieder: „Inwieweit sollte ich Calypso vertrauen?“
„Gar nicht, das weißt du aber. Woher kommt dein plötzliches Zaudern in der Hinsicht?“
Auf den Krug stierend und eher nur mit sich sprechend meinte Jack: „Gibt da eine Göttin, die anders ist. Sie ist aufopferungsbereit und sorgt sich um die Menschen. Durch und durch eine gute Seele. Vielleicht steckt das auch in Calypso. In Tia Dalma mit Sicherheit. Ich will nicht unnötig den Bösen geben, wenn es vermeidbar und falsch ist.“
Jetzt sah Jack auf und bemerkte noch, wie Teague seine erhobenen Augenbrauen schnell absinken ließ. Vermutlich hatte er sich jetzt verraten, mit dem, was er über Kallisto gesagt hatte. Hatte mehr preisgegeben, als ihm lieb war. Was das betraf, war sein Vater nicht von gestern. Aber wenigstens verlor dieser darüber kein Wort.
„Soso, hattest du aber nicht erwähnt, dass Kallisto auch irgendwie menschlich ist? Vermutlich rührt daher dieser Unterschied. Du solltest auf dein Bauchgefühl hören, Junge.“
Jack drehte sich nach Tristan um und sah, dass dieser in einem Gespräch mit anderen Piraten verwickelt war und Spaß zu haben schien. Kein Grund also, hier schnell abzuhauen. Wärme lag in den sonst kühlen Augen seines Vaters, als sich Jack wieder ihm zuwandte.
„Jack, ich habe dich zu vielem erzogen, oder an manchen Stellen durch das Fehlen von Erziehung ungewollt zu etwas aufwachsen lassen. Aber du bist keiner, der sich nicht auf seinen moralischen Kompass verlassen könnte. Zumindest nicht im Ernstfall. Hör auf ihn.“
Ein schiefes Lächeln stahl sich auf Jacks Gesicht und ließ Dankbarkeit erahnen. Er spielte mit den Ringen an seinen Fingern und Teague nickte ihm aufmunternd zu.
„Pass auf dich auf, Junge.“
Mit gestrafften Schultern verließ Jack Teague und schritt zum Ausgang. Der ältere Captain sah seinem Sohn nachdenklich hinterher. Schon jetzt wusste Teague, dass sein Sohn nicht auf seinen Rat hören würde und dabei war, sich weiter in die Angelegenheiten einzumischen.
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