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Feuer und Wasser

von Akasha12
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Barbossa Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
24.02.2019
28.10.2020
39
90.165
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03.10.2019 2.420
 
Barbossa stapfte auf der Costa Luna umher. Er war mit dem Rätsel beschäftigt, dass er von Temari gehört hatte. In dem Moment kam Tia Dalmas Tochter auf ihn zugeschritten. Sie hatte ein keckes Lächeln im Gesicht und zog ihren Säbel. Genervt schnaubte Barbossa laut die eingezogene Luft aus. Die Frau war besessen vom Kämpfen und hatte sich schon beinahe mit jedem Mann an Bord angelegt. Dass sie auch vor ihm kein Halten machen würde, überraschte ihn jetzt aber doch auf eine negative Art.


„Wollen wir uns auch mal besser kennenlernen, Captain Barbossa?“, fragte sie und deutete einen schlecht ausgeführten Knicks an.
„Nein, danke Miss Evans. Ich bevorzuge es zu fechten, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Und wir wollen ja nicht, dass Euch etwas passiert.“
Barbossa lächelte sie hämisch an. Kaum hatten die Worte seinen Mund verlassen, wusste er, dass er sich diese hätte sparen sollen.
„Sorgen? Um mich? Das finde ich ja regelrecht nett von dir.“
Das letzte Wort wurde deutlich betont. Temari wusste, wie sehr Barbossa es hasste, dass sie ihn duzte.
„Von mir aus. Ein kleines Duell. Nur versprecht mir, dass ich Euch ein paar Regeln der Höflichkeit beibringen darf, wenn ich gewinne. Ach, und einen Knicks. Das lernt Ihr dann auch.“
„Wie Ihr wünscht, Barbossa.“


Und schon wirbelte ihre Klinge auf seinen Hals zu, als er noch erbost über den schnellen Anredewechsel war. Obwohl Barbossa seinen Degen erst noch ziehen musste, war er bereit ihren Schlag abzuwehren. Er hatte sie kämpfen sehen und wusste, dass sie bei den meisten Männern hier nicht einmal annähernd ihr Potenzial ausgeschöpft hatte. Aber er war auch schon eine Weile im Geschäft und wenn sie wirklich glaubte, dass sie mit ihm leichtes Spiel hätte, fand er das hochmütig von ihr.


Zuerst überließ er ihr die Oberhand. Prägte sich ihr Tempo und ihre bevorzugten Hiebe und Stiche ein. Passte seine eigenen Bewegungen darauf an, während er sie die ganze Zeit über anlächelte. Sie sollte ruhig wissen, dass er keine Mühe mit ihr hatte. Doch dann schmunzelte auch Temari und ihre Angriffe blieben aus. Nun übernahm Barbossa die Führung. Langsam tastete er sich an ihre Fähigkeit heran. Erst machte er die einfachsten Angriffe, dann strengte er sich immer weiter an. Nach kurzer Zeit war er dann doch überrascht, wie leicht auch ihr die Abwehr von der Hand ging. Vor allem hatte er immer das Gefühl, dass sie jederzeit blitzartig kontern konnte und ihn gerade nur abschätzte. Barbossa schlug von rechts, links, oben und unten. Nichts brachte sie in eine brenzlige Situation. Rückhandschläge waren ein leichtes für sie und auch wenn er komplizierte Kombinationen anwandte, hatte sie noch eine Antwort darauf parat.


Barbossa gab nicht sein Äußerstes, das sollte sie nur gerne denken, wenn ihr danach war. Während des Schlagabtausches betrachtete er sie eingehend. Es war einfach nachzuvollziehen, was Jack an dieser Frau fand. Sie war leidenschaftlich, wollte das Leben bis aufs Ganze auskosten und sprühte vor unkontrollierbarer Energie. Und dann war da diese Ähnlichkeit mit Tia Dalma, wenn sie lächelte. Dieses Lächeln, gewitzt und geheimnisvoll. Auf einmal stutzte Barbossa und schon hatte sie ihm die Spitze ihrer Klinge unter das Kinn gedrückt. Die Melodie der zwei Herzen! Barbossa ärgerte sich über seine Blindheit, nicht darüber, dass Temari ihn matt gesetzt hatte.
„Aye, gut gemacht. Ihr habt Talent. Jetzt lasst mich Eurem Captain de la Vega einen Kurs vorschlagen.“
Etwas verwirrt legte Temari den Kopf schräg und sah zu, wie Barbossa zu Marco ging.




Ganze drei Tage ankerte die Black Pearl bei der Insel Anguilla. Am letzten Abend war auch endlich Jack vom Bord gegangen und hatte sich ein wenig in den Tavernen umgesehen. Mit Tristan, Gibbs, Ragetti, Pintel, Marty und Mr. Cotton saß er in einer kleinen Kneipe und sie hatten drei Tische zusammen gestellt, damit alle beisammen sein konnten. Der Einrichtungsstil war sehr rustikal. Im oberen Stockwerk wohnte der Taverneninhaber mit seiner Familie. Es war überschaubar, vielleicht alles in allem gerade einmal acht Tische. An der langen Wand stand ein Kamin, der das angenehme Knistern der Flammen in dem Raum klingen ließ.


„Captain, ich verstehe es nicht genau. Ist es nicht mehr unser Ziel, Calypso zurückzuholen?“, tastete sich Ragetti vorsichtig an dieses heikle Thema heran.
Jack, der eben eine Bedienung herangewunken hatte, um eine Bestellung aufzugeben, ließ sich gereizt wieder auf seinen Sitz fallen. Mürrisch blickte er in die erwartungsvollen Gesichter der Runde. Sein Mund verzog sich zu einer Grimasse und er seufzte.
„Verbotenes Thema“, meinte er dann.
Die anderen stöhnten resigniert auf. Jack deklarierte gerne bestimmte Dinge zu verbotenen Themen und dann war es absolut tabu darüber zu reden.


„Dann sagt uns, was mit Euch auf der Insel passiert ist, auf der ihr zusammen mit Calypsos Tochter wart. Seit Ihr zurückgekommen seid, führt Ihr Euch merkwürdig...-er auf als sonst“, forderte nun Pintel und Ragetti nickte ihm bewundernd zu.
Er hätte nie so mit seinem Captain gesprochen, aber fand, dass die Frage berechtigt war. Ihre Getränke kamen und Jack war einen Moment abgelenkt, als er sah, wie die Frau, die servierte, Tristan zuzwinkerte. Tristan schenkte ihr ein strahlendes Lächeln und sie warf ihm über die Schulter hinweg noch einen eindeutigen Blick zu. Wieder verzog Jack die Lippe auf einer Seite und er wirkte nicht erfreut. Marty hielt das für ein böses Zeichen, weil er dachte, dass Jacks Reaktion von Pintels Frage herrührte.
Nur Jack wusste zu gut, dass er nicht allen Fragen seiner Crew einfach ausweichen konnte. Das würde nur für schlechte Stimmung sorgen. Er hätte dann nur lieber die erste Frage von Ragetti ehrlich beantwortet als jetzt diese. Und für sich notierte er im Geist, dass er auf diese Ausflüge mit seinen Männern nicht mehr mitgehen sollte.


„Also gut, ich sage euch die Wahrheit. Ich und Temari ... “
„Temari und ich. So sollte es heißen“, fiel ihm Ragetti schüchtern ins Wort und trank dann gleich aus seinem Krug, um den Captain nicht anzusehen.
Böse funkelte Jack ihn an, ehe er weiter sprach: „Ich und Temari haben nach einem Weg gesucht Calypso zurückzuholen. Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, dass ihr bescheuerter Plan aufgehen würde“, an der Stelle sah er Tristan beschwichtigend an. „Wir haben einen Weg zu Hestia, Feuergöttin, gefunden und diese wäre in der Lage eine Waffe zu schmieden, die Davy Jones für immer tötet. Hat sie zumindest laut Rachel behauptet. Ich war abgelenkt.“
Ein Raunen ging durch die Zuhörer durch.
„Bedauerlicherweise hat diese Hestia mich und Temari verhext. Ich hoffe, dass sich das bald wieder legen wird. Kein Grund zur Sorge. Für keinen von euch und das ist ein Befehl!“, Jack hob seinen Krug und alle stießen sie gemeinsam an.


„Heißt das, Ihr seid verflucht?“, fragte Ragetti nach einer Weile.
„Nein, bin ich nicht.“
Jack bereute es so sehr, hier zu sein und seine Pearl verlassen zu haben.
„Aber ... ?“
„Könnten wir jetzt diese ermüdende Fragerei sein lassen und die Zeit an Land noch etwas genießen?“
Ragetti nickte kräftig und Gibbs verteilte Karten. Jack schloss sich von dem Spiel aus und hing seinen Gedanken nach. Ihm fehlte ein Ziel, eine Motivation und das ließ ihn antriebslos werden. Er hatte zwar viele Dinge, die er anfahren wollte, aber er konnte sich nicht entscheiden. Der Zustand war schlimm für ihn und so trank er noch einen Krug aus, um dann als der Ersten zurück auf die Pearl zu gehen.





Die Sterne des Nachthimmels spiegelten sich auf dem dunklen Wasser. Ein leichter Wind wehte die Hitze des vergangenen Tages davon und brachte eine angenehme Kühle. Trotzdem hatte sich Jack auf seine Kajüte zurückgezogen. Er blickte auf, als Geräusche vor der Tür aufkamen. Die Schritte von draußen, die sich näherten, erkannte er sofort. Ein Räuspern erklang und dann klopfte Gibbs. Für einen Moment wartete er auf eine Antwort, die Jack aber nicht aussprechen wollte, dann trat er ein. Wie schon öfter, bewies Gibbs ein untrügerisches Gespür für die Stimmungen seines Captains.
„Jack, ich habe mir das jetzt lange genug angesehen. Es gilt ein paar Kleinigkeiten zu klären.“


Zwei Kerzen brannten auf dem kleinen Tisch. Die Flammen flackerten auf, als der Wind von draußen in die Kabine fand. Verdrossen hob Jack den Kopf, um Gibbs mit einem Nicken anzuzeigen, dass er die Tür wieder schließen solle. Er musterte seinen ersten Maat genau. Für seinen Geschmack hatte das gerade zu sehr nach einer Forderung, denn einer Frage geklungen. Das Bild, welches Gibbs abgab, unterstrichen die Unnachgiebigkeit, die Jack dahinter vermutete. Darum seufzte er.
„Ist wieder Vollmond und du kannst nicht schlafen, alter Knabe?“, fragte er stichelnd.
Gibbs verschränkte die Arme vor der Brust, weil Jack die beiden Stühle benutzte und ihm keinen Platz machte. Grinsend sah Jack ihn an.
„Wir segeln nicht erst seit gestern zusammen, Jack. Ich kenne all die Abwandlungen deines verrückten Verhaltens, aber gerade bist du anders. Was treibt dich um?“
Jack nahm die Beine von dem einen Stuhl und Gibbs setzte sich darauf. Wenn er jetzt nicht mit ihm reden würde, dann konnte es passieren, dass sich Gibbs viel zu viele Gedanken machte und irgendwelche Gerüchte in die Welt streute, die Jack viel weniger gefallen würden, als die Wahrheit selbst. Nein, Gibbs konnte man nie lange etwas vormachen.
„Mich treibt gar nichts um.“


Gibbs Augenbrauen schossen in die Höhe, ehe er erneut Anlauf nahm.
„Gut, das mag sein. Heute offenbarst du uns, dass du von einer Feuergöttin mit irgendeiner Art Fluch überzogen wurdest. Was...“
„Es ist kein Fluch“, widersprach Jack entnervt.
„Warum erfahre ich erst heute davon? Und was mich noch mehr beschäftigt, warum habe ich das Gefühl, dass du gar nicht mehr daran arbeitest Tia Dalma zurückzuholen? Du weißt, wie misstrauisch ich ihr gegenüber bin und darum bin ich auch nicht unglücklich darüber. Bin einfach nur neugierig. Ich bin auch mehr als froh, dass keine Frauen mehr an Bord sind. Doch sehe ich, wie sehr du Rachel vermisst.“
Jack erhob sich und ging unruhig auf und ab. Schweigend ließ er Gibbs die Gelegenheit, noch ein wenig tiefer zu graben.


Da er keine Möglichkeit fand, dem Gespräch auszuweichen, stellte Jack zwei Flaschen Rum auf den Tisch. Gibbs prostete ihm zu, dann machte er weiter.
„Wir helfen gar nicht mehr, Temari ihre Mutter zurückzuholen, richtig? Du kehrst der Sache den Rücken, hoffst, dass Jones bleibt, wo auch immer er ist und siehst es als erledigt an. Dein kleiner Teufel hat die Oberhand gewonnen. Du lässt Rachel, Temari und auch Elizabeth im Stich. Klingt nach einem guten und auch schlauen Plan, wenn da nicht zwei Dinge wären, die ich für wichtig halte. Zum einen wird Jones wieder auftauchen, egal wie sehr du dir das Gegenteil davon wünscht. Und egal wo er auftaucht, früher oder später wird er zu unserem Problem werden. Auch mit der Pearl werden wir ihm nicht für immer davon kommen. Das Nächste wirst du mir glauben, weil ich so etwas nicht leichtfertig sage und es mir anders lieber wäre. Die kleine Windgöttin hat dich glücklich gemacht. Es ist falsch, sich von ihr abzuwenden.“


Gibbs hatte noch mehr sagen wollen, aber Jack, der immer noch auf und ab ging, wurde ungehalten.
„Wir haben die Pearl wieder. Das macht mich viel glücklicher. Siehst du das hier nicht?“
Jack kreiste mit einem Finger vor seinem Gesicht umher. Für Gibbs war viel aus der Mimik seines Captains zu lesen, zum Beispiel Sorge, Widerwille und Aufgebrachtheit, aber von Freude sah er trotz eines Grinsens nichts. Bewusst setzte Jack ein diabolisches Lächeln auf, um Gibbs ein wenig das Wohlbefinden zu nehmen. Als der darauf aber nicht reagierte, verzog Jack das Gesicht. Das würde ein anstrengendes Gespräch werden.


„Was willst du von mir hören? Ja, ich verspüre keinen Drang, Calypso und ihren Tintenfisch wiederzusehen. Ja, ich habe kein schlechtes Gewissen deswegen. Tia Dalma mag ja noch gehen, aber die Meeresgöttin ist eine unberechenbare Gesellin und ich bin froh, dass sie weg ist. Wenn Jones zurückkommt, können wir uns auch dann noch damit beschäftigen, wenn er uns über den Weg läuft. Wenn du etwas von mir gelernt hast, dann ja wohl, dass Pläne immer nur die Basis, der Anfang sind und man darauf aufbaut, wenn es so weit ist. So funktioniert das nun mal.“
Alleine schon daran, wie Gibbs angestrengt aus seiner Flasche trank, erkannte Jack, dass er keineswegs befriedigt war durch diese Antwort. Geschlagen ließ sich Jack auf den freien Stuhl fallen.


„Er kommt zurück. So sicher, wie der Lauf der Gezeiten. Und er wird stark sein, vielleicht unbesiegbar, ohne sein Herz, durch das wir leider kein zweites Mal einen Dolch stoßen können. Was dann?“
Als würde er ein großes Geheimnis preisgeben, beugte sich Jack weit zu Gibbs vor. Ein jungenhaftes Grinsen begleitete seine Aussage.
„Siehst du nicht das Tolle an der Situation? Die drei Frauen, die Tia Dalma wieder haben wollen, sind bei Barbossa. Alle. Barbossa hat wenig Geduld und darum wird es ihnen leicht fallen, ihn für ihre Sache zu gewinnen. Er wird einfach keine andere Wahl haben. Im Klartext heißt das, dass sich schon jemand um das Problem mit Jones kümmern wird. Überlass solche Dingen den Menschen, die die Welt verbessern wollen, Gibbs. Wir kümmern uns wieder um unser Geschäft. Darin sind wir sowieso besser, klar soweit?“


Das, was Jack gerade in Aussicht gestellt hatte, gefiel Gibbs sehr gut. Jack erkannte es an den Pupillen, die sich leicht ausdehnten. Seit jeher war Gibbs ein tüchtiger Pirat, was selten genug vorkam. Daran war aber vielleicht auch seine vorangegangene Arbeit bei der Royal Navy schuld. Jedenfalls gab es für ihn nichts Schöneres mehr, als der Piraterie nachzufröhnen und Ablenkungen, wie die Geschichte mit Calypso hinderten ihn daran. Jack war sich schon sicher, dass er die Bedenken seines ersten Maats genommen hatte, da fiel ein Schleier auf dessen Gesicht. Jack trank aus seiner Flasche.
„Aber was, wenn sie es nicht hinbekommen? Davy Jones wird Temari töten und wer weiß wen noch.“
„Aye, noch ein Problem weniger für mich“, nuschelte Jack mehr zu sich selbst, da es nicht ganz der Wahrheit entsprach.
„Was hast du gesagt?“, hakte Gibbs nach.
„Das ist nicht unser Problem.“


Jack täuschte ein Gähnen vor und streckte sich dann ausgiebig. Leicht verärgert erhob sich Gibbs.
„Gut, Jack. Man soll müde Männer nicht vom Schlafen abhalten, wenn es sich vermeiden lässt. Wenn es sich vermeiden lässt, sollte man sich selber aber auch nichts vorspielen. Ich für meinen Teil kauf dir das nicht ab und wie es scheint, tust du das ja nicht einmal selbst.“


Als Gibbs gegangen war, starrte Jack noch eine Weile beleidigt zur Tür. Immer diese Leute, die einen viel zu gut kannten. Außerdem stimmte es nicht. Jack war sich sicher, sobald er von Hestia freigesprochen wäre, würde er wieder zufrieden sein. Sie war der einzige Grund, der ihn so rastlos machte.
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