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Feuer und Wasser

von Akasha12
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Barbossa Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
24.02.2019
28.10.2020
39
90.165
2
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28.04.2019 2.135
 
Elizabeth und Rachel waren gemeinsam zu Jack gegangen und hatten ihm von Temari erzählt. Die Eingebung, die Rachel hatte, ließ ihn nachdenken. Ihrer Meinung nach hatte Temari durch Hestias Mitwirken etwas getan, das sie sich nicht verzeihen konnte. Zwar war wohl das Verlangen nach einem Kampf und eventuell auch danach zu töten in ihr aufgewallt, aber die Art und Weise war das Schlimme für Temari. Sie sprach mit niemandem und Jack begab sich nicht mehr in seine Kajüte, da sie sich dort befand. Doch am nächsten Tag wurde es ihm irgendwann zu viel oben auf dem Deck. Er überließ Gibbs das Steuer und ging nach Temari sehen.

Unnötigerweise klopfte er an. Temari antwortete eh nicht und er trat ein. Sie saß auf dem Boden, den Rücken an die Wand gelehnt und schien ihn gar nicht wahrzunehmen. Absichtlich laut knarzend zog Jack einen Stuhl direkt vor sie und setzte sich.
"Macht es dir was aus?", wollte Jack uninteressiert wissen und er schnappte sich die Flasche Rum, die auf dem Tisch stand.
Fragend reichte er sie Temari und war leicht überrascht, als sie danach griff und sich einen ordentlichen Schluck gönnte und danach noch einen.
"Ich glaube, du bist der Einzige, den ich gerade ertragen kann.", brummte sie und reichte ihm die Flasche zurück.
Jack tat entsetzt.
"Sie spricht!"
Irgendwie schmeichelte es ihm, dass sie jetzt mit ihm angefangen hatte zu reden, wenn auch nur die wenigen Worte.
"Ich bin neugierig, warum bin ich der Einzige?"
"Weil ich denke, dass du der schlechteste Mensch hier an Bord bist. Stünde jetzt ein anderer hier, würde ich mich nur noch böser und niederträchtiger fühlen, wenn das überhaupt geht. Du hingegen, du bist genauso verkommen. Vor dir muss ich mich nicht schämen. Wir sind auf einer Ebene."
Und da war sie wieder, diese Vertrautheit. Jack überkamen Erinnerungen, in denen sie sich nahe gewesen waren und er schüttelte schnell den Kopf. Eilig trank er aus der Flasche. Genau genommen hatte sie ihn eben beleidigt. Doch sollte er sie dafür aufziehen? Dafür, dass sie ehrlich zu ihm war? Zu gerne hätte er ihr etwas Bissiges an den Kopf geschmissen, doch er wollte nett sein.
"Geh nicht zu hart mit dir ins Gericht. Du weißt, dass das nicht echt ist. Wir haben uns auf die Feuergöttin eingelassen und sie hat das getan."
"Die Göttin kann vielleicht etwas in mir wecken, Jack. Doch das Verlangen stillen, das kann nur ich selber. Das war schon vor unserer Begegnung mit Hestia in mir drin. Sie hat es nur an die Oberfläche befördert. Wenn ich es mir genau überlege, macht mich das schlechter als dich. Du hast noch keinen totalen Ausbruch gehabt und so etwas getan, seit wir wieder hier sind."
Sie schien über diesen Gedanken sehr verstimmt zu sein und nahm ihm die Flasche Rum wieder aus der Hand. Jack konnte nicht anders, war es doch auch ein kleines Sehnen von ihm, andere, die am Boden lagen, nochmals verbal zu treten. Er richtete sich genüsslich auf dem Stuhl auf und lächelte mit einem Mundwinkel, während er Temari beobachtete.
"Stimmt, so was ist mir noch nicht passiert. Da sieht man wieder einmal, wer sich unter Kontrolle hat. Und auf einer Ebene sind wir zwei beide sicher nicht. Du vergisst, ich töte nicht aus Spaß. Wenn es eine Sünde gibt, die die schlimmste ist, dann ja wohl das Töten."
Temari schien irritiert und leicht gekränkt.
"Ach, komm schon, Wildes. Seien wir mal ehrlich. Bei deiner Mutter ist es kein Wunder, dass du schneller hochgehst, als ich es tue. Und wir alle machen das gerne, was wir gut können."
Sie wiegte den Kopf leicht nach links und rechts und stimmte ihm schließlich zu. Jack schnaubte vergnügt auf und setzte sich runter neben Temari auf den Boden.
"Eine schlechte Tat macht dich noch lange nicht böse. Ich kenne mich da aus und du darfst mir gerne glauben. Du bist weit davon entfernt, ein schlechter Mensch zu sein. Ich übrigens auch."
Sie teilten sich den Rum und zunehmend wurde sich Jack des warmen Körpers neben sich bewusst. Mit Mühe widerstand er sie anzusehen und sein Blick wurde starr. Er würde in Teufels Küche kommen, wenn er jetzt nachgab und ihre Verfassung ausnutzte. Je aufgewühlter Temari war, desto eher war sie bereit Dinge zu tun, die sie sonst nicht machen würde.
"Jack, ich habe das vermisst.", wisperte sie.
"Was?"
"Mit dir zu reden."
"Höre ich richtig und das ist deine verquere Art mir zu verzeihen?"
"Vielleicht. Kannst du mir etwas versprechen?"
"Das ist nicht unbedingt meine Stärke.", kurz zuckte ein bedauernder Ausdruck über Jacks Gesicht, ehe er sie frech von der Seite anlächelte.
"Wenn es mit Barbossa zum Kampf kommt, halt mich davon ab, so etwas wie gestern zu machen. Bitte."  
"Ich pass auf dich auf.", er legte einen Arm um sie und sie verbrachten eine Weile zusammen und redeten, redeten wie früher miteinander.

Irgendwann streckte Rachel den Kopf durch einen Spalt in der Tür. Sie machte sich große Sorgen um ihre Schwester und wollte nach dem Rechten sehen. Als sie Jack und Temari sah, trat sie ein.
"Wie geht es dir?"
Zu ihrer Überraschung lächelte Temari.
"Etwas besser."
Rachel strahlte und beugte sich hinunter, um Temaris Hand zu nehmen. Sie spürte deutlich, wie Jack sie musterte, doch das ignorierte sie im Moment.
"Willst du dann nicht mal wieder nach oben kommen? Frische Luft atmen und ein wenig mit uns reden? Elizabeth meint, dass wir morgen früh die Isla de Muerta erreichen. Wenn du willst, bleibe ich den ganzen Tag bei dir."
"Elizabeth sagt das. Elizabeth sagt jenes. Wird Zeit für mich das zu unterbinden.", Jack kam schwungvoll und leicht torkelnd auf die Füße.
Er schien einen ewig andauernden Kampf gegen die Schwerkraft zu führen.
"Sie macht ihre Sache gut. Kein Grund sie anzufahren, Jack.", trotz des Tadel in ihrer Stimme lächelte Rachel ihn an.
Doch der Captain ging schon nach draußen.

"Kommst du wieder etwas besser mit ihm klar?", fragte Rachel dann Temari.
"Ja."
"Und trotzdem wirst du für Barbossa kämpfen?"
Rachel merkte, dass sie etwas Dummes gesagt hatte, den Temaris Gesicht verfinsterte sich.
"Ich hoffe, dass ich gar nicht kämpfen werde. Aber wenn, dann an Barbossas und Tristans Seite."
Rachel sah sie entsetzt an, sie konnte das einfach nicht nachvollziehen.
"Aber eben meintest du, dass ihr euch wieder versteht, du und Jack."
Temari entzog Rachel ihre Hand, die diese festgehalten hatte und stand schlecht gelaunt auf.
"Würdest du bitte gehen? Ich kann dieses vorwurfsvolle Gehabe gerade nicht gebrauchen. Komisch, dass gerade Jack mir keinen Anlass gegeben hat, mich schlecht zu fühlen. Kaum rede ich fünf Minuten mit dir, da fühle ich mich gleich wieder bescheiden. Bitte geh jetzt."
Nun war Rachel ebenfalls gereizt. Als sie aus dem Zimmer lief, rauschte der Wind mit ihr und die Tür fiel laut zu. Sie schaffte es nur noch zur Hälfte die Treppe hochzulaufen. Dann stolperte sie, weil sie vor lauter Wut unachtsam war, löste sich schnell in Luft auf und ließ ihrem Unmut freien Lauf. Um sich herum sammelte sie Energie und beinahe knisterte die Luft. Gerade noch so beherrschte Kallisto sich und ihr Wesen entfernte sich einige Meilen von der Serenity. Dann kannte sie kein Halten mehr und ein mächtiger Orkan peitschte die See.

Elizabeth stritt eben mit Jack, der sie in ihre Schranken weisen wollte. Ärgerlich wurde sie, weil er derjenige war, der sachlich blieb und sie hingegen sehr emotional wurde.
"Ich, Captain. Du, ungebetener Gast. Klar soweit?", sagte er gerade und tat, als ob sie sehr dumm wäre.
"Aber … ", setzte sie zu einer Erwiderung an.
Jack seufzte mitleidig.
"Ich versuche dir das leichter verständlich zu machen.", damit legte er sachte seine Hände auf ihre Wangen und schüttelte so langsam ihren Kopf. "Neihein.", sprach er beschwörend auf sie ein und ließ unablässig ihren Kopf von links nach rechts und wieder zurück wandern.
Aus dem Augenwinkel sah Elizabeth, wie das Wetter umschlug und sich ein Sturm im Anmarsch befand. Ihr Kopf wurde immer noch von Jack geschüttelt und sie riss die Augen auf.
"Jack? Was ist das?"
Endlich ließ er sie wieder los und er folgte ihrem Blick. Mit schräg gelegten Kopf runzelte Jack die Stirn.
"Das?"
"Ja."
"Rachel?", brüllte er über das Deck doch eine Antwort blieb aus.
Er wirkte erleichtert und Elizabeth verstand gar nichts mehr.
"Das wird deine liebreizende Cousine sein. Mach dir keine Sorgen, sie wird uns nichts antun."
Seine Überzeugung beruhigte Elizabeth etwas, doch dann sah sie die Welle. Von hier war es noch zu schwer, um ihre Höhe abzuschätzen.
"Sie tut uns vielleicht nichts, aber wie sieht es damit aus?"
Jack kniff überflüssigerweise die Augen zusammen, um in die Ferne zu sehen. Dann klatschte er einmal in die Hände und lachte. Mit dem Daumen zeigte er auf sich.
"Captain. Sie zu, wie man das macht.", zischte er und Elizabeth lief ihm hinterher.
"Männer! Beidrehen! Alle Luken schließen! Segel raffen!", laut erklang seine Stimme und wurde sicher von jedem Mann auf und unter Deck gehört, während er sich zum Steuerrad begab.  
"Was tust du?", wollte Elizabeth nervös wissen.
"Schätzchen. Wir müssen die Welle frontal treffen. Erwischt sie uns seitlich, ist ein Kentern unvermeidbar. Das solltest du aber wissen, wenn du so gerne das Sagen auf einem Schiff hast."
"Aber sie ist recht hoch. Wie willst du auf den Wellenkamm geraten?", Elizabeth wollte einfach nur verstehen, was wohl in den nächsten paar Sekunden eintreffen würde, um sich dagegen zu wappnen.
"Gar nicht.", Jack grinste sie an und sie sah zu, wie er fest das Steuerrad umgriff.

Schnell suchte auch Elizabeth nach einem Halt. Sie hastete nach unten, griff in ein Tau der Takelage und das keine Sekunde zu früh. Der Bug der Serenity wurde steil und schnell angehoben. Einige Fässer kullerten zum Heck hinab und fielen über Bord. Dann machte es einen gewaltigen Ruck und die Spitze des Schiffes bohrte sich durch die große Welle. Elizabeth schrie ängstlich auf, als das Wasser über ihren Kopf zusammenbrach. Sie konnte sich nicht sicher sein, da es nur so rauschte, doch sie meinte das Knarzen von Holz zu hören. Endlich füllte Luft ihre Lungen, doch es war noch nicht vorbei. Der vordere Teil des Schiffes hatte sich durch die Welle gekämpft, doch die andere Hälfte war noch dem heftigen Druck der Wassermasse ausgeliefert. Die Serenity stöhnte förmlich und Elizabeth machte den Fehler über die Reling zu blicken. Eigentlich hatte sie keine andere Chance, wurde sie doch erbarmungslos herumgeschleudert und hing nun über dem offenen Meer. Das Schiff senkte sich vorne herab und drohte in das tiefe Wellental abzufallen. Sie konnte nur die Augen schließen und hoffen, dass sie das heil überstehen würde. Dann geschah etwas Seltsames. Es war, als ob die Welle unter ihnen flach gedrückt wurde und Elizabeth sah, wie sich das Wasser gleichmäßig unter dem Schiff zu verteilen begann. Der sicher böse endende Aufprall auf dem Wasser blieb aus und mit einigen weiteren heftigen Stößen, die durch das Schiff gingen, war die heikle Situation vorbei. Als sie wieder über dem Deck des Schiffes schwang, ließ sie sich kaputt auf die Planken fallen. Sofort baute sich Jack vor ihr auf, seine Hände hatte er in die Seiten gestemmt und trotz seiner verlaufenen Kohlstriche unter den Augen, hatte er etwas Erhabenes an sich. Er grinste sie an.
"CAPTAIN!", war alles, was er überdeutlich sagte und dabei mit beiden Zeigefingern auf sich wies.
Elizabeth ließ das unkommentiert, schnaubte aber abfällig und stand auf. Er konnte behaupten, was er wollte, die Auflösung der Welle war nicht sein Verdienst, sondern vermutlich der von Rachel. Und eben diese kam auf Elizabeth zugerannt.
"Oh, Elizabeth! Geht es dir gut?", fragte sie bestürzt.
Jack hörte das und drehte sich schwungvoll zu der Windgöttin um. Bevor Elizabeth etwas sagen konnte, fing er schon wieder an.
"Mir geht es sehr gut, danke der Nachfrage, allerliebstes Ärgernis."
Rachel wirkte betrübt und Elizabeth drückte sie an sich. Sie konnte es nicht lassen und zupfte an Rachels Kleid herum, welches diese sich wohl sehr hektisch angezogen hatte.
"Hör nicht auf den Kerl. Und Jack? Du nennst sie noch einmal ein Ärgernis und unser gutes Verhältnis wird sich ganz schnell ändern."
"Da bin ich gespannt. Wenn das, das gute Verhältnis sein soll, ist das schlechte vielleicht gar nicht so übel."
Er machte sich daran, die Schäden am Schiff zu prüfen.
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