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Feuer und Wasser

von Akasha12
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Barbossa Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
24.02.2019
28.10.2020
39
90.165
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07.04.2019 2.652
 
Jack konnte sich nicht selbst davon abhalten, nach Rachel zu sehen. Beflügelt von der Hoffnung, bald wieder die Planken der Black Pearl unter seinen Füßen zu spüren, lief er ihr aufs Deck hinterher. Sie stand, wie eigentlich immer, an der Reling und blickte verträumt auf das Meer. Jack sah Elizabeth, die auf dem Achterdeck stand und mit Temari sprach. Neben ihnen war Mr. Cotton, der sich nicht von den beiden beirren ließ und das Steuer übernommen hatte. Vorsichtig pirschte sich Jack an Rachel heran und als er direkt hinter ihr stand, beugte er den Kopf vor und raunte in ihr Ohr:
"Ich habe Euch vermisst."
Rachel drehte ihm lächelnd das Gesicht zu und er legte seine Arme um ihre Taille. Anscheinend hatte er genau den richtigen Ton getroffen, was ihn ebenfalls zum Grinsen brachte.
"Ich dich auch.", formten Rachels Lippen lautlos.
"Ach, wirklich? Ist das so?", Jack ließ sie los, seine Stimme klang gespielt überrascht und er sah Rachel provokant an.
Jetzt wandte sie sich komplett zu dem Piraten um und schien über sein Verhalten verwundert zu sein. Jack gefiel es, ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu haben. Über ein Jahr hatte er darauf verzichten müssen, die Windgöttin zum Toben zu bringen. Und schon spürte er, wie der Wind intensiver wurde. Verdammt, wie hatte er das vermisst.
"Ja, ich mein, Ihr habt mich ziemlich lange im Ungewissen gelassen und dadurch kam die Vermutung auf, dass Ihr es nicht so eilig hattet, mich wiederzusehen. Aber sei es drum, jetzt seid Ihr hier und wir holen mir die Pearl zurück.", unbekümmert zwinkerte er ihr zu und machte sich dann auf den Weg in seine Kajüte zurück.
Die Chancen standen gut, dass er sie jetzt schon etwas aufgebracht gemacht hatte, zumindest hatte er sie verwirrt und Jack wusste nur zu gut, dass Rachel so was nicht unkommentiert lassen konnte. Als Jack hinter sich das energische Geräusch von Stiefeln hörte, musste er lächeln. Rachel folgte ihm und Temari sah ihnen verwundert hinterher.
"Was macht ihr?"
"Vermutlich streiten.", meinte ihre Schwester, als sie den Treppenansatz erreichte und hinab ging.

Kaum betrat sie sein Zimmer, schaukelte die Serenity schon munter auf der See auf und ab. Mit dem Finger zeigte Rachel drohend auf Jacks Gesicht, als sie ihm gegenüberstand. Mit Mühe beherrschte der sich, sein Lachen zu unterdrücken, aber seine Augen funkelten belustigt.
"Jetzt habe ich Euch genau da, wo ich Euch haben wollte."
"Was?", und schon hatte sie über die Verwunderung hinweg vergessen, dass sie eben noch sauer mit ihm gewesen war.
Er lief um den Tisch und begutachtete die Karte, die an der Wand hing, dann zuckte er die Schultern.
"Mir war nach etwas Zweisamkeit."
Jetzt gab er es auf, Interesse an was anderem vorzutäuschen und ging auf sie zu. Die Ernsthaftigkeit in seinem Gesicht war untypisch für Jack und Rachel wurde es leicht unbehaglich zumute. Auch sie hatte es vermisst, Zeit mit ihm zu verbringen, doch war sie sich in jeder Sekunde des Einflusses von Hestia auf ihn bewusst.
"Ich weiß nicht, ob Zweisamkeit gerade gut ist, Jack."
Wenigstens ließen ihre Zweifel Jack dazu herab, jetzt doch seine Zähne in einem schelmischen Grinsen zu zeigen.
"Fürchtet Ihr Euch vor mir?"
"N-Nein. Ich will nur, dass du Hestia nicht vergisst und nichts anstellst, was du später bereuen könntest.", sich wich zwei kleine Schritte von ihm zurück und Jack wahrte diesen Abstand dann.
Er wusste aber gleich, dass sie log. Anscheinend glaubte sie wohl, dass er sich nicht im Griff hatte.
"Was ihr feinen Leute immer für Probleme habt mit dem Bereuen. Da ist gar nichts Schlimmes dabei, glaubt mir. Viel schlimmer ist es, niemals etwas zu machen, das man bereuen könnte."
"Das mag für einiges zutreffen, aber sicher nicht für alles.", Rachel schien noch immer unsicher zu sein.
Um an ihr Mitgefühl zu appellieren, sah er betreten zur Seite. Dann nahm er am Tisch Platz und forderte sie auf, sich ebenfalls zu setzen. Rachel blieb aber stehen.
"Kommt schon, wir haben uns über ein Jahr nicht mehr gesehen und da seid Ihr verwundert, dass ich Euch bei mir haben will?"
"Jack, ich weiß das zu schätzen, wirklich. Doch wir arbeiten erst unsere Aufgabenliste ab und dann können wir uns Zeit nehmen."
"Unsere Aufgaben? Abarbeiten? Ihr wisst, dass das Wörter sind, die mir nicht in den Sinn kommen? Außerdem ist unser Ziel die Black Pearl. Und ob wir hier jetzt in meiner Kajüte sind oder nicht, wir nähern uns stetig der Isla de Muerta. Mit Glück ist sie da und dann können wir uns gerne daran machen, Hestias Rätsel zu lösen.", er sprach schnell, da Rachel schon zur Tür gegangen war und er sie aufhalten wollte.
Doch schon lag ihre Hand auf dem Türknauf und Jack stand auf, um sich vor Rachel zu schieben.
"Schätzchen, diese Eile ist wirklich nicht angebracht."
Der Wind draußen nahm zu und Jack konnte nicht ganz nachvollziehen, warum sie jetzt wütender wurde. Was er aber wusste, war, dass er sie immer unwiderstehlich fand, wenn sie so war, wie jetzt. Er bemühte sich, die erhöhte Anziehung - ein unecht gemeintes Dankeschön an Hestia an dieser Stelle - zu zügeln und nicht über die Stränge zu schlagen. Wenn er ehrlich war, hatte er sich vor dem Zusammenstoß mit der Feuergöttin auch gerne seinem impulsiven Handeln hingegeben. Darum grinste er Rachel jetzt an. Dieses Grinsen, welches er ihr gerne schenkte, um ihr das Gefühl zu geben, dass er genau wusste, was in ihr vorging. Meistens hatte er nicht den Hauch einer Ahnung, aber solange Rachel daran glaubte ...
"Du lässt mich jetzt augenblicklich durch diese Tür treten, Jack Sparrow!", ihre Hände ballten sich zu Fäusten, hingen aber unnütz an ihrer Seite herab.
"Sonst macht Ihr was?"
Er war ihrem Gesicht immer nähergekommen und Rachel schien jetzt mehr als überrascht. Intensiv schnüffelte sie in der Luft und Jack war zu perplex, als dass er verhindern konnte, seine Augen zu weiten und auch zu versuchen einen Geruch aufzunehmen.
"Kann es sein und du bist nüchtern?", fragte sie dann, als sie wohl keinen Alkohol in seinem Atem wahrnehmen konnte.
Jack war jetzt nicht nur gespielt beleidigt. Er wusste, dass er in ihren Augen viel trank, aber was zählte da schon ihre Meinung? Sie hatte von Piraten keine Ahnung und sich da gefälligst rauszuhalten. Außerdem hatte sie ihm gesagt, dass er, er selbst sein soll und sie kein Problem damit hat. Sein Selbst ersetzte eben meistens Wasser mit Rum. Irgendwie verdarb ihm das jetzt die knisternde Spannung, die zwischen ihnen entstanden war und er trat weg von der Türe, um sie gehen zu lassen.
"Das ich nüchtern bin passiert häufiger, als Ihr denkt, Liebes."
Es schien, als hätte Rachel jetzt ein schlechtes Gewissen. Zaghaft ging sie auf Jack zu und nahm eine seiner Hände.
"So war das nicht gemeint. Es tut mir leid."
Ihre Verletzlichkeit war auch ein Punkt, den Jack sehr anziehend fand und jetzt ließ er sich treiben. Ohne seine Hand aus ihren zu nehmen, küsste er sie. Oft beobachtete er noch kurz die Frau, die er küsste, vielleicht auch aus jahrelanger Erfahrung, die oft für eine Ohrfeige sprach. Aber bei Rachel gab er sich gleich dem Gefühl hin. Nie hätte er es für möglich gehalten, so etwas wie Ankommen zu empfinden, wenn er mit einer Frau zusammen war, aber Rachel tat genau das. Sie gab ihm das Gefühl nach Hause zu kommen und aus Gründen, die er sich nicht erklären konnte, genoss er das. Ihre Fingerkuppen strichen jetzt hauchzart über sein Gesicht und seine Hände lagen auf ihren Rücken. Abgesehen von der Pearl, hatte er gerade alles, was er wollte in seinen Armen. Jede ihrer Berührungen hinterließ eine angenehme Kühle auf seiner Haut und Jack widmete seine Hände den wenigen Knöpfen an seinem weiten Hemd. Dann hörte er Stimmen von draußen. Er hasste dieses Schiff für die dünnen Wände, die alles überall hörbar machten.
"Ich will da jetzt nicht rein! Du bist nervend. Kleines, verzogenes Gouverneurstöchterchen.", das war eindeutig Temari und sie sprach mit Elizabeth.
"Ich will dich nur vor einer Enttäuschung bewahren. Bei Jack kann man sich nicht sicher genug sein."

Rachel hatte ihren Kopf zur Tür gedreht und dann spürte sie den Druck, den Jacks Hände auf ihren Schultern ausübten. Etwas zu forsch drängte er sie zu dem Bett und schubste sie darauf. Von hier würde sie nicht gleich zu sehen sein und Jack riss genervt die Türe auf. Temari machte einen kleinen Satz in die Höhe, weil sie sich erschrocken hatte. Jack lehnte seinen Oberkörper vor und sah nach links. Dort an die Wand gepresst, versuchte Elizabeth sich zu verstecken. Als sie sah, dass sie entdeckt wurde, ging sie stöhnend nach oben.
"Feiges Ding!", rief der Captain ihr noch hinterher, ehe er sich Temari zuwandte.

Ihr Blick ruhte nicht auf seinen Augen, sondern unerhört lange auf der entblößten Brust. Zu lange für sein Empfinden und Jack schnalzte tadelnd und schnippte mit den Fingern vor ihrem Gesicht umher, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie wollte sich an ihn vorbei in das Zimmer schieben, aber er legte seine Hand gelassen gegen den Türrahmen und versperrte ihr so lächelnd den Weg. Deutlich sah Jack ihr feuriges Temperament, das mal wieder durchzugehen schien und er bereute augenblicklich, nichts getrunken zu haben. Rum half ihm, sein Verlangen zu bekämpfen. Temari machte es ihm im Moment nicht leicht, wie sie da stand und ihn herauszufordern schien. Er schwieg und sah sie abwartend an.
"Ich wollte nicht stören, aber Elizabeth meint, dass wir dich etwas ausquetschen sollten, was die weitere Reise angeht."
Jetzt schob Rachel sich an seine Seite und Jack suchte genervt nach der nächsten Flasche Rum. Rachel ließ Temari eintreten und wartete ab, was ihre Schwester zu sagen hatte.
"Auf die vermeidliche Zweisamkeit.", theatralisch hob Jack die Flasche in die Höhe und trank.
Temari sah ihre Schwester entschuldigend an und da grinste Jack dann auch schon von einer zur anderen.
"Dreisamkeit ist auch nicht zu verachten."
Er fand es nett mit anzusehen, wie Temaris Mundwinkel nach oben wanderten und Rachel entsetzt aussah und dann eilig den Raum verließ. Nicht ganz das, was er sich erhofft hatte, aber nicht zu ändern.

Temari setzte sich und sie musterte ihn prüfend. Jack wusste warum. Sie war wohl die Einzige, die verstand, was dieses kleine Spiel von der Feuergöttin betraf und wie ihn das beeinflusste.
"Ich bin ehrlich. Dein Piratenduo von Pintel und Ragetti macht es mir nicht sehr leicht den Wunsch zu unterdrücken, ihnen einen Dolch ins Fleisch zu rammen. Die sind nervig und um das zu … es ist schwer. Ich könnte aus der Haut fahren."
Ohne eine Aufforderung hielt ihr Jack den Rum hin und Temari trank aus der Flasche.
"Nicht ganz einfach für dich, Jack? Hier mit Rachel, meine ich."
Sie sprach es nicht aus, doch Jack wusste auch so, dass die Frau nur zu gut informiert darüber war, wie sie auf ihn wirkte. Er nahm die Flasche zurück und trank weiter in großen Zügen, denn er kam nicht umhin, sich nach Temari zu verzehren. Um sich abzulenken, wollte Jack schließlich wissen, was genau sie mit ihm besprechen wollte.
"Ich wollte das gar nicht. Früher oder später werde ich schon erfahren, wie sehr du gewillt bist zu helfen. Elizabeth meinte jedoch, dass man dir nicht trauen kann, blabla. Du kannst es dir denken. Ist sie immer so korrekt und anstrengend?"
"Sie ist so ein netter und guter Mensch, wie Rachel. Nur bindet sie das durch ihre Art jedem auf die Nase und das wirkt mitunter anstrengend und nervend, ja.", brummte Jack, dem es gar nicht passte, dass Elizabeth schlecht über ihn redete.
Nicht, dass es ihn verwunderte. Elizabeth hatte nie das Bild von ihm als hinterhältigen und berechnenden Piraten abgelegt und irgendwie sprach das auch für sie. Temari fuhr fort.
"Sie meinte, dass du nur die Pearl mit uns holst und uns dann im Stich lässt. Und Jack, egal was du jetzt sagst, ich glaube dir eh nicht.", sie lächelte ihn an, wieder dieses aufmüpfige Lächeln und Jack bemerkte kaum, wie er sich von seinem Stuhl erhob und sich zu ihr beugte.
Temari packte aber seinen Kiefer, was seine Wangen lustig verdickte und zwang ihn somit wieder Platz zu nehmen.
"Vergiss es, Jack. Das, was da mal passiert ist, war ein Ausrutscher meinerseits."
"Aber der Ausrutscher hat Spaß gemacht, aye?", Jacks Kopf nickte suchend nach Zustimmung auf und ab.
Für das fehlten Temari einfach die Nerven und sie schloss die Augen, um sich zu beherrschen.
"Können wir zum eigentlichen Thema zurückkommen?"
"Und was möchtest du jetzt von mir hören? Da du ja anscheinend sowieso alles als Lüge erachten wirst. Such dir doch einfach was Hübsches aus.", Jack fing an mit seinem Stuhl zu wippen und Temari hätte ihm gerne einen Stoß gegeben, damit er nach hinten fiel.
"Ich weiß es nicht. Sag halt irgendwas dazu. Dann kann ich es Elizabeth mitteilen und sie wird davon überzeugt sein, dass du lügst und uns nie mit dem Rätsel helfen wirst oder Tia Dalma zurückzuholen."
"Warum hast du Elizabeth eigentlich von Hestia erzählt?", wollte Jack jetzt eine Spur zu scharf wissen.
"Sie hat mich mit Fragen durchbohrt."
"Ah und dann hast du einfach brav geantwortet? Enttäuschend. Aber gut, ich lege meine Pläne offen dar. Sie sind nicht wichtig genug, als dass ich sie nicht erzählen könnte. Wir holen mir meine Pearl zurück. Wo wir dabei sind. Wie hoch ist die Chance, dass dein Bruder wieder angekrochen kommt?"
"Hoch. Ich weiß nicht warum, aber er mag dich wirklich und schätzt dich. Das macht mir Angst. Er ist ein guter Mensch, Jack. Verdirb ihn bitte nicht weiter."
"Weiter? Ich bin neugierig, gib mir Details.", erwartend rieb sich Jack die Hände.
"Dein Ausflug damals in die Golden Hind hat ihm nicht unbedingt gutgetan. Mehr sag ich dazu nicht."
Erfreut klatschte Jack einmal in die Hände und sein Stuhl fiel donnernd mit den Vorderfüßen auf den Boden.
"Ich weiß aber, warum er mich mag. Ihr drei seid in der Hinsicht echt witzig. Tristan sieht mich so, wie ich wirklich bin. Rachel mein, mich zu mögen, egal wie ich bin und du … du verzehrst dich nach mir, obwohl du weißt, wer ich bin und das nicht leiden kannst.", er legte seine Hand auf ihre.
Und das war eine der faszinierenden Sachen an Temari, sie wich so gut wie nie zurück. Rachel oder irgendeine andere Frau, die Jack kannte, hätte die Hand in der Situation zurückgezogen. Temari packte seine jedoch und zog sich dadurch von ihrem Stuhl hoch, um ihm direkt und fest anzustarren.
"Rede dir das so lange ein, bis du es glaubst."
"Schon geschehen.", Jack lächelte sie lieb an.
"Du wolltest mir deine Pläne erzählen."
Sie wandte sich zu dem Fenster und schaute durch die verdreckten Scheiben nach draußen.
"Ja, genau. Wo war ich? Black Pearl holen. Eine Weile einfach genießen, dass ich sie wieder habe und dann gehen wir nach Tortuga.", Jack redete ohne Punkt und Komma.
"Das meinst du nicht ernst?", Temari drehte sich wieder zu ihm um.
"Nein, aber wir werden eine kleine Hafenstadt aufsuchen müssen."
"Warum?"
"Wenn ich dir das sage, ermöglicht dir das nur, meine Pläne auf die verschiedensten Methoden zu durchkreuzen."
"Das wollen wir natürlich nicht."
Temari ließ Jack wieder alleine und ging zu dem Zimmer, dass sie sich mit Elizabeth und Rachel teilte. Sie hoffte, Elizabeth noch eine Weile ausweichen zu können und wusste, dass diese die meiste Zeit an Deck verbrachte.
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