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Feuer und Wasser

von Akasha12
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Barbossa Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
24.02.2019
28.10.2020
39
90.165
2
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19.03.2019 1.649
 
Jack blinzelte ins Feuer, das vor ihm und Temari hoch aufloderte. Es war Nacht geworden auf der Insel und sie saßen beisammen am Strand. Gemeinsam hatten sie einen angeschwemmten hohlen Baumstamm zum Feuer gezogen und Jack lehnte lässig mit dem Rücken dagegen. Ein Bein war angewinkelt und sein Arm ruhte darauf, in der Hand hielt er eine seiner Rum Flaschen. Geistesabwesend starrte er in die Flammen.
"Jack?"
"Hm?", seine Augen waren eingeschlafen und er konnte den Blick nicht vom Feuer lösen.
"Was genau müssen wir dann machen? Mit dem Feuer?"
Temari saß mit gebührendem Abstand seitlich neben ihm.
"Die Hokuspokus Zeichen und die zwei Kreise habe ich schon in den Sand gezogen. Wenn ich es richtig verstanden habe, wobei ich das nicht hoffe, müssen wir uns dann in die Flammen stellen. Wirklich, Temari, die spaßigsten Sachen erlebe ich mit dir.", seine Stimme war tief und er gab sich große Mühe, den Sarkasmus darin zu verbergen, wusste er doch, dass Temari damit manchmal Probleme hatte.
Immer noch, ohne den Blick abgewandt zu haben, trank er aus seiner Flasche. Temari fuhr sich einige Male schnell über ihre Arme und jetzt schaute er auf. Sie zitterte leicht und Jack lächelte nachsichtig.
"Ich bin genau neununddreißig Grad warm. Madame darf sich gerne zu mir setzen, legen, wie es ihr beliebt. Mit Freude gebe ich Wärme ab.", schelmisch blitzten seine Augen.
"Hast du Fieber?", fragte Temari deutlich verwundert.
Jack legte den Kopf schräg und blickte nachdenklich nach oben.
"Mir geht es gut.", grollte er, als er seinen Fehler bemerkte.
"Kann ich deinen Mantel haben, der unnütz in deinem Boot liegt?"
"Nein."
Temari stöhnte angesichts dieser Sturheit auf und erheitert sah Jack ihr zu, wie sie langsam zu ihm kam. Nichts Herzliches war in ihrem Ausdruck zu sehen und doch setzte sie sich direkt neben ihn. Wie selbstverständlich legte er ihr einen Arm um die Schultern.
"Ich mach dir einen Vorschlag, Wildes. Du könntest deinen unbegründeten Hass auf mich ablegen und die Sache hier wäre nur halb so schlimm. Wir könnten sie sogar einigermaßen nett gestalten, meinst du nicht?", mittlerweile trommelten seine Finger auf ihrem Rücken.
Ruckartig war sie von ihm gewichen und ein Blick in ihre Augen ließ ihn das ganze Ausmaß seiner locker gemeinten Aussage erkennen. Jack trank noch einen Schluck, um sich gegen den aufkommenden Sturm zu wappnen.
"Unbegründet!?", rief sie und für den Moment gelang es ihr, die Stimme zu kontrollieren.
Jack grinste dümmlich, wollte sie damit beruhigen und bevor sie wieder das Wort ergriff stand er leicht schwankend auf.
"Schon gut, kein Grund, um laut zu werden. Lass mich erklären. Ich bin mir sicher, danach wirst du deine Einstellung überdenken."
"Schön! Eine Chance lasse ich dir. Aber dann, Jack! Dann machen wir, dass wir hier fertig werden und ich kann endlich von dir weg."
Dankend senkte Jack seinen Kopf leicht in ihre Richtung, dann lief er ungezwungen im Kreis um das Feuer herum, wohl darauf bedacht, seine Zeichnungen nicht zu zerstören.
"Zuerst benötigen wir den Grund deines Verhaltens. Richtig, ich habe dich abtrünnig manipuliert, glaubst du. Aber seien wir mal ehrlich. Du hättest dich selber, ganz von dir selbst aus, Davy Jones ausgeliefert, wenn es die anderen gerettet hätte. Mein Zutun hat dich nur etwas eher den Entschluss fassen lassen. In dem Sinne: Im Zweifel für den Angeklagten, was in dem Fall ich bin.", zu seinem Erstaunen konnte er jetzt schon sehen, wie sie wütender wurde.
Jack war sich sicher, die Reaktion kam daher, weil sie wusste, dass er recht hat. Arrogant grinste er auf sie herab.
"Eins zu null für mich, Schätzchen. Fahren wir fort. Tia Dalmas Verschwinden hat dich ebenfalls stark getroffen und deine Verachtung mir gegenüber angefeuert. Aber, um bei der Wahrheit zu bleiben, ich habe Tia Dalma nirgendwohin geschickt. Das war sie ganz alleine."
"Aber nur, weil du den Plan ruiniert hast!", Temari kochte vor Raserei und kam auf die Beine.
"Man kann einen Plan, der nicht funktioniert, nicht ruinieren. Er geht auf oder nicht. Eurer bescheidener Plan hat nicht geklappt und somit gab es auch nichts, was zu ruinieren wäre."
"Wir hätten eine andere Lösung gefunden!", offensichtlich wollte sie ihn nicht gewinnen lassen.
Enttäuscht schüttelte er den Kopf.
"Wirklich? Jetzt schon? Findest du nicht, dass es für so schwache Argumente noch etwas zu früh in unserer Diskussion ist? Was kommt als Nächstes? Dass Davy Jones sich eingestanden hätte, was für ein herzloser Mistkerl er ist, Calypso verliebt in die Arme fällt und wir alle bis ans Ende der Zeit glücklich und zufrieden gelebt hätten? Ich bitte dich!"
Seine leicht erzürnbare Begleitung sah ihn einfach nur an. Zu hundert Prozent war sich Jack sicher, dass ihr schlicht nichts mehr einfiel und er wollte sie reizen.
"Komm schon, was hast du noch?"
"Rachel ist wegen dir gestorben!", Sparrow lachte herzhaft wegen dieser verzögerten Antwort, doch dann schüttelte er nur noch lächelnd den Kopf.
"Ich dachte, du kommst mir erst mit Tristans Hand, aber dir ist wohl selbst aufgefallen, dass ich dafür nichts konnte. Trotzdem will ich deine wohlüberlegte Anschuldigung nicht unkommentiert lassen. Du bist eine miserable Lügnerin! Jaha, das bist du! Ich weiß, dass du Rachel irgendwo gesehen hast. Das wusste ich schon auf Tortuga, als ich dich danach gefragt habe. Insofern hast du recht, sie ist gestorben, aber wohl nicht für immer. Was es irgendwie dann nur noch, wenn überhaupt, halb so schlimm macht. Wenn wir jetzt aber einbeziehen, dass du selbst dich sowieso an Jones übergeben hättest, macht dich das für ihren Tod mehr verantwortlich als mich. Sie hat sich vor DICH geworfen, um DICH zu retten."
Temari war ihm immer näher gekommen und als er seinen letzten Satz beendet hatte, stand sie direkt vor ihm. Das Feuer in ihren Augen schien zu erlöschen und starb dann. Kränkung trat stattdessen in ihren Blick.
"Siehst du? Es ist gar nicht so schwierig, mir zu vergeben. Das Einzige was du jetzt noch zu sagen hast, ist: 'Jack, bitte verzeih. Ich entschuldige mich.' Durch die Entschuldigung ermutigt, werde ich dann frech und mache etwas in der Art…", Jack beugte sich hinunter und küsste ihren Hals.

Er wünschte sich, ihr nicht so nahe zu sein und er wünschte sich, dass er es nicht schaffen würde, ihre Verteidigung zu brechen, sie zum Aufgeben zu bringen. Doch er handelte genau anders. Sie war wie die Flamme und er eine Motte, die zum Licht flog. Hilflos ausgeliefert und völlig unsinnig. Hörbar holte Temari tief Luft, doch er raunte mit seiner ruhigen Stimme in ihr Ohr und sie war wie erstarrt. Sie flüsterte seinen Namen, wollte ihn zur Vernunft bringen, doch er hörte nicht auf. Eine Bewegung ihrer hungrigen Augen bestätigte ihn, dass sie dasselbe wollte. Sie gab zwar gerne vor ihn zu hassen, doch Jack meinte, dass er es besser wusste. Er brauchte sie und sie brauchte ihn.
"Lass uns diese Nacht nicht dagegen ankämpfen, gib nach. Im Hier und Jetzt und jetzt gibt es nur dich und mich.", wieder küsste er ihren Hals und Temari schloss die Augen, wollte ihre Selbstbeherrschung wieder finden und ihm nicht nachgeben.
"Genug.", nicht sehr zielstrebig versuchte sie ihn von sich wegzudrücken.
"Es ist nie genug.", Jack liebkoste noch immer ihren Halsbereich mit seinen Lippen und fuhr langsam zu ihrer Schulter hinab.
"Mmh, das ist wahr.", genüsslich schloss Temari die Augen.
Trotz ihrer Schuldgefühle gegenüber Rachel, gab Temari den Widerstand auf. Es war, als ob die Zeit eingefroren wäre und darum war es für sie irgendwie in Ordnung. Sie beide wussten, dass es irgendwann enden würde. Jack kontrollierte seine kleinsten Bewegungen und er manövrierte sie einige Schritte rückwärts, vom Feuer weg. Langsam fuhren seine Hände unter ihre weite Bluse.
"Ich werde dich nicht vergessen lassen, dass ich dir noch nicht verziehen habe und dass du austauschbar bist.", wisperte sie.

"Jack?"
Er schüttelte benommen den Kopf und blickte erschrocken zu ihr. Selbst im Traum war sie ein Biest, dachte er verwirrt. Temari saß auf dem Baumstamm und sah ihn amüsiert an. Unübersehbar war sie angezogen und Jack legte den Kopf schräg.
"Was?"
"Um Himmelswillen, Sparrow! Wo warst du die letzten Minuten mit deinen Gedanken?", rief sie gefrustet auf.  
"Besser als die Realität", nuschelte er und rieb sich seine plötzlich brennende Wange.
"In Ordnung, ich merke mir, dass ich dir nicht mehr so feste Ohrfeigen geben darf. Trotzdem, lass uns jetzt bitte anfangen, ja?"
Durch den Flammenschein hatte Jack bemerkt, wie sie einen Blick in den Wald geworfen hatte. Er versuchte zu erkennen, was es war, sah aber nichts als Dunkelheit.
"Du hast doch etwas vor?", er wurde misstrauisch.
"Nein, aber du hast diese komischen Zeichen und Kreise um das Feuer gemalt, wir müssen nur noch da rein steigen."
"Geh du voran.", sagte Jack ernst und hoffte, dass sie sich weigern würde.
"Schön, aber wehe, du machst einen Rückzieher, Sparrow! Ich schwöre dir, dass du nicht mehr glücklich wirst.", zu seinem Erstaunen lief sie mir nichts dir nichts in die Flammen und war kurz darauf verschwunden.
"Aber es gibt Warnungen!…", Jack fluchte laut, weil sie schon weg war.
Mit weit aufgerissenen Augen stand er da. Seine Gedanken überschlugen sich. Sie war zwar nicht vor ihm verbrannt, aber wo auch immer sie jetzt war, dort konnte sie genauso gut tot ankommen. Auf ihren komischen Schriften hatten Warnungen gestanden, ganz eindeutige. Von wegen, sie könne einen versengen, mit Haut und Haaren aufzehren. Die Furcht überwältigte ihn und er machte auf dem Absatz kehrt, um davonzueilen. Ein enorm kräftiger Windstoß ergriff ihn und er wurde rückwärts mitten in die Flamme geschleudert.
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